Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. 9. Donnerstag den 20. Januar 1870. Amtliche Bekannt MMchsrngen Laubach, am 17. Januar 1870. Betreffend: Sterblichkeits - Statistik. Das Großhcrzvglichc Krcismcdicinalamt Lanbach an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Medicinalbezirks. Wir erinnern Sie an die alsbaldige Einsendung der noch rückständigen Sterbelisten. Dr. Köhler. Vor Täuschung durch nachgcahmte Etiquetts wird gewarnt! a* Einen Bullen Berner Race, L 3-' am Har; Wer sein (120) tion in Frankfurt a. M. Zu haben bei 83 Vr Insera I.66 71 5800 Wellen C. Bernh eisel Wittwe. kaufen. abgegeben bei iß für und kauft (263) C. 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Mts. wird hiermit dahin berichtigt, daß nach dem in derselben erwähnten Uebereinkommen die angemeldeten Forderungen nicht getilgt, vielmehr zwölf Jahre lang jedes Jahr sechzig Gulden von der Wittwe und dem Sohne Christian bezahlt nnd an die Gläubiger behuts ihrer Abfindung verthellt werden sollen. Im Uebrigen wird die fragliche Aufforderung wiederholt und allen Interessenten Einsicht der Acten gestattet. Gießen, den 12. Januar 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Becker, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Holzversteiqerung. 270) Mittwoch den 26 Januar, Vormittags 10 Uhr, soll in dem Oppenröder Gemeindewalde, Distrikt Fichtenbuckel, nachstehendes Holz versteigert werden, als: 7V< Stecken Nadel-Prügelholz, 24 „ ,, Stockholz, 1150 Wellen „ Reisholz, 195 Fichten- und Kiefern-Stämme von 5 bis 14 Zoll Durchmesser und bis zu 75 Fuß Länge, mit 4420 Cubikfuß, 29 Fichten-Stangen von 15 bis 45 Fuß Länge, mit 92 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist bei der Lehmkaute. Oppenrod, den 18. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Weis. Vermischte Anzeigen. 258) Ein Mädchen, welches im Flicken und Weißzeugnähen gründlich erfahren ist,| wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Zu erfragen bei Herrn Schneider Förster, Neuenweg.__________ 262) Die Schäferei-Besitzer in der Gemeinde Dorf - Gill beabsichtigen, Mitte Februar einen guten Schäfer anzustellen. Neflectanten wollen sich bei dem Salzmei ster Michael Sa in es melden. 199) Tische und Bänke für Wirthe, 7 Fuß lang, sind zu verkaufen bei I. Rothenberger, Lindenplatz. 126) Ein Haufen guter Mist ist zu verkaufen im Darmstädter Haus. auf der Ausstellung in Amsterdam. Unser GesundheitS Kaffee, nach chemischer Untersuchung frei von Cichorien, Eicheln und sonstigen schad- - - lichen Stoffen, ist wohlschmeckend wie indischer Kaffee, jedoch vier Mal billiger als dieser, und bekommt auch Denen vorzüglich, die an Blutandrang, Augen- s ** Übeln, Magen- und Unterleibsbeschwerden leiden. 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Weißmehl. e a>-» Auf dem Markt Mt^ preis Auf dem Marft Nttt.- preis Auf dem Marft Mt7- preis Auf bem Marft Mt^ preis Auf dem Marft Mit.- preis Aus'dem Marft Mit.- preis Auf dem Marft Mit-- preis Auf bem Mit.- Auf bemlMit.- Marft Ipreis Roa meh Markt prers a ® verk. fl. fr. | auf-: gef- J verk.j fl. fr. i's verf. ft. ft. auf: gef- | 0 fl. fr. auf-1 gef- 1 fl. fr. auf-; 1 gef- 1 verk. fl. fr. 1 'PL 1 4no | fl. fr. aufs gef- verk. ö- fr. auf. ges. | verk. L l fl. fr- fl. fr. Gießen M. M. M. M- M. M- M. M. M. M. M. Ml. M- ML M. M. Ml- M- Alsfeld 15. 4 4 10 18 16 8 — 6 3 7 — — — — 51 51 5 Grünberg 15. _ 85 10 42 — 116 7 50 — 371 6 45 — — — — — 35! 4 55 — 11 11 50 — — —■ — — — — — — — — — — — — Lauterbach 15. 6 6 11 7 8; 41 9 5 i3j 13 7 — — — — — 1 5 30 — — - — — — — — — — 32 31 2 40 — — Mainz 14. — 234 1 । 56 — 88 7 43 — — — — — — — 12 5 26 — - — — — — — — — — — — — 3 8 — — — Die Geheimnisse einer.jungen Mamsell. (Fortsetzung.) £ßtnn ich — fuhr Sander in seiner Erzählung fort — auch nicht die geringste Liebe für den Mann fühlte, der meine thcure Mutter so elend gemacht, so wollte ich ihn doch aufsuchcn und ihn zwingen, seine Pflicht gegen sein verlassenes Weib und seine Tochter zu thun. Ich selbst wollte Nichts von ihm begehren. Ich hatte genug gelernt, mich durch's Leben durchzuschlagen. Ich theilte diesen Vorschlag meiner Mutter mit. Dee tiefe Widerwille, den sie jetzt gegen den Mann ihrer einstigen Liebe in sich trug, bestimmte sie, sich meinem Vorschläge lange Zeit zu widersetzen. Endlich aber, als die Noth bei uns den höchsten Grad erreicht batte, willigte sie doch ein. Sie begehrte ja Nichts von dem schlechten Gatten, nur für ihre armen Kinder sollte er sorgen. Ich rüstete mich also zur Abreise. Um das Reisegeld zu erschwingen, verkaufte ich vag Clavier, das mein seliger Onkel uns hinterlassen hatte. Ich bekam hundert Thaler dafür. Die Hälfte der Summe liest ich meiner Mutter zurück, mit der anderen Hälfte machte ich mich auf den Weg, nachdem ich von meinen Lieben thränenvollen Abschied genommen. Ich dachte so: Findest du den Gesuchten nicht, so bleibst du vorläufig in Hamburg. In dieser reichen Stadt werden Musikstunden besser bezahlt, als in Dresden. Es wird dir gelingen, Schüler zu bekommen, und dann kannst du deine Familie besser unterstützen. So setzte ich als Jüngling meinen Fuß wieder auf vaterländischen Boden, den ich als Knabe verlassen. Da ich anständig auftreten mußte, um Schüler zu gewinnen, so logirte ich mich im Gasthose „Zum goldenen Stern" ein. Nach und nach glückte es mir auch, einige Familien kennen zu lernen, worin ich gegen ein mäßiges Honorar Unterricht crtheiltc. Die kleine Einnahme hielt Vie Noth von mir fern, ich hatte zu essen und zu trinken, wenn auch nicht reichlich, und konnte immer pünktlich meine Miethe bezahlen Ueber meine Stunden aber versäumte ich nicht, nach meinem Vater zu forschen. Damit er mir aber, wenn er mein Hiersein erführe, ehe ich mit ihm zusammenträfe, nicht entschlüpfen könne, so erzählte ich hier im H<)tel, wie überall, daß uzeine Eltern gestorben seien und ich allein in der Welt stände. Dann mußte er denken, daß der hier logirende Sander nicht sein Sohn sei. Ich sagte Ihnen, mein Fräulein, daß der Freund in Paris geschrieben, mein Vater weile wahrscheinlich unter dem Na- men in Hamburg, den er in Frankreich geführt habe. Dieser Name ist Hantelmann." „ Der junge Mann wollte sortsahreu in seiner Erzählung, aber Elara unterbrach ihn lebhaft: , „Hantelmann!" rief sie, so hecht ja unser Abendgast, der zwei Treppen niedriger wohnt." Sander nickte. „Ich erfuhr das schon am ersten Tage meines Hierseins," sagte er, „und zögerte'nicht, in den Stunden, wo er sein Zimmer verläßt uno unten die Jour- nale lies't, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Schon beim ersten Blicke sah ich, daß dieser Mann nicht mein Vater sein könne, denn er zählt dem Ansehen nach höchstens dreißig und einige Jahre und mein Vater steht schon dem Greisenalter nahe." , Das junge Mädchen legte die feinen Finger der Hand an die Stirn, als dächte sie über eine wichtige Sache nach. Nach einer kurzen Pause sagte sie: „Sie haben dem Anscheine nach Recht. Wenn der reiche Partikulier wirklich noch so jung ist, wie er das Aussehen hat, so könnte er höchstens ein älterer Bruder von Ihnen sein, wenn Sie einen solchen besäßen. Indessen man hat Beispiele, daß — hm! hm! wenn es doch möglich wäre. —" Sander faßte rasch Elara's Hand. „Was meinen Sie mit diesen Worten, liebes Fräulein!" — „Ich denke an das gehetmnißvolle Leben, das dieser Herr Hantelmann am Tage "aus seiner Stube und des Abends außer dem Hause führt. Aber ich werde dahinter kommen, so wahr ich Clara heiße. Sein Name, der mit Ihrer Lebensgeschichte verknüpft ist, interesstrt mich so, daß ich neugierig zu werden beginne. Diese Neugier werde ich zu stillen suchen. Und nun bitte ich Sie, Ihre Geschichte zu Ende zu erzählen." „Was ich Ihnen jetzt noch zu vertrauen," versetzte Sander, „ist die gänzliche Entmuthigung meines Herzens, die mich zu dem verzweiflungsvollen Vorsätze führte, den Sie verhindert haben. Aehnlich, wie in Dresden, traf mich hier vor drei Monaten das Unglück, meine Schüler theils durch Abreise, theils durch den Tod der Eltern zu verlieren. Ich versuchte mir neue zu gewinnen, ich gab überall meine Karten ab, ja ich bot endlich in vielen Häusern persönlich meine Dienste an. Ueberall wurde ich abgewtesen. Die kleine Baarschaft, die ich mitgebracht, war längst zu Ende gegangen. Bald fehlte es m r an Geld, mir die nothdürftigste Nahrung zu gestatten. Tagelang irrte ich ost tn der Stadt und in der Umgebung Hamburgs unbeschäftigt umher, ein Stuck trockenes Brod in der Tasche, um den peinigenden Hunger zu stillen. Dennoch wäre wobt nicht das Acußerste geschehen, hätte ich nicht Briefe von meiner armen Mutter empfangen, die mir die dortige Lebenslage meiner Familie mit den düstersten Farben schilderte. Die Lähmung meiner älteren Schwester hatte sich noch verschlimmert, die jüngste lag am Typhus darnieder, und die halberblindete Mutte», die Tag und Nacht bei ihren kranken Kindern wachte, stand tn Gefahr, ihr Augenlicht gänzlich zu verlieren. Verzweifelnd an Gott und den Menschen, von Hunger gequält, mein Dasein als ein unnützes betrachtend, da ich nicht im Stande war, meinen unglücklichen Lieben Hülfe zu spenden, faßte ich den Entschluß, eine Welt zu verlassen, die mir wie eine grauenvolle Wild- niß erschien, voll reißender Thiere und Ungeheuer, die mich zu verderben trachteten. Das kleine Terzerol, das Sie mir entrissen haben, hatte ich von Dresden mitgebracht. 3d) befaß noch ein paar Notenhefte. Ich veräußerte sie und kaufte Pulver dafür. Halb Dem Wahnsinn nahe, kam ich heute Abend nach Haufe. Das Uebrige, was geschah, wissen Sie, gutes Mädchen. Ihre Theil- nahme, Ihr Muth, hat mich Dem Leben erhalten, aber ick) weiß nicht, ob ich Ihnen danken soll, Da meine Aussichten in Die Zukunft so gänzlich trostlos sind." n _ „Sie irren, Herr Sander," sagte Clara, als der junge Mann, den Kopf traurig auf die Brust gesenkt, schwieg. „Wer lebt, soll hoffen, vor Allem Derjenige, der sein Unglück nicht selbst verschuldet hat. Mag Der Mensch verzweifeln, uno dem inneren Richter zu entfliehen suchen, Dem fein Gewissen nicht abzubüßende Verbrechen vorzuwerfen hat. Der gute Mensch soll sein Elend nicht in seiner Brust verschließen, sondern umherblicken und sich nach Jemand umsehen, dessen Antlitz und Benehmen ihm verkündet, daß er ihm vertrauen darf. Ein solcher Jemand, ich sage es frei heraus, bin ich. Wir sind uns schon oft begegnet, ja wir haben schon verschiedene Male freundlich mit einander geplaudert. Hätte Ihr Unglück Sie nicht Ihres klaren Blickes beraubt, Sie hätten es mir anfehen müssen, daß Sie in mir eine Freundin finden würden. Hier, meine Hand, guter Herr Sander. Viele Worte mache ich nicht, aber Die That soll Ihnen beweisen, daß ich halte, was ich verspreche. Weisen Sie nicht aus falscher Schaam die Hülfe zurück, die ich Ihnen biete. Es werden dessere Zeiten für sie kommen, Dann können Sie Alles wett machen. Legen Sie sich jetzt getrost zur Ruhe und träumen Sie, wie der Dichter sagt, von besseren künftigen Tagen. Mit dem beginnenden Morgen sehen wir uns wieder. Ihnen selbst, Ihren Liebe»» in Dresden soll geholfen werden, und wenn mich eine wunderbare Ahnung, die plötzlich in mir entstanden ist, nicht trügt, so werden wir auch Ihren Vater ausfinden unD ihn zwingen, seine Pflicht gegen seine Angehörigen zu thun." Clara erhob sich von ihrem Sitze, drückte Dem Unglücklichen Die Hand, nickte ihm freundlich zu und schlüpfte auö Dem Zimmer. SanDer aber, als er allein, sank auf Die Kniee, faltete Die HänDe und flehte um Vergebung nach oben, daß er einer Welt hatte entfliehen wollen, Die noch solche gute Menschen birgt, wie die kleine Clara war. 9t c u c Geh eimn 1 ss e Clara erhob sich am nächsten Morgen, wie gewöhnlich, schon um sechs Uhr aus den Federn. Ihre Thätigkcit im Hütel erforderte dies frühe Aufstchen. Während sic Kaffee trank, beschäftigten sich ihre Gedanken fortwährend mit Dem jungen SanDer, Der seinen Vater suchte, und Dem Abendgaste, Herrn Han- telmanu, der den Namen trug, Den Sander'S Vater angenommen haben sollte. So wie Herr Hantelmani» sich Abends in seiner Toilette präsentirt, Dachte sie, kann er unmöglich Der Vater Des unglücklichen jungen Menschen sein. Aber wie »ch gehört habe, gibt es tounDerbarc Toilettenkünste, mit welchen sich Mein- ncr und Frauen in Der Erscheinung, wenn nicht das Licht Des Tages auf sie fällt, um zehn, ja um zwanzig Jahre jünger zu machen im Stande sind Der Kammerdiener Dieses Herrn, Den er aus Paris mitgebracht, scheint mir erfahren in solchen Künsten zu sein. Aber er ist verschwiegen, wahrscheinlich weil er gut bezahlt wird. Warum kommt Der Herr Hantelmann nie am Tage aus seiner Klause heraus? Warum hat er sich mit Bewilligung meines Onkels Stiller andere Schlösser in seine Thüren setzen lassen, Die mit Dem Hauptfchlüsscl nicht ni öffnen sind? Genug, es steckt ein Gehermniß dahinter und das muß ich herauözukriegen suchen. Wie, das ist mir noch nicht Har ; aber mein Kopf, der mich noch niemals im Stiche gelassen, wird schon ein Mittel erdenken. laß Erste aber, was ich jetzt zu thun habe, ist, für meinen Schützling, Den armen Sander, zu sorgen. Sein Leben gehört mir; denn ich habe es geborgen, also ist es auch meine Pflicht, es ihm ferner zu erhalten. Da sie den Kaffee auf ihrem Zimmer zu trinken pflegte, so brauchte sie nicht weit zu geben, um zu ihrer Comrnode zu gelangen. Sie öffnete sie rasch, nahm ein Kästchen, das in Der Ecke der oberen Schublade stand, hervor und schloß es mit einem kleinen Schlüssel auf, den sie an einem schwarzen Bändchen um den Hals trug. Ueber hundert blanke ersparte Dukaten, in Hamburg geprägt, glanzten ihr entgegen. Sie nahm zehn Goldstücke heraus, Die übrigen verschloß sic toicDer. „Die Hälfte," sagte sie, „soll Sander seiner armen Mutter in Dresden schicken, Die andern Dukaten vorläufig für fid) zum Leben behalten. Dann werde ick) suchen, ihm Stunden zu verschaffen. Die Bekanntschaft und Freund- schäft meines Onkels ist groß. Mein Onkel ist gut und wird, wenn ich »hn recht schön bitte, Herrn Sander gern empfehlen. So ist dem armen Menschen für die erste Zeit geholfen. Glückt es mir, seinen Vater aufzustöbern, Dann kann er mir Alles zurückzahlen. Wo nicht, nun, Dann habe ich mir zehn Dukaten weniger erspart." e Als Die Uhr acht geschlagen, verfügte sie sich zu Sander hinauf. Sie wußte, daß er um diese Zeit schon aufgestanden. Sander empfing das Geld mit dem Gefühle der ungehcucheltsten Dankbarkeit. Er nannte Clara feine Retterin, seinen Engel und versprach, seiner Mutter noch denselben Tag Hülfe zu senden. Clara, in dem frohen Bewußtsein, eine gute That vollbracht zu haben, hüpfte singend die Treppen hinab bis zum ersten Stocke. Da öffnete fid) plötzlich die Thüre Der Zimmer, welche Die Gräfin Ya- binsky bewohnte. Ein Dunkellockiger Frauenkopf blickte D'rauS hervor. Dieser Kopf hörte Der polnischen Dame an. Das junge MäDchen hörte leise rufen : „Pst! Pst! Mamsell Clärchcn!" Clara, Die schon auf Der ersten Stufe Der letzten Treppe stand, wandte sich um. Sie fragte: „Was haben die gnädige Frau zu befehlen?" „Nur zu bitten," flüsterte die Gräfin. „Kommen Sie doch zu mir »ns Zimmer!" Die gefällige Clara kam diesem Wunsche nach. Als sie Drinnen war, fühlte sie ihre beiden Hände ergriffen. Die Gräfin zog Clara zu sich auf Den Divan und sagte: „Liebe Clara, Sie sind ein rechtschaffenes, gutes und zugleich ein kluges Mädchen. Wenn ick) Ihnen ein Geheimniß anmtraute, von Dem viellcichi meine ganze Zukunft abhängt, nicht wahr, Sie würden mich nicht verrathen und wenn ich Ihre Hülfe brauchte, gewiß beiftehen?" Clara sah Die Polin erstaunt an. Dann erwieDerte sie: „Das Vertrauen, das man mir schenkt, täusche ich nie, gnädige Fra» Wenn Sie aber meinen Beistand in irgend einer Sache verlangen, so kann ich denselben natürlich nicht eher zusagen, bis ich weiß, warn»»» es sich handelt." (Fortsetzung folgt.) 18. Januar. Seitens des betreffenden Ausschusses des Bundes- rathes teS Norddeutschen Bundes sind die Berathun- gen über den ihm zur Vorprüfung und Berichter- stattung überwiesenen Gesetzentwurf, betreffend die Erwerbung der Staats- resp. BundeS-Angchörigkeit, beziehungsweise den Verlust derselben, bereits zu Ende geführt. Nach der an den Bundesrath gelangten Präsidial-Vorlage soll jeder Angehörige des einen Bundesstaats, welcher sich in einem anderen Bundesstaate niederläßt, auf sein Verlangen daselbst ohne alle Einschränkung und Vorbedingung sofort natura- lisirt werden. Man hört nun, daß diese Bestimmung nicht ohne Opposition geblieben sei, in dem Sinne nämlich, daß man sich bemüht haben dürfte, die vorherige Erwerbung der Gemeinde-Angehörigkeit zur Vorbedingung der Naturalisation zu machen. Nach dem, was man über die betreffende Präsidial-Vorlage weiter hört, sagt dieselbe nicht, daß nicht nachher, d. h. nach erfolgter Naturalisation, von dem zugezogenen Bundes-Angehörigen verlangt werden dürfe, daß er nun auch noch die specielle Gemeinde - Angehörigkeit erwerben müsse; sie ist vielmehr, wie gesagt, nur dagegen gerichtet, daß die vorherige Erwerbung der Gemeinde-Angehörigkeit zur Bedingung der Na- turalisations-Ertheilung gemacht werde. Und diesem Grundsätze soll denn auch, gutem Vernehmen nach, die Majorität des Ausschusses beigetreten sein, und cs wäre sonach die angedeutete entgegengesetzte Richtung ohne allen Erfolg geblieben. Wie man sodann weiter hört, wäre nach den Beschlüssen des Ausschusses die Ertheilung der Naturalisation an vier Bedingungen ganz allgemeiner Natur geknüpft worden, welche darin bestehen, daß der zu Naturalisirende: 1) vispositionsfähig, 2) unbescholten, 3) erwerbsfähig sei und 4) sich in einer Gemeinde niedergelassen habe. Was den Punkt ad 3 betrifft, so wird vorhandene Arbeitsfähigkeit als genügender Nachweis der Erwerbsfähigkeit betrachtet. Was den Verlust der Staats- resp. Bundesangehörigkeit betrifft, so soll derselbe eintrcten einmal durch die Erklärung, in das Bundes-Ausland auswandern zu wollen, und sodann, ohne eine derartige Erklärung, in Folge eines Aufenthaltes im Bundes-Auslande von längerer Dauer als 10 Jahren. Wenn aber der betreffende Bundesangehörige sich inzwischen in die Matrikel deS nächsten Bundesconsuls eintragen läßt, so soll er den Charakter der Bundesangehörigkeit auch ferner, ohne Rücksicht auf die Länge seiner Abwesenheit von der Heimath, behalten. Nimmt endlich der Angehörige des einen Bundesstaats seinen Aufenthalt länger als 10 Jahre in einem anderen Bundesstaate, so wird dies von seinem heimathlichen Staate nicht als eine Auswanderung betrachtet, und er behält daher auch seine alle Staatsangehörigkeit, und zwar so lange, bis durch eine etwaige Naturalisation ein anderes Verhältniß eingetreten ist. Die republikanische Partei hat am 15. in den Cortes den von Castelar angekündigten Gesetzantrag eingebracht, durch welchen sämmtliche Mitglieder der Familie Bourbon vom spanischen Throne ausgeschloffen werden sollen. Den neuesten Nachrichten aus Irland zufolge sind die Fenier die letzte Zeit über nicht gerade unthätig gewesen, wenn sie sich auch mehr denn sonst hüteten, mit den Behörden in Conflict zu kommen. Dem „Newry Telegraph" zufolge marschirte in der Nähe von Meigh nächtlicherweile eine Bande von etwa 500 Feniern, mit Trommeln und Pfeifen an der Spitze, einer erwarteten Schaar Organisten entgegen. Die Organisten erschienen nicht, wohl aber ein Friedenrichter mit etwa 50 Polizisten, welche den Haufen auseinanderjagten. Einem Correspondentcn des „Daily Expreß" zufolge wurde ein Militärsergeant, Namens Brown, auf dem Wege nach Cork nach Ballincollig, wo sein Regiment stationirt ist, von vier Kerlen ungehalten, welche ihm Revolver vorhielten und Waffen verlangten. Als sie sahen, daß er keine bei sich habe, zogen sie ab. Brown machte von dem Vorfälle Anzeige bei der Polizei; die Nachforschungen der letzteren haben indessen ncch zu keinem Resultat geführt. Der officielle russische „Invalide" sagt in der Militärübersicht des Jahres 1869: Im April 1870 wird die Neubewaffnung der Armee vollendet wer» den. Dieselbe wird mit neuen Gewehren und entsprechendem Patronenquantum versehen sein. Während des Jahres 1869 sind 400 Kanonen neuen Systemcs den Festungen zugesandt worden. Das Kriegsbudget pro 1870 weist 140 Millionen aus, 4 Millionen mehr als das vom Jahre 1869. Die „Moskauer Ztg." nennt als Hauptanstifter der in Rußland entdeckten Verschwörung einen ehemaligen Studenten der Petersburger Universität, Nieczajeff, der bei den vorjährigen Studenten - Unruhen in Petersburg eine Hauptrolle spielte, dem es aber gelang, nach der Schweiz zu entkommen, wo er in Genf in Gemeinschaft mit Bakunin das Werk der revolutionären Propaganda in Rußland begann. Schon im August v. I. wurde in Petersburg, Moskau und anderen russischen Städten in zahlreichen Exemplaren von Genf aus eine von Nieczajeff unterzeichnete Proklamation unter der Ueberschrift: „Der Beginn der Revolution" verbreitet, worin mitgetheilt war, daß sämmtliche russische Emigranten nach Rußland heimlich zurückkehrcn und als Emissäre für die Revolution wirken würden. In der That will die Polizei sichere Spuren entdeckt haben, welche keinen Zweifel übrig lassen, daß mehrere Emigranten, unter ihnen auch Nieczajeff, in verschiedenen Gegenden Rußlands als Emissäre thätig gewesen sind; man glaubt sogar, daß die Emmissäre sich auch jetzt in irgend einer Vorstadt verborgen halten. Im November v. I. tauchte, gleichfalls der „Moskauer Ztg." zufolge, eine zweite, ebenfalls von Genf aus verbreitete Pro- clamation in verschiedenen Gegenden Rußlands auf, welche die ProscriptionSliste der Feinde der Revolution enthielt. Andere revolutionäre Proklamationen folgten nach. Die Verschwornen waren auch im Besitze eines amtlichen Siegels, auf dem sich zwei gekreuzte Beile befinden, mit der Umschrift: „Narod- naja rosprava“ (Volkstribunal). 19. Januar. Ueber die Lage in der Militärgrenze theilt „Pesti Naplo" folgende Correspondenz mit; „Hier hält Jedermann die Unterwerfung der Bocchesen bloö für eine perfide Comödie, um mit erneuter Kraft die Thätigkeit wieder zu beginnen, wenn die Zeit und Vorbereitungen die Ausdehnung des Ausstandes auch auf die Nachbarvölker gestattet werden. Die Hoffnung der Malcontenten ist nicht im Mindesten erschüttert ; denn von den Unterwürfigen sind ja auch blos die Weiber, Kinder und einige ältere Männer zu Hause. Die Waffenfähigen sind noch alle fern, während mehrere mächtige Stämme in Waffen stehen, die die Action auf's Neue beginnen, und an welche sich auch Jene anschließen können, die nach der Unterwerfung ihre Waffen zurückbekommen haben. Die Thätigkeit der Agitatoren hier in der Militärgrenze hat sich nicht im Mindesten verringert, sondern womöglich noch gesteigert. Die Sammlungen für die Dalmatiner werden noch immer betrieben und was die Hauptsache ist: man behauptet noch bestimmter als bisher, daß es im Frühling Krieg geben werde. Dies sind Facta und zugleich Symptome, welche zur Vorsicht mahnen und der Regierung die Pflicht auf- erlegen, auf die kommenden Ereignisse vorbereitet zu sein." Die clericalen Blätter Italiens schleudern gegen den Prinzen Peter Bonaparte die heftigsten Angriffe. Daß er einen Todtschlag oder Mord beging, scheint ihnen weniger Verabscheuungswerth, als daß er, der Onkel des Cardinals Bonaparte, sich duelliren wollte, obwohl die jüngste Bulle des Papstes über die Ex- communicationen den Zweikampf mit dem Bannflüche bedroht. Eine gewisse Schadenfreude können sie aber doch nicht verbergen, den Prinzen jetzt hinter Schloß und Riegel zu sehen. „Dieser Prinz," schreibt die „Unita Cattolica", „ist ein großer Revolutionär und Feind des Papstes. In Italien erzogen, conspirirte er schon im Alter von 15 Jahren mit den Carbo- nari der Romagna. Einen päpstlichen Soldaten stieß er einmal nieder; Papst Gregor XVI. begnadigte ihn, als er zum Tode verurtheilt wurde, und dennoch stimmte er, der Prinz, in der constituirenden Nationalversammlung Frankreichs immer gegen Rom, ja 1859 schrieb er sogar ein Gedicht über die Wiederauferstehung Italiens. Jetzt spricht man von ihm wie von Traupmann. Die Pforte protestirte wegen Verletzung ihres Ferman , indem der Vicekönig eine neue Steuer von 15 Piaster per Fedda Land ausschrieb. Der Aufstand am Winnipeg-See wird von Tag zu Tag bedenklicher. In Georgetown (Minnesorta) kamen gestern der Capitän Cameron und Dr. Tupper aus Fort Garry an und meldeten, daß die Empörer sich in Besitz der Casse der Hudsonsbai-Gesellschaft zu setzen gewußt haben. Louis Riell, einer der drei Unterzeichner der Unabhängigkeits-Erklärung, hatte den Oberbefehl über die Truppen der Aufständischen übernommen. Eine Schaar Sioux-Indianer soll jedoch auf dem Anmarsche gegen Fort Garry sein und man fürchtet daher ein schlimmes Blutbad. Oesterreich. Wien, 14. Jan. Die Verlustliste der in Dalmatien operirenden Truppen ist jetzt festgestellt. Die Truppen haben 12 Ofstciere und 72 Mann an Tobten, 14 Officiere und 224 Mann an Verwundeten, 1 Officter nnd 48 Mann an Vermißten gehabt — unerhört blutige Resultate eines nirgends in Masse geführten fiebenwöchentlichen Kampfes gegen eine Handvoll Menschen. Generalmajor Graf Auersperg, der das Obercommando gehabt, ist übrigens durch daö Comthurkreuz des Leopoldordens ausgezeichnet worden. Wien, 16. Jan. Der „Karlsr. Ztg." wird officiös geschrieben: Indem ich wiederhole, daß der Besuch eines österreichischen Erzherzogs in Berlin in kürzester Frist bevorsteht, und daß die Ankündigung dieses Besuches mit dem Ausdruck der höchsten Befriedigung erwidert wurde, glaube ich gleichzeitig constatiren zu dürfen, daß auch die Beziehungen der beiden Cabinette mehr und mehr einen nicht blos freundlichen, sondern einen nahezu warmen Eharacter anzunehmen begonnen haben. — Die „Wiener Abendpost" meldet: „Erzherzog Karl Ludwig reist zur Erwiederung des Besuches des Kronprinzen von Preußen am 20. d. M. über Dresden nach Berlin, wo der Erzherzog am 23. d. eintresten soll. Für den Aufenthalt in Berlin find drei Tage in Aussicht genommen. Die Rückkehr nach Wien erfolgt zum 27. d. M., dem GeburtSfeste der Erzherzogin Sophie." — Dasselbe Blatt veröffentlicht die Antwort deS Reichskanzlers Grafen Beust auf die Adresse der Reichenberger Handelskammer. In dem Schreiben bezeichnet der Reichskanzler als Ziel seiner Wünsche die Versöhnung aller Nationalitäten ohne PreiSgebung der Verfassung und des deutschen Elements. Wien, 16. Jan. Die heutige „N. Fr. Pr." meldet: Der Kaiser hat das DemisfionSgesuch der Minorität deö Ministeriums angenommen. Die Bildung eines neuen Cabinetö wird unmittelbar nach der Adreßdebatte deS Abgeordnetenhauses statt-- finden. (Nach der „Bohemia" wird Giskra mit der Bildung eines neuen Ministeriums betraut werden; die Stellung Beust'S sei unerschüttert.) Cattaro, 12. Jan. Gestern fanden sich, dem durch ihre Knezen früher gegebenen Versprechen nachkommend, circa 300 Crivoscianer bei dem F.-M.-L. Baron Rodich ein, um ihre tiefste Reue und Unterwerfung auszusprechen, um die a. h. Gnade zu bitten und ihre alte Treue für Se. Majestät erneuert zu versichern. Der Aufforderung, ihre Gewehre zu strecken, kamen sie augenblicklich, ohne Widerrede nach. Nachdem ihnen F.-M.-L. Baron Rodich eine scharfe Rüge über ihr jüngstes Verhalten ertheilt unb ihnen eindringliche Lehren für die Zukunft gegeben hatte, verkündete er ihnen den a. h. Gnadenact der Amnestie und gewilligte denselben, die Gewehre zur eigenen Sicherheit wieder aufzunehmen, worüber ein enthusiastisches, endloses Zivio auf Se. Majestät und eine allgemeine dreifache Salve erfolgte. Frankreich. Paris, 15. Jan. Dem „Gaulois" zufolge ist der Redakteur Pascal Grouffet gestern verhaftet worden. — DaS „Journal deS TebatS" meldet: Gestern Abend hat eine Versammlung deS linken CentrumS stattgefunden, der die Minister Graf Daru und Buffet beiwohnten, auch ThierS war anwesend. Der Letztere gab die Erklärung ab, das Ministerium in dessen Anträge auf gerichtliche Verfolgung Rochefort'S unterstützen zu wollen. Graf Daru verlangte auf das Entschiedenste die Genehmigung zur Verfolgung, daS Ministerium sei entschlossen, auS dieser Angelegenheit eine Cabinetsfrage zu machen, und werde dies in der Sitzung deS gesetzgebenden Körpers erklären. Paris, 14. Jan. In den FaubourgS herrscht im Augenblick große Entrüstung gegen Rochefort. Sein Aufruf zur Revolte in der ^Marseillaise" vom 11. d. M. hatte nämlich den Glauben erregt, daß er wirklich losschlagen wolle. In Neuilly angenommen, sehen sie nun, daß man sie nur zu einer einfachen Demonstration zusammenberufen hatte, und sie find deßhalb entrüstet, daß man sie auf diese Weise gefoppt hat. Ob Rochefort wirklich die Absicht hatte, am 12. Januar loSzu- schlagen, ist schwer zu sagen. Es könnte sehr leicht sein, daß er nur einen kräftigen Artikel schreiben wollte. Möglich wäre eS jedoch, daß er wirklich einen Aufruf zu den Waffen erlassen wollte, aber bei reiflicher Ueberlegung die Gelegenheit nicht für passend hielt. Daß er in dieser Beziehung ganz richtig urtheilte, ist sicher, denn die Menschen, welche sich in Neuilly eingefun- den, befanden sich in einer wahren Falle. Auf der einen Seite war daS Bois de Boulogne, wo es von Soldaten wimmelte und das bekanntlich von Gräben umgeben ist, auf der anderen Seite waren die Festungswerke von Paris, und der übrige Theil war von der Seine umgeben, über welche nur die Brücke von Neuilly führt, an deren Ausgang sich Courbevoie befindet, wo 6- bis 10,000 Mann Gardetruppeu aufgestellt waren. Ein Marsch nach Paris, um die Leiche durch, die Straßen zu führen, wäre daher an dem Thore von Paris aufgehalten worden, und falls Wiederstand erfolgt wäre, so würde ein furchtbares Blutbad stattgefunden haben. In der heute erschienenen „Marseillaise" erklärt Rochefort, daß man nie lcSschlagen dürfe, wenn die Behörden im Voraus die Sache kennten. Die radicale Partei hat Rochefort durch seine Erklärung bis jetzt aber nicht beschwichtigt und Gustav FlourenS, der bekanntlich mit äußerster Energie auf dem Marsche nach Paris bestand, hat sich von ihm loSgesagt und ist zur Reform übergetreten. Außer Ledru- Rollin sollen auch noch Greco, Jmperatort, Scaglioni und Mareti, die 1863 wegen eines ComplotteS gegen das Leben des Kaisers verurtheilt wurden, in die Amnestie mit einbegriffen werden. Rußland. In Wilna ist neuerdings eine aus höheren Beamten bestehende Commission eingesetzt worden, welche die Umwandlung kleiner Städte in Dorfgemeinden vorbereiten und zur Ausführung bringen soll. Da daS polnische Element sowohl in Litthauen wie in Reußen in den Städten besonders stark vertreten ist und eS der Regierung hauptsächlich auf die Schwächung desselben ankommt, so ist vorauszusehen, daß die gedachte Maßregel in den genannten beiden LandeStheilen noch in ausgedehnterem Umfange in Anwendung kommen wird, als im Königreich Polen. Die große Noth der westruffischen Juden ist jetzt verdoppelt worden durch den UkaS, welcher ausschließlich den Juden die Pflicht auferlegt, bis zum 31. Lebensjahre zum Militärdienst gezogen zu werden, wohingegen die Christen nur bis zum 23. Jahre diese Verpflichtung haben. Zwar enthält dieser UkaS zugleich eine Begünstigung; aber die Juden können, ohne ihre Ueberzeugung verleugnen zu wollen, keinen Gebrauch von dieser daS Gewissen verletzenden Begünstigung machen, welche nämlich alle militärpflichtigen Juden, die sich taufen lassen, vom Militärdienst befreit. Türkei. Kanftantinopel, 13. Jan. Auf Verlangen der Pforte ließ Cogolnitscheano' in Kamalung einige Häupter der bulgarischen Emigranten verhaften. Es soll ein Putsch in Bulgarien beabsichtigt gewesen sein. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.