Preis vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS- Expedition: Canzleiber Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 162. Donnerstag den 24. November 1870. _ 1 111 " - 23. November. Der bekannte Historiker Carlyle tritt in der „Times‘ mit Entschiedenheit den wohlfeilen Rathschlägen der englischen Presse gegen die Annectirung von Elsaß und Lothringen entgegen. Es ist wahrscheinlich — so sagt er im Beginn seines etwa dritthalb Spalten langen Briefes — ein liebenswürdiger Zug der menschlichen Natur, dieses billige Mitleiden und dieses ZeitungSlamentiren über das gefallene und heimgesuchte Frankreich, aber es scheint mir ein sehr müßiges und irregeführtes Gefühl zu sein, so weit es die Abtretung von Elsaß und Loth- ringen an die deutschen Sieger betrifft, und eS verräth von Seiten Englands die tiefste Unwissenheit über die wechselseitige Geschichte Frankreichs und Deutschlands, und über das Betragen jenes Landes gegen dieses seit langen Jahrhunderten. Für die Deutschen handelt eS sich in dieser Krise nicht um „Großmuth", und heroisches Mitleid und Vergebung für einen gefallenen Feind", sondern um eine einfache Vorsicht und um eine praktische Erwägung der Frage, was dieser ge- fallene Feind aller Wahrscheinlichkeit nach thun wird, wenn er wieder einmal auf seinen Füßen steht. Keine Nation hatte je einen so schlechten Nachbarn, wie Deutschland während der letzten 400 Jahre an Frankreich, schlecht in allen möglichen Beziehungen, unverschämt, raubgierig, unersättlich, nicht zu beschwichtigen und stets auf den Angriff ausgerüstet. Nach einer so langen Zeit von Mißhandlung seitens dieses Nachbarn ist nun Deutschland endlich so glücklich, diesen Nachbar so ziemlich untergekriegt zu haben, und cS wäre meiner Ansicht nach eine Nation von Narren, wollte es nicht jetzt, wo es dies thun kann, eine sichere Grenzmark zwischen sich und diesem Nachbar errichten. Meines Wissens giebt es kein Naturgesetz, keine ParlamentSacte des Himmels, Kraft deren Frankreich, allein unter den irdischen Wesen, das gestohlene Gut behalten sollte, nachdem die beraubten Eigenthümer den Dieb einmal in der Gewalt haben. Die Franzosen beklagen sich ganz schrecklich über den ihnen drohenden „Verlust ihrer Ehre" und die Umstehenden bitten ernstlich „Entehret doch Frank- reich nicht; lasset doch die Ehre des armen Frankreich unbefleckt." Aber wird es die Ehre Frankreich retten, wenn es sich weigert, für die Scheiben zu zahlen, welche es freiwillig in dem Fenster des Nachbarn eingeschlagen? Augenblicklich aber — das muß ich sagen — erscheint Frankreich mehr und mehr wahnwitzig, elend, tadelnswerth, bemitleidenSwerth und sogar verachtenswerth. ES weigert sich die Thatsachen so zu sehen, wie sie ihm handgreiflich vor Augen liegen. Ein in anarchisches Verderben zersplittertes Frankreich, ohne anerkanntes Haupt, mit Ministern, die im Luftballon aufsteigen und als Balast nichts mitnehmen als schmähliche öffentliche Lügen und Proclamationen von Siegen, die nur Hirn- gespinnste sind; eine Regierung, welche sich geradezu von der Verlogenheit nährt, welche will, daß das Blutvergießen fortgesetzt werde, und sogar eher noch zunehme, als daß sie — schöne republikanische Pflanzen, wie sie sind — vom Staatsruder gedrängt werden; ich weiß nicht, wo oder wann eine Nation zu sinven wäre, die sich je so mit Unehre bedeckt hätte. Seine „Männer von Genie", seine anerkannten Großen auf allen Gebieten der Literatur, sind offenbar der Ansicht, daß neue himmlische Weisheit sich vom Mittelpunkte Frankreichs in Radien nach den anderen überschatteten Ländern verbreite, daß Frankreich der neue Berg Zion des Universums sei, und daß all' der traurige, schmutzige, halb aberwitzige, und — zum guten Theil — höllische Kram, den die französische Literatur uns fett 50 Jahren vorglpredigt hat, das wahrhafte neue Evangelium vom Himmel sei, welches allen Menschenkindern den Segen bringe. Wenn wir nun aber auch Frankreich leider Gottes in diesen Dingen vielfach nachahmen, so viel tft gewiß, aus Dankbarkeit für diese von Frankreich empfangene Einrichtung wird ihm noch lange nicht ganz Europa zu Hülfe eilen; und selbst wenn ganz Europa wollte, könnte es jenen schrecklichen Bundeskanzler nicht daran verhindern, daß er seinen Willen durchsetzt. Metz und die Grenzmark wird meiner Berechnung nach diesem Bundeskanzler fürchterlich schwer zu entreißen sein. Faßt man alles das ins Auge, was sich seit Sedan ereignet hat, möchte man es der Mäßigung des Grafen Bismarck hoch anrechnen, daß er bei dieser Forderung ruhig stehen bleibt, daß er Nichts mehr verlangt, aber fest entschlossen ist, sich mit nicht weniger zu be- 0TlUÖ Ueberhaupt herrscht bezüglich des Grafen Bismarck in England noch immer eine stellenweise sehr irrige Auffassung. Mir scheinen die englischen Zeitungen der Mehrradl nach erst einer wahren Erkenntniß Bismarcks entgegenzugehen. Lls- marck — so weit ich ihn lese — ist kein Mann „Napoleonischer Ideen , sondern seine Ideen sind jenen weit überlegen; er zeigt keine unbesiegbare „Sucht nach Gebietsvermehrung", wird auch nicht von «gemeinem Ehrgeiz" gequält u. s. w., sondern seine Ziele gehen weit über diese Sphäre hinaus, ja er scheint mir mit seiner großen Fähigkeit durch ruhige, großartige und erfolgreiche Schrltte auf ein Ziel loSzuschreiten, welches zum Besten Deutschlands und zum Besten der ganzen übrigen Welt ist. Daß das edle, ruhige, gründliche und solide Deutschland sich endlich zu einer Nation verschmelze und zur Königin des ContinentS werde, anstatt des dunstigen, ehrsüchtigen, gesticulirenden, zanksüchtigen, rastlosen und uber- empfindsamen Frankreichs — das scheint mir das hoffnungsvollste Ereigmß meiner Zeit zu sein. Der K. Z." schreibt man aus Berlin, 20. Nov. Die Nachrichten über den Beitritt'Bayerns zu dem deutschen Bunde finden hier Bestätigung. Diesseits hat man dem Zustandekommen der Verträge die größten Opfer gebracht. Bayern behält das Recht, ein Sonderheer im Bundesheere zu bilden, hat dagegen seine Ansprüche auf eine Sonderdiplomatie und Befreiung von der Beitragspflicht für die Bundesflotte fallen lassen. Die Gewerbeordnung wird ferner nicht auf Bayern ausgedehnt, weil man dort behauptet, eine bessere und freiere zu haben als der Nordbund. Man wird sich erinnern, dieser Behauptung im Reichstage bei Entstehung der neuen Gewerbeordnung öfters begegnet zu sein; es wurde das damals erst entstandene Gesetz vielfach zur Nacheiferung empfohlen. Auch Württemberg, dessen Anschluß nach einem kurzen Uebergang gesichert war, wünscht vorläufig noch von der Einführung der Gewerbeordnung frei zu bleiben und auch das Freizügigkeitsgesetz bleibt für Württemberg und Bayern aufgehoben. Von großer Wichtigkeit ist der gemeinsame Reichstag aus allgemeinen direkten Wahlen, womit das Zollparlament beseitigt und Anhalt genug geboten ist, die mühsam erlangten Elemente der Einheit Deutschlands weiter zu entwickeln. Vorläufig steht es fest, daß die vier Verträge an den Reichstag gelangen; welches Schicksal dieselben und besonders die mit Bayern haben werden, bleibe einstweilen oahin gestellt. Ein osficiöser Artikel der Allg. Ztg. verwahrt sich gegen die Zumuthung, den süddeutschen Staaten im zukünftigen Deutschen Bunde eine Stellung anweisen zu wollen, wie Preußen eine solche im Jahre 1866 den besiegten Staaten aufzuerlegen allerdings gezwungen gewesen sei. Die süddeutschen Staaten dürften nicht in eine Verfassung, wie die des Nordbundes, hinein gezwängt werden, welche unser eigenes inneres Leben unterdrücke. Dazu sei insbesondere Bayern zu groß und zu lebensfähig. An der bayerischen Regierung sei es, wenn die vielleicht zur Unzeit unter Waffengeräusch begonnenen Verhandlungen in Versailles zu keinem Resultate führten, Preußen und Deutschland den Entwurf einer deutschen Verfassung vorzulegen, in der, ohne bayerische Großmachts-Träumereien, Preußen als erster deutscher Macht diejenige Stellung angewiesen werden müßte, die es haben müsse zu Nutz und Frommen von ganz Deutschland. — Die erste Hälfte der für die im Felde stehende bayerische Armee bestimmten Anzahl von Pelzmänteln geht in den nächsten Tagen an ihren Bestimmungsort ab. Eine Sache macht in Baden viel Aufsehen. Die Herzogin von Hamilton, Tochter der verstorbenen Großherzogin Stephanie und dadurch in Beziehungen zu Napoleon, war bisher immer Mitglied des Frauenvercins. Seit ihrem letzten Besuch auf Wilhelmshöhe ist sie aber aus dem Verein ausgetreten und entzog ihm ihre Beiträge. Von ihren französischen Sympathieen machte sie freilich nie Hehl, und sie versorgte auch immer die französischen Verwundeten in den Spitälern mit französischen Zeitungen, aber von einer Abkömmling eines deutschen Fürstenhauses hätte man doch solches nicht erwartet. Der Criminalsenat des Kammergerichts zu Berlin hat den Kammergerichtsrath Steinhaufen mit der leitenden Führung der Voruntersuchung gegen den hie- sigen Bankier Güterbock und die Bankiers in Frankfurt a. M. betraut. Prinz Napoleon begibt sich, wie man in London wissen will, nach Wilhelmshöhe, woselbst seiner schwerlich ein freundlicherer Empfang wartet, als ihm in Chiselhurst zu Theil wurde. Nach England kommt er vorerst nicht wieder zu- rück, sondern geht wahrscheinlich nach der Schweiz. Um den in den baltischen Provinzen lebenden Letten die Quellen der deutschen Bildung zu verschließen und sie dadurch der Russificirung zugänglicher zu machen, hat der Curator des rigaer Lehrbezirk- angeordnet, daß die Fibeln und andere Lesebücher für die lettischen Elementarschulen zwar in lettischer Sprache, aber mit russischen Buchstaben gedruckt werden sollen. Ueber die Beziehungen zwischen Rußland und Preußen und die Stellung Oesterreichs zu denselben bringt die Spener'sche Zeitung eine interessante Petersburger Correspondenz. Es heißt darin: „Als beim Beginn des Krieges gewisse Parteien in Oesterreich, namentlich die Ultramontanen, die Polen und ein Theil der Czechen, nicht bloß zur bewaffneten Neutralität drängten, sondern unter der Losung: „Rache für Sadowa", auch den Kampf gegen Preußen forderten, da war es Rußland, welches, ohne Verabredungen, ohne diplomatische Noten, ohne Drohungen lediglich durch seine ruhige, entschiedene Haltung dem Weitergreifen drr kriegerischen Verwicklungen steuerte. Einige ernste russische Zeitungsartikel machten in Wien Eindruck. Russische Privatmänner, welche sich damals zufällig in Wien befanden, legten gesprächsweise ihren österreichischen Freunden die durchaus friedliche Richtung der Petersburger Politik dar und brachten denselben die Ueberzeugung bei, daß Rußland im Interesse der Vermeidung eines europäischen Krieges eine auf Seiten Frankreichs Statt findende Betheiligung Oesterreichs an dem Kampfe nicht dulden werde. Auch die damals nahe der galizischen und der siebenbürgischen Gränze ohne alles Geräusch errichteten russischen UebungSlager haben wohl dazu beigetragen, in Wien die Besonnenheit oben zu halten. Genug, nachdem Oesterreich mehr als 20 Millionen Gulden unnöthig für Rüstungen ausgegeben hatte, rüstete es sehr verständiger Weise wieder ab. Hoffentlich vergißt man in Deutschland nicht, wie die gerechte und wohlwollende Politik Alexan- ver's II. durch ihr gemeinnütziges Friedens-Interesse dazu mithalf, daß es seine Sache mit Frankreich allein auSfechten konnte." In der Voraussetzung, daß an der belgischen Gränze sich wiederum krie- gerische Ereignisse zutragen könnten, hat die belgische Regierung Befehl gegeben, Alles bereit zu halten, um Truppen sofort nach den gefährdeten Punkten werfen zu können, sobald sich das Bedürfniß Herausstellen sollte. Das Zuchtpolizeigericht von Brüssel hat einen Franzosen, Namens Joseph Ledeuil, aus Chenay gebürtig, zu drei Monaten Gcfängniß verurtheilt, weil er versucht hatte, drei Unterofficiere der belgischen Armee (CarabinierS) zum Eintritt in den französischen Kriegsdienst zu verleiten. Dieser Ledeuil war Ambulance- Beamter; die Strafe fiel so gelinde aus, weil derselbe sehr gute Antece- ventien hat. Der „Constitutionnel" bringt nach der „Province" folgende interessante Nachrichten: „An der Börse von Bordeaux cursirte gestern das Gerücht, daß unsere Flotte die neue Phase ihrer Campagne durch einen Hauptstreich inaugurirt habe: nachdem sie Hamburg bombardirt habe, soll es ihr gelungen sein, in den Iahde- busen einjudringen und dort die ganze preußische Flotte gefangen zu nehmen!! — Außerdem haben die Landungstruppen bei ihrem Streifen an den Küstenstrichen mehrere Tausende französischer Gefangenen befreit, die in den Küstenstädten der Nordsee gefangen gehalten wurden." Wie werden die Bewohner unserer Küstenstädte über die entsetzlichen Vorgänge erstaunt sein, die ohne ihr Wissen in ihrer Mitte sich zugetragen haben! (N. A. Ztg.) Nach den mit der Brasilpost eingetroffenen Berichten hatte der Norddeutsche Consul in Rio de Janeiro von seinem Collegen in Porto Alegro die Nachricht erhalten, daß in den Gewässern südlich von Rio Grande ein Norddeutsches Kriegsschiff mit zwei französischen im Kampfe gewesen sei. Nähere und bestimmte An- gaben fehlen noch. Aus Konstantinopel vom 18. Nos. meldet die Wiener „Presse": „Viele hoffen hier zuversichtlich auf eine friedliche Beilegung der russischen Frage mit Hülfe eines Congreffes in — Wien. Rußlands Erklärungen sollen beschwichtigend lauten. Die Befürchtungen vermindern, der Cours bessert sich." Dasselbe Blatt meldet aus Belgrad vom 18. Nov.: „Aus Konstantinopel hieher gelangte Nachrichten sagen, die Stimmung sei ganz beruhigt; es seien ContreordreS an das Militär gegeben. Rußland wünsche aufrichtig den Frieden; der Geschäftsträger habe Dienstag Abend lange Zeit mit Aali Pascha berathen." Kriegsnachrichten. Mit dem 19. November sind die zwei Monate abgelaufen, für welche sich Paris bei seiner Cernirung verproviantirt fand, und es würde schon bas die dort beginnende Noth ausreichend erklären, wenn die Klagen auch noch nicht stark genug wären, um die Cernirungslinie zu durchdringen. Man befürchtet deshalb im Hauptquartier jetzt nicht mehr einen eigentlichen Ausfall, sondern glaubt, daß General Ducrot sich mit der ihm untergebenen II. Armee, welche aus dem mobilen Theil der Besatzung, unter Indienststellung der mit Bruch ihres Ehrenwortes entflohenen Officiere von Sedan gebildet ist, durch die Cernirungslinie durchzuschlagen versuchen wird. Alle Maßregeln, diesem Vorhaben gebührend in den Weg zu treten, das man neuerdings namentlich über Neuilly oeer St. Germain erwartet, sind in Folge dessen unsererseits getroffen und bleibt der bisherige scheinbare Stillstand in den deutschen Felvoperationen, wohl vorzugsweise aus der Vorsicht zu erklären, welche man beobachtet, um erforderlichen Falles alle Kräfte zur Abweisung jenes immerhin möglichen Versuches zusammen zu fassen und durch seine Vereitelung zunächst endlich mit Paris abzuschließcn. — Daß der Versuch eines Durchbruchs, wenn er überhaupt noch zur Ausführung kommen soll, bald erwartet werden muß, kann aus dem Stand der Dinge in Paris entnommen werden. In 10—12 Tagen wird auch diese Möglichkeit dieser letzten Rettung geschwunden sein, da bis dahin die Bespannung der Artillerie und die Pferde der der II. Armee von Paris zugetheilten Cavallerie-Division bei dem dort längst eingerissenen Futtermangel entweder gefallen oder geschlachtet sein werden. Versailles, 17. November. Wir haben eine kleine Krisis durchgemacht, die jetzt glücklich beschworen ist. Am 15. Morgens ging es von Munde zu Munde: Die Truppen werden allarmirt. Das ist nichts Neues mehr, aber dieses Mal packte auch der Nichtcombattant seine Sachen, und mit dem gespannten Horchen auf die Signale in den Straßen verband sich eine besondere Beunruhigung der Gemüther. Allerlei Gerüchte waren verbreitet worden. Man sagte, die Kriegskasse sei in Sicherheit gebracht, im großen Hauptquartier wurden die Bagage- und andere Wagen bespannt, in der Präfectur- und im Bundeskanzler-Amt die Acten gepackt, alles das für den Fall eines Rückzuges; die Loire-Armee stände schon in Dreux, und mit der Spitze selbst in Houdan, wenige Minuten von hier; die Gardelandwehr in St. Germain sei plötzlich aufgebrochen, um ihr entgegenzurücken; der Prinz Friedrich Karl habe sich durch den Marsch der am 10. siegreichen französischen Armee über Orleans zurück täuschen lassen und suche den Feind zu weit südlich, während dieser durch einen kühnen Flankenmarsch nördlich bis Dreux gedrungen sei und im Westen von Paris stände; es sei demnach ein Vorstoß von da und gleichzeitig ein Ausfall aus Paris zu erwarten. Die Versailler, die ihre eigenen Quellen haben, wußten noch viel mehr. Sie ließen ihre Armee schon einige Meilen näher sein, und unfern König bereits abgereist. Daher Aufregung auf beiden Seiten, hier etwas Beklemmung, dort Triumph. Man will sogar in dem Benehmen der Versailler gegen die PrussienS eine Aenderung bemerkt haben. Höflich von Individuum zu Individuum sind sie wie alle Franzosen, trotz grimmigen NationalhaffeS immer gegen uns gewesen; jetzt mischte sich plötzlich in ihre überströmende Freundlichkeit noch das Gefühl des Mitleides mit uns armen Opfern. Nachdem das Blatt sich gewendet, drückte die Siegesgewiß- heit sich gegen uns Unglückliche in Bedauern und Theilnahmc aus, und selbst die hohen Preise mancher Versailler Verkäufer sollen an jenem großen Tage herunter- gegangen sein. Seit gestern hat sich die Sache nun wieder sehr geändert. Die Alarmsignale werden nicht mehr mit Spannung erwartet, die Magen im Hauptquartier sind abgeschirrt, die Acten in der Präfectur wieder auseinander genommen, und — die Versailler Preise sind die alten. Im Norden von Paris hat der General Manteuffel schon Fühlung mit dem Kronprinzen von Sachsen, im Süden ist Prinz Friedrich Karl über EtampeS hinaus, der Großherzog von Mecklenburg über Rambouillet, und in wenig Stunden können von diesen verschiedenen Seiten her bis 100,000 Mann auf jeden bedrohten Punkt geworfen werden. — Heute sind auch die hessischen und bayerischen Diplomaten abgereist, nachdem die Württemberger ihnen vor 3 Tagen vorangegangen sind. (B. B. C.) Das „Echo du Nord" (Lille) hat ein Schreiben aus dem Aisne-Departe- ment erhalten, dem es Folgendes entnimmt: „Eine Abtheilung von 800 Mobilgarden und FranctireurS ist gestern aus Ham dem Feinde entgegenmarschirt und eröffnete ein heftiges Feuer gegen ein preußisches Corps, welches von Tergny kam. Nach mehrstündigem Tiralleurkampfe zogen sich die Mobilen in guter Ordnung zurück. Die Verluste sind von beiden Seiten beinahe gleich groß. Eine Abtheilung, 6- bis 700 Mann stark, stieß bei Menissis auf den Feind, der nach Litz marfchirte. Nach einem ziemlich ernstlichen Kampfe zog sich der Feind auf Frieres zurück. Durch Quessy, bei La Fvre, zogen gestern 6000 Mann Deutsche durch. Das Haus des ChauffeewärterS bei Voyeux wurde von den Preußen angegriffen. Die Häuser, welche an der Landstraße vou Quessy liegen, wurden in Brand gesteckt. Die Franctireurs beunruhigen fortwährend den Feind." I Unter den Personen, welche bei der Einnahme von Chüteaudun gefallen sind, befindet sich auch de la Rochefoucauld, Herzog von Doudeville. Derselbe war aus seinem Schlosse Goudiniöre, als er erfuhr, daß die Deutschen im Anmarsch gegen Chüteaudun seien. Er bewaffnete seine Förster und Bedienten und eilte nach der Stadt, um sich an der Vertheidigung zu betheiligen. Er war einer der ersten, welcher von den deutschen Kugeln getroffen wurden. Der Herzog war Legitimist, neigte aber etwas zum Bonapartismus hin, und veröffentlichte in den letzten Jahren öfters Briefe in der „Patrie". Nanteuil, 18. Nov. Was ich in meinem letzten Berichte befürchtete, daß die Eisenbahnarbeiten an der Umgehungsbahn circa acht Wochen in Anspruch nehmen dürften, wird sich glücklicherweise nicht erfüllen. Die Umgehungsstrecke, etwa 4 Stunden umfassend, ist mit so außerordentlichem Eifer in Angriff genommen worden, daß die Vollendung kaum 8 bis 14 Tage auf sich warten lassen wird. Damit ist hinsichtlich der Verproviantirung der Armee unendlich viel gewonnen, da beim Wagentransport und der ausgedehnten Aufstellung unserer Truppen bisher nicht einmal die dringendsten Bedürfnisse befriedigt werden konnten (F. I.) Von einem vor Paris stehenden Artillerie-Offizier wird der „Börsenztg." unter dem 18. d. M. Folgendes geschrieben: „Hoffentlich kehren wir bald zurück; denn seit gestern haben wir endlich Ordre, mit dem Angriff auf Paris nunmehr entschieden vorzugehen. Es ist diese Ordre schon Wochen lang mit der glühendsten Sehnsucht von uns erwartet worden. Wir verlieren daher keinen Augenblick. In höchstens 3 bis 4 Tagen stehen wir Alle schußbereit in unseren Batterien und wenn dann nicht wieder eine verzögernde Contreordre kommt, so denke ich, wollen wir den Parisern gleich mit einem derartigen Fortissimo aufspielen, daß sie schon an der Introduktion genug bekommen werden, und nach wenigen nur kurzen Scenen alsbald das Finale des Riesendrama's, nämlich die Uebergabe von Paris, mit ihr aber, wie ich bestimmt glaube, der Schluß der kriegerischen Action erfolgt." Brüssel, 20. Nov. Der belgische Gesandte in Paris, Baron v. Beyens, wird hier erwartet. Aus seiner Abreise aus Paris schließt man, daß sich dasselbe nicht mehr lange halten wird. (K. Z.) Brüssel, Montag 21. November. Wie die „Jndependance" aus Lyon erfährt, sind die Kunstgegenstände aus dem dortigen Museum entfernt und nach einem sicheren Orte geschafft worden. — Wie es heißt, hat die Regierung ein Dccret erlassen, nach welchem Anlehen, welche französische Städte in Deutschland abgeschlossen haben, in Frankreich nicht anerkannt werden, und weder deren Verzinsung noch Rückzahlung gestattet sein soll. Brüssel, 22. Nov. Das „Echo du Luxembourg" berichtet unter allem Vorbehalte, daß 1000 Preußen auf belgisches Gebiet übergetreten und internirt worden sind. m Straßburg, 21. Nov. Immer noch kommen Thaten der Wuth gegen das MilitärH. In einem Graben wurden vier Landwehrleute ermordet aufgefunden (?) und ein Metzgerbursche soll auf offener Straße einen Soldaten erstochen haben. Die strengsten militärischen Maßregeln wurden ergriffen. Wiederholte Versuche wurden gemacht, die auf den Wällen aufgeführten Kanonen zu vernageln oder sonst zu beschädigen. Der Aufenthalt in Straßburg ist momentan nichts weniger als gemüthlich; das Militär, meistens Württemberger und Preußen, läßt sich in öffentlichen Lokalen wenig mehr blicken und die Zeit der unbefangenen Plauderei ist vorbei. Einer der bei Belfort gefangenen Franzosen warf gestern beim Durchpassircn auf der Eisenbahn eine leere Weinflasche durch das geschlossene Fenster einem vorbetgehenden jungen Mann an den Kopf, der dadurch eine Verletzung erlitt. Er ward exemplarisch bestraft. In Kehl hat man sich so gut als möglich in den nicht ganz zerstörten Häusern eingerichtet. Eine riesige Tafel mit der Aufschrift „Zum verbrannten Adler" zeigt Fremden wie Stammgästen den Weg in ein zum Gasthaus umgewandeltes Privathaus. In der nächsten Umgebung von Straßburg wurde dieser Tage beim Pflügen eine ungeplatzte Granate aufgeworfen, krepirte alsbald und brachte Mann und Gefährt starke Verletzungen bei. (F. I.) Hamburg, 21. Nov. Ein Telegramm der „Börsenhalle" meldet: Der norddeutsche Schooner „Phönix" sah am Freitag im Laufe des Tages zwischen Texcl und Borkum 20 französische Kriegsschiffe an verschiedenen Punkten. Ueber New-Jork sind nach der „D. A. Z." folgende Einzelheiten über den Kampf zwischen dem norddeutschen Kanonenboote „Mereor" und dem französischen Kreuzer „Le Bouvet" angelangt: „Der französische Kreuzer, mit 5 Kanonen auf Deck, hat seine Station in der Havanna. Der „Meteor", Kanonenboot mit 3 Kanonen, aus dem mexicani- scheu Golf kommend, lief am 1. November in den Hafen von Cuba ein, wahrscheinlich um Kohlen zu fassen, und sandte, von der Anwesenheit des französischen Kriegsschiffs wohl unterrichtet, dem Capitän desselben eine Herausforderung zu. Anstatt diese sofort anzunehmen, ging der Franzose vom Ankerplätze, der für die dort stationirten Kriegsschiffe bestimmt ist, links hinter dem großen den Eingang des Hafens vertheidigenden Etagenfort weiter nach dem Hafen hinein, nach dem französischen Kohlendepot, das unmittelbar am Fuße eines anderen Hafenorts liegt, sich den Anschein gebend, als wolle er Feuermaterial fassen. Als der Dampfer am 4. November noch unbeweglich lag, wurde ihm eine zweite Herausforderung zugesandt, und das deutsche Schiff ging auf höchst ostensible Weise aus dem Hafen. Die in der Stadt allgemein bekannt gewordene zweimalige Herausforderung gab den Havanesen (nicht den dort garnisonirenden Spaniern) eine gute Gelegenheit, ihre Sympathien, welche ganz dieselben sind, wie die der Mexikaner, zu zeigen, was so arg wurde, daß sich keiner der Officiere des französischen Schiffes in einem der am Hafen belegenen Cafös zeigen durfte, wenn er nicht um sich herum Stichelreden aller Art hören wollte. — Die Flaggenehre mußte also gewahrt werden, und am 9. November Morgens dampfte der „Bouvet" aus dem Hafen, um den Kampf aufzunehmen. Kaum aus neutralem Wasser heraus, wurde er auch schon vom „Meteor" angegriffen. Der Kampf, der sich nun entspann, dauerte fast eine Stunde. In dieser Zeit wurde dem „Bouvet" die Takelage zerschossen und ihm fünf schwere Verletzungen im Schiffskörper beigebracht, so daß er anfing, sich umzulegen, und schnell dem schützenden Hafen wieder zueilen mußte. Der „Meteor", der fast bis zum Ende des Kampfes unverletzt geblieben, erhielt jetzt von dem Feinde zwei Schüsse in den Rumpf, von denen einer die Schraube verletzte, was ihn unfähig machte, den „Bouvet", dessen Maschine unverletzt geblieben war, schnell zu verfolgen und in den Grund zu bohren. Der „Bouvet" entkam glücklich in den Hafen, was ihm bei seinen Verletzungen unmöglich gewesen wäre, wenn ihn das deutsche Schiff nicht in seinem hitzigen Verlangen nach Kampf schon aus der Höhe des Hafens angegriffen, sondern weiter in die See hinausgelockt hätte." — Auch der „Meteor" ist wieder nach der Ha- M widerlegt Mill's Zuschrift an die Times. Eine berliner TimeSdepesche meldet, Rußland- Aeußerungen wären so friedlich wie möglich. Rußland läugnet den Ankauf americanischer Kriegsschiffe für da- Schwarze Meer ab. Actien. Frankf. Bank 13O3/4 Franks. Vereins-Kasse 100 Darmst. Bankact. 312 Wien Bankactien 685 Galizien 224 Danna gegangen, um seine Schäden auSzubeffern und dann das Duell aufs Neue zu beginnen; diesmal hoffentlich mit noch besserem Erfolge. Der Verlust an Verwundeten und Toden ist nur gering, da der Kampf ein reiner Artilleriekampf war, und es in der Absicht des deutschen Schiffes gelegen zu haben scheint, seinen Gegner durch Schüsse dicht über dem Wasserspiegel zum Sinken zu bringen." Telegraphische Depeschen. ✓ △ München, 22. Nov. Die Korrespondenz Hoffmann dementirt das Telegramm der Augsburger Allgemeinen Zeitung und sagt: Bayern werde seiner Machtstellung und Kriegsthaten entsprechende Vorbehalte bezüglich seines Eintritts in den Norddeutschen Bund machen. 4 Wien, 22. Nov. Das „Telegraphen-Correspondenz-Bureau" meldet: Konstantinopel, 21. Nov. In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, daß die Türkei jeden Conflict mit Rußland zu vermeiden wünscht und die Mächte, welche den Pariser Vertrag mitunterzeichnet haben, zu bewegen sucht, das verlangen Rußlands in Betracht zu ziehen. ch Bremen, 22. Nov. Der Lloyd theilt mit: Der Dampfer „Rhein" ist von Newyork glücklich in Bremerbafen angelangt. Der neuerbaute Dampfer „Köln" ist von Greenock auf der Weser eingetroffen. △ Tours, 21. Nov. Die „France" bringt ein Telegramm aus London, England respectire zwar noch die bereit- abgeschlossenen WaffenlieferungSverträqe, verbiete aber von heute an jede Waffenausfuhr. — Der „Moniteur" sagt, Rußland mag das Recht haben, eine Vertragsreviston zu verlangen, nur die eigenmächtige Lossagung von demselben sei unstatthaft. /X Brüssel, 22. Nov. Die „Independance" enthält eine Londoner Privat- Correspondenz, nach welcher man in maßgebenden Kreisen der Ueberzeugung sei, daß England für den Fall eines Krieges im Orient die Oberleitung der Kriegsoperationen übernehmen und zur Sicherung seiner Verbindung mit Indien sich materielle Garantien, etwa die Besetzung des Suezcanals, ausbedingen müsse. /X Brüssel, 22. Nov. Die am Montag ausgegebene „France" meldet aus Toulon: Die vor acht Tagen aus Havre ausgelaufenen, zur Mitwirkung bei der Vertheidigung von Lyon bestimmten Panzerbatterien Nr. 7 und 11 sind mit dem gejammten Material verunglückt, die Mannschaft wurde gerettet. /X Brüssel, 22. Nov. Das „Echo du Parlament" meldet: Odo Russell ist mit einer Versöhnungsmission nach Versailles, betreffend die bisherige englische Waffenlieferung für Frankreich, betraut. △ Brüssel, 22. Nov. Gestern wurde St. Quentin von den Preußen besetzt. Jede Eisenbahnverbindung von dort ist unterbrochen. General Manteuffel steht zwischen der Loire-Armee und der Nord-Armev (unter Bourbaki), deren Vereinigung verhindernd. — Pariser Ballondepeschen vom 20. d. lauten überaus traurig. Die Hausse des gestrigen Abendverkehrö, welche durch friedlich lautende Nachrichten aus Landon hervorgerufen war, veranlaßte beute zahlreiche NealifationSverkäufe, wodurch die tourst sich nicht behaupten konnten. Die Bestätigung erwähnter Nachrichten ist bis jetzt ausgeblieben. Stimmung matt. Vermischtes. Beuthen, (Oberschlesten), 17. Nov. lieber die Erplofion der Dynamitfabrik meldet die ,Schles. Ztg.": „Die Fabrik war in einem 20 Fuß tiefen Erdschachte erbaut und mit einem 12 Fuß hohen Erdwalle umgeben; die Dynamitbereitung wurde darin seit ungefähr vier Monaten mit entern Erfolge betrieben. Die Erplofion zerstörte da- aus Bindewerk erbaute Laboratormm, und in weitem Umkreise ist die Feldmark mit Holz- und Erbstücken bedeckt. Das außerhalb des WalleS stehende Beamten- und Arbeiterwohnhaus ist stark beschädigt. Obgleich in der Fabrik aerade Mittag gehalten wurde und daher glücklicher Weise nicht alle Arbeiter im Laboratorium anwesend waren, so sind doch sieben Arbeiter und Arbeiterinnen getödtet und drei außerhalb beschäftigt gewesene leicht verletzt worden. Der technische Leiter der Fabnk, Justus Fuchs, bezeugt: Die Ursache der Erplofion ist einzig und allein in einer mehr als groben Fahrlässigkeit eines beim Nitroglycerinapparat bereits seit drei Monaten beschäftigten Vorarbeiters zu suchen, der in einer unbegreiflichen Nachlässigkeit daS im Nitroglycerinapparat befindliche fertige Nitroglycerin, statt in den dazu bestimmten, mit Wasser gefüllten Bottich, daneben auf die Dielung laufen ließ, welche durch Berührung mit den concentrirten Sauren in Brand gerieth, das damit gemischte Nitroglycerin entzündete und durch die nun entstehende große Hitze daS in den unmittelbar darüber stehenden Bottichen befindliche Nitroglycerin zur Erplofion brachte. Der betreffende Vorarbeiter hatte noch genügende Zeit zu flüchten, und ist nur durch Glassplitter leicht verletzt." Herr Bissinger, ein Pforzheimer Bijouteriewaarenfabrikant, welcher bekanntlich dem Grasen Bismarck eine kunstvoll gearbeitete goldene Feder zur Unterzeichnung des Friedens dedicirt hatte, hat nun folgendes Schreiben, d. d. Versailles, 13. November, erhalten: Euer Wohlgeboren schönes und kunstreiches Geschenk hat der Großherzogliche Ministerpräsident, Hr. Jolly, mir zu übergeben die Güte gehabt. Ick finde mich in einiger Verlegenheit, wie ich meinen Dank dafür aussprechen soll; in einer Zeit, wo daS Schwert der deutschen Nation so ruhmreiche Thaten vollbracht hat, thun Sie der Feder beinahe zu viel Ehre an, indem Sie dieselbe so kostbar auSstatten. Ich kann nur hoffen, daß der Gebrauch, zu welchem Sie diese Feder im Dienste des Vaterlandes bestimmen, dem letzteren zu einem dauernden Gedeihen in einem glücklichen Frieden gereichen möge, und ich darf unter Gottes Beistand versprechen, daß sie in meiner Hand nichts unterzeichnen soll, waS deutscher Gesinnung und deS deutschen Schwertes nicht würdig wäre. Empfangen Sie mit meinem Danke zugleich den Ausdruck meiner persönlichen Hochachtung. (gez.) v. Bismarck." O Aus dem Kreise Nidda, 17. Nov. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Oberhessische Eisenbahngesellschaft, für ihre Ortenberger Zweigbahn zu expro- priiren, ohne eine Concession zu besitzen. Da unsere hohe Regierung den Ständen versprochen hat, das Gesetz von 1867, welches den Gemeinden die Erpro- priationskosien auferlegt, nicht mehr anzuwenden, so soll die Concession der Gießen'Gelnhäuscr Bahn auch als für die Zweigbahn gültig angesehen werden! ; Da sollen denn die Expropriationskosten der Zweigbahn auch noch den Gemein- den an der Gelnhäuser Bahn aufgebürdet und eine Anzahl Gemeinden um die ; Ortenberger Station mitbelastet werden! Werden die Gemeinden sich dies ge- 1 fallen lassen? Hat man je gehört, daß ein Mensch, der zwischen Stockheim und Ortenberg reist, sich auf der Gießen - Gelnhäuser Bahn zu befinden glaube? — 1 Nein: die Eifenbahngesellschaft hat für die Zweigbahn keine Concession. Ohne Concession keine Expropriation! ohne Expropriation keine Landabtretung! Gerade das beste Land der Gemarkungen Stockheim, Selters und Ortenberg soll wieder weggenommen werden; wenn das endlich geschehen müßte: nun, so mag e- die Gesellschaft aus ihrer Tasche theuer bezahlen, aber nicht auf Kosten der ' Gemeinden! Darmstadt. Nach den „Hess. Volksbl." haben die hessischen Finanzaccesststen Albrecht, Hartmann und Stöxger Anträge zur Verwendung als Steucrempfänger ' im Elsaß mit IahreSgehalten von 5—7000 FrcS. erhalten. Darmstadt, 21. Nov. Der Großherzogliche Gesandte am Norddeutschen 1 Bunde und Bandesbevollmächtigte, Herr Geh. Legationsrath Hofmann, ist gestern 1 Nachmittag nach Berlin zurückgekehrt. J Berlin, 21. Nov. In der heutigen Sitzung des Bundesrqthes unter < dem Vorsitze deS Staatsministers Delbrück legte das Präsidium die Vcrhandlun- 1 gen mit den Bevollmächtigten Hessens und Badens vom 15. Nov. vor, nebst 1 der diesen Verhandlungen angeschlossenen Verfassung deS deutschen Bundes, sowie ein Gesetzentwurf wegen ferneren Geldbedarfs für die Kriegsweiterführung und wegen des Remuneration-etats für die Verwaltung der Darlehenskassen. Breslau, 22. Nov. Die Hausblätter melden, daß Canonicus Dr. Baltzer, Professor ReinkenS und ReligionSlehrer Dr. Weber ab officiis fuSpendirt sind. München, 16. Nov. Der von der demokratischen Presse vielfach angefeindete Beschluß der Nürnberger Gemeinde-Collegien, auS dem städtischen Reservefonds 35,000 Thlr. für die Victoria-Jnvalidenstiflung zu geben, ist von der Kreis- reaierung von Mittelfranken als vollständig gesetzmäßig bestätigt worden. München, 20. November. Wie dem „Märk. Corr." geschrieben wird, werden die Minister, wenn sie nach ihrer Rückkunft die Verträge dem König vorgelegt und seine Erlaubniß erwirkt haben, die ersteren ihrem Hauptinhalt nach veröffent- lichen und so über ihre Thätigkeit in dem deutschen Einigungswerke Mittheilung geben, noch ehe sie mit dem Resultat der Verhandlungen vor den Landtag treten. Dr. Sigl, der Herausgeber des hier erscheinenden „Vaterland", giebt in seinem Blatte zu, daß er unmittelbar nach der Kriegserklärung die in St. Cloud auf- gefundene Depesche an die „Correspondenz Germania" in Paris abgefandt habe, sucht diesen Schritt jedoch als etwas Gleichgültiges und Unschuldiges darzusteven. (!) X, München, 21. Nov. Glaubhaften Mittheilungen zufolge sind alle Vorbereitungen zur demnächstigen Reise de- Königs Ludwig nach Versailles getroffen. v AuqSlmrg, 21. Nov. Der „Allg. Ztg." wird aus München von heute telcgraphirt: „Nach soeben eingetroffener Nachricht aus Versailles ist auch über den Eintritt Bayerns in den norddeutschen Bund ein Einverständniß erzielt. Der Schluß der Verhandlungen steht bevor." x Stuttgart, 21. Nov. Der Staats-Anzeiger für Wurtemberg meldet: Die Minister Mlttnacht und Suckow erstatteten, nach vorgängigen längeren Be- rathungen im Gesammt-Ministerium, am 19. November dem Könige einen ein- aehenden Vortrag über das Ergebniß der Verhandlungen in Versailles. Diesel- ben sind am 20. Nov. mit Auftrag des Königs nach Berlin gereist, um dort die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. , , Dresden, 21. Nov. Die hier detinirtenknegSgesangenen Offiziere Henn Aubert Capitan 28. de ligne, MariuS Sengler, Lieutenant 28. de ligne, haben einer amtlichen Bekanntmachung zufolge ihr schriftlich gegebenes Ehrenwort, Dres- Len ohne Erlaubniß der Militärbehörde nicht verlassen zu wollen, gebrochen und sind am 20. d. M. Hier aus desertirt. Rom 18. Nov. Die Ankunft des Komgs ist neuerlich auf 1. Januar 1871 verschoben worden. Die Festcommission stellte ihre Thätigkeit ein. — Der Nord- bundaesandte, Herr v. Arnim, verkehrte sehr viel und freundschaftlich nut Antonelli. Die Clericalen hoffen mehr als je von Preußen. — Der ,/^trcolo 9!omano' ernannte Garibaldi durch Acclamation zum Ehrenpräsidenten. — Fürst Torloma hat den Jesuiten seinen Palast in der Leoninischen Stadt angeboten. Rom. 20. Nov. Der „B. B.-Z." telegraphirt man: „Mehrere hiesige Blätter verlern, im Vatican seien an 10,000 Gewehre sammt Munition verwahrt, und warnen die Regierung zur Vorsicht bezüglich der Immunitatserklarung der dem Papste belassenen Oerttichkeiten." vßnrto 7. Nov. Die hiesigen Zustände haben sich seit Entfernung des MinifteriumS^Saldanha entschieden gebessert. DaS Volk und die Kammern scheinen das neue Ministerium zu unterstützen, und sind die StaatSpapiere von 28 auf 33 gestiegen. Der Finanzminister sistirte den Verkauf der portugiesischen Bonds in London. , . t m , Eine große Commission in Lissabon, die in den bedeutenden Provinzial- städten Filialen hat, sammelt eifrigst für die Verwundeten des jetzigen Krieges und sandte bereits hübsche Spenden an Geld, Portwein, eingemachten Fruchten, Kleidung u. s. an den internationalen Verein in London. Die öffentliche Meinung spricht sich mehr und mehr für unsere gerechte Sache aus. London 19. Nov. Granville erklärte gegenüber mehreren diplomatischen Agenten, daß ^England alle nöthigen Vorsichtsmaßregeln treffe, daß es jedoch nur dann zu den Waffen greifen werde, wenn die Verletzung des Vertrags von 1856 unzweifelhaft feststDas auswärtige Amt macht folgende Mittheilung: Peking, 3. Nov. Der englische Gesandte Wade erwartet, daß die Verwendung von Militärmacht nirgends nothwendig werde. Loudon 22. Nov. Lord Russell beantragt tn einer Zuschrift an die Ti- me- hunderttausend Milizsoldaten nebst Reserve einzukleiden. Lord ShafteSbury Börsennachrichten. 22. November 1870. Preuss. 41/2% Oblig. — Frankf. 31/2% Obi. 783/4 Nass. 41/2 o/g Obi. 901/2 Kurhess. 40/0 „ — Gr. Hess. 5% Obi. - „ n 4% n 925/8 „ n 31/2<>/o „ - Bayer. 5% » 96 „ 41/2% 1jährige 90‘/2 „ 4O/o V4 jährige — Würtemb. 41/2% Obi. 90*/2 Baden 4*/2°/o Oblic. E. L. — Oesterr. Silberrente 53Vg n Papierrente 441/4 „ 50/g M. steuerf. 441/» Amerik. Bonds 1881 r 955/g „ „ 1882r 93i/8 „ „ 1885r 921/2 „ „ 1887r 927/8 Spanier, neuest. 3% 303/s Actien. Oest. Creditact. 233 50/g östr. F. St. E. B. 355 Lombard. Bahn 166^/4 Ludwigsh.-Bexbach 162i/2 Maxbahn 107 >/4 Bayer. Ostbahn 123 Hess. Ludwigsb.-Act. 1311/2 Alsenzbahn-Actien — Oberhessen „ 66 Prioritäten. 30/0 oster. Stsb.-Prior. 543/4 3O/o öst. s. Lombard 45 30/g Livorneser 30*/2 50/g Toscaner 493/< 50/g Elisabeth.-Prior. 751/2 do. II. Emiss. — Anlelaensioose. Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 fl. 17 40/g bayr. Präm.-Anl. 105 Ansbacher 7 fl. 13 40/0 badische Loose IO41/2 Badische fl. 35 Loose 583/4 Oestr. fl. 250 v. 1836 — 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 735/8 1864r „ 109 Braunschweiger 16% Stadt Madrid 203/g Wechsel. Amsterdam k. s. 1001/4 Augsburg k. S. 100 Berlin k. S. 1047/s Bremen k. S. 971/s Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 88 Leipzig k. S. 1047/g London k. S. 1187/g Lyon k. S. — Paris k. S. — Wien k. S. 95 ditto m. S. — ditto 1. 8. - Disconto 40/g G. Geldsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 453/4—45 Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 47 — 49 „ doppelte 9 47 — 49 Holl. fl. 10 St. 9 54 k 56 Ducaten . . 5 37—39 20 Frankenst. 9 321/2—331/2 Engi. Sover. 11 54—58 Russ. Imp 3r. 9 48-50 Dollar in Gold 2 27—28 Allgemeiner Anzeiger. Versteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 4946) Montag den 28. November d. I-, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadlwalde, Distric- len Philosophenwald, Venusberg und Neumark, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 8',2 Stecken Nadel-Scheidholz, 36 „ „ Prügelholz, 673/* „ „ Stockholz, 2478 Wellen „ Neisholz, 1 Stecken Eichen-Scheidholz, 53/* „ „ Prügelholz, 4Va „ „ Stockholz, 720 Wellen „ Reisholz, 463 Nadel-Stämme mit 13700 Cubikf-, 28 Eichen- „ „ 1036 93 Nadel-Stangen „ 491 „ Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. April 1871 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 21. November 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Feilgebote« es. 4966) Schießwaffen: Flinten, Revolver und Pistolen; Patcntschrot, Cra- m er'sches Jagd- und Scheiben - Pulver, Lefauchenx-Patronen-Hülsen und Patronen empfiehlt I. G. D. Bapst. 4782) Wärmflaschen und Wärmsteine empfiehlt I. H. Fuhr. 4968) Täglich frisch abgekochten Schinken bei Adolf Weidig, am Kreuz. ß Seefische: Frische Egmonter Schellfische treffen, so lange keine stürmische Witterung, wieder wöchentlich dreimal ein. Für Cabliauen, Zungen und Turbots erbitten wir uns Aufträge mehrere Tage vor Gebrauch. — Heute frische Schellfische. I. A. Busch Söhne. 4934) Patent-Schlittschuhe in den neuesten Sorten, Schirm- und Feuerge- räth-Gestelle, Ofenschirme, Hauöhal- tungs-Waagen, Dampfkocher, Zucker- kasten rc. empfiehlt Emil Pi stör. Stickereien. 4959) Wegen Aufgabe dieses Artikels zu sehr billigen Preisen verkauft Karl' Wenzel. 4935) Revolver von 14 fl. an, Pistolen , Lefaucheux-Patronen, Cramer'- sches Iagdpulver, Patcntschrot rc. empfiehlt Emil Pi stör. 4610) Frische Sendungen in SardincS in Piclcs, Sardine» a l’huile, Anchovis, Mixed - PicleS, Cavtar, Champignons, Trüffeln, Gothaer Cervelatwurst, Reuen Holland. Vollhäringen, Genueser Sardellen, Bückingen zum Rohessen, Äonigs-RctSstärke empfehlen I. A. Busch Söhne. Ocfen und Herde zu Holz- und Steinkohlenbrand, Feue- rungs - Requisiten und alle Arten Kochgeschirre empfiehlt (4965) I. G- D. Bapst. 4960j Zwei Papageien (australische Nymphen) nebst schönem Käfig sind zu verkaufen. Wo? sagt Ausg. d. Bltts. 4956) Zwei Wagen voll Mist verkauft G. H. Ledermann, Asterweg 105. 4964) Patent - Schrauben - Schlittschuhe in den neuesten, verbesserten Arten empfiehlt I. G. D. Bapst. 4970) Ein Haufen guter Mist ist zu verkaufen im „Gasthaus zum Löwen." W. Krämer. 4963) Bei Unterzeichnetem sind etwa 30 Centner Heu und Grummet, sowie circa 10 bis 12 Malter feines Tafelobst, zu verkaufen. In Auftrag: Gärtner Büchsler, in Groß-Buseck. 4535) Ein Stück Rüben zum Füttern steht billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. | Nicht zu übersehen! Mehrere französische Long - Shawls habe in Händen und verkaufe solche billigst. ‘ K. Grünebaum, Pfandanstalt. 4761) A » Bl O II C BernharcTs Alpcnkräuter-Liqueur (feinstes Magenbitter) als vorzüglich erprobtes Haus- und Magen-Mttel seit Jahren rühmlichst bekannt und von vielen Aerzten glänzend begutachtet, halte ich stets auf Lager und empfehle denselben bestens. Preis pr. y2 Flacon 36 kr., pr. Vi Flacon I fl. 6 Fr. Gebrauchsanweisungen gratis. ____________________________ Ernst Hermes. Straßburger Gänseleber-Pastetcu. Das Haupt-Depüt meiner Gänselcber-Pasteten habe ich dem Herrn August Held in Frankfurt a. M. übertragen und wird derselbe jeden Auftrag sofort ausführcn. I. Fischer, Straßburg. (4948) Vermiete rrnge^ 4831) Am Seltersberg ist eine Wohnung von 5 bis 6 Zimmern mit ;.Qeii Be- quemlichkeiten zu vermiethen. Näheres bei Herrn Polizeidiencr Blitz am Neuenweg. 4967) Der von Herrn Rothschild seither benutzte Lagerraum nebst Stall ist bis zum 1. Januar 1871 anderweit zu vermiethen. Adolf Weidig, am Kreuz. 4686) In der Nähe des Bahnhofs, Lit. E Nr. 11, sind zwei freundliche Zimmer sogleich zu vermiethen. 4969) Ein Logis von 2 Zimmern, Küche und Kammer ist an eine stille Familie zu vermiethen. H. M. JugHardt- 4938) Ein Familienlogis ist zu vermiethen bei Christian Vogt, Kirchenplatz. 4958) In der Wolkengasse Lit. C. Nr. 96 ist eine kleine Familienwohnung zu vermiethen und sogleich beziehbar- 4957) Zwei ineinandergehende Parterre- Zimmer, mit oder ohne Möbel, sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 4961) Zwei freundliche Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Neubau (Nuss. Hof) 1 Stiege hoch. 4789) Eine möblirte Stube mit Cabi- net ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Th. Nautenstrauch, an der Schoor. 4932) Ein möblirtes Zimmer mit Ca binet ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Wittwe Schar mann, Schützenhof. Vermischte Anzeigen 4974) Ein Mädchen sucht Aushülfe- ober Monatstebe. Näheres bei Schultheis, Seltersweg. 4962) Aufträge für die Seiden- und Wollen-Wascherei wolle man im Balser'schen Hause in den Neuenbäuen im 3. Stock aukündigen, worauf sofort die zum Waschen und Färben bestimmten Kleider, Bänder, Federn rc. rc. abgeholt werden. Marie Pietsch (Nahrungsberg.) Z Renten- und Lebensverstchrrungs-Anstalt hl Darmstadt. I- Versicherung steigender Renten, auf Gleichberechtigung und Erbverbrüde- rung beruhend, wöbet volle Einlagen von 100 fl., sowie in den jüngeren Altersklassen Thetleinlagen von 10 bis 60 fl. und Nachzahlungen von 5 fl. an zulässig sind. Die jährliche Reute einer vollen Einlage kann bis zu 150 fl. anwachsen. H. Lebensversicherung, und zwar die Versicherung sowohl von Kapitalien auf den Todes- und Lebensfall, und zu Ausstattungen, als auch von Letbrenten, Wittwenpensionen u. s. w. Die Versicherungsbeiträge sind gering und der Versicherte ist zu keinerlei Nachzahlung verpflichtet. Außer der rechnungsmäßigen, noch um 10 pCt. verstärkten und vollständig sicher gestellten Prä- mien-Reserve ist das bedeutende, in steter Zunahme begriffene, Rentenkapitalvermögen für alle aus dem Lebensversicherungsgeschäft entstehende Verbindlichkeiten der Anstalt haftbar. Versicherungsanträge werden entgegengenommen, Statuten und Prospecte unentgeltlich verabfolgt, sowie Aufschlüsse bereitwillig ertheilt von .dem Agenten der Anstalt: Buchbinder A L Balser zu Gießen. Geschäfts - Empfehlung. 4930) Den Bewohnern der Stadt und des Kreises Gießen hiermit zur Kenntniß, daß wir nunmehr unser Spinnerei- und Appretur-Geschäft auf dem Georgen-Hammer bei Lautern (Kreis Grünberg) dem Betriebe übergeben haben. — Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß wir Parthieen Wolle sowohl zum Spinnen, wie zum Kämmen, an- nehmen und prompt besorgen. Die Wolle beliebe man bei Herrn H. Heerz zur Walkmühle bei Lautern abzugeben, an welcher Stelle man auch das Garn in Empfang nehmen kann- Georgen-Hammer, am 8. November 1870. _____________________ Gebr. Schlörb, aus Schotten. Wir haltcn bei Vorkommen sowohl für größere wie kleinere Aufträge unser Central-Bureau für Inserate bestens empfohlen. Die uns übergebenen Annoncen werden sofort direct an die betr. Zeitungs-Expeditionen befördert und nur zu den Originalpreisen der Zeitungs-Expeditionen berechnet. Koftcnvoranschläge gratis und umgehend. Größere, umfangreiche Aufträge nach Vereinbarung zu möglichst günstigen Bedingungen, Belege gratis und Uebersendung derselben nebst Rechnung franco. sche Buch-, Papier - und ^andkarten-Haudluua. Frankfurt a M., Domplatz Nr. 8. 325) Für die Vaterländische Feuer - Verstcherunqs - Artien- Gesestschaft ju Elberfeld vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu billigen und festen Prämien. F. Hoffmann. Firma: Earl Hoffmann. 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Näheres bei Herrn Schuhmachermeister Selz er, Neustadt. 4954) Zum sofortigen Eintritt wird von einer kleinen Familie ein braves Dienstmädchen gesucht. Bei wem? sagt die Exped. dieses Blattes. 4973) Ein junger Mann, der schon längere Zeit be- einem Advocaten geschrieben, : wünscht noch .einige freie Stunden mit dergleichen Arbeiten besetzt zu haben arbeit wird in und außer dem Hause angenommen. Nähe 'd der Expel. d. Bltts. 4955) Ein braves Dienstmädchen wird gegen guten bn gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl 's. 4972) Ein ordentliches Dienstmädchen sucht auf Weihnachten eine Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4344) Unterzeichnete empfiehlt im Ausbeffern und Verändern x>v.v allen Arten Pclzwaarcn, sowie auch im Waschen von weißen Pelzgegen- ständcn. — Bestellungen auf ganz neue Garnituren werden auf das Geschmackvollste und Billigste auSgeführt. Katharina Belz, wohnhaft bet Herrn Zimmermann Schmidt, vis-a-vis dem Schützcnhof Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.