Greift vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit >»S- nahme Montagt. Expedition: Lanzleider, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 1S7, Freitag den 18. November 1870. hon fttto&onot* werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch 2OC|tCUlingVll Ullf Wljnytl bei aU-n Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, n halten denselben für die Monate November und December 1870 zu 40 kr. Amtlicher Theil. Gießen, am 14. November 1870 Setreffend: DaS Kreisersatzgeschäft für 1871. Das Großhermögliche Kreisamt Gießen an die Pfarrämter des Kreises als Cioilstandöbehorden. Da das Kreisersatzgeschäst für 1871 frühzeitig im künftigen Jahre stattfinden soll und die Großherzoglichen Bürgermeistereien ange- wiesen sind, die Stammrollen am 16. December d. I an uns einzusenden, ersuchen wir Sie, höherer Anordnung gemäß, die GeburtS- listen der Großherzogllchen Bürgermeistereien längstens bis znm 1. December d. I. mittheilen zu wollen. I. V.: K e k u l e, Kreis - Assessor. Politischer Theil. 17. November. Während Herr JuleS Favre wieder einmal den Cabineten den halb trotzigen, halb elegisch gefärbten Ausdruck seiner gekränkten Gefühle zum Besten giebt, den deutschen Ehrgeiz aller irgend denkbaren Ungeheuerlichkeiten anklagt, unter anreren daraus, daß Deutschland Paris der Hungersnoth preisgebe, den Schluß zieht, daß es nicht nur die französische Armee, sondern auch die französische Nation vernichten wolle; während er das Verlangen Deutschlands nach zwei Provinzen für einen bloßen Vorwand erklärt, hinter dem der schwarze, schon wiederholt vor dem apathischen Europa denuncirte Plan, Frankreich zu vernichten, sich verstecke, legt Graf Bismarck in seinem Circular vom 8. November in gewohnter, scharfer und klarer Weise den Verlauf der Verhandlungen und die Ursachen dar, wegen deren dieselben nothwendig scheitern mußten, ohne jede Phrase, alle Declamationen durch die einfache Darstellung deS Thatbestandes entkräftend. Ohne Zweifel wird die öffentliche Meinung der ganzen civilisirten Welt der bündigen Beweisführung des deutschen Staatsmannes den Vorzug geben vor den abgeschmackten und puerilen Lamentationen des Pariser Advocaten, und auch die Cabinete werden nicht umhin können, die Abweisung der lächerlichen französischen Prätensionen vollkommen gerechtfertigt zu finden; sie werden einsehen muffen, daß ihre auf Wiederherstellung des Friedens gerichteten Wünsche wiederum ausschließlich an der hartnäckigen Verblendung und dem Uebelwollen der französischen Machthaber gescheitert sind, nicht an dem Widerstreben der deutschen Diplomatie, die dem Feinde bis an die äußerste Grenze des militärisch Zulässigen entgegengekommen ist, ja, die sich, um ihre Friedtnswünsche zu bezeugen, sogar bereitwillig gezeigt hat, dem Gegner Zugeständnisse zu machen, die vom militärischen Standpunkte aus angesehen, noch über diese Grenze hinausgingen. Verschleppung des Krieges bis in den Winter hinein, Verproviantirung von Paris, Zeitgewinn für die Bildung neuer HeereSkörper, und Alles das ohne jedes Zugesiändmß eines militärischen Aequivalents! Sind jemals an den Sieger von dem Besiegten mit gleicher Naivetät gleich unverschämte Forderungen gestellt wo», den! Ja, wenn eine sichere Aussicht vorhanden wäre, daß die Constituante auf die von uns zu stellenden billigen Bedingungen hin sich zum Abschluß des Friedens bereit erklären würden, dann hätte es all rdingS in Frage kommen können, ob es sich nicht empfehle, den militärischen Gesichtspunkt völlig dem politischen unterzuordnen. Aber war denn diese Aussicht vorhanden. Favre erklärt ja unumwunden, daß die provisorische Regierung von der Weigerung, zwei Provinzen ab- zutreten, weder abgehen könne noch wolle; und natürlich würde sie ihren ganzen Einfluß ausbieten, um nur solche Leute in die Constituante zu bringen, die in dieser Bez ehung mit ihr auf ganz gleichem Standpunkte stehen. Sie würde den Waffenstillstand militärisch zur Vervollständigung ihrer Rüstungen benutzt haben, und bei den Wahlen würde sie einen Terrorismus haben walten lassen, der den besonneneren Elementen des Landes jede Möglichkeit, ihre Ansicht zur Geltung zu bringen, abgeschnitten haben würde. Deutschland würde, wenn cs unter diesen Umständen auf die französischen Forderungen eingegangen wäre, sich vor ganz Europa lächerlich gemacht haben, und wenn eS in Folge seiner Nachgiebigkeit militärisch in Nachtheil gekommen wäre, so würde Niemand darin, daß es die Früchte seiner Siege freiwillig preis- gegeben, einen Beweis von Hochherzigkeit gesehen haben, sondern von allen Seiten würde es den Ruf vernommen haben: Tu l’as voulu! Und wenn wir die Wahl zwischen der Alternative haben, uns vor allen zurechnungsfähigen Leuten lächerlich zu machen, oder uns von Herrn Favre der Inhumanität oder der Verletzung des „allgemeinen Rechtes" (weil wir die Verproviantirung von Paris nicht zugestehen wollen!) beschuldigen zu lassen, so mögen wir denn doch lieber in den Augen ter französischen Machihaber als Barbaren, als vor dem Richterstuhl der ge- sunden Vernunft für Thoren gelten. Graf Bismarck hat denn auch, indem er den Verlauf der Verhandlungen kurz, aber, in vollem Gegensätze zu dem breiten, zusammenhangSlosen Geschwätz in der Favre'schen Depesche, mit durchsichtiger Klarheit resümirt, die französischen Prätensionen nach Gebühr abgesertigt. Mit Recht erklärt er die Zumuthung, eine Verproviantirung zu gestatten ohne militärisches Acquivalent, für ausschweifend. Treffend schildert er die Situation und characterisirt er die französischen Absichten mit den Worten: „Die unglaubliche Forderung, daß wir die Frucht aller seit zwei Monaten gemachten Anstrengungen und errungenen Vortheile aufgeben und die Verhältnisse auf den Punkt zurückgeführt werden sollten, auf welchem sie beim Beginn der Einschließung von Paris gewesen waren, konnte nur von Neuem den Beweis liefern, daß man in Paris nach Vorwänden, der Nation die Wahlen zu versagen, suchte, aber nicht nach einer Gelegenheit, dieselben ohne Störung zu vollziehen." Wenn Graf Bismarck ferner sagt, daß es eben so wenig in der Absicht der Franzosen gelegen, einen Waffenstillstand zu Stande zu bringen, sondern, daß sie eine Bedingung, von deren Unannehmbarkeit sie überzeugt sein mußten, nur darum gestellt haben, um den neutralen Mächten, auf deren Unterstützung sie hoffen, nicht eine abweisende Antwort zu geben, so ist das insofern gewiß vollkommen richtig, als die Pariser Machthaber einen Waffenstillstand auf vernünftige Bedingungen hin absolut perborreSciren. Indessen ist es Herrn Favre, der jedes Verständnisses für die Wirklichkeit der Dinge entbehrt, allenfalls wohl zuzutrauen, daß er auf die Annahme seiner unvernünftigen Bedingungen gehofft hat. Offenbar haben die weisen Pariser Herren so calculirt: Ein Waffenstillstand unter Bedingungen, welche die Deutschen vom militärischen Standpunkte aus accepliren können, ist vom Ucbel, stellen wir also möglichst tolle Bedingungen; lehnen die Deutschen diese Bedingungen ab, so verklagen wir sie bei den Neutralen; nehmen sie sie aus politischen Rücksichten an, auch gut. Dann beuten wir ihre Nachgiebigkeit nach Kräften zur Vervollständigung unserer Rüstungen aus, und nehmen bann auch die Mahlen in den Kauf, die unser Gambetta inter strepitum armorum schon nach unseren Wünschen zu lenken wissen wird. Aber die Weisheit der französischen Diplomatie hat sich bei ihrem schlauen Plane dennoch verrechnet. Die Absurdität der vorgeschlagenen Bedingungen war so handgreiflich, baß Deutschland sie ablehnen konnte', ohne seine diplomatische Stellung im mindesten zu compromittiren. Ganz Europa wird erkennen^ daß Deutschland bis an die äußerste Grenze des Möglichen dem Feinde entgegenge- kommen ist, baß uns fortan Niemand zumuthen kann, andere, als die rein militärischen Rücksichten walten zu lassen, und daß für alles Unheil, welches in Folge dessen Frankreich und namentlich Paris voraussichtlich betreffen wird, nur die Männer die Verantwortung zu tragen haben werben, welche in kecker Selbstüberhebung die Zügel der Regierung ergriffen haben, um ihr Land zu Grunde zu richten. Die jüngsten Nachrichten in Betreff des Verlaufs der diplomatischen Verhandlungen über die politische Einigung DeutschlanbS lauten sehr ungünstig. Die Auffassung der jüngsten „Prvv.-Corresp.", welche den Vertragsabschluß mit Württemberg als schon gesichert betrachtete, hat sich jetzt als viel zu optimistisch erwiesen. Genaueres über die einzelnen Puncte, über welche eine Einigung nicht erzielt werden konnte, verlautet hier noch nichts. Der Eindruck der Nachricht kann vorläufig nur ein niederschlagender sein; jndeß halten wir noch immer an der Hoffnung fest, daß schließlich dennoch ebensowohl die dankbare und patriotische Ge- I {Innung der Fürsten, wie die mächtig gewachsene politische Bildung und Entschlos- , srnheit des deutschen BürgerstandcS eine Wiederholung der Elendigkuten und iTreubrüchigkeiten der Jahre nach 1813 verhindert werden! (K. Z.) Ein vom Fürsten Gortschakoff unterm 19./31.Oct. erlassene Circulardepesche bespricht zunächst die verschiedenen Veränderungen, denen die Transaktionen, welche man als Grundlage de- europäischen Gleichgewicht- betrachet habe, und unter ihnen namentlich der Vertrag von 1856 unterlegen haben, md fährt dann fort: Der Kaiser konnte eS nicht als ein begründete- Recht aierkennen, daß die Verträge, welche in s» vielen wesentlichen Punkten durchbrochen waren, gerade da, wo sie die Interessen de- russischen Reiche- berühren, obligitorisch bleiben sollen; daß die Sicherheit Rußland- von einer Fiction abhängig gemacht werde, welche den Prüfungen der Zeit nicht gewachsen war, und daß Rußland durch seine Achtung vor Verpflichtungen, welche andererseits nicht in vckler Integrität beobachtet waren, gefährdet wäre. Im Vertrauen auf die Billigkit der Mächte ertheilt der Kaiser Ew... hiermit den Befehl, die Erklärung abzu;eben, daß er nicht in der Lage ist, sich länger als durch die Verpflichtungen :es Vcrtragc- von 1856 gebunden anzusehen, insoweit diese Verträge seine Soureränetätsrechte im schwarzen Meere beschränken. Der Kaiser hält e- für sein Recht wie für seine Pflicht, dem Sultan die Additionalconvention aufzukündigen welche dem genannten Vertrage beigcfügt ist, und die Anzahl und Größe dei Kriegsschiffe, welche die betreffenden Mächte im schwarzen Meere unterhalten dürfen, feststellt. Die Mächte werden in loyaler Weise hiervon benachrichtigt, und es wird dem Sultan in dieser Beziehung die ganze Fülle seiner Rechte in derselben Weise wiedergegeben, wie sie der Kaiser für sich in Anspruch nimmt. Rue die Sicherheit und Würde de- Reiches hat der Kaiser hierbei im Auge. Oer Gedanke, die orientalische Frage wieder aufzuwerfen, liegt ihm fern. Hicr wie überall hegt der Kaiser keinen andern Wunsch, al- den, den Frieden zu wahren und zu befestigen. Er hält durchaus fest an den übrigen Hauptbestimmuncen des Vertrage- von 1856, welcher die Stellung der Türkei im europäischen Concerte fixirt. Der Kaiser ist bereit, mit den übrigen Mächten, welche den Vertrag unterzeichneten, in Verhandlungen einzutreten, sei e-, um die allgemeinen Bestimmungen des Vertrages zu kräftigen, sei e-, um dieselben neu zu gestalten, oder durch ein andere- billige- Arrangement zu ersetzen, welche- geeignet ist, die Ruhe des Orients und da- europäische Gleichgewicht zu sichern. Der Kaiser ist überzeugt, daß sowohl der Friede, wie das Gleichgewicht Europa's eine weitere Ga> rantie empfangen werden, wenn sie auf gerechteren und festeren Grundlagen beruhen, al- cs diejenigen waren, welche au- einem Verhaltniß dervorgegangen sind, wie es keine Großmacht al- die Bedingung normaler Existenz zu acceptiren im Stande ist. Dem „Dreöd. Journal" wird aus Warschau vom 8. Rovbr. geschrieben: „Seit einigen Monaten werden die Reservisten der russischen Armee in aller Stille eingezogen. Ihre Einberufung hat nicht auf dem gewöhnlichen öffentlichen Wege, sondern durch geheime Befehle an die Kreischef- Statt gefunden. Diese hatten die Reservisten zu sich zu bescheiden !md ihnen zu eröffnen, daß sie sich zu ihren Regimentern zu begeben haben, „um da- neue Gewehr und dessen Handhabung kennen zu lernen". Daß aber die Einberufenen nicht so bald entlassen werden dürften, geht schon daraus hervor, daß die ausgeschriebenen Licitationen auf Mehl- Lieferung für 1871 beinahe doppelt so groß sind, al- in den vergangenen Jahren. Ferner ist zu bemerken, daß die Thätigkeit in den Waffenfabriken und Geschützgießereien mit ununterbrochener Energie betrieben wird. Die St. Petersburger und Moskauer Zeitungen melden fortwährend von neuen russischen Erfindungen auf diesem Gebiete und wird ganz besonders eine Kanone neuer Construction, als deren Erfinder man den General Pesticz bezeichnet, außerordentlich belobt. Die Flottenmannschaft wird in Kronstadt in Handhabung der neuen Waffen eifrig einexercirt und wird zu diesem Behufe den verschiedenen Abtheilungen abwechselnd auf je zwei bi- drei Wochen jede andere Thätigkeit erlassen." Man schreibt der „K. Z." aus Rom, 10. Nov. Für die gründliche Umgestaltung der römischen Justiz darf der Statthalter auf den Dank der ehrlichen Leute rechnen. Mit der Errichtung des Appellation-gerichtshofe- kam es gestern zu einem Acte, der deßhalb bemerkt zu werden verdient, weil die bedeutendsten unserer Advocaten, besonders auch die bisher in der Sagra Rota arbeiteten, der neuen Regierung den Pflichteid leisteten. Doch ist die Zahl der Beamten überhaupt, die mit dem alten Regime stehen oder fallen wollen, größer als man glaubt oder glauben macht. Aber da gilt es denn auch, von der gewohnten luxuriösen Bequemlichkeit, dem warmen Unterbau des Lebens, sofort schmerzlichen Abschied zu nehmen. Mittlerweile ist eine stille Reformation aufgelebt, deren Mandatare für ein Contre-Plebi-cit bei den wohlbekannten Gesinnungsgenossen Propaganda zu machen bemüht sind. Darauf sind verschiedene Vereine von nicht wenigen im Rufe der Frömmigkeit stehenden Frauen mit dem Gelübde zusammengetreten, bi- zu dem Tage der Wiedereinsetzung des heiligen Stuhles Trauerkleider anzulegen. Rach der Versicherung Unparteiischer wären es ohne Ausnahme Besucherinnen der Kirche del Gesu. Vor einigen Tagen empfing der Papst eine aus ihrer Mitte entsandte Deputation, die sehr huldvoll ausgenommen wurde. In dem römischen Collegium werden die Jesuiten künftig nicht mehr die Herren sein, doch will man sie in einem abgelegenen Theile de- großen, einer kaiserlichen Residenz gleichenden Palastes dulden. Heute wurde ihr Wappen durch Maurer vom Portal beseitigt. Der Chef-Redacteur der Civitta Cattolica, Pater Curci, hat sich durch seine Schrift über den Fall Roms und dessen Ursachen die Ungnade Sr. Heiligkeit im vollsten Maße zugezogen. Das ist. begreiflich, denn er behauptet u. A., daß es um die weltliche Herrschaft des heiligen Stuhles ein- für allemal geschehen sei. Kriegsnachrichten. Berlin, 15. Nov. Diplomatischen Gerüchten zufolge, die der Bestätigung bedürfen, will England, von Paris und Tour- veranlaßt, die Verhandlungen wegen des Waffenstillstandes wieder aufnehmeu, um zum Congreffe zu gelangen. Der Erfolg wird bezweifelt. Das „Echo de Lille" meldet: „Wir wissen nicht, wo die feindlichen Truppen sich gegenwärtig befinden, aber wir können mittheilen, daß der Marsch der Preußen nach dem Norden hin nicht mehr angezweifelt werden kann. Am letzten Donnerstag nahmen mehrere französische Offiziere, die sich verkleidet hatten, ihren Weg mitten durch ein deutsches Corps, welches nach dem Norden marschirte und dessen Stärke sie auf 60—80,000 Mann schätzten. Unsere Landsleute gebrauchten drei Tage, um durch dasselbe hindurch zu kommen. Es scheint, daß es die Armee war, welche zwischen Rouen und Amiens operiren soll. Das für Lille bestimmte Corps, welches Metz erst letzten Montag hat verlassen sollen, kann es nicht gut sein." Nach Berichten aus Lyon vom 13. Nov. hatten die Deutschen Darenges mit 2000 Mann besetzt und marschirten aus Beffay. In Düle, wo bisher Garibaldi sein Hauptquartier hatte, sind sie ebenfalls eingerückt. Ein Journal von Besanyon meldet: „Ein deutsches Corps von 40,000 Mann steht in Vesoul und den umliegenden Dörfern. Dieses Corps soll unter dem Ober-! befehle de- General- v. Werder nach Lyon marschiren. Ulanen find bi- nach dem Walde von Dampierre, bi- auf einige Stunden von der Grenze de- Doubl* Departements, vorgegangen." Der „Staat-anzeiger" bemerkt zu der Nachricht, daß bei Orleans den Gayern 2 Kanonen genommen seien: „Es find dir- die ersten Kanonen, welche im Lauf de- ganzen Feldzüge- den Franzosen in die Hände gefallen sind.- Nach t'ner von der „Nat.-Ztg." gegebenen Zusammenstellung der in den Besitz der deutschen Heere gekommenen Sicge-trophäen beträgt die Zahl der Adler und Standarten schon gegen 100. An Geschützen sind bisher in offener Schlacht, wie durch die beiden Capitulationen von Sedan und Metz nach den osficiellen Berichten 1003 Kanonen und 155 Mitrailleusen erbeutet worden, wobei indeß 2510 au- den verschiedenen Festungen übergebene Festungs- und Belagerungsgeschütze noch nicht mit inbegriffen sind. Die Gesammtzahl der erbeuteten Gewehre dürste sich auf mehr als 500,000 belaufen. A Rach Briefen aus TourS, vom 11. Nov., hat die Affaire bei Orleans, welche man in der provisorischen Hauptstadt Frankreichs für einen Sieg ausgeben wird, große Begeisterung erregt. Die Einzelheiten, welche man bi- jetzt in Tours über diese Affaire hat, sind folgende: Die französische Armee bildete eine Linie, die sich von Vendome nach Beaugency erstreckte; eine erste Affaire fand im Walde von Marchenoi'r Statt. Ein von Bacon kommende- deutsche- Corps griff die französischen Stellungen bei St. Laurent-deS-Boi- an, wurde aber zurückgeworfen. Am folgenden Tage ergriffen die Franzosen die Offensive. Der General Aurelle- de Paladine hatte die Absicht, Orleans auf beiden Seiten zu umgehen, um v. d. Tann in dieser Stadt zu isoliren. Die Armee von Beaugency sollte direkt auf Orleans marschiren, während der rechte Flügel in der Nähe von Orme- Halt machen sollte, und da- Centrum und der linke Flügel, nach recht- marschi- rend, die Instruction hatten, über St. Peravy, Boulay und Briey zu dem Ca- valleriecorps zu stoßen, welches der General Martin de Palliere-, der einige Stunden oberhalb Orleans btt St. Benoit an der Loire stand, nach Cercotte- sühren sollte. Der Kampf begann am Morgen und endete des Abends. Bacon und CoulmierS wurden der Reihe nach von unseren Truppen besetzt. Der General Chagny marschirte schnell auf Gcrminy, wo er aus ernsten Widerstand stieß; während er diese Stellung angriff, marschirte der General Royan, der sich auf der äußersten Linken befand, auf St. Peravy-la-Colombe, so die Umgehungs-Bewegung andeutend, welche der Zweck der ganzen Operation war. Der General o. d. Tann, zur rechten Zeit benachrichtigt und die Gefahr, in der er sich befand, schnell begreifend, gab Befehl, Orleans zu räumen, und zog sich mit allen seinen Streitkräften auf den Landstraßen von Artenay und Patay zurück. Zu gleicher Zeit hielten starke feindliche Abtheilungen, welche aus der Beauce herangerückt kamen, den General Royan auf. Vergeblich bemühte sich derselbe, die Stellung bei Saint Peravy zu nehmen und engagirte mit den Deutschen einen Kampf, wobei seine Artillerie einige Verluste erlitt. Mit Recht fürchtend, von einer Ueberwacht angegriffen zu werden, zog sich derselbe zurück. Der General Chagny sah sich in Folge dessen genothigt, den Angriff gegen Germiny aufzugeben und ebenfalls zurückzugehen. Wenn die Operation des Generals d'Aurelles nicht vollständig gelang, so hatte sie doch die Räumung von Orleans zur Folge. Seinerseits war der General Martin Du Paktiere- vorgegangen; nach den letzten Nachrichten erreichte er zwischen Cercottes und Chevilly einen Theil der Arrieregarde v. v. Tann'-, der er eine Niederlage bereitete und eine ziemlich große Anzahl von Gefangenen abnahm. Der Abzug der Deutschen aus Orlean« erfolgte am 9. am Mittag. Ihr Rückzug wurde in bester Ordnung ausgeführt. Das letzte Bataillon, welches abzog, war in der Iacobiner-Caferne logirt. Anstatt rasch den Boulevard d'Etampes zu gewinnen, zog es unter Trommelschlag durch die Rue Ieanne d'Arc und die Rue Bannier, gerade als ob eS eine militärische Promenade machen wollte. Die Franzosen stehen bereits auf dem Kopf vor Jubel über Orleans; daß sie die Bayern geschlagen haben, da- geht just über ihren Verstand. Aus Tours, 11. Nov., wird der „Indep." Folgendes geschrieben: „Endlich, wir haben einen Sieg! einen ächten, wahren! dießmal ist'- Ernst und es ist der erste, der erste! seit dem Beginn des Kriegs. Die Nachrichten aus London sind ebenfalls gut. Die Rede Lord Granville's beim Lordmayor-Banket, die neue Sprache der „Times" lassen eine ganz andere Haltung Englands voraussehen. So erscheinen denn auch alle Gesichter heute wieder aufgehellt; die Hoffnung lebt wieder auf. Ach, wie wenig bedürfte es: noch ein Sieg, ein einziger, um uns wieder Kraft zu geben, um den Muth der Verzweiflung in Frankreich durch den Muth der Hoffnung zu ersetzen. 60 preußische Gefangene sind diesen Morgen auf dem Platz des Iustizpalastes defilirt. 1000 sind durch den Bahnhof per Eisenbahn passirt. Man hat zu bemerken geglaubt, beiläufig, daß die Bayern und Badenser [nun sollen diese auch in Orleans gewesen fein!] fast zufrieden waren; sie haben genug vom Krieg und scheuen sich nicht, es zu sagen." (Fr. I.) München, 13. Nov. Die Nachricht von dem Rückzug des v. b. Tann'schen Corps von Orleans nach Toury hat hier die Erinnerungen an die berühmten Rückwärtsconcentrationen der bayerischen Armee im Jahre 1866 wachgerufen. Doch ist der Vergleich keineswegs begründet. Allerdings scheint es, daß Der Vorpostendienst von dem bayerischen Armeecorps nicht mit derselben unvergleichlichen Virtuosität gehandhabt worden ist, als wie man dieses von Den Preußen gewohnt ist; die Loirearmee erschien bei Orleans zwar nicht völlig unangemeldet, aber doch war man im bayerischen Hauptquartier nicht sonderlich über die Stel- tung des Feindes und über die Stärke feiner Truppen unterrichtet. Daß sich v. d. Tann von Orleans zurückgezogen hat, geschah jedoch einzig und allein aus dem Grunde, weil er vom großen Generalstab dazu den Auftrag hatte. Kämpfend sollte er sich nach Toury zurückziehen und so einen doppelten Zweck erreichen: erstens die Feinde zu veranlassen, ihre Truppenzahl zu entwickeln, um so ihre Stärke genau kennen zu lernen, zweitens die Feinde von Orleans weg zu locken und so dem General Wittich, unter dessen Befehl vierzehn preußische Bataillone stehen, wie Dem Großherzog von Mecklenburg, Der achtunDzwanzig Bataillone mit sich führt, Gelegenheit zu geben, im Bogen die Loirearmee zu umspannen und einzuschließen. Die dreizehn Bataillone de- Generals v. D. Tann hatten somit ihre längst schon gestellte Aufgabe erfüllt, als sie fechtend nach Toury zurückgingen. Die Loirearmee scheint übrigens die Falle gemerkt zu haben, die ihr gestellt worden, und hat deßhalb Den Vormarsch über Orleans hinaus eingestellt. Es reicht twar auch Das schon hin, die Absicht Des Deutschen Hauptquartiers zur Durch- ührung gelangen zu lassen, unD wir Dürfen un- gefaßt machen, Daß Die nächsten Tagen schon wieder Berichte über neue Schlachten bringen. UebrigenS soll DaS erste bayerische Infanterie. Regiment bei Der Ausführung Der ihm gegebenen OrDre stark gelitten haben; Der Artilleriehauptmann Laßberg soll gefallen fein. Hagenau, 14. Nov. Mit Spott haben seiner Zeit mehrere Deutsche lt‘ ^klkani btn ; »?b,i «ntefi Ut,ll^4t 5..^ Orhan- ölt9 ?"sgebell W in Tourt ’tk kine Linie, 1W i« WM ot?? S"ff die ^ruckgkvorfcn. ^kral Aurellct ""ge-rn, um ;(» Hit direkt k« von Orme- Ttd)H marschj. |u dem Ca. el- Der Gene- verstand stütz; r«, der sich auf Umgehung,-Br. Der General tr ßL befand, nil allen feinen k- Zn gleicher ace herangerückt r, die Stellung a einen Kampf, end, von einer General Chagnp aufzugeben und celleS nicht voll« Folge. Seiner- en letzten facher Arrieregarde - grv^r Anzahl an, erfolgte am hrt. Da, letzte . Anßalt rasch fchlag durch die eine mifitarifche r Orlean,; datz d. Au, Tour,, mir haben einen erste, ter erste! ebenfall, gut. Drache der „Di- So erfcheinen lebt wieder auf. ns wieder Kraft । den Muth der n auf dem Platz Eisenbahn passtil' : Ladenfer [nun fit haben genug -ehrrrr D d. Tann'fchen n rie beruhen 66 wachgki"^' , roß tu 1« ->* ta M( I, HUBS1“1’'*' 8ito * wo- 2a6 । unt «»'■ S°1‘ y^'Ä ’S?- 'A* >°°" «V*4«. *« ,'1'ai' u, j«ii' t«i 6 (ei t«1 Mtn 1 ’ fbent” ■ '** %• Die am Schluffe der gestrigen Abendbörfe eingetretene Mattigkeit machte auf bcutigen Verkehr weitere Fortschritte. Das Geschäft war nicht belangreich. Man ist auf das Resultat der Abstimmung in Madrid sehr gespannt. - ?lisabethbahn - Actien 201%. - Reue Bayern 955/.. — 50/0 Württemberger 96%. — South. Missouri 63%. - Central-Pacific. 7/. ftrnnf flirt, 16. Novbr. (Effecten-Societät. Abendverkchr.) Die orientalische Frage fängt an an der Bbrse starken Staub auszuwirbeln und haben wir im heutigen Abendverkehr in allen Linien einen starken Rückgang ;u constatiren, wobei auch die gewöhnlich ^behaupteten Umerckaner wesentlich zurückgingen. Spanier haben im Verhältnis zu den übrigen Fonds ziemlich fest behauptet. Mehrere Schweizer Di- Time-" melden: A Brüssel, 16. Nov. Die den Beweis, daß Die Bevölkerung durchaus nicht semoucy gegen -utuimuanv 0v- äa ^v. vw». ....... ♦ ftimmt ist w-nu di-L-ute auch damit renomminn, die b-sten Franzosen in Frank, plomat-n in Par.«, u. A. Dr. Kern, stnv durch ausgrsangenr Pariser Corrcspom- reilb 1U fein. Um 8 Uhr versammelte sich da« Regiment aus dem Kleberplatz, denzen im Hauptquartier cornpromiitirt. — Nach einer Mitiheilung der Regierung woselbst sich schon lange vorher viele Menschen angesammelt hatten. Die Sol-von Tour« sind England, Rußland, Oesterreich, Amerika und Italien für 23er- baten erschienen alle mit gefüllten Brotbeuteln und setzten sich dann, nachdem die suche zur Bermiitlung eine« Waffenstillstände« geneigt." ..... . zv» 4 • 4i rt .* . . . (B.u. x« a U • äG * a m a m - v 1 o » CY3 4 /? - ... Cß) f X» a । « rt t ( o a /> ti /? Q* O Hamburg, erwartet." Wechsel m. 4% 45—46 doppelte 9 45—46 empfangen hat. 8. 8. G. Küstenwehr abgegangen erhalten. ditto ditto Disconto heute ist. 55 35—37 Oestr. 1858r 1860r 1864r Braunschweiger 16% Stadt Madrid 20% Vrioritiiten. öster. Stsb.-Prior. 55 öst. s. Lombard 45% Livorneser 30% Toscaner — Elisabeth.-Prior. — II. Emiss. — Börsennachrichten. 16. November 1870. A Brüssel, 16. Nov. Man schreibt dem „Etoile belge" aus Tours: Die Gefangenen der deutschen Armee von Orleans kommen nach und nach hier an. Zahlreiche Gruppen erwarteten heute ihre Ankunft am Bahnbofe. Die erste Ab- thcilung bestand au« 300 bis 350 Kavalleristen, alle dem bayerischen Corps an- gehörend. Es waren jedoch etwa nur 5 bis 6 Offiziere dabei. Ihr Aussehen erinnerte lebhaft an das unserer Soldaten, welche von Sedan kamen, nur mit dem Unterschied, daß Erstere gleichgültig über ihr Schicksal und eher zufrieden als traurig schienen. Sie wurden unter Escorte von Gensd'armen und Garde mobile- nach einem Gebäude geführt, welches ihnen bis zu ihrer Abführung nach der Bretagne oder der Insel Oleron dienen soll. Den Personen, welche sie besuchten, haben sie auf Befragen geantwortet, daß sie keine Lust zu entfliehen hätten und nicht fürchteten, schlecht behandelt zu werden. Sie beklagten sich darüber, daß sie um die preußischen Truppen zu schonen, immer ins Vordertreffen geschickt worden seien. Es ist Wahrheit, daß sich eine große Anzahl von ihnen ohne Wiederstand gesangennehmen ließ. Morgen werden neue Gefangenentransporte Celdsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 44%-45% Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 3% 3% 3% 5% 5% do. Actleii. Frankf. Bank 130% Frankf. Vereins-Kasse — Darmst. Bankact. 320 Wien Bankactien 694 aufgehoben. General Michel hat eine andere Bestimmung erhalten. Es ist ih« der Oberbefehl der Cavallerie-Diviston des 18. Corps übertragen worden. — Au« Paris wird berichtet, daß Vorführung-befehle gegen Delescluze und P. Cournet, Redacteure des Reveil, erlassen worden sind. FlourenS wurde verhaftet, al« er eine Straße in Menilmontant pafsirte. Er war in bürgerlicher Kleidung und glaubte, daß ihn Niemand erkennen würde. A Brüssel, 16. Nov. Die „Time- of Jndte" meldet, daß in Pondicherry am 7. Oktober die Republik proclamirt wurde. — Gambetta, welcher nach dem Hauptquartier der Loire-Armee abgereist war, ist nach TourS zurückgekehrt. — Man vernimmt, daß das Franctireur-Bataillon der Sarthe, dessen Commandant abberufen worden war, weil er es an Energie vor dem Feinde mangeln ließ, aufgelöst und entwaffnet wurde. A Brüssel, 16. Nov. Prinz Napoleon ist inkognito am 11. d. von Dover hier angekommen und dann weiter nach Köln gereist. A Brüssel. 16. Nov. Depeschen auS TourS verhehlen nicht den tiefernsten Eindruck des Telegramms aus der Habanna über das Seegefecht. — Ein Privattelegramm des „Amstcrd. Handelsblatts" aus London bezeichnet die angeblich dort erlassene Ordre zur Flottenbereitschaft als Erfindung. Blätter »eine Nachricht v»n >em zu erwartenden russisch - türkischen Streite ausgenommen. Ich war leider nicht in der Lage, den Vorwurf einer „Ente" zurückweisen zu können, da ich zur Diskretion über meinen Gewährsmann verpflichtet war. Die plötzliche Entwickelung der Dinge überhebt mich heute jedes Nachweises; was ich berichtet hatte, war volle Wahrheit, und ich kann heute aus derselben Quelle hinzufügen, daß Preußen mit Rußland in engster Verbindung steht und dessen Schritte selbst mit den Waffen in der Hand unterstützen wird. (Der Correspondcnt batte in dem betreffenden Schreiben vom 29. Sept, berichtet, daß er au« dem Munde eines preußischen Offizier« die bestimmte Versicherung habe, der russische Conflict werde in Kurzem zum Au-bruck kommen und der Versetzung des General« v. Steinmetz nach Posen und Westpreußen liege nur die Mission zu Grunde, einen etwaigen Polenaufstand zu unterdrücken.) (F. I ) _ . V Straßburg, 10. November. Vielleicht hat es Interesse für Ihre Leser, wenn ich Ihnen einige Notizen über den Anmarsch des 67. Regiments mache, wovon ich Augenzeuge war. Ich habe feit meinem sechswöchentlichen Aufenthalte hier schon so verschiedene deutsche und antideutsche Gesinnungen der hiesigen Bevölkerung wahrgenommen, daß e« sehr schwierig sein dürfte, sich ein Urtheil darüber zu bilden; doch grade der heutige Ausmarsch preußischer Truppen gab mir den Beweis, daß die Bevölkerung durchaus nicht feindlich gegen Deutschland ge» Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 64% Nassau 25 fl. — 4% bayr. Präm.-Anl. 106% Ansbacher 7 fl. 13 4% badische Loose 105% Badische fl. 35 Loose 58% Holl. fl. lOSt. 9 Ducaten . . 5 Pistolen . . 9 fl. 250 v. 1839 — Prioritätsloose — Loose 74% n W9 20 Frankenst. 9 33—34 Engi. Sover. 11 57—59 Buss. Imper. 9 48—50 Dollar in Gold 2 26%—27*/t Musik die „Wacht am Rhein" angestimmt, in Bewegung, die hiesigen Generale an der Spitze. Da stürzten auf einmal von allen Seiten Bürger berbei, meistens ältere Leute, durchbrachen theilweise die Reihen, umarmten die Soldaten, die bei ihnen seit 4 Wochen im Quartier gelegen, und küßten dieselben, nach französischer Manier, auf beide Wangen. Die Offiziere grüßten nach allen Seiten, und ihre Grüße wurden durch Zurufe, wie „bon voyage“ und „portez vous bien“, sowie durch Schwenken der Taschentücher erwidert. Das ganze Publikum begleitete unter beständigem Zurufen da« Regiment bis zur Porte d'Austerlitz, und ich sah in manchem Auge eine Thräne. Ich war ganz erstaunt über diesen herzlichen Abschied und machte mir die Folgerung, daß, wenn die Truppen in so kurzer Zeit so große moralische Eroberungen machen, es auch nicht allzu schwer sein dürfte, bei milder Behandlung aus allen Elsässern gute Deutsche zu machen. (Elb. Z.) 15. Nov. Der „Hamb. Corresp," meldet, daß die freiwillige Morgen von hier nach der Westküste von Schleswig-Holstein Dieselbe hat gegen früher einen Zuwachs an Mannschaft Actien. >Oest. Creditact. 234 5% östr. F. St. E. B. 355 Lombard. Bahn 165% Ludwigsh.-Bexbach 163 Maxbahn 107% Bayer. Ostbahn 122% Hess. Ludwigsb.-Act. — Alsenzbahn-Actien — Oberhessen „ 65% A Brüssel, 16. Nov. Correspondenzen des „Etoile belge" melden, daß die Verhaftung der Führer der Meuterer vom 31. Oct. nicht allein eine tiefe Gereiztheit unter der Partei der Commune .hervor gerufen, sondern auch in der Regierung zu einigen Differenzen Veranlassung gegeben. Leblond, seit dem 4. Sept. Generalprocurator des Appellhofs hat seine Demission gegeben. A London, 16. Nov. Die „Morning Post" sagt: Das Verhalten Englands Angesichts der russischen Forderung ist ihm klar vorgezeicknet. Wir werden uns derselben widersetzen, ru welchem Preis es sei, ohne die Macht in Anschlag zuVi.sich gegen uns richtet. - Der „Standard" werdet daß sich die Russen in Bessarabien concentriren. Die Militargouverneuse in Polen haben ^Befehl erhalten, die beurlaubten Soldaten einzuberufen. — Der „Daily Telegraph sagt, daß 60 russische Panzerschiffe bereit liegen, um in das Schwarze Meer aus- Preuss. 4%°,o Oblig. 91 Frankf. 3% % Obi. 79% Nass. 4%o,o Obi. 90% Kurhess. 4% „ 82% Gr. Hess. 5% Obi. 101% „ n 40/0 „ 92% „ » 3%% n - Bayer. 5% » $7 „ 4%o/o 1jährige 91% „ 4% % jährige 85% Würtemb. 4% % Obi. 90 Baden 4%o/0 Oblic. E. L. — Oesterr. Silberrente 53% „ Papierrente 45 5% M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881 r 95% „ 1882r 94%, „ 1885r 93 " „ 1887r 93 Spanier, neuest. 3% 29% zulaufen. ________ Officielle militärische Nachricht. Les Errues, vor Belfort, 16. Nov. Heute früh machten 3 Bataillone mit 6 Geschützen einen Ausfall aus Belfort gegen Bessoncourt. Der Feind wurde mit Verlust von 200 Todten und Verwundeten und 58 Gefangenen zurückgewiesen. v. T r e s k o w. V Darmstadt, 13. Nov. Mit dem Wegzug der Cernirungsarmee und ins- ! besondere der hessischen Division von Metz, mit welchem ein ganzer Zweig der . Thätigkeit des HülfSvereinS für verwundete und kranke Soldaten vorerst in Wegfall kam, ist die Arbeit des „HülfSvereinS im Großherzogthum Hessen" rc. in । mancherlei Beziehung vereinfacht worden. Die großen Sendungen, welche er wäh- ; rend der Cernirung der Festung so zahlreich und häufig dorthin abgefert.gt hat. Laben nun ihr Ende erreicht, und seine Fürsorge beschrankt sich wieder aus die. Verwaltung seiner Lazarethe, die Verpflegung der durchpassircnden Kranken und, die Organisation des InvalidenwesenS. Zugleich wird neuerdings der einheitlichen , Organisation der inländischen Vereine überhaupt besondere Aufmerksamkeit zuge- wendet und an möglichster Vermehrung der Zweigvereine gearbeitet. Die Gaben im Großherzogthum laufen wieder reichlich ein; besonder« sind in der letzten Zeit einzelne Landgemeinden sehr thätig gewesen. — Eine seit Langem bestehende, auch in der Presse besprochenen Differenz hat in diesen Tagen ihr Ende erreicht. Der Verein hatte seit Beginn de- Krieg« in der sogen. Lakirhalle des hiesigen Bahn- Hoss eine Verband- und Erfrischungsstation für burchkommende und eintreffende Kranke und Verwundete eingerichtet. /Die Direktion der Main-Neckar-Eisenbahn betrieb plötzlich deren Räumung, ist aber nun durch das Ministerium angewiesen worden, den Verein vorerst im Besitze zu belassen. (F- 3 ) st München, 12. Nov. Gestern Morgen ist plötzlich, ganz unerwartet und unangemeldet, Graf Beust hier angekommen, hat sofort den österreichischen Gesandten empfangen und ist im Laufe des heutigen Vormittag« beim Mtmstenum des Aeußern vorgefahren, wo er dem in Abwesenheit de« Grafen Bray die Geschäfte leitenden StaatSrath Daxenberger einen längeren Besuch abstattete. Ob dies em einfacher Höflichkeitsbesuch war, oder ob sich daran politische Besprechungenknüpften, darüber waltet begreiflicher Weise vorläufig noch da« tiefste Geheimnis - Von v m Thun und Treiben unserer Minister in Versailles erhalten wir ausschließlich durch norddeutsche Blätter Kunde — leider keine erfreuliche. Sollten wirklich unsere bayerischen Minister das Odium auf sich nehmen wollen, den alten Fluch der Diplomatie: mit der Feder zu verderben, was das Schwert gut gemacht hat, auf Neue ru erfüllen? Ich für meinen Theil hoffe aber noch immer, daß unser König im rntschkic-nren Augenblicke auch diesmal wieder dazwischen tritt mii einem echt patriotischen Entschluß. Bielletcht ist sein Bruder, Prinz Otto, den er au« dem Hauptquartier zu sich nach Hohenschwangau berief, wo derselbe noch verweilt, zum Ueberbringer eines solchen Entschluffe« nach Versailler bestimmt. München, 16. Nov. Das hiesige Gemeindebevollmachtigten-Collegium hat beschlossen, Vie zur Feier des Einzugs in Paris früher bewilligte Summe zuru ruriehen, falls Bayern dem Nordbunde fern bliebe. Stuttgart, 16. Nov. Der „Staatsanzeiger für Wurtemberg meldet, daß der König die Minister v. Mittnocht und Sucksw, welche auf kurze Zeit hierher kamen, um über Vie Versailler Verhandlungen Vortrag zu erstatten, Amsterdam k. 8. 100% Augsburg k. 8. 100 Berlin k. 8. 104% Bremen k. 8. 97 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. — London k. 8. 118% Lyon k. 8. — Paris k. 8. — Wien k. 8. 95% Telegraphische Depeschen. a Brüssel, 15. Nov. Mittheilungen aus Cherbourg melden: „Der „Union Liberale" zufolge ist da« Dampsboot „Vigilant" mit großen Vorrathen an Gewehren und Munition aus London angekommen; es sei dies die dritte derartige Sendung r Man meldet dem „Echo du Parlament" aus Frankreich: Der Ballon Jean Bart, welcher von Rouen nach Paris fliegen^ sollte, konnte die Reise nicht ausführen. — Das Bezirks-Commandement des Osten« ist Allgemeiner Anzeiger. Seronen Prima Seedlaef. der vereinigten Männer - Gesang - Vereine zu Gießen unter Feitgebotenes An das Vaterland. Lützow's wilde Jagd, von Th. Körner, comp. von C. M. v. comp. von X) U ' ' ----- --- U13 CT 8 3 2. 3. 4. 5. 6. 4. 5. 1. 2. 3. Weber. comp. von S. Plank Wittwe, Oswalds Garten. Cuba, Havanna, Prima Havanna-Deck, Palmyra, SS SS 99 Kiste 4784) Im Vorderhaus ein Familien logis, sowie das Brauereigebäude als La- VsrmieLhUnge«. 4894) Ein Zimmer ist zu vermiethen bei PH. Weller, Wolkengasse. Besondere Bekanntmachung. 4770) Der auf den 29. und 30 November d. I. der Stadt Gießen bewilligte Dich- u. Kramermarkt wird an diesen Tagen abgehalten. Gießen, den 7. November 1870 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4854) J’achete et je vends ä tout temps des objects uses. 4632) Ein ganz neuer, noch nickt ae= orauchter Rollwagen, massiv gearbeitet, ist wegen Todesfall zu veikaufen. Näheres im Hause der Herren Flick L Kröll. Rai len Brasil, Seronen Havanna, Packen Java Vermischte Anzeigen. 4852) Wir lassen eine größere Parthie dickes und starkes Garn zu Socken und Strümpfe verstricken. Arbeitslohn für Socken 6, für Strümpfe 15 fr. Die Ausgabe der Garne und Empfangnahme der gestrickten Waaren findet von Mittwoch den 16. November an, täglich Nachmittags von 2—4 Uhr, in der Wohnung des Herrn Theodor Kücbler (Seltersweg) statt. Leute vom Lande resp. der Umgegend, welche Garn zum Stricken wünschen, müssen eine Bescheinigung der betreffenden Herren Bürgermeister mitbringen, daß ihnen Garn anvertraul werden kann. Gallische Wollenfpinnerei. Frische Egmonter Schellfische treffen, solange keine stiu mische Witterung, wieder wöchentlich dreimal ein Für Cabliaun, Zungen und Turbots erbitten wir uns Auftrage mehrere Tage vor Gebrauch. — Heute frische Schellfische. Ä- A. Busch Söhne- 4344) Unterzeichnete empfiehlt sich im Ausbessern und Verändern von 4^78) In dem neuerbauten Volk'schen Hause an der Grünberger Ehausse zunächst der Pipp'schen Gartenwirihsckaft, sind mehrere geräumige Familien-Logis sogleich zu bezieben 4861) Für einen soliden Herrn ist eine freundliche billige Wohnung vacant. Aus- 4889) Ein Logis von 3 Zimmern und Küche ist an eine stille Familie zu vermie- thm bei H. M. Jughardt. allen Arten Pclzwaarcn, sowie auch im Waschen von weißen Pelzgegen- ftänden — Vestcllungen auf ganz neue Garnituren werden auf das Geschmackvollste und Billigste auSgesührt. Katharina Belz, wohnhaft bri Herrn Z-mmermann öffentlich gegen gleich baare Zahlung an den Meistbietenden versteigert. Frankfurt a. M. I. Ruttmann, beeidigter Ausrufer. Die Muster, sowie die Original-Ballen, können Samstag den 19. November, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, eingesehen werden. 4651) Auf dem Seltersberg, im Nebeu- lmuie von Lit. E. Nr. 4, ist eine möblirte Stube mit Cabinet zu vermiethen. Ferner 30 Versteigerungen. 4879) Freitag den 18. November, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Wohnung der verstorbenen Wittwe Künhold, in dem Hause des Herrn Buchbinders C. Orth auf dem Kirchenplatz: Betten, Weißzeug, Frauenklcider, Hausund Kückengeräthe gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, d.n 15. November 1870. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Schwur freier Männer, von F. Lange, comp« von F. Mendelssohn. Der todte Soldat, von G- Seidl, comp. von I. R. Weber. Der letzte Krieg, von G. Herwegh, Volksweise. (Componist unbekannt.) Geleit (Dichter unbekannt), comp. von Fr. Abt. „Was ist des Deutschen Vaterland?" von E. M. Arndt, comp. von G. R e i ch a r d t. „Hurrah Germania!" von Ferd. Freiligrath, comp. von W. Mickler. Lied der Deutschen in Frankreich, von I. v. Eichendorff, comp. von F. Mendelssohn. Gebet während der Schlacht, von Th. Körner, comp. von Fr. H. Himmel. Versteigerung^ - Anzeige. Im städtischen vergantungs- Local; Fahrgasse 61, 6. Die Wacht am Rhein, von Max Schneckenburger, C- Wilhelm. Zweite A b t h e i l u n g. 1. Den im heiligen Kriege Gefallenen, von G- Zimmermann, W. Wickler. 4^50) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei C. Nahm der Direction des MusikdiiectorS, Herrn W. Mickler. r o g r a m in. Erste Abtheilung. Gedicht von L. Uhland, componirt von C. Kreuzer. 4883) Das von Herrn Elkan bisher bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und alsbald beziehbar ______Wilhelm Plank, Mäusburg. 4862) In dem Müller'schen Hause in der Kaplansgasse ist ein Familienlogis zu vermiethen. Näheres bei ________n n, Schloß gaffe. Die Nr. 7, die neueste Kriegs "9 nummer, enthalt: Geschäfts - Eröffnung. Einern geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich im Hanse des Herrn I. Bernhardt, Walllhorstraße Lit. A. Nr. 134 ein Tabak- und Cigarre ngefchäft errichtet habe. Ich werde stets bemüht sein, meinen geehrten Abueh- 4871) Drei Oefen, für Holzbrand cingerichtet, sind billig zu verkaufen Lit. C. Nr. 101 Seltersweg. werden in Gemäßheit Stadtgerichts-Decrcts vom 4. d. Mts. Montag, 21. November, Vormittags 10 Uhr, die noch zur Joh. Adam Koch'schen Debitmaste gehörigen Noh-Tabake, als: Ohne der Wohlthätigkert Schranken zu setzen, sind Eintrittskarten für einen nummerirten Platz zu 36 fr., für einen nichtnummerirten Platz im Saale und auf der Gallerie zu 18 fr., sowie Text der Gesänge zu 3 fr., vom Donnerstag ab in den Buchhandlungen der Herren I. Ricker und W. Ferber und Abends an der Kasse zu haben. Zur Hauptprobe, welche Samstag den 19. Novbr., Abends 8 Uhr, im Clnbsaale stattfindet, sind ebendaselbst Eintrittskarten zu 6 fr. zu haben. Amata. (Fortfettung.) Novelle von H. Tha- rau. — Porträt des General von Moltke. Bon C. Schweitzer. — Max von Schenkendorf als Vaierlandsdichter. Von Dr. Schmidt. — Die neue Germania. Von H. .Jenny. — Im Lustschloß Ludwigs XIV. Von Dr. H. Blum. — Die Tage von Sedan. Von W. Friedrich Nebst 3 Bildern von Demselben. — Am Familientische: Eine Summe aus dem französischen Volke. Von Dr. H. Blum. — Im Lazareth von Vion vllle. Von einem sächsischen Felddiakonen. —........................ — Eine Stimme aus dem Elsaß. Von K Schmidt, via-a-vi* dem Schützenhof S—d. — Straßburg während der Bela- 4895) Sonntag den 20. November, Abends 6 Uhr> im Clulfiaale, zum Besten der hier wohnenden hülfsbedürftigen Familien der zur Fahne einberufenen Soldaten, 4896) Eine große Auswahl aufgeputzter Damen- IF E und Kinder - Filzhüte empfehle ich zu sthr billigen Preisen. Julius Laudauer. E 4855) Ein großes Familienlogis ist sofort oder den 1. Januar 1^71 zu Deiniie- t en I M a n n berger. 'i gerung. — Zu Straßburg auf der Schanz. Gedicht von K. Gerok. — Eine Gabe deutsch- amerikanischer Kinder für die Verwundeten. Preis pro Nummer 212 Sgr Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'fche Unio.-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. 4893) Ein braves Mädchen sucht eine Stelle alsbald oder auch auf Weihnachten. Nähe« es bei Wittwe Zimmermann in der Schloßgaffe Nr. 4. 4891) Bei Wirth Kahl an der Klein- L'ndener Chaussee ist ein Familienlogis zu vermiethen und sogleich zu beziehen. 4372) Ein Logis im Nebenhause von drei Zimmern rc. ist an (ine stille Familie zu vermiethen und alsbald zu beziehen bei _______________________Flick Ein Stück Rüben zum Füttern steht billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d Bltts. § Stirfereil ii. Wegen Aufgabe dieses Artikels zu sehr billigen Preisen verkauft ___Karl Wenzel. 4898) Ein noch neues Sopha, sowie eine Commode, ist billig zu vei kaufen in der Pfandanstalt von K. Grünebaum. 4610) Frische Sendungen in SaidineS in PicleS, Sardine* ä l’huile, AnchoviS, Mixed-PicleS, Caviar, Champignons, Trüffeln, Gotkaer Cervelatwurst, Neuen Holland. Vollhäringen, GenucS-SardcUen, Bückingen zum Rohesten, KönigS-RelSftärke empfehlen_______I. A. Busch Söhne. 4897) Zweiten-Bäumchen, pr. Stück 10—12 fr., Zwetschen zu Kuchen bei __________ V- Hartmann (Schanz.) 4870) Negenröcke, sowie Ka- putzen zu denselben und Gummischuhe, in reicher Auswahl, empfiehlt __Karl Wenzel.