Donnerstag den 24 Februar 1870 Nr. 22 Gießen, den 17. Februar* 1870. Großh. Landw.-Bezirks-Commando Gießen. Bekanntm a ch u n g. vari« 1858 1 5 v’A ■U V Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich fr. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. 93. Nr. 1. rt6tontrfltf t'inbf, btt fn Lthrni kaphie ab, lb»«N 7 Mifte 7n. tote ichrvach ff* *01 Wital eittl n Srautn, burch bett fn 8n 8t. noch feiten zoologischm 'N, toit bm f. Hyäne, bidrt aber chnhnt be- nb dir au-, bn SBölft, Sorte unb 9on an die een Streich. )m kam ba- n Principal n» sanb ei jeebabn nnb >n unb nach nonij toan# > 1600161t. K Unwahr- welche ton n, hin mn> >che dadurch Sahnhsf au- ivutdabnt^ :(n Beschluß -ritte Äliffj ältöfen noch uaf5’*' ,n hinweg Uch •* an--^ i , rrfli'"/ "“•'firn ,;n diisrv s,»iichr iOrr- „nitoJi1»' ■u-4 »«J .Ide''« jvey block die Ml Äige ^hr zwei, u°d treifig at ialunge c Gehalten t vieler in Die diesjährigen Frühjahrs-Control-Versammlungkii im Kreise Gieße» werden, wie folgt, abgehalten werden: I. 3 5i Lang-GöuS Dienstag den 15. März 1870, Vormittags 7 Uhr, am Bahnhof. Hierzu gehören die Orte: Allendorf a. d. Lahn, Eberstadt, Gießen, Großen-Linden, Grüniugen, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern. IS. 3u Lollar Dienstag den 15. März 1870, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Turnplatz. Hierzu gehören die Orte: Allendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Beuern, Bersrod, Daubringen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen und Kirchberg, Staufenberg, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck. MI. 3 h Steimboeh Mittwoch den 16. März 1870, Vormittags 10 Uhr, aus der sogenannten Weide. Hierzu gehören die Orte: Albach, Annerod, Burkhardsfelden, Torf Gill, Hof-Gill, Arneburg, Ettingshausen, Garbcnteich, Hattenrod, Hausen, Lich, Münster Rieder-Bessingen, Ober-Vessingcu, Oppenrod, Reiskirchen, Ober-Hörgern, Steinbach, Steinberg, Watzenborn, Winnerod. Es haben aus diesen Orlschaften zur bestimmten Stunde sämmtliche beurlaubten Großherzoglich. Hessischen Militärs aller Waffen zu erscheinen, welche zur Reserve entlassen, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt, oder zur Disposition der Crsatz- Behördcn entlassen oder dorthin aus auderen Kreisen beurlaubt sind. Alle den Norddeutschen Bnndescontingenten angehörigen Leute der vorbemerkten Categorien, welche in dem Bezirke «"»stich«" ■» «”»<« «*» ,»i«d°,» ml, dem B,mnl" !«S dl- *<■ En.schu>dl«,m« fcl,!"»", M-ddsch-f^.^- ««W» etr.fi mmjartm i«to'■ ich" welch- «»" nur ™ »"'» '",C. ,u,i> kc« br"‘ fCU,M«'.rTfÄS‘”i«6 »« mit d-m Ml,«-,»-§ Md FübrmMUch .«fei,, in »irgnllch« «eidmg m haben und vor dem Beginne der Control-Bersnnunlung Schirme, Stocke und Pfeifen abzulegen sind. Zugleich wird weiter noch bemerkt, daß eine speeiellere Vorladung nicht mehr erfolgen wird. Gandenberger, Obcrstlieutenant und Bezirks - Commandeur. über die Vertheiluug der Großh. Laudgestütsbeschäler in die Landgestütsstationen für das Jahr 1870. SSSr.t““»“ '«SÄ -Z &, »Ä/Ä— .om Wm» -......... -■ - -* äBs» ’KÄS»--SSL'«-'- Vollblutbeschäler Historien und der Stute Lisette, Tochter vom Beschäler Kleber tm Gestüte du Pin. Darmstadt, dm 18. Januar 1870. ^^^?h?rr'a °n"d^k1^!7cn°^ _ G esundeno 05 c ß (0n ft ä nb c : Ein Paar Filzschuh-, ein Stahkarren ahn- Kasten, -in Paar gelblich- Handschuh- aan s-in-m Waschl-d°r. -in Pack Wallengarn (auf d-r Chaussee üb-r'm Psau 8«= fUnTÄXR“t binnen 3 Wachen bei uns zu melden, widrigenfalls dies- Gegenstände ans Verlangen an die Finder znrllckgegebm ader sua.er zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Grokberioaliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Gießen, den 23. Februar 1870. a u Nover. nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert Wellen 6V4 Stecken Wellen Stockholz, l3/4 Stecken 3579 Cubikfuß, mit Grün Vogt- ent= ent= 30 8 1 Stecken Eichen-Werkholz, 6 2200 Fichten-Bohnenstangen, 530 Fichtenstangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser. Montag den 28. Februar, Nachmittags 2 Uhr, 757) Gießen, den 22. Februar 1870. 60 50 Zoll Zoll Wellen Stecken Wellen Stecken 22 1652 1910 In Auftrag: M. Pilger. 40 490 235 44 1633 345 auf der 250 70 60 6 241 Eichen-Stämme 1 Buchen-Stamm 34 Nadel-Stämme 6 Erlen- „ 2 Aspen- „ 522 Eicben-Stangen 112 Nadel 50 •/» 326'2 6 264 2‘ 2 23/4 125 „ „ Astprügelholz, w „ Stockholz, die Reiser flächenweile. werden in dein enden des Herrn I. Rothenberger am Linden- vlaiz dahier circa 200 Flaschen Cognac und andere feine Liqueure öffentlich versteigert. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Ob er hessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu Haden bet Wilhelm Klee, Marktstraße. Versteigerungen. Versteigerung von Immobilien. 746) Die Immobilien, der Peter Vogt 1. Wittwe und deren Kindern gehörig, sollen Montag den 28. Februar d. I. auf dahiesigem Rathhause einer nochmaligen freiwilligen Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, den 21. Februar 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Laubach, am 18. Februar 1870. Thum, Gräflicher Oberförster. Besondere Bekanntmachungen. 534) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Heinrich Herdt und dessen Ehefrau Marie Katharine, geb. Brück, von Burkhardsfelden, wegen verschwenderischen Lebenswandels unter Cu- ratel gestellt worden sind und daß Rechtsgeschäfte mit solchen gültig nur unter Zustimmung des für solche bestellten Curators PhilippNebeling von Burkhardsfelden abgeschlossen werden können. Gleichzeitig werden Alle, welche Ansprüche an die Heinrich Heidt's Eheleute zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche sogewiß binnen 4 Wochen von heute an bei dem unterzeich neten Gerichte anzumelden, als sonsten dieselben bei Regulirung deren Vermögens außer Beachtung bleiben müssen. Gießen, am 2. Februar 1870. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. 416 Nadel-Stämme von 7 bis 16 Zoll Durchmesser und 20 bis 80 Fuß Länge. 130 Nadel-Stangen von 3 bis 5 ..Zoll Durchmesser und 30 bis 40 Fuß Länge, öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im District Taufe. Grünberg, den 21. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Arnold. haltend. 2) Mittwoch den 2. März: Stecken Eichen- und Erlen-Prü- gelholz, Stecken Fichten- u. Erlen-Stockholz, Fichten-Gellen, Eichen-W'llen, Den Verkauf der Hardtlehmgrube betreffend. 723) Vorbemerktes Grundstück, welches einen Flächenraum von 1607 HjKlftrn. umfaßt und sich zur Anlegung eines Steinbruchs eignet, soll Dienstag den 1. März 1870, Morgens 9 Uhr, auf hiesigem Rathhaufe an den Meistbietenden versteigert werden. Gleßen, den 19. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 1903/4 150 6974 1 51V4 36 747 eignet, 26 Erlen - Sämme, 355 Cubikfuß haltend, 2 Lärchen-Stämme, 32 Cubikfuß Holzversteigernng iui Gießener Stadtwalde. 722) Montag den 28. Februar 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll tn dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Hochwart, Mühlkopf, Wann, Brauhof, Oberwalo, Annabcrg und Heingesbobcn, Versteigerung eines Lungstein- brncbes. 748) Montag den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll in dem Gemeindehaus zu Beuern der in dortiger Gemarkung gelegene, durch feine Ergiebigkeit an Mauersteinen und Quaderstücken ausgezeichnete fiskalische Lungstein- bruch nebst den dazu gehörigen Grundstücken — Flur Vlll Nr. 39, IX 278, 279, 280, 285,5 und 309 — von circa 1420 LKlftlN. Flächeninhalt an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 21 Febiuar 1870. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Elsbeerenstamm von 13 Zoll Durchmesser und 25 Fuß Länge, Holzner steiqenuuz. 724) Dienstag den 1. und Mittwoch den 2. März l. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Münsterer Gemeindewalde, Districten Strauch und Hahnberg, nächst der Straße von Lich nach Laubach, folgendes Holz versteigert werden: 1) Dienstag den 1. März: 42 Eichen-Stämme von 10 bis 17 Zoll Durchmesser und bis 47 Fuß Länge, 250 Fichten-Baustämme bis zu 10 Zoll Durchmesser und 45 Fuß Länge, 1612 F'chten - Smngen bis zu 5 Zoll Durchmesser, 3335 Cubikfuß enthaltend, meistentheils zu Sparren ge- Stecken Buchen-Scheidholr, „ „ Astprügelholz, „ „ Stockholz, Eichenstämme von 24 bis 40 Durchmesser, Eichenstämme von 10 bis 16 Durchmesser, Mobilien - Versteigerung. 747) Mittwoch den 2. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung der verstorbenen Georg Eiff's Eheleute die zu deren Nachlaß gehörenden Mobilien, bestehend in _ Kleidung, Bettwerk, Weißzeug, Schränken, Tischen, Stühlen und sonstigem Haus- und Küchengeräthe u. s. ro,-, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 21. Februar 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. " ' — ° -r- < <5... dQ.lfr.y Die Zusammenkunft ist im Ort, der Anfang im Hahnberg. Münster, den 19. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Münster. Heß. Holzversteigenma. 751) Donnerstag den 3. und Freitag den 4. März l. I, iedesmal von Vonnittaas 9 Ubr an, sollen in den Waldungen der Stadt Grün bera, District Taufe: 69 Stecken Nadel-L-cheid- u. Prügelholz, 8'/r n Eichen-Piügelholz, 71'/? « Eichen- und Nadel-Stockholz, 36'>0 Wellen 9/adel Neisholz, 72 Eichen-Stämme non 6 bis 12 Zoll.' Durchmesser uub 20 bis 50 Fuß Länge, I Holzversteigerung in den Gräflich Solms-Laubach'schen Waldungen. 752) Zum Ausgebote kommen: I. Donnerstag den 3. März l. I., nach Zusammenkunft um 9 Uhr Vormittags bei Holznummer 1 im Distriete Judenrain, 1) in dem zwischen Jägerhaus und Fall- Md»ÄNmittelbar an^ ber Schotter 90 Stecken Buchen-Scheidholz, 30 „ y Astprügelholz, 27 „ „ Stockholz, 3 Ahornstämme von 8 bis 14 Zoll Durchmesser; 2) in ben bein erstgenannten nahe gelegenen Districten Röhrenkopf u. Seifenberg: Die Zusammenkunft ist berget Straße an der Happelswiese. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Aug 1870 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 19. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. H. Freitag den 4. März l. I., Morgens 9 Uhr bei Holznummer 1 beginnend , in dem zwischen Ulfa und Gonterskirchen gelegenen Districte Hölzchen: 263 Stecken Buchen-Scheidholz, Holzverstciqernnq. 725) Montag den 28. F'bruar l. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Marienst ftswalde, District Sandacker, am Wege von Lick nach Non- nenroth, am Heuweg anfangend: 58>/4 Stecken Kiefern-Prügelholz, 41 „ „ Stockholz, 1825 Wellen „ Reisholz. 43 Kiefern-Stämme von 6 bis 10 Zoll Durchmesser und 30 bis 60 Fuß Länge, 537 Kiefern-Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und 25 bis 45 Fuß Länge, versteigert werden. Lich, den 20. Februar 1870. Winheim. soll im Lang-Gönser Gemeindewalde (Wehr- Holz) nachbenanntes Holz versteigert werden: 32 Stecken Buchen- u. Eichen-Scheidbolz, Prugelholz, Brennholzversteigerung. 728) Montag den 28. d. M-, von Vormittags 10 Uhr an, soll in dem Freiherrlich von Nordeck zur Rabenauischen Walddistrict Niederseilbach bei Trais an der Lumda nachoerzeichnetes Hol; öffentlich versteigert werden, als: 18'/4 Stecken Eichen-Scheidholz, 7 „ „ Prügelholz, 49 V4 „ „ Stockholz, 1750 Wellen „ Reisholz. Die Zusammenkunft ist im District bei Holz-Nummer 1. Rabenau, den 19. Februar 1870. Der Rentmeister: Schmidt. werden, als: 191'2 Stecken Buchen-Scheidholz, Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Eichen-Scheidholz, „ Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Nadel-Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Erlen - Prügelholz, „ Stockholz, „ Neisholz, Aspen-Prügelholz, 575 Wellen „ „ „ Reisholz, 52 Eichen - Stämme = 2271 Cubikfuß, 1 darunter Stämme bis zu 45 Fuß Länge und 27 Zoll Durchmesser, 9 Buchen- und Hainbuchen - Stämme = 127 Cub ksuß. Die Zusammenkunft ist aus dem Vicinalweg nach Niederkleen am Wald. Das Stammholz kommt des Nachmittags 1 Uhr zur Versteigerung. Lang-Göns, am 21. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Lang-Göns. A. Henrich. 727) Samstag den 26. Februar d. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dem Rathause zu Alten-Buseck die zum Nachlasse der verstorbenen Karl Sundheim's Eheleute von der Badenburger Mühle gehörigen nachverzeichneten Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden: Flur Nr. O-Rlftr. VI «5/18 XIX/233 1761 Wiese im Eckhards- bausen, VI '12/23 XIX 25o 401 Wiese daselbst. Alten-Buseck, den 19. Februar 1870. Ludwig Frey, Heinrich Geißler. 761) Samstag den 26. d. Mts., des Vormittags 9 Uhr, Feilgebotenes. wichtig für Gicht- und Rheumatismus - Leidende. 703) Die H. Schmidt'sche Waldwoll-Waaren-Fabrik in Remda empfiehlt den Gicht- und Rheumatismus-Leidenden ihre seit Jahren bekannten, in Paris nur allein prämiirten Waldwollerzeugnisse, als Unterjacken, Unterbeinkleider, Strümpfe, Leibbinden, Flanelle, Garne,' Köper, Gichtwatte, Kiefernadel Oel und Ertract rc. Ausgezeichnet durch soliden Preis, Haltbarkeit und Eleganz, finden die Unterkleider auch bei Nichtleidenden mehr und mehr verdiente Ausnahme. Zeugnftse und Information, sowie vollständiges Lager bei I. A. Busch Söhne, in Gießen, wo auch die Zeugnisse und Empfehlungen von den Herren Aerzten eingesehen werden können; es sind dies die Herren: Ur. Schillbach, Professor ber medicinischen Facultät in Jena. Dr. W. Heuschkel, Amtsphysikus in Kaltennordheim. I>r. Jacoby, practischer Arzt in Magdeburg. Dr. Pauly, practischer Arzt in Tost. Dr. Bujakowsky, practischer Arzt in Rosenbergs Verkauf von Pferden, Chaisen und Geschirren. 550) Donnerstag den 3. März d. I., Vormittags 10 Uhr, lasse ich in der Gastwirthschaft des Herrn Frohnhäuser zu Ludwigshütte bei Biedenkopf : 1 Victoriawagen mit Glasoerdeck, 1 Sommercalesche, 1 Schlitten, 4 Pferdegeschirre, 2 Sättel, eine Anzahl Zäume, Putzgeschirr, 1 Schrotmühle und 2 Pferde (Füchse), öffentlich versteigern. Die Gegenstände, welche sämmtlich gut erhalten sind, können in meiner Wohnung eingesehen werden. Georg Noll, __________auf Ludwigshütte bei Biedenkopf. 538) Der unterzeichnete Liquidator der Handelsgesellschaft „Engels ^rn- untti der Anwalt. gezeigtem m demsel- sugchöuze ersteigern: illhlM' >olzraspch e dazu ge- id) vorher erworben aße 24 a. ginben« > feine äet. -ende. Bkd" w di, eßen, ’n w«W »0-n°- tnrr iltlb tli^ Liebig s Fleischextrnet, achtes, von Fray Bentos. Loeflund's Präparate, Liebig's concentr. reines Malzextract. Coudcnsirtc Milch Ä^10'^8 Co“ Milk Corap> iB Cham Die condensirtc Milch bewährt sich vortrefflich zur Ernährung von Kindern, weil sic stets von gleicher Beschaffenheit und dem Sauerwerden bei der Aufbewahrung nicht unterworfen ist. Dieselbe mit Liebig's Kindernahrung (Loeflund's Präparat) gebraucht, erseht Säuglingen die Mutterbrust. (771) Emil Fischbach, Seltersweg. 349) Frankfurt a. M. NothnagNche Fabrik und Handlung. Reichhaltige Auswahl in Tapeten, Bordüren, Goldleisten nnb Fensterrouleanx. 572) In der Kasse der Renten- und Lebens-Dersiche- rnngs- Anstalt zu Darmstadt liegen größere und kleinere Kapitalien, jedoch nicht unter 500 fl, gegen gute Hypotheken mit mindestens doppelter Sicherheit, zum Ausleihen bereit. Anträge vermittelt der Agent A. Balser in Gießen. Darmstadt. Die Direction. 775) Samstag den 26. Februar, Abends 7 Uhr: Ball der Gesellschaft „Freya44 im Saale des „Prinz Carl." Karten hierzu ä 48 kr. werden noch Abends an der Kasse ausgegeben. Der Vorstand. 5_ Bestes Mittel gegen alles Ungeziefer « -D Tel eftraphi scher Schiffs bericht, Tage. Rcw-Aork. März G Wicken Linsen. Mit. Markt fl.kr. M- M- M M. M. M. 3 30 Iß tfe in verflossener Woche von nachbenaunten Orten und Fruchtmärkten. Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Auf dem Markt Liverpool Havre Hamburg Bremen 12 14 11 Mit. preis Baltimore. Rew Orleans. Alls dem Markt Emil Fischbach, Seltersweg. empfiehlt (766) Cella Cimbria , Berlin Hannover, Aechtes persisches Insectenpiilver Mit. preis fi.jrv. preis 738) Eine Weißzeugnäherin wünscht noch einige Tage in der Woche beseht zu haben. Näheres bei Frau Simon auf der B e n- n er'schen Schanze. 762) Ein hiesiger Schneider beabsichtigt, Arbeit außer dem Hause anzunchmen, und verspricht prompte und reelle Bedienung. Näheres bei der Exprd. d. Bltts. Wallenfels Jun. hi Ncw-?jork r Westphalia; Reisedauer Donau; „ Hammonia „ 662) Täglich frisch gebrannten Kaffee bei I. A. Busch Söhn c. 7(»3) Von dem Unterzeichneten wird ein zweites Mädchen gesucht, welches, neben der Hausarbeit, waschen, bügeln und namentlich auch gut nähen kann. Der Dienst kann sofort angetreten werden. — Meldungen wollen an den Unterzeichneten gerichtet werden. Biedenkopf, 21. Febr. 1870. von Strauß, Landrath. Billige Cigarren. 754) Ambalema.Ausschuß mit feiner Einlage, pr. Stückt kr., pr. Mille 16 fl., empfehlen 772) Allen Freunden und Bekannten mache ich hiermit die traurige Mitthcilung, daß ich heute perpctueller Biersch ... . r geworden bin. Gießen, den 21. Februar 1870. Teufel - Unhold - Raubautz. NB. Beileids - Adressen werden im Hause G.....r, eine Treppe hoch, links, eptgegengcnommen. Militär-VorbereitungS- Dnstitut. Cassel. 713) Gründliche Vorbereitung für die Eramen zum Einjährigen, Fähnrich, Sce- cadcttcn und Officicr in kürzester Zeit. Gute Pension. tu Strohe, König!. Rittmeister n. D-, Neue Wilhclmshöher Allee 119‘/2. Q allein ächt in Gießen zu haben bei (743) Carl Frech. 1O beste Qualität, stets vorräthig in der Brauerei von Fr. Textor, auf der Hardt bei Gießen. 678) Die Unterzeichnete, früher Köchin im Zinß er'schen Garten, empfiehlt sich den geehrten Familien in vorkommcnden Fällen als Kochfrau. Bestellungen beliebe man im Zinßer'schen Garten, oder bei Hrp. Wirth Friedr. Führer, zu machen. Anna Hardt. auf dem Nahrungsberg. 30. 2. 9. „ 12. ,, Wegen Auskünften mitgetheilt von Chr. Angekommen Das Hamburger Postdampfschiff „ Bremer „ M Hamburger Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Um dem Wunsche mehrerer auswärtigen Lehrer nachzukommcn, wird die Menagerie noch einige Tage zur Schall gestellt sein. Kleeberg's McheMeimqerie. 730) Der weltberühmte Thicrbändiger Kleeberg, durch seine Unerschrockenheit in ganz Europa „König der Wüste" genannt, wird die Ehre haben, dahier täglich mit seinen Raubthieren zwei Vorstellungen zu geben, welche kein Thicrbändiger im Stande ist nachzumachen. Erste Vorstellung mit Fütterung sämmtlicher Raubthiere Nachmittags 4 Uhr. Zweite Vorstellung mit Fütterung sämmtlicher Raubthiere Abends 7 Ubr. Entrac: Erster Platz 18 kr. Zweiter Platz 9 kr. Militärs 6 kr. Das Uebrige besagen die Austrag- und Anschlagzettel. Den 26. Februar Dampfer Weser von „ „ ,, Rcmcsls „ Abgehendr — ' Bremen nach 567) Ein zuverlässiger Junge von braven Eltern kann bei gutem Gehalt gleich eintreten bet G- S ch m e h l, Specereihändler u. Wirth am Brand. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht Von mein ? sagt die Exped. d. Bltts. Saxonia „ Hamburg „ „ „ und Passagen wende man sich gef. an Obigen- 761) Obngefähr 8 bis 10 (Str. Heu sind zu verkaufen in Lit. E- Nr. 26 auf dem Selteryberg.______________________________ 776) In einem bedeutenden Flecken Oberhessens, Bahnstation, ist ein geräumiges Wohnhaus mit "Nebengebäuden und Scheuer, worin seit Jahren ein gemischtes Waarengcschäft mit bestem Erfolg betrieben wird, zu verkaufen. Dasselbe würde sich ailch wegen den vorhandenen Räumlichkeiten und billigen Ar- beiiskräftcn zu einem Fabrik-Geschäfte vorzüglich eignen. Kaufsbedingungen günstig. Frankine Offerten besorgt unter Nr. 776 die Expedition d. Blattes. 702) Ein Garten, 3/4 Morgen haltend, gelegen unter den Eichen, kann sofort verkauft werden. Näheres zu erfragen in der Marklstraße Lit. D- 206, im 2. Stock. Vermischte Anzeige» 756) Gesucht in ein bedeutendes Eisengcschäft als erster Magarinsknccht ein Mann, welcher bereits längere Zeit in einem ähnlichem Geschäfte thätig war und befähigt ist. Lust- tragende belieben ihre Adressen an die Iäger'sche Buchhandlung nach Frankfurt a. M. ciitzusenden unter Angabe ihres seit herigen Wirkens. Verschwiegenheit wird zu- gesichert.___________________________________________ 760) Ein tüchtiger Schreibgehülfe, wo möglich im Rechnungswesen erfahren, kann alsbald eine Stelle mit freier Station und anständigem Salair erhalten. Näheres zu erfahren bei Gerichts - Accessist Gut- s lei sch (Haus des Herrn Hofger.-Adooc. Kraus köpf). 758) Ein guter Flügel ist zum Preis von 80 fl. zu verkaufen. Meyer Rothenberger, Neuenweg. 759) Eine noch wenig gebrauchte Waschmaschine nebst Wringmaschine 'st billig zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. Dieses Blattes.________________ 739) In der Löwcngasse Lit. C- Nr. 117 sind ein Fügblock, eine Hobelbank, ein Kler- derschrank und ein Haufen Dünger zu verkaufen- fl.|tr I Kartoffeln Auf dem Vermiethrrnge» 755) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen und sogleich beziehbar bei Schuhmacher Hanitsch, Kirchenplah. 706) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen Walllhorstraße Lit. A. Nr. 140. 750) Bei Frau Walther in der Wol- kcngasse ist ein Familienlogis zu vermiethen. 770) Ein möblirtes Zimmer in schöner Lage ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts._____________________________ 657) Ein Familienlogis, sowie auch ein einzelnes Zimmer, sind zu vermiethen bei ___________Karl Plank, Wcttergassc. 685) Der mittlere Stock eines Hauses, mit Mansarden-Wohnungcn, ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1) Ein Familienlogiö ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 582) Ein Logis, bestehend aus 4 anein- anderstoßenden und 2 auch 3 Mansarden- Zimmern und den sonst nöthigen Räumen, ist vom 20. April an, oder auch früher, zu vermiethen bei Louis Busch Wittwe. Turner-Kränzchen. 773) Bei der am 27. d. Mts. stattfindenden Abend-Unterhaltung im Saale zum „Prinz Carl" ist der Eintritt nur gegen Vorzeigung der Karten gestattet und sind solche nur für die betreffenden Personen, auf welche sie ausgestellt sind, gültig. Das Comit6. NB. Wie gewöhnlich, erscheinen die Turner in der Turnjackc. Zur Nachricht. 765) Dienstag den 1. März schicke ich wieder Gegenstände zum Färben und Drucken an die Bloch'sche Hofschönfärberei in Darmstadt ab. I. Schlund, Schloßgasse. 771) Für einen Herrn wird eine Wohnung von 4 Zimmern und Pferdestall, ferner für eine Familie ein Logis von 7 Piecen zu miethen gesucht. Gefällige Offerten an Meyer Rothenberger, Neuenweg. SB fl.|tr. 768) Russische Sardinen, Sardine« a Fliuile, Anchovis, Neunaugen, Champignon, MiSced PickleS, Trüffeln, Cayenne-Pfeffer empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 753) Spierlinge, kleine Scefischchen, ohne Gräten, zum Backen, pr. Pfd. 5 kr., empfehlen I. A. Busch Söhne. 749) Eine Vogelsheckc und ein Pinscherhund sind käuflich abzugeben bei Hüttenberger, Mühlgasse. ß Julienne (getrocknete Fcanzosen-Suppenkräuter) empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 663) Garnlager in den verschiedensten Sorten: Ringel, naturell, weißen, ächt- »en und mehrten, deutschen und chen baumwollenen Strickgarnen im 'Zollgewicht, sowie beste Qualität von Einschlaggarnen zu den billigsten Preisen empfehlen I. A. Busch Sohne. 769) Kreppet, sowie Fastenbretzcln und sonstiges mürbe Backwerk, täglich frisch, bei _______________Emil Noll 720) 30 Ctr. sehr gutes Heu find zu verkaufen Neustädter Thor Lit. D- Nr. 112. Wiener Kaffecsurrogat J-S-i Walzen. Korn * Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. 9tuF dem MM Aus dem Mit. Aus dem Mit. Auf dem Mit. Auf dem Mit.- Auf dem Mu.- Fruchtmärkte. Febr. Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Marn preis auf- gef- ! D ff. kr. •130 . -jnv 1 Fl verk. fl.kr. auf-, gef. , । verk. fl.tr. | auf: l gef. 1 fl. kr. auf: gef. । verk. 5 kr. 1 auf: gef. «1 * — ' M. M- M- M. M. M- M- M. M- M. M- Gießen — — — — _|— — — — — — — — Alsfeldfhlt. Grünberg Lauterbach Mainz 19. 19. 19. 18. Illi 88 i 66 10 11 11 15 Illi 42 59 8 22 9 2 7|49 Illi 25 6 38 7,12 Illi 1 1 1 1 1 __1 INI — Illi 17 3 5 5 5 15 12 32 iiji ; Illi 13 z 23. Februar. Beglaubigten Nachrichten zufolge hat Graf Bis- warck sowohl dem französischen wie auch dem österreichischen Vertreter Erklärungen abgegeben, dahin gerichtet, die von einigen Blättern ausgegriffencn Stellen der Thronrede des in dieselben hineiugelegtcn provocativen Charakters zu entkleiden und jede Absicht einer solchen Provccation in Abrede zu stellen. Die ministerielle „Nortd. Allg. Ztg." schreibt: „Auf den Vorwurf der bayerischen Adresse, die Verträge mit Norddeutschland seien der Deutung fähig, liegt in der Thronrede des Königs Wilhelm ohne Zweifel die kompetenteste Erwiderung. Alle achtbaren Organe der öffentlichen Meinung stimmen darin überein, daß der Grundgedanke drr Thronrede in dem Satze gipfele, die Wehrkraft jedes Landes durfte nur bestimmt sein, die eigene Unabhängigkeit zu sichern. In diesen wenigen, aber eben so großherzigen, wie uneigennützigen Worten ist das Programm der Politik des Norddeutschen Bundes enthalten, und wer wollte nach einer solchen Erklärung noch die St rne haben, Besorgniß vor der Allianz mit dem Träger jener Politik zu äußern oder ängstlich nach der Berechtigung zur Prüfung des casus foederis zu jammern ? Eine solche Berechtigung existirt bei den Dündniffen zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands nicht, sie würde auch ganz zwecklos sein, nachdem den Regierungen und Völkern so lichtvoll dargethan ist, in welchem Falle allein an die Macht des nationalen Gemeinsinnes appellirt werden soll." (Der „Corresp. v. u. f. Deuischl." bemerkt dazu: Die Thronrede des Königs von Preußen ist, wenn auch vielleicht nicht „dcutungsfähig", doch eben auch — kein Vertrag.) Die Weigerung des Königs v. Bayern, die Adreß- deputation ter zweiten Kammer zu empfangen, veranlaßt die „Südd. Post" zu folgenden Bemerkungen: „Die Zeiten, wo das Königthum beliebig gegen die Völker austreten konnte, die Zeiten, wo z. B. ein Karl XII. dem Reichstag statt seiner höchsteigenen Person seinen Stiefel schicken durfte, sind vorüber. Durch derlei Dinge, wie sie in neuester Zeit am Münchener Hofe vorgekommen sind, durch ein solch unconstitutionelles Verhalten schadet man nicht dem Volke, ci beileibe! man schadet sich selbst. Das Volk weiß recht wohl, wie bei Hof verschiedenartigen Persönlichkeiten vom Theater rc. bereitwillig Audienzen ertheilt werden, und beurtheilt daher um so schärfer den Contrast, daß die Deputation der Volksvertretung nicht empfangen wird. Der Instinkt des Volkes fühlt es heraus, daß es eine politische Pflicht des Staatsoberhauptes wäre, der Adreßdeputation der Volksvertretung, gleichviel in welche Parteien dieselbe zerfällt, Zutritt zu gewähren. Aber man kennt diese Pflicht nicht, man besitzt nicht einmal die Klugheit, es zu thun, selbst wenn «man es nicht für Pflicht hielte. Wer aber zunächst wieder für diesen faux pas verantwortlich zu machen ist, das sind die Minister und Rathe des Königs. Ihnen hätte es ob- gelegen, Se. Maj. richtig zu berathen, ja selbst unter Aussichtstellung ihrer Demission dringend zu fordern, daß der König der Ausübung einer konstitutionellen Pflicht sich unterziehe." Der „Peuple Fran^ais" veröffentlicht einen Artikel, worin der Kaiser, welcher Herrn Duvernois jedes Mal empfängt, wenn dieser einen Leitartikel veröffentlichen will, einem Theile des Ministeriums und dem linken Ecntrum eine Warnung ertheilt, darin es heißt: „An diesem Tage (wenn die Majorität dem Eobincte sein Vertrauen entzöge) hätte das Cabinet das R cht, die Auflösung zu hfantragen, aber da die Auflösung der Kammer ein Recht der Krone ist, hätte der Kaiser zwischen dem Cabinete und der Majorität zu wählen. Menn wir die Präcedenzfälle zu Rathe ziehen, so sind wir berechtigt, zu denken, der Kaiser würde dem Lande die Agitationen neuer allgemeiner Wahlen ersparen." Die „Petersb. Börsenztg." bestätigt, daß die russische Mrlitärbesatzung längs der preußischen Grenze in letzter Ze t bedeutend verstärkt worden sei; sie behauptet ober, daß diese Maßregel mit der in Rußland entdeckten Verschwörung in keinem Zusammenhänge stehe, sondern lediglich in Folge der Aufhebung der russisch'pr ußischen Cartellconvention zu dem Zwecke ungeordnet worden sei, um bei der gegenwärtig stalt- findcndcn Militäraushebung die Desertion von Rekruten zu verhindern. An der litthauischen Grenze habe die Verstärkung der Militärbesatzung außerdem noch den Zweck, dem dort immer mehr überhand nehmenden Schmugglerunwescn mit Erfolg entgegen zu wirken. Die „Turquie" dringt auf die Absendung einer türkischen Flotelle nach Alexandrien, um dort eine bleibende Station behuss Ueberwachung der Verwaltung des Vicekönigs von Egypten zu bilden. 24. Februar. Die „Dem. Corr." erinnert an die Worte, mit welchem f. Z. der badische Minister von Freydorf in der ersten badischen Kammer das Schutz- und Trutz- bündniß mit Preußen vertheidigte. Dieser gutpreußische Staatsmann sagte damals: „Vorerst möchte ich den Abg. N. N. durch die Erklärung beruhigen, daß, wenn er für den Allianzvertrag stimmt, er nur für einen Defensivvcrtrag stimmen werde. In einem etwaigen Eroberungskriege haben wir keine Heerfolge zu leistcn." . . . „Dieses Bündniß ist nach seiner ausdrücklichen Bestimmung nur zur Defensive verpflichtend." . . . „Wir können natürlich unsere Hülfe nicht zurückziehen, wenn in einem Kriege zum Zweck einer Defensive eine Offensive ergriffen werden muß. Darüber, ob ein Krieg aus Anlaß der Luxemburger Fratze ein casus foederis gewesen wäre, möchte ich mich hier nachträglich nicht äußern. Verpflichtet sind wir nur zur Thcilnahme an einem VertheidigungS- frrg. Allein wenn auch ein anderer Krieg in demselben Jntereffe geführt wirb, können wir uns be- theiligen, aber das unterliegt unserm freien Entschluß, und wir sind nicht durch das Schutz- und Trutzbünv- niß dazu verpflichtet." . . . „Die Erklärung, welche ich über den Charakter der Schutz- und Trutzbünd- nisse gegeben habe, ist, glaub* ich, diejenige, die von allen contrahirenden Regierungen gegeben ward, als die Verträge bekannt wurden und man nach dem Charakter derselben fragte." Der montenegrinisch-türkische „Weidcconflict" wird gegenwärtig in den auswärtigen Blättern vielfach besprochen und hierbei mehrfach erzählt, der Vorschlag auf Neutralisirung des Striches Veli-Malo-Dcda sei von Oesterreich ausgegangen. Die „Presse" hört im Gegentheile, daß der Vorschlag auf Neutralisirung der in Frage stehenden Viehweide nicht, wie dort behauptet werden will, von Oesterreich, sondern vielmehr von Rußland ausgegangen und daß das österreichisch-ungarische Cabinet dem entgegen, „ungeachtet des wohlwollendsten Einvernehmens mit dem russischen Vertreter", diesen Vorschlag seinerseits nicht accepliren könnte. Es wollte sich nicht dazu verstehen, der P-orte die volle Verzichtleistung auf einen ihr ganz unzweifelhaft eigenthumSmäßig zustehenden Landstrich zuzumuthen, blos aus dem Grunde, weil die benachbarte Nahia Pipcri das ihr zugesicherte freie Weite- recht garantirt habep will. Das österreichische Ca- binet habe daher, heißt cs, unter Ablehnung des russischen Vorschlages bei der Pforte nachdrücklichst dahin gewirkt, daß man den Bewohnern des Nahia Piperi in Betreff des ihnen zugestanbenen Weide- rechtes in entfprcchenten Garaniieen die gewünschte Beruhigung biete und durch möglichst coulante Behandlung diesen an sich unbedeutenden Jncitenzfall rasch beseitige. Preußen. Berlin, 18. Fcbr. In der heutigen Sitzung dcö Reichstags wurde das Präsidium desselben gewählt. Mit 144 Stimmen von 155 Anwesenden erfolgte die Wahl Sim- son'g zum Präsidenten, mit 143 Stimmen die Wahl des Herzogs v. Ujest und mit 101 Stimmen die Wahl des Abgeord- neien R. v. Bennigsen zu Bicepräsidenten. — Die Fraction der Freieonservativen beschloß den beabsichtigten Antrag auf Botirung einer Adresse vorläufig nicht zu stellen. Die Abgeordneten Wiggers und Genossen brachten folgende Interpellation ein: „Welche Schritte that der Bundeskanzler wegen der Einberufung des mectlenburgiichen Landtags auf den 15. Februar?" Bayern. München, 18. Febr. Bon gutnnterrichteter Seite wird Freiherr v. Gasser, bisheriger bayerischer Gesandter in Stuttgart, als Nachfolger des Fürsten Hohenlohe bezeichnet. München, 19. Febr. Seit der Einführung des neuen Hinterladungsgewehres erhält unsere Infanterie auch eine andere Seitenwaffe, und zwar statt dem bisherigen Faschinenmesscr einen Ustagan, ebenso werden neue Patrontaschen eingeführt. Die königl. Genehmigung zu diesen Aenderungen ist bereits erfolgt. Mehrere Ablheilungen der Armee werden die neuen Waffen bereits im Laufe der nächsten Monate erhalten. Ccffcrretd). Wien, 16. Febr. Dem Vernehmen nach ist eine besondere „Instruction" ausgearbeitet, welche den Charakter dcö in Sachen deö SyllabuS in Rom gethanen Schrittes klar zu stellen die Aufgabe hat. Es betont dieselbe im Wesentlichen , daß das östereichische Cabinet das Concil lediglich in seinen möglichen Rückwirkungen speciell auf Oesterreich würdige, und daß eS deßhalb sich berechtigt und verpflichtet erachte, unbekümmert um die Stellung, wclche andere Regierungen ihm gegenüber einnehmen möchten, ausdrücklich vor einem Vorgehen zu warnen, welches sich mit dem Inhalte der österreichischen Gesetzgebung in Widerspruch setze, und eventuell gegen die betreffenden Beschlüsse formell Protest zu erheben. Krlör. Ztg) Wien, 19. Febr. Der Oberbefehlshaber der bisherigen Operationstruppen in Dalmation, Generalmajor Graf Auersperg, hat, nachdem diese seine Stellung durch die vollbrachte Pacisication gegenstandslos geworden, um die Enthebung von derselben nachgesucht. — Eine Ueberschwemmungögefahr für Wien ist so nahe gerückt, daß sich bereits, um eine fortgesetzte einheitliche Leitung der angeordneten Schutzmaßregeln zu ermöglichen, eine aus Beamten dcS Magistrats und aus Ge- meinderäthen zusammengesetzte Commission im RathhauS in Permanenz erklärt hat. Auch die erforderliche militärische Assistenz ist schon beigestellt. — Sämmtliche Setzer in den hiesigen Druckereien haben heute Mittag die Arbeit eingestellt. Prag, 19. Febr. In dem Processe wegen Hochverrats und Münzfälschung gegen Kerber und Genossen ist heute das Erkenntniß ergangen, wonach der Hauptangeklagte Vincenz Kerber zu zehnjährigem, Fiala zu sechsjährigem, und Wilhelm Kerber zu siebenmonatlichem schweren Kerker verurtheilt sind. Die drei anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Frankreich. Paris, 19. Febr. Heute Morgen starb Baron Natbaniel v. Rothschild, Schwiegersohn des verstorbenen Baion James v. Rothschild. Paris, 19. Febr. Das Urtheil der Ar.klagekammer hat den Prinzen Peter Bonaparte vor den Hochgerichtshof verwiesen unter der doppelten Anklage: 1) des an Victor Noir unter erschwerenden Umständen verübten TodtschlagS, und 2) des TödtungSversuckS gegen Ulric de Fonvielle unter erschwerenden Umstanden. Das Erschwerende liegt darin, daß beide Verbrechen gleichzeitig begangen wordcn. Paris, 20. Febr. Durch kaiserliches Decket vom 19. d. M. wird die haute cour de justice auf den 21. März nach Tours einberusen. — Die „Gazette deS Tribnnaur" sagt, die Untersuchung habe den Beweis geliefert, daß Prinz Peter Bona- palte wirklich wie er behauptet angegriffen worden sei. Ebenso b.stehe kein Zweifel über die Provocation, in Folge deren der Prinz Victor Noir töbtete und Fonvielle bedrohte. Italien. Nom, 17. Febr. Der Papst eröffnete heute die römisch-katholische Ausstellung. Nom, 18. Febr. Um den drohenden Abfall der armenischen Christen im Keime zu ersticken, bat der Papst den Msgr. Pluym mit besonderer Vollmacht nach Konstantinopel entsandt. Neapel, 19. Febr. Bankinhaber Russo ist wegen 30—40, Costa wegen 8 Millionen Deficit verhaftet woideu. Neapel, 20. Febr. Gestern hat der Carneval höchst ruhig begonnen. ES sind nur wenige Fremde da. Die Polizei hat verschiedenL in tun Straßen amgeklebte PaSquinaden über die Jnsallibllitat gefunden und weggenvmmen. Spanien. Madrid, 18. Febr. Dem Vernehmen nach weigert sich der ehemalige Carlistengeneral Cabrera entschieden, das Cvmmando einer carlistischen Cchildcrhebung zu übernehmen, so lange man ihm nicht eine organisirte und discipliuirte Armee zur Verfügung stellen könne, oder einen festen Platz im Be-* sitz habe. Großbritannien. London, 19. Febr. Einem ossi- ciellen Anöweise zufolge betlugen die gesetzlichen Kosten der letzten Parlamentöwahlen zusammen 1,3>2,252 Lstr., und sind die G'asschaft Anglesey und die Wahlfleck,n Brecon, Helston und Qrsord in diesem Ausweise noch nicht einbegriffen. Wohlverstanden, es sind dies nur die Ausgaben, weil sie die Can« didaten zu Papier gegeben haben und vor dem Gesetz verthei- digt werden können. Wie viel zu gesetzwiedrigen BestechuugS- oder EinschückterungSzweckcn verausgabt worden ist, entzieht sich selbstverständlich jeder Controle. London, 18. Febr. Die vom Vicepräsideuten des Er- ziehungs-Comit^'s Forster im Unterhaus cingebrachte Erzichungs- bill bestimmt: Die Localbehörden müssen für hinreich.nde Elementarschulen sorgen. Falls die Localsteuern zur Bestreitung der Kosten nicht hinreichen, unterstützt die Reaieruug durch Zuschüsse. Tas Schulgeld darf nur sehr niedrig gestellt werden. Die Regierung ernennt Schulinspectorcn. Ein besonderes Unterrichtsministerium wird nicht eingcsührt. Der Religionsunterricht ist nicht obligatorisch. Die Localschulbehörden werden ermächtigt, den Schulbesuch nöthigensalls zu erzwingen. Die Erziehungsbill fand im Hause die günstigste Aufnahme. Rußland. Petersburg, 14. Febr. Der Proceß wegen der revolutionären Proclamationen wird in kurzer Zeit vor dem hiesigen Gerichtshof verhandelt werden. Türkei. Konstantinopel, 13. Febr. Die Pforte bestellte in Bordeaux acht Panzer-Kanonenboote. Vermischtes. Gießen, 22. Febr. Bekanntlich find seit mehreren Wochen ohngefähr 10 hiesigen Geschäftsleuten mit großer Frechheit zur Abendszeit ihre Ladencassen ausgeleert und theilwcise die Geld- kaften mitentwendet worden, ohne daß man den Dieb gekannt hätte. Den unausgesetzten Nachforschungen der hiesigen Polizei ist es heute gelungen, den Dieb zu ermitteln, nachdem er gestern Abend einen gleichen Diebstahl bei einem hiesigen Kaufmann auSgeführt halte, welch' Letzterer ebenfalls keine Spuren zur Entdeckung des Thäters angeben konnte. Ein Geldkästchen von Bleck wurde im Schoorgraben und eine Geldsckublade hinter der Kirche gefunden. Der Dieb ist dem Gerichte überliefert worden, er ist ein Sckreinerlehrling aus dem Kreise Marburg, dessen Eltern in Gießen wohnen. Alsfeld. In der Nacht vom 12. auf den 13. d. M. ist der berüchtigte, in hiesigem Arrestlocale inhaftirt gewesene Fey von Ruhlkirchen ausgebrochen. Wie man vernimmt, hat derselbe mittelst eines Hufeisens seiner Schuhe das Schloß der ihm angelegt gewesenen Kette gesprengt und so sich derselben entledigt. Darauf hat er die Reiser des Besens, womit er seine Zelle reinigte, im Ofenrohr angezündet, mit dem brennenden Stiele eine Oeffnung in die dicke Gesängnißthür gebrannt und sich durch diese Oeffnung auf den Gang gemacht. Hier brannte er mit Hülse deS OfeufeuerS eine gleiche Oeffnung durch die nach dem Bodenraum führende Thüre und gelangte so durch eine Luke auf das Dach, an welchem er bis zur Kandel rutschte und sich an derselben herunterließ In einer Hübe von 12 Fuß über der Eide ist diese abgebrochen und muß also dem Ausreißer noch einen hübschen Fall verursacht haben. Man verfolgt eifrig seine Spur; alle Nachforschungen sind indeß bis jetzt resultatloS geblieben. Aus Hannover vom 12. Febr. wird dem Nürnberger Corrcsondenten bericktet: „Die gefürchtete Trichinenkrankheit ist in unserer Stadt ausgetreten. Bis zum Dienstag waren bereits auf der Polizei-Direction 54 Krankheitsfälle angezeigt, welche als Trichinose von den Aerzten erkannt worden. Man kmeytet, daß die Zahl der wirklich an jener KrankheU Darniederliegen- den noch größer sei." f Rom. In der kirchlichen KunstauSstell .g ist die römische und die französische Kunst am zahlreichsten vertreten, Deutschland nur schwach. Ausgestellt ist unter Anderem ein Pater noster in 250 Sprachen, mit 180 verschiedenen Typen und 300 Vignetten gedruckt, ferner eine kunstvolle Copie deS Codex Vaticanus und die Schätze der Sirtina. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Unio.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.