Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeige- und AMtsölatt Alyeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. für den Kreis Hießen. Samstag den 22. Oktober Nr. 1351. 1870. ai « werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B-1, als auch (tut vkN <»te^Clter Wisjcmcr bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Die bereits erschienenen Nummern werden nachgeliefert. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben pro IV • Quartal 1870 zu l fl. Brodpreise vom 22. bis 29. October 1879, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod 19 kr. 2 Pfund gemischtes Brvd 9y2 kr. 4 Pfund Roggenbrod 16 kr. 2 Pfund Roggenbrod 8 kr. __ .. ———fc ^JMIIWI—MIBMIIIirnni _ -------- --- -------- 21. October. IV. ausrufen zu lassen? gsnachrichten. Krie Gestern Mittag 4 Uhr hat der Feind vom Fort leon leon allein vor der Geschichte zu vertreten. Versailles, Hauptquartier des Königs 15. Oct. „Man hört heute über die Mission des Adjuvanten des Marschall Bazaine, daß Metz der (Kapitulation feiten zu triumphiren. , Die „Situation" erklärt es für gänzlich grundlos, daß es der Kaiserm jemals in den Sinn gekommen, den General Bourbaki von Metz zu berufen, Damit er den kaiserlichen Prinzen nach Metz bringe, um hier einen Frieden im Namen Napoleons IV. zu Stande zu bringen. Das bisherige Auftreten der Kaiserin „schließe ihrerseits jeden Gedanken aus, der Rückkehr ihres Sohnes die klägliche Bedeutung eines Militär-Pronunciamento's zu geben; sei denn Napo- III. tobt, daß man seiner Gemahlin den Wunsch zutrauen könne, Napo- am Eingänge des Dorfes auf Posten stehen. Auf unsere Frage: weßhalb er hier Wache halte, antwortete er, auf eine ummauerte Wasscrcisterne hinter sich deutend: „Ich stehe hier, um zu verhüten, daß der Brunnen vergiftet werde, wie man mehrere Male versucht hat." Keratry hat Paris verlassen, weil seines Bleibens dort nicht mehr war; keine Stunde nach seinem Aufsteigen im Luftballon wurde in Paris die Polizei- Präfectur abgeschafft und an deren Stelle eine grand’-pr^vottS errichtet- Nicht bloß der päpstliche Nuncius verläßt Paris, sondern auch der dänische Gesandte wurde am 14. Oktober in Tours erwartet und fast alle übrigen Mitglieder des diplomatischen Corps werden in den nächsten Tagen Paris verlassen. Die Behörden in Lyon denken nicht daran, den Befehlen von Tours Folge zu leisten. General Masure ist immer noch nicht freigelaffen, trotz wiederholter Befehle der Regierung von Tours. Jetzt ist ein neuer gebieterischer Befehl, unterzeichnet von allen Mitgliedern der Negierung, an Challemel-Lacour nach Lyon abgegangen: „Wird er mehr Gehorsam finden?" fragt die France, welche auch bestätigt, daß Cerni'.schi naturalistrt und an Rouland's Stelle Gouverneur der Bank von Frankreich werden wird. Der Brief, in welchem Gambetta dem General Cambriels die Ankunft Gari^aldi's ankündigt, lautet folgender Maßen: Tours, 13. October. GrneralIch rufe ihre Vaterlandsliebe an. Da» Commando der Freicorps in den Vogesen ist mit einer Brigade Mobilgarde dem General Garibaldi anvertraut worden, dcr seinen Degen und seine Dienste der Republik edelmüthig angeboten hat. Der General Garibaldi ist abgereist, um sie aufzusuchen und sich mit Ihnen wegen der Actionömittel zu verständigen. Ich zähle auf Ihren guten Willen und bin sicher, daß ein Manu von Herz, wie Sie, dem berühmten Patrioten loyal die Hand reichen werde, um gemeinschaftlich über die gegenwärtigen Schwierig- Versailles, 14. Oct. Gestern Mittag 4 Uhr hat der Feind vom Fort Mont-Valerien aus begonnen, das Schloß St. Cloud mit Granaten zu bewerfen, welche sofort zündeten und eine Feuersbrunst hervorriefen, durch welche das ganze Schloß vollständig ausbrannte, so daß heute Morgen nur noch die Mauern stehen, aus denen die Lohe unter den Trümmern hervorzüngelt. Der Park von St. Cloud war diesseits längst besetzt und zur Vertheidigung gegen einen Ausfall eingerichtet; unsere Vorposten waren somit auf dieser Seite allerdings näher als auf irgend einem anderen Punkte gegen Paris vorgeschoben. Die Beschießung hörte auch während des Brandes nicht auf, sondern wurde so nachdrücklich fortgesetzt, daß die sofort beginnende Rettung und Bergung der Möbel, Zierrathen, Bücher und Kunstwerke nicht allein gestört, sondern unmöglich gemacht wurde. Diesseits war nicht die geringste Veranlassung zu dieser Vernichtung des historisch merkwürdigen Schlosses gegeben worden; es hat weder eine Vorschicbung unserer Feldwachen und Vorposten stattgefunden, welche nach wie vor im eigentlichen Park von St. Cloud stehen und sich hier durch Bollwerke gedeckt haben, noch ist auf irgend einem Punkte angriffsweise verfahren worden. Maö während der Beschießung noch gerettet werden konnte, wurde von den in St. Cloud stationirten Mannschaften der genannten Truppentheile gerettet, unter anderem der Tisch, an welchem Kaiser Napoleon III. die Kriegserklärung gegen Preußen unterzeichnete. Auch hier rauchen die leer gebrannten Mauern noch, und hin und wieder hört man das Gebälk im Innern zusammenstürzen. Die geretteten Möbel, Kunstgegenstände , Bücher find einstweilen hinter dem Schlosse in den schönen Alleen des Parkes im Freien zusammengestellt. — Auch heute, 11 Uhr Vormittags, begann das Granatenwerfen wieder, doch fuhren die Geschosse nur in die Bäume des Parks. Wäre die Zerstörung dieses für die Geschichte Frankreichs so wichtigen Schlosses in Folge eines von deutscher Seite gegen Paris gemachten Angriffs erfolgt, so würde der unersetzliche Verlust den Deutschen mit zum Vorwurf gemacht worden sein. So aber hat ihn die Artilleriebesatzung des Mont-Val^rien Die „Post" schreibt unterm 19. Oct.: Mit fieberhafter Spannung sieht I man den Nachrichten aus Paris und Metz entgegen und besonders die Capttu- I lation des letzten Platzes ist seit gestern, begünstigt durch den schnell bekannt ge- i wordenen Beginn der Unterhandlungen, beim Publicum eine so gut wie abge- machte Sache. Die Saison der Gerüchte steht wieder einmal in vollster Biuthe und während Dieser — neuen, entscheidenden Siegen mit Sicherheit entgegen sieht __ während ein Anderer kopfschüttelnd von dem Herannahen des Winters I und dem Gesundheitszustand unserer Brüder im Felde spricht, giebt cs noch Dritte, 1 bie den Beginn der Friedensverhandlungen schon vor der Thüre sehen. — Und 1 alle Drei, haben für ihre Ansichten gewisse anzuerkennende Basen, ohne daß es einer von ihnen gegenüber möglich wird, zu entscheiden, daß sie die richtige ist. < Daß die ziemlich allgemein verbreitete Erwartung, der 18. October wurde durch < Yen Beginn der Beschießung von Paris gefeiert werden, wahrscheinlich nicht in < Erfüllung gegangen ist, läßt sich heute wohl schon behaupten. Wie wiraus gut unterrichteter Quelle erfahren, hat die überaus ungünstige Witterung der: leyten \ Woche der Aufstellung des Geschützmaterials als zu guterletzt sehr erhebliche; Schwierigkeiten in den Weg gelegt und dadurch den Beginn des Bombardements noch einmal aus kurze Zeit verzögert. - Aber im Entferntesten nicht kann dieser lurze Aufschub als eine Rückstchtnahme auf die Friedenswunsche und Bemühungen der Neutralen gedeutet werden, wie es sicher bei dem Zusammenwirken der äugen- ( blicklichen Umstände geschehen wird. Daß die Unterhandlungen über die Eapitu- - lation von Metz sehr ernstlich gemeint gewesen sind, ^ht aus den heute auch. noch eintreffenden Nachrichten hervor, ohne daß das so sehnlich erwartete Resultat bisher bekannt geworden ist. Dafür können wir mitthetten, daß die Be- wcggründe des Marschall Bazaine zu der Sendung eines Generals nach «er- sailles, um einen neuen und nicht ganz unwichtigen vermehrt worden sind, durch den auf oculfcher Seite zur Reife gediehenen Entschluß, sich uni l-den Preis fine« der Fort- zu bemächtigen, das zu nennen uns pa.riot.fcher S.nn allem verbietet. Wurde schon gestern in einer Correspondenz von „vor Metz gemeldet, daß die Pionierarbeiten eine erfreuliche Aehnlichkeit mit Laufgraben zu bekommen anfingen, so können wir heute diese Nachricht dahin erweitern, daß^dte „Times ein Telegramm aus Saarbrücken vom 16. erhalten hat, welches lautes. Schützengraben und Laufgräben vor Metz sind fertig und die Batterie»i m Zwölfpfündern, welche 24pfündige Bomben werfen, wonttrt. DieFranzosn feuern unaufhörlich. Die Preußen antworten durch Feuern ms Lager. Em Parlamentär au« Metz ist bei dem Prinzen Friedrich Karl emgetcoffen^und in « königliche Hauptquartier abgegangen. Das Resultat ist nicht bekannt. Deserteurs kommen schaarenweise an. Das Commiffariat ist vortrefflich, die Krankheiten nehmen nu Die Rinderpest grassirt. Die Preußen kommen unter Dach und Fach. Es kann deßhalb wohl erwartet werden, daß die Unterhandlungen in Versailles zu einem befriedigenden Abschluß gedeihen werden. . h Ferdinand GregoroviuS schreibt in der Allgemeinen Zettung: „Das deuts , Wesen Lothringens tritt voll hervor nach der Seite von Saarlouis hin, und auf Der Seite gegen Metz, wo es wohl Niemals stark gewesen ist. Es wäre ein Act der Gewalt, die ganz französischen Theile Lothringens uns em- verleiben zu wollen. Aber der deutsch redende Theil dieses Landes wird sich ohne allm lange und schwere Mühe wieder in das große Mutter and elnfugen, wie unb dies trotz aller Doctrinen idealistisch übertriebener Wel burgerei. Grünen wtt Deutschen nur erst unsere nationale Familie ziehen wir unsere deutschen Gränzen, wehren wir dem frechen und ruhelosen^Hibr für WZMM-WG matte des Ortes herbei, ihm die Jnquipirung der Sträflinge aufzutragen. Monsieur H^nri-n-O stämmiger Mrnsch in blauer Blousr, unD verlegen trotzend seine Ordre und versprach noch am Abenoe zu der cht n. Die Schuldigen sollen im trunkenen Zustande gewesen sein. Man lieferte sie am Mormn vor das Kriegsgericht nach St. Barbe nb. Ich fürchte, daß man sie dort erfchossen habe. Der commandirenve Etappen.Ma>or D. in> Courcelles er- räblte mir, daß vor Kurzem ein Schulmeister mit Genossen eine 3tlo- Ltbe Nacht« überfallen und abg'fchlachtet habe. Man ergriff die schuldigen und hängte sie. An einem Morgen trafen wir bei Laquenexy einen Musketier nicht abgeneigt sei, wenn den Officieren der freie Abzug gegen Verpfändung des Ehrenworts, in diesem Kriege nicht mehr die Waffen gegen Deutschland zu tragen, gewährleistet wird. Davon kann nach den gemachten Erfahrungen aber s-lbst- verständlich nicht die Rede sein, denn wenn man auch nicht annehmen darf, daß ave Ofsiciere Frankreichs Ducrot'S sind, so ist es doch nur zu gewiß, daß böse Beispiele leicht gute Sitten verderben. Die Ofsiciere der Garnison von Metz werden sich der ganzen Strenge der Kriegsgesetze beugen muffen, auch venn dadurch die Uebergabe der Festung um einige Tage verzögert wird. Nach dem Falle von Metz wird voraussichtlich Schlettstadt an die Reihe kommen, wenigstens werden alle Vorbereitungen zur regelrechten Belagerung dieses Platzes getnsfen, um endlich einmal Ruhe im Oberelsaß zu haben; die übrigen Festungei im Rücken der opertrenven Armeen, wie Bitsch, Verdun rc. erscheinen zu unbedeutend, um an deren Forcirung viel Kräfte zu setzen. — Die Hoffnung, daß am Ge- burtstage de« Kronprinzen die entscheidende Action gegen Paris beginnen werde, ist bei den Truppen eher im Steigen als im Fallen, ohne daß sie in dm zu Tage tretenden Anordnungen besondere Begründung fände; aber was man wünscht, glaubt man und sucht dafür alle möglichen Beweisgründe hervor. Daß plötzlich der Befehl erging, das schon halb zu Lazarethzwecken hergerichtete Schloß Trianon im Park von Versailles zur Aufnahme des jungen Königs von Baiern, dessen Ankunft nahe bevorsteht, in Ordnung zu bringen, gilt den Optimisten für das sicherste Zeichen des baldigen Einzuges in Paris. Gebe Gott, daß sie diesmal Recht behalten, denn die Unbilden der Witterung machen sich täglich fühlbarer, und die Soldaten in den wenigen Cantonnements, in welchen die Einwohner zurückgeblieben sind, müssen stündlich um ihr Leben besorgt sein, mehr noch, als wenn sie dem Feinde in offener Feldschlacht gegenüberstehen. Auch gestern wurden wieder drei Kerle aus einer Ortschaft dicht vor Paris eingebracht, wahre Mordbrennerphvsiognomien und zwar unter der schweren Beschuldigung, einem hilflos kranken baierischen Officier die Zunge aus dem Halse geschnitten zu haben. Ich kann solche Scheußlichkeit kaum fassen, die nur durch den beispiellos niedrigen Bildungsgrad der französischen Landbevölkerung einigermaßen erklärlich, aber durchaus nicht entschuldbar wird. — Gestern hatten wir in gewisser Be- ziehung einen Fasttag: Der Postzug war bei Saarbrücken entgleist, und vergeblich warteten wir den ganzen Tag auf Briefe und Zeitungen aus der Hcimath, die einzige Kurzweil während der langen Abende, da bei einbrechender Dunkelheit alle Läden geschloffen werden, alles Leben auf den Straßen erlischt. Ueber die Verwüstungen, welche das Bombardement der Franzosen in dem Schlosse St. Cloud und den umliegenden Dörfern angerichtet hat, wird dem „B. B.-C." aus Versailles vom 14. geschrieben: „Vor dem großen Platze des Schlosses Louis XIV. war gestern früh gegen 8 Uhr ein eigenthümliches Bild zu schauen, und ich glaubte, eine Völkerwanderung en miniature darin zu erblicken. Auf der Erde lagerten und kauerten nämlich gegen 400 Menschenkinder, die die Roth gezwungen hatte, ihr Hab und Gut zu verlassen und dem Verderben preiszugeben. Ihre eigenen Landsleute, die Herren Franzosen, hatten sich nämlich das Vergnügen gemacht, von ihren Schanzen aus fortwährend auf unsere Vorposten zu schießen; wie gewöhnlich gingen aber auch hier die Geschosse entweder zu weit oder zu hoch, trafen die Häuser der zwischen den beiden feindlichen Vorposten gelegenen Dörfer und richteten Berhee- rung und Verwüstung an. Der Troß der Carawane wurde auf die Comman- vantur gebracht und den Aermsten vor der Hand hier ein Asyl bereitet. Den gestrigen Nachmittag benutzte ich zu einer Tour nach St. Cloud, dem bekannten Lieblingsaufenthalte des Gefangenen auf Wilhelmshöhe. Der Weg dahin führt durch die schönsten und reichsten Wälder, aus denen ab und zu eine im modernsten Styl gebaute Villa verstohlen herabblickt. Es war für mich schwierig, durch die Vorposten zu kommen, allein durch die Liebenswürdigkeit des commandirenden Hauptmanns, der mich zwar dringend warnte, nach St. Cloud hineinzugehen, wurde die Schwierigkeit beseitigt. In welchem Zustande sollte ich das Eldorado der Pariser antreffen! Nicht nur, daß alle Häuser verlassen und sehr viele durch das ewige Schießen der Franzosen auf unsere Vorposten stark gelitten haben, das schöne Schloß ist ein Raub der Granaten geworden und fast vollständig demolirt. Aus zweierlei Gründen mag der Feind seine Bomben vorzugsweise auf das Schloß gerichtet haben, erstens, weil dasselbe die preußische Wache beherbergte und unseren Truppen als Observatorium galt, zweitens, weil hier der Exkaiser, bei dessen Namenserwähnung jeder Franzose jetzt in Wuth ausbricht, seine Pläne und Jntriguen ausheckte, die die französische Nation fast an den Rand des Abgrunde- gebracht haben. Hier in dem Schlosse zu St. Cloud, wo der Exkaiser noch seine letzten kriegerischen Pläne gegen Preußen ausklügelte, da, wo er Podagra heuchelte und alle europäischen Börsen durch eine Note im „Constitutionnel" beunruhigte, gleicht alles einem Trümmerhaufen. Nur die Fontaine« plätschern noch munter fort; auf dem Wasser ist noch ein weißer Schwan sichtbar. In wilder Flucht scheinen die Bewohner von St. Cloud, die zum größten Theil aus reichen Parisern bestehen, Alles verlassen zu haben. In einer Villa fand ich noch gestern einen vollständig gedeckten Tisch, an welchem anscheinend die Bewohner des Hauses beabsichtigten, das Diner einzunehmen und durch das Heranrücken deutscher Truppen darin gestört wurden. Im Schlosse zu Wagram, wo das 34. Regiment im Quartier lag, haben einige Soldaten Bilder gefunden und dieselben hier abgeliefert; man soll darunter mehrere als solche erkannt haben, die Napoleon I au- Deutschland einst geraubt hat. Auch mächtige Hirschgeweihe fanden sich vor, die vor 60 Jahren dem Großherzog von Darmstadt von Napoleon genommen und jetzt an den regierenden Fürsten nach Darmstadt zurückgesandt wuroen. Die „N. A. Z." schreibt: Einem Briefe unseres Corresponventen aus Versailles, den 16. October entnehmen wir Nachstehendes: „Die Ausfälle der Besatzung von Paris scheinen in der letzten Zeit häufiger geworden zu sein und auch gestern hat wieder ein solcher in der Richtung von Chatillon her stattgefunden. Der Ausgang war auch hier derselbe, wie bei jedem früheren Versuche, indem die Ausfallenden mit starken Verlusten ihrerseits zurückgeworfen wurden. Se. Maj. der König machte gestern einen Ausflug nach Baucresson zu. Seit Donnerstag früh war ein Abgesandter Bazaine's aus Metz, General Boper, hier, um über die Uebergabe der Festung zu unterhandeln. Er war in großem Geheimniß gekommen und ist gestern Abend in großem Geheimniß wieder abgereist, beides jedoch nur um Aufsehen zu vermeiden. Doch war unter der Bevölkerung seine Anwesenheit bekannt geworden und es soll zu einigen unbedeutenden Demonstrationen gekommen sein. Etwas Genaueres über den Inhalt der Bazaine'- schen Vorschläge ist hier im Publikum nicht bekannt geworden, was man darüber wissen will, sind wohl nur Conjuncturen, welche allerdings viel Wahrscheinlichkeit für sich haben mögen, so daß Bazaine für seine Armee den freien Abzug mit Waffen verlangt. Die Polizei ist in den letzten Tagen viel in Bewegung gewesen. Man hat unter Anderen einen angeblichen spanischen Diplomaten verhaftet, der Beziehungen mit den Franzosen unterhalten haben soll. Der „Novelliste de Versailles" spricht in seiner gestern Abend erschienenen Nummer von der Verhaftung des Angel de Mirando, Redacteur des „Gaulois", und es handelt sich dabei wohl um eine und dieselbe Person. Maizieres bei Metz, 18. Oct. Von eine< ordentlichen Belagerung der Festung Metz haben die Preußen, wie ich Ihnen schon früher gemeldet, gänzlich Abstand genommen. Man will jedoch der Stadt Metz zu Leibe gehen und diese bombardiren. Etwa eine Stunde südlich von hier wird bereits seit acht bis vierzehn Tagen an den Schanzarbeiten für die Aufstellung schwerer Batterien gearbeitet. Die Arbeiten finden nur nächtlich statt, da die betreffende Stelle im Bereich der Fortsgeschütze liegt. Das Terrain zwischen Maiziere- und Metz ist eben und kahl und jede Terrainveränderung muß den Franzosen sofort auffallen. Dies ist denn in der That bereits geschehen und die Franzosen senden ab und zu während der Nacht Granaten in die Gegend, in welcher die Batterie-Arbeiten vorgenommen werden. In einigen Nächten hofft man bereits so weit zu sein, die Geschütze in die neue Position zu bringen; dann wird das Bombardement der Stadt alsbald eröffnet werden. (Wenn nicht die Verhandlungen über die Uebergabe früher zum Ziel führen.) (F. I.) Die „Bonner Ztg." schreibt: Seit mehreren Tagen durchlief unsere Stadt und Umgegend das beunruhigende Gerücht, daß mehrere Hundert unserer Bonner Landwehrleute, welche in und um Sedan stehen, bei einer Recognoscirung gegen die Festung Montmedy überfallen und gefangen genommen worden seien. In der That ist die 5. Compagnie in der Nacht vom 10. auf den 11. d. MtS. in Stenay durch Verrath überfallen worden und wurde 3/4 der Compagn'e zu Gefangenen gemacht und nach Montmedy geschafft. Wenige der Unseren, deren Namen uns noch nicht bekannt sind, wurden verwundet oder getödtet; etwa 30 Mann mit Lieutenant Hillebrand entkamen. In dem Briefe eines der gefangenen Bonner, welcher durch gefangene und später entlassene Fuhrleute aus Montmedy nach Trier gebracht und dort der Post übergeben wurde, heißt es : „Die Behänd- lung von Seiten der Franzosen ist eine verhältnißmäßig gute, während frühere Gefangene hierüber sehr zu klagen hatten." Sämmtlrche Leute sind unverwundet und befinden sich wohl. Der Correspondent der Jndependance aus Versailles bestätigt in seinem Berichte über das Gefecht bei Orleans, daß „olle disponibeln Streitkräfte, welche die Franzosen an der Loire zusammen zu bringen vermochten, nach Orleans geworfen worden waren, daß die Regimenter von Tours und Bourges zu den Trümmern der drei Divisionen gestoßen waren, die am Tage vorher bei Chartres, Angerville und Artenay geschlagen worden, so daß Orleans von 40,000 Mann gegen das Corps des Generals v. d. Tann vertheingt wurde; das Terrain vor oer Stadt bot große Schwierigkeiten, dennoch wurde diese Armee geworfen und nach allen Richtungen versprengt". Der Constitutionnel vom 17. meldet: „Orleans ist noch immer von Preußen besetzt, welche sich aller öffentlichen Anstalten der Stadt, der Post, der Bank, des General-Steueramtes und der Präfectur bemächtigt und eine eigene Verwaltung eingesetzt haben; der Präfect Pereira ist Gefangener in seinen Zimmern und Msgr. Dupanloup hat in seinem Palaste einen Beamten vor der Thür. Die der Stadt auferlegte Summe betrug Anfangs 4 Millionen, wurde aber in Folge von Unterhandlungen auf 2 Millionen ermäßigt, die gestern, 16. October, gezahlt werden sollte, abgesehen von den übrigen Requisitionen und der Plünderung (?) mehrerer Magazine." Aus Lille, 18. October, meldet man der Jndependance: „Nichts Neues von Amiens und Saint-Quentin. Wenn Saint-Quentin von Neuem bedroht war, so sind Maßregeln getroffen worden, dieser Stadt zu Hülfe zu kommen. Ein ernstlicher Emissär, der von Verdun kommt, versichert, daß die Besatzung in einem neuerdings gemachten Ausfälle 800 Feinde kampfunfähig gemacht hat. Drei Tage später versuchten die Preußen einen erfolglosen Sturm, sie haben 1800 Mann verloren." Der „ernstliche Emissär", welcher obige Aussagen über Verdun gemacht hat, verdient als Musterbild eines französischen Lügners der Nachwelt überliefert zu werben. Aus Belfort, 15. Oct., schreibt man dem „Jndustr. Alsacien": „Garibaldi ist gestern Abend (Freitag) hier angekommen und von einer Ungeheuern Volksmenge am Bahnhofe empfangen worden. Kaum hatte der Bahnzug angehalten, als alle Häupter sich entblösten und ein tosender Willkomm erscholl: „Es lebe Garibaldi!" Der General war sichtbar von dieser einmüthigen Ovation bewegt und stieg sofort auf den Perron herunter, um, bevor er seine Reise wieder fortsetzte, in einigen Worten für den Empfang zu danken. Seinen Dankesworten fügte er die Erklärung bei, daß sein Vertrauen in den endlichen Sieg der französischen Sache ein unbeschränktes sei. Die Eindrücke, welche er von Tours mitgebracht hätte, seien derart, allen Muth zu kräftigen und alle Hoffnungen zu beleben. Die Massenaushebung wird fortwährend energisch betrieben; in wenigen Tagen könne Frankreich der JnvasionSfluth 1,800,000 zu allen Opfern entschlossene Kämpfer entgegenstellen (!). Er fügte bei, daß er es als ein großes Glück betrachte, seine, der Vertheidigung der freien Völker und der republikanischen Institutionen gewidmete Laufbahn durch neue Mühen und neue Gefahren zu krönen. Frankreich kann nicht sterben, fuhr er fort, es vertheidigt die heiligste Sache, die der nationalen Ehre und der Freiheit. Die Republik wird auch dießmal über den Unterdrücker triumphiren u. s. w. Der General hat sofort seine Reise nach einer dem Publikum unbekannten Bestimmung fortgesetzt." Straßburg, 17. Oct. Man meldet aus Pfalzburg, daß im Laufe der letzten 14 Tage weitere 47 Häuser durch das Bombardement zerstört worden seien. (Karlsr. Z.) Toms, 19. Oct. Die R gierung veröffentlicht folgende Nachricht: Cha- teaudun wurde gestern nach zehnstündigem Kampfe vom Feinde genommen. Brüssel, 17. Oct. Gerüchtweise verlautet, daß zu Gunsten des Friedens auf Grundlage der Abtretung des Elsaß und der Annexion Luxemburgs an Deutschland neue Anstrengungen gemacht werden. Man bereitet gleichfalls eine neue Zusammenkunft zwischen Bismarck und Favre für morgen vor. Die Bemühungen sollen eine bestimmtere Form haben. Glaubwürdige Personen versichern, diese Gerüchte seien begründet. (Pr.) Brüssel, 19. Oct. Die Sprache der in Tours erscheinenden Blätter wird täglich heftiger gegen die Negierung. Die „France" enthält einen energischen Protestartikel gegen dieselbe, weil sie die Wohlfahrt Frankreichs gefährde. Die „France" protestirt ferner gegen die durch die Präfecten und Commiffäre begangenen schreienden Mißbräuche, sowie gegen die übertriebene Einmischung der Civil- behörden in militärische Angelegenheiten, gegen die willkürlichen Verhaftungen und die summarische Unterdrückung von Journalen. Die „France" spricht es geradezu aus, daß durch diese Mannöver eine Handvoll Menschen ohne anderweitiges Man- feit 5 der evangelische» Gemeinde zn Gießen. Gottesdienst am 23. Oktober fltaJS Ä V.rf-ff»ng.»e« ..«taM g°°r°n-. w-rv-n. Da H„r v. Delbrück noch dort verweilt und auch der bayerische Minister de« AuS-> 1864r 109 Buckskin, nach- werden die des ben M iL k Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . n doppelte Holl. fl. 10 St. wärtigen, Graf Bray, und der Kriegsminister v. Pranckh dort erwartet werden, so wird die Conferenz — nachdem man mit Baden und Hessen ohnedies im Reinen zu sein scheint — eine vollständige fein, um die letzte Hand an das Werk legen zu können. München, 20. Oct. Der Justizminister, der Kriegsminister und der Minister des Auswärtigen sind heute mit etlichen Offizieren, ohne einen Ministerial- beamten, ins Hauptquartier des Königs von Preußen abgereist. Brüssel, 19. Oct. Die soeben eingetroffene „Gazette de France" publicirt einen Artikel über die Schwächung der Regierungs-Autorität, welcher besagt, daß, wenn die Regierung die Constituante nicht einberufe, sie der Zerstückelung des Landes durch die Rothen zusehen müsse, ohne die Kraft zu haben, dagegen anzu- Morgens: Pfarrer Landmann. (Feier des heiligen Abendmahls.) Nachmittags: Privatdocent Dr. Weiffenbach. Die Pfarrgeschäfte für diese Woche (vom 23. bis 29. October) besorgt Pfarrer Landmann. Feilgebotsn etz. 4462) Einige Gentner Heu sind zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. B! gi in seinem Li. reitkräste, »ißi nach Orleant p Bourges zu tu rhrr bei lstM :n 40,000 ftn das Terrain sei nte geworfen nut 7. meldet: „Ei- nllichrn Achllu ter j>räfrctur if» 'rafect Pnem if itm palaitt einen ‘trog 4 l\m nDchtzl, ttn übrigen Re- dat von dem allgemeinen Mißgeschick Dortheil ziehen wolle, um sich eine beson- dere Domäne zu bilden. — Die clerieale „Union" veröffentlicht ein Schreiben des Erzbischofs von Tours, welcher es für eine Demüthigung und Erniedrigung erklärt, daß Garibaldi sich die Mission zuschreibt, Frankreich retten zu wollen. — In Toulouse reichte der Gemeinderath in Folge der Einsetzung eines Wohlfahrtsausschusses in pleno seine Entlassung ein. Brüssel, 20. Oct. Nachrichten aus Tours zufolge soll Gambetta nach Tours zurückgekehrt sein. Brüssel, 20. Oct. Aus Paris sind Nachrichten vom 14. d. eingelangt, wonach daselbst Mangel an frischem, sowie gesalzenem Fleisch sich fühlbar zu machen beginnt und in Folge dessen viele Pferde geschlachtet werden. Ein Telegramm der Daily News aus Berlin vom 19. October meldet: Bismarck opponire einer allgemeinen Beschießung von Paris, die näheren Forts sollen genommen, die Stadt ausgehungert werden. Die Capitulation von Metz sei bevorstehend. Coblenz, 19. Oct. Die Unterhandlungen wegen der Uebergabe von Metz im Hauptquartier des Königs haben günstigen Erfolg und hofft man bis morgen ein bestimmtes Resultat zu erzielen. Hamburg, 19. Oct. Zwei britische Dampfer, welche gestern Abend von Westhartiepool ankamen, sahen in der Nordsee keine Kriegsschiffe. Ein anderer britischer Dampfer, weicher heute Morgen von Hartlepool ankam, sah gestern 10 französische Schiffe außerhalb Helgoland. Die „Börsenhalle" schreibt: Auch von der Wesermündung sind keinerlei Nachrichten von dem Erscheinen des Feindes eingetroffen, obgleich ziemlich allgemein angenommen wird, daß die Franzosen zunächst dort ihr Glück versuchen würden. Besondere Bekanntmachung. Die Zahlung von Zinsen an die Spar- und Lechkaffe. 4419) Nach einer uns gewordenen Mit- theilung der Spar- und Lechkaffe sind die in den Monaten Juli, August und Sep- tember d. I. fällig gewesenen Zm-n von, durch dieselbe ausgeliehenen Kapitalien binnen 10 Tagen bei Meldung kostspieliger gerichtlicher Beitreibung abzuführen. Gießen, den 13. October 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Telegraphische Depesche. Versailles, 20. Oct. (Officiell.) In Der Nacht vom 19. zum 20. allarmirte vor Paris Der FeinD Durch heftige KanonaDe aus Den Forts unD wieDerholte Vorstöße von Infanterie Die preußischen Vorposten in Der GegenD von Chevilly ohne Diesseitige Verluste. Am 17. wurDe Durch ein Detachement Der Maas - Armee Montdidier besetzt, wobei 4 Offiziere, 178 MobilgarDen in Gefangenschaft fielen. Am 11. ist Das Etappen-CommanDo in Stenay Durch einen Ausfall von Montmedy aufgehoben worben. v. PoDbielsky. Brodlieftrung. , 4483) Samstag den 22. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll die Brodlieferung für die 4. Gesänge- uen-Compagnie vom 1. November ab auf dem Soumissionswege in Accord gegeben werden. Die Bedingungen liegen, Ncuen- Bäuen Lit. B. Nr. 77, zur Einsicht offen, woselbst auch das Soumissiousverfahreu stattfindet. Gießen, den 20. October 1870. Großherzogliches Ersatz-Bataillon 2. Infanterie-Regiments.. Keller, Major und Commandeur. 40Vz Ellen Kleiderstoff, 53 „ „ 50 33 Gießen, den 20. October 1870. In Auftrag: K- Vogt, Ortsgerichtsmanu. BerfteigeDANgeR. 4491) Montag den 24. October d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dahiesigem Bürgerhospital verzeichnete Gegenstände versteigert den, als: Frisch backe r ) u G i e sf e n. Sonntag den 23. October. Friedrich Zülch Wittwe auf dem Selters- weg, Karl Wallenfels an der Wettergasse und Karl Löber am Lindenplatz. Bürgschaft übernehmen sollten. Tours, 19. Oct. Ein diplomatisches Circular des Vertreters des Ministers Aeußern, Grafen Chandordy, vom 14. October beantwortet das Rundschrei- des Grafen Bismarck vom 10. October. Dasselbe weist die Verantwortlich- .... für das Unglück, welches aus der Fortsetzung des Kampfes entsteht, zurück und widerlegt die Behauptungen bezüglich der Lage von Paris; es schließt mit dem Wunsche nach Frieden, sofern derselbe dauerhaft sein kann. Florenz, 17. Oct. Mazzini und Cadorna sind hier eingetroffen. Der Herzog v. Aosta hat die spanische Krone definitiv angenommen. ThierS conserirte lange mit Cialtini über die spanische Frage. Oberst Frappolli, Deputirter und Großmeister des Freimaurerordens, erhielt den Titel eines Generalstabschesö Ga- ribaldi'S. Die Gesellschaft Rubatino hat ihre Fahrten zwischen Genua und Bombay wieder ausgenommen. — Das italienische Consulat in Antwerpen sagt: alle Magazine in Havre werden geräumt, Maaren nach Antwerpen geschafft, theils wegen der Unmöglichkeit, Wechsel auf Paris zu stellen. (Allg. Ztg.) kämpfen. , Brüssel, 20. Oct. Die „Jndep. belge" schreibt: Die diplomatische Welt ist jetzt mehr als je mit „Pourparlers pacifiques“ beschäftigt. Der Bevollmächtigte Bazaine'S unterhandelt keinesfalls über die Capitulation, sondern verhandelt über die Friedensbevingungen. Die gesummte Londoner Abendpreffe beschwört die Leiter Deutschlands, jetzt versöhnlich zu sein, zumal das dermalige Frankreich für Frieden Europas ganz ungefährlich sei, wofür die neutralen Mächte eventuell 103/t Ellen 10 V 4 „ 14-/2 „ 53/e „ 8-/2 „ 16V4 1* 7 ; Ml Aei/e, n Nrvm bkch hlllsr jU touM ; tit SesaWS ' ikwachl Hal. Dili ßk haben 1800 agen über Ler^ ti ctr RaN :n Sorten feien toi 11. d. |t Ntrtn, teren 'öUet; tiiDQ 3Q 6 ^rr grsaage^ e üus 3)lonhntt? 1 ■ nTÄt VehU. vahttlid flühiss swt Mverdmü Darmstadt. Durch Entschließung S. K. Hoheit des Großherzogs vom 15. d. M. wurden zu Lieutenants in der Reserve ernannt: Im 1. Jnf.-Regt.: Die Vicefeldwebel Goldmann, Korner, Oeser und Becker vom 2. Jnf.-Regt. Darmstadt, 18. Oct. Obgleich jede neue Verbesserung angezweifelt wird, besonders wenn sie nicht ihren Urheber in einer Metropole hat, so können wir , um so mehr am Schluffe der Kasseler Ausstellung mit Freuden bestätigen, daß 1 gerade eine der wichtigsten Verbesserungen an Pianinos — für die sich die bedeutendsten Berliner und Pariser Fabrikanten interessiren — von unserm genialen jungen Landsmann — dem Herrn C. L. Glück jun. aus Friedberg, dermalen Gefreiter beim 2. Ersatz-Bataillon in Gießen — erfunden, in Kassel von der i Jury sanctionirt und demselben ein Ehrendiplom ertheilt wurde. Hoffen und । wünschen wir, daß durch baldige Beendigung des Krieges dieser junge strebsame ' Mann seinem friedlichen Geschäfte wiedergegeben und diese so sehr ehrende Auszeichnung für ihn ein Sporn zu weiterem neuen Streben werden möge. Wrlhelmshöhe, 18. Oct. Es herrscht seit mehr als 24 Stunden eine eigentümliche Stimmung bei den unfreiwilligen Bewohnern des hiesigen Schlosses: Es müssen inhaltsschwere Nachrichten eingetroffen sein, die wahrscheinlich mit der Reise des Generals Boyer, eines der Adjutanten Bazaine's, ins preußische Hauptquartier zusammenhangen. Auch hat der Kaiser die Nachricht bekommen, daß in mehreren preußischen Festungen angefragt worden sei, wie viele außer den schon dort befindlichen Gefangenen man noch aufzunehmen im Stande sei. Sre be- greifen, daß dies alles auf eine baldige Capitulation von Metz schließen laßt. Der Kaiser sieht in den letzten Tagen etwas niedergeschlagen aus, vielleicht nur, weil rheumatische Schmerzen ihn wiederum plagen; doch war er sehr erfreut, heute die Prinzessin Murat zu empfangen, welche gestern Abend angekommen ist. Köln, 16. Oct. Die katholische Bewegung, schreibt man der Südd. Pr.", ist in alle nur Halbwegs bedeutende Orte gedrungen. Insbesondere zeigt sich die Männerwelt sehr ungläubig. Fromme Frauen, von den Jesuiten geleitet, sind biegsamer. Das Centralorgan für diese kirchliche Opposition bildet noch immer der katholische „Rheinische Merkur" in Köln, für welchen bereits sechs bischöfliche Verbote Reclama machten. Er aber fahrt fort auf seinem Wege, verlangt eine wissenschaftliche Widerlegung, lasit sich nicht durch bloße Verurtheilung abschrecken. In Nr. 22 beklagt z.> B.^ dieses Journal weniger „die dogmatische Seichtigkeit des Fuldaer Hlrtenschrei- bens, als „das Nachfolgern der Apostel so schlecht anstehende Strebens bemänteln, zu verdecken, ja selbst, wo es nicht anders geht, zu verdrehen. Es wird den Bischöfen öffentlich vorgeworfen, „daß sie das gläubige Volk auf Schleichwegen in die Irre führen, um die äußere kirchliche Einheit zu retten, und daß sie dasselbe „planmäßig täuschen in seinen heiligsten Interessen. Folgt sodann eine actenmäßige Beweisführung. ,. Köln, 19. Oct. In einer zahlreich besuchten Katholiken - Versammlung, welche heute Abend unter dem Vorfitze dcS Stadtverordneten Herrn Daudri ab- aehalten wurde, beschloß man, eine Adresse an den Papst und etne solche an den König abzusenden, in welch letzterer der König ersucht wird, zur geeigneten Zeck nen": „öötibtM HvgkhkUNv Sollt' ibniufl M :n Lvalioa üiugl Ach Ditto 1DfB XwWrorlii n euz dn J* Mnungtn & W m Wf Cpton Sri-st" is 5 *”1'** Mi i•«**" ■"» - ml St»«' i* «ile m , n ,,,ä ä'"b' *» W » b«m »ich, t» r (8- 3.) "f «"litt eutt -"s-r-r $0l, Duoaten . . 5 34-36 20 Frankenst. 9 281/2-291/g Engi. Souver. 11 50-54 Rusa. Imper. 9 45-47 Doll, in Gold 2 251/3-261/3 ^Offenbach^SO.'Oct. Gestern AbenD stnD hier zehn MitglieDer Des hiesigen allgemeinen Arbeitervereins (Lassalleaner), Darunter ihr verhaftet worden, wie man vernimmt auf Grund einer von auswärts hierher gelangen Mttthnümg^^ finb bje $etren s Mittnacht und ». Suckow, Justiz, und K,i/g«minister, in's königliche Hauptquart.er nach Versailles abgcretst .. ^oUk-nds aeordnet werden. Da $ Darmst. Bankact. 325 9 57 i/r-581/2 9 43 Gld.fehl 9 43 „ „ 9 55 Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 3703/4 Lud wigsh.-Bexbach 162 Maxbahn 1071/4 Bayer. Ostbahn 1223/4 Hess. Ludwigsbahn 1341/4 3% östr. Stsb.-Prior. 55i/2 3% östr. s. Lombard. 451/2 30/g Livomeser 31 50/a Tosoaner 455/s Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 763/4 do. II. Emiss. — Anlehensloose, Kurh. 40 Thlr. Loose 631/2 Nassau fl. 25 b. Roth. 391/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 40/o bayr. Präm. Anl. 1061/4 40/0 badische Loose 104i/2 Badische fl. 35 Loose 573/4 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 75V2 Wechsel. Amsterd. k. S. IOOI/4 Augsb. k. S. 100 Berlin k. S. 1043/4 Bremen k. S. 97 Cöln k. 8. 1041/2 Hamburg k. 8. 877/q Leipzig k. 8. 1041/2 London k. 8. 1187/e Lyon k. S. — Paris k. 8. — Wien k. 8. 95i/2 Disoonto 40/0 G. tieldeorten. Pr. Gass. 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