-Prntz vi«teljLhr.1tch 36 ki, mit Bringerlohr.- Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Erscheint wöchentlich dreimal : Dtenstagö, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg «tt. V Nr. 1. Anzeige- und Mmlsbl'att für den Kreis Hießen. Nr. 8Ä. Donnerstag den 21. IM 1870. MMtLseve Bekanntmachung. Um bei den bevorstehenden Militär-Transporten auf der Eisenbahn den Dienstbetrieb nicht zu stören und Unglücksfälle zu verhüten, wird Folgendes bekannt gemacht. 1) Bei Ankunft von Militärzügen darf sich Niemand auf dem Bahnhofs-Perron befinden, der nicht dienstlich beschäftigt, oder zum Betreten des Perrons ausdrück- 2) Da/ Publttum^ wird gebeten, den Perron bei Ankunft der Militärzüge stets freiwillig zu räumen, indem er sonst durch Militär geräumt werden müßte, was ’ tebr leicht Unannehmlichkeiten, ja sogar Unglücksfälle herbeiführcn könnte. 3) Kinder unter 14 Jahren werden vom Perron, außer bei Abgang der regelmäßigen Bahnzüge, jederzeit zurückgewiesen, worauf deren Eltern besonders aufmerk- ^ualeich^we^den^Di^jerügen, welche geneigt sind, den durchziehenden Soldaten freiwillig Erquickungen darreichen zu wollen, gebeten, diese im Bürcau des Unterzeich- netrn auf dem Bahnhof) gefälligst zu dcponiren, cs werden demnächst Ciorl-Personen (mit den erforderlichen Binden gekennzeichnet) ersucht werden, dieselben bei Ankunft ter 18.' Juli 1870. Bahnhofs-Etappen-Kommandantur. D ' v. Randow, Maior. Besondere Bekanntmachungen. Frauenverein für Krankenpflege. Indem wir nachstehend die Bedingungen für die Privatkrankenpflege des Alice-Frauenvereins in Gießen zur öffentlichen Kenntniß bringen, nehmen wir Die Veranlassung, zur Benutzung der hierdurch gebotenen Gelegenheit, in Krankheitsfällen eine aufmerksame technisch gebildete Pflegerin erhalten zu können, wiederholt aufzufordern. Die Familie des Kranken ist sehr häufig nicht in der Lage, die Pflege so auszuüben, wie es nach dem Stand der Krankhett und nach der Vorschrift des Arztes nothwendig ist; die Besorgung der häuslichen und Berufsgeschäfte nimmt ihre Zeit und Kraft oft ganz in Anspruch, die ^orge E den geliebten Kranken macht zur unbefangenen Beobachtung untüchtig. — Da kann nur die liebevolle sachgemäße Pflege, die der Verein bietet, helfen. Anmeldungen von Kranken, für welche die Hülfeleistung des Vereins in Anspruch genommen wird, sind durch Vermittelung des behandelnden Arztes bei der Präsidentin des Vereins, Frau Professor Milbrand zu machen. Gießen den 17. Juli 1870. Namens des Vorstandes ' der Geschäftsführer: Dr. Gold m a n n. §• 6. In allen Fällen, in welchen die Pflege einer Pflegerin allein obliegt und kein regelmäßig stattfindender Wechsel im Pflegedienst eingerichtet werden kann, gelten folgende Bestimmungen: Wenn Nachtwachen nöthig sind, ist dafür Sorge zu tragen, daß die Pflegerinnen Nachmittags 3—4 Stunden ruhig schlafen und wenigstens die 3te Nacht ungestört ausschlafen können. Wenn die Nachtwachen längere Zeit fortdauern, ist dafür zu sorgen, daß die Pflegerin nur eine um die andere Nacht zu wachen habe. Wenn Nächte mit häufig unterbrochenem Schlaf längere Zeit andauern, so ist ebenfalls die Einrichtung zu treffen, daß die Pflegerin 3—4 Stunden am Tage schlafen kann. Da es den Pflegerinnen durch den Organisationsplan der Krankenpflege des Alice-Frauenvereins zur Pflicht gemacht ist, sich jeden Tag eine Stunde Bewegung in freier Luft zu machen, so muß denselbe» täglich die hierzu nöthige Zeit eingeräunll werden. 7. Der Alice-Frauenverein sieht sich aus verschiedenen Gründen genö- thigt, die Dauer einer Privatpflege in der Regel auf höchstens 3 Monate zu beschränken. §. 8. Dem Comite des Vereins steht es zu jeder Zeit frei, die activen Mitglieder von einer Pflege zurückzurufen und, wenn es möglich ist, durch andere Pflegerinnen zu ersetzen, insofern die Familie eine Fortsetzung der Krankenpflege von Seiten der activen Mitglieder des Vereins wünscht. Darmstadt, am 24. April 1870. Das Centralcomiw des Alice-Frauenvereins für Krankenpflege im Großherzogthmn Hessen. Bedingungen für die Privatkranfenpflege des Alice-Frauenvereinö in Gießen. << i Der Alice-Frauenverein steht zu den Personen, welche von den acti- hören nicht zu den Functionen der Pflegerinnen, uub können nur in besonderen ven Mitgliedern des Vereins gepflegt werden, in einem ähnlichen Verhältniß, Fällen der Noth, soweit es die Krankenpflege und die Kräfte der Pflegerinnen wie die geistlichen Genossenschaften, deren Mitglieder die Krankenpflege aus-gestatten, übernommen werden. Das An- und Auskleiden von Leichen gehört üben. Da die activen Mitglieder des Alice-Frauenvereins, ebenso wie die geist- ebenfalls nicht zu den Functionen der Pflegerinnen, es kann dies nur in Folge lichen Genossenschaften, sowohl Arme wie Vermögende pflegen, so ist der Alice- eines freiwilligen Anerbietens von Seiten der Pflegerinnen von denselben über- Frauenverein auf die Erkenntlichkeit der Verpflegten, welche nicht unbemittelt nommen werden. sind angewiesen. Um in dieser Beziehung einen Anhaltspunkt zu geben, wird K bemerkt, daß die Auslagen des Vereins für jeden Pfiegetag (Tag und Nacht) mindestens 1 fl. 30 kr. bis 2 fl. betragen. Nach dem Zweck des Vereins versteht cs sich von selbst, daß da, wo die pecuniären Mittel die Rückerstattung dieser Auslagen nicht ermöglichen, bie Pflege auch gegen einen geringeren Betrag und im Falle der Noth ganz unent§. 2. Wer die Hülfe einer Pflegerin außerhalb Gießen begehr., hat derselben die Kosten der Hin- und Herreise zu vergüten. Die Beiträge zur Rückerstattung der in §. 1 erwähnten Auslagen des Vereins oder weitere Honorare sur geleistete Krankenpflege sind dagegen an einen der Geschäftssührer des Vereins direct einzusenden. , t , . . £ 3. Die Pflegerinnen sind verpflichtet, von den Patienten und deren Familie keine Honorare oder andere werthvolle Zeichen der Erkenntlichkeit an- runehmen, sondern einen der Geschäftsführer als directen Empfänger für die Kaffe des Vereins zu bezeichnen, und nur im Nothfall die Besorgung an diesen Letzteren zu übernehmen. i. 4 Die Pflegerinnen, welche außerhalb Gießen beschäftigt sind, erhalten die Beköstigung von der Familie des Patienten. In Gießen haben die Pfleaerinnen dagegen'von der Familie des Patienten keinerlei Kost ^der Erfrl- sckunaen anziisprechen. Eine Ausnahme hiervon kann nur auf besonder» Wunsch dir Familie des Patienten dann stattfinden, wenn die Erlaubniß hierzu durch die mit der Ordnung des Pflegedienstes von dem Centralcomits Beauftragte» ertheilt worden ist. , , „ <■ ., §. 5. Reinhaltung des Zimmers, sowie weitere häusliche Arbeiten gc ----3386) Die Schulgelder auS den städtischen Schulen und der Realschule pro S Quartal, sowie die Communalsteuern pro 1. und 2. Ziel 1870, können in den ersten 8 Tagen, nämlich Dienstags, Donnerstags nnd Samstags, ohne Kosten bezahl Gießen, am 20. Juli 1870. Inders 3381) Die Holzversteigerungen in der Obers örst er ei Schiffend erg vom 18. und 19. l. Mts. sind genehmigt worden. Die Abgabe der Abfuhrscheine kann vom 26- l. Mts. an durch Großherzogliches Rentamt Gießen erfolgen. Die Neberlieferung des Holzes findet Mittwoch den 27. I. Mts. statt. Gießen, den 20. Juli 1870. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Georgi. EinquartirungI betreffend. 3345) Die Quartirträger werden darauf aufmerksam gemacht, daß nur gegen Abgabe der Quar- tirbillete demnächst Vergütung geleistet wird, diese Billcte demnach sorgfältig aufzubewahren sind. Zugleich werden diejenigen Quar- lirträger, welche die ihnen ertragenden Mannschaften außerhalb ihrer Wohnungen verpflegen lassen wollen, nochmals eingeladcn, dieses bei uns ohne Verzug anzu- melven. Gießen, den 18. Juli 1870. Die Einquartirungs- Cvmmisston. Cöln - Miudeuer Eisenbahn- Gesellsckiast. 3373) Die reglementsmäßigen Güter- Lieferfiisten für alle unsere Bahn betreffenden Verkehre sind wegen der Militär-Transporte bis auf Weiteres suspendirt. Cöln, den 18 Juli 1870. Die Direktion Versteigerungen. Die Vergebung von Arbeiten be der Stadt Gießen. 3388) Montag den 25. Juli 1870, des Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: Schreinerarbeit, veranschl. zu 108 fl. 30 fr. Lackirarbeit, „ „ 22 „ 20 , Gießen, den 20. Juli 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Zur Aussaat empfiehlt: Neue ächte englische runde gelbe Rieseu-Futterrübeu, ä 1 f[. 13 kr. pr. Pfd. (werden bis zu 15 Pfund schwer) I „ Weißrübsaamen, ächte lange rothköpsige . . ä — 36 \ b*tect üus England , , , grünköpfige . . . ä - , 36 ' ' ' ( eingetroffen (in bester keimfähiger Qualität) ] . Darmstadt. Carl Manck, _________________________________________obere Elisabethenstraße Nr. 6. Soldaten 3380) CO empfiehlt GO co Für den Vorstand: Nach Amerika 50 3»SS) Einquartierung von Privaten kann im ^halten" iUM* * 6 W C "«d Verköstigung 440 740 3372) Wäre es nicht angemessen, Bekanntmachungen, welche der gesainmten Einwohnerschaft gelten, durch Anschlag an den Straßenecken zur Kenntniß des Publikums zu bringen, da die Veröffentlichung durch die Schelle aus mehrfachen Gründen sich als unzureichend erweist? In andern Städten geschieht dies ebenfalls und die Druckkosten sind wahrlich nicht der Rede werth. Deutz (Cöln) 6*5 g40* 12 Dillenburg 6" 840* 12 440 Düsseldorf ßi5 §40* 440 Siegen 615 840* 12 440 _________* bedeutet Eilzug. , 3176) Syphilis, Geschlechts- und Hautkrankheiten, Schwäche, Epilepsie, Frauenkrankheiten rc. heilt brieflich schnell und gründlich i>r. Leonhardt, __________________Berlin, Lindenstr. 75. Milhär-Vorbereitungs- Instiüit. Cassel. N. Wilhelmsh. Allee 1191/2. 2251) Gründliche Vorbereitung für die Examen zum Einjährigen , Fähnrich, Seekadetten und Officier in kürzester Zeit. — Gute Pension. — Prospecte auf Verlangen. zu Strohe, Rittmeister a. D. B e st e s Winter - Malz t___________E. Pitth an. 3400) Flanellhemdeu, Unterjacken, Unterhosen, Regenröcke und Socken empfiehlt Karl Wenzel. Gewerbebank zu Gießen. 3363) Da die auf den 11. d. Mts angesetzte Generalversammlung von nur wenigen Mitgliedern besucht war, so hat der Verstand beschlossen, zur Erledigung der in dem Inserat vom 1 d. Mts. auf- gestellten Tagesordnung eine wiederholte Versammlung auf Samstag den 23. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Leib'schen kleinen Saale an- zuberaumen. — Die Mitglieder werden dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, da eine Beschlußfassung über die in der betreff. Tagesordnung enthaltenen Gegenstände nicht mehr den mindesten Aufschub erleiden darf. Gießen, den 20. Juli 1870 nehme ich in Kost und Logis. ________M. Rothen berget Wittwe. 3366) Ein tüchtiger Schreinergeselle findet dauernde Beschäftigung in der Cigarrenfabrik von Joh. Balth. Roll. Militairschlafdecken in vorschriftsmäßiger Größe und Qualität, ä 21/3 Thlr. rein Courant, können in jedem beliebigen Quantum gegen Einsendung des Betrages sofort geliefert werden. Bei Abnahme von größeren Posten gewähren Rabatt. Deckenfabrik von (3364) Capelle 8» Sohn in Celle- „ „ I. Haustein, Vorsitzender. nachdem die Rechnung der Gewerbebank von der hierzu, ernannten Kommission geprüft und richtig gefunden, wurde Seitens des Vorstandes die Veröffentlichung eines Auszugs aus der Rechnung beschlossen. In der Eile, womit dies geschehen mußte, um das Bei- legen desselben zum Gießener Anzeiger noch vor der anberaumten Generalversammlung zu bewerkstelligen, ist das zur Druckerei gegebene Manuscript nicht einer nochmaligen Durchsicht unterworfen wor- den, wodurch einige Schreibfehler sich eingeschlichen haben, welche ledoch feinen Einfluß auf die Richtigkeit der Rechnung haben. Germania, Lebens - Versichenmgs - Actien - Gesellschaft j u S t e t t i n. Versicherung gegen Kriegsgefahr. Lande Sigen Me: wdMUt“ ÄÄ siM, ob"taKÄ KU a ÄÄ - .5 @ic8en- bcn 19- Jul- 1870. Gg. Pb. Fillmaun, Agentur der Germania. Rieh A- Diemar, l Gaffel. En - gras - Handlung. Portland - Cement, Luft- und Wasser-Cemesrt, Traß, gebr. Gyps, Asphalt-Dachpappe rc. 3390) Als Leichenbeforgerin empfehle mich bestens. Jacob Jünger Wittwe, wohnhaft auf dem Aster weg. VermiethungeN 3392) Eine sehr freundliche Wohnung in einem neuerbauten Hause vor der Neustadt (vis-ä-vis der Bade-Anstalt), bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Küchenstübchen, gemeinsamer Waschküche, Boden, Keller, Holzplatz und einem Th eil des Gartens, ist zu vermiethen und am 1. September, ober auch früher, zu beziehen. Auf Wunsch kann noch 1 Zimmer dazugegeben werden. Auskunft ertheilt Sophie Plank, Neustadt, am Oswald'schen Garten._________ 3356) Ein neu eingerichtetes Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Samuel Katz, am Asterweg. ftnb die Fahrten mit den Hamburger Postdampsern noch nicht unterbrochen und schließe ich bündige Contrakte noch fest ab Chr. Wallenfels Jun., «» h, no.-Hull, **”• i Mein Tuch- unö Lufisstiu-Lager zu festen und billigen Preisen und in anerkannt reellen Fabrikaten bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Ludwig Lang, Marktstraße D. 25, vis-ä-vis dem Herrn Kaufmann E. Pi stör. . ^217) Ich suche einen qualificir ten jungen Mann in die Lehre, welchem Gelegenheit geboten ist, zu feiner weiteren Ausbildung mehrere Stunden des Tages für sich zu verwenden. ________Ludwig Lang, Tuchhändler. 3375) Es wird ein Dienstmädchen zum jorprhgen Eintritt gesucht, welche das Kochen und die Pflege eines Kindes versteht. Miti heres bei der Exped. d. Bltts.______________ 3369) Eine zuverlässige Kinderwärterm gesetzten Alters wird gegen hohen Lohn ge^ sucht- Von wem? sagt die Exped. d, Bltts. 3393) Asterweg Nr. 103 wird Einquartierung angenommen 3396) Ein hiesiger Kaufmann, der eben keine andere Beschäftigung hat, erbietet sich den Herren Kaufleuten zum Führen der Bucher rc. und wird er die ihm übertragenen Arbeiten mit der größten Gewissenhaftigkeit ausführen. Nähere Auskunft bei der Exped. d. Bltts. 3391) Ein Cigarren-Etuis ist in der Nähe des Wallthors verloren worden. Der redliche Finder wolle dasselbe bei der Exped. d. BlttL. abgeben. Leise Anfrage. 3371) Sind in St. Helena die bekannten Gemächer noch disponibel zur Aufnahme einer wahnwitzigen Persönlichkeit? 3337) Auf meinem Büreau findet ein braver Junge, der Scribent werden will alsbald Stelle. Engelbach II., _____________________Hofgerichts-Adv ocat. 3309) Ein Mädchen, welches sogleich ein- treten kann, wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3368) Ein Burgermetsterei-Gehülfe wird gesucht und kann sofort eintreten. Näheres bet der Exped. d. Bltts. ÄnMasienkramphVerdauungs- schwäche rc. rc. Leidenden wird das fast 50 Jahre segensreich mir; fcnbc Dr. ^..vosolcs'sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp- d. Bl Das Mittel ist nm direkt zu beziehen durch Apoth. DoeckS, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345) BeaEtenswerth! r-A7^) urn sterei-Ge-ülse wird rinfttfcn. Näheres uflh oerwa/teteu fct «ft” Nonen ''' i-asitl ober zu J 7 ,^ 2ienU; z.‘l‘nifl« bereits Artung biefer ,,, Vertreter der •,u6(unii und iur nickt ab jitittifli»0' 3399) Die Unterzeichneten erlauben sich, alle erwachsenen Bewohner der Stadt Gießen auf Donnerstag den 21. L Mts., Abends 8 Uhr, in den Leib sch en Saal zu einer Berathung über die Maaßregeln einzuladen, welche in dem bevorstehenden Kriege zur Unterstützung der Staats- und Militärbehörden in ihrer Fürsorge für die Kranken und Verwundeten zu ergreifen sein werden. Gießen, den 20. Juli 1870. Das Local - Comite des Hülfsvereins für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde: Or. Goldman». Haberkorrr. l>r. Simon. Dr. Stammler. Vogt. Dr. Wernher. Die Gartenlaube bringt in Nr. 29 folgende Beiträge: Offenes Rundschreiben an alle Deutsche. — Die Thurmschwalbe. Erzählung von Levin Schücking. (Fortsetzung.) — Wild-, Wald- und Waidmannsbilder. Von Guido Hammer. Nr. 31. Ein Waldkleeblättchen. Mit Abbildung von demselben. — Die Diätetik der Vegetarianer. Oeffentlicher Vortrag, gehalten in der Universitäts-Aula zu Freiburg von Prof. A. Funcke. — Federzeichnungen aus einem Berliner Skizzenbuche. I. Mutter Kranzlern. Von Max Alt. — Der Bergwirth. Geschichte aus den bairischen Bergen. Von Hermann Schmid. (Fortsetzung.) — Blätter und Blüthen: Deutschlands Schmuckkästchen. Mit Abbildung'. Nürnberg aus der Vogelschau von Norden gesehen. Nach der Natur gezeichnet von Adolf Eltzner. — Jeder hat seinen Preis. — Proclamation des Kaisers Norton des Ersten. Wir machen wiederholt hierdurch ein verehrliches Publikum dringend aufmerksam, daß nur dann Annoncen pünktlich ausgenommen werden können, wenn solche bis spätestens Montags, Mittwochs und Freitags srüh 9 Uhr eingesandt werden. Später einlaufende können unter keinen Umständen berücksichtigt, und müssen für die folgende Nummer zurückgclegt werden. Die Cxped. des Giessener Anzeigers. Die Wacht am Es braust ein Ruf wie Donnerhall, Wie Schwertgeklirr und Wogenprall: Zum Rdein, zum Rhein, zum deutschen Rhein! Wer will des Stromes Hüter sein? Lteb Vaterland, magst ruhig sein, Fest steht und treu die Wacht am Rhein. Durch Hunderttausend zuckt es schnell Und Aller Augen blitzen hell: Der deutsche Jüngling, fromm und stark, Beschirmt die heil'ge Landesmark. Lieb Vaterland, magst ruhig sein, Fest steht und treu die Wacht am Rhein. Und ob mein Herz im Tode bricht, Wirst du noch d'rum kein Wälscher nicht, Reich wie an Wasser deine Fluth, Ist Deutschland ja an Heldenblut. Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Fest steht und treu die Wacht am Rhein. R h e i n. Auf blickt er in des Himmels Blau'n, Wo Heldenväter niederschau'n, Und schwört mit stolzer Kampfeslust: Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust! Lieb Vaterland, wagst ruhig sein. Fest steht und treu die Wacht am Rhein. So lang' ein Tropfen Blut noch glüht, Noch eine Faust den Degen zieht, Und noch ein Arm die Büchse spannt, Betritt kein Feind hier deinen Strand. Lieb Vaterland, magst ruhig sein, Fest steht und treu die Wacht am Rhein. Der Schwur erschallt, die Woge.rinnt, Die Fahnen flattern hoch im Wind: Zum Rhein, zum Rbein, zum deutschen Rhein, Wir Alle wollen Hüter fein. Lieb Vaterland, magst ruhlg sein, Fest steht und treu die Wacht am Rhein! G o l i t i s ev e Rundschau. 18. Juli. Die „Knuzztg." sagt in einem die Entscheidung I überschriebenen Artikel: „Es ist ein persönlicher Wille I und ein persönlicher Ehrgeiz, welcher ebenso die fron» I zosische Nation mit erlogenen Vorwänden irre führt, \ wie er unter erlogenem Vorwande Streit mit Preußen I sucht. Hat dieser Wille es erreicht, daß die Welt L sich von Neuem mit Kriegslärm füllt, so wird er I auch zunächst persönlich dafür verantwortlich sein - vor Frankreich und der Welt. Preußens Regle- I rung und Preußens Volk haben einer beispiellosen L Herausforderung gegenüber eine Mäßigung bewiesen, i welche jenseits des Rheines vielleicht falsch gedeutet i worden ist. Der Emser Vorgang mag die Franzosen I in der höchsten Steigerung ihres UebermutheS Betroffen haben; er möge ihnen eine Vorbedeutung dessen V fein, was sie zu erwarten haben — nämlich ein Volk, L das mit seinem Könige in Liebe und Treue verbunden ! ist; daö alle inneren Schwierigkeiten mit Leichtigkeit l, beseitigt, wenn das Vaterland in Gefahr ist, das den Frieden liebt, aber aus eben dieser Liebe auch : Die Kraft und den Willen entnimmt, ihn zu verthei- digen; bas von Dem Vertrauen erfüllt ist, daß ein . Gott lebt, der den Uebermuth straft." Wie aus Berlin vorn 17. gemeldet wird, hätte ! die französische Regierung an die süddeutschen Regie- lungen die drohende Aufforderung gelichtet, sich in 24 Stunden zu erklären, ob sie neutral bleiben wollen. ! Die „Berl. Börs.-Ztg." weiß von einer Pariser Meldung, wonach ein Allianzvertrag mit Dänemark abgeschlossen sei, und eine große französische Flotte in dir Nordsee mit einem LandungScorpS segelt, deren Stärke verschieben angegeben werde. Die „France" vom 16. meldet: die officielle An- zeiget, daß der Krieg erklärt sei, wurde so eben im auswärtigen Amte aufgesetzt, um sofort an die fremden Machte versandt zu werden. Die „France" meldet ferner, Der Herzog von Gramont habe Lord Lyons und Herrn De Bayens Die Anzeige gemacht, daß Frankreich auch strategisch Die Neutralität Belgiens respectiren werDe. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht zur Würdigung der von Den französischen Ministern in Der Sitzung vom 15. Juli vorgebrachten Behauptungen unter Vorbehalt weiterer Mittheilung, zwei Aktenstücke. Das Erste unter unmittelbarer Approbation Des Königs redigirt, berichtet, Benedetti habe am 9. Juli vom Könige verlangt, derselbe solle dem Erbprinzen von Hohenzollern befehlen, die Annahme Der Krone zurückzunehmen. Der König erklärte, er habe keinen Befehl zur Annahme gegeben, er könne Denselben daher nicht zurücknehmen. In der zweiten Audienz vom 11. Juli versuchte Benedetti auf Den König eine Pression zu üben, Damit Derselbe in den Prinzen dringe, der Krone zu entsagen. Der König erwiderte, der Prinz sei in seinen Entschlüssen frei, auch gegenwärtig verreist. Auf Der Brunnen - Promenade am 13. Juli übergab Der König Dem Grafen Benedetti ein Extrablatt der „Köln. Zeitung" mit einem Privattelegramm bezüglich Der AbDankung des Prinzen von Hohenzollern, indem Der König dazu bemerkte, er habe noch kein Schreiben aus Sigmaringen. Be- nebetti erklärte, Die Verzichtleistung zu kennen und verlangte, Der König solle bestimmt versichern, niemals wieder seine Einwilligung zu der Eandidatur zu geben. Der König wies diese Zumuthung bestimmt zurück, demungeachtet verlangte Benedetti nne Dritte Audienz, um Den Gegenstand zu wiederholen. Der König wies Die Audienz ab, da er keine Antwort zu geben habe, übrigens alle Verhandlungen durch das Ministerium zu gehen hatten. Den Wunsch Benedeui's, sich zu verabschieden, gewährte der König, indem er Benedetti bei der Fahrt nach Coblenz im Vorübergehen auf Dem Bahnhofe begrüßte. — Das zweite Actenstück ist der Bericht des Flügeladjutanten vom Dienst, Fürsten Radziwill, über Die Ausführung Des bekannten Auftrags an Benedetti, woDurch das Begehren Desselben nach einer neuerlichen Audienz abgelehnt wird. „Graf Benedetti hätte seit seiner Unterredung mit Dem Könige eine neue Depesche des Herrn von Gramont erhalten, in Der er beauftragt würde, sich eine Audienz von Sr. Majestät zu erbitten und nochmals Sr. Majestät Den Wunsch des französischen Gouvernements nahe zu legen: 1) Die Verzichtleistung des Prinzen zu Hohenzollern zu ap- probiren und 2) die Versicherung zu erthe'len, daß auch in Zukunft diese Eandidatur nicht wieder aufgenommen werden würde. Hierauf ließ Se. Majestät Dem Grafen durch mich erwidern, daß Se. Majestät die Verzichtleistung des Prinzen Leopold in demselben Sinne und in demselben Umfange approbirten, indem Se. Majestät dies vorher mit der Annahme dieser Eandidatur gethan hätten. Die schriftliche Mitthei- lung der Verzichtleistung hätten Se. Majestät von dem Fürsten Anton zu Hohenzollern erhalten, Höehst- welcher hierzu vom Prinzen Leopold autorisirt worden sei. In Betreff des zweiten Punktes, Der Versicherung für Die Zukunft, könne sich Se. Majestät nur auf das berufen, was Allrrhöchstderselbe Dem Grafen des Morgens selbst erwidert hätte. Graf Benedetti nahm diese Rückäußerung Sr. Majestät dankbar entgegen uno äußerte, er würde dieselbe, wie er hierzu autorifirt sei, seinem Gouvernement zurückmelden. In Betreff des zweiten Punktes müsse er aber, weil er durch die letzte Depesche des Herrn von Gramont die ausdrückliche Anweisung dazu hätte, seine Bitte um eine nochmalige Unterredung mit Sr. Majestät auf- recht erhalten, und wäre es auch nur, um dieselben Worte Sr. Majestät wieder zu vernehmen, um so mehr, als sich in dieser letzten Depesche neue Argumente vorsänven, die er Sr. Majestät unterbreiten mochte. Hierauf ließ Se. Majestät den Grasen Be- nedetti durch mich zum dritten Male nach Tisch, etwa 51/2 Uhr, erwidern, Se. Majestät müsse es entschieden ablehnen, in Betreff dieses letzten Punktes (bindende Versicherungen für die Zukunft) sich in weitere Diskussionen einzulassen. Was er heute Morgen gesagt, wäre Allerböcbstsem letztes Wort in dieser Sache, und er könne sich lediglich darauf berufen. Auf die Versicherung, daß auf die Ankunft des Grafen Bismarck in Ems auch für den nächsten Tag bestimmt nicht zu rechnen sei, erklärte Graf Bencdctti, sich seinerseits bei dieser Erklärung Sr. Majestät des Königs beruhigen zu wollen." — Sämmtltche Audienzen tragen den Charakter von Privatgesprächen, da sich Benedetti niemals als Beauftragter oder Unterhändler gerirte. Der „Staatsanzeiger" bemerkt, daß cs ter französischen Regierung vollkommen bekannt war, daß Freiherr v. Werther nicht abberufen worden, sondern aus persönlichen Gründen Urlaub erhalten und die Geschäfte, wie schon früher öfter, dem Grafen SolmS abgetreten, dies auch dem Gouvernement angezeigt habe. 19. Juli. Die „Grazer Tagespost", das Organ Rechbauer'S schreibt: „Wir Deutsch - Oesterreicher wünschen aus voller Seele, daß das Kriegs glück die Waffen Preußens begleite, und daß Preußen, wenn eS siegt, aus Grcßdeutschland einen Freiheitsstaat bilde, welcher die Gewähr seines Fortbestandes in sich trägt. Hat Bismarck 1866 mit revolutionären Elementen gearbeitet, so benütze er 1870 den FreibeitSenthu- siaSmuS des deutschen Volkes, um den Feind zu bestehen, und um die höchsten politischen Wünsche desselben ehrlich und ganz zu befriedigen." Berlin, 19. Juli. Se. Majestät der König eröffnete den Reichstag des Norddeutschen Bundes mit folgender Thronrede: „Geehrte Herren vom Reichstage des Norddeutschen Bundes! Als Ich Sie bei Ihrem letzten Zusommentreten an dieser Stelle im Namen der verbündeten Regie- rungen willkommen hieß, durfte ich es mit freudigem Danke bezeugen, daß Meinem aufrichtigen Streben, den Wünschen der Völker und den Bedürfnissen der Ctvilisation durch Verhütung jeder Störung des Friedens zu entsprechen, Cer Erfolg unter Gottes Beistand nicht gefehlt habe. Wenn nichtsdestoweniger Kriegsdrohung und Kriegsgefahr den verbündeten Negierungen die Pflicht auferlegt haben, Sie zu einer außerordentlichen Session zu berufen, so wird in Ihnen wie in Uns die Ueberzeugung lebendig sein, daß der Norddeutsche Bund die deutsche Volkskraft nicht zur Gefährdung, sondern zu einer starken Stütze dcs allgemeinen Friedens auszubilden bemüht war, und daß wenn wir gegenwärtig diese Volkskraft zum Schutze unfern Unabhängigkeit anruftn, wir nur dem Gebote der Ehre und der Pflicht gehorchen. Die spanische Thloncanditur eines deutschen Prinzen, deren Aufstellung und Beseitigung die verbündeten Regierungen gleich fern standen, und die für den Norddeutschen Bund nur insofern von Interesse war, als die Negierung jener uns befreundeten Nation daran die Hoffnung zu knüpfen schien, einem vielgeprüften Lande die Bürgschaften einer geordneten und friedliebenden Regierung zuzuwcnden, hat dem Gouvernement dcs Kaisers der Franzosen den Vorwand geboten, in einer dem diplomatischen Verkehr seit langer Zeit unbekannten Weise den Krieggsall zu stellen und denselben auch nach Beseitigung jenes Vorwandes mit jener Geringschätzung des Anrechtes der Völker auf tue Segnungen des Friedens festzuhalten, von welcher die Geschichte früherer Herrscher Frankreichs analoge Beispiele bietet. Hat Deutschland derartige Vergewaltigungen seines Rechts und seiner Ehre in früheren Jahrhunderten schweigend ertragen, so ertrug es sie nur, well es in feiner Zerrissenheit nicht wußte, wie stark cs war. Heute, wo das Band geistiger und rechtlicher Eini- gung, welches die Befreiungskriege zu knüpfen begannen, die deutschen Stämme je länger desto inniger verbündet; heute, wo Deutschlands Rüstung dem Feinde keine Oeffnung mehr dielet, trägt Deutschland in sich selber den Willen und die Kraft der Abwehr erneuter französischer Gewalttat. Es ist keine Ueberhebung, welche Mir diese Worte in den Mund legt; die verbündeten Regierungen, wie Ich selbst, Wir handeln in dem vollen Bewußtsein, daß Sieg und Niederlage in den Händen de» Lenkers der Schlachten ruht. Wir haben mit klaren Blicken die Verantwortlichkeit ermessen, welche vor den Gerichten Gottes und der Menschen den trifft, der zwei große und friedliche Völker im Herzen Eu- ropa's zu verheerenden Kriegen treibt. Das deutsche wie das französische Volk, beide die Segnungen christlicher Gesittung und steigenden Wohlstandes gleichmäßig genießend und begehrend, sind zu einem heilsameren Wettkampfe berufen, als zu dem blutigen der Waffen. Doch die Machthaber Frank- reichs haben es verstanden, das wohlberechtigte aber reizbare Selbstgefühl unseres großen Nachbarvolkes durch berechnete Mißlejtung für persönliche Interessen und Leidenschaften auSzubeuNn. Je mehr die verbündeten Regierungen sich bewußt sind, alles, was Ehre und Würde gestattet, gethan zu haben, um Europa die Segnungen des Friedens zu bewahren, und je unzweideutiger es vor Aller Augen liegt, daß man uns das Schwert in die Hand gezwungen hat, mit um so größerer Zuversicht wenden wir uns, gestützt auf den einmütigen Willen der deutschen Regierungen, des Südens wie des Nordens, an die Vaterlandsliebe und die Opser- willigkeit des deutschen Volkes mit dem Aufrufe zur Vertheidigung seiner Ehre und Unabhängigkeit. Wir werden nach dem Beispiele unserer Väter für unsere Freiheit und für unser Recht gegen die Gewaltthat fremder Eroberer kämpfen und in diesem Kampfe, in dem wir kein anderes Ziel verfolgen, als den Frieden Europa's dauernd zu sichern, wird Gott mit uns fein, wie er mit unfern Vätern war." Hessen. Darmstadt, 18. Juli. Die Stande des Groß- herzogthumS find auf den 20. d. zu einer Sitzung einbcrufen wurden. Alle Mitglieder der beiden Kammern, denen die Einladung der Herren Präsidenten nicht rechtzeitig zukommen sollte, werden ersucht, sich an dem genannten Tage hrer einzufinden. Preußen. Göttingen, 16. Juli. Einem Prrvaischreiben von da eirtiiebmeir wir Folgendes: Herrlich hat die Kriegserklärung hier Alles geeinigt. Ich höre von Leuten aus dem Volk, daß unter den Hannoveranern der PartikulariSmuS verstummt vor dem Gedanken, daß die Franzosen aus die Deutschen gehen. Es sollen stch ehemalige hannöverische Deserteure schon zu den preußilchen Fahnen gestellt haben. Die Universität ist in hellen Flammen. Gestern Mittag kam König Wilhelm mit Ertrazug hier durch. Die ganze Studentenschaft am Bahnhof unter fünf Minuten langem Hurrah — so daß ein Herr aus des König- Gefolge begeistert auörief: wenn es noch eine solche Jugend hat, kann Deutschland nicht untergehen! Berlin, 19. Juli. Nach Verlesung der Thronrede sagte Graf BiSmarck: Nach den Worten, die wir soeben von Sr. Majestät dem Könige gehört haben, habe ich nichts zu sagen. Wiesbaden, 17. Juli. Der „Rh. K." schreibt: Herzog Adolf von Nassau hat, wie man hier allgemein erzählt, sich für den bevorstehenden Krieg dem obersten Bunbeöfeldherrn zur Verfügung gestellt. Auch Prinz NicolauS von Nassau sott seine Dienste augeboten haben. Der Erbprinz von Nassau steht bekanntlich als Portepüefähnrich im 12. norddeutschen (königlich sächsischen) Armeecorps. Berlin, 19. Juli. Das Obercommando der Süd-Armee wird der Kronprinz, daS der Nvrd-Armee der Prinz Friedrich Karl übernehmen. Der Kronprinz hat bekanntlich das Eom- mando des 2. lpommer'schen) Armeecorps an den General v. Franseckt abgegeben ; jetzt ist auch an Stelle des Prinzen Friedrich Karl der General v. Göben zum Eommandeur deS 3. (brandenburgischen) Armeecorps ernannt worden. Oesterreich. Wien, 15. Juli. Die hier lebenden Preußen sind nun wirklich ein berufen ; der Frachtenverkehr mit den preußischen Bahnen rst gestört. (C. v. u. f. D.) Böhmen. Prag, 15 Juli. GS ist hier das Gerücht verbreitet, daß die FestungS - Eommandanten von KönigSgrätz, Josephstadt und Theresienstadt Auftrag erhielten, die Festungen zu armiren und zu verproviantiren. Pariser BanquierS Haden hiesigen Geschäftsfreunden den bevorstehenden Abschluß einer Kriegsanleihe angezcigt. (91. Fr. Pr.) Bayer« München, 16. Juli. Die „91. W. 3. sagt: Bayern, sowie die übrigen süddeutschen Staaten erhielten heute von Frankreich 24 Stunden Bedenkzeit, widrigenfalls die Pfalz beietzt würde; Minister Bray hat dem französischen Gesandten erwidert, daß Bayern das Trutzbündniß aufrecht erhalten rind Preußen gegen Frankreich unterstützen werde. Germersheim ist gegen jeden Angriff ausreichend ausgerüstet, übrigens erwartet man den Einmarsch der preußischen Truppen in der Pfalz. München, 17. Juli. Heute ist für Bayern das Verbot der Aus- und Durchfuhr von Waffen und Kriegsbedarf aller Art nie im Norddeutschen Bunde verfügt worden. München, 17. Juli. Eine unzählige Menschenmenge zog heute 91achmittag gegen 4