Prei- vierteljährlich 36 fr mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 4» fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreb» mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. V. Nr. 1. Mnzeige- und Wmtsötatt für den Kreis Kielen. Nr. 21. Donnerstag den 17. Fcbrnar 1870. AMtliehe B e k 6 n n t M sr eh » n g e n. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 1, ausgegeben zu Berlin am 14. Januar 1870, enthält: (Nr. 401.) Freundschafts-, Handels- und Schifffahrts-Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und den zu diesem Bunde nicht gehörigen Mitgliedern des deutschen Zoll- und Handelsvereins einerseits und Japan andrerseits. Vom 20. Februar 1869. (402.) Bekanntmachung, betreffend die Bestimmungen, unter welchen der Handel Deutschlands in Japan getrieben werden soll. Vom 20. December 1869. (Nr. 403.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Norddeutschen Bundes und des deutschen Zollvereins. Vom 6. Januar 1870. (Nr. 404) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Norddeutschen Bundes und des deutschen Zollvereins. Vom 12. Januar 1870. (Nr. 405.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung der Mitglieder des obersten Gerichtshofs für Handelssachen in Leipzig. (dir. 406.) Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bundes bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge von Baden. (Nr. 407.) Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bundes bei Seiner Majestät dem Könige von Württemberg. (Nr. 408.) Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bundes bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein. (Nr. 409.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes zu Cowes (Insel Wight.) (Nr. 410.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes zu Mailand. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 2, ausgegeben zu Berlin am 21. Januar 1870, enthält: (Nr. 411.) Verordnung, betreffend die Einberufung des Bundesrathes des Norddeutschen Bundes. Vom 19. Januar 1870. (Nr. 412.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Vieekonsuls des Norddeutschen Bundes zu Reval. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 3, ausgegeben zu Berlin am 8. Februar 1870, enthält: (Nr. 413.) Verordnung, betreffend die Einberufung des Reichstages des Norddeutschen Bundes. Vom 6. Februar 1870. (Nr. 414.) Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung der Bestimmungen, unter welchen der Handel Deutschlands in Japan getrieben werden soll. Vom 19. Januar 1870. (Nr. 415.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung der Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Norddeutschen Bundes. Vom 29. Januar 1870. (Nr. 416.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes zu Mexiko. (Nr 417.) Bekanntmachung, betreffend die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Konsul der Argentinischen Republik in Göttingen. Gießen, am 12. Februar 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Besondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Aufforderung. 431) Die zum Universalerben des am 20. December 1869 dahier verstorbenen Grobherzoglichen Professors Dr. Leopold Schmid eingesetzte Kreis-Schmid-Stiftung zu Scheer im Königreich Würtemberg hat die Erbschaft unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten. Es werden deshalb alle Diejenigen, welche Ansprüche an den Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Gerichte binnen sechzig Tagen anzumelden, widrigenfalls dieselben bei Ordnung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 26. Januar 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stad trichter. Stadtger.-Assessor. 601) Die Bezahlung der Hundesieiur für 1870 muß im Laufe dieses Monats erfolgen, wenn sie nicht mit Kosten verbunden sein soll. Gießen, den 10. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.___________ Darmstädter Viehmärkte. 551) Der erste Milch Zucht- und Arbeits-Viehmarkt in diesem Jahr findet statt Dienstag den 1. Marz. Wir laden zu fleißigem Zutrieb hiermit ein. Nach bereits vorliegenden Anmeldungen verspricht der Markt ein sehr lebhafter zu werden. Darmstadt, den 5. Februar 1870. Das Viehmarkt-Comitö. Fuchs, Präsident. Versteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 516) Montag den 21. Februar 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Bruderwinter, Bruch und Strangswiese, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 2'/r Stecken Buchen-Prügelholz, 80 Wellen „ Reisholz, 5 Stecken Nadel-Prügelholz, 423/4 „ „ Stockholz, 1475 Wellen „ Neisbolz, 118 Nadel-Stämme mit 1972 Cubikfuß, 1 Eicben-Stamm „ 1 „ 906 Nadel Stangen „ 3604 „ 450 Fichten-Nutzgerten mit 7 „ - Hierbei wird noch bemerkt, daß sich die Nadel Stangen zu Gerüststangcn für Weißbinder sowohl, als auch für Maurer sehr gut eignen. Die Zusammenkunft ist am Steinbacher Weg (Strangswiefe.) Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juni 1870 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 15. Februar 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen- _______________Vogt._____________ Holzversteigerunq. 653) Donner st ag den 24. Februar wird m der Domanialwaldabtheilung Altgehegt nachverzeichnetes Eichenholz versteigert : 161 Stecken Scheidholz, 2 Stecken Prügelholz, 198 Stecken Stockholz, 5550 Wellen Reisholz u. 8 Stecken Werkscheidholz. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf der Altgehegtschneiße. Freitag den 25. Februar wird im Do- manialwalddistrict Franzenwald versteigert : Scheidh. Prügelh. Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Hainbuch. — 1 2 25 Eichen 23'/r 28 21V, 1625 Nadelholz — 44 17 9825, sodann 32 Eichenstämme mit 852 Cubikfuß und 15 Nadelstangen mit 42 Cubikfuß. Bei den Eichenprügeln ist eine Partie auf 10 Fuß Länge zubereitet. Zusammenkunft auf dem Viehtrieb nächst dem Großen-Lindener Feld auf der Westseite der Eisenbahn Morgens 10 Uhr. Credit für beide Versteigerungen bis 30. Juni. Gießen, den 15. Februar 1870. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. Vergebung von Schreinerarbeit. 628) Freitag den 18. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, findet die Vergebung der Lieferung von 7 hölzernen Pritschen auf dem Büreau der unterzeichneten Verwaltung statt, woselbst der Voranschlag und die Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 14. Februar 1870. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Kalbfleisch. HolzverstNstettMst. 645) Dienstag den 22. d. Mts., des Morgens um halb 10 Uhr, wird in dem Fürstlich Solms-Braunfelsi- schen Langenwald bei Dorf-Güll folgendes Gehölz: 154 Eichen-Bau- u. Werkholz-Stämme, zusammen 2001 Cubikf. enthaltend, 12 Stecken Scheidholz, 44 „ Nutzholz, 69 (r „ Prügelholz, 713/< „ Stockholz und 222 „ Reisholz, öffentlich meistbietend versteigert. Die Zusammenkunft ist beim Pflanzgarten. Griedel, den 14. Februar 1870. Fürstliches Rentamt. Meng el. Holzversteigerunq. 646) Im Licher Stadtwalde, Districten Ettingshäuserkopf und Sauloch, kommen den 22., 23. und 24. d. Mts. folgende Holzsortimente zur Versteigerung: Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. Februar: 172 Fichten- und Kiefern-Stämme bis zu 13 Zoll Durchmesser u. 70 Fuß Länge, 1615 Fichten- und Kiefern-Stangen; Donnerstag den 24. Februar: 30 Stecken Kiefern-Prügelholz, 36 „ desgl. Stockholz, 5150 Wellen desgl. Reisholz. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr an der Nieder-Bessinger Grenze am Ettingshäuser Fußweg. Lich, den 14. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Holzverstekgerung im Daubringer Gemeindewalde. 552) Mittwoch den 23. Februar 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Daubringer Gemeindewalde, Districten Pitzenlach. Buchenberg und Hahn, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 114 Eichen-Bau- und Werkholz-Stämme von 6 bis 22 Zoll Durchmesser und 20 bis 50 Fuß Länge, 3043 Cubikfuß enthaltend, 79 Fichten-Bau- und Werkholz-Stämme von 6 bis 18 Zoll Durchmesser und 40 bis 90 Fuß Länge, 2926 Cubikfuß enthaltend, 97 Eichen-Stangcn, 166 Cubikfuß enth., 351 Nadel- „ 726 Die Zusammenkunft ist in dem District Pitzenlach. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis zum 1. October gestattet. Daubringen, am 7. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Daubringen H ämerl e. Holzversteiqerunq. 661) Montag den 21. d. Mts'., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Reiskirchener Gemeindewalde, District Wilshäuser Wald, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 36 Stecken Buchen-Scheidholz, 4 „ Eichen- „ 3 „ Nadel- 33 „ Buchen-Prügelholz, 27 „ Eichen- „ 44 „ Nadel- 14 „ Buchen-Stockholz, 30 „ Eichen- und Nadel-Stockholz, 1150 Wellen Buchen-Reisholz, 550 „ Eichen- „ 2125 „ Nadel- 15 Eichen Baustämme, 353 Cubikfuß enthaltend, 174 Nadel-Baustämme von 5 bis 11 Zoll mittlerem Durchmesser und 20 bis 61 Fuß Länge, 2542 Cubikf. enthaltend, 13 Eichen-Stangen, 41 „ „ 205 Buchen- „ 49 „ „ 1696 Nadel- , 1277 „ Die Zusammenkunft ist am Walpersberg in der Nähe der Krämersbornswiesen. Reiskirchen, am 15. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen- Jünger. 664) Lieferungen für die Entbin- dunaöanstalt zu Gießen auf das Jahr 1870. Samstag den 26. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, soll die obige Lieferung, bestehend aus etwa 60 Stecken buchen Scheidholz und 2 bis 3 Fudern Korn- und Gerstenstroh, an den Wenigstfordernden im Entbindungshause vergeben werden. Gießen, am 16. Februar 1870. Der Anstaltsrechner: Stumpf. Hausverk a u f. 654) Montag den 28. d. Mts-, um 2 Uhr, soll zu Wismar das dort unter Nr- 116 belegene Gemeindehaus, 28 Fuß lang, 23 Fuß breit, zweistöckig, in Holzfachmerk erbaut und mit Ziegeln gedeckt, auf Abbruch versteigert werden- Krofdorf, den 15. Februar 1870. Der Bürgermeister: Colnot. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. 655) Künftigen Montag, den 21. d. Mts-, soll im District „Scheuernwald" und „Hol- folgendes Brennholz versteigert 183 8425 Wellen 367 160 104 648) Emen zweiten Zapfjungen sucht zweiten Zapfjungen sucht K Staats - Bjoosc gegen ß i an C- Pietsch (Lahnstein). hirte Einsendung des filetrages ~~ 77 : ! i® oder gegen Post Vorschuss, h rV\t>n ift norl atoii V4 ö 7 bis 1. April Gottes Segen bei Cohn!" I Hamburg, | Bank- und \ (564) tz "W echselgeschäft. «35 lerberg" werden: Laz. Sams. Cohn in fllaupt- Comptoir, 132 Stecken 7O'/r 660) Forderungen an die verstorbenen Georg Etff's Eheleute sind innerhalb 8 Tagen bei Herrn Louis S t o h r in der Schloßgasse, geltend zu machen, widrigenfalls dieselben nicht 592) Eine Parterre-Stube an der Haupt- 'traße, zu einem Geschäfts-Bureau sich eignend, wird zu miethen gesucht. Opperman u. Jeden der Betheiligten proanpt und verschwiegen. I NKth und «Hilfe für Alle, die sich geschwächt haben, bietet in vollkommen reeller Weise das Buch: Dr. Uftau’s Leilchlheivahrung mit 27 pathol--anatom. Abbildungen. Dasselbe ist bereits in ■^57 72. Auflage "WS erschienen und hat, lt. allen Regierungen vorgelegten Denkschrift, in 4 Jahren über 15,000 Personen ihre Gesundheit verschafft. Verlag von G. Poe- nicke's Schulbuchhandlung in Leipzig und dort, sowie in jeder Buchhand- lung für 1 fl. 45 fr. zu bekommen. (78) Buchen- u. Eichen-Schcidholz, „ Eichen- und Tannen- Prügelholz, Buchen-, Eichen- und Tannen- Stockholz, Buchen-, Eichen- und Tannen- = 6908 Cubikfuß, Fichten- und Lärchen-Stämme von 6 bis 17 Zoll Durchmesser und 15 bis 75 Fuß Länge - 3912 Cubikfuß, Stück Eichen- und Fichten-Wagnerslangen. Die Zusammenkunft und der Anfang ist jedesmal Morgens 9 Uhr in dem District Scheuernwald. Hohensolms, am 15. Februar 1870. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Därmer, Förster. Frachtbriefe für die Main-Weser, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche zollaMtlicheu Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. Verkauf von Pferden, Chaisen und Geschirren. 550) Donnerstag den 3. März d. I., Vormittags 10 Uhr, lasse ich in der Gastwirthschait des Herrn Frohnhäuser zu Ludwigshütte bei Biedenkopf : 1 Victoriawagen mit Glasverdeck, 1 Sommercalesche, 1 Schlitten, 4 Pferdegeschirre, 2 Sättel, eine Anzahl-Zäume, Putzgeschirr, 1 Schrotmühle und 2 Pferde (Füchse), öffentlich versteigern. Die Gegenstände, welche sämmtlich gilt erhalten sind, können in meiner Wohnung eingesehcn werden. Georg Noll, auf Ludwigshütte bei Biedenkopf. 349) Frankfurt a. Alt. Nothnagel'jche Fabrik und Handlung. Reichhaltige Auswahl in Tapeten, Bordüren, Goldleisten und Fensterronleaux INeuestes Prämien - Anlehen 3 der Stadt Venedig, im Betrage von nahe 9 1 *8 NB i n i » :i e äi. I genehnnigt durch MLonigl. | .Beeret 8^69. Original-Staats - Prämien- IVur Ä 'ETIaaBer kostet ein vom Staate garan- fg tirtes Origisial-Staats-I^oos r (nicht von den verbotenen Promessen), | w und werden diese Original- * Nutzholz versteigert: Eichen-Stamme von 6 bts 17 Zoll Durchmesser und 15 bis 60 Fuß Länge § Brauermalz, beste Qualität, stets vorräthig in der Brauerei von Fr. Textor, auf der Hardt bei Gießen. A Mein Geschäft ist bekanntlish das Aelteste und ABlerglüehlfich- | y, ste, indem ich bereits an mehreren 1^ Betheiligten in dieser liegend' die allerhöchstes!Hau]j>t411 lisch in Berlin, Mittelstraße 6. — Bereits über Hundert geheilt. 572) In der Kasse der Renten- und Lebens-Bersiche- rungs-Anstalt zu Darmstadt liegen größere und kleinere Kapitalien, jedoch nicht unter 500 fl., gegen gute Hypotheken mit mindestens doppelter Sicherheit, zum Ausleihen bereit. Anträge vermittelt der Agent A. Balser in Gießen. Darmstadt._________________Die Direktion. , , 656) Allen Kunstfreunden, insbesondere aber den geehrten Da- men, zur gefälligen Notiz, daß sich Donnerstag den 17., Samstag AWM ben 19. und Sonntag den 20. d. Mts. eine Mundkünstlerin dahier probuciren wird, deren Kunstfertigkeit alles bisher in auswärtigen Blättern über ihre Kunst Gesagte noch überbietet. Die Leistungen derselben sind für jeden Besucher wahrhaft stau- nenerregenb. Ein Mäbcheu von 25 Jahren nämlich, ohne Arme geboren, hat es durch 15jähriges Bemühen dahin gebracht, die schönsten und feinsten Handarbeiten mit den Lippen und der Zunge anzufertigen, wie z. B.: Näh-, Stick-, Häkel- und Perlarbeiten, Zuschneiden der Muster, selbst das Einfädeln der Nadeln re., wovon sich die geehrten Besucher überzeugen können. Das Wäbcre besagen die Zettel. Der Stürze des Ausenthaltts am hiesigen Platze wegen beträgt das Entröe nur 6 fr. ä Person. Produetionsloeal: I. Rothenbergcr'6 Laden, am Lindenplatz. 325) Für die Vaterländische Feuer-Versicheruugs -Attien- Geselllchast )u Elberfeld vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu billigen und festen Prämien. F. Hoffmann-. Firma: Carl Hoffmann. Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Das Hamburger Postdampfschiff Holsatia, Capitain Ehlers, von der Linie der Hamburg'Amerikan. Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welches von New-Aork am 25. Januar abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von mir 8 Tagen 22 Stunden wohlbehalten in Plymouth angelangt, und hat, nachdem es Daselbst die für England bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise via Cherbourg nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 129 Passagiere, 1200 Tons Ladung, 1,239,640 Dollars Contanten und 79 Briefsäcke. Das Hamburger Postdampfschiff Cimbria, Capitain Haack, von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrt-Aetien-Gefellschaft, welches am 19. Januar via Havre abging, ift nach einer schnellen glücklichen Reise am 4. Februar wohlbehalten in New-Aork angekommen. Dik Geheimnisse einer jungen Mamsell. Clara, der dann allein mit ihm. Ist und bischen wundern — bei die Neulich hat es bis in die den ich ihm immer Abends die Mamsell hinüber. Und „Gehen Sie jetzt zu Herrn Er hält seine Thüre zwar meine Stimme kennt, wird — „Hier im Hotel?" __ „Ja." — „Bei wem?" . Bei — aberS nu werden Sie sich ein Mamsell, die so schön trillern kann." Clara schlug die Hände zusammen. „Was? Bei Fräulein Florini? Unglück zu erflehen." „Wie, sind Sie vielleicht mit Herrn Wiesel verwandt?" fragte es nicht verschwiegen geblieben war, daß Wiesel's jüngerer Bruder vor vielen Jahren die alte Welt mit der neuen vertauscht hatte. Clara hatte die obigen Worte wohl nur so hingesprochen, ohne daran zu denken, daß schon die nächste Zeit ihr Veranlassung geben würde, von den Waffen, die sie jetzt gegen den, auf seinen Ruf der Ehrbarkeit haltenden Herrn Wiesel in Händen hatte, Gebrauch zu machen. Nach acht Tagen erschien eine ältliche, bleiche Frau in Begleitung von zwei Bindern, einem blondgelockten, hübschen Mädchen von ungefähr zwölf Jahren und einem krausköpfigen Knaben von zehn Jahren, im Hütel „Zum golde- denen Stern" und fragte den Portier, ob nicht daselbst ein Herr Mathias Wiesel logire. Clara, die sich zufällig in der Nähe der Thüre befand, horchte erstaunt aus. Sie trat der Frau näher und blickte sie mit Theilnahme an. Die Kleidung der Frau, offenbar eine Fremde, denn ihr Deutsch hatte einen Anklang von englischem Accent, war sauber, aber ärmlich, und ebenso die der beiden Kinder. Ihr Wesen aber und ihre Sprache verrieth, daß sie den gebildeten Ständen angehörle. Der Portier wollte der Fremden Auskunft geben. Aber Clara kam ihm schnell zuvor. „Herr Mathias Wiesel wohnt hier schon seit längerer Zeit, Madame," versetzte sie. „Er ist aber schwer zugänglich und ich weiß nicht, ob er sich jetzt sprechen lassen wird." w L „D, ich hoffe doch," entgegnete die Frau. „Wenn er mernen Namen hort, wird 'er mich nicht abweisen. Thäte er eS — ich wüßte nicht, was ich da mit den beiden Kindern beginnen sollte; denn ich komme weit her. Ich bin heute früh mit einem Schiffe, bas von Amerika kommt, hier eingetroffen, in der Absicht, den Herrn Wiesel aufzusuchen, und sein Mitleid für das unverschuldete Die Fremde bejahte. „Ich krage seinen Namen, Fräulein. Mein verstorbener Gatte war Herrn Wiesel'ö leiblicher Bruder und diese Kinder sind meine Enkel. Ach, ich hätte Ihnen das vielleicht nicht sagen sollen, bevor ich Herrn Wiesel, meinen Schwa- ger, gesprochen. Aber wenn man so arm und so unglücklich ist, wie ich es bin, bann drängt sich leicht bas volle Herz auf die Lippen. Auch sehen Sie so gut „Versteht sich. Wenn er den Champagner, bringen muß, gekriegt hat, da sleicht er damit zu da wird denn, Gott weiß, wie lange, gep-chelt. -------’ -7f Nacht hinein gelauert. Ick hatte Klock zwölf noch einen Gast die Smbein zu bringen, der am andern Morgen um fünf abfahrcn wollte. Zufällig kam ich an das Zimmer von die singende Mamsell vorbei. Ich horte laut lachen und Gläser klingen, die zusammengestoßen wurden- Da wurde rch denn neusch.erig. Ich brachte den Gast die Stiebeln, kam gau wieder zuruck und legte me.n Ohr an dem Schlüsselloch. Da habe ich denn kurjose Dinge gehört. Soviel ist gewiß, daß der alte Wucherer bannig in die junge Mamsell Florini verlieb ist, und ebenso, daß die Mamsell und die dicke Tante diesem alten Goldvogel gehörig die Feddern auSrupfen werden. Na, was sagen Sie, Mamsell Clara, ist bas nicht eine hübsche Neuigkeit?" ~ Hm!" versetzte Clara, „das Leben und Treiben dieses alten Patrons sollte mich eigentlich wenig kümmern, da ich ihn verabscheue. Jndeff-n man kann doch nicht wissen, ob nicht eine Gelegenheit kommt, wo die Neuigkeit, die Sie mir erzählt haben, zum Besten irgend eines Menschen zu benutzen ist. Ich weiß, Herr Wiesel hat hier sehr reiche und vornehme Verwandte, in deren Au- gen er sich als ein solider, ehrenhafter Mann zu erscheinen bemüht. Aber er soll auch noch arme Verwandte und zwar im Auslande besitzen. käme ein solcher armer Teufel hierher und spräche ihn um Hulse an und Herr Wiesel wollte ihn hartherzig abwcisen, da könnte man ihn vleUelcht durch baS Geheimniß, bas Sie mir mitgetheilt, zwingen, in seine Geldsacke zu greisen. Christian Bork blickte Clara mit bewunbernder Miene an. „Ne, Mamsell Clara," sagte er, „was Sie doch vor einem klugen Frauenzimmer sind! Darauf war ich all mein LebStage nicht gekommen. Und Sie denken ümmers an Alles in Voraus. Ich habe eine gute, rechtschaffene Frau, aber was den Verstand betrifft, da kann Sie Ihnen nicht Cie Sticbel- bänder aufbinden." (Fortsetzung.) Herr Wiesel und Fräulein Florini. Eine Unglückliche. Der geschätzte Leser wird sich erinnern, wenn er an unser erstes Kapitel rurückdenkt daß die Sängerin, Fräulein Florini, die im dritten Stocke, nicht weit von den Zimmern des Wittwers, Herrn Wiesel, wohnte, ihre Thure vor allen jungen Dandys in Hamburg verschlossen hielt, wohl aber alten, ehrbaren Verehrern ihrer Kunst zu jeder Tageszeit Zutritt zu sich gestattete. Seit einiger Zeit waren aber auch die alten Herren auSgcblieben, bis auf einen der in ihrer Nähe weilte. , Wahrscheinlich hatte dieser seine grauköpfigen Nebenbuhler durch reiche Ge- schenke aus dem Felde geschlagen, oder er hatte sich auch ganz besonders Die Zuneigung der Tugendwächterin, Madame Dunst, zu erwerben gewußt. ° Dieser alte Verehrer der Sängerin war nun Niemand anders als der $ Wahrscheinlich hatte Madame Dunst, von dem Ncichthum beS geizigen Mannes angelockt, die Bekanntschaft zwischen ihm und der jungen Dame, von der sie Tante genannt wurde, vermittelt. Sie waren ja Nachbarn und mußten ost einander begegnen. Fräulein Florini war eine üppig gebaute Kokette, die ihre schwarzen Augen vortrefflich zu gebrauchen wußte, und Herr Wiesel, trotz seincr Jahre und der Liebe zu seinem Gelbe, für weibliche Schönheit nicht unempfindlich. Zudem legte ihm dieser Umgang keine andere Verbindlichkeiten aus, als die er mit Geld abkaufen konnte. Obwohl er nur heimlich in den späteren Abendstunden zu der benachbarten Schönen zu schleichen pflegte, hatte Clara diese Besuche doch erfahren. Ihr ehrlicher Freund, der Hausknecht Christian Bork, hatte sie darauf aufmerks^ $0^ ^ageS in den Keller hinabstieg, fand sie Christian allein. Er beschäftigte sich mit dem AuSspülen der an der table d’höte geleerten W Da^er wußte, daß die Hausmamsell Neuigkeiten zu hören liebte, besonders solche, die sich in dem Hotel ereigneten, so hielt er mit seiner Arbeit inne und sagte in seinem schlechten Deutsch: , 9/, „Mamsell Clara, haben Sie wohl ein bischen Zeit, mit mich zu klonen? Das junge Mädchen wandte sich ihm freundlich zu: „Wenn das Gespräch nicht zu lange dauern wird, lieber Bork,.:dann za. Christian schüttelte den Kopf. „Ne, Mamsell, ich will mir kurz fassen." — „Nun, was giebt's denn?" fragte Clara. Der"Hausknecht lachte pfiffig. „Ich weiß was Neues, Mamsell." — „Was mich interessirt?" — „Hm! vielleicht. Ick meine man so." — „Was meinen Sie, Christian?" „Hören Sie zu, Mamsell. Sie kennen doch oben den alten Herrn Wiesel, von den ich früher nicht einen Schilling Trinkgeld gekriegt habe. „Ja freilich kenne ich den alten Filz." „»Jin, seit acht Tagen habe ich drei Märk Trinkgeld von ihn bekommen. Das Mädchen blickte erstaunt. „Und wofür, Christian?" K f — ,Davor, daß ich ihn heimlich ein paarmal Champagner besorgt habe. ' Was? Er trinkt Champagner? Dann ist sein Ende nahe." „ O ne, au contrair im Gegentheil. Er lebt erst wieder auf; denn er trinkt den Wein nicht allein." — „So, empfängt er Besuche?" — „Auch das nicht. Abers er macht welche." Die Kinder folgten Hand in Hand. Clara klopfte beherzt an die Thüre. Es erfolgte keine Antwort. „Herr Wiesel wird nicht anwesend sein," sagte die Fremde seufzend. — „Nein, Madame, er pflegt um diese Zeit selten auszugehen. Auch wüßte ihn ja der Portier gesehen haben. Hört er nicht auf mein Klopfen, wird er doch wohl auf meine Stimme hören." Sie klopfte auf'ö Neue und rief laut: , „Herr Wiesel, ich bin cs, Clara, die Hausmamsell. Es ist ein Besuch da, der Ihnen Freude machen wird. Oeffnen Sie so schnell als möglich." Diese Worte wirkten. Die Thüre wurde von innen aufgemacht. Herr Wiesel trat den Kommenden in einem abgetragenen Schlafrocke entgegen. „Wie? was ist das?" brummte er, die Fremde m t den Kindern sehend. Warum stören Sie mich, Mamsell? Und was will man von mir ? Er war im Begriffe, die Thüre wieder zu schließen. Aber Clara stellte sich rasch in die Oeffnung. „Verzeihen Sie, weither Herr Wiesel," sagte sic; „aber es war nothwen- dig, daß wir bei Ihnen einzudringcn versuchten. Es sind ja nahe, liebe Verwandte von Ihnen, die Sie da vor sich sehen." , Sie wandle sich rasch zu der Fremden, reichte ihr die Hand und zog ]te in die Stube. Ebenso that sie mit den Kindern. So, nun habe ich meine Schuldigkeit gethan," versetzte sie lächelnd. „Nun geh' ich. Verwandte sprechen sich gern allein gegen einander aus. Da ist meine Gegenwart zu viel. Ich wünsche Ihnen einen freundlichen guten Morgen, Herr Wiesel!" „ , . . r < Mit ein paar Schlitten war sie aus der Thure, die sich hinter sich zuzog. Nun mag die arme Frau ihr Heil bei dem Knicker versuchen, Machte sie. Ich zweifle zwar daran, daß ihr von ihm Hülfe zu Theil wird. Doch erst muß die rührende Bitte zu wirken suchen. Vermag diese sein Herz nicht zu erweichen, dann müssen wir zu anderen Waffen greifen. Umsonst soll mir Christian Bork den geheimen Umgang des Herrn Wiesel mit der italienischen Sängerin aus Sachsen nicht erzählt haben. , , . Während Clara die Treppen hinabstieg, hatte sich oben ein Gespräch zw - scheu der Amerikanerin und dem alten Wucherer angeknüpft. W.esel sah mit gerunzelter Stirne und zusammengezogenen Brauen die Fremoe am fragle „ barsch und fügte 'N noch rauherem Tone hinzu: Wahrscheinlich eine Bettlerin, die «an nur, »eil «1« ausgeschrlcen bin, eine Unterstützung hofft. Aber ich gebe Nich , ) ' ich gebe Nichts und darum bitte ich, daß Sie wieder — „Nein, mein Herr," versetzte die Fremde, Sie irren siu-. od) Bettlerin; wenn ich auch zu Jhncn komme, um Ihr Mitlei s 1 vater- und mutterlosen W >iscn zu erwecken. Ich heiße, wie Sie, und n d Frau Jh.es verstorbenen Bruders, der sein Grab in Amerika gesunden hat Diese Kinder aber sind seine und meine Enkel. Auch ihnen b