Preis vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Eanzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Mmtsölaü für den Kreis Hießen. 1870 Samslag den ^7. Dcccmber Nr. 182. der verweigert, «r stA Ä!« Reiß von Rangun an Bord. Der Unterpräfect von Chalons für Saone hat die „Stegesnachnchttn , welche Gambetta am 1. Dec. in die Welt sandte, mit folgender Einleitung ver. öffentlicht: „Unser großer Bürger Gambetta, in dessen Brust das Herz Frankreichs - • " ! Ducrot, Trochu, Dorian, ander sich die erj............ „ , w unbedingt nachzukommen. Wird die Uebernahme Kriegsnachrichten. Au« den Hauptquartieren in Versailles wird der „SB. B.-Z." eom 10. frewilligen Krankenpflege abgelehnt werden. Auf freie Wohnung und Natural vevflegung haben die Begleiter derartiger Sendungen keinen Anspruch, auch sind in der Regel nur zwei Begleiter zuzulassen. Brodpreise vom 17. bis 23. December 1870, nach eigener Erklärmg der Bäcker: 4 Pfund gemischte» Brod 21 kr. 2 Pfund gemischte- Brod iö'/2 k, 4 Pfund Roggenbrod 18 kr. 2 Pfund ^oggenbrod^kr. Deember geschrieben: ' Für »äs ev. aus Paris stattfindende Bombardement werden von der Ge- nealinspection der Artillerie die umfassendsten Vorbereitungen getroffen. Ob er unseren Feldgeschützen gelingen dürfte, von ihren Positionen au« da« Innere von Pa,i« zu beschießen, ist eine Frage, die überall aus da« Lebhafteste deSeutirt wird. Die Meinungen darüber gehen im Ganzen au«einandcr, doch glaubt man, bei den Fort« Jvrp, Montroüge und Banvre« die Geschosse in die Stadt selbst schien, derr zu können. Die sogenannten „Luftballonkanonen" haben uns mehrere Male schen vottresfliche Dienste geleistet. Da diese Luftballonkanonen 10,000 Schritt weit tragen, wird man wahrscheinlich auch bei einem eintr.tenden Bombardement von denselben Gebrauch mächen. In Pari« schießt man fetzt mit neu angeser. tigten Hinterladergeschützen,. deren Tragweite ebenfalls auf die kolossale d.istance von 10 000 Schritt berechnet wird, wahrend vor 14 Tagen noch die pariser Granaten aus höchsten« 7000 Schritt einschlugen. Em wahre« Rathsel unv Wunrer ist e« zu nennen, wenn trotz re« fortwährenden Schüßen« de« Feinde« in den allerscltensten Fällen unsere Soldaten Verwundungen erhalten. Den auf cer Seine l egenden Kanonenbooten, deren Geschosse vom schwersten Caliber sind, GwH'rt unp»« Twyyen „Laubsroscv" gegeben, da die Kanonenboote mit grüner Karbe angestrichen sind. Im Falle, daß die weiße Fahne, das Zeichen der Ankunst eines Parlamentärs, bet uns aufgehißt wird, stellt der Feind die Kanonade sofort ein, ein furchtbarer Lärm entsteht, auf allen Seiten bläst man in die Trompete und zieht sich unter anhaltendem Geschrei in seine Positionen zurück. Der berühmte .neutrale" Kahn, der den Parlamentär über die Seine bringen soll, wird vom Ufer losgelöst, die wachthabenden französischen Osficiere empfangen den Parlamentär auf das Zuvorkommenste, die Unterhaltung beginnt lebendig zu werden, man entledigt sich seines Auftrages und unter freund- lichem Händedruck verabschiedet man sich gegenseitig. Der Feind liegt indessen in seiner Position auf der Lauer und eröffnet in demselben Augenblicke, in welchem die weiße Fahne verschwindet, die Kanonade von der AiSne, um unsere geplagten Soldaten auch nicht einen Moment länger Ruhe zu gönnen. — Trochu hat fast das gesamme Militär aus dem Innern von Paris entfernt und dasselbe Canton- : nements und Bivouacs außerhalb der Thore beziehen lassen. Die Regierung in Par,- will sich vor der Hand in keine Verhandlungen einlaffen und von der i Uebergabe der Hauptstadt Nichts wissen, da sie noch immer auf siegreiche Kämpfe t etr Loirearmee rechnet. Man glaubt, daß die geschlagene Lotrearmee sich bei Bourges concentriren und dort eine Schlacht annehmen wird. Unterdessen setzt Gambetta seine Rundreisen fort, um in Proklamationen und Ansprachen den Muth der französischen Bevölkerung zu entflammen. Selbst bis nach Versailles, dem Hauptquartier des Kaisers von Deutschland, hat sich eine Proclamation Gam- betta's verirrt. Wie ich höre, fand man gestern früh an den hiesigen Markthallen dieses neueste Opus des Diktators asfichirt, in welchem Gambetta die Bewohner von Versailles auffordert, nicht zu wanken und zu weichen; er erklärt, daß Paris große Zufuhren erhalten hat, und noch für Monate verproviantirt sei. Die Srp- tembermänner müssen schon zu solchen Lügen ihre Zuflucht nehmen, um den Muth unv die Ausdauer Frankreichs in diesem Kampfe stets rege zu erhalten. — Seit heute Morgen nnterhalten die Forts wiederum lebhaftes Feuer, welches jetzt gegen 12 Uhr Vormittags fast gänzlich nachläßt. Unsere deutsche Schifffahrt hat seit Beginn des Krieges so ungeheuren Schaden erlitten, daß es erquicklich ist, auch einmal zu vernehmen, wie einem französischen Schiffscapitain ungcmüthlich wurde. Am 2. Dec. lief der Dampfer Hirondclle", Capitain Roman, mit Kohlen und Maaren von Grimsby nach Dieppe aus. Gestern vor acht Tagen erreichte er seinen Bestimmungsort, durfte aber sein Cargo nicht landen, fuhr daher weiter nach Havre, und von da wollte der Capitain nach Rouen gehen. Als er jedoch hörte, daß dies von 35,000 Preußen besetzt und daß 60,000 Franzosen auf dem Rückzüge nach Havre begriffen seien, fuhr er zurück, ohne sein Cargo auszuladen. Ueberhaupt herrscht in den französischen Hafenstädten die Ansicht, daß eS mit ihrem Schiffsverkehr ein Ende hat, wenn es dem Feinde gelingt, die Häfen zu besetzen oder auch nur zu beim- ruhigen. Im Flusse Truro liegen uugenblicklich über 30 deutsche Fahrzeuge vor Anker, meist mit Tabak und Kaffee befrachtet. Eines, die „China", hat ein Cargo Die Dresdner Nachrichten" schreiben: „Nachdem die königlich sächsische Armee in allen ihren Theilen, mit Ausnahme der Festungsartillerieabtheilung, an den großen Kämpfen auf Frankreichs Boden stets ruhmreichen Antheil genommen batte, ist es auch letzterer nun noch beschieden, für Deutschlands Freiheit mit streiten zu können. In den nächsten Tagen verlassen Abtheilungen der Festungsartillerie das Vaterland." Der Zusammentritt der Conferenz wegen der PontuSsrage steht bevor^ Die Vollmachten Frankreichs, wenn sich dasselbe vertreten läßt und seine förmliche Anerkennung nicht verlangt, werden keine Schwierigkeiten machen. Man wird ferne Zulassung stillschweigend gewähren. Andere Punkte außer der Pontusfrage sind bekanntlich ausgeschlossen. Sollte ein fremder Gegenstand von irgend einer Seite angeregt werden, so würden die Mitglieder der Conferenz, wie versichert wird, es nicht zulassen und sich nöthigenfalls entfernen. Ueber die Standeserhöhung des Grafen Bismarck hort tue „Elbf. Ztg. , daß seine Ernennung zum Herzog eine beschlossene Sache sein soll, daß nur zwischen ihm und dem Könige eine Differenz insofern besteht, daß der König ihm gern zur Erinnerung an die Errungenschaften des Jahres 1870 den Titel Herzog von Straßburg — resp. Herzog von Lothringen — geocn mochte; daß dagegen Gra Bismarck Werth darauf legt, feinen alten Familiennamen zu behalten, und auch als Herzog nur Herzog von Bismarck-Schönhausen heißen mochte. Da wohl nicht zu bezweifeln ist, daß hierüber eine Verständigung eintreten wird, so werden toir wohl bald den Bundeskanzler als Herzog begrüßen können; vielleicht erfolgt die Ernennung zum 24. d. Mts. gleichsam als Weihnachtsgeschenk. Zur Beseitigung vielfach hervorgetretener Uebelstände ist Betreffs Zuführung von Liebesgaben an die gesunden Feldtruppen die gesetzliche Vorschrift neuerdings in Erinnerung gebracht worden, wonach eine selbstständige Führung derartiger Transporte unmittelbar zu den Truppen nur ausnahmsweise mit Erlaubniß des General-Etappen-InspectorS gestattet ist. Diese Vorschrift soll nun strenger als bisher beobachtet werden. So weit daher eine Unterstützung eines solchen Transportes Seitens der Organe der freiwilligen Krankenpflege Statt findet, muß die Leitung jener Gaben nicht unmittelbar zu den Truppen, sondern an den betreffen- den Delegirten de« Militär-Jnsp-ctor« in der Nähe de« fraglichen Truppentheüe« zunächst erfolgen. Don diesem Delegirten haben die Begleiter de- Transportes 16. December. Die „Schlef.-Ztg." meldet: Zur Beruhigung der leider so zahlreichen Fa- milien, die ihre Theuren im Kampfe für das Vaterland in französischen Boden gebetiet haben und diese auf den einzelnen Schlachtfeldern zerstreut begraben wissen, theilen wir die Nachricht mit, daß des Königs Majestät in seiner an Alle- denkende Fürsorge unv wahren Herzensgüte laut CabinelSordre vom 16. Novem- der befohlen hat, daß in den a*pirM< französischen LandeStheilen die Grabstatten gefallener oder gestorbener deutscher Krieger käuflich erworben und die einzelnen Gräber zu größeren Grabstätten zu ewigem Gedächtniß vereint und erholten werden sollen. Wie wir erfahren haben, ist der Commandeur des Füsilier-Bataillons des Niederscblesischen Landwehr - Regiments Major Mentzel auf CaSlitz bei Lüben (früher Pächter der Domäne Leubus) zum Präses der militärischen Commission ernannt, der unter Zuziehung der Municipalverwaltung die geeigneten Puncte zur Errichtung vereinter Grabstätten unv Denkmäler für Metz unv Umgegenv aussuchen wird. Herr Mentzel ist für die Erstürmung von Bellevue am 7. Oktober mit dem eisernen Kreuze decorirt und nach dem glücklichen Gefecht am 17. Oktober zum Major ernannt worden. Der „Post" geht folgender, von Mitgliedern aller Fraktionen des Reichstags unterzeichneter Aufruf zu: „An das deutsche Volk! Der Krieg dauert fort. Der Winter ist gekommen. Die neuesten glorreichen Siege der deutschen Hecre haben die Anzahl der Verwundeten und Kranken wiederum bedeutend vermehrt. Die Mittel der Hilssvereine sind bald erschöpft. Die Nation darf nicht müde werden in dem Werke der Barmherzigkeit. Das Weihnachtssest, das Fest der Liebe und der Freude, soll auch unseren Brüdern int Felde und im Krankensaal zeigen, daß die dankbare Nation sie nicht vergißt. Wohlan, möge jede deutsche Familie — möge Groß und Klein am heiligen Weihnachtsabend ver für une kämpfenden und blutenden Brüder und Söhne gedenken. Möge überall tn deut- schen Landen ter Christbanm die treuen He^en mahnen, da! heute unseren »er. Mundeten und kranken Kriegern die erste Bescheerung gebührt. Alle Geschenke und Beiträge werden die nächsten Local-, Pruvincial- oder Landeivereine, sowie da« deutsche Central-Comite zur Pflege der verwundeten deutschen Krieger zu Berlin entgegen nehmen. Berlin, den 10. December 1870. 3m Laufe der Verhandlungen über den Beitritt Wurtemberg« zur deutschen RetchSverfaffung sprachen die würtembergischen Bevollmächtigten den Wunsch au«, dafl der Bunde^rath sobald al« thunlich Die Einführung de« Tabakmonopols m Erwägung nehmen möge. - Bezüglich des Bunde-bahnpolizcireglemenie wurde Würtemberg zug standen, daß dasselbe vor seiner Einführung in Wurtemoerg einer Die dortigen Verhältnisse berücksichtigenden Prüfung, resp. Revision werde unter- 1870 wird die Sonne der 19. Jahrhunderts sein. Hören wir jetzt die Stimel dessen, der an dem Heile des Vaterlandes nicht verzneifelt hat!" Oldenburg, 11. Dec. Don Wilhelmshaven sind vier Marineoffiziere it entsprechender Mannschaft abcommandirt, um sich nach Orleans zu begeben ar Bemannung der dort eroberten Kanonenboote. Es laßt das auf eine beabsicht te Verwendung derselben für den gegenwärtigen Krieg schließen, denn eine blße Fortschaffung würde sich, da es hier nur um Flußschiffe sich handeln wird, n- facher bewerkstelligen lassen. Telegraphische Depeschen. Darmstadt, 15. Der. Seine Königliche Hoheit der Großherzog ewpfinen heute nachstcyenvcS, gestern Abend um 7 Uhr 15 Min. in Orleans aufgegebees Telegramm: An Großberzog von Hessen. Blois heute, 13. Mittags, capitulrt. 50. Brigade zur Besitznahme dahin übergesetzt. Ludwig, Prinz von Hessen + London, 14. Dec. Die Bundesanleihe ist günstig ausgenommen wortn. Bei Schluß wurde 1 pCt. Prämie gezahlt. Der Gesammtbetrag ist überzeichet. + London, 15. Dec. Die heutigen Morgenblätter besprechen die luxm- burger Angelegenheit ruhig. England könne unmöglich allein den Londoner Ar- trag vertbeidigen, England müsse sich begnügen, gegen eine eventuelle einseiige Vertragslösung zu protestiren. „Daily News" schlägt vor, die Frage einer En- ferenz zu übertragen. △ Haag, 14. Dec. Die Kammern des Großherzogthum- Luxemburg 'nd auf den 16. d. einberufen, um eine Mittheilung der Regierung entgegenzunehnen. △ Brüssel, 15. Dec. Der Londoner Correspondent der „Jndep." schrebt, daß Seitens des Königs von Holland in Betreff der Rückkehr Luxemburgs zu Deutschland keine Schwierigkeiten bestünden. Man behauptet, daß rin davuf bezüglicher Vertrag schon vor mehreren Wochen abgeschlossen worden sei. A Brüssel, 15. Dec. Charbonnier, SouSpräfect von Montargis wrrde als Kriegsgefangener nach Coblenz abgeführt. A Tours, 14. Dec. Thiers, welcher mit der Regierung nicht in Uder- einstimmung ist, verblieb hier, hat jedoch die Absicht, eventuell nach Pau zu iUer- siedeln. Der Einmarsch der Preußen wird Freitag hier erwartet. + Bordeaux, 14. Dec. Ueber das Resultat des feindlichen Angriffes ruf Blois ist noch nicht- bekannt. Das Thal des Cher, von Vierzon bis Montrichard, ist von den Preußen besetzt. Andere feindliche Corps halten das linke Ufer der Loire besetzt. Eine Depesche der Regierung an die Präfekten meldet nichts Reres von der Loirearmee. Die Räumung des bisher vom Feinde besetzten Drencks Verneuil-Brezolles-Dreux scheint sich zu bestätigen. Dieppe ist vom Feinde wieder geräumt worden. A Paris, 10. Dec. (per Ballonpost.) Da die Ambulanzen am 7. ds. mit der Beerdigung der Tobten noch nicht zu Ende waren, so wurde für den 8. dS. eine Waffenruhe vereinbart. A Havre, 14. Dec. (über London.) Die Preußen haben Beuzevilly besetzt. 16 Meilen von hier. Havre wird von 350 Kanonen vertheivigt, welche von Marinetruppen bedient werden. Am Samstag marschirten Truppen dem Feinde entgegen, welcher sich zurückzog TVr GVutrnl $mrnOnflrt hoffe b,n $Mnb nufju- halten und wenn möglich, von seiner Operation-basi- abzuschneiden. Nachrichten aus St. Malo und dem Nordosten Frankreichs melden die wachsende Energie der Bevölkerung. Truppen und Kriegsmaterial werden nach der Loire gesandt. Es sind hier Gerüchte über einen angeblichen Durchbruch der preuß. Linien bei Paris seitens TrochuS verbreitet. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 15. December. Diesseitige Abheilungen besetzten am 11. nach kurzem Gefechte Beaumont westlich Evreux. Der vor La Fere erschienene Feind hat den Rückzug angetreten. In der Verfolgung des Feindes bis Oucques und Maves hat die Armee-Abthei- lung des Großherzogs von Mecklenburg am 13. ds. 2000 feindliche Marodeurs gesammelt. von Podbielsky. Longuion, 15. Dec. Gestern Mittags 1 Uhr Einzug der preußischen Truppen in Montmedy, 65 Geschütze genommen, 3000 Gefangene gemacht, 237 deutsche Gefangene befreit, darunter 4 Offiziere. Diesseitiger Verlust während des Bombardements gering. v. K a m e ck e. Fontaine, 16. Dec. Die Festung setzt energisch die Verthei- digung fort und macht viele Ausfälle. Der Wald Bosmont, le grand Bois und Dorf Angelnaus von uns genommen mit Verlust von 2 Offizieren, 79 Mann. Feind verlor allein an Gefangenen 1 Offizier, 90 Mann. v. Trescow. V Loeal-Rotizen. Gießen, 15. December. Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir soeben, daß in der Nähe deS BahnhvseS Sinn ein franzvsisckcr Luftballon, angeblich aus Paris, heute Nachmittag nieder« gefallen ist. Die Insassen, ein Postbeamter und ein Ballonführer nebst einem 2 Ctr. schweren Sacke mit Briefen sind aufgehoben. Der Ballon blieb an einem Baume hängen und riß sich nach Entleerung seines Inhalts wieder los, vermuthlich um die Rückreise nach Paris wieder au- zutreten. (E i n g e f a n d t.) Gießen, 16. December. Wie im Großen, so muß auch im Kleinen jeder Bürger darauf bedacht sein, seine bürgerlichen Rechte wirklich auszuübr« und eS nicht für gleichgültig halten, au< welchen Elementen der Gemeinderath zusammengesetzt sei, der einen so großen Einfluß auf viele daS Interesse jedes einzelnen Bürgers berührende städtische Verhältnisse auSzuüben vermag. So muß in unserer Stadt noch viel gethan werden, damit sie denselben Aufschwung, wie z. B. Lffen- bacb und Hanau, nimmt; eS muß die Universität in jeder Weise unterstützt, die Hebung deS VolkS- unterrichtes mit allen Mitteln gefördert und müßen ferner Einrichtungen geschaffen werden, die darauf hinzielen, Gießen zu einer bedeutenden Handels- und Fabrckfladt zu machen, wozu eS durch seine günstige Lage an vier Bahnen fast gewaltsam hingedrängt wird. Um aber diese Pläne zu verwirklichen, find Manner im Gememderathe nöthig, welche frei von alten und verrosteten Vor, urtheilen, die unS schon so oft geschadet, den Forderungen völlig gewachsen sind, die eine neue Zeit an sie stellt, welche ohne Scheu alte Mißbräuche, denen doch durch ihr Alter keine Berechtigung zur Existenz zukommt, abzustellen und neuen besseren Ideen Bahn zu brechen bestrebt sind. AlS solche Männer empfehlen wir für die bevorstehende Wahl die Herren : Earl Wenzel August Noll, Eduard Sack, Georg Noll und Friedrich Christ. Pietsch. Wählet sie, Mitbürger, und ihr werdet uns später Dank wissen, auf diese Männer aufmerksam gemacht zu haben. Frisch bäcker ) it Gießen. Sonntag den 18. December. Christian Lampus am Seltersweg, Jacob Vogt in der Wallthorstraße und Jacob Ronstadt in der Neustadt. Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst am 4. Advent, ( Morgens: Pfarrer Landmann. den 18. December: j Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel. Die Pfarrgeschafte für diese Woche (vom 18. bis 24. December) besorgt Pfarrer Landmann. Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachungen. Die Pfleggelder von Waisenkindern der Stadt Gießen. 6189) Ueber obenbemerkte Pfleggelder sind die Quittungen vor dem Schluffe des Jahres hier abzugeben. Gießen, den 13. Dec. 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. daher 2) Dienstag 3) Mittwoch 4) Donnerstag 5) Samstag 6) Dienstag 7) Mittwoch 8) Donnerstag 9) Samstag Die Interessenten 5044) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leih- kasse angelegten Capitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 1) Samstag den 17. december, „ 20. „ 21. „ 22. „ 24. „ 27. „ 28. „ 29. „ 31. werden Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28. November 1870. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. _ , aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Dienstag, Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. 6031) Herborn. Der Weihnachts- markt wird Freitag den 23 d. Mt s. und der Neujahrömarkt Freitag den 30. d. Mts. dahier abgehalten. Herborn, den 3. December 1870. Der Bürgermeister Todt. WseftsigerAWge«. 6069) Die Lieferung des Brodes und der warmen Speisen für die Gefangenen des hiesigen Provinzial-Arresthauses für das Jahr 1871 soll unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen Montag den 19. December l. I., Vormittags 11 Uhr, im Vorderhause des Provinzial-Arresthauses in Accord gegeben werden und werden Steigliebhaber hiermit eingeladen. Gießen, den 2. December 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Dr. v. Schmalkalder, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Mobilien-Versteigerung. 6195) Montag den 19. und Dienstag den 20. d. Mts-, jedesmal von Morgens 9 Uhr an, kommen in der sog. Schmittmühle bei Londorf die zum Nachlaß des Ludw. Pepp- lcr von hier gehörigen Mobiliar-Gegenstände zur öffentlichen Versteigerung, als: 2 Kühe, 1 Rind, 1 Kalb, 2 Esel, 2 Mutterschweine, das eine trächtig, 2 Läufer und 11 Ferkel, 2 Gänse, 3 Enten und 8 Hühner, 2 Wagen nebst Zugehör, 2 Pflüge und 1 Egge, 1 Pferdegeschirr, sowie sonstiges zur Landwirthschaft gebräuchliche Schiff und Geschirr, sodann 21/2 Fuder Korn-, 2 Fuder Waizen- und 2 Fuder Gerstenstroh, einige Ctr. Heu und Grummet, eine Quantität Dickwurzel, Kohlraben und Rüben, 10 bis 15 Mltr. Kartoffeln, 6 Mltr. Gerste und 2 Mltr. Hafer, eine Quantität Brennholz und einige Wagen Mist; ferner sämmtliches Haus- geräthe, worunter namentlich 2 Sparherde, 1 Kleiderschrank, Weißzeug und Kleider, circa 40 Töpfe Honig rc. rc., endlich verschiedene Mühlengeräthe, darunter eine große Waage, verschiedene Siebe und sonstiges Handwerksgeschirr. Hierbei wird bemerkt, daß den ersten Tag das Vieh, Landwirthschaftsgeräthe, Heu, Stroh u. s. w., den zweiten Tag Hausrath u. s. w. zur Versteigerung kommen. Londorf, am 13. December 1870. Großherzogliches Ortsgericht Londorf. Weber. KsilgehoterrrxS. 6196) Lichthalter an Weihnachtsbäume, IlluminattonS-Apparate, Wachöstöcke bei_____________________Emil Pistor. 6204) Reue holl. Häringe empfiehlt ____________C. W. Dietz, am Markt. 6091) Für bevorstehende Weihnachten empfehle Wachslichter in Bunt und weiß, Wachsstöcke , „ „ „ tn schöner Auswahl billigst. Ernst Hermes, Materialist. 6202) Feinstes Blüthenmehl und feinst gesiebte Raffinade empfiehlt Carl Lony. 6201) Holland Braunkohlen verkauft Heinr. Sauer, Neuenweg Nr. 134. 6198) Feinste Gothaer Cervelatwurst empfiehlt Emil Fischbach, _________________________Seltersweg. 6190) Ein Sopha und eine Commode zu verlaufen bei ____________G g. Loos, Sonnenstraße. Illuminations-Lämpchen (6055) bei Wilh. Schmal!. | Kerzenhalter für Christbäumchen empfiehlt ______Carl Aug. Faber, am Markt- 6183) Lacktrte Möbel, als: Bettstellen, Kleiderschränke u. s. w. empfiehlt bestens Carl Stückrath, Schreinermeister (Sandgasse). 6052) Blüthenmehl, Vorschußmehl, verschiedene Sorten gestoßenen Zucker, reine gestoßene Gewürze, neue Mandeln Carl Hoffmann. Wachsstöcke u. Wachslichter in verschiedenen Größen, sowie Lichterhalter an Weihnachtsbäumchen in Auswahl, empfehlen (6178)_________I. A. Busch Söhne. 6211) Nürnberger Lebkuchen, Braunschweiger Honigkuchen, sowie die beliebten Lebkuchen - Figuren und Herren, AniS, Pfeffernüsse u. s. w. empfiehlt Georg Busch. 6103) Ein junger Neufundländer Hund (ächte Nace), ^Jahr alt, schön gezeichnet, steht zu verkaufen Wo? sagt die Erped. dieses Blattes. 6210) Trockenes Buchen-Scheidholz, in Stecken und kleingemacht, empfiehlt ___________Dan. Wirth's Nachfolger. Salon-Drehorgel» (6184) empfiehlt Georg Schäfer. 6179) Sehr schöne Endivien und Rosenkohl sind zu verkaufen bei Philipp Bauer, in der Mühlgasie Nr. 72. 6180) Herren - und Damenshlipse zu 6, 9 und 12 fr. per Stück, sowie Damen- Glacehandschuhe per Paar 36 fr., empfehle ich in großer Auswahl. Julius Landauer. 6192) Eine Parthie schöne neue Möbeln, bestehend aus Sopha's, Coseusen, Tischen, Stühlen, Bettstellen, Commoden, Consolen rc., theils Mahagoni-, Birfen- und Kirschholz, ist billig zu verkaufen. Reichen- sand Lit. & Nr. 131. Busch Söhne 6173) ff n ff Vr Naschen. 18 fr. 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(6108) | Warme Bäder von Euler & Köhler sind zum Gebrauche eröffnet und werden Karten in der Anstalt abgegeben: 12 Bäder ohne Wäsche fl. 3. 36 kr. 12 „mit „ „ 4. 48 „ 1 Bad ohne „ „ — 24 „ 1 „ mit „ „ — 30 „ Bermiethnngen 4228) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei Heinrich Sauer, _____________________Neuenweg 134. 6209) In meinem neuerbauten Hause auf dem Seltersberg ist ein Logis zu vermiethen. ______________Heinrich Möser 11. 4379) Das von Frau Pfarrer Kattmann bewohnte Logis ist durch deren Wegzug von hier anderweit zu vermiethen. ________H. Hochstätter Wittwe. 4911) In dem H asl'schen Hause in der Schloßgasse ist der seither von Herrn von St- George bewohnte zweite Stock anderweit zu vermiethen. __________Dornseiff. 5053) Das von Frau vo. Koch bewohnte Logis ist anderweitig zu vermiethen. Th- Heerz Wittwe, _________ Neuenweg. 6140) Ein freundliches Familien- logiS ist, pr. 1. März k. I. beziehbar, zu vermiethen. Wo? sagt die Expcd. dieses Blattes. 6185) Ein Logis von 2 Zimmern, Kammer und Küche ist zu vermiethen und bald zu beziehen. H. M. JugHardt. 6065) In Lit. A. Nr. 130 auf dem Asterweg sind zwei ineinandergehende Zimmer zu vermiethen._______ 6160) In Lit. A. Nr. 243 ist eine Stube, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. 6154) Ein kleines freundliches Familienlogis ist zu vermiethen und nach Weihnachten zu beziehen im Teufelslustgärtchen Lit. E. Nr. 164- Vermischte Anzeigen. 6208) Da der Schulplatz am Oswalds- berg nur für Schulzwecke, resp. als Spielplatz für Kinder bestimmt ist, so wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß Niemand das Recht hat, dort Wäsche aufzuhängen. Im Namen des Schulvorstandes; ________________Vigelius.__ 6203) Nr. 26 hat die Waage gewonnen. Egly, Polizcidiener. 6206) Alle diejenigen, welche sich noch im Besitz von Säcken des in Eoncurs verfallenen Mühlenbesitzers L- Weimar von der Neumühle dahier befinden, werden hiermit dringend aufgefordert, dieselben in den nächsten 8 Tagen an den in der genannten Mühle wohnenden Herrn E- Hillebrecht zurückzuliefern, indem ich sonst unnachsichtlich gegen die unrechtmäßigen Besitzer klagend vorgehen werde. Gießen, den 16. December 1870. M- Pilger, Eurator der Weimar'schen Debitmasse. 33^" Höchst wichtig für Brachleidende! TgWE 828) Wer die bewährte Heilmethode des bekannten schweizerischen Brucharztes, Krüsi- Altherr in Gais, Kt. Appenzell, kennen lernen will, kann bei der Exped. d. Bltts. ein Schriftchen mit Belehrung und vielen 100 Zeugnissen in Empfang nehmen. 6186) Im Eoiffriren von Krausen, Häubchen ic. empfiehlt sich Dorothea Bauer (Thurm). Bestellungen beliebe man bei Frau Lehrer Römer, hinter der Kirche, abzugeben. 6181) Ein Mädchen, im Kochen und in häuslichen Arbeiten tüchtig, wird gesucht- Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 6151) Ein mit guten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen, welches zu aller Arbeit willig ist, wird gegen guten Lohn in Dienst gesucht und kann sofort eintreten. Zu erfragen bei dem Gymnasial-Pedellen Berh old dahier. TlMeraiyeige! 6207) Dem hochgeehrten Publikum hier erlaube ich mir die Anzeige zu machen, daß den 1. Januar 1871 die Theatersaison wieder beginnt. In den nächsten Tagen wird die Abonncmentsliste circuliren und bitte ich um recht rege Betheiligung. Die Abonnementsbedingungen sind wie die früheren. Mein Streben wird stets sein, die mir von Seiten des geehrten Publikums oft erwiesene Gunst dauernd zu erhalten. Gießen, den 16. December 1870. W. de Nolte, Director des Vaudeville-Theaters zu Gotha. Die Christbescheenmg der Klemkniderschule findet künftigen Montag, den 19. December, Nachmittags um 4 Uhr, im Clubsaale Statt. Wir laden zu derselben hiermit freundlichst ein und bemerken, daß zum Besten der Anstalt 6 kr. Eintrittsgeld erhoben werden. Für den Vorstand G- Land mann, Pfarrer. 1 Bad ohne mit 1 4. 48 - 24 - 30 i Warme Bäder von Euler & Köhler Unb zum Gebrauche eröffnet und werden Karten in der Anstalt abgegeben: 12 Bäder ohne Wäsche fl. 3. 36 kr. 12 „ mit - 6199) Da die Circulation unserer Liste zu Weihnachtsbeiträqen für unsere im Felde stehenden Truppen beendigt ist und dieselbe aus Versehen Einem oder dem Anderen nicht zugckommen sein sollte, der gerne ein Scherflein beitragen möchte, ist bis zum-20. d. M. Gelegenheit geboten, das durch Abgabe an Herrn Adolph Noll (Comptoir) noch nachträglich zu thun. Das Comite. 325) Fssr bie Vaterländische Feuer - Verstcherungs - Attien- Gesellschaft pi Elberfelo b^tunbbrfÄr^a^eicn$erMetUngen 6e°en ^uers-und «nsm°hr z» ___________ Firma: Earl Hoffmann. Kriegsnummern der Gartenlaube. .. ®tc Nr- 50 bringt folgende Beiträge: Deutsche Kunst in Bild und Lied. Gedicht von Albert Trager. - Hermann. Novelle von C- Werner. (Fortsetzung.) — Em Liebling Schrller's. Von I. Leyfer. Mit dem Portrait der Karoline Ziegler. Nach einem rm Besitz der Familie Götz zu Mannheim befindlichen Origi- ^^^ortrait. — Em Hauptquartier auf dem Marsch. Von Ludwig Pietsch. (Schluß.) — Eme Zillerthaler Sangerfamilie. Von Ludwig Steub. (Schluß.) — JmHauptquar- tter des Prinzen »nnednch Karl. Von unserm Berichterstatter Georg Horn. Sechster Bnes. Die historische Stunde im Schlosse Frescaty. - Aus eigener Kraft. Von W v. Hillern, geb. Birchs(Fortsetzung.) — Der letzte Brief. Gedicht von Friedrich Hofmann. Mit Illustration für die Gartenlaube entworfen von I. W- — Blätter und Bluth en. Knall- Brumm- und Krachkosten des Krieges. - Der letzte März- H- ~ Aus den Tagen der Beschießung von Metz. Mit Illustration: Die Beschießung von Metz am 9. September. Nach der Natur aufgenommen von Chr. Sell. — Ein Heldengrab. Von £). — Berichtigung. — kleiner Briefkasten __ I^ute ^es^nkltteratur $rauen' ^ttroen unb Waisen unserer unbemittelten Wehr- Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei D. Klee, am Markt. - Dir Gemeindemthserhchiuilhl zu Gießen. Zur Ergänzung dcs Gcincindcraths in Gießen, für die Periode 1871-79, bringen wir folgende Herren in Vorschlag: In der L Abtheiluna: Attgasl Hess» Gemeinderath, und JLouis Hiichiitfj9 Gemeinderath. In der II. Abtheilnng: Wilhelm Heller. Gemeinderath, und Andreas Weidiff III.. Gemeinderath. In der 118. Abtheilun^: Hari 1 at/el. Gemeinderath, Theodor deissmar9 Uhrmacher, und Heinrich Seiberl. Kaufmann. Gießen, den 13. Dceciubcr 1870. Mehrere B ü r g e r. Redactton, Druck und Verlag der Brühl'scheu Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.