Gießener Anzeiger Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 4« Er. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. 22. Samstag den 19. Februar 1870. Brodpreife vom 19. bis 23. Februar 1870, nach eigener Erklärung der Läcker: 4 Pfund gemischtes Brod kr. 2 Pfund gemischtes Brod 73/4 fr. 4 Pfund Roggenbrod 13 fr. 2 Pfund Roggenbrod 61/2 kr. M m t H t? Beke Exped. d Bl. 54S) 150,000 Stuck gut gebrannte Backsteine sind im Ganzen, oder anch in 702) Blumenkohl bei I. A. Busch Söhne. 704) Eine reiche und neue Auswahl Damenkrausen von 8 und 9 kr. an, Manschetten unb Krausen, Kragen, Neglige- Hauben zu 14 kr., Spitzen, Blonden, Schleier, weiße Waaren, Band, Shlipse und dergl. empfiehlt zu den billigsten Preisen H. Heß, dem Lindenplatz gegenüber. lOr Böden von 15 fl. an, 9r ff 21 „ ff 8r ff ff 30 „ ff 7r 36 „ ff 6r ff u 44 „ ff ' Gicht; werden i. M. llen per n Remda iden, mit leidenden xA da? cltib?- t, sowie ustrn-, aus den >en Pro- ßland rc. dröder nco wen- in. und Gn- \t jtlform, füf 16 an Malz- i, rod: cd. — »eiteren lasche 8 kr, 7 , /fr« in'S rtor, illl> r? s- gst-nV--- W „Jin*- «aflerHtt; n ’M bis zU 578) Samstag den 26. Februar: (6H) gen. Ausgestoßene haben keinen Zutritt. Der Vorstand 707) 708) D i e m- und Stidtnwaschtrei von 212, Kunststirbtrei, Vermiethungem. 697) Durch den Wegzug des Herrn Briefträger Pfaff ist dessen Wohnung ander- weit zu vermiethen und bis zum 1. Marz zu beziehen. Heinrich Goß. im Prinz Carl. Der Vorstand. g '©tpricriivir werden nach einer untrüglichen Methode in circa 14 Tagen sicher geheilt. Honorar wird erst nach erfolgter Heilung beansprucht. Prospecte, Attestauszug gratis. Burgsteinfurt, in Westfalen. R. Veltrup. Vermischte Anzeigen. Neuer Turuvereiu. 698) Dienstag den 22. d. Mts., Abends 8 Uhr: Generalversammlung im Caf6 Mosler. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet der Vorstand. 693) 10 junge Hühner sind zu verkaufen Reichensand Lit- C. Rr- 133., K Lcbtnsversicheruugsbimk f. D. in Goths. Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1869 waren überaus günstiger Art. Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (3182 Personen mit 6,620800 Thlr.), welcher erheblich größer war als in irgend einem der früheren Jahre, ist die Zahl der Versicherten auf 351jO Pers., die Versicherungssumme auf 65,050000 Thlr-, der Bankfonds auf etwa 16,300000 Thlr. gestiegen. Bei einer Jahreseinnahme von 3,000000 Thlr. waren nur 1,340000 Thlr. für 780 Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurückbleibt und den Versicherten eine abermalige hohe Dididende in Aussicht stellt- In diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Drei Millionen Thaler vorhandene reine Ueberschüsse an die Versicherten vertheilt. Die im Jahre 1870 für das zum Theil von schweren Ereignissen heimgesuchte Versicherungsjahr 1865/66 zur Verkeilung kommende Dividende beträgt 34 Prozent. Versicherungen werden vermittelt durch: Buchhändler A. Nicker, Haupt-Agent in Gießen- Domänenpfandmeister Müller, ebendaselbst. Ortseinnehmer Louiö Hohler in Büdingen. Lehrer H. H. Walz in Lich. Oscar Ehrhardt in Marburg. 678) Die Unterzeichnete, früher Köchin im Zinßer'schen Garten, empfiehlt sich den geehrten Familien in vorkommenden Fällen als Kochfrau. Bestellungen beliebe man im Zinßer'schen Garten, oder bei Hrn. Wirth Friedr. Führer, zu machen. Anna Hardt, auf dem Nahrungsberg. Arbeiter!) ildungs-V er ein. 615) Sonntag den 20. Februar, Abends 8 Uhr, findet mit Musik, Gesang, declamatorischen Vorträgen ai. s. w. das 7. Stiftungsfest im Saale des Promenadehauses statt. Karten für Nichtmitglieder ä 9 kr. werden im Vereinslocale und bei den Herren Buchbinder H. Sonntag und C- W- Simon (bei Wittwe Spengel), owie Abends an der Kasse, abgegeben. Die Mitglieder werden dringend ersucht, ihre Vereinskarten mitzubrin- Dienstag den 22. Februar: 5. Abonnements-Concert, Krampfe (Fallsuct EffigftOT .eilt brieflich nach langjährigen Erfolgen der Specialarzt für gggggg lepsie Dr. med. Cron Feld in Berlin, Johannisstraße 5. ( Sonntag d e n 2 0. Februar: Militär-Cvneert, ausgesührt von einem Theil der Gießener Negimentsmusik. Anfang 4 Uhr. — Entrse ä Person 6 kr. Gastwirth Gengnagel, in Großen Buseck. Frau Marie Pietsch, wohnhaft bei Hin. Friedr. Graf, Nahrungsberg, empfiehlt sich im Waschen und Färben von wollenen und seidenen Kleiderstoffen, Bändern in Seide und Sammt, Shawl6 und Halstüchern. Handschuhe werden nach der neuesten Methode gewaschen und in allen Farben gefärbt, Federn gewaschen, gekräuselt uud in allen Farben gefärbt. Herrenk leider werden gewaschen und von Fleeten gereinigt. Aufträge nimmt Herr Theodor Brummer am Kreuz entgegen. 567) Ein zuverlässiger Junge von braven Eltern kann bei gutem Gehalt gleich eintreten bei G. Schm ehl, Specereihändler u. Wirth am Brand. 649) In einen hiesigen Gast- Hof wird ein Kellner-Lehrling aus guter Familie zum baldigen Eintritt gesucht. Wo? sagt die Erped. dieses Blattes. ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Znf.-Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn D. Reifert. Anfang 7 Uhr. — Entrse für Nichtabonnenten ä Person 15 kr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. (Es wird höflichst gebeten, nicht zu rauchen.) ■ Epileptische Krämpfe (Fallsucht) I heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doct. O. Hilliern in Berlin, Mittelstraße 6. — Bereits über Hundert geheilt. (201)|________ 711) In Papier-Kragen, Manschetten und Chemisetten unterhält stets großes Lager H- Rübsamen. Wiederverkäufer erhalten solche zu Fabrikpreisen_____ 662) Täglich frisch gebrannten Kaffee hei ______I. A. Busch Sohne. 710) Eine große Auswahl in Bielefelder, Cröas-, Hausmacher und Sächsischem Leinen, Hand-, Tisch- und Taschentüchern, sowie Hemden, Brust-Einsätzen und Kragen cmpfiehlt Wilhelm Schm all. Wohnungs - Verandt-runsi. 680) Von jetzt an wohne ich bei Herrn Lackirer Mann berg er auf dem Neuenweg, welches ich meinen verehrten Kunden und Gönnern hiermit ergebenst anzeige. Georg Mootz, Schuhmacher- Militär-Vorbereitungs- Jnftitut. Cassel. 713) Gründliche Vorbereitung für die Examen zum Einjährigen, Fähnrich, See- cadetten und Officier in kürzester Zeit- Gute Pension. zu Strohe, König!- Rittmeister a. D-, Neue Wilhelmshöher Allee lllst/r- 700) Morgen (Sonntag) ist die Wirthschast in meinem Biersaale geschloffen, dagegen ist Wirthschast wie gewöhnlich im Winterlocale. Ehr. Lony (Bierbrauerei). § Tüchtige Agenten werden für eine solide deutsche Fcucr-Ver- sichcrungs-Actien-Gcscllschaft unter sehr günstigen Bedingungen gesucht. Franco- Offerten M. G. Nr. 14 nimmt die Exped. d. Bltts. entgegen. 592) Eine Parterre Stube an der Hauptstraße, zu einem Geschäfts-Büreau sich eignend, wird zu miethen gesucht. Oppermann. 669) Es wird ein Frauenzimmer zur sofortigen Aushülfc in der Haushaltung gesucht. 2Bo ? sagt die Exped. d. Blattes. 692) Eine Wohnung, aus drei ineinan- -ergehenden Zimmern u. s. w. bestehend, ist ru vermiethen und Mitte Mai zu beziehen Reichensand Lit. C- Nr- 133. 627) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Fritz Möhl, Neustadt- 682) In meinem Nebenhause ist eine große und gesunde Wohnung zu vermiethen. _______________E- Pitth an. 685) Der mittlere Stock eines Hauses, mit Mansarden-Wohnungen, ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d- Bltts- 638) Ein kleines Familienlogis ist an eine stille Familie zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei P. Herbert, Schloßgasse. 705) Eine elegant möblirte Stube mit Cabinet ist sogleich zu beziehen in Lit. A- Nr. 64.__________________________________ 706) Ein möblirtes Zimmer ist zu öer^ miethen Wallthorstraße Lit- A- Nr. 140. 676) Ein kleines möblirtes Zimmer ist iu vermiethen bei L. Frrebel, Sandgasse. der Gesellschaft „Freya44 im Saale des „Prinz Carl." Anfang 7 Uhr. Karten hierzu ä 48 kr. sind bei Herrn Musikus Kämmerer zu haben. Der Vorstand. 696) Für ein bedeutendes Barbierge- fchäft in Frankfurt wird sofort ein tüchtiger Gehülfe gesucht. Näheres bei der Exped. dieses Blattes. Bäuerischer Gesanqverein. Abendunterhsllung Sonntag den 20. Februar 657) Ein Familienlogis, sowie auch ein einzelnes Zimmer, sind zu vermiethen bei Karl Plank, Wettergasse. 1) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts- 582) Ein Logis, bestehend aus 4 aneinanderstoßenden und 2 auch 3 Mansarden- Himmern und den sonst nöthigen Räumen, ist vom 20- April an, oder auch früher, zu vermiethen bei Louis Busch Wlttwe. 7) Ein größeres Familienlogis ist zu vermiethen bei_______M- Weißbäcker- 688) Eine kleine Familienwohnung ist zu vermiethen und alsbald beziehbar bei H. Sauer, Neuenweg. 677) Der untere Stock eines Hauses, bestehend aus 1 großen und 2 kleinen möblir- ten Stuben, nebst Küche, Keller und sonstigen Räumlichkeiten, in welchem seither Wirthschast betrieben wurde, ist von April ab auf 5 Jahre zu verpachten; auch kann auf Verlangen ein bei der Hofraithe gelegener Grabgarten dazu gegeben werden. — Näheres bei Heinrich Pfeffer, in Staufenberg. NB. Der günstigen Lage wegen kann, neben Fortführung der Wirthschast, auch noch eine Specereiwaaren-Handlung mit Erfolg darin betrieben werden. 712) Mein Lager in Herren-Wasche als' Hemden in Leinen und Shirting, Kranen, Manschetten und Chemisetten ist wieder auf's Reichhaltigste assortirt und empfehle ich solches zu sehr billigen Preisen. _______ H. Rübsamen. 695) Der Witte'sche Garten ist zu verkaufen. Das Nähere ist zu erfragen in Lit. C. Nr. 30.______________________________ 667) Mein Acker im Altenfeld, nahe an den Gärten, ist auf mehrere Jahre zu verpachten. Näheres bei I. A. Busch Söhne. P S. Pfeil Wittwe. 684) Ein am unteren Riegelpfad gelegenes, 27 Ruthen haltendes offenes Grabstück, mit Aepfel- und Zwetschcnbäumen bepflanzt, ist zu verpachten. Zu erfragen im Bott'schen Hause. 675) Diejenigen, welche Bücher des Herrn Professor Dr. L. Schmid fei- besitzen, werden ersucht, sie alsbald zurückzugeben. D o r n s e i f f. 30) Auf dem Bauplatz des Herrn Aug. Heß, rechts vor dem Zinßer'schen Garten, kann Schutt gegen Vergütung abgeladen werden. Aug. Nauheimer. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Eine Reisestelle in einer Cigarrenfabrik ist offen. Offerten nehmen die Herren Gebr. Wenzel hier in Empfang. (651) 636) Unbrauchbare Pferde zum Futter für die wilden Thiere werden angekauft in der Menagerie im Oswald'schen Garten. 641) Auf den 25. März wird in eine hiesige Familie ein braves Mädchen von gesetztem Alter, das in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, unter günstigen Bedingungen in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Blattes. 648) Einen zweiten Zapfjungen sucht bis 1. April C. Pietsch (Lahnstein). K 25 Procent unter dem bisherigen Preist empfehle ich meine bekannte Fleckenreinigung (Neuwascherei) und werden alle Kleidungsstücke wieder eben so schön, wie bisher (alle Flecken sind vertilgbar); auch werden von etzt an alle Damenkleider in Seide, Wolle und Sammet von Flecken gereinigt und wie neu gewaschen. Goldstickereien können gereinigt und wieder wie neu hergestellt werden, bei G- F. Rupp, Herrenkleidermacher, Seltersweg Lit. C. Nr. 60. 660) Foiderungen an die verstorbenen Georg Eiff's Eheleute sind innerhalb 8 Tagen bei Herrn Louis Stohr in der Schloßgasse, geltend zu machen, widrigenfalls dieselben nicht mehr berücksichtigt werden. Gießen, den 16. Februar 1870. Die Erben der Georg Eiff's Eheleute. Geschäfts - Anzeige. 714) Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich Seltersweg vis- i-vis der neuen Anlage eine Schirmfabrik errichtet habe. Reparaturen werden schnell und pünktlich besorgt. Durch solide und reelle Bedienung werde ich mir das Vertrauen meiner geehrten Abnehmer zu erwerben suchen. Achtungsvoll Franz Schneider. Concordia! 716) feilte Samstag den 19. Februar: Versam m 1 u n g. Montag den 21 Februar, Abends 8 Uhr: Geburtstagsfeier. Wvhnungs - Veränderung. 715) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich seit dem 1. Januar in dem früher H. Spies'schen Hause auf dem Neuenweg wohne. I. Mannberger, Weißbinder und Lackirer. Aufenthalt bis Montag den 21. Februar! Klcebcrg's 9Ji cimgcrtc. 717) Heute Samstag den 19. und Sonntag den 20. Februar große hier noch nie gesehene Vorstellung einer als Thierbändigerin sich prodnrirenden Dame. Madame Kleeberg wird einem geehrten Publikum den Beweis liefern, daß selbst eine Daine den Muth besitzt, sich in die Käfige der gefährlichsten Raubthiere zu begeben und die schwierigsten Productionen mit ihnen auszusühren. Programm der Dressur: Zuerst begibt sich die Dame in einen Käfig von gestreiften und gefleckten Hyänen oder Tigerwölfen vom Cap, sowie sibirischen Wölfen, vereinigt mit einem russischen Baren. Nicht allein, daß die Hyänen der Dame Fleisch und Zucker aus dem Munde nehmen, sondern auch, daß sie das kleinste Stück Zucker, welches dieselben schon genommen, aus dem Rachen der Thiere wieder nimmt, ihnen sogar Gesicht und Hände in den Rachen legt, ihnen ein lebendiges Lamm vorhält und auf Commando dasselbe von den Raubthieren liebkosen und auf dem Rücken tragen, ja sogar dieselben über Reife und Stöcke voltigiren läßt. — Hierauf begibt sich die Dame zu einem afrikanischen, 4 Fusr hohen und 7 Fuß langen Löwen und wird die schwierigsten Exercitien mit demselben ausführen. — Dann: Fütterung sammtlicher Raubthiere. Die Vorstellungen finden täglich 2 Mal statt: Nachmittags 4 und Abends 7 Uhr. Preise der Plätze: Erster Platz 18 fr. Zweiter Platz 9 fr. Der Schauplatz ist im Oswald'schen Garten. Um zahlreichen Zuspruch bittet F. Kleeberg. Dis Gartenlaube bringt in Nr. 8 folgende Beiträge: Aus eigener Kraft. Erzählung von W. v. Hillern, geb. Birch. (Fortsetzung.) — Aus den Zeiten der schweren Noth. Der schwarze Herzog von Halberstadt. Von G. Hiltl. Mit Abbildung: Herzog Wilhelm von Braunschweig bei dem Sturm auf Halberstadt — Eine Theaterprobe. Von A. H. — Die gütige Fee des Erzgebirges. Mit dem Portrait der Barbara Uttmann. — Im Banne der Engelsburg. H. — Blätter u. Blüthen: Lehrernoth. — Kleiner Briefkasten. Hierdurch beehren wir uns zur Anzeige zu bringen, dass wir unter der Firma : Haasenstein Vogler nunmehr auch eine Zweig-Niederlassung in Breslau, Bing No. 53 neben unseren Hamburg, Berlin, Leipzig, Frankfurt a. M., Stuttgart, Wien, Basel, Zürich, Genf und St. Gallen bereits bestehenden An»(mcen-Ex|>c/2 Aetlen. Frankf. Bank 123'/2 Oester. Bank 698 „ Creditaot. 254*/t Darum. Bankact. 321 '/2 Prioritäten. 50/o östr. F. St. E. B. 3631/4 Ludwigsh.-Bexbach 1691/3 Maxbahn 1057/g Bayer. Ostbahn 120% Hess. Lndwigsbahn 1331/4 3% östr. Stsb.-Prior. 58 3°/q östr. s. Lombard. 50*4 30/0 Livorneser 317/8 Toscaner 51 */8 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 99 */4 5% Elisabeth-Prior. 765/8 do. II. Emiss. — An8ehen«8oo#e. Kurh. 40 Thlr. Loose 57* 2 Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 174% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 47 4% bayr. Präm. Aul. 106 */t 4% badische Loose 1057/8 Badische fl. 35 Loose 59*/g 1858r Prioritätsloose 158 1860r Loose 793/4 1864r „ 1183/4 Wechsel. Amsterd. k. 3. 100% Augsb. k. 3. 993/4 Berlin k. S. 1047/g Bremen k. 3. 97 */8 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 883/8 Leipzig k. 8. 1043/4 London k. 8. 1195/e Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95 Wien k. 8. 953/4 Disconto 4% G. Geldeorten. Pr. Gass. Sch. 1 447/8-45y8 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 57*/2-58*/2 Pistolen . . 9 46-48 „ doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . U35-37 20 Frankenst. 9 28*/2-29*/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 46-48 Doll, in Gold 2 27-28 (Hierzu eine Beilage.) Message zu Mr. 22 des Kießener Mnzeigers. F e u i l l e t o n. Die Geheimnisse einer jungen Mamsell. (Fortsetzung.) Wie verhärtet das Herz dieses Mannes auch war, bet der Erinnerung an seinen Bruder, dessen Vermögen er durch Erbschleicheret an sich gerissen, zuckte er doch zusammen. Aber diese Regung de- Gewissens dauerte nur einen Augenblick. Er dachte an die Gefahr, die durch diesen Besuch seiner Kaffe drohte und stand der Fremden wieder gefaßt gegenüber. „So, so!" brummte er. „Sie geben sich also für die Frau des Menschen au-, den Sie meinen Bruder nennen. Ich aber heiße ihn nicht so. Er hat diesen Namen verwirkt in der Zeit, wo er sich zu einem Schandfleck seiner Familie machte. Für mich war er schon damals todt, al- er nach Amerika ging. Der Narr wollte dort sein Glück machen. Nun, wie e- scheint, hat er seine Absicht nicht erreicht, sonst würde seine Frau nicht nach Europa gekommen sein, um hier ihren Verwandten zur Last zu fallen." Die Fremde hatte Mühe, ihre Thränen zurückzuhalten. „Sie sprechen sehr hart," versetzte sie. „Ich hatte auf einen anderen Empfang gehofft; denn als mein armer Gatte auf dem Sterbebette lag und ich mit diesen armen Kindern hier bebend und weinend an seinem Lager kniete, da sagte er zu mir — ach, cs waren seine letzten Worte: „„Mary, mich hat mein ganze- Lebenlang da- Unglück verfolgt. Ich habe gestrebt und gearbeitet, wie es nur ein Mensch, der seine Familie liebt, im Stande ist, und dennoch muß ich Dich und meine Enkel in Armuth und Elend zurücklaffen. Aber e- ist noch eine Hoffnung vorhanden, die mich in'- Jenseits hinüber begleiten mag. Fern über'm Meere, in Hamburg, lebt mir noch ein Bruder, der das ganze Vermögen meines Vaters erbte, der mich erst zur Strafe meines sugendlichen Leichtsinns verstieß. Ich habe nie an diesen Bruder geschrieben, weil ich wußte, daß er mich haßte. Wohl aber habe ich mich hin und wieder bei Leuten, die au- Hamburg nach Newyort kamen, nach ihm erkundigt. Da ist mir denn die Nachricht geworden, er befinde sich im Wohlleben und sein Rcichthum habe sich seit vielen Jahren noch vermehrt. Mache die wenigen Mobilien, die Du noch besitzest, zu Geld, theure Mary. Fahre, wenn ich eingesargt bin, mit dem ersten Schiffe, da- von hier ab^eht, nach Europa hinüber. Suche meinen Bruder in Hamburg auf. Bringe ihm den letzten Gruß des Sterbenden; sage ihm, daß ich ihm alle Unbill, die er mir zugefügt, verziehen habe, daß ich ohne Groll gegen ibn das Dasein verlassen. O, wenn er das hört und fein Herz nicht von Stein ist, wird er sich Eurer erbarmen und Ihr werdet drüben nicht dem gräßlichen Elende verfallen, das Euch hier bedroht."" Die Wittwe hielt inne. Vor Weinen versagte ihr die Stimme und auch die Kinder begannen laut zu schluchzen. Ihre Eltern waren früh grstorben und der Großvater war ihnen ein zweiter Vater gewesen. Aui's Neue fühlte Herr Wiesel einen GtwiffenSbiß in der linken Seite. Aber, wie vorher, wandte er das geeignete Mittel an, die innere Stimme zum Schweigen zu bringen. Auf- und abgehend berechnete er, wie viel es ihm kosten würde, diese Frau und die beiden K'-nder, wenn auch nur nolhdürftig, zu ernähren. Nach seinem raschen Ealcul war eine enorme Summe jährlich dazu erforderlich. Ein solches Opier konnte ihm kein Mensch zumuthen, zudem nicht für die Frau und die Nachkommenschaft eines Menschen, von dem er ja Zeitlebens gehaßt worden, und der sich erst auf dem Todtbette bekehrt hatte. Vielleicht belog ihn aber auch die Frau und ihre ganze Erzählung von dem, was der Bruder zu ihr auf dem Sterbebette gesagt haben sollte, mochte nur eine Erfindung sein, um ihm Geld adzupressen. Nach wenigen Minuten war er mit seinem Entschlüsse im Reinen. „Er trat auf die weinende Mutter zu." „Sie mögen nun die Frau meines Bruders sein oder nicht," sagte er kalt. „Es thut mir leib, Nichts für Sie und die Kinder thun zu dürfen." Die Frau fchlug erstaunt die Augen auf. „Wie, mein Herr," sagte sie, „Sie dürfen Nichts für uns thun? Wer will es Ihnen denn wehren?" Der Heuchler zuckte die Achseln. „Ich habe vor Jahren mehrere arme Verwandte unterstützt und bin da- für mit dem schnödendsten Unbanfe belohnt worden. Da habe ich denn einen hohen Eid gethan, niemals wieder solche Thorhcit, die mir nur Aerger und Verdruß gemacht hat, zu begehen. Ja, wären Sie mir eine gänzlich Fremde, dann vielleicht zwänge mich bas Mitleid, Etwas für Sie und die Kleinen zu thun. Aber, wie gesagt, mit armen Verwandten will ich Nichts zu schaffen haben. Die sind wie die Vampyre, blos mit dem Unterschiede, daß diese Blut, sie aber Geld saugen. Adieu, Madame. Ich habe bringend zu thun und kann Ihnen meine Zeit nicht länger w'bmen. Er ging an die Thür und öffnete sie. Noch einmal Adieu, Madame, und bitte, sich ja nicht wieder hierher zu bemühen." Während der Wucherer so sprach, versiegten die Thränen der Wittwe, Ihr Schmerz machte dem Gefühle einer unbeschreiblichen Verachtung gegen ihren Schwager Platz. Sie sah ihn mit einem langen durchbohrenden Blicke an, faßte dann die Kinder bei der Hand und schritt zur Thüre hinaus. Herr Wiesel aber schloß schnell die Thüre hinter ihr, rieb die knochendürren Hände und murmelte: „Gott sei Dank! Die habe ich mir für immer vom Halse geschafft." Als die Wittwe mit den armen Enkeln wieder den untersten Flur des Hütels erreicht, hatte sie nicht nöthig, den Portier nach Clara zu fragen. Das junge Mädchen harrte ihrer schon, im höchsten Grade neugierig, wie ihre erste Zusammenkunft mit Herrn Wiesel ausgefallen sei. Die tiefe Nievergefchlagenheit, die auf dem blaffen Antlitze der armen Frau lag, verkündete ihr schon zur Hälfte, was geschehen. Das Uebrige sollte sie von Frau Wiesel selbst erfahren. Sie zog die Wittwe mit in ihr Zimmer, und erhielt nun von ihr ausführlich die Mittheilung, daß der reiche Herr Schwager sie in der hartherzigsten Weise für immer von seiner Thüre gewiesen. „Sie sehen, mein liebes, theilnehmenbes Fräulein," sagte die Wittwe betrübt, „daß jede Hoffnung verloren, von meinem Schwager eine Unterstützung für mich und diese armen Kinder zu erhalten. O, mein Gott! was soll nun mit mir, was soll mit diesen unschuldigen Waisen werden? Wir befinden uns in einer großen, fremden Statt, ohne jedes Subsistenzmittel! Ich freilich könnte mich von dem Elende, das mir droht, durch den Tob befreien, aber die Kinder, die unglücklichen Kinder! wer wirb sich ihrer annehmen, wenn cs der nächste BlutSvcrwanVte nicht thut?" Clara ergriff die Hand der Unglücklichen, und sprach lebhaft: „Geben Sie sich nicht der Verzweiflung hin, Madame, ehe Ihnen der letzte Hoffnungsanker versunken ist. Herr Wiesel, Ihr Schwager, will sich nicht Ihrer Noth erbarmen? Er soll, er muß seine Pflicht thun. Das Gericht kann ihn freilich nicht dazu zwingen. Aber vielleicht kann ich es — ja, ja, ich, so klein und unbcdeutenb ich Ihnen auch erscheinen mag. Vor der Hand bleiben Sie mit den Kindern hier im Hütel. Ich werde Ihnen oben ein kleine- Zimmer einräumen lassen und für Speise und Trank sorgen. Quälen Sie sich nicht wegen der Bezahlung, das ist meine Sache. Für eine Unglückliche, wie Sie, bringe ich gern ein kleines Opfer. Gedulden Sie sich nur einige Tage. Herr Wiefel soll seine Geldkiste zum Besten feiner armen Verwandten offnen, so wahr ich Clara heiße." Dem Muthigen und Klugen ist der Zufall häufig günstig gesinnt. Clara hatte der Verwandten des Herrn Wiesel Hülfe versprochen und lauerte nur auf eine Gelegenheit, ihr Versprechen erfüllen zu können. Sie brauchte nicht gar zu lange darauf zu warten. Nach drei Tagen vertraute ihr Christian Bork, daß Herr Wiefel auf- Neue einen Korb mit Champagner bei ihm bestellt habe. „Paffen Sie auf, Mamsell Clara," sagte er, „heut' Abend, da sleicht der alte Fuchs wieder zu die Komödiantin und ihre dicke Tante und da thun die Drei sich bene bis Klock eins oder zwei." „Ach, wenn ich die Herrschaften doch bei diesem Trinkgelage überraschen konnte," versetzte Clara. Christian kratzte sich den Kopf. „Da- wird ein fiver Stück fein. Sie fließen ümmers die Thür fest zu." — „Ich gebe was b'rum, wenn sie einmal geöffnet würbe, und ich Herrn Wiesel dort einen guten Abend bieten könnte. Lieber Bork, wissen Sie fein Mittel?" Der Hausknecht lachte: „Soll ich mal wieb.r einen Swindel kriegen, wie damals, als Sie den Abendgast belauscht haben, ter nu über alle Berge ist?" — „Nein, nein, guter Christian, bas geht nicht. Wir müssen auf etwas Andere- denken." — „Na, so denken Sie man zu. Ich will meinen dummen Kopf auch anstrengen." Beide überlegten einige Minuten. „Halt," sagte das Mädchen plötzlich, „ich hab'-." — „Was denn, liebe Mamsell!" — „Hören Sic zu, Christian." — „Mit meine beiden Ohren.* — „Wir gehen um zwölf Uhr nach dem dritten Stocke hinauf, wo Herr Wiesel wahrscheinlich noch in Gesellschaft seiner beiden würdigen Freun- binnen sein wird." — „Schön, ich bin dabei. Und dann?" — „Dann legen Sie Ihren Mund an'S Schlüsselloch." — „Dc- ist nicht schwer." — „Und rufen hinein, aber nicht zu laut, daß die Schlafenden im Hause nicht dadurch geweckt werden." — „Was soll ich rufen?" — „Meine Herrschaften, ich glaube, es brennt unten im Hause." Christian Bork lachte aus vollem Halse. „Hören Sie, Mamsell Clara, das ist ein snakscher Einfall. Ja, denn werden sie woll die Thür offen machen. So'n bischen Feuerlärm macht die Frauenzimmer höllische Angst. Aber, wenn sie nun herausstürzen und fragen, was soll ich denn sagen?" — „Nichts. Das Uebrige ist meine Sache." — „Gut. Ich thu' Allen«, was Sie mich befehlen." — „Also heute Abend um zwölf Uhr holen Sie mich aus meinem Zimmer ab." — „Sie sollen nicht auf mir warten, Mamsell Clara." Beide trennten sich für die nächsten Stunden. Clara, die am Tage mehrere Male bei Frau Wiesel und ihren Kindern, die im vierten Stocke wohnten, einsprach und sich freundlich mit ihren Schützlingen unterhielt, harrte der Mitternachtsstunde mit Ungeduld entgegen. Endlich war sie erschienen. Alles im Hause schlief schon. Nur in den Zimmern der Sängerin ging e- lebendig und vergnügt her. Herr Wiesel war mit seinem Champagner dort eingekehrt und die kleine Gesellschaft ließ sich den perlenden Schaumwein aufs Beste schmecken. Christian Bork erschien pünktlich bei Clara. „Mamsell, es ist Zeit," sagte er. Ich war eben oben und habe gehorcht. Sie sind nu grab’ im besten Zuge." — „So kommen Sie, lieber Bork." Sie schritten rasch nach oben. .. „Jetzt gilt's," sagte das Mädchen und stellte sich neben die Thur. Der Hausknecht spitzte seinen großen Munb, beugte sich zum Schlüsselloch und rief ziemlich laut, aber mit dumpfer Stimme, Me Worte hm-in, d'eihm Clara gesagt hatte. (Fortsetzung folgt.) 17. Februar. \ Die „Kreuzztg." schlicht einen „Die Landtags- Session" überschriebenen Artikel im Hinblick auf Vie Kreisordnung mit folgenden Worten: „Jedenfalls - halten wir die Nothwendigkeit einer unverzüglichen Lösung nicht für nachgewiesen und glauben, dah, wenn wir erst noch Reichstag und Zovparlament hinter uns haben, das Land herzlich froh sein wird, wenn der Parlamentarismus eine Pause macht, zumal durch die bevorstehenden zweifachen Neuwahlen Aufregung genug in das Land gebracht werden wird." Die franz, „gibcrtö" schreibt: „Unsere Beziehungen zu Preußen sind gespannt; Graf Daru ermangelt nicht, immer zu betonen, er wolle den Frieden erhalten, aber auch die Heiligkeit der Verträge. Graf Bismarck antwortet durch vermehrte Rüstungen." Der „Constitutionnel" schreibt über den Besuch des Erzherzogs Albrecht von Oesterreich: Erzherzog Albrecht hat unsere Kriegshäfen und Militär-Etablissements im Süden und in Mittclsrankreich besucht und sein lebhaftes Vergnügen über die Zeichen von Sympathien ausgedrückt, welchen er allenthalben begegnet ist; der Erzherzog hat bei Besprechung seiner Beziehungen zu den Offizieren seine Befriedigung darüber ausgedrückt, in dm Reihen der franzöfischcn Armee so viel Wohlwollen für den Vertreter der österreichischen Armee zu finden und zu sehen, daß die so tapferen als patriotischen Osficiere auch von grenzenloser Ergebenheit für den Kaiser Napoleon und die kaiserliche Dynastie erfüllt sind. Die spanischen unionistischen Abgeordneten sind von den Radicalen (Progressisten und Demokraten) in gemeinschaftlichen Privatversammlungen dazu gebracht worden, zu erklären, daß, wenn man ihnen einen volljährigen, kathollschen und aus königlichem Stamme entsprossenen König in Vorschlag bringe, sie ihn an- nehmcn würden. Diese Erklärung wurde von allen Unionistrn mit Ausnahme von 12 abgegeben. Die vom Telegraphen signalisirten Aeußerungen der osficiösen serbischen Blätter über die drohende Haltung der Pforte gegen Montenegro liegen jetzt vor. Es sind der „Didovdan" und „Jedinfiwo", welche sich über die Frage aussprechen und beide in der Befürchtung Übereinkommen, daß die Pforte nach ihren Erfolgen gegen Griechenland und Egypten jetzt auch Montenegro wieder ihre Autorität wolle fühlen lassen, und daß bei diesem von der Pforte zur Befestigung ihrer Autorität angestellten Rundgange unmittelbar nach Montenegro Serbien an dir Reihe kommen werde. Der „Jedinstwo" drückt dies in allegorischer Weise aus, indem er die Regierung beschwört, nicht zuzulaffen, „daß der Sturm, nachdem er alles rund herum Bestehende niedergeworfen, auch Serbien erschüttere." Der „Didovdan' erklärt in unverblümter Weise, daß ein Angriff auf Montenegro auch auf Serbien abziele, da jenes die Avantgarde Serbiens sei, und fordert die Regierung auf, sie möge der Pforte gegenüber ihre Solidarität mit Montenegro erklären. Der General der Fenischen Bruderschaft, O'Reill, hat auf den 19. April einen General-Eongreß der Organisation einberufen, der in New-Iork stattfinden wird und auf welchem die Schlußvorkehrungrn für active Feindseligkeiten getroffen werden sollen. Sämmt- liche irische Organisationen und senische Factionen werden eingeladen, durch Delegirte daran Theil zu nehmen. Die Bruderschaft steht inteß auf so schwa- chen Füßen, daß der Congreß schwerlich ein Resultat zu liefern im Stande sein dürfte. 18. Februar. Ein Schreiben des Erzbischofs von Paris aus Rom stellte eine Vertagung des Concils von Ende April bis Anfang December in Aussicht. Die „Liberte" will wissen, der Kriegsminister habe angeordnet, daß alle für die Artillerie geeigneten Pferde, die zu haben sind, und auch Trainpferde erster und zweiter „Rangclasse" anzukaufen seien. Auf Grund des weitverbreiteten Gerichts, daß Lersundi einen Feldzug vorbereite, um den Prinzen von Asturien auf den spanischen Thron zu erheben, hat die Regierung diesen auf Urlaub nach Frankreich gereisten General aufgefordert, nach Spanien zurückzukehren. Ob jene Beschuldigung gegründet ist, erscheint noch fraglich. Dem „Corr. v. u. f. Deutschl." wird von Wien geschrieben: Ganz unabhängig von den Vorgängen im Bezirk von CUtaro und der damit in Verbindung stehenden türkischen Truppenaufstellung an der montenegrinischen Grenze, aber hiermit in der Zeit zusammenfallend, ist der alte Zwist zwischen der Türkei und Montenegro wegen des Weiderechts des montenegrinischen Grenzstammes der Piperj in dem tinki- schen Grenzbezirk Veli und Mali Verdo auf's Neue entbrannt. Trotz dringender Rathschläge, die Graf Beust in Konstantinopel ertheilte, beharrte die Türkei darauf, den Piperj dieses Weiderecht zu versagen. Darauf hin hat Rußland den übrigen Mächten ge- meinsame Vorstellungen in Konstantinopel vorgeschlagen, damit einem Umsichgreifen des Zwistes vorgebeugt werde. Eine zur Sprache gebrachte Geldabfindung der Piperj wies der Fürst von Montenegro zurück, da für das Geld die Piperj jedenfalls Waffen kaufen würden, ohne ihr Vieh ernähren zu können. Ein von Frankreich vorgcfcdlagener Gebietsaustausch erschien unthunlich, da der Territorialbesitz nicht streitig ist; hierauf schlug das Wiener Kabinet eine Neu- trolisirung des erwähnten Bezirks vor, und dieser Vorschlag dürfte zur Grundlage eines der Pforte gemeinsam zu machenden Vorschlags genommen werden. Aus Madrid, 14. Febr., wird der „Köln. Ztg." geschrieben : Unangemeldet und unerwartet traf heute Morgen der Herzog von Montpensier in der Hauptstadt ein, in welcher er sich — wenigstens am hellen Tage — nicht mehr gezeigt hat, seitdem er von seiner Schwägerin Isabella verbannt worden. Er stieg in dem Gasthofe de los Principes ab und begab sich alsdann zu Fuß in die benachbarte Kirche San Ginez; danach besuchte er einige Freunde, machte Einkäufe in den Läden, ging zu Prim, mit dem er eine lange Unterredung hatte, und stellte sich dann dem General» capitän von Madrid vor. Sein Freund, Admiral Topete, suchte den Herzog im Gasthofe auf. Montpensier gedenkt, wie verlautet, morgen in die Bäcer von Alhama zu reifen, wohin er schon seit längerer Zeit militärischen Urlaub erhalten hatte. Der „Karlsrh. Ztg." wird von Wien geschrieben: Die Schwierigkeiten, welche die Anhäufung türkischer Truppen in Bosnien und speziell an der montenegrinischen Grenze zu schaffen drohte, bestehen nicht mehr. Als die Schritte, welche die russische Regierung bei den anderen Kabinetten gethan, auf den bedenklichen Charakter jener Concentrirung hinzu- weisen, überall der vollständigen Ueberzeugung sowohl von den dabei mit unterlaufenden Uebertreibungen als von der unanfechtbaren Berechtigung der Pforte zu solchen Maßnahmen begegneten, hat das russische Kabinet den Rückzug mit der Erklärung angetreten, daß die erhaltenen Aufklärungen ihm gestatteten, vor der Hand von allen weiteren Schritten abzusehen, und daß es sich der Erwartung hingebe, die Pforte werde das allerseits in ihre Mäßigung und Besonn- nenheit gesetzte Vertrauen zu würdigen und zu recht- fertigen wissen. Aus Athen wird amtlich dementirt, daß die königliche Familie sich in ein.r schwierigen Lage bcfinee. Alle Journale verdammen einstimmig die jüngst publicirten Schmähschriften gegen den König. Das Ministerium verfolgt vorläufig ein friedliches Programm. Berichte aus Mexico melden, daß bereits mehrere Provinzen der Republik in den Händen der Insurgenten sind. Preußen. Berlin, 14. Febr. Der Norddeutsche ReichS- tag war in seiner auf gestern Nachmittag 4 Uhr onberaumten Sitzung, wie vorauSzusehen war, nicht beschlußfähig. 111 Abgeordnete waren anwesend, wahrend 149 zur Beschlußfähigkeit gehören. Nach einem Schreiben des Bundeskanzlers sind im Ganzen 11 Mandate erloschen, davon in Preußen 8, in Hessen, Mecklenburg-Schwerin und Braunschweig je 1. — 10 Man, bäte sind durch Neuwahlen wieder besetzt, nur für den Grafen Bassewitz hat eine Nachwahl noch nicht stattgefunden. Zur Vertheilung kamen 1) Das Strafgesetzbuch; 2) PensionSgesetz für untere Militärpersonen der schleswig-holsteinischen Armee; 3) Schutz des Urheberrechts der musikalischen Werke und der Werke der bildenden Kunst; 4) Schutz der Photographien ge- gen unbefugte Nachbildung; 5) Vertrag mit Baden wegen wechselseitiger Gewährung deS Rechtsschutzes. Noch nicht gedruckt sind die Vorlagen, betreffend das Eheschließungsrecht der (Konsuln, den Erwerb und Verlust deS Bundes-JndignatS und den Unterstützungswohnsitz. Heute war der Reichstag abermals nicht beschlußfähig, da der Namensaufruf die Anwesenheit von nur 137 Mitgliedern ergab, an der Beschußfähigkeit aber noch 12 Stimmen fehlten. Berlin. Am 14. d. Nachmittags wurde der Reichstag deS Norddeutschen Bundes im Weißen Saale deö königlichen Schlosses von dem Könige von Preußen im Namen der verbündeten Regierungen mit einer Thronrede eröffnet, in welcher die Mitglieder des NeichctageS im Namen der verbündeten Regie, rungen zur letzten Session der Legislaturperiode willkommen geheißen werden Der Reichstag soll in dieser Session berufen fein, die unter feiner Mitwirkung geschaffenen und durch ein- müthigeS Zusammenwirken der verbündeten Regierungen inS Leben getretenen Institutionen zu ergänzen und fertzubilden. Zunächst wird die sofortige Vorlage emes Strafgesetzbuches für den norddeutschen Bund angekündigt und eine Reihe weiterer Gesetzesvorlagen in Aussicht gestellt. Sodann wird erwähnt, daß die Steigerung des Verkehrs und die Reform der Besteuerung des Zuckers es gestattet haben, in dem B'-ndeShaus- haltSetat für das Jahr 1871 die Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern, sowie an Postüberschüssen höher auSzubringen, als im laufenden Etat, wodurch die Aussicht gewährt ist, daß der größere Theil der dauernden Mehrausgaben für die Fort« entwickelung der Bundeseinrichtungen, namentlich für die plan mäßige Ausbildung der Bundesmarine, in eigenen Einnahmen des Bundes seine Deckung finbr--Die Gesammtheit der Beiträge heißt eS weiter, welche den Norden Deutschlands mit dem Süden verbinden, gewähren der Sicherheit und Wohlfahrt deS gemeinsamen deutschen Vaterlandes die zuverlässigen Bürg- chafte», welche die starke und geschloffene Organisation deS norddeutschen Bundes in sich trägt. DaS Vertrauen, welches unsere süddeutschen Verbündeten in diese Bürgschaften setzen, beruht auf voller Gegenseitigkeit. DaS Gefühl nationaler Zu- sammengehörigleit, dem die bestehenden Verträge ihr Dasein verdanken, daS gegenseitig verpfändete Wort deutscher Fürsten, die Gemeinsamkeit der höchsten vaterländischen Interessen verleihen unseren Beziehungen zu Suddeutschland eine von dem wechselnden Wege politischer Leidenschaften unabhängige Festigkeit. --Unter den Regierungen, wie unter den Volkern der heutigen Welt ist die Ukberzeugunq in siegreichem Fort- chritte begriffen, daß einem jeden politischen Gemeinwesen die unabhängige Pflege der Wohlfahrt, der Freiheit und der Gerechtigkeit im eigenen Hause zustehe und obliege, und daß die Wehrkraft eines jeden Landes nur zum Schutze eigener, nicht zur Beeinträchtigung fremder Unabhängigkeit berufen fei.-- Schließlich wird die Hoffnung ausgesprochen, der Reichstag werde durch die Losung der vorliegenden Aufgaben die Erfolge deS gegenwärtigen Reichstages zu einem Abschlüsse bringen, welcher die damit verbundenen Mühen durch den Dank der Nation lohnen und diesem Reichstage eine hervorragende Stellung in der Geschichte der vaterländischen Institutionen sichern wird. Bayern. München, 11. Febr. Die internationale Eisenbahnconferenz zu München wurde gestern geschlossen. Dieselbe hat zu einem sehr befriedigenden Resultat geführt, indem neue Tarife vereinbart worden sind, welche namentlich für den Verkehr von Bayern nach Italien und nach dem Rhein bedeutende Erleichteiungen gegenüber den jetzt bestehenden Tarifen gewähren werden. Weitere Begünstigungen werden eintreten durch Ausdehnung des directen Verkehrs nach Württemberg und Baden, sowie nach Belgien und Holland. Die Beschlüsse der Conferen; werden nunmehr dec Genehmigung der betheiligten Verwaltungen unterbreitet. München, 15. Febr. Es bestätigt sich, daß Fürst Hohen- lohe am 14. d. M. fein Entlassungsgesuch eingereicht hat. lieber den Entschluß der übrigen Minister ist noch nichts bekannt , auch über die Wahl eines Nachfolgers des Ministers des Aeußeren ist, gutem Vernehmen nach, noch i ichts beschlossen. Oesterreich. TemeSvar, 14. Febr. Die Verbindung mit Baziasch ist seit gestern abgeschnittcn; zwischen Werschetz und Baziasch wüthct ein Schneeorkan. Auf der Bahn liegt fünf Fuß hoch Schnee, der stärkste Pflug entgleist, was hier noch nie vorgekommen. In Detta, drei Viertelstunden von Werschetz herrscht Windstille bei 5 Grad Wäime (?), in Wer, schetz heftiger Schueesturm bei 10 Grad Kälte (?) Schweiz. Bern, 14. Febr. Die russische Regierung verlangte die Auslieferung des wegen Mordes und Theilnahme an der Socialistcnverschwörung verfolgten Netschajeff, welcher sich gegenwärtig in der Schweiz aufhält. Rußland. Wie der Krak. Kur. aus Warschau erfährt, ist daselbst Fürst Obolenski, General-Director aller Grenzkam- mern in Rußland und Polen, al« er eben au« Berlin zurück- kehrte. beim HcrauSfleigen auS dem Waggon verhaftet worden. Sein Reisegepäck, das wegen der hoben Stellung des Verhafteten nicht gut revidirt werden konnte, wurde schon auf der letzten Station vor Warschau, in Pruszkow, mit Beschlag belegt. Auf dem Bahnhofsperron erwarteten den Fürsten der Director der Warschauer Kammer, der Präsident der Grenz- Eommission und einige Generale. Al« er den Waggon verließ, trat au ibn der Ober-Polizeimnster von Warschau heran und bat ihn. mit ihm in den bereitstebenden Wagen zu steigen, welcher, von Gendarmen umgeben, direkt nach drm Petersburger Bahnhof fuifctirte. Man bringt diese Verhaftung mit der jüngst entdeckten Verschwörung in Verbindung. Nord 10 höhere und niedere Beamten sind außer dem Fürflen verhaftet worden, auch ein Passagier, der mit der ersten Wagenklaffe der War- schau-Brombcrger Bahn ankam. Italien. Florenz, 14. Febr. DaS Finanzministerium macht bekannt, daß nack dem 28. Februar nickt voll einbezahlte KirchenanIeheuS-Obligationen vom Jahre 1>*67 auf Gefahr der Besitzer verkauft würden. Die Verhandlungen mit Rothschild betreffs eines AnlehenS wurden abgebrochen. ? ! Griechenland. Athen, 11. Febr. Gestern wurde ein Vertrag mit der französischen Gesellschaft Chollet unterzeichnet, durch welchen derselben die Durchstechung deS Isthmus von Korinth bewilligt wird. Die Gesellschaft erhält eine Frist von 18 Monaten und 500 Hektaren Staatsdomäne längs der Canalufer. Vermischtes. Gießen. Eltern und Lehrer unserer Umgegend machen wir auf die soeben hier anwesende Menagerie des Herrn K l e e b e r g aufmerksam, deren Thiere hinsichtlich ihrer Schönheit und ausgezeichneter Dressur vor jeder anderen derartigen Sammlung entschiedenen Vorzug verdienen. Von den einzelnen Thieren nennen wir nur den Königs Löwen aus der Wüste Sahara , der die Majestät des Königs der Thierwelt vergegenwärtigt, einen Tiger aus Bengal von kräftiger MuSculatur, eine gestreifte Hyäne aus Asrika, einen schön gezeichneten Mandril, einen ungewöhnlich großen Bären und einen hübschen Jaguar, außerdem aber drei schöne Schlangen, darunter eine Riesenschlange von seltener Größe und Farbenzeichnung. Staunt daö Auge, wenn man die Käsige entlang geht, über die wilden Insassen, so steigt höher die Bewunderung über die ausgezeichnete Dressur dieser unheimlichen Gesellen; nicht ohne Schreckensschauer sieht man den i Thierbändiger in die Käfige treten; doch bald verwandelt sich ! dieses Gefühl in das der größten Bewunderung, wenn man den Verkehr deS Bändigers mit den blutdürstigen wilden Ge- 1 stallen sieht, wodurch derselbe seine Herrschaft über die rohe thieriscke Kraft in eminenter Weise bethätigt. Dem Beschauer bietet sich hier ein Schauspiel dar, das er sicher sobald nicht wieder vergißt, das man nicht für möglich halten sollte, wenn man eS nicht vor sich sähe. Ancona, 8. Febr. Heute um 5 Uhr 20 Minuten Nachmittags war hier eine heftige Erderschütteri^ig, die 8 Sekunden dauerte, aber keinen Schaden anrichtete. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.