äet e*üä . . vvt 6ab ä: ■ ’TVf‘ rnde Li1*/ ic* laufendk» ä:Uh=s"w übtnb^ e von CG. §9 K.®®«tau Kirch-Göns. >bng. "* tztzW H ’ 5^ Anfang ge=ij »rint Abon-tz IWiKbint^ * A 7e' L mnachtt. • »S >«KH »g. ; wir den Betrieb ißt dahin *ö#? ’atbtiiun^ von Auf- vz zuftickenstellenke ji Wetzlar. iroeber. L . unD O"1^' fi Lorstkllu"' r u® „ ÄjSf trnwirtbl*^ Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich brei* mal: Dienstags, D onner- stagS und Samstags. — Expedition: Eanzleibecg Ltt. B Nr. 1. Mnzeige- und Amtsötatt für den Kreis Kielen. 1870. Dienstag den 21. Juni Nr. 72. n<£- Einladung >utti Abonnement, Mit dem 1. Juli 1870 beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den Gretzenev Anzeiger. Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet ui Gießen vierteljährlich 86 Kreuzer frei iu'L Haus geliefert. - Für auswärtige Abonnenten, welche-nur bei.der Post oder den Landpostboten abonniren können, beträgt der fahrige Slbonnementspreis LS Kreuzer ÜUL ^sb^^Die auswärtigen Abonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß nur zählkge Nummern des Blattes geliefert werden können, wenn sie schon letzt bet der Pott lhr bonne»nent^erneuern. Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung! erfolgt, »a« Bl°» an» im III. Onar.» 1870 zuftnd... und dm Äe'Ävs " i vi n *11~ ' Amtli d> c BekanntmsehrZngen. am Lumpengäßchen, im Heegstrauch, daselbst, 2) 3) 4) 5) 104 335 844 1596 888 im Heegstrauch, daselbst, L- Hahn, Bezirksbauaufseher. Emil Fischbach, Selterswea- unschädlichen mengesetzt, Waschblau empfiehlt (2958) der Chaussee. . Gießen, den 16. Juni 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K- Vogt- __________ Ardeilsvnsteigerung zu Mainzlar. 2950) Donnerstag den 23. d. M-, Nachmittags 3 Uhr, sollen folgende Arbeiten auf dem Nachhause öffentlich in Akkord gegeben werden: 1) Steinbrecher!, Fahren, Aufsetzen und Steinschlagen, zur Unterhaltung der Straßen im Ort, veranschlagt zu 2914) Ein Pumpe nebst Zugehör ist zu verkaufen. H- M- Jughardt. Hcugras-Lersteigeruug. 2887) Donnerstag den 23. Juni, Nachmittags 4 Uhr, soll das Heugras von nachverzeichneten Wiesen, dem Heinrich Becker gehörig, an Ort und Stelle versteigert werden, als: Heugras - Versteigerung. 2949) Künftigen Donnerstag, den 23. d. M., des Vormittags 10 Uhr, soll das der Gemeinde Trohe gehörige Heugras versteigert werden. Trohe, den 19. Juni 1870. Grobherzogliche Bürgermetsterer ^rohe. Schw a r z- Besondere Bekanntmachungen. Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft. Bekanntmachung. 2954) Arn 26. d. Mts. wird in der Kirche zu Groß-Buseck eine neue Orgel eingeweiht, womit ein Orgel-Eoncert verbunden ist. Den Besuchern dieser Feier wird eine Fahrgeld- «ermäßigung in der Weife gewährt, daß dte an diesem Tage zu den Zugen I, U, III und IV in Gießen, Reiskirchen und Grunberg nach Groß-Buseck ausgegebenen Billete l. Klasse zur Hin- und Rückfahrt. m H- Wa- genklasse und Billete II. Klas e zur H'n- und Rückfahrt in Ul. Wagenklasse, wenn die Rückfahrt mit den Zügen v und VI angetreten wird, berechtigen. Gießen, im Juni 1870. Der Verwaltungsrath. 63 fl. 12 fr. Maurerarbeit bei der Mühle, veranschlagt zu 48 fl. Pflasterarbeit am Eichweg, veranschlagt zu 336 fl Lieferung der Pflastersteine, veranschlagt zu 244 fl. 48 fr. Anfuhr des Pflastersandes, veranschlagt Holtversteigeruug. 2953) Freitag den 24. d. Mts., von Morgens 9 Ubr an, soll im Gcubentticher Gemeiudewalde, Di- mKlftr. 540 Wiese am Langensteeg, Nord - Westdeutscher Eisenbahn- Verband. Bekanntmachung. 2955) Für die directe Beförderung von Gütern, Fahrzeugen, Thieren und Leichen kuf den Bahnen des Nord-Westdeutschen Eisenbahn-Verbandes treten vorn 1. August 1870 ab neue Reglements und Tarife m Kraft, durch welche die seit dem 1. Januar 1869 bestehenden Reglements und Tarife nebst den hierzu erschienenen Nachträgen aufgehoben werden. Die neuen Reglements und Tarife fon. nen vom 24. d. Mts. an bet den Verbands Güter- und EilgufiExped.t.onen e'ngesehen werden und sind Exemplare„ders^ben zu Kostenpreise von 15 Sgr. käuflich daselbst zu erhalten. Cassel, den 15. Juni 1870. Königliche Direction der Matn-Weser-Bahn Bekanntmachung. 2943) Vom 20. d. Mts. ab werden auf den Stationen Cassel, Wabern, Marburg, Nauheim, Friedberg und Frankfurt Rundreise-MUts für die Tour: Cassel - Frankfurt - Wiesbaden — Oberlahnstein - Wetzlar - ®te= feen — Cassel, beziehungsweise non den Stationen Cassel, Wabern und Marburg ab in der Richtung nach Gießen — Wetzlar oder nach Frankfurt, mit 14tagiger Gültigkeit und zu ermäßigten Fahrpreisen ausgegeben. Cassel, ben 16. Ium 1870. Nomglichc Dlrcctton der Main-Weser-Bahn Heugraö - Versteigerung. 2944) Freitag den 24. d. Mts., J von Morgens 9 Uhr an soll das Heugras von den hiesigen Gerneinde- wiesen circa 111 Morgen hallend, an Oit und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist rote gewöhnlich zur bestimmten Stunde bei der Fuß'nuhle. Groß-Buieck, am 18. Junt 1870. , Grobherzogliche Burgermetstcret Groß-Buseck. Wagner. zu 84 fl- . 6) Steinbrechen, Stcinfahrcn, Stetnsetzen, Steinschlagen, zur Unterhaltung der Wege, veranschlagt zu 189 fl. 36 fr. 7) Wcisbinderarbeit an der Brücke, veranschlagt zu 20 fl Mainzlar, am 20. Junt 18/0. Großherzogliche Bürgermeisterei Matnzlar. Feinste Reisstärke, „ Waizenstärke, Prima-Kernseife, Waschpulver, aus schmutzauflosenden, Bestandtheilen zusam- strict Johanneshölzchen, nachstehendes Holz zur Versteigerung kommen, als: 44 Haufen Eichen - Stangen von lo bis 25 Fuß Länge, mit 947 Cubikfuß, 1725 Wellen Eichcn-Lohholz-Reiser. Der Anfang ist am Wege nach Ltch an der Salinistraße. Garbenleich, am 18. Juni 1870. GroßherzoglicheBürgermeistereiGarbentetch. S chro arz. mKlftr. 1228 Wiese im Wether, Die Vergebung von Planir-, F'chr- unb Pflasterarbeit bei der Stadt Gießen. 2897) Mittwoch den 22. Juni 1870, des Vormittags 9 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden verge- Planirarbeit, veranschlagt zu 46 fl. 25 kr. Anfuhr von Sand, „ n 150 » » Pflasterarbeit, „ ,, 2o0 „ — „ Gießen, den 17. Juni 1870. Großherzogliche Bürgermetsteret Gteßcn. ________ Vogt.__ 2889) Dienstag den 21. Juni, Nachmittags 5 Uhr, soll das Heugras von den, dem Herrn Ludwig Herbert gehörigen Wiesen verstetgert werden, als: Hengraöversteigerungen der Fürst-, lich Solmflschen Rentei Lich. * A. Gemarkung Lich. 2906) Donnerstag den 23. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, , Wiesen am Mittelgraben, Großer Wörth, den Wiesengrund herab bis zum Bleichgarten am Dietert, zusammen 72 Morgen. Zusammenkunft an der Erlesdergbrucke, dem Großen Wörth gegenüber. _ B. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder-Bessingen. Freitag den 24. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummenwiese, Riedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 133 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachen. C. Gemarkung Burkhardsfelden. Montag den 27. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Monchwtese. Die Ausgebote geschehen in Abthetlungen von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wtrd Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. Lich, den 15. Juni 1870. Fürstlich Solmsische Reutet daselbst. Kreutzer. ______ Gesunden: Dreißig Gulden Geld. Der Eigenthümer kann das Geld auf dem Poltzet-Bureau in ^^ßher"zÄche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Gießen, den 19. Juni 1870. D/ Nover. § Zu verkaufen: 30 Stück gut erhaltene Fenster. _____ Fr. Bender & Comp. 2901) Festgebrannte Backsteine sind zu haben bei__E Etchenb eig. 2781) Nene Matjes - Häringe empfehlen J I. 2l. Vusck Svhne. 295i) Kernerbfen, täglich frisch gebrochen, sind zu haben bei Th. Rauten ft rauch, _____________an der Schoor. 2782) Extra feine Reisstärke, Waschpulver, Waschblau und Flcckcnsetfe empfehlen I. A. Busch Söhne. daselbst, t 1006 „ an der Erdkaute tn den Rodern. Die Zusammenkunft ist im Weiher an Heuaras - Versteigerung. 2898) Mittwoch den 22. Juni, Abends 6 Uhr, wird das Heugras von 5 Morgen Wiesen neben unserer Fabrik in Ablheilungen ver- steigert. Gailische TSollenspinneret. Feilgebotenes. 411 352 daselbst, Wiesen-Viertel, Nr. 21, auf der Burg. Die Zusammenkunft ist am Langensteeg. J Fr. Muller. der und N die Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie DortO. Killisch «ZW in Berlin, Louisenstratze 45. — Bereits über Hundert geheilt. (201)88SSS8 verchrlichen Publikum hier-! Ein schon gebrauchtes Handbuch der Na- b.ie eX?cÄene r ^6 lch fkde Ar-Iturkunde, Erdbeschreibung rc. von Dr. Karl n PT r T rTT ’lufibiounMAhflH t am aRI aT ... j. iyt\ • « .. Von Äeht.käukasisci® ■ •: Ilan- wö- Preis 2945) 2960) Eine Beille mit Futteral wurde auf dem Wege von der Heuchelheimer Mühle bis zur Stadt verloren. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung Mäusburg B. 49. 2708) Ein angehender Kellner oder ein Zapfjunge werden gesucht im Darmftädter HauS Wagner wird zu kaufen gesucht, wem? sagt die Exped. d. Bltts. 2948) Schwemmttcin (oder Kalkmnd, auch Tuffstein genannt), non 26‘/2, 12>/2 und 8 cm. oder lo, 43/4 und 3" rhld. (mit Bieker Wasferkalk unter 60—70,000 Pfd. dargestcllt). sowohl für Ausmauerung von Fachwänden, als zur Aufführung massiver Gebäude dienlich, empfiehlt Th. Wurmbach zu Herborn. beit im Weißzeugnähen sowohl, als auch im Sticken, übernehme. Meine Wohnung befindet sich im Ri ch ter'schen Vorderhause in der Wolkengasse. G. Lanz. 2917) Eine kleine Fannlienwobnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei _______Will). Nage l. OoaicöreEBa.66 Samstag den 25. Juni, Abends 9 Uhr: Versamml u n g. 2927) Ein zuverlässiges Kindermädchen wird gesucht Lit. B. 149, Neuenweger Thor. K 2957) Geleimtes festes, bedrucktes Maculatur-Schreibpapier in ganzen Bogen — verfcbiedene Formate — bei Carl Augu st Große, in Frankfurt a. M. Nationale Tendenz. Reichhaltiges delsblatt. Feuilleton. Erscheinen: chentlich 13 Mal. Vierteljährlicher 2934) Zwei Arbeiter können Schlafstät- ten erhalten. Näheres zu erfragen Wall- Zweites Coneert im Sommer- Ab o n n cment des Gießener Concert-Vere ins Freitag den 24. Juni 1870, Abends 6 Uhr, im Club Saale, unter gütiger Mitwirkung Fräulein Anna Steffan, Concertsängerin aus Weimar des akademischen Gesangvereins. Bekanntmachung. 2869) Meine Wohnung befindet, sich von heute au in dem Hanse des Herrn Friedrich Schwaab auf dem Seltersberg (Neue Straße neben dem Hessischen Hof, in der Nähe des Eisenbahnhofes.) Gießen, den 15. Juni 1870. Diery, Hofger.-Advocat. 2969) Nr. 150 hat das Fäßchen von Küfermeister Hewig gewonnen. Schmidt, Polizeidiener. Fulrlwdm-Anstrich. Fußbodenlack, sofort trocknend, Leinolsiccatif zum Einölen, Oelfarben, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden, cm- psiehlt Emil Fischbach, (2959) Seltersweg. Ausstellung lilndwirthschastlicher Maschinen vom 3. bis 5. Juli 1 870. 2936) Es wird ein braves Mädchen sogleich, oder auf Johanni, gegen 60—70 fl. Lohn in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Blattes. Portland - Ceinent, vorzüglichste Qualität, aus der Fabrik vou Chr. Lothary tu Mainz, sowie Sändsteinplalten, Trrppensteine und Spalierlalten, empfiehlt zu deu billigsten Preisen Dan. Wirths Nachfolger (Th. Geilfus). Bürger-Club. Generalversammlung den 26. Juni, Abends 8 Uhr, wozu Tagesordnung im Locale zu ersehen. (2933) Der Vorstand. Bürger-Club. 2966) Da die auf den 19. d. Mts.' anberaumte Parthie nach Kloster Arnsburg durch den Vorstand bis auf Weiteres verschoben wurde, laden einige außerordentliche Mitglieder die jungen Leute des Bürger - Club zu einer Besprechung, bezüglich einer bis kommenden Sonntag stattfinden sollenden Leiter- magen-Parthie auf heute Abend, den 21. d- Mts., um 8 Uhr, in's CafoRoloff ein Mehrere außerordentliche ______ Mitglieder. 1 Bei Carl Frech in Gießen allein, ächt zu beziehen. (2022) in Frankfurt fl. 1. 45, mit Postaufschlaff fl. 2. 12. Vermischte Anzeigen Turnverein. 2965) Diejenigen Vereinsmitglieder, welche sich bei dem am 3. und 4. Juli in Lich stattfindenden Turnfeste des Bezilks Hessen betheiligen wollen, sind gebeten, sich bei den Herren Louis Stohr oder Aug. Reyher bis zum Freitag Abend einschrci- ben zu wollen. Der bei der Einzcichnung zu entrichtende Festbcitrag beträgt 24 fr. Der Vorst and. Allgemeine Indullrie-Ausstellmig int Auepark zu Cassel. 2819) lieber 1100 Aussteller, erste Firmen Deutschlands. Täglich zwei Con- certe der Mannsfeldt'schen Capelle im Auepark, bei ungünstigem Wetter im Orangerie- ichloste. Zwei große Restaurationen mit der Ausstellung verbunden. Circus Renz 5 Mtnuten entfernt. 0 „ A"Ar den Hotels mehr als 2000 Wohnungen zum Preise von 15 Sgr. bis 1 Thlr. Nachmetiung derselben auf dem Bahnhofe. Jede Woche Extrazüge von Berlin, Leipzig, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, außerdem bedeutende Preisermäßigungen von allen Eisenbahnverwaltungen. Der Vorstand. 2651) Für ein feineres DetailGeschäft muu. rairl» anfcr günstigen Bedingungen ein jun- thorstraße Nr. 151. »er Mann als Lehrling gesucht. Gewandte Handschrift erwünscht. Näheres im Expreß-Büreau. Circus Renz in Cassel. Täglich 7 Uhr Abends Vorstellung in der höheren Reitkunst, Pferdedressur und Gymnastik. 3W Um jede irrige Meinung zu widerlege», erlaube ich mir einem hochgeehrten Publikum ganz ergebenst anzuzeigen, daß der Aufenthalt meiner Gesellschaft nicht über die Dauer der Ausstelluna, sondern nur kurze Zeit hiersetbst sein wird. 1 E. Renz, Director. Anmeldeformulare für die im September d. I. zu Gießen stattfiudende Ausstelluuq von Industrie- Erzeugnissen sind zu beziehen durch die Herren Dr. Buchner Ferdinand A""- I. Haustein, Heinr. Hornberger, Kreisassissor Kekul«, x Bauaccessist B>iesteü, sowie durch den Gewerbvereinsdiener Schmidt zu Gießen. (2968) M r2 2864) Frankfurter TAGEBLATT und Handels • Courier. 3 < ” ■’ ’ * v ? v v ’M Dratimum tn vier Abteilungen, nach Thomson, für Solostimmen, Chor und Orchester compouirt von Joseph Haydn. Der Vorstand des Concer (Vereins. 2900) Um damit zu räumen, verkaufe ich Crinolinen und Korsetten unter dem Fabrikpreise. E. Eich en berg. 2749) Zwei Parterre - Zimmer sind an etne Dame ohne eigenen Haushalt ober an einen älteren Herrn zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. _ 2y°2) Ein gut möblirtes Zimmer mit Eabmet ist zu vermiethen bei _________________E Eichenberg. Beachtenswerth! 76) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Spezialarzt Dr. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz). AnMagenkrampf, Verdauungsschwäche rc. rc. Leidenden' wird das fast 50 Jahre segensreich wirkende Dr. med. Doeoks'scheHeilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp. d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doccks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345) 2856) Guten Mittagstisch, im Abonnement zu 15 und 20 fr., empfiehlt Karl Ludwig, am Asterweg. 2939) Zwei Schreincrgesellen werden gesucht von W. Kratzenberger, Cchreinermeistcr. 2793) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Wallthorstraße A. 227. 1870) In meinem Nebenhause sind 4 große ineinandergehende Zimmer mit Küche und Bodenraum, sofort beziehbar, zu vermiethen. E. Pitthan. 2946) Das bisher von Herrn R o ß m a n n bewohnte Logis ist durch dessen Versetzung anderweit zu vermiethen und im September, auf Verlangen auch früher, zu beziehen. Ehr. Reiber. 2797) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Lindenplatz Lit. A. Nr. 244. 2899) Eine große noch in gutem Zustande befindliche Drehbank sieht zu verkaufen bei _________________ Willi Nagel. 2861) Die Klee-Crndte von 1V» Viertel Land ist zu verkaufen bei F- Zülch Wittroe. 2963) Ich bin Willens, meine Hausund Küchengeräthschaften, einen Marktstand mit Zugehör, sowie sonstige Gegenstände, aus freier Hand zu verkaufen. A. E. Hoffmann, Asterweg A. 105. 2947) Ich bin Willens, mein in der Sandgasse gelegenes Wohnhaus nebst Stallung aus freier Hand zu verkaufen. _____Chr. Preisaa. 2913) Zwei Wiesen von 1288 und 227 Klafter sind zu verpachten. H. M. JugHardt. 2964) Der Mansarden-Stock, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Keller rc., sowie zwei ineinandergehende Zimmer im unteren Stock, sind in unserem neuen Hause am Seltersberg beziehbar und können vermie- thct werden. H. Adami ) nv °on li 2zr. bis nortr, Düsseldorf, tnbabnDfrmaltungni 'rr Vorstand. z unb HytimM. b mit tintm hvckzr- t Aufenthalt nuiurr lellung, sondttll - ranbbutb drr ^ ,rfl k, von Or ÄIJT* mffli gesucht. $in b Sln^_____ r - |L KkltnasieN/ . ^ Harnblase und Ans blutiger Zeit. Historische Novelle von Hermann Hirschfeld. (Fortsetzung.) Jubelt nur, ihr Uibermüthigen! flüsterte sie vor sich hin, auch eure Bar- Iholomäusnacht ist nicht mehr weit, in jenen Sternen fleht Euer LooS gefchrie- den. Uno Du, stolze Herzogin, vie Du glaubst mich verdunkeln zu können durch Deine Schönhe.t, Deine Pracht, auch Du zittere. Ader nimmer wirst Du triumphiren, mein Haß senkt seine Fittige über Euch Alle, bis die Wucht Euch zu Boten drückt und Ihr gewesen seid. Sie hielt inne, ein Lächeln der Freude glitt über ihr Antlitz. Ihr scharfes Auge erkannte einen Ritter, der, in s.inen Mantel gehüllt, unter dem Bal- kon erschien und ein stummes Zeichen gab. Dann entfernte er sich in der Richtung des Palastes der Guiscn. Keiner hätte in dem festen Tritt dieses Mannes, in der stolzen, kriegerischen Haltung desselben den zierlichen Abb6 wieder erkannt, der noch wenige Augenblicke vorher sich zu den Füßen Catharina'ö niedergelussen hatte. Wohlgefällig blickte ihm die Königin nach. Pünktlich, wie immer, sagte sie, bei Gott, er verdient es, mein Schützling zu sein. Aber wie würden seine Dienste ausfallen, wenn ich sie nicht vergoldete? Ja, nur das Goto regiert, nur die Macht, und wohl dem Besitzenden, wohl dem Mächtigen, dem es "vergönnt ist, sich aufzuschwingen über die Häupter Gemeinheit, wohl dem, ter kein anderes über sich zu dulden braucht, -als fein eigenes und unerreichbar dasteht, Keinem unterworfen, als dem höchsten Könige. .... Sie trat in das Zimmer zurück, ein Zug der Klingel rtcf ihre Damen berbei, Heller Kerzenglanz eileuchtcte das soeben noch dunkle Gemach; die Kö- miain ging zur Ruhe, ihr seidenes Lager empfing sie, im Vorsaal schliefen thre Ehrendantrn, an der Thür hielten dte Wachen Auisicht, aber leise, geisterhaft schUch Traum um Traum durch Mauern und Thünn, vcn^knnen Hellebarden gewehrt, und die Hofdamen erwachten von dem bangen Stöhnen ter großen Königin Catharina von Meoicis. * Wie schmetterten lustig die Fanfaren, wie brach sich der Schall fröhlicher Stimmen in den hohen Wölbungen des Palastes Guise. Das Fest schien auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein. Aller Sinnenk.tztl, feder raffintrte Genuß, den die italienische Catharina als Gabe der Pandöra in ihre neue Heimaih einaeführt und der bei tem üppigen, heißblütigen Frankreich nur zu leicht Ctn- aana gesunden, hatte die Augen und Ohren der geladenen Gaste betäubt, jn den Boriälen und in den geräumigen Gewölben des Palastes war die Diener- schäft tem Beispiele des Herrn gefolgt, halbtrunken lagerten die Lakaien des Hauses auf den Divans umher, während andere den Gasten gehörige Diener in Gruppen zerstreut die Karten oder die Würfel ergriffen halten. Keiner achtete in dem allgemeinen Taumel darauf, daß fttzt ein Ritter festen Schrittes den Borsaal betrat und sich dem Orte des Festes näherte. Wohl machten einige der Wächter Anstalt, sich zu erheben. Allein, war es Vie Wirkung der Trunkenheit, war es der gebietende Blick des Fremden, Keiner vertrat ihm den Weg, als er jetzt, die hohen eichenen Flugelthuren offneno, den Hauptsaal des Palastes betrat. Bor ihm lag eine lange Gallerie, deren holzgetäfelte Wände mit Wand- leuchtern geschmückt waren, auf denen wohlriechende Wachskerzen flammten, eine lange Taft!, strahlend von Silber, Blumen und Lichtern und besetzt mit tiner zahlreiche», aus den ($oel|hn Fr-mkr-.ch- bestehenden Gts-llfch-fl, wahrend die Haupipe.s°n°n des Festes auf emer Estrade, die sich e.n.ge S.uf.n erh . am Ende der Gallerie befand, Platz genommen. Hier saß jener berühmte Hein- rich von Guise, ein Mann von hoher, imposanter Gestalt, mit ^an"lld)J.^n£" ogacn neben ihm sein Bruder, der Cardinal, im Ornate der Kirche, mit den xotW. h-rmklmd-rbrämien Manie! geschmückt und in "--traute- Uu.-rh-> ,ung mit seine, Nachbarin, der schonen geisteetchen V-rj°g-n »°n Mon'P-nsu , d-gr ff n, die nach kaum ein,äh,iger Ehe mit einem seiner Neffen al» Wi twe von ihren Gütern^heimkehrte, um ihrem Hange zur Entfaltung ihrer Nelchlhumer an dem glänzendsten der Hofe ohne Zwang fröhnen zu können. Eugenie von Montpensier stand .m dreißigsten Jahr, aber »" 8'«« ihrer Augen, ihr etwas gebräunter lernt, ließen sie bedeutend zunzer er chemen re Büste war von vollendeter Form und ihre Haltung trug «inen fürstlichen An- ^Auch^°n"°-n Gästen unbemerkt, brückte sich der Ri.'» 'n -in- Nische de. hohen Bogenfenster und beobachtete von hier au» b.e <Ä-s-ll,qa,t. ’ 9 Eben hatte der Wirth de» Hauses, Herzog Heinrich "°n Gmsc, -men Trinkivruch aus den regierenden Monarchen ausgebracht, ter lubelnd aufgenom. $ ‘ LPr n,n war und jetzt erhob sich der Cardinal, nachdem er einen Blick des Emverständnisse« 'mit seiner Nichte getauscht hatte, und trank auf tn, Wohl der °^°"Abcr"knn"GläsrUlaug antwortete ihm fröhlich jauchzend. Die Stirn der Männer warf sich in trotzigen Fallen aus und ein dusteres Murmeln durchdrang -sfÄTOEr*«** * «* *-» ^. Becker r ariff unk ihn hoch emporhalt-nb mit lauter Slimme sprach! ^ W» M e« di- unser schone- Fran,reich vernicht,.^ W-r ist ... d.e Tod und 8u. in di- grünen Furchen der sranzöstschen Fluren sa.t^ ^mäßigen Nam?7s-m7-°Lg-^wöhl aber zischeln"°ie bleichen Lippen den Na- T.” ... *...«»”Sd” schallte es in hundertstimmigem Chore, Verderben der Tyranne . waren m ten Saal gestiegen, um sich unter dir einzeln vertheilten Gruppen zu wischen. Geschäitig schlich Oer Ritter umher, stets die Nähe des Cardinals und des Herzogs vermeidend : ud doch jedes Wort mit gierigem Ohre aussaugend. Seinem scharfen Blick entg vg es nicht, daß der Herzog mehreren der anweftn- den Herren Leine Zettel tn die Hand drückte und dann bedeutsam den Finger auf den Mund zum Zeichen des Schweigens legte. Man rüstete sich zum Aufbruch, die Lakaien in den Borsälen fuhren empor und geleiteten ihre Herrschaften zu den schwerfälligen Karossen; nur eine geringe Anzahl meist bejahrter Cdelleute biteben in dem Festsaal zurück, und sonderbar, gerade diejenigen, die vorhin jene geheime Weisung erhalten hatten. Jetzt war auch der Ton des letzten davonrollenden Wagens verhallt, die versamwblten Herren traten auf die Estrade und Herzog Heinrich ergriff das Wort. In einer gewichtigen Sache, meine edle Herren, erbitte ich mir Ihren Rath und Ihren Beistand; aber nicht hier, an diesem Orte des Festes, wo die Wände Ohren haben, ist die Stätte, Meinungen und Ansichten auszutauschen. Folgen Sie mir in mein Cabinet und dort, vor jedem Späherauge und Ohre sicher, wollen wir wachen, diese Nacht hindurch zum Heil des Königs und des Landes. , . Da trat ter Präsident der städtischen Gerichte, ein ehrwürdiger Greis, hervor, und auf ten Herzog zuschreitend, sprach er: Nicht also, edler Herr. Vergönnt mir, aus Eurer Mitte fern zu bleiben. Wahr ist's, mich jammert des Druckes, den eine harte Hand auf unser schönes Frankreich ausübt, aber ich bebe vor einem Entschluß zurück, der neue Ströme Blutes über ten eben erst trockenen Boden des Landes ergießen könnte. Lassen Sie mich alten Mann Ihr Warner sein, beschließt nichts, denn blutig werden die Flüchte fallen, blutig wird Frankreich abermals, oder Euer eignes Haupt. Furchten Sie sich vor der Tyrannei? fragte einer der Ritter höhnisch, so bleiben Sie weg aus tem Rathe unverzagter Männer. Ja, ich fürchte mich, dinn ich habe Weib und Kinder, und die Rache Catharina's von MediciS reicht weit, ermieterte der Greis ruhig. Meine Jahre sind gezählt, mein Haar ist grau, warum mich noch in Parteiungen mischen, deren Ende ich kaum mehr erlebe. Wohl, so geht denn! nahm Herzog Heinrich unmuthig das Wort, und Sie, meine Herren, folgen Sie mir. Mit diesen Worten verließ er die Gallerie. Der Ritter stand unschlüssig, aber nach einer kurzen Ueberlegung folgte er tem letzten der Herren in den Seitenflügel des Palastes, wo sich das Geheimzimmer des Herzogs befand. An ter Thür desselben stand der Gantinal, mit scharfem Blicke an jeden der EintnLnden ein Wort richtend. Umsonst hoffte ter fremte Ritter, unbemerkt von seinem spähenden Auge zu bleiben, die Hand des Geistlichen legte sich schwer auf feine Schulter. Abbü von Teiranti, Pater Ignaz genannt-, sagte er mit lauter stimme, gehet hin und berichtet Eurer Königin, was Ihr diese Nacht gesehen und gehört. Die Feinde der Guisen bctüifen keiner Maske, um erkannt zu werden. Danken Sie Ihrem Geschicke, das Sie davor bewahrt, dieses Gemach zu betreten, denn bei Gott, Sie halten es nicht lebend wieder verlassen. Der cifannte Abb6 wechselte nicht die Farbe, er verneigte sich tief und erbitterte: __ Der ehrwürdige Cardinal von Guise hat ein scharfes Auge, allem was ich an tiefem Abend vernahm, wird hinreichend fein, meiner hohen Gebieterin morgen früh die Zeit am Toilettentische zu zerstreuen. Nicht die Geheimnisse Ihrer Unterredung zu erspähen, sandte mich die Königin, dem Feste ihres Hauses beizuwohnen, es galt vielmehr, über tu Toilette ter Herzogin von Montpenster zu berichten, und da mein Zweck erreicht, so wünsche ich Er. Eminenz eine freundliche Nacht und den Segen des Himmels. Er verbeugte sich tief und wandte sich um zu gehen. Sagen Sie Ihrer Gebieterin, rief ihm ter Cardinal nach, daß diese Nacht eine wichtige in den Annalen Frankreichs wird, und daß mit Gottes Hülfe Segen und Heil aus ihr hervorgehen wird. .. Mit diesen Worten betrat er das Cabinet, dessen dicken Teppiche seinen Schritt fast unhörbar machten. . . In der Mitte des zierlichen Gemaches saß Herzog Heinrich an einem mit Papieren beträten Schreibtisch, neben ihm die Herzogin von Montpenster, wäh- rent die übrigen anwesenden Herren einen Kreis um ihn bildeten, und mit dem Ausdruck ter Spannung den Worten tes Hausherrn lauschten. Sic wissen selbst, fuhr Herzog Heinrich eben fort, wie es um Frankreich im gegenwärtigen Augenblick steht. Anarchie unt Verwirrung überall, tas Volk verwildert, die Rechte des Atels geschmäht unt mit Füßen getreten von tiefer Königin, unt unser heilige Glauben gefährdet unt betroht. König Heinrich ist schwach und unfähig zur Regentschaft unt sein Nachfolger auf tem fönig- tichen Throne Frankreichs, Heinrich von Bearn, bekennt sich öffentlich zum Protestantismus, ten selbst tic jüngst verstrichene Schreckenszeit noch nicht unterdrückt und ausgerottet hat. Wir Alle, die wir hier versammelt, haben gelitten von dieser Catharina, wir Alle aber sind in Gefahr, sobald Heinrich IV. Frank« reich- Königsthron betritt unt mit uns unsere heilige Religion. Darum habe ich Euch versammelt zu dieser nächtlichen Stunde, Euch, die edelsten Namen des Reiches, deren Eltern treu tem Hause der Guise angehangen haben, und entge« gen streckt Euch in mir meine alte ehrwürdige Familie die Hand. Laßt unS einen Bund schließen, uns zu wahren gegen die Tyrannen ter Gegenwart, gegen tie Gefahr ter Zukunft, es gilt unsere Häupter, es gilt unfern Glauben. Das Rauschen tes Beifalls begleitete tie letzten Worte des Herzogs, ter mit lauter Stimme fortfuhr: Zwei Dinge sind es, teren ein Bund bedarf, der Fruchte tragen soll. Einigkeit sei ter erste Pfeiler, Verschwiegenheit der zweite, auf den wir tie Mauern unseres Baues stützen wollen bis in tie fernste Zeit; wer al,o treu rum Haufe Guise hält, ter schwöre mit mir in tiefer großen ©tunte tie bringen Worte, tie ter Allwissende höre unt teren Bruch er straft mit tem Blitz ,eineS Himmels, der fchwö.e Einigkeit und Verschwiegenheit. Einigkeit und Verschwiegenheit! tönte eS im Kreise. Treu dem Hause Guift. Unsere Familie steht tem Hause Valois nicht an Alter und Atel nach, redete Heinrich weiter, unt seine Pflicht ist es, über die Intenssen tes Landes zu wachen. Aber nimmer kann dieses geschehen, so lange Cathanna von Me- vicis noch ihr eisernes Scepter über Frankreich schwingt. (.Forts, folgt.) Politische Run-schau. 17. Juni. Die „Vossische Ztg." schreibt: „In jenen Krci'en, In denen man danach strebt, die Rechte der Volks. Vertretung auf ein möglichst geringes Maß zu be- schränken, hat man immer mit einer gewissen Spannung dem Momente entgegengcsehcn, wo eer Reichs- tag des norddeutschen Bundes nach Ablauf des eifer- nen Militäretats ein entscheidendes Wort bei der Feststellung des neuen Etats mitzusprechen haben werde. Natürlich wollte man diese Befugmß auf so enge Grenzen, wie nur irgend möglich beschränken und jetzt, wo dieser Zeitpunkt bevorstrhl, jetzt glaubt man auch ein Mittel zu einer solchen Beschränkung gesunden zu haben und zwar das einfachste Mittel von der Welt, man bestreitet nämlich ganz einfach dem Reichstage das Recht, diese Besugniß in einem solchen Maße ausüben zu können, daß dadurch eine wesent- liche Ersparniß herbeigeführt werde. Um dieö thun zu können, hat man sich darauf gelegt, die Verfassung zu interpretiren und glaubt wirklich, aus ihr eine solche Beschränkung herauSlesen zu können. Tie Verfassung bestimmt nämlich in Artikel 62 Alinea 2 : daß bei der Feststellung des Militär-AuSgabectatS die auf Grundlage der Verfassung gesetzlich bestehende Organisation des Bundtsheeres zu Grunde gelegt werden soll. Darauf hin wird nun behauptet, daß der Reichstag keinen kleineren Militäretat bewilligen dürfe, als einen solchen, wie ihn die bestehende Organisation verlange, v. h. daß der Reichstag, statt wie es das Volk wünscht, 10—15 Millionen Thaler am Militär-Etat zu streichen, sich vielleicht darüber streiten darf, ob 10,000 Thaler zur Aufbesserung einer Easerne ausgegeben werden sollen oder nicht. Bei dieser Behauptung ist aber EmcS vergessen, nämlich der ganz kleine Umstand, daß es noch gar keine auf Grundlage der Verfassung des norddeutschen Bundes festgestellte Organisation des BundesheereS gibt. DaS geht ganz deutlich aus Artikel 60 der Bundesverfassung hervor. Dieser besagt, daß nach dem 31. Decembcr 1871 die Friedensstärke, also der für den Militäretat wichtigste Theil der Organisation im Wege der Bundesgesetzgebung festgestellt werden soll. Da dies also erst geschehen soll, so kann es noch nicht geschehen sein. Es liegt also nur eine zwingende Verfassungsbestimmung für den künftigen Milltärctat vor und das ist die über die allgemeine Wehrpflicht. Das Recht des Reichstags ist demgemäß durchaus nicht ein so beschränktes, als man uns glauben machen will. lieber das Projekt einer Reise des Grafen Bismarck nach England bringt das in Paris erscheinende „Centre Gauche" folgende Andeutungen: „Die Anwesenheit des Grafen BiSmarck in England wird von dem britischen Minister des Aeußeren, Lord Clarendon, lebhaft gewünscht. Graf BiSmarck wird auch sicher hingehen, zunächst um im britischen Ocean feine Gesundheit zu kräftigen. Aber handelt es sich blos um Seebäder? Wir können entschieden das Gegen- theil behaupten. Schon lange verwendet sich das Cabinet von St. James bei dem in Berlin, damit letzteres den dänischen Forderungen endlich gerecht werde und den betreffenden Artikel des Prager Friedens ehrlich und vollständig zur Ausführung bringe. Ohne Furcht vor einem Dementi kann man sagen, daß Lord Lotsus, der englische Botschafter in Berlin, nie aufgehört hat, die Schritte des Herrn v. Quaade, des an demselben Hofe beglaubigten dänischen Gesandten, zu unterstützen. Von anderer Seite wissen wir, daß die beiden dänischen Prinzessinnen, die an den Prinzen von Wales und die an den Großfürsten- Thronfolger von Rußland verheirathete, Alles daranfetzen, ihr Vaterland von den Gefahren, die es bedrohen, zu retten, und schon mehr als Einmal hat die Schwiegertochter der Königin Victoria sich an Lord Clarendon gewendet, um ihn für die Sache ihres Vaters, des Königs von Dänemark zu gewinnen. Man wünscht daher in London nichts sehnlicher, als mit Preußen über diesen nicht enden wollenden Conslict iö Reine zu kommen und, wenn nicht eine befriedigende Lösung, so doch mindestens eine definitive Erklärung zu erlangen." Der „Cvnstitutionnel" erklärt anläßlich eines Artikels der „Nordd. Allg. Ztg." über die Gotthard- bahn, Frankreich wolle nur, daß die Gotthardbahn ausschließlich von dem neutralen Lance, durch welches sie geführt werden soll, abhängig sei. Nachdem Preußen so vollständig geneigt sei, diese Neutralität zuzusichern, so habe die „Nordd. Allg. Ztg." Recht, wenn sie glaube, die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden durch die Interpellation Mony's nicht getrübt weiden. 18. Juni. Bezüglich rcs Militäretats schreibt die „Voss. Ztg.": „Bringe ein Volk dahin, raß es die Last, unter ter eS seufzt, für ein unabänderliches liebel hält, und Du hast seine Kraft gelähmt, feinen Muth gebrochen, es hört auf an das Bessere zu glauben, nach dem Bess.rrn zu streben. Diese Maxime hat die gegen- wäitige Negierung, falls die Prov.-Corr." wirklich ihre Meinungen und Absichten vertritt, sich angeeignet; wenigstens fährt das osficiöse Blatt fort, dem Volke zu predigen: an den bestehenden Einrichtungen teS Heeres dürfen Eure Abgeordneten nicht rütteln. Nachdem sie in ihrer Nummer vom 8. Juni den Beweis dafür stark übers Knie gebrochen, und damit nur die freisinnige Presse herausgefordert hatte, verwendet sie in ihrer niuksten Nummer alle Jnterpretat'vnskünste, die in den Jahren 1862—66 auf dem Preßbureau aufgespeichert worden." Nach näherer Besprechung des Artikels der „Prov.-Corr." schließt ras Blatt: „Wenn nun der Reichstag vor der Etatberathung aus eigener Initiative ein Gesttz über die Friedensstärke, wodurch dieselbe etwa auf 2/3 Procent der Bevölkerung beschränkt wird, genehmigt, so haben wir nach der neuesten „Prov. - Corr." den Conslict in alnr Schärfe wieder. Graf Bismarck wird nach rem alten R>cept auflösen und wieder auflösen; kann er aber wie 1865 sich selbst ein Etatgesetz machen? Graf Bismarck ist ein mächtiger Mann, aber die Schwierig- hiten im Bunde sind größer, wie damals in Preußen. Wenn er auf Grund des selbst gemachten Gesetzes von Sachsen wieder 2 Millionen Thaler Matrikular- beitrage fordert, worauf will er sich da berufen. Auf die Verfassung gewiß nicht, denn nach derselben müßte er ja 5 Millionen sotdern. Wird Sachsen so ohne Weiteres seine Berechnung über die Einnahmen aus Zöllen, aus dem Postregal re. für richtig gelten lassen dürfen, wenn sie im EtatSges.tz festgestellt sind? Kurz, Graf Biemaick stößt ohne Etatgesetz im Bunde auf unangenehmere Schwierigkeiten, als in Preußen mit dem Art. 109. Mögen sich daher die Wähler durch die sonderbare Kriegserklärung der „Prov.- Corr." nicht abhalten lassen, Männer zu wählen, die unter der gegenwärtigen Regierung unter allen Umständen auf Verminderung der Präsenzstärke und des Militäretats bestehen. Wird die Gelegenheit verpaßt, sie kehrt nie wieder!" Der „N. Z. Ztg." werden über die Hauptpunkte des Entwurfs der Convention, durch welche der Norddeutsche Bund dem zwischen Italien und der Schweiz abgeschlossenen Vertrag wegen der Gotthardbahn bei- tnten wird und über deren wesentliche Theile eine Einigung zwischen den contrahirenden Theilen bereits erzielt f in soll, folgende Mittheilungen gemacht: Der Norddeutsche Bund erklärt seinen Anschluß an den Vertrag vom 15. October 1869 zwischen der Schweiz und Italien und verpflichtet sich, an das Unternehmen eine Subvention von 10 Mill. Fr. zu liefern. Die Negierung des Norddeutschen Bundes verspricht ihre Dienste (bons Offices) für alle Schritte, die noch bei anderen deutschen Staaten zu thun sind, um die Ergänzung obiger Summe zu dem Betrage von 20 Mill, zu finden, der von der Berner Con- ferenz als der zum Eifolg des Unternehmens unerläßliche Antheil Deutschlands an der Subvention von 85 Mill. Frcs. anerkannt worden ist; der schweizerische Bundesrath soll sich nicht damit abzugeben haben. Endlich wird voraussichtlich die im Art. 21 des Vertrages vom 15. Oktober 1869 vorgesehene Frist für das Inkrafttreten des Vertrages bis Ende des laufenden Jahres verlängert werden. AuS Warschau schreibt man der „Ostsee-Ztg." : „Die Religionöverfolgungen in der griechisch-unirten Diöcese Chelm nehmen immer größere Dimensionen an und sollen, nach einem soeben erlassenen Rundschreiben des Bischofs Kuziemski in Chelm an die ihm untergebene Geistlichkeit in systematischer Weise zunächst gegen alle Diejenigen in's Werk gesetzt werden, welche entweder selbst oder deren Väter und Vorfahren vom griechisch - unirten zum lateinischen Rituö übergetreten sind. In dem Bischöflichen Rund- schre ben wird der Uebertritt vom griechisch - unirten zum lateinischen Ritus als ein verdammungswürdiger Abfall vom wahren Glauben und von der russischen Nationalität bezeichnet und es heißt in Bezug auf denselben weiter: „Da derartige Uebertritte zu einem fremden Glauben eigenmächtig und ohne Genehmigung des apostolischen Stuhlis geschehen, so sind sie als ungesetzlich und ungiltig zu betrachten, und es ist daher Pflicht aller dersknigen, welche sich der lateinischen Kirche anqeschlossen haben, sowie deren Kinder, in den Schcoß ihrer griechisch-unirten Mut- terkirche zurückzukehren. Es ist dies eine sehr schwierige Frage, deren Lösung hauptsächlich von der K^nntniß der lokalen Verhältnisse abhängt. Wir haben daher beschlossen, diese Frage unserer Geistlichkeit zu allseitiger Erwägung vorzulegen, und veranlassen dieselbe, innerhalb 4 Monaten vollständige Verzeichnisse sowohl derjenigen, welche selbst zum lateinischen R tus übergegangen sind, als auch der Kinder und Kindeskinder solcher Abtrünnigen an uns einzureichen und gleichzeitig zu berichten, welche Mittel bis jetzt zum Zwecke der Zurücksührung der Abtrünnigen zu der von ihnen verlassenen Kirche in Anwendung gebracht worden sind." - ' Frankreich. Paris, 15. Juni. Das linke Centrum hielt gestern um 8 Uhr Abends eine Versammlung im „®rant> Hütet" ab. Anwesend waren im Ganzen 28 Deputirte. Man deicj ältigte sich zuerit mit der St. Gotthardfrage. Daru, (Silan cd in, de Darante und Latour - Dumouliu ergriffen daS Wart, woraus die Versammlung folgenden Bescl luß faßte: „Die Ve-sammlung will energisch, raß die von Preußen eingegan- genen Verträge respectirt werden, aber sie will nicht, daß man dem Bau der St. Gotthardbahn Opposition mache. Dagegen isi sie der Ansicht, daß man die Simplonbahu begünstige, und daß daS Cabrnet derselben gegenüber die nämliche Haltung ein- nehme, wie daS preußische Cabinet der Ct. Gotthardbahn gegenüber. ,, Schweiz. Bern, 13. Juni. Nachdem daS Bundeskanzleramt des noltdeutschen Bundes dem schweizerischen Gesandten die Geneigtheit ausgesprochen, auf Grund deS vom Reichstag angenommenen Gesetzes über Subventionirung der Gotthardbahn dem bezüglichen schweizerich-italienischen Vertrage beizu- treten, hat der BundeSrath Herrn Hammer ermächtigt, mit dem Herrn Bundeekanzler Graf v. BiSmarck und dem italienischen Vertreter in Berlin eine die)fällige Uebereinkunft zu verabreden und zu unterzeichnen. Portugal. Der alte Herzog von Saldanha bat die geniale Idee gehabt, dem portugiesischen Volke eine Amnestie zu octroyiren für alle politischen Verbrechen, welche vom 1. Mai bis zum 6. Juni dieses Jahres begangen worden sind. Da sein glorreicher Putsch in diese Zeit fällt, so hat er sich und seinen Genoffen Straflosigkeit gesichert. Es ist aber doch zu naiv! Rumänien. Aus Bucharest, 12. Juni, wird nach Wien gemeldet: „In Pilesti fanden bei den Wahlen Unruhen Statt. Aiifforderungen zur Ordnung blieben erfolglos. Ein Anhänger Bratiano's schoß auf einen Vertreter der Behörde, worauf auch die Truppen Feuer gaben. Vier Civilpersonen wurden getödtet, aber auch 23 Soldaten verwundet. Schließlich wurde die Ordnung wieder hergestellt." Schweden. Stockholm, 8. Juni. Da die angestellt,rr Versuche an die Hand gegeben haben, daß die Monitors in der jetzigen Gestalt den Wirkungen der groben Artillerie nickt zu widerstehen vermögen, toirb an dem im Bau begriffenen vierten schwedischen Monitor „Loke" der dritte Theil der Thurmwand an der Frontseite 15,96 Decimalzoll dick gemacht, während die übrigen zwei Dritttheile die Stärke von 12,05 Decimalzoll erhalten; außerdem wird zum Schutze deS unteren TheileS deS ThurmeS eine Veistärkung angebracht. Telegramme aus Helsingborg berichten über ein in Bastad (Amts Christianstadt, an einer Bucht deS KartegatS) ausge- biockeneS großes Feuer, wodurch zwei Dritttheile der Stadt in Asche gelegt worden sind. 63 Häuser, darunter die Apotheke und die Predigerwohnung, sind niedergcbrannt. Der Verlust an Eigenthum ist bedeutend. Vermischtes. Gießen, 18. Juni. In den letzten Wochen sind in der Umgegend falsche BadischeZehn- Guldenscheine verbreitet worden. Nachdem der Herr Staatsanwalt Kl ingelhöffer zu Dillenburg einen Mann aus Roßbach wegen Verausgabung lolcher Scheine verhaftet hatte, hat die hiesige Polizei den Verfertiger der Scheine ermittelt und denselben festgenommen. Der Gioßberzogliche Polizeirath Nover und einige Po- lizei-Officianten fanv.n nämlich vorgestern in dem Atelier beseit einigen Jahren hier wohnenden Malers und Photographen Hugo Perger aus Elberfeld unter der Presse: 1) Badische Zwanzig-Gulden-CouvonS des Eisenbahn: Anlebens vom Jahre 1862, litt. A. No. 4240. „sättig 1. April 1870" , 2) Badische Zehn-Gulden-Scheine und 3) Landgräflich Hessen-HomburgischeZehn-Gul, den-Scheine, sodann viele Negative zu diesen Papiergeldsorten und zu Braunschweigischen Zehn-Thaler-Scheinen; außerdem fanden sich viele, theils ganz, theils halb fertige falsche B a d isch e Zehn Gulden-Scheine vor. Letztere sind nicht von einer, sondern von mehreren Nummern abaedruckt; namentlich von Serie K. No. 228, 639, — Serie 01. No. 349, 719, — Serie R. No. 411, 349, Serie S. No. 443, 245. — Sämmt- l'che falsche Geldscheine sind auf photographischem Wege herge- stellt. — In Allem find bis jetzt 4 Betheiligte verhaftet. — Das Fälschergeschäft scheint erst vor Kurzem begonnen zu haben. Darmstadt, 13. Juni. Der von den drei Provinzial- Vereinen deS Landes in'« Leben gerufene landw. LehrcursuS für Schullehrer dahier wird den getroffenen Bestimmungen gemäß in beiden Adtheilungen am 18. Juli d. I. seinen Anfang nehmen und wie in vorderen Jahren 6 Wochen andavern. Die durch die Betheilignng mehrerer Lehrer aus den Nachbaistaaten im vergangenen Jahre erweckte Hoffnung, daß man auch außerhalb des Landes die Wichtigkeit und Nützlichkeit deS nunmehr hier schon drei Mal abgehaltenen Cursus anerkennen werde, ist inzwischen in sehr erfreulicher Weise in Erfüllung gegangen. Denn eS werden dem Vernehmen nach nickt allein diejenigen Lehrer, welche von bayerischen und westfälischen Vereinen zur Tbetlnahme an den Vorträgen erschienen waren, diese auch im bevorstehenden CrirsuS besuchen, eS sind nunmehr auch Seilendes rheinpreußischen Vereins sechs Lehrer zum Besuche der Anstalt angemeldet worden. Auf welche Zahl sich die Betheiligunq in diesem Jahre im Gesammten erheben werde, entzieht sich gegenwärtig noch einer genauen Berechnung, da das Resultat der Bewerbungen sich erst bann überblicken läßt, wenn die noch rückständigen Anmeldungen durch die landw. Vereine deS Lande- eingelausen sein werben. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.