Preis vierteljährig 1 st. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeigen Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expeditione Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kichen. Rr. I .» ' Snuiitog »tu 20. Riwcmdcr *'*-*'* H—MHWjCTCTWM—wg» werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B-1, als auch dUf den GieHöNkr bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. und * KbierMat über die Waffenstillstandsv-rhandlungen den Gesandten der Groß .... 7 " Türkei und Spanien« eine Note überreicht, wo»., es heißt! machte, so wie der■ £ ejnmj(d)un9 ter Neutralen einige Reserven gemacht, nU Mifionwcd "n„fünnl, c« handelte sich um Schließung ftanb « we ch„ tat Blutvergießen beendete und Frankreich gestattete, -'«'1 Waffenstillstand.-, »"chn«" Regierung zu eonstttuiren, welch- in gültiger 8-verhall! könne. Al-Bismarck auf die frühere Regierung ansp.elte, welch- 19. November. Die Cirkulardepesche des Fürsten Gortschakoff vom 31. Oct. enthalt die Lossaauna Rußlands von den Verträgen von 1856, soweit dieselben Rußlands Souveränetät^ an" dem schwarzen Meere berühren. Di- Note betont Rußland Souveranerar i iv „jele wesentliche Vertragsbestimmungen durchbrochen, nur diejenigen obligatorisch bleiben, welche Rußland- Znter-ffen direct berühren. Der Kaiser beabsichtigte Nicht die Erneuerung °er°ri-ntasch-n Frage, sondern nur di- Befestigung des Friedens unv des europa.^ch-n GIch ° wicht« welches fortan besser Eahrt s-,n Mrd, wenn em V-rhallmß sortsallt, das keine Großmacht als normale Le^rLöbedingung acceptlren konnte. Der durch das Circular des Fürsten Gorifchakow wieder m den Vorder, gründ getreten- Pariser Friede vom 30. März 1856 lautet m seinen Artikeln 11 bis 14 wie folgt: „ , , „ Art 11 Das Schwarze Meer ist neutralistrt. Der Handelsmarine aller Nationen'geöffnet, sind seine Gewässer und Häfen förmlich und auf ewig den a-iNaaa-n der U erstaaten sowohl, al- aller anderen Machte untersagt, die in den Art.^14 und 19 des gegenwärtigen Vertrages erwähnten Au-nahmesall- in Kassel sich neu zu gestalten schiene, erwiederte Thiers, es sei mit derselben ein ür alle Mal aus. Bismarck verwahrte sich gegen jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten Frankreichs. Die in der ersten Konferenz gestellten Fragen betrafen die Waffenstillstandsdauer, die Wahlfreiheit in den occupirten Provinzen und die Haltung der Armeen, sowie Proviantirung der belagerten Plätze, besonders vor Paris während des Waffenstillstandes. Bismarck schien keine unüberwindlichen Hindernisse hierbei zu finden, Thiers hielt eine Verständigung über alle Puncte für möglich. Es fanden täglich zwei Conferenzen Statt. Zunächst wurde über die Dauer des Waffenstillstandes verhandelt, welcher auf 25 Tage festgesetzt wurde. Der Waffenstillstand sollte kein Präjudiz für Fragen Betreffs des Elsasses und Lothringens abgeben, Bismarck wollte dort keine Wahlagitation zulassen, gestattete jedoch die Vertretung von Elsaß unv Lothringen durch Notabeln, welche ohne Zuziehung der deutschen Behörden designirt werden könnten. Es wurde hierüber ein Einvernehmen erzielt. Die Proviantirungsfrage veranlaßte zunächst keine wesentlichen Differenzen, da Bismarck die Entscheidung hierüber den militärischen Autoritäten überließ. Bei der Konferenz am 3. November sah Thiers ein, die Proviantirungsfrage sei die Fundamentalsrage geworden. Bismarck erklärte, der Waffenstillstand laufe durchaus den Interessen Preußens zuwider, dre Verprovlan- tirung könne man nur zugcben, wenn die Franzosen ein militärisches Aequivalent, etwa Positionen vor Pans oder ein Fort, bitten. Dagegen erklärte Thiers, d,e Verweigerung der Proviantirung hieße den Widerstand von Paris um eenen Monat verkürzen, die Forderung von Forts hieße die Mauern von Pans/verlangen. Thiers berichtet sodann über die Unterredung mit Favre, über den Abbruch der Verhandlungen, so wie über die Weigerung der Voraahme der Wadl ohne Waffenstillstand Die Note schließt: Es mag den neutralen Mächten überlassen bleiben, iu beurtheilen, ob wir ihrem Rathe hinlänglich Rechnung getragen; nicht uns > kann man Mangel an einer hinlänglichen Würdigung desselben vorwerfen, wir rufen die Mächte zu Richtern über das Verhalten der Kriegführenden auf. ja) bot alle Anstrengungen auf, dem Vaterlanve die Wohlthaten des Friedens wieder- ' ruaeben, den es durch den Fehler der Regierung verlor, deren Existenz einzig und ■ allein der Fehler Frankreichs ist. Derselbe ist allerdings groß und kaum gut zu machen, wenn sich das Land eine solche Regierung gibt unv ihr seine Geschicke ohne Controle überläßt. . t Di- ft. Z. schreibt: Herr Thiers hat nach langen Jahren »über einmal die G-nuathuung gehabt, eine diplomatische D-pesche aufzusetzen. Er hat dann ein Langes und Brettes über die Verhandlungen mit Herrn v. Bismarck n»tge- ,heilt, über welche wir Jeden selbst urtheilen lassen wollen. Wir sind aber in den Stand gesetzt, seine Mittheilungen in höchst interessanter Weise zu erweitern zu vervollständigen. Wir erfahren Folgendes aus zuverlässiger Quelle: Der Waffenstillsiand sollt- b-kanntlich 28 Tag- dauern und wahrend dieser Seit die Wahl der Constituante, so wie der Zusammentritt derselben Statt finden, und zwar die erstere allenthalben frei und unbehindert vor sich gehen, auch in den von den'Deutfchen occupirten Land-Stheilen. Für die genannte Zett wurde das Aushoren der beiderseitigen militärischen Operationen beantragt, aber »>-S°rt- dauer der Recrutirungen (natürlich der französischen) beansprucht. Di- cond Uo sine qua non für die Regierung von Paris - Tours war: »D>eArmcen> beider Theilc dürfen sich nach den zu ihrer Verfügung sichenden Mitteln wahrend es Waffenstillstandes verproviantiren, aber die Requisitionen (nämlich der Verbündeten) sind als ein- Kriegsmaßregel, die mit den Feindseligkeiten selbst suSpendlrt werden muß, während derselben zu unterlassen. Die festen Platze können für Dauer des Waffenstillstandes unv nach der Starke ihrer Bevölkerung und Be- fetzung verproviantirt werden und dies wird — vor Allem für Paris beanfpruchtt Di- Hauptstadt sollte während dec Zeit durch Vier namentlich ^no böse an Vieh unv Leben-rnittcln erhalten: 34,000 Ochsen, 80,000 Schafe, 8000 Schweine, 5000 Kälber, 100,000 Ctr. (Quint-aux) Salzfleisch, das nothw-ndig- Fulter für jene Thier- in Gestalt von 8 Millionen Gentner Heu und Stroh, dann 200,000 Ctr. Mehl, 30,000 Ctr. trockenes Gemüse, endlich zur Heizung und zum Kochen 100,000 Tonnen Steinkohlen und 500,000 Klafter (Neres— 29 Kubikfuß) Holz, wobei die gegenwärtige Bevölkerung von Pans mit Einfäsiuß von 400,000 Verlherdigern und den Bewohnern der Bannmeile zu 2,700,000 bi« 2,800,000 Seelen angenommen ist. Daß bei der geflcnmartigcn läge der militärischen Verhältnisse die Vor,heile eines solchen Waffenstillstandes fast aus. nahmslos auf französischer Sette gewesen wären, wahrend d,e deutschen -Gruppen um anderthalb Monate in der Belagerung von Paris zurnckverscht gewesen waren, liegt nabe. Da sranzosisch-rs-tts gar kein Aequivalent geboten war, so muß man annehmen, daß cs von den R-gierungSmännern, mit Ausnahme des Herrn Thier«, wohl nicht ernstlich mit der Einstellung der Feindseligketten gerne,nt war. D e Herren wollten eben nicht di- Wahlen, weil sie siirchteten, daß die Coilstttltante ihrem Regiment ein Ende machen werde. , Nun sage man noch, daß man Unrecht thut, Herrn ThierS «»en a Schlaukopf zu nennen! Die Preußen wollen Paris aushungern und fcho s dort die Natt-n aus den Cloaken zu einem Leckerbissen geworden. Da sch ag nun Herr Thie>S als WaffenstillstandS-Bedingung vor: Pans wird v-rproviantir ausgenommen. , „ ... . Art. 12. Frei von aller Beschränkung wird d-r Handel >n den Hasen und Gewässern des Schwarzen M-ereS nur den Gesundhetts., Zoll- und Polizel-Verord- nungen unterworfen fein, die in einem der Entwickelung d-r Handelsbezie ungen günstigen G-iste abgesaßt werden. Um den Handels- und ^chsfflahrt-lnteress-n aller Nationen die wünschenswerthe Sicherheit zu geben, werden Rußland und di- hohe Pforte in allen ihren im Uferbczirk de« Schwarzen M"reS gelegenen Haien den Principien d-s internationalen Rechte« gemäß, Confuln zulassen. , 13 Da das Schwarze Meer dem Wortlaute d-S Art. 11 gemäß neutralifirt ist/ so ist °i- Ausr-chthaltung oder Errichtung von timen Arsenalen in dessen Us-rbezirk unnothig und zwecklos. Se. Ma,, der Kai ler aller R-ußen und Seine kaiserl. Mas. der Sultan verpflichten sich deß. halb, auf diesem Littorale kein militärisch-maritimes Arsenal zu errichten oder zu be^lten-14 Ihre Majestäten der Kaiser aller Reußen und der Sul- I ton eine Convention abgeschlossen haben, um die Starke und Zahl der leidlten, »um Dienste ihrer Küsten nothwendigen Schiffe zu bestimmen, deren Unterhaltung, m Schwarzen Meere sie sich vorbehatten, so ist diese Convention dem gegenwar- , tttien B«t ag- nnnec.irt worden und wird die nämliche Kraft unv den nämlichen , W-rtd dab-m als wenn si- in d-mfelb-n vollständig ausgenommen wäre. S e kann ^ne die Zustimmung der Mächte, Unterzeichner de« gegenwärtigen Vertrages, weder annullirt, noch modificirt werden. , Zm dritten Annexe lautet der betreffende Artikel. Art 2 Di- hohen contrahirenden Th-tt- behalten ft» jetet vor, in die- r J , ' Damvilckiffe von 50 Metres Sänge auf dem Wasserspiegel, von f™ bMIteM 800 twwn und 4 leichte Dampf, und Segelfahr- ;*üg” ®on einem Gehalt, welcher bei keinem 200 Tonnen übersteigen darf, zu unterhalten. russischen Kundgebung ist noch zu bemerken, daß Nuülanv ausdrückl ch erklären soll, es werde die Integrität des türkischen Terr,. wriu ns wie dieselbe durch den Vertrag von 1856 festgestell, worden, unter allen ?r n» ' ' .. ainfipr htm Pariser Vertraq existiren bekanntlich zwei Kon- Umstanden achten. d^roitS| oie von allen Mächten unterzeichnet «entionen, d e eine fllnmen6una ersteren das bekannte maritime Reglement ist, eine zweite die al« J^®en6un8 ^„ Rußland- unv der Türkei erhalten E'S’Ä'”S «• >«»"«* i'1«»s,ii" ÄätesÄM ? Ön' D-s ist-i.ktchiiche ist i>° In mH Bm eng- ».ich- dm « der Srp-di-i°" »bh°lm I-ffm, erhaiim dmstldm für die M°n-,e N°«emd.r unb Dttkmber 1870 zu 40 kr. mit Allem, woran es am meisten Mangel leidet. Gleichzeitig sollen aber die Preußen nicht requiriren dürfen. Wie schlau Herr Thiers een Spieß umdreht! Die Pariser sollen zu leben haben, die Preußen sollen ausgehungert werden! Wohlausgesonnen, Pater Lamormaire! Herr Haußmann, der frühere Seine-Pra'fect, welcher bekanntlich in Nizza verhaftet wurde, ist wieder in Freiheit gesetzt worden. Er begab sich sofort nach Italien. Eine Depesche aus Marseille vom 14. meldet: „Die Gemeinderathswahlen haben heute Statt gefunden. Die republikanische Liste hat triumphirt. Die bis jetzt bekannten Resultate ergeben 21,000 Stimmen sür die republikanische Liste und 7000 für die revolutionäre. Esquiros hat seine Stelle definitiv niedergelegt und die Oberleitung des Journals „Egalit^" übernommen. In LyonS-la-Foret wurde am letzten Mittwoch ein Militär standrechtlich erschossen. Dieser Militär, Sergeant bei den Franctireurs von Lille, war wegen eines Insubordinations-Vergehens zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurtheilt worden. Als das Kriegsgericht ihm das Urtheil bekannt machte, gerieth er in furchtbare Wuth und insultirte die Richter, worauf diese ihn sofort zum Tode ver- urthcilten und alsbald erschießen ließen. Die ganze republicanische Weisheit der Franzosen scheint, nach den Ernennungen zu schließen, in den Advocaten und Journalisten verkörpert zu sein. Auch dieser Zug der dritten Republik bietet eine pikante Parellele zu den Mißbräuchen der zweiten. Die Mitglieder der Regierung, Trochu nicht ausgeschlossen, gehören fast sämmtlich diesen beiden Richtungen an, in den Präfecturen ist es ebenso bestellt, in den militärischen Stellen geht es nicht viel besser; jetzt kommen auch Stellen wie die des Directors des Arresthauses von Sainte-P6lagie an die Reihe, wozu der frühere Redacteur des „Progros de Rouen", Gallois, befördert wurde. Ein Thei! der nicht untergebrachten Journalisten geht mit der Regierung aus Patriotismus durch Dick und Dünn, ein anderer aus Furcht, da Gambetta keinen Widerstand verträgt; der Rest hüllt sich in Schweigen, wie Louis Blanc, oder macht den unverwüstlichen Rathgeber, wie Emile de Giraroin, der von Zeit zu Zeit mit offenen Briefen in der „Liberte" auftritt, bisher aber nur seine tragi- komische Kassandra-Rolle, die er unter dem Empire gespielt, fortsetzt. In seinem jüngsten Schreiben an Gambetta beginnt er mit der Klage: „Obgleich keiner meiner zeitgemäßen Rathschläge, deren Richtigkeit stets durch die Ereignisse bestä- tigt wurde, in Betracht gezogen wurde, nach wie vor dem 4. September, so erachte ich cs dennoch für eine Pflicht gegen mtin Vaterland, beständig die unheilvolle Verblendung Derjenigen zu bekämpfen, die dasselbe zum Abgrunve führen. Einsicht verpflichtet." Girardin weist sodann darauf hin, daß er sofort nach dem Unfälle von Sedan bei der Regierung der Nationalvertheidigung gezeigt habe, daß der einzige grade, kürzeste und sicherste Weg die Wiederherstellung der Ver- sassung vom 4. November 1848 sei, kraft welcher dann unverzüglich zur Wahl eines Präsidenten der Republik und am nächstfolgenden Sonntag zur Wahl einer gesctzgebenden Versammlung zu schreiten sei. Am 8. September habe er, Girardin, diesen Rath bei Trochu und am 9. bei Gambetta in Paris, am 3. October in Tours wiederholt, sei jedoch abgewiesen worden; die Lage sei aber immer schlimmer geworden, we-l vom 16. September bis 9. November Paris bereits fünfzig Tage von seinen Vorräthen an Lebensrnitteln zehre. Was bleibe jetzt zu thun? Girardin's Antwort lautet: Die Regierung in Tours möge eins der Mitglieder der Diplomatie, welche die September-Regierung anerkannt haben, er- suchen, sich von seiner Regierung Vollmacht ertheilen zu lassen, ins preußische Hauptquartier zu gehen und den Stein des Anstoßes zu einem Waffenstillstände, die Verproviantirung von Paris während der fünfundzwanzig Tage, dadurch zu beseitigen, daß die französische Regierung auf die Verproviantirung verzichte und zugestehe, daß eine einfache Waffenruhe von vier Tagen eintrete, während wel- cher Frist Frankreich die Verfaffung vom 4. November 1848 und das Wahlgesetz vom 15. März 1849 Herstellen und einen Präsidenten der Republik wählen werde; während dieser vier Tage sei Paris und den Departements alle Freiheit der Correfpondenz auf telegraphischem und brieflichem Wege zu gestatten. Es stehe zu hoffen, daß König Wilhelm auf diesen Vorschlag eingehen werde: als- dann habe Frankreich, war es jetzt nicht besitze, eine regelmäßig gewählte und regelmäßig vollziehende Executivgewalt, welche folglich befähigt fei, Verträge zu schließen; die Wahl, welche Frankreich treffe, werde eine Andeutung seiner Meinung über den Krieg aufs Aeußerste oder über Vertagung der Wiedervergeltung sein. Siocle verspottet die neutralen Mächte wegen ihrer nutzlosen Friedensvorschläge: „Was wollen diese Neutralen? Unsere Zeit durch diplomatische Unter- redungen verderben? Wir können einen Friedensvorschlag nicht annehmen, so lange die Preußen in Frankreich sind. Wenn die Neutralen dieses Krieges überdrüssig sind, so mögen sie eine wirkliche Coalition bilden. Aber ihre winselnde und täppische Intervention flößt uns keine Dankbarkeit ein." Dieser Hohnruf schließt mit den Worten: „Wir haben die Gerechtigkeit und das Recht für uns, wir können nicht untergehen; Paris wird nicht fallen." Aus Dijon meldet man: Der General, welcher in der Stadt befehligt, ist Prinz Karl, Neffe des Königs von Preußen. Er wohnt bei Herrn de Saint- Seine, Rue Verrerie. Die Erziehungsanstalten wurden von den Preußen nicht beunruhigt. Die Pensionate für junge Mädchen erhielten keine Einquartierungen. Die Preußen refpectirten übrigens in allen Städten die Schulen, welche sie als Asyle betrachteten. Die größte Ruhe herrscht in unserer Stadt. Die Läden der Stadt sind fortwährend geschlossen, und die Preußen scheinen nicht die Absicht zu haben, dieselben offnen zu lassen. Die „Correfpondenz Warrens" schreibt: die Erklärung des russischen Cabi- nets, wodurch dasselbe wichtige Bestimmungen des pariser Vertrages aus eigener Machtvollkommenheit aufhebt, hat eine principielle Tragweite außerordentlichster Art. Der Wunsch der russischen Regierung bezüglich der das schwarze Meer be- treffenden Stipulationen hätte auf dem Wege diplomatischer Verhandlungen mit den übrigen Vertragsmächten zu einem Resultate führen können. Der von Ruß- land betretene Weg der Selbsthilfe aber führt zur Verletzung von Vertragsrechten und zur tiefsten Erschütterung des Rechtszustandes, auf welchem der Friede im Oriente beruht. Durch die Note des Fürsten Gortschakoff vom 31. October wurde eine sehr ernste Situation geschaffen, die für alle Mächte, welche den pariser Vertrag unterzeichnet haben, die Mahnung erstehen läßt, mit Festigkeit und Entschiedenheit für das bedrohte öffentliche Recht einzutreten. Es handelt sich hier um eine die eigensten Interessen Oesterreichs berührende Angelegenheit. Die pariser Vertragsmächte haben alle Ursache, eine gemeinsame Abwehr eintreten zu lassen. — Die „Correspondenz Warrens" meldet ferner, daß der russische Geschäftsträger am 15. November die Note der russischen Regierung betreffend die Lossagung von den auf das schwarze Meer bezüglichen Stipulationen des pariser Vertrages der Pforte übergeben habe. Kriegsnachrichten. lieber das Gefecht v. d. Tann's am 9. November mit der französischen Loire-Armee gehen der K. Z. zuverlässige Mittheilungen zur Ergänzung eines früheren Berichts zu. Nachdem v. d. Tann am 8. Abends mit feinem nur aus Drei Brigaden bestehenden, zwischen 17- und 18,000 Mann starken Corps Orleans verlassen, waren nur noch Proviant- und Munitions-Colonnen unter dem Schutze von 2 Bataillonen Infanterie in der Stadt zurückgeblieben. Letztere hatten Weisung, sich gleichfalls am folgenden Tage Mittags aus der Stadt herauszu- ziehen. Dies geschah auch pünktlich. Leider ist es jedoch vorgekommen, daß einige der bei solchen Gelegenheiten unvermeidlichen Nachzügler, welche zu spät am Sammelplatz erschienen waren oder sich sonstwie verirrt hatten, am Nachmittag desselben Tages vom Pöbel von Orleans erschlagen worden sind. Fstx diese Unthat wartet natürlich der Stadt die härteste Strafe. Inzwischen war v. d. Tann mit seinem Häuflein der französischen Armee muthig entgegen gezogen. Die letztere unter dem Generäl Paladine, einem jüngeren Offizier, fand er, als er bei CoulmierS angelangt, sich gegenüber stehen. Sie bestand aus 9 französischen Linicn-Brigaden, vielen Mobilgarden, 7 Reiter-Regimentern und besaß an Artillerie 120 Feldgeschütze. Es mögen also im Ganzen 70- bis 80,000 Mann gewesen fein. Man erkannte bald, daß die Führung dieser Truppen eine bessere und umsichtigere sei, als Vie irgend eines französischen Corps in diesem Kriege. Der General Paladine hatte bereits unsere Taktik angenommen, ließ auf den Flanken Eclaireurs ausschwärmen und bildete Seitencolonnen, um vor jeder Ueber- raschung sicher zu sein. Der linke Flügel der Bayern unter General Orff, Der für einen der tüchtigsten Offiziere der bayerischen Armee gilt, warf den linken Flügel Der Loire-Armee in größter Unordnung auf das Centrum zurück. Auf diesem linken Flügel war die französische Cavallerie postirt gewesen, die auf Den ersten Anprall Der bayerischen Reiterei linkSum Kehrt gemacht und in wilder Flucht hinter Die Aufstellung des französischen Centrums retirirte. Auf Der anDeren Seite ging es indeß nicht so gut. Die Bayern, obwohl in so erheblicher MinDerzahl, hielten sieben Mal hinter einander Stürme auf ihre Stellung aus und schlugen dieselben sieben Mal nach einander zurück. So Dauerte das Gefecht von 7 Uhr Morgens, wo es mit heftiger Kanonade begonnen hatte, bis 5 Uhr Abends. Da ließ v. d. Tann einfach feine Regimenter abschwenken und bewirkte so seinen Rückzug nach Toury, ohne vom Feinde im Mindesten behelligt zu werden, ja, ohne daß dieser auch nur Fühlung mit ihm behalten hätte. Wie schon früher erwähnt, ist er auch während des ganzen folgenden Tages, dem 10. November, in keiner W.'«fe von der Loire-Armee beunruhigt worden. Preußische Offiziere, die anwesend waren und nun ins Hauptquartier zurückgekehrt sind, können nicht genug von Der Bravour Der Bayern und Der Ordnung erzählen, mit welcher voy ihnen die Rückzugsbewegung ausgeführt wurde. Die französischen Depeschen Über diesen Kampf lassen auch Die Enttäuschung deutlich erkennen, Die man bei Dem tapferen Widerstande der Bayern empfunden, Da man ersichtlich Darauf gerechnet, das kleine Häuflein einfach erdrücken zu können. Die französischen Depeschen gestehen selbst einen Verlust von 2000 Mann ein. Der Verlust an Bayern besteht nach authentischen Berichten in 677 Mann und 42 Offizieren an Todten und Verwundeten. Die Franzosen haben sich bei dieser Gelegenheit vortrefflich geschlagen, obwohl ihnen die Werdergewehre der Bayern (es waren 3 Bataillone mit dieser vorzüglichen Hinterladerwaffe versehen) großen Respect einflößten. Heute kann cs nun möglicher Weise zu einer entscheidenden Schlacht zwischen Toury und Artenay kommen. Der Lommandant von Belfort hat Den Maire von Perouse verhaften lassen, weil er am 3. November zwei Ulanenosfiziere, anstatt sie einem benachbarten Posten zu Denunciren, bei sich bewirthet hatte. Er wird vor ein Kriegsgericht gestellt werden. — Briefe aus Lyon bestätigen, daß Garibaldi und General Michel die Absicht haben, Belfort zu Hülfe zu marfchiren. Andererfeits heißt es, daß die Franzosen einen Flankenmarsch ausgeführt haben und die Deutschen, welche tn Dijon sind, abschneiden wollen. Eine Schlacht scheine in Folge dessen sehr nahe bevorstehend. Als gewiß versichert man, daß alle Deutschen, welche an der Grenze des Jura und besonders in Delle standen, am 12. abmarschirt sind. — Aus Lyon ist am 13. die erste Marsch-Legion der mobilistrten Nationalgarde (4000 Mann mit Artillerie) abgegangen. Dieselbe hat ihren Weg nach Osten genommen. In Lyon sind 40,000 Franken angekommen, welche die londoner internationale Gesellschaft für die Unterstützung Der Kriegsopfer dort hingefandt hat. — Der bekannte Bildhauer Clesinger befindet sich in Besanoon, um dort ein Freicorps zu organisiren. Zwischen Besan^on, Belfort, Döle und Mouchard ist seit dem 9. November Der Eifenbahndienst bloß für Truppen- und Militärtransporte tn Anspruch genommen. Die „Correspondance de Tours" bringt unter ihren „officiellen Depeschen" folgende Mittheilung: „Eine Depesche aus Bordeaux meldet, daß die aus Oleron angelangten preußischen Gefangenen unrechtmäßige Inhaber von bedeutenden Werthen in französischem Gelde, goldenen Ketten und Frauenschmuck, dem Ergebnisse der Plünderung, sind." Diese Nachricht der „Correspondance de Tours" scheint wohl dieselbe Grundlage zu haben, wie das Folgende, was ein Correspondent Der „Daily News" aus Tours vom 13. Nov. meldet: „Eine große Menge Gefangener, man sagt, an tausend, kamen heute hier ein. General d'AurelleS telegraphirt, daß er im Ganzen 2500 gefangen hat. Es scheint, daß nach Dem Gefechte von Bacon eine Menge Deutscher bei CercotteS umringt unD gefangen wurDen. Der größere Theil Derjenigen, Die ich gesehen habe, sah gar nicht wie SolDaten aus, sondern wie Feldstreicher und Marodeurs. Die Mobilen, welche sie cscortirten, nöthigten sie, eine Menge von Schmucksachen, Uhren und Goldmünzen zur Schau zu tragen, welche sie wahrscheinlich als gute Beute betrachtet hatten, wofür sic aber jetzt, Da sie gefangen sind, als Diebe angesehen werden. Eine ziemliche Anzahl Der Gefangenen finD ÄinDer, selbst unter 10 Jahren, aus Dem Elsaß, welche, Da sie deutsch und französisch sprechen, als Spione dienstbar waren." [?] London, 17. Nov. Man meldet aus Great Grimsby: „Die norddeutschen Lloyddampftr Hansa und Leipzig wurden gekapert. Hansa mit 78, Leipzig mit 20 Passagieren. Darmstadt, 17. Nov. Wie verlautet, gedenken Seine Excellenz der Herr Ministerpräsident Frhr. v. Dalwigk unD Herr Geh. Legationsrath Hofmann heute Vormittag von Versailles abzureisen und am Samstag Nachmittag hier ein* zutrcffen. \j ,HM^.a. H., 9. Nov. Der Bauer Charles Dutour aus Foutenay les Louvres, Departement Saone et Oise — wegen versuchten Giftmordes zu 12jäh* J Evangelische Gemeinde. a. völkerung ist ruhig. steuerf. — Spanier, neuest. 3% 29 ersten Infanterie- zurück. DirSseitS 1881r 1882r 1885r 1887r Börsennachrichten. 18. November 1870. Prioritäten. öster. Stsb.-Prior. 54 öst. s. Lombard 441/» Livorneser 30 Toscaner 493/4 Elisabeth.-Prior. 74^/4 II. Emiss. — 933/4 92 */16 9U/2 91V4 Belgrad, 13. Nov. w begeisterten Zuruf einer ungeheuren Volksmenge hielt der Fürst schift seinen Einzug in die Hauptstadt. Vertreibung religiöser Körperschaften markirt. UeberdieS ließ er die schöne Kathedrale zu Autun, sowie zwei andere Kirchen in Kasernen und Magazine verwandeln. Hat uns deshalb allein Garibaldi die Ehre erwiesen, sein Porte6p6e im Dienste Frankreichs herzugeben? Es wäre endlich doch Zeit, daß er seine Mächtigkeit gegenüber den Preußen, aber nicht gegen Priester und Mönche zeige. Brüssel, 18. Nov. Der „Constitutionnel" constatirt eine sehr merklich e Verbesserung der inneren Lage Frankreichs, namentlich im Süden. Lyon sei m it Herz und Hand bei seiner Vertheidigung; Marseille erfreue sich einer wunderbaren Ruhe Dank dem Präfecten Gent, der die Sympathien der Männer der Die Course Anfang- fest, Schluß matt und stark st Minister Beust füll nach Petersburg abgereist sein. Actien. Oest. Creditact. 221 Vz 5% östr. F. St. E. B. 338 Lombard. Bahn 161 Lud wigsh.-Bexbach — Maxbahn 107 Bayer. Ostbahn 120V1 Hess. Ludwigsb.-Act. 135 Alsenzbahn-Actien — Oberhessen „ — Telegraphische Depeschen. Versailles, 17. Nov. (Officiell.) Abteilungen der diviston wiesen am 14. v. M. einen Ausfall von Mezieres b. Katholische Gemeinde. Nichts angemeldet. Aetlen. Frankf. Bank 130 Frankf. Vereins-Kasse 101 Darmst. Bankact. — Wien Bankactien — Galizien — „ . 5% M. Amerik. Bonds 3% 3% 3°/0 5% 5% do. Unter Glockengeläute, Kanonendonner und dem mit der Regent- Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 65 Nassau 25 fl. 17 4% bayr. Präm.-Anl. 1051/, Ansbacher 7 fl. 13 4% badische Loose 104 Badische fl. 35 Loose 58Vz Oestr. fl. 250 v. 1836 — 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 703/4 1864r „ — Braunschweiger 16 Stadt Madrid 201/w Preuss. 41/2% Oblig. — Frankf. 3i/2% Obi. 793/4 Nass. 41/2°/o Obi. 901/4 Kurhess. 4% „ — Gr. Hess. 5% Obi. 1011/2 „ . 4% „ 927/8 n » 31/20/0 „ - Bayer. 5% „ 96 „ 41/2 0/0 1jährige — „ 4O/o i/4 jährige — Wiirtemb. 41/2% Obi. 89 Baden 41/2% Oblic. E. L. — Oesterr. Silberrente 501/2 r Papierrente 44 Kopulirte. Den 17. November. Der Großherzogliche Oberförster zu Rimbach, Kreis Lindenfels, Ernst Ludwig Friedrich Freiherr von Schenck zu Schwemsberg auf Rülfenrod, des verstorbenen Großherzoglichen Majors s la suite, F^dnchFrelherr von Schenck zu Schweinsberg auf Rülfenrod, ehelicher Sohn, und Karolme Marte Phr- lippine stotz, des verstorbenen Bürgers und Gastwirths, Theodor Lotz, eheliche Tochter Getauft. Den 13. November. Dem Bürger zu Lich und Dachdecker dahier, Georg Insel, ein Sohn, Adolf, geboren den 31. October. Beerdigte. riger Zuchthausstrafe verurtheilt — ist zur Verbüßung dieser Strafe am 30. October in die Königliche Strafanstalt hier eingeliefert worden. Der Verurtheilte hat gegen den Lieutenant Hecker (Besitzer der Zuckerfabrik in Straßfurt) und den Oberfeuerwerker Holzenvorf, welche beide in einem Hause des Dorfes Fou- tenay les Louvres einquartiert waren, Anfang- October durch Vermittelung einer dritten Person den Versuch gemacht, die dem Hecker und Holzenvorf zu verab- reichenden Speisen durch Vermischung mit schwefelsaurem Kupferoxyd (Grünspan) zu vergiften. In Folge der Wachsamkeit eines in jenem Hause mttemquartierten Militär-Arzte- ist das Attentat rechtzeitig noch entdeckt worben. Die Verurtheil- ung des Giftmischers ist durch Spruch des von dem Königlichen Commando der Corps-Artillerie 4. Armee-CorpS verordneten und vereideten Kriegs-Gerichts sehr geringer Verlust. , < A Versailles, 17. Nov. Odo Russell ist hier emgetroffen. [ Tours 17. Nov. Garibaldianer verübten in Autun DiSciplinarwidng- ftilcn und Ungesetzlichkeiten. Die Regierung ergriff di- str-ngst-n Maßregeln. - 5 Der Moniteur" tadelt da« Vorgehen de« Obersten Bordone, welcher cm Krieg«- । „richt cinsetzte und sich dem Civilgerichte zustehende B-fugniffe anmaß,-. Dw. eieri7alen Blätter tadeln bitter die eigenmächtigen Maßregeln Garibald, S gegen die kirchlichen Autoritäten und die Schulen. — Die Armee de« Prinzen Fried- . rick Karl rückt unaufhaltsam von der Nonne nach der Loire vor. Da« Corps de« Generals v. Voigts-Nhetz, 20,000 Mann stark, ist gestern in Tonn-re (D-p. Nonne, östlich von Orlean«) angekommen. . „ k A Tours, 17. Nov. Die sämmtlichen Journale IN Tour«, Poltier« und Bordeaux, denen nach und nach die Mission Perrin'« und Liffagarai s bekannt aeworden, tadeln auf das Auffälligste diese Maßregel Gambetta'« und bezeichnen einmüthig Schützlinge Gambetta'« al« zu ihrer Mission unfähig, >a der ihnen anaewicsene 4 Millionen gar nicht vertrauenswürdig. u / TourS, 17. No». Man ist hier ohne jede Nachricht von Paris. Zwischen „Moniteur", de« d-rmalig-n Leiborgan Gambetta's und dem Conftilutionnel", der sich feine geistige Nahrung jetzt ausschließlich von Thier« holt ist ein heftiger Kampf »arüber ausgebrochen, ob Wahlen zur Constituante ohne Waffenstillstand möglich seien. Der „Moniteur" schließ, s- ne letzte Repl.k- Wir wiederholen es, wir wollen Wahlen. Nur die Frage der Opportunität aber bleibt für jetzt offen. Im gegenwärtigen Augenblicke schemt uns aber die defense nationale wichtig genug, um alle unsere Sorgen in Anspruch zu neh. „en « — Gambetta parodirt die 90er Jahre und gefallt stch darin so, wie Napoleon der Kleine in Nachäffung Napoleons des Großen. Unterm 10. November „ließ Gambetta ein Decr-t, di- Präfecten ermächtigend, daß sie Seitens der Kirch-nvorst-her und Pfarrer, Glocken zum Kanonenguß als Nationalgeschenk Den 14. November. Philipp Maaß, Füsilier im 39. königl. preuß. Infanterie- Regimente, aus Rheinberg, Regierungs-Bezirk Düsseldorf, alt 28 I., gestorben den 12. November.^nna Katharine Kühnhold, geborne Anschütz, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Fabrikarbeiters, Bernhard Kühnhold, alt 64 I. 9 M. 19 T., gestorb^^den ^L^Novembeb^ Langlois, Bergmann aus Oberbiel, Kreis Wetzlar, alt 52 I., gestorben den 12. November. o . T Den 16. November. Wilhelm Thielecke, Wehrmann rm 2. komgl. preuß. Garde-Landwehrregimente, aus Groß-Wanzleben, Regierungs-Bezirk Magdeburg, alt 29 % 8 M. 22 T., gestorben den 15. November. . Den 17. Novemb er. Clementine Katharme Louise H-nri-tte Herbert, geborne Heinrich, Ehefrau des Bürgers und Bautechnikers, Jakob Herbert, alt 49 I. 5 M. 27 T-, gestorben den 15. November.__ nC$me △ Brüssel, 18. Nov. Unter Reserve theilt der „Moniteur" mit, daß v. d. Tann's Flügeladjutant, ein General, bei Orleans gefangen worden sei. A Brüssel, 18. Nov. An der Börse wurde gestern bekannt, daß das englische Panzergeschwaver am 16. d. Vormittags unter Viceadmiral Homby rn Plymouth eingelaufen sei. - Französische Schiffe haben am 12. d. vier deutsche H^ndklsgoulmen Qef1a^cr^oö Die aus Tours eingetroffene „France" vom 16. d berichtet: „Bis zu diesem Augenblick ist uns in Garibaldi noch nicht der Mann des Krieges aber der Feind des Katholicismus erschienen. Des Generals Ankunft in Autun wurde, wie die ihr vorausgegangene Ankunft in Dole, nur durch Ordnung wieder geeinigt habe. A Wien, 17. Nov. Aus dem gut redigirten neuen Wiener Finanzblatte, fit (5 1 ber „Reporter", entnehmen wir Folgendes über den Geldmarkt: „Trotz des " ©arl8riifieJ 15 November. Di- heut- g-fchloff-n- Sammlung zur F-ier Sturmes, welcher nicht von Rußland beabsichtigt ist, sondern bloß hier groß ge- ... „ a ! ! (-fiir einen deutschen Jnvalidenfon«) hat 175,309 fl. ergeben, macht wurde, hielten sich Renten und Pfandbriefe relativ sehr fest, wahrend Priori. EmdtN 15%« Au« Norb-rnay ist gestern nachstehendes betrübende täten recht flau waren, jedensalls angesichts der angekündigten Emissionen, Cr-d„. Telearamm hier eingegangen: „Von den Sonnabend Morgen ausgelaufenen actien, die so Biele gern billig kaufen mochten, retirirten von 256, um circa 10 66 Fahr«uaen sitzen noch aus Baltrumer Nordstrand 22, 1 auf Wangeroog ja 15 fl., trotzdem solch- an den fremden Börsen h°rtnack>g 6 bi'7 fl. hoher 66 ^aprz ug itz w i „erunalückt Di- übrigen Schaluppen und notirtrn. Wir fanden vornehm- Leut- an der Börse, welche sich z. B. bei einem ^bbsind/rack 10 M'nn sind vrungluckt. Di- übrigen pp 6ourfc 10. 08. für Napoleonsd'or abmühten, di- Frankfurter Creditactien-Notiz Mannschaften sind ch h i te« Mr. Duval, commandeur de von 235 mit 102 umzurechnen, wobei sie noch ertra ^ersahen, zu berechnen, la »aSobile ä la Marne, haben die kriegsgefangenen französischen Offiei-r-baß in Frankfurt di- Zinsen seit 1. Januar d. I. .n Silber vergütet werden, cine^ ansehnliche Summe zusammengelegt, um die Gräber der hier verstorbenen Wenn wir in dieser Weise fort machen, dann werden wir freilich sehr bald aus- ^a^andü-i7"auk'w7lch?m"Esich ein“ reJ" mit^a^3elegur1 fe°lUuö"flcmdl'cm ^^Wicil, 18. Nov., Norm. Das „Telegraphen-Correfpondenz-Bureau" melde, : Marmor befindet Austern Kreuze stehen in Goldschrist die Worte: „Priez Dieu Die in Konstantinopel am 17. d. M. überreichte russische Note stutzt sich auf nour eux'“ und auf der Tafel: „ä la memoire des franijais morts en eap- frühere Tractats-Berletzungen, namentlich auf die Vereinigung der Donaufursten. sivitö Glogau 1870. Leurs Camerades.“ Heute fand die Einweihung des thümer, di- Ernennung des Fürsten Karl, die Durchfahrt von Kriegsschiffen duich D-nkmals aus dem Garnisonkirchhof- statt. Es erschien dazu eine Abtheilung den Bosporus. Rußland erklärt sich bestimmt an die Artckel 11, 13 und 14 Krieasaesangener an der Spitze des Zuge« da« Kr-nz, hinter demselben der des Pariser Vertrages nicht mehr für gebunden. — Der W-sir antwortet- dem Kr-iS°üar Winkler im Ornate, sowie eine Anzahl französischer Officiere, meistens russischen Geschäftsträger, er habe Kenntmß von der Mit,Heilung genommen, und im Paradean nae (Schl. Z.j . werde nach B-ralhung mit den anderen Be,heiligten Antwort geben. Pesth, 17. Nov. In der heutigen Sitzung des Unterhauses interpelll'rte Simonyi 'die Regierung, ob sie Kenntniß von der Erklärung des Earl Granville habe, wonach keine Macht bereit gewesen sei, die Friedens-Interventionen Eng- lands zu unterstützen; ferner, ob die Regierung bereit sei, in der von Granville angegebenen Weise zur Herbeiführung des Friedens zu wirken; und schließlich, welche Stellung die Regierung gegenüber der Kündigung des Vertrages von 1856 einzunehmen beabsichtige, ob sie die Hoffnung habe, daß sämmtliche Mit- Unterzeichner des Pariser Vertrages ein einiges Vorgehen beobachten werde. Haag, 17. Nov. Die Entlassung des Colonieen-Ministers ist acceptirt; dem Marine-Minister ist interimistisch das Colonieen-Ministerium übergeben. Madrid, 16. Nov. Die feierliche Abstimmung über die KönigSwahl ist so eben geschlossen. Von 345 Deputaten stimmten 311; der Herzog von Aosta erhielt 191, die Föderativ-RepubUk 60, die Unitar-Republik 3, der Herzog von Montpensier 27, der Herzog von Victoria 8, der Prinz Alfonso 2, die Herzogin von Montpensier 1 Stimme; 17 Wahlzettel waren unbeschrieben, davon 12 den Carlisten angehörend; zwei schriftliche Abstimmungen kranker Deputirten ebenfalls für den Herzog von Aosta. Mithin, da die absolute Majorität 171, ist der Herzog von Aosta zum König gewählt. Artilleriesalven verkünden das Ereigniß; die Be- Officielle militärische Nachricht. Der Königin Augusta, Coblenz. Versailles, 18. November. Der Großherzog von Mecklenburg hat gestern den Feind auf seiner ganzen Linie bei Dreux zurückgeworfen. General-Adjutant von Treskow, der momentan die 17. Diviston commandirt, hat mit geringem Verlust Dreux genommen. Viele Gefangene gemacht. Verfolgung in der Richtung von le Maus. Wilhelm. Auszug aus den Kirchenbüchern der Aadt Gießen. Wechsel. Amsterdam k. S. 100'/4 Augsburg k. S. 100 Berlin k. S. 1047/g Bremen k. S. 97Vg Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 88 Leipzig k. S. — London k. 8. — Lyon k. 8. — Paris k. 8. — Wien k. 8. 94 ditto m. 8. — ditto 1. 8. - Disconto 4% G. Geldsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 443/4-45 Sachs. „ — Div. Cassen-A. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 47-49 „ doppelte 9 47—49 Holl. fl. lOSt. 9 54 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankenst. 9 33—3-1 Engi. Sover. 11 54—58 IRuss. Imper. 9 48- 50 IDollar in Gold 2 27—28 4861) Für einen soliden Herrn ist eine S. Plank Wittwe, Oswalds Garten. ! (Ferber'sche Buchhandlung.) Es sind mithin per Stück zu zahlen fl 52. 30 = Thlr. 30. — nehst Äctien-Stückzinsen 11. 52'/r = 4912) Ein Küferbursche wird zum so- erfahren. Es 'sind eingegangen: ger m 1870. Flur Nr. •89 im Clubsaale 1 Krrrrltfasfcr 31 27 Acker Acker Acker 1O c? w U 811 V II f welche das Kleidermachen und Zuschneiden nach neuer Methode erlernen wollen, können bei mir eintreten. 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Flacon 27 fr., Depilatalre, unschädliches Mittel, um Haare an Stellen, wo man sie nicht wünscht, zu vertreiben, pr. Flacon 54 fr., Eau allienieiine, zur bequemen Reinigung der Kopfhaut von Schuppen und Schmutz und zur Conservirung der Haare, in großen Flaschen ä 27 fr-, (4916)empfiehlt Carl Frech. Leib'schen großen Saale, wobei auch Nichtmitglicder Zutriit haben. Eintritt: 12 kr. Gabelsberger Stenographie Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Besondere Bekanntmachung. Merhessische Eisenbahn-Gesellschaft 113 Acker 281 Acker in der Lichtenau, 182 Acker in der Au, am Wetzlarer Weg. den 14. November 1870. Ä ex st ei g s r u K g e . 4859) Donnerstag den 24. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhauss nachverzeichnete Grundstücke, den Erben des Friedrich Malkomesius gehörig, öffentlich versteigert werden, als: 1) Durch den Verfauf von Loosen fl. 1061. 24 fr., abzüglich fl. 11. 24 fr. Unkosten . - fl. 1030. — fr- 2) Durch freiwillige Beiträge . . „33. 18 „ Erstere Summe wurde einstweilen bis zur entsprechenden Verwendung bei hiesi- Stadtkasse verzinslich angelegt, und letzterer Betrag dem hiesigen Hülfsverein überwiesen. Gießen, den 18. Nov. 1870. Das C o m i t 6. „ Berlin „ Stuttgart „ Darmstadt „ Gießen Gießen, den 15. October Der Berwaltnnqsrath: Baron R. von Erlanger, Ferdinand Fürst zu Asenbura Präsident. Vice-Präsident. al« u. Räucherbalsam, » 27 kr, * ’ " ’ Praktischer Zahnkitt, das Beste zum abgehalten werden, ivorait auch NichtMltglkedec der Schützengesell- Aussull-n 601,1fr Zähne. . 18, 27 und Theil nehmen können.________________________________________ empfiehlt H. Sch mall, Lindenplatz. 4904) Nächsten Montag und Dienstag, den 21. und 22. November, sind am Main- t r Weser-Bahnhofe dahier Kartoffeln und der bethellkgten Vereine lM Kraut ;u vei kaufen. * - . - 15/266 15/ 267 22/79 22/108 23/s8U.( Keilgedotenetz. Für Bierwirthe! 4924) Feinstes Frankfurter Lagerbier halte stets auf Lager und empfehle solches hindurch bestens. H. Schmall, Lindenplatz. ß Seefische: Frische Egmonter Schellfische treffen, so lange keine stürmische Witterung, wieder wöchentlich dreimal ein. Für Cablianen, Zungen und Turbots erbitten wir uns Aufträge mehrere Tage vor Gebrauch. — Heute frische Schellfische. ______________Z A. Busch Söhn e. 4898) Ein noch neues Sopha, sowie eine Commode, ist billig zu verkaufen in der Pfandaustalt von K. G r ü n e b a u m. 318 Acker am Sandkauter Weg, 324 Acker in den Rödern, 58 Acker am Nahrungsberg, 147 Acker daselbst, 31 fl. 64. 22V2 = „ 36. 23 „ 6. abzüglich Zinsen auf eingezahlten Betrag „ 4. 54 -- „ 2. 24 „ — netto „ 59. 28V2 - Thlr. 33. 29V^ TV_, JVH|V1UHIWV ,VHV .um |V, Mlt den Jnternns-Certificaten sind nach der Reihenfolge der Zahlen geordnete fortigen Eintritt gesucht. Wo? sagt die Nummern-Verzeichmsse m doppelter Ausfertigung einzureichen, wozu Formulare bei Exped. d. Blatts, den Zahlungsstellen ausgegeben werden. -----————:------------------— Wer die ausgeschriebene Einzahlung nicht leistet, hat von dem Betrag derselben . Ä $ur dieiemgen, welche sich an der Verloosung von Gaben zum Besten der sechs Procent jährlicher Verzugszinsen vom 19. December 1870 an und eine Conven- V e arbeitsunfahlg gewordenen Soldaten oder deren Hinter- tionalstrafe von fünf Procent zu zahlen und wird unter Angabe der Certisicat-Num- bUebenen bethetttgt haben, durfte es von Interesse fern, über das Resultat der Aus- mer während der ersten vier Wochen nach Ablauf des Zahlungstermins durch drei- 'Polung, sowie über die vorläufige Verwendung der eingegangenen Gelder Näheres malige Bekanntmachung aufgefordert, die rückständig gebliebene Einzahlung sammt 3U n Verzugszinsen und Conventionalstrafe binnen zwei Monaten nach Ablauf des Zahlungstermins nachträglich zu leisten. Solche Interims-Certificate, bezüglich deren dieser Anfforderung vor Ablauf der weiteren zwei Monate nicht vollständig nachgekommen sein wird, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Einzahlungen aber, sow-e alle Anrechte daraus, verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Die Zahlungen haben zu geschehen: 1 •" Frankfurt a. M. bei " ...... ~~ - 4919) Silberne Löffel und Bestecke jeder Art und in jeder gewünscht werdenden Fa^on werden ächt und möglichst billig gefertigt bei Carl Brück, Gold- und Silberarbeiter, im Faber'schen Hause am Marktplatze, Laden nach der Marktstraße. Bermtethuuge» 4918)) In meinem Hinterhause ist ein Familienlogis zu vermiethen. Auf Verlangen kann dasselbe auch getrennt abgegeben werden.__________W- Ferber, Sattler. 4850) Ein möblirles Zimmer ist zu ver- miethen bei C. Rahn. ——zv» . _. , f------r----, , ■■ - 4906) In nächster Woche beginnt ein 4921) Bei Wirth K ahl an der Klein- neuer Unterrichts - Cursus und können An- Llndener Chaussee Ut em Famittcnlogis zu Reibungen dazu täglich bei mir ftattfinben. vermiethen unb fogleich zu beziehen. i 0 Müller. 4915) Der unterzeichnete Vorstand des Hülfsvereins erlaubt sich, Alle, welche sich für die Zwecke des Hülfsvereins interessiren, insbesondere Diejenigen, welche Beiträge geleistet haben, zu einer Generalversammlung ans Montag den 21 November, Abends 8 Uhr, in bfn L e i b'schen Saal einzuladen, in welcher über die seitherige Wirksamkeit des Vereins Rechenschaft- abgelegt, und über die Mittel und Wege zur Fortführung seiner Thätigkeit Berathung gepflogen werden soll. Gießen, den 18. November 1870. Der Vorstand des Gießener Zweigvereins für Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde. Ur. Goldmann, Vorsitzender. Bölcker, Stellvertreter des Vorsitzenden. ________Georg Noll, Rechner. Dr. Oncken, Schriftführer._______ 4917) Montag den 21. d. Mts., von Mittags 12 Uhr an, soll auf dem Schießstand der Schützengesellschaft am Trieb ein V i e r t e E i n z a h l u n g. 4577) In Gemäßheit bes §. 4 ber Statuten wirb hiermit bie vierte unb vermiethen unb sogleich zu beziehen._______ letzte Einzahlung auf bie zum Bezug von Actien ber Oberhessischen Eisenbahn- 4860) Ein möblirtes Zimmer mit Ca- Gesellschaft berechtigenben Jntenms-Certificate im Belaufe von fünfzehn Procent binet, vor bem Wallthor Lit. A. Nr. 164, des Nominalbetrags ber Actien, also mit 32'/r Gulden ober 30 Thalcr per Stück, ebener Erbe, mit getrenntem Eingang, ist auf bie Zeit , alsbalb zu vermiethen._____________________ vom 12. bis 19. December 1870 einschließlich 4831) Am Seltersberg ist eine Woh- festgesetzt. nung van 5 bis 6 Zimmern mit < llen Be- Durch biefe Einzahlung werben bie Jnterinrs-Certificate für Vvllzahlung libe- guemlichkeiten zu vermiethen. Näheres bei xirt unb es erfolgt unter Einziehung berfelben bie Aushänbigung ber angefertigten Herrn Polizeibiencr Blitz am Neuenweg. Actien mit Divibenbe-Coupons. Da sich sonach ber Divibenbe-Coupon für bas Be- ------- r triebsjahr 1870 bei ben Actien befinbet, so finb bie Stückzinsen für bie Zeit vom 31. December 1869 bis 19. December 1870 mit fl. 11. 52>/2 fr. ober Thlr. 6. 23 Sgr. 6 Pf. zu vergüten, wogegen bie Zinsen auf bie bereits eingezahlten 60 Procent für bie 4923) Meine Leih - Bibliothek 1 Zeit vom 19. April bis 19. December 1870 im Betrage von fl. 4 54 kr. ober Thlr. 2. unfo Schreibmaterialien Sand » ®8r- P«.©tuet affest werben. „ ----- .. lung befindet sich wieder an der Straß'e ! Rebaction, Druck unb Verlag ber Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.