Gießener Anzeiger ’onaten Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen 187« Nr. 73 LEI" Mit dem 1 I seit 1. Juli 1869 ein Liqueurlabrika- lions-, Branntwein-, Coloniolwaaren- .. rt:____rrroc Ht-fail 1111- 10 n. 30 Mt. Frankfurt Eisenbahnen beste- in von in von 4 4 4 4 5 Donnerstag den 23. Juni Ankunft Abfahrt Ankunft Abfahrt Groß-Karben Dortelweil Vilbel Bonames Bockenheim i- abgehende Zug Nr. XX der B-, Main-Weser-Bahn fährt vom P 26. d. Mts. an um 10 Uhr — 30 Min. Abends von Cassel Heugrasverstei^erungen der Fürst- ilch Solniflschen Nenlej Llch. A. Gemarkung Lich. Gensungcn Wabern Borken Zimmersrode Treyia Neustadt Kirchhain Kölbe Marburg Fronhauscn Lollar G.eßen Lang Göns Butzbach Bad Nauheim — Für ancwärtige Adonnentcn, ircld-c nur bei der beträgt der ^jolmße lribonncincntsvrcis 4» Ärcujcr u. Cigarrengeschäst en gros et detail, unter der Firma : „Gebr. Adami." Jeder von ihnen ist befugt, die Firma zu 2970) Im Firmen-Register des unterzeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden, als: j Am 11. d. Mts.: 1) Karl Fuhr zu Gießen betreibt daselbst seit 20 Juni 1868 unter der Firma seines Namens eine Porzellan- und Glaswaarcnhandlung und hat seiner Ehefrau Antonie, gebornen Leo, Procura ertdeilt. Am 18. d. Mts.: 2) Jacob Bender H. zu Leihgestern betreibt daselbst seit 1836 eine Mehl- und Specereiwaarenhandlung. 3) Die Gebrüder Georg und Friedrich Adanti zu Gießen betreiben daselbst 39 54 6 25 39 54 6 27 44 10 26 41 3 15 28 48 6 22 38 51 4 14 21 31 40 53 Erscheint wöchentlich dreimal: Dicnstaaö, Tonnrr- stags und Eamstags- — Expedition: Canzleibcrg Lrt. D Ar. 1. Königlich-Direktion Main-Weser Bahn Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn Durch dte Post bezogen vierteljährlich 49 ft. 10 10 11 11 11 11 12 i2 12 1 1 1 2 2 2 2 3 3 3 3 yirbcitöverftciflcrunfl. 3001) Montag den 27. I. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen auf der hiesigen Bürgermeisterei nach- verzeichnete Bauarbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Maurerarbeit an den Schulgebäuden, veranschlagt zu 22 fl. 57 fr., Pflasterarbeit daselbst, veranschlagt zu 29 fl. 42 fr, Weibbinderarbeit daselbst, veranschlagt zu 11 fl. 24 fr, Wagnerardeit an den Feuerlöschgerath- schaften, veranschlagt zu 18 fl, Pflasterarbcit an den Ortsstraßen, veranschlagt zu 158 fl, Steinfahren, Setzen, Zerschlagen und Etn- decken derselben, zur Unte, Haltung der Wege außerhalb des Orts, veranschl. zu 258 fl, Grabenarbeiten daselbst, veranschl. zu 30 fl. Steinbach, den 21. Juni lö70. Grobherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. K. Schön, )Zezirksbauaussehcr. ».-• Einladung 5um Abonnement Zuli 1870 beginnt ein neues Pjähriges 9(bouiicmciit auf den Ankunft in Frannurt Cassel, den 17. Jum^l8iO. Versteigerungen. Holzversteigerunc; im Gießener Stadtwalde. 2994) Montag den 27. Juni 1870, von Vormittags 9 Uhr an, ioll in dem Gießener Stadtwalde, Tistr vten Waldshute, Katharinenhütle u. Heegstrauch, uachverzeichnetes Hol; öffentlich meistbietend verstiigert werden, als: Holzart: Prügclholz Stockholz Rersholz Sticken Stecken Wellen Ne v < 2137* 823/4 4107 Die Zusammenkunft ist auf der Lichcr Chauffce an der fünften Schncibe. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird das Holz bis 1 Dccbr 1870 verborgt. Die Grobh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. Gießen, den 22. Juni 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Heugras-Bersteißer uug. 2989) Das diesjährige Heugras von den hiesigen Gemeindewiesen soll Freitag den 24. d. MtS. versteigert werden. an. f m Der Anfang zu bemjentgen bet W>eseck ist des Vormittags 9 Uhr in dem Dorield - fchen Garten und zu demzenigen bet Badenburg des Nachmittags um 6 Uhr auf der Badenburg. . ,O_A Wieieck, den 20. Ium 1870. . Grobherzogliche Burgerme ftcrci Wteseck. Laug. Hol ^Versteigerung. 2953) Freitag den 24-d. Mts, von Morgecktz 9 Uhr an, soll im Garbent-icher Gemeindewalde, Di- strict Johamieshölzcheii, nachstehendes Holz zur Versteigeruna kommen, als: 44 Haufen Eichen - Stangen von lo bis 25 Fuß Lange, mit 947 Cubiksntz, 1725 Weben Cichen-Lohholz Reiser. Der Anfang ist am Wege nach Ltch an der Salinistraße. Garbenteich, am 18. Ium 18«0- Großhcrzoglichc Bürgermeisterei Garbcntctch. Schwarz. HtttgraS - Versteigerung. 2944) Freitag den 24. d. Mts, von Viorgens 9 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Gemcmde- wiesen, circa 111 Morgen haltend, an Ott und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist wie gewöhnlich zur bestiminteti Stitnde bei der Fußmühle. Groß Buiock, am 18. Juni 1870. Großherzagli be Bürgermeliterei Grob Bufeck. W a g n e r. blrfinni9fe''an 6" Pfleg- und Lehrgelder von Wai senkindern. 2979) Ucber obige Gelder müssen, wenn sie portofrei bezogen werden wollen, d.e Quittungen mit Ende dieses Monats an die Waisenhauskasse ctngesendtt werden. Dieses den Pflegeltern und Lehrmeistern zur Nachricht. ~ Gießen, den 20. Ium 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. V o g t. Main Wcscr-Bahn. 2972) Es soll die Erbauung von 9 Wärterbuden aus Fachwerk auf der Bahnstrecke zwischen Fronhausin und Gießen vetdltngen werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufichrift: »Submission auf Ausführung von Würterbuden" bis zum Submissions-Termine am 2. Juli d. I., Mittags 12 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs-Juspeclion einzureichen. Ebendaselbst können dte Zetch- nungen und Bedingungen eingesehen und die Submissions-Formulare in Empfang genommen weiden. Gießen, am 16. Juni 18*0. Königliche Belrtebs-Jnspectton. F u n k e. Vdiclalladuttg. 2734) Nachdem die gerichtsbekannten Gläubiger der Firma Gebrüder Gossi in Groß-Linden nsp. ihres ^«60- gers Christian Gossi daselbst mit dem Letzteren ein Arrangement abaeschlosten haben, dessen Einsicht in der hustgen G "Ooelin ( 5 y »Hl nti? ’ "lot ' V mfln "In,r@oit6orb I* U^nticfunft ju 5rti '•••< unt Hantiie m - ®,l4t tom 1. n »ortm finb. T, Ir- Jet u ßch unb « m aber doch jt 12. 3nni, roirb naj i ‘-'-i Dah'.kv Unruh™ : i "U rel ' roll - 1,r- b'§l,L Ptovivi'a? 1 3. (16" Tit e** ‘jS'«11"“ . »i ..4i” ' -.4 k'L xc.M. qjfsulül b*4 . «nn d>e" , Friedberg Nieder-Wöllstadt 4 4 Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und SamstagS. und kostet in Gießen tMrrtrtiolnlidi ÄtciHcr srei iifö Hans geliefert. — Frir ancwartigk Abonnenten, welche nur l'ti der Post öder den Landpostbotcn abonniren können, beträgt der Pjäbrige 8lbonncnrcntsvrcis L» Ärcuzcr il,CL «.iswa-rtift«. Ab°.„,.uk„ mach.» wir »««.f -«fm-rks-m,°>.r voll. zähIi^cRummcrl, des Blattcs geliefert werde» kenne», wen» lie fd>uu ,etz« bei der poft Ihr “itommt'Ti'u ber Stabt ®ic6m werden wir, wenn vorder keine an-bnnkliche MbesteUmr, erfolgt, da« Dl alt auch im ul. Ornrrtal IWO zr,senden und ^«rmridettan me^ther beben 1 aNi'U. ___—■— Besondere Bekanntrnachungen. Obtrhessischc Eisciibchiicn. B e k a n n t m a ch u n g. Am 29. d. M. wi'd die Bahnstrecke Hungen-Nidda eröffnet und sogleich dem Betrieb üb.rgcben. Vorm. Hungen Abfahrt 9“ Ober-Widdersheim „ 3" Nidda Ankunft 10'r Vorm. Nidda Abfahrt 5'8 Ober-Widdersheim „ 531 Zungen Ankunft 5« Im Anschlub an ben leit 1. Juni d. I. für die Dberf,e||i|d)en henden Fabrtenplan. Gießen, den IS. Ium 1 • Verwaltungsrath. Naä m. Nachm. 23' 8»' 2" 907 302 922 Vorm. Nachm. 11-8 516 U51 601 1208 619 2992) Donnerstag den 30. l. Mts., Vormittags 10 Vz Uhr, unmittelbar vor der durch das hiesige Amtsgericht ausgeschriebenen Versteigerung alter ausgeschiedener Acten kommen circa 16 bis 17 Centner dergleichen — zum Einstampfen bestimmt — auf dem Bureau des unterfertigten Amtes zur Veräußerung. Gladenbach, den 21. Juni 1870. König!. Domänen-Rentamt- ________________Walth er.________ Grasversteistennist. 2974) Montag den 27. d. Mts-, Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Heugras von den dem Marienstift Lich zustehenden circa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Ober- und Nieder-Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist bei Lich an der Straße nach Butzbach. Lich, den 20. Juni 1870. _______________________________Winbei m. 2990) Nächsten Freitag, den 24. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll das diesjährige Heugras von den Wiesen des Herrn Carl Müller's Erben von Gießen in dem Dorfeld'schen Garten dahier versteigert werden. Wieseck, den 20. Juni 1870. Lang, Bürgermeister. Heuqras - Verstkiqerung. 2973) Freitag den 24. Juni L I., von Morgens 8 Uhr an, soll das Heugras von den Leihgesterner Gemeindewiesen versteigert werden. Leihgestern, am 19. Juni 1870. Großherzoglichc Bürgermeisterei Leihgestern. _____________Heß.______________ 2995) Die Requisiten der früheren II. Compagnie (Neustadt) Bürgerwehr dahier sollen Montag den 27. Juni, Nachmittags um 3 Uhr, bei Herrn Wirth Louis Lony, bestehend aus 4 Trommeln, Gewehren rc. rc., öffentlich versteigert werden. Das Commando derselben. Feilgsbotsnes. 1 Zu verkaufen: 6 Stück gut erhaltene Fenster. Ehr. Jacob Keil Wittwe. I^ilionese vom Ministerium concesstonirt u. von.5 Dr. Werner in Breslau s chemisch qcprüft u empfohlen, entfernt in 14 Tagen alle Hautunreinigkeiten, <= Sommersprossen, Leberflecken, gelbes Flecken, Falten, Flechten u. Scropheln. » Feytona, amerikanisches Mittel ge- £ gen Zahnschmerz, 1000sach bewährt, .Z hilft augenblicklich, hohle Zähne heilen. « IVanzentod, ächt caukasifcher, ver- S tilgt die Wanzen u. zerstört ihre Keime. H Sicherstes Mittel gegen dieses Ungeziefer! Insectenpiilver, ächt persisches, « in Originaldosen; einzig bestes Mittel S" gegen Flöhe, Ameisen, Fliegen, Mücken, - Schwaben und alle derartige Jnsecten. Alleinige Niederlage in Gießen bei ä (553) Carl Frech 2781) Nene Matjes- Häringe empfehlen I. A. Busch Söhne. Haferverkauf! 2977) Eine große Partie ausgezeich-1 A neten Hafer, pr. Malter 6 fl. 30 fr , | verkauft Gg. Heinr. Lony. 2980) Ein einjähriger Zughund nebst Wägelchen ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2981) Alle Tage frische Kirschen auf der Liebigsh öhe. Ctnrhon fl^en Sorten, trocken so- OlU ViH mofji, als auch mittelst Dampfkraft auf's Feinste in Oel abgerieben, Broncen, Blattgold, Mascr- walzen und Oelfarbmühlcn empfiehlt Emil Fischbach, (3004) Seltersweg. 2900) Um damit zu räumen, verkaufe ich Crinolinen und Corfettcn unter dem Fabrikpreise. E. Eichenberg. 2782) Extra feine Reisstärke, Waschpulver, Waschblau und Fleckensetfe empfehlen I. A. B u s ch S ö h n e. Vermiethungen 2946) Das bisher von Herrn R o ß m a n n bewohnte Logis ist durch dessen Versetzung anderweit zu vermiethen und iin September, । auf Verlangen auch früher, zu beziehen. ______________________Ehr. Reiber. 2987) Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Kammer u. s. w., ist zu vermiethen und Anfangs August beziehbar. Hch. Schmidt, Wallthorstraße Lit. A. Nr. 191. 2983) In dem Hause Nr. 105 am Asterweg, im unteren Stock, ist eine Stube zu vermiethen und am 1. Juli beziehbar. Das Nähere ist bei Herrn Lehrer Kalberlah daselbst zu erfahren.________________________ 2916) Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Kammer und Zugehör, ist zu vermiethen bei ____________________H. M. Iughardt. 2917) Eine kleine Familienwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei _____Wi! h. Nagel. 2797) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Lindenplatz Lit. A. Nr. 244. 2902) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei __________________E Eichenberg. 2923) Im 2. Stock ist ein Logis von 3 Zimmern, 1 Cabinet u. s. w. zu vermiethen bei_______________Knoll, Kirchendiener. 2793) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Wallthorstraße A. 227- 2920) Im Hause des verstorbenen Forstmeisters v. Buseck ist ein geräumiger Lagerkeller zu vermiethen. Vermischte Anzeigen. Bekanntmachung. 2984) Alle verfallenen Pfänder müssen bis zum 5. Juli l. I. eingelöst oder pro- longrrt werden, widrigenfalls dieselben zur öffentlichen Versteigerung kommen. Gießen, den 23. Juni 1870. K. Grünebaum. 2975) Am verflossenen Sonntag Morgen wurde in der Wallthorstraße eine Cylinder- uhr gefunden. Der Eigentümer kann dieselbe gegen Erstattung der Jnseratgebühren m Lit. A. Nr. 228 abholen. Leise Anfrage! 2985) Wäre es nicht im Interesse des Publikums angemessener, wenn die Pferdebesitzer vom Wallthor und Hintergasse ihre Pferde durch die Neustadt zur Schwemme reiten würden, anstatt durch das schmale Gäßchen am Dr. Weber'schen Hause. Jedenfalls würden die Eltern mit mehr Zuversicht ihre Kinder im Freien lassen, als daß sie Angst haben, es könnte eins derselben überritten werden. 2997) Einen Schneidergesellen sucht G. H. Ledermann, ___________Asterweg.________ 2999) Ich suche einen Schreiber. Pfannmüller II. 2708) Ein angehender Kellner oder ein Zapfjunge werden gesucht im ______________Darmstädter HauS. 2934) Zwei Arbeiter können Schlafstätten erhalten. Näheres zu erfragen Wallthorstraße Nr. 151. 2845) Möblirte Zimmer zu vermiethen Neuenweg B. 194.___________________ 2918) Ein Familienlogis ist zu vermiethen in Lit. D. Nr. 78, Mühlgasse, und alsbald zu beziehen. 2266) Ein Familienlogis mit allen Bequemlichkeiten ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2961) Ein ordentliches Dienstmädchen, welches mit Kindern umzugehen versteht, wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. 2978) In eine Eisen-, Dielen- und Colo- malmaaren - Handlung wird ein Lehrling gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2927) Ein zuverlässiges Kindermädchen । wird gesucht Lit. B. 149, Neuenweger Thor. Zweites Coneert im Som m er - A bo nn eme n t der c Epileptische Krämpfe (Fallsucht) KW heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doct O. Kllüach m Berlin, Lomsenstraße 45. - Bereits über Hundert geheilt. (201)1131® co 00 ju ibu.illuej_ja 'J'tmrl'j.11! h $*- bestätigt durch Dankschreiben von Privaten.! 2988) Ich bin Willens, mein in der Sand- gasse gelegenes Wohnhaus nebst Stallung aus freier Hand zu verkaufen. Chr. Preisag. des Glehener Concert-Vereins Freitag den 24. Juni 1870, Abends 6 Uhr, im Club-Saale, unter gütiger Mitwirkung Fräulein Anna Steffan, Concertsängerin aus Weimar und des akademischen Gesangvereins. § Darmstadt. Ausstellung liindwirthsthastlicher Maschinen vom 3. bis 5. Juli 1870. Nicht zu übersehen! 2976) Meine zwei Pferde verkaufe ich ganz billig. Gg- Heinr. Lony. Hausverkauf. 2982) Ein Geschäftshaus, in guter Lage der Stadt, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. L R. F Daubitz'scher £ Kräuter-Liqueur, Prä- c servativmittel gegen Hämor- ■g rhoidal-, Unterleibs - und Magenbeschwerden ist stets L fi auf Lager bei Herrn ’S } Jul Wallach, am Markt, K-1 (1588) in Gießen. Oratorrum in vier Abtheilungen, nach Thomson bearbeitet von G- van Smieten, für Solostimmen, Chor und Orchester componirt von Joseph Haydn. Textbücher des Oratoriums ä 6 kr. sind in der Ricker'schen Buchhandlung vorräthig. Der Vorstand des Concertvereins. 295i) Kernerbfen, täglich frisch gebrochen, flnd zu haben bei Th. Rauten st rauch, an der Schoor. Circus Renz in Cassel. Täglich 7 Uhr Abends ^Vorstellung in der höheren Reitkunst, Pferdedreffur und Gymnastik. Sonntag den 26. Juni: Zwei Vorstellungen, von denen die erste um ü, die zweite um 7 Uhr beginnt. 3^®" Uni jede irrige Meinung zu widerlegen, erlaube ich mir einem hochgeehrten Pnbliknm ganz crgebcust anzuzeigen, daß der Aufenthalt meiner Gesellschaft nicht über die Dauer der Ausstellung, sondern nur kurze Zeit Hierselbst sein wird. E. Renz, Director. 3000) Ein gut gehaltenes Clavier ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped- d. Bltts. । 2963) Ich bin Willens, meine Hausund Küchengeräthschaften, einen Marktstand mit Zugehör, sowie sonstige Gegenstände, aus freier Hand zu verkaufen. A. E- Hoffmann, Asterweg A. 105. 2996) Das Heugras von 322 nzKlftr. Wiesen im Heegftrauch, auf das Bruch, ist zu verpachten. Gießen, den 22. Juni 1870. Gg. Chr. Spruck. 2899) Eine große noch in gutem Zustande befindliche Drehbank steht zu verkaufen bei ____________________Wilh. Nagel. 2901) Festgebrannte Backsteine sind zu haben bei E. Eichenberg. 26.31) Trockene Eichen-Bretter in allen Stärken empfiehlt die Holzhandlung von S. Katzenstein. Ancrk. u. empfohl. von cirztl. Autoritäten,8 Portland - Cement, vorzüglichste, Qualität, aus der Fabrik von Chr. Lothary in Mainz, sowie Sandlteinplatten, Treppensleine und Spalikriatten, empfiehlt zn den billigsten Preisen Da». Wirth's Nachfolger (2777)___________(Th. Geilfus). F'.?'schextr'>ct, fatflunb s Vraparate Condknyrte Mklch (ed)tD"j)A"8l“'s"iS5 Co,,den,cd Hilk in r u ^"^^irte Milch bewährt sich vortrefflich zur Ernährung von Kindern, weil sie stets von gleicher Beschaffenhelt und dem Sauerwerden bei der Aufbewahrung nicht unterworfen ist. Dieselbe nut Liebig's Kindernahrung (Loeflund's Präparat) ge braucht, ersetzt Säuglingen die Mutterbrust. p u (3Q03)______________________________________Emil Fischbach, Seltersweg. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtliche« Formulare, flub zu haben bei W. Klee, Marktstraße. sZSr Ä ufragT^ na 7 3«n* M irr' wenn hi» rr ffrped. b. BlttL ’"ig« Kindermäbchen i'4 Neuenweger Ihor- t ent treins W)t, ins öeimar O idjai VucbhandlW ertvereins. z , int (M11* tllungen, vo" Uhr bcqinnt. , . einm bordzer ' Aufenthalt Programm für die 9. Wanderveisammlung des Oberhesssschen Bienenzüchter. Vereins zu Ober-Eschbach am «. Juli 1870. I. Am 6. Juli, Vormittags 8 bis 10 Uhr, Besichtigung der Ausstellung und Vornahme praktischer Demonstrationen an Stöcken rc- II. 10 Uhr: Eröffnung der Verhandlungen: a. Einleitende Berichterstattung des Vorsitzenden, d. Rechnungsablage, c. Wahl einer Commission zum Ankauf der zu verloosenden Gegenstände, d. Neuwahl zweier Vorstandsmitglieder an Stelle der ausgeloosten, e. Wahl eines Abgeordneten zur Repräsentation der drei hessischen Vereine auf der Wanderversammlung zu Kiel- f. Spezielle Gegenstände der DiScussion: 1) Welches waren die Resultate der Ueberwinterung der Bienen von 1869/70 und welche Lehren ergeben sich daraus für die Zukunft? 2) Ist es vorteilhafter, die Italiener und Krainer Ra^e rein fortzuzüchten, oder sie nur zur Blutauffrischung und Erzielung einer Kul- tur-Ra?e zu benutzen? 3) Welche Art der Vermehrung dürfte sich für Korbzüchter unter den bisher bekannten Methoden vorzugsweise empfehlen? III. Statutenmäßige Wahl des nächstjährigen Versammlungsorts. IV. Alle auszustellenden Gegenstände sind rechtzeitig resp. franco an das Lokal-Comitö zu Ober-Eschbach unter der Adresse des Herrn Kaufmanns H. Rentz zu Ober- Eschbach einzusenden; im Begleitbrief ist anzugeben, welche Gegenstände und zu welchem Preise sie ankaufbar sind. V. Preiswürdige Gegenstände werden prämiirt. VI. Zur Verloosung kommen diesmal hauptsächlich Krainer Königinnen, sodann Stöcke mit und ohne Bienen, Geräthschaften rc. — Loose ä 12 fr. sind bei allen Ausschußmitgliedern und beim Localcomito zu haben. VII. Für Nichtmitglieder werden am Eingang zum Ausstellungslocal Einlaßkarten zu 18 fr. ausgegeben. VIII. Nachmittags 2 Uhr gemeinschaftliches Mittagsmahl und nach demselben, wenn es die Zeit erlaubt, ein Ausflug nach Homburg. Gießen, den 18. Mai 1870. Der Vorstand des Oberhessischen Bienenzüchter-Vereins. Deichert, W. Briel, Präsident. Sekretär. Mit Bezugnahme auf obiges Programm ladet das unterzeichnete Local-Comite zu recht zahlreichem Besuch der Wanderoersammlung ein und knüpft daran noch folgende Mittheilungen: 1) Zur Ausstellung und zu den Verhandlungen wird der hiesige Rathhaussaal zur Verfügung stehen. 2) Das Lokal-Comit6 besteht aus den Herren: Heinrich und Konrad Wächtershäuser. Friedrich Brüderle, Lehrer Backes, Jäner von Gonzenheim und Rentz. 3) Nach den Verhandlungen einfaches Mittagsmahl bei Wirth Fritzel im Darmstädter Hof. Während des Essens wird eine Musikbande concertiren. 4) Zu den Zügen IV, welcher Morgens um 7 Uhr 16 Min., und VIII, welcher um 9 Uhr in Bonames eintrifft, stehen Wagen bereit, um die Herren Besucher nach Ober-Eschbach zu befördern. 5) Alle Ausstellungsgegenstände werden unter der Adresse: Kaufmann Rentz zu Ober-Eschbach, Station Bonames, gesandt, und wäre es erwünscht, wenn größere Gegenstände und lebende Bienen bis zum 1. Juli in Bonames eintreffen würden. 6) Der landwirthschaftliche Bezirksverein Vilbel hat auf Ansuchen des Lokal- Comite's Dreißig Gulden für die Wanderoersammlung bewilligt- Ober-Eschbach, den 4. Juni 1870. Für das Lokal - Comitö: Rentz. Zinßerscher Garten. 3005) Donnerstag den 2 3. Juni: Abonnements-Concert, ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf.-Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn D. Reifert. Anfang 6 Uhr. — Entrse für Nichtabonnenten ä Person 12 fr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. (Bei günstiger Witterung jeden Donnerstag.) Zur gefälliacn Beachtung! 2715) Meinen werthen Kunden und Bekannten diene hiermit zur Nachricht, daß von heute an mein Geschäft für einige Monate nach Ems verlegt ist. Bestellungen und Zahlungen können bei meinem Vater, I. H. Fuhr, in der Sonnenstraße abgegeben werden. Gießen, den 4. Juni 1870. Wilhelmine Fuhr, Modes. 3002) Künftigen Sonntag den 26. Juni wird die neue Orgel in hiesiger Kirche eingeweiht. Der öffentliche Gottesdienst beginnt Morgens 10 Uhr. Nachmittags gibt Herr Kapellmeister Lux von Mainz ein Orgelconccrt. Eintrittspreise 18, 12 und 6 Kreuzer. Indem wir zu Beidem freundlichst einladen, bemerken wir, daß die Verwaltung der Oberhessischen Eisenbahnen für diesen Tag eine Preisermäßigung durch Retour - billete bewilligt hat. r t Groß-Buseck, den 20. Juni 1870. Für den Kirchenvorstand: Strack, Wagner, Pfarrer. Bürgermeister. 16,550000 2,087773 Lkbensverslchkrungsbtink f. D. in Gotha. Versichcrungöbestand am 1. Juni 1870 67,255100 Thlr Effektiver Fonds am 1. Juni 1870 Iahreseinnahme pr. 1869. ---- Dividende der Versicherten im I. 1870 34 Proz. Diese Anstalt gewährt durch den großen Umfang und die solide hypothekarische Belegung der vorhandenen Fonds eben so nachhaltige Sicherheit, wie durch die unverkürzte Vertheilung der Ueberschüsse an die Versicherten möglichste Billigkeit der Versicherungskosten. Antragsformulare und neuester Rechenschaftsbericht sind unentgeltlich zu haben bei Buchhändler A. Nicker in Gießen. Ortseinnehmer Louis Hohler in Büdingen. Lehrer H. Ä. Walz in Lich. Oecar Ehrhardt in Marburg. Turnverein. 2986) Diejenigen Vereinsmitglieder, welche sich bei dem am 10. und 11. Juli in Lich stattfindenden Turnfeste des Bezirks Hessen betheiligen wollen, sind gebeten, sich bei den Herren L. Stohr oder Ang. Reyher bis zum Freitag Abend einschreiben zu wollen. Der bei der Einzeichnung zu entrichtende Festbeitrag betragt 24 fr. Der Vorstand. Rlldolf IVIOSSC, Frankfurt a. M„ Zeil 45, gegenüber der Post 45 Zeil, empfiehlt eich zur Beförderung von Inseraten in jedes gewünschte Blatt. Porto- ersparniss. Rabattvortheile. — Prompte Expedition. — (2884) •VS- K Allgemeine Industrie - Ausstellung im Auepmk zn Cassel. 2819) Heber 1100 Aussteller, erste Firmen Deutschlands. Täglich zwei Con- certe der Mannsfeldt'schen Capelle im Aucpark, bei ungünstigem Wetter im Orangerieschlosse. 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Annoncen - Burean Tli» Dietrich A* Comp. in Cassel. 1) Wir besorgen Annoncen in alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen, Journale, Coursbücher etc. 2) In jedem Falle berechnen wir nur die Oriyinal-Torif-Preise und noliren weder Porto noch sonstige durch Vervielfältigung des Manu- scripts und Correspondenz entstehende Speesen. 3) Ueber jede Insertion liefern wir auf Wunsch die betreffenden Belege. 4) Bei grösseren Aufträgen und oftmals wiederholten Insertionen schreiben wir einen angemessenen Rabatt gut. 5) Für Annahme von Offerten auf durch uns erlassene Annoncen berechnen wir keinerlei Gebühren. 6) Vorherige Kostenänschläge werden bereitwilligst ertheilt. 7) Unser neuester correctestcr Insertionstarif steht gratis und franco zu Diensten. Th. Dietrich 4’ <1omp.. Annonttn-Bmeau für sämmttiche in- und ausländische Zeitungen. —"U °...........iw .nn Anmeldeformulare für die im September d. I. zu Gießen stattfindende Ausstellung von Industrie- Erzeugnissen sind zu beziehen durch die Herren Dr. Buchner, Ferdinand Gail, I. Haustein, Heinr. Hornberger, Kreisassessor Kekulc, Gg. Nenzel, Bauaccessist Wiefsell, sowie durch den Gewerbvereinsdiener Schmidt zu Gießen. (2968) Die Gartenlaube bringt in Nr. 25 folgende Beiträge: Zum Heimathland steht mein Verlangen. Gedicht von Karl Heinrich Schnaufer. — Der Bergwirth. Geschichte aus den bairischen Bergen. Von Hermann Schmid. (Fortsetzung.) Meine Eisvögel. Mit Abbildung: Eisvögel. Nach der Natur ausgenommen von Ludwig Beckmann. — Vom Eck- und Edelstein der Deutschen. Von Karl Kuh .in Nassau an der Lahn. — Aus der Wandermappe der Gartenlaube. Nr. 6 Rhein'ährten. Von Mainz nach Bingen. — Die Darsteller aus dem Passionsspiel in Oberammergau 1870: Christus — Joseph Mair. — Johannes — Johann Zwink. Petrus — Jacob Hett. Maria — Franziska Flunger. — Schulkindkrankheiten oder Schulkrankheiten? Ohne phosphorhaltiges Gehirn kein Verstand, kern Gemüth, kein Wille, also keine geistige Thä- tigkeit. Strafpredigt für Eltern, Lehrer und Schulvorsteher IV. Von Bock. Militär - Vorbcreitiings- 8 Institut. Cassel. N. Wilhelmsh. Allee 119'/2. 2251) Gründliche Vorbereitung für die I Examen zum Einjährigen , Fähnrich, See- 9 I Kadetten und Officier in kürzester Zeit. — H Gute Pension. — Prospccte auf Verlangen. H zu Strohe, | Bittmeister a. D. 9 AnMagenkrnmphÄcrdauilNsiS- schwäche rc. rc. leidenden wird das fast 50 Jahre segensreich wirkende Dr. med. Doeaks'sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp- d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doecks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345) 2956) Ein Schreiner-Geselle findet gegen guten Lohn dauernde Arbeit bei Chr. PH. Euler. 2864) Frankfurter TAGEBLATT und Handels - Courier. Nationale Tendenz. Reichhaltiges Handelsblatt. Feuilleton. Erscheinen: wöchentlich 13 Mal. Vierteljährlicher Preis in Frankfurt fl. 1. 45, mit Postaufschlag II 2. 12. Cöln-Giestener Cisenbahn. 2915) Abfahrten nach: Deutz (Cöln)' 615 12 4" Dillenburg ßis 8™* 12 4™ 7" Düsseldorf 6« 810* Siegen 615 810* 12 4™. * bedeutet Eilzug. 21 n f r u f! Ein erschütterndes Unglück ist in Conftantinopel über die Vor- stadt Pera hereingebrochen! Eine Feuersbrunst tnt in 12 Stunden nahezu 3500 Häuser in 65 Straßen in Asche gelegt; über 1200 Menschen fanden in den Flammen ihr x Tod; 15,000 Familien sind nahrungS- und obbict)lo3 geworden, — darunter allein über 100 dentsche Familien; das deutsche Hospital wurde ein Rand des verheerenden Elements! Um das durch diele Katastrophe herbeigefuhrte namenlose Elend einigermasi n zu mildern, reicht die blos lokale Wodlthätigreit nicht ans; Nachrichten ans Eonstantinovel besagen, daß auf rege Theilnahme auch in Dentschland gerechnet werde! Die Unterzeichnete windet sich daher an den oft bewährten Wohlthät'gkeiltsinn der Bewohn, r (tzietztns und erlaubt sich die Bitte an sie zu stellen, doch auch ihr Schei stein zur Steuerung dieser großen Nolh rasch und reichlich zu spenden, denn hier gilt in Wahrheit das Sprüchwort: Rasche Hülfe, doppelte Hülfe! Die Erped. des Gieß. Anzeigers. Bekannt m a ch n n g. Nach $. 15 der Telegraphenordnung für die Correspondenz auf den Limfn des Telegraphen'Vereins re. von 1868 bnt der Aufgeber einer Tcpefche das Recht, dieselbe zu reeommandircn. In diesem Falte wird die Depesche von allen Stationen, welche bei der tclcgraphiichcn Belölderung, beziehungsweise Ausnahme Mitwirken, vollständig kol- lationirt und die Bestimmungsstation sendet dem Aufgeber telegrapbi ch, unmittelbar nach der Bistellung an den Adressaten oder nach der Abgabe an die We-teibeforderungs- anstatt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe der Zeit, zu welcher die Depesche dem Adressaten, beziemingsweisc der Weilerbesö'de, nnasanstalt zugcstellt worden ist- Die Einführung der rccommandiiten Depeschen hatte den Zweck, dem correspon- direnden Publikum ein Mittel zu bieten, die Wahrscheinlichkeit uner correcten Ueber- mittelnng seiner Depeschen an den Adressaten, so weit dies bei der Natur der telegraphischen Betriebsmittel überbaupt zu crreiä en ist, zu veimebren. Erfahrungsmaßig werden rccommandiite Depeschen jedoch nur in sehr Geringer Zahl aufgeaeben, mnth- maßlich weil die Taxe für die Necommandation gleich derjenigen für die eigentliche Depesche ist. Um nun dem correspondirendcn Publikum ein ferneres Hülfsmittcl zu bieten, sich eine corrccte Uebermittelung seiner Depesche, — so weit es thunlich und nöthig ist, zu sichern, soll vom 1. Juli c. an versiichsweise im internen Verkehr das Recht der Necoiiimandirung, wie solches durch §. 15 der Telegraph>norduung gewährt ist und auch noch fernerhin in Geltung bleiben wirb, dahin erweitert werden, dasz der Ausgeber einer Depesche, welche nach einem Orte innclcha'b des Noiddeutschen Telegraphengebietes gerichtet ist, die Voltheile der Necommandation auf einzelne Theile feiner Depesche beschränken kann, ohne verpflichtet zu sein, gleich das Doppelte der Gelammttaxe zu bezahlen.^ ^roc(f r.Qt bfr Aufgeber diejenigen Worte, Zahlen, einzeln stehenden Buchstaben oder Buchstaben-Gruppen (cfr. 11, 6 der Telegraphenordnung), deren corncte Uebermittelung er vorzugsweise für notbwendig hält, damit die Depesche ihren Zweck erfüllen könne, zu unterstreichen. Jedes unterftridnne Wort rc. wird bei der Ermittelung der Woitzahl, abweichend voii den allaemeinen Beslimmunpen des $. 14, 7 der Telegraphenordnung, doppelt gezählt, dafür jedoch von allen bei der Beföideluvg resp. Aufnahme der Depesche betheil'gten Stationen eollationirt werden. Gelangt trotzdein ein solches unterstrichenes Wort rc. entstellt in die Hände des Adressaten, so daß die Depesche nachweislich ihren Zweck nicht hat erfüllen können, so werden dem Ausgeber auf dessallsige rechtzeitige Neclamation die für die Depesche gezahlten Gebühren zurückaezahlt werden. Im Falle der Vcrstümnulung nicht unterstrichener Worte rc. bet unrecom- mandirten Depeschen werden fortan die Gebühren nicht zurückerstattet. Berlin, den 13. Juni 1869. Der Bundeskanzler. Im Auftrage: D c l b r ü ck. __ Vollständige Vinp-gk Möbellransporl V per Bahn Oder auf der Landstraße, einzelne Möbelfuhrcn -.....— *• über Land, sowie das Abholen von Möbeln aus bc» Eilen!ahn-WaggonS in Frankfurt a. M., besorge bei Garantie prompt und billig,!, mittelst großer, geschlossener Federwagen. Bestellungen oder Frachtbriefe erbitte Bronne rft raste 17, Frank,urt a. M. (203) G.L.JANSEN 7 FrankfurML j] „Der Wetteraner Bote" erscheint auch im nächsten Quartal dreimal wöchentlich am Sonntag, Mittwoch, Freitag und wird, wie seit den 14 Jahren seines Bestehens auch ferner ein treues Organ der Nolkssache sein. Ans der durch die geschichtlichen That- sachen der letzten Zeit gewonnenen Grundlage halt er die b undeo staatliche Einigung des ganzen deutschen Volkes und die freiheitliche Entwicklung unserer inneren Zustande als feine Ziele fest und wird dafür in seinen Kreisen und nach seinen Kräften zu wirken suchen, insbesondere wird er der Hebung der Volksbildung durch Verbesserung dec Volksschulen und unabhängigere Stellung der Lehrer seine stete Aufmerksamkeit widmen. Leitartikel, eine sorgfältige Uebersicht der Tagesgeschichte, zahlreiche Mittheilungen atts dem Großherzogthnm und landstandifche Berichte, vermischte Nachrichten, Notizen über Handel, Industrie, Markte re., bilceu den Inhalt des Wetteraner Boten; ein demselben beigeglbenes „Sonntagsblatt" wird durch Erzählungen, naturwissenschaftliche Aufsätze, Gedichte, Mannigfaltiges re., zur Unterhaltung und Belehrung der Leser beitragen. Der Preis beträgt vierteljährig in Butzbach und dessen Umgebung 42 Fr., durch die Post bezogen mit Bringerlohn 54 fr. Damit die Zusendung keine Unterbrechung erleidet, bitten wir die Bestellungen ans den Postexpeditionen oder bei den Landpostboten, bei welchen nur auswärts abounirt werden kann, alsbald zu machen. Inserate finden weite Verbreitung, da sich der Leserkreis des Wetteraner Boten nicht allein über die drei Provinzen des Großherzogthmns Hessen, sondern auch die angrenzenden Bezirke erstreckt. Wir berechnen die Petitzeile oder deren Raum' zu 3 fr. und bewilligen bei mehrmaligem Einrücken entsprechenden Rabatt. Butzbach, den 16. Juni 1870. Die Expedition deS Wetteraner Boten. Tas billigste Mainzer Blatt ist das täglich md)eui‘?nt>e „Mainzer Wochenblatt." Preis vierteljährlich nur 54 fr. (excl. etwaiger Stempelsteuer oder Bestellgeldes). Dasselbe bringt die wichtigsten politischen Nachrichten in gedrängter Kürze zur Kenntniß seiner Leser und widmet den lokalen Angelegenheiten von Mainz und Umgegend besondere Beachtung. — Den Interessen des H a n- dels, Verkehrs und der Landwirthschaft wird durch besondere Artikel sowohl als durch Mittheilung der genauesten telegraphischen Course und Marktberichte Rechnung getragen. — Industrielle finden einen reichen Juseratentheil. Das dem „Mainzer Wochenblatte" beigegebene Feuilleton ist fortwährend bemüht, durch eine Auswahl guter Erzählungen rc. dem Verlangen nach Unterhaltung gerecht zu werden. Das „Mainzer Wochenblatt" erfreut sich in der Stadt Mainz sowohl, als in der Provinz der größten Verbreitung, ist Organ der städtischen Vehör- ben und wird von dem,Kreisamte Mainz zur Veröffentlichung seiner Bekanntmachungen benutzt. Inserate finden durch das „Mainzer Wochenblatt", da dieselben auch als Plakat in der Stadt angeschlagen werden, die lohneitdste Verbreitung und wird die Petitzcilc oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Alle soliden Annoncen- Erpeditionen nehmen Anzeigen für dasselbe entgegen. Zu zahlreichem Abonnement für das mit dem 1. Juli beginnende neue Quartal ladet ein die Expedition. Mainz, im Juni 1870. & .E> Ikitumts-Annmmu-Expkditilm von Sachse $ Co. Leipzig Bern, BreSlau, Gaffel, Eöln L» Stuttgart. Dieselbe vermittelt ausschließlich Zcitilngs-, Zeitschriften Kalender-, rc. Inserate in alle Fachblätter und Zeitungen der fünf Welttheile, — berechnet ohne Aufschlag von Porto, Provision rc. stets die Originalprcisc, — gewährt bei größeren Aufträgen angcmcsfcncu Nabatt, — liefert Belegblätter für jedes Inserat, — beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Nebenkosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersehungen in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis und franco ein vollständiges Zeitnugö-Preis-Berzcichniß. Mit sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges Institut in täglich birectem Verkehr. Telegraphischer Schiffs bericht, mitßetbcilt von Ehr. Wallenfels Jun. Angekommen in New-Pork r Das Bremer Postdampffchiff Deutschland; Reisedauer 11 Tage- „ „ „ Mein; ,, 10 ,, „ Hamburger „ Antoma; „ H » Angekommen in Baltimore r Das Bremer Postdampfschiff Ohio; Reifedauer 12 Tage. Abgehend : Den 25. Juni Dampfer China von Liverpool „ „ „ Union „ Bremen 29. „ „ Silesia „ Hamburg „ „ „ Berlin „ Bremen ", 5. Juli „ Santos „ Hamburg Wegen Auskünften und Passagen wende man nach New Aork. » " if „ Baltimore. „ Rio de Janeiro, sich gef. an Obigen. Telegraphischer B e r i ch t, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten (5. W. Dietz. Das Postdampfsckiff des Nordd. Lloyd „Rhein", Capt. C. Meyer, welches am 4. Juni von Bl einen und am 7. Juni von Southampton abgegangen war, qt am 17. Juni, 1 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in 9tcw Bark angckommen. Hörsenmichrlchlcn. 21. Juni 1870. Preuss. 4,/2% Obi. 93’/j Frankf. 3l/2% Obi. 81 >/z Nass. 4‘/2% Obi. 92‘/i Kurh. 4% Obi. 83 Hess. 4% Obi. b. Roth«. — „ 3V2o/o du. do. - Bayer. 5% Obi. 1015/e „ 41/2% 1jährige — 4V2% ’/afährige 93 «/2 Wiirtemb. 41/2°/o Obi. 917/6 Baden 4*/2% Obi. 0. E.L. 92'/^ Oeatr. 5% b. R. — B 5% National — . 50/0 MeUll. Obi. — v M. steuerf. — Ajner. 6»/o 1882r Bds. 96',4 n 6"/o 1885r 95^/g Actien. Frankf. Bank 129Vs Oeater. Bank — n Creditact 272 Darmst. Bankaot. 326 PriorilÄleii. 50/0 öatr. F. St. E. B. 387 Lndwigtsh.-Bexbach 167 >,4 Maxbahn IO8V4 Bayer. Oetbahn 1247/g Hess. Ludwigsbahn 13671 30/o öatr. Stab.-Prior. 60 74 3% öatr. a. Lombard. 49% 3°/o Livorneser 32 ’/4 Toacaner 51 */2 Frankf. Hyputh.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 100 5% Elisabeth-Prior. 793/4 do. II. Emisa. 783/4 Kurh. 40 Thlr. Looae 63’/z Nassau 6. 25 b. Roth. — Gr. Hess. ft. 50 b. li. — Gr. Hess. Ü. 25 b. R- — g bayr. Präm. Anl. 108 40/0 badische Loose 105 Hz Badische fl. 35 Looae 59 7g 1858r Prioritätalooae 160*/a 1860r Looae 81 . 113' 2 Mechsel. Amaterd. k. 8. I UO^/g Augsb. k. S. 100 Berlin k. S. 105'/g Bremen k. 8. 97*/4 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88-1/g Leipzig k. 8. 10l7/g London k. 8. 119>/8 Lyon k. 8. — Paria k. 8. 94Vg Wien k. 8. 99V4 Disconto 3* 2°/u 0. Geldnorten. Pr. Gass. Sch. 1 45 451/4 Div. Casa.-A. — Pr. Friedrdor. 9 5H '/2-59 Vj Pistolen . 9 46 47 „ doppelte 9 47-48 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . 5 36 38 20 Frankens!. 9 29>/r 30'/, Engi. Souver. 11 55-59 Hubs. Imper. 9 46 48 Doll, in Gold 2 28-29 (Hierzu eine Beilage.) c sUntrs 9 gtfchll hat W 61 in die grau r legtlihe sungcli eine-, ehe ivii L> vrskndr tztnßan lingen, lnachlei uno n>' tem P unferen Si 3' ten geg D die Zü tiefer < r der 8< mit de grdund figung feines 3 mir tot hinletla lichn' tonu c Slttr ’ I rnächrr nisen Lerßok hatte s hinltrlt mtintr Venn ir 3c niga, t des Ku und dki wie er Di war, tri gewand blickte r tinmutb Glück, bas eine , 3h mit ihre! Sranfni, Könige 1 Hanv ti Hauche i h°' nie, bo, bet Fnh Htmy, Ech> m ®illf ®«on(e, Hub 6ie , Summen kochet « -hee U»b 6 "Mnrnve neue ^rpebttton. .42%' r.Ä "b »«* iQctcu ÄT'-* ■); r. fOthVal)T(|ib **•* M Ihte Hi "^.^trbtcihing ni» SBt 3mon» ition Zagt- bM jun. irr II Zegt. 10 . 11 , gart. Sntitkrifttn- r-:ungm der forto, Pro- rÖBrren Äuf- itr für jede? ligai Ntbkii' cdcn'ltzungcn iliip. iges Jnfiitut br )annfü- an Lditzcn. 464? 47-46 54-56 36 38 291,30.! 5*3*$ e/ ; 46 4H ’it ' g '""wf*’ g ui«-”6 5 t i d)ti l Dick- ' rr Utyrr, vkllhk? »5 VL -«• ongdommm- L 8. I^/S ^Ttsioo S.k.8. ,w ■ rLkfe. 97U . "b s 105 -Jf [3 94s,i D »X- Aus blutiger Zeit. Historische Novelle von Hermann Hirschfeld. (Fortsetzung.) Catharina'- Macht ist es daher, die zu brechen unser erstes Bestreben fein muß, und um zu diesem Ziele zu gelangen, bedürfen wir eines mächtigen Bei» stanves und der Hülfe ihres eigenen Sohnes, Heinrich III. von Valois. Nie werden wir dies erreichen! rief einer der Herren, Heinrich III. ist gefesselt, wie wir unter der Knechtschaft seiner Mutter. Ein unmündiges Kind hat mehr Willenskraft als dieser Kon g. Es gibt ein Mittel, diesen Menschen aus der Lethargie emporzurütteln, in die ihn die entsetzliche Erziehung seiner Mutter versenkt hat. Entnervte jene Frau nicht seine Jugend, bot sie ihm nicht selber zum Laster die willigste Ge- legenheit, um ungestört herrschen zu können? Aber über alle jene Ausschweifungen der Sinne, in denen bis jetzt das Leben unseres Königs verfloß, war cs eines, das er noch nie gelernt, und dieses Eine wollen wir an ihm versuchen, ehe wir zum Aeußersten schreiten, die Lebe, meine ich. Hören Sie mich an, fuhr Herzog Heinrich unter dem Schweigen der Anwesenden fort. Heinrich von Valois hat nie geliebt, selbst niemals einen Gegenstand gesunden, der seiner Lübe werth gewesen wäre. Umgeben von Günst- lingen, von koketten Damen des Hofe«, die sich eine Ehre aus ihrer Sä-ande machten, entbehrte er bis jetzt jenes allbezwingenden Gefühls der wahren Liebe, und wenn sein Herz ihrer fähig, wenn sein Geist nicht bereits vergangen in dem Pfuhl des Lasters, so wollen wir sie ihm zeigen zum Heile Frankreichs, zu unserem eigenen Heile. Reden Sie, Herzog, reden Sie, tönte es aus dem Munde der Hofleute. Heinrich von Guise wandte sich an die neben ihm sitzende Dame. Jetzt ist es an Ihnen, Herzogin, entwickeln Sie Ihren Plan, diesen Herren gegenüber; wohl uns Allen, wenn er Ihre Billigkeit erhält! Die Herzogin erhob sich; einen Augenblick ließ sie ihr feuriges Auge über die Züge der Versammelten schweifen, dann begann sie mit wohllautender, etwas tiefer Stimme: Am Strande der Loire erhebt sich grau und ehrwürdig das Stammschloß der Familie Vaudemont, eines der edelsten Geschlechter Frankreichs, verwandt mit dem Hause Lothringen, und durch Bande des Blutes an das Haus Guise gebunden. Auf meiner Reise nach Paris führte mich der Zufall nach ter Be- sitzung meines Verwandten, des alten Grafen Norbert von Vaudemont, der letzte seines Stammes. Jahre waren verstrichen, in denen ich nichts von ihm vernommen hatte, mir ward nur die Kunde, daß seine Gattin gestorben sei und ihm eine Tochter hinterlassen habe. Als ich auf Vaudemont anlangte, fand ich das Schloß in tiefster Betrübniß. Die Trauerfahne wehte von den Zinnen und die Sterbeglocke tönte aus der Kapelle; man beging da- Begräbniß des Schloßherrn, der ein Alter von achtzig Jahren erreicht hatte. Die junge Eomteffe hatte sich im Uebermaß des Schmerzes in ihre Gemächer zurückgezogen, und mir blieb nichts übrig, als mich nach den Verhältnissen des Hauses Vaudemont bei dem Caplan, einem bewährten Freunde des Verstorbenen, zu erkundigen. Ich vernahm wenig Tröstliches. Graf Norbert hatte seiner Tochter wenig mehr als seinen Adel und seinen alten Namen zu hinterlassen. Schloß und Gut war Majorat und fiel an eine Seitenlinie und meiner Cousine blieb nichts als nur eine kleine Rente zum Eigenthum. Aber, fügte der Geistliche lächelnd hinzu, was bedarf man des Geldes, wenn man liebt und glücklich liebt, wie Marguerite. Ich forschte weiter. Ein junger Edelmann, Offizier in Diensten des Königs, dessen Regiment an der Grenze des Reiches stand, ein einziger Gespiele des Kindes, war der Gegenstand der zärtlichen Gefühle Marguerike's geworden, und der Caplan schilderte mir den jungen Mann vollkommen dieser Liebe werth, wie er de- Lobes der Comteffe kein Enoe nehmen wollte. Der Mann sprach nur zu wahr. Nachdem der erste Schmerz überwunden war, erschien Marguerite; ernst und gefaßt, ein schwarzes Hochreichendes Trauergewand umschloß ihren zarten Wuchs, und ein Antlitz von unendlichem Liebreiz blickte mir freundltch entgegen. Niemals sah ich solche Schönheit, niemals solche Anmuth, und fast mißgönnte ich dem einfachen Lieutenant der Provinz das Glück, diesen Schatz sein zu nennen, dieses Wesen an sein Geschick zu ketten, das eines Königsthrones werth war. Ihr Herren, fuhr die Herzogin mit festem Tone fort, indem sie den Kreis mit ihren Blicken überflog, Sie alle wissen es, mehr als ein Weib hat über Frankreichs Schicksal ent|chieden, Glück und Unglück brachte die Liebe seiner Könige und Fürsten über dieses schöne Reich. Lassen Sie cs abermals die zarte Hand einer Frau sein, die Schweres von Frankreich wendet, die mit dem Hauche ihres Mundes Tyrannei und Jntrigue zu Asche bläst. Heinrich III. hat nie geliebt, wohl uns, denn Marguerite von Vaudemont wird er lieben, und das Haus Vaudemont auf Frankreichs Königsthron ist die Stufe, auf die der Fuß der Guise reicht, jeden Augenblick bereit, sich zur höchsten Spitze emporzuschwingen und seine Feinde niederzuschrnettern in den Staub. Jetzt, meine Herren, kennen Sie das Geheimniß, die Pläne unserer Familie, Ihre Ehre, Ihr Schwur schützt uns vor Verrath. Eine bedenkliche Stille entstand, nachdem die Herzogin geendet hatte. Der Gedanke, eine Linie des Hauses Guise auf den Thron und damit den Einfluß und die Macht dieses gefürchteten Geschlechts unbegrenzt zu wissen, ließ sic verstummen. Aber Mademoiselle von Vaudemont ist verlobt, wie mich däucht, nahm endlich einer der Anwesenden da- Wort, wird sie, wie ihr Bräutigam, in eine Entsagung willigen? Ich stehe dafür, versetzte die Herzogin rasch. Die Entsagung sei meine Sache. Marguerite glüht für ihr Vaterland; der Gedanke, Frankreich- Schick» sal in ihre Hand gelegt zu wissen, wird sie stählen und begeistern. Und wa- werden die Höfe Europa'- zu dieser Verbindung sagen? meinte nen die ein Anderer, der mächtigste König Europa's, dem die edelsten Fürsten ihre Hauser offnen, erhebt eine Unterlhanin auf den Thron de- Lande-. — Herzog Heinrich erhob sich. Das Haus Guise steht keinem Fürstenhause Europa's an Alter und Adel Ate er sto.z. Und es ist nicht das erstemal, daß eine Dame unsere- Geschlechtes Frankreichs Königsthron besteigt! fiA ®.uifc 'i* und Jedermann ist e» Wannt, daß er dem Hause der Valois kaum nachstedt, sagte der Herzog, Keiner wird sich weigern, ibn de» Thrones für würdig zu erachten, und w.r c« wagte, bei dem ew'grn Vater! den wurde mein gutes Schwert überzeugen. Die Stirnen ter Anwesenden zogen sich in Falten, aber noch zu rechter Zeit legte sich der welikluge Cardinal Franz ins Mittel, um die durch die H.tze seines Bruders aufgeregten Gcmüther zu beschwichtigen. Die Schönheit, die Anmuth, sagte er, ist tu Königin, ror der sich da» Herz ,>de» Franzosen neigt, und wer mit den Vollkommenheiten beider Göttinnen ausgerüstet, vertun, wohl, aus dem Thron Frankreichs zu sitzen, als Herrscherin des galantesten Volkes der Cfrte. Wir wollen keinen Entschluß in dieser Nackt, Jl)t Herren, keine unüberlegte Zustimmung. Ihr selbst sollt prüfen. Lassen Su Ihre unbekannte Schöne nach Paris kommen, theure Herzogin, wir wollen sehen, ob sie das Lob verdient, das Sie ihr in so reichem Maße spenden. So fei es! schallte es aus der Versammlung, wir selber wollen prüfen. ^Ser es denn, wiederholte die Herzogin. Marguerite hat sich bereits mei- Die en Tagen wird der König eintreffen, ich werde ihre Ankunft beeilen müssen. Matt und dämmernd stahl sich das Tageslicht durch die aus zahllosen kiei- Scheiben zusammengesetzten Bogenfenster des CabinetteS. Der Cardinal zog Vorhänge zuruck. Der Tag bricht an; es ist Zeit, uns zu trennen, um KDtn Argwohn schwinden zu lassen. Die Königin ist bereits durch ihren Giinst- ling, Pater Ignaz, unterrichtet, daß wir in dieser Nacht uns zu geheimer Be. rathung versammelt. lieber uns Alle, meine Herren, hängt das Gewicht ihres Grimmes, der Druck ihres Mißtrauens. Unsere Namen stehen von heute an in ihrem schwarzen Buche. Selen Sie vorsichtig, kein unbedachtes Wort, keine Verlockung möge Ihre Zunge lösen: denn auch über dem Verräther schwebt die rächende Nemesis. Wir haben .hr den Handschuh hingeworfen, der stolzen tyrannischen Frau, wir stehen wider sie und ihre Politik, gestützt auf unseren Glauben, auf unser Recht und unser gutes Schwert. Wir führen keinen Par- teikrieg. Der Adel Frankreichs verbindet sich gegen Unterdrückung, daher führe unser Verein feinen Namen, „Bund" heiße er - „Ligue" —, und so breite ich segnend Die Hände über ihn und befehle ihn dem Schutze de- Allmächtigen zum Wohle unserer Religion, zum Wohle Frankreichs! O) ... . ' " -0-0 - VUK fiu, Vticilt) UlCl« ner Bitte gefugt, Die Halste des Trauerjahres bei mir in Paris zu verleben. In pk? Ptl thifb Kar ÜÜh.'a «t«Im.CT__X ... . k • • rx- ® . .. _ Wie auf ein Zeichen knieten sämmtliche Anwesende nieder, bis auf Herzog Heinrich, der stolz an seinem Schreibtisch angelehnt stand. Der Cardinal machte das Zeichen des Kreuzes über ihn und seine Lippen murmelten ein lateinisches Gebet. Dann erhoben sich die Herren, Einer nach dem Andern entfernte sich schweigend aus Dem Gemache, um Durch eine geheime Pforte Den Palast zu verlassen und ihrer eigenen Wohnung zuzueilen. Die Familie blieb allein. Der Herzog hatte seine Stellung nicht aufgege- ben und starrte im liefen Sinnen vor sich hin, während Die Montpensier an einem Nebentisch beschäftigt war, einige Zeilen auf ein Blatt Papier nieDenu- schreiben; Der Cardinal trat zu ihr. An wen ist dieser Brief gerichtet? fragte er. An Marguerite De Vaudemont, erwiederte Die Gefragte, ohne inne zu halten. Der Geistliche legte seine blendend weiße Hand auf den bräunlichen, üppig vollen Arm Der Herzogin. Erlauben Sie mir eine Frage, Eugenie, sagte er was soll ich von Ihnen denken? Wie, wäre es möglich, daß Sie das Geschlecht, dem Sie angehören, so weit verleugnen könnten, Frankreichs Königs- thron leer zu wissen und nicht Alles auszubieten, selbst das lilienbesäete Diadem auf Ihr schönes Haupt zu setzen? Sie, Deren Schönheit keine Rivalin zu scheuen hat, sollten nicht selber versuchen, in dem Herzen des schwächsten aller Könige die nie gekannte Liebe zu erwecken? Die Herzogin legte Die Feder nieder. Sie kennen Marguerite nicht, Oheim, erwiederte sie gedankenvoll, sie ist tausendmal schöner als ich. Und Dann, fügte jie zögernd hinzu, sind es zwei Gründe, Die mich für ewig hindern, meine Hand nach Frankreichs Diadem auSzustrecken. Der Cardinal ließ sich in einem Sessel nieder. Lassen Sie hören, sagte er, mich dünkt, nach den Ereignissen Der heutigen Nacht werden wir schwerlich die Ruhe finden können. w Der erste Grund ist, daß mir ganz unendlich viel an meinem Leben liegt. Mich gelüstet nicht, Cathanna's Schwiegertochter zu heißen, um diese Ehre nach kurzer Frist mit Dem königlichen Grabgewölbe zu St. Denis vertäu- schen zu müssen. Der Äirchrnsürst lachte. Sie haben Recht, sagte er, und dennoch kenne ich Sie gut genug, al» daß ich diesen Grund al» den entscheidenden gelten lassen möchte. Eugenie von Montpensier kennt keine Feigheit. Um eine Krone lohnt er sich schon, den Kampf mit einer Feindin aufzunehmen, selbst wenn sich diese Catharina von MediciS nennt. Ihr Scharfsinn reicht weit, mein Oheim, entgegnete Eugenie. Ja, es ist wahr, ein tieferer Grund jagt den Gedanken an meine Erhebung aus meiner Seele. O, lassen Sie mich schweigen, reißen Sie nicht längst vernarbte Wun- den auf, daß sie auf's Neue bluten und schmerzen. Der Cardinal sah seine Verwandtin bedeutend an. Und sollte nicht König Heinrich selber die Ursache sein? sagte er. Sie es Denn wissen! rief die Herzogin erglühend; mögen Sie erfahren, weshalb ich diesen König hasse und mit ihm das ganze verrälherische Geschlecht Der Valois. Ich liebte ihn, fuhr sie mit weicher Stimme fort, glühend, leidenschaftlich, wie dieses Herz nimmer einem Manne ergeben war. (Fortsetzung folgt.) Nedactton, Druck und Verlag der Brühl'scheu Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Vermischte». Darmstadt, 18. Juni. DaS Programm der allgemeinen NvsenauSftellung, welche am 25., 26. und 27. dieses Manats in den Sälen des Großherzaglichen Orangeriegartens ;u Beffungen abgehalten werden soll, ist nunmehr erschienen und verdient eine allgemeine Beachtung. Die Ausstellung ist die erste, welche die Rosenculturen der verschiedenen Gegenden Deutschlands, Frankreichs, Belgiens rc. vereinigen wird, und muß schon deßhalb bei allen Garten- und Rosenfreunden da- größte Interesse erregen. Allein auch dem Laten verspricht die Ausstellung einen ungewöhnlichen Genuß zu bieten. 30- bis 40,000 Rosen in den verichiedenstcn Formen, in Töpfen, in Bouquets, in Arrangements jeder Art bilden an sich ein so anziebendeS und reizendes Material, wie es an Farbenpracht und Duft seines Gleichen kaum finden dürfte. Dazu kommen die herrlichen Räume des von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge für die Ausstellung bewilligten Orangeriegartens. Geschmackvolle Decorat'onen, üppige Blattpflanzen und zahlreiche erfrischende Fontainen werden der Ausstellung zu einer wohlthuenden und zugleich prachtvollen Umgebung dienen. Während der Ausstellung finden täglich (Loncerte verschiedener Mufikcorps statt, auch ist dafür gesorgt, daß Erfrischungen gereicht werden können. Die Ausstellung wird Samstag den 25. d. M. Vormittag« 11 Uhr eröffnet werden und Montag den 27. d. M. Abend« 7 Uhr zu Ende gehen. Di« zur Prämiirung der Aussteller bestimmten Preise find reich und bestehen in Folgendem: Bon Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog: Tin großer silberner Pokal mit Deckel; eine silberne Fruchtschale. Von Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Earl und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Carl: eine Bronce- Pendule. Von Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Ludwig und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Ludwig: zwei fil, berne Bouquet-Vasen. Von Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Alerander und Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Battenberg: ein großer 20. Juni. j Die „L. C." schreibt: Bei der hervorragenden Bedeutung, welche bei den bevorstehenden Wahlen die Militärfrage haben wird, ist es doch von Interesse, einmal die Ersparnisse zu berechnen, welche dem Lande aus der Herabsetzung der Dienstzeit von drei aus zwei Jahre erwachsen würde. Es würde dadurch der Präsenzstand von 300,000 aus 200,000 Mann herabgesetzt werden, es würde also zuerst der Militär- etat um 22,500,000 Thlr. herabgesetzt werden, oder, wenn w«r rechnen, daß die Genrralkosten für Hebungen, Offiziere, Bauten u. dergl. dieselben blieben, doch mindestens um 15 Millionen Thaler. Um so viel könnte also unsere Steuerlast unbedingt erleichtert werden. Dazu käme aber noch, daß sich 100,000 Steuerzahler mehr im Lande befänden, welche dann an den timten Steuern Theil nehmen müßten, wodurch also eine andere Dertheilung und eine Verminderung der Last des Einzelnen eintreten würde. Wichtiger aber noch als Beides würde die weitere Folge fein, daß die Vermehrung des Nationaleigenthums dadurch schneller vor sich gehen würde, daß hunderttausend Arbeiter im kräftigsten Alter dann alljährlich mehr Arbeit leisten, damit mehr Produkte erzielen, also auch mehr Werthe schaffen würden. Man wird nicht zu niedrig greifen, wenn man den Arbeitslohn eines Mannes im besseren Jugendalter und im Vollbesitz der Gesundheit auf durchschnittlich 15 Sgr. täglich annimmt. Es würden also die hunderttausend Arbeiter, welche jetzt die Zahl der Soldaten vermehren, jährlich einen Arbeitslohn von 15 Millionen Thalern erhalten, d. h. es würden Waaren in Hohe dieses Betrages, welche jetzt nicht producirt werden, von diesen Arbeitern producirt werden. Es liegt auf der Hand, daß dieser Verlust ein sehr großer ist, denn wenn man den Verdunst mit dem Umsatz dieser Waaren von der elften bis zur letzten Hand auch nur auf 50 pCt. — gewiß eine geringe Schätzung — annimmt, so geht ein Verdienst von 3.000,Oe'0 Thalern verloren, eine Summe, von welcher viele Tausend Familien ganz behaglich leben könnten, und welche, von arbeitsamen Händen fruchtbringend angelegt, ferneren Wohlstand erzeugen würden. Durch Herabsetzung der Dienstzeit hätten wtr also^ erstens eine ganz unzweifelhafte Herabsetzung der Steuern, überhaupt in Folge der Herabsetzung der Ausgaben für das Militär; zweitens eine Erleichterung der Last der direkten Steuern durch die Vertheilung auf eine größere Anzahl von Steuerzahlern, da ja die zu Haus gebliebene und mitarbeitende Mannschaft dazu mit herangezogen würde und drittens würde, die schnellere Vermehrung des Nationalwohlstandes, die leichtere und schnellere Ansammlung dcS CapitalS, das befruchtend in der Landwirthschaft wie im Gewerbe sich bemerkbar machen würde, uns in den Stand setzen, die Steuern leichter zu tragen. Das sind denn doch wohl Vortheile, welche eines angestrengten Kampfes um Herabsetzung der Dienstzeit werth sind. Die Concils-Eommission de fide hat am 8. d. beschlossen, die Unfehlbarkeit des Papstes im 4. Capitel des in Berathung stehenden Dekretes mit folgenden Worten zu definiren: „Infallibilitas esl in ecclesia, per organum romani pontificis“, („Die Unfehlbarkeit kommt der Kirche zu und macht sich geltend in ihrem Organe, dem römischen Papste.) Inzwischen haben auch die katholischen Abgeordneten des norddeutschen Reichstages und preuß'fchen Landtag.S, wie Reichensperger, Mallinkrodt, Windhorst rc., sich gegen die Unfehlbarkeit erklärt, und zwar in einem direct Preußen. Berlin. 18. Juni. Wie die „Kreuzzeitung" meldet. hat der König für die Abgebrannten in Constantinopel 20,000 FrcS. gegeben. Frankreich. Paris, 18. Juni. Nach vec „Agence Havaö" bat der Kaiser, trotzdem er noch immer etwas leidend ist, dem heutigen Ministerrath präfidirt. — Hier eingetroffene Nachrichten aus Rom, 15. Juni, melden, daß die Discussion über die Unfehlbarkeit an jenem Tage begonnen hat. Paris. 18. Juni. DaS „UniverS" bringt eine Depesche aus Rom vom heutigen Tage, wonach Cardinal Patrtzzi gestern im Namen deS Collegium sacrum gesprochen. den Papst zu dem 25. Jahrestage seiner Thronbesteigung beglückwünscht und die Hoffnung auSgedrückt hat, daß das Unfkhlbarkeitsdogma werde deftnirt werden. Der Papst betonte in seiner bedeutungsvollen Antwort die Gefabren deS in die Kirche eindringenden GmancipationSgristeS. Griechenland. Athen. 11. Juni. Die griechische Regierung setzte auf den Kopf deS Banditenführers TakoS einen Preis von 100,000 Piaster. Gestern fand zwischen dem Obersten CoeoneoS und dem Er-KriegSminist.r SoutzoS wegen eines von dem ersteren veröffentlichten Artikels über das griechische Bri- gantcnwesen ein Duett auf Pistolen statt. Der auS dem griechisch. türkischen Conflicte im Jahre 1868 bekannte Oberst Petro- pulakis ist gestorben. Gestern wurde abermals ein Brigant zum Tode verurtheilt. Türkei. Constantinopel, 15. Ium. B-S jetzt wurden 25000 Pfd. St. für die Abgebrannten gezeichnet; 1500 Familien sind nahrungS- und obdachlos geworden, fortwährend werden noch Leichen auS dem Schutte gezogen. Der Schaden beträgt beiläufig vier Millionen Pfund Sterling. Versichert sind nur 150,000 Pfd. St. Constantinopel, 17. Juni. Es heißt hier, der Sultan werde den Kaiser von Rußland in Livadia (in der Krim) besuchen ; die „France en Ori-nt" bezeichnet dieses Gerücht als beglaubigt. — Der egpptische Thronfolger wird Wien, Berlin, Paris und London besuchen. — Prifien und die Pforte haben beschlossen, innerhalb dreier Monate die Grenz - Rectification zu vollenden. _ Amerika Washington, 16. Juni. Das Repräsentantenhaus hat mit einer Majorität von 17 Stimmen bei der Debatte über die Resolution, betreffend Cuba, das Amendement Binghamö angenommen, welches den Präsidenten ermächtigt, gegen die barbarische Kriegführung aus der Insel Cuba zu x<» mvnstriren. und sich, wenn es rhm nöthig erscheint, hierbei die Mitwirkung anderer Regierungen zu sichern, nm die streitenden Parteien zur Beobachtung der für die Kriegführung bestehenden Gesetze zu veranlassen. an den Papst gerichteten Schreiben. Der „GauloiS" will wissen, daß der Throncan- didat, welchen der Marschall Prim den Cortes nach drei Monaten Vorschlägen will, der Prinz Wilhelm Alexander von Oranien, jüngerer Sohn des Königs der Niederlande, sei. Ein Nachkomme Wilhelm des Schweigsamen auf dem Throne Philipp II., das wäre eine sonderbare Ironie des Schicksals. 21. Juni. Der „Neuen Freien Presse" schreibt man über die Kluft zwischen der Mehrheit und der Minderheit des Concils aus Nom vom 15.: „Schon seit den ersten Tagen des Concils, nachdem sich die Parteistellung einmal crpstallisirt hatte, machte sich zwischen den Mitgliedern der Majorität und Minorität eine auffallende Spannung geltend, und man beschränkte sich in Folge dessen von beiden Seiten stets nur auf Die Beobachtung der einfachsten Anstandsformen, ohne sich außerhalb der Aula in einen näheren Umgang einzulassen. Seit der Vergewaltigung der Minorität durch den plötzlichen Abbruch der General - Debatte über das Schema der Unfehlbarkeit, namentlich aber seit der tiefgreifenden oppositionellen Monstreversamm- lung in der Behausung des Cardinals Rauscher hat silberner Pokal mit Deckel. Von den Herren Directoren der Bank für Handel und Industrie : ein silberner Pokal mit Deckel. Von Herrn Banqüier Otto Wolf-kehl: ein silberner Tafelaufsatz. Von dem Verein-Präsidenten Wilhelm Schwab: eine silberne Fruchtschale; ei» Oelgemälde in Goldrahmen (Schloß Schönberg an der Bergstraße) Von Hrn. 8. Vietor: ein kleiner silberner Pokal. Von Hrn. G- Schwab: ein Kupferstich in Goldrahmen. Von Hrn. Ober-Staatsanwalt Dr. Sübert: eine Frucht- schale und ein Etuis mit Gartengeräthen. Von Frau Bijouteriefabrikant Schreger: eine goldene Tuchnabel. Von Hrn. Corneliu« Heyl in Worm« : zwei Geldpreise »ou je 50 Gulden. Außeidem hat der Gartenbau-Verein zu Darmstadt 6 goldene, 21 silberne und 23 broncene Medaillen zur Vertheilung bestimmt. Diese vielen und werthvotten Preise mögen viel dazu berge- tragen haben, daß bereits zahlreiche Zuschriften und Zusagen au« allen Gegenden Deutschlands vorliegen und den Bewei« liefern, daß dem Unternehmen auch au-wärts ein große- Interesse geschenkt wird. Pera, 12. Juni. Der .Allg. Ztg." wird geschrieben: Die attmählig sicherer werdenden Angaben über da« entsetzliche Brandunglück, welche- uns betroffen, sind so schauerlicher Art, daß die Regierung Anstand nimmt, osficielle Nachrichten in'- Publikum gelangen zu lassen. welche Vertrauen veidienen. Die An. zahl der Straßen wird auf 65. der Quartiere auf 163 und der Gebäude auf 3449 angegeben; dagegen der Verlust an Menschenleben nur auf 108, was entschieden unrichtig ist. Blö jetzt vermißt man allein 46 Spritzen und 200 Tulumbadschi« oder Spritzenleute, welche plündernd und stellenweise mordend in die brennenden Häuser eindrangen. Letztere Thatsacke dürfte auch für die Diplomatie eine Handhabe znm Einschreiten bieten, um die Regierung zu veranlassen eine wirkliche Feuerwehr zu organisiren. Der sonstige Verlust an Menschenleben übe,schreitet die anfangs gemachte Schätzung von 400 um ein Beträchtliche« und läßt sich schon jetzt von 1200 bis 1700 annehmen. Die Ueberreste der im deutschen katholischen Krankenhause Verunglückten wurden am 8. Juni unter großem Zudrange bestattet; nachweislich waren eö sechs Leichen, die der HH. Runzler und Krebs, zweier Nonnen und zweier Kranken, welche letzteren, nachdem bereits alle Kranken aus dem Hospital entfernt waren, au- der Nachbarschaft im letzten Augenblicke hineingeschafft worden. Die Trauerceremonie wurde in d.r katholischen Kirche Sta. Maria gefeiert; der prolestantische Prediger Hülsen hielt dagegen, da unter den Geb'iebenen auch Protestanten waren, auf dem katholischen Kirchhof eine ergreifende Grabrede. Noch am 7. Juni glaubte man auf dem Platze de- Hospital- Hülfe- rufe zu vernehmen, aber die Nachgrabungen ergaben nur einige verkohlte Ueberreste. In dem deutschen Hülf-comitö, weiche- schön am Tage nach dem Brand in Wirksamkeit trat, hat jetzt der norddeutsche Gesandte den Vorsitz übernommen; im Ganzen sind bereits 1000 Pf. St. (6000 Thlr., beisammen, und man bat bis jetzt 104 abgebrannte Parteien constalrrt, von denen ein kleiner Theil noch unter Zelten wähnt. Die deutschen Frauen arbeiten jetzt täglich in dem Lokal der Teutonia an den .fntu dein für die Verunglückten. Auf rege Theilnabme in Deutschland wird gerechnet, und man bittet, die Beitrage hierher au die Adresse der norddeutschen Gesandtschaft gelangen zu lassen. Au- S ege berg in Holstein berichtet unter dem 7. d. die ..Köln. Ztg.": „Die Stadt flaggt. Es ist Steinsalz bei 330 Fuß Tiefe auch auf der Stiftsdorfer Feldmark gefunden worden. Bei 307 Fuß ist man auf Mariengla«, den Vorboten von Salz gestoßen, bald bernach auf salzhaltige Bestandtheile deren Auf, findung die verfrühte Nachricht von einem Salzfunde verursacht haben. Jetzt steht der sog. Bohrer indeß wirklich in Steinsalz, welche- von besserer Qualität. als da- hier gefundene, sein soll. Wahrscheinlich liegt der ganze Segeberger See und sr'ne Umgebung. einschließlich eine-T Heils de- adligen Gute« Rohlstoiff, über einem großen, weithin sich dehnenden Salzlager. Prag. Der Böhmerwald ist wieder, wie in den Tagen Karl Moor's, der Schauplatz einer Räuberbande. Die „Bo«' hemia" meldet: „Im Augenblick ist unsere Bevölkerung in nicht geringem Maße alarmirt. Die Bande des aus der Kalthäuser Strafanstalt entsprungenen Raubmörder« Janetscheck soll sich gegen 20 Mann hock zusammengefunden und die gräflich czer- nin'schen Wälder zu ihrem Schlupfwinkel gewählt haben. jedoch diese gesellige, kühle Zurückhaltung einer heftigen Erbitterung der Gernüthcr Platz gemacht, welche vielleicht in keinem der europäischen Parlamente gegenwärtig so offenkundig zu Tage tritt, wie hier. Der Riß, welcher die Väter der ökumenischen Synode in zwei, freilich sehr ungleiche, Lager spaltet, ist unheilbar. Allerdings wird die Zahl der pflichttreuen Bischöfe bis zum Schlußacte noch bedeutend zusam- menschmelzen, und manche von ihnen mögen noch dem Beispiele des Metropoliien von Cöln Folge leisten; aber jene kleine Schaar, die sich unter dem Banner Rauscher'-, Schwarzenberg's und Stroß» mayer's gesammelt, wird, wenn nicht alle Anzeichen trügen, standhaft bis zur letzten Stunde im Kampfe ausharren." Die „Politik" schildert in einem Leitartikel unter dem Titel: „Unsere Brüder in Ungarn" die traurige Stellung der Slovaken, welche als Zweig der czecho- slavischen Nation mit allen Mitteln der List und der rohen Gewalt zum Magyarenthum unter einem rohen, rücksichtslosen Drucke gezwungen werden. So sei durch Hinterlist, durch Gewaltsamkeit die Repräsentation der Slovaken bis auf einen Vertreter im Reichstage herabgemindert worden. Ein solches übermüthiges Walten der Magyaren gegen einen Bruderstamm dürfen die Czechen nicht länger gleichgültig hinneh- men, sie müssen dem Schmerzensschrei der Slovaken Rechnung tragen. Deshalb fordere bie czechifche Nation die flovakifchen Brüder auf: Schloßt euch energisch an die czcchische Nation an; theilt uns eure Klagen mit, stählt euch an unserem Beispiel. Wir sind mächtig genug gegen die Willkür; denn zusammen sind wir acht Millionen. Der ungarischen Regierung aber möge Vie czechische Nation zurufen: Lange genug ertrugen wir, wie ihr einen Bruder- stamm gequält; jetzt bitten wir nicht, sondern fordern das Aufhören solcher Maßregelung. Trotzt nicht auf eure Machtfülle, sie lebt nur in eurer Phantasie, sic ist die Gunst des launigen Zufalls; fürchtet die Consequenzen eurer heillosen, im Innern wie im Aeußern I ungerechten Politik. Nachdem die von England und Italien in Athen zu überreichende Note den übrigen Machten mitgetheilt worden, haben diese Mächte — Rußland nicht ausgenommen — ihren Vertretern am griechischen Hose die Weisung zugehen lassen, die „eben so gerechten als maßvollen" Forderungen derselben nachdrücklichst zu unterstützen.