nbt. leigen, l"; welches ?k>t versteht, llG- Faber Bimmer bWar. oii. ^'wmer ■Sai o'mmer so- t Miefe Ä8 "ln-er- n' svlvie von zwei !'öe Offerten 1 der ch-ped. dchm kann flt Ausgeber mern, in der >ar Anfangs illen Familie a? sagt die d/cks stricken. t. Die gtjtticf-' ouember r Woh- ttsivkii) rci. 7m en der pen Kreuzer. .Mittler. couip. vou HilUinel- Weber- [omp. von comp- von |vt einen 1W‘ MD Gitjem Anzeiger. Mnzngk- UN« Amtsllutt jur den Kiels Hicheu. Nr. ISS Mittwoch den 16. November R87G. « bei Ter "©^ebfHon^^^nsIeibe^^^^l^'älTauX Bestellungen nut ven ^rre-zener Anzeiger bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhallen denselben für die Monate November und December 1870 zu 40 fr. Amtlicher T h e i l. Gießen, am 9. November 1870. Betreffend: Die Aufnahme des Erndte-ErtragS im Jahr 1870. ... . x ♦ r Das (6roi)I)rr$ofl11d)t Kreisamt Girhen an die Grohherzoglichen Bürgermeistereien. Wir werden Ihnen die Fcrmularien für Aufstellung der Erndte-Ueberfichten vom Jahr 1870 zugehen lassen und sehen der Einsen- düng derselben bis 10. December l. I. entgegen. Diejenigen von Ihnen, zu deren Bezirk besondere Gemarkungen gehören, wollen die Erndte-Erträge derselben getrennt angeben. Dr. G o l d m a n n. —' - — Gießen i sm 14. November 1870 Betreffend: Das Kreisersatzgeschäft für 1871. . ♦ f* Das Grohherzogltche Kreisamt Gießen an die Pfarrämter des Kreises als CivilstandSbehörden. Da das Kreisersatzgeschast für 1871 frühzeitig im künftigen Jahre stattfinden soll und die Großherzoglichen Bürgermeistereien angewiesen sind, die Stammrollen am 16. December d. I. an uns einzusenden, ersuchen wir Sie, höherer Anordnung gemäß, die GeburtS- listen dec Großherzoglichen Bürgermeistereien längstens bis zum 1. December d. I. mitlheilen zu wollen. Ke k ule, Kreis-Assessor. man wird auch zugeben müssen, daß dieselben überwiegend politischer Natur sind r Vie zur Schifffahrt nöthigen Seezeichen auslegen und die Leuchtfeuer anzünden Politik eine übermüthige und beunruh'gende Direktion geben! Gewiß häbm L "und^ ähnliche Erwägungen ihren guten Grund; aber lasse'». Kaum ist die- geschehen, da erscheinen die Franzosen wieder mit einigen möglich macht. DU Ausyungerung UHU eint in yviyt hjihh .......... ..... ---o ' .I(lr,nh ♦inn würde diese Wirkung nicht haben: Paris würde sich nach wie vor unüber- und deut che Kauffahrer auf den Weg nach unseren Küsten, wahrend gleichzeitig setzen wäre. Wenn man solche Ausdrücke der Ungeduld liest und hört, so kann man wohl einen Augenblick in Erstaunen darüber gerathen, daß da- deutsche Volk, welches doch nichts weniger als grausam ist, mit solcher Entschiedenheit nach dem entsetzlichen Hilfsmittel eines Bombardements verlangt und dasselbe gegen einen Platz angewendet wissen will, in welchem es, wegen der unermeßlichen Bevölkerung desselben, von grauenhaftester Wirkung fein müßte. Und doch steht hinter diesem Verlangen nur die kühlste, von wahrer Friedens- Sehnsucht erfüllte Berechnung. Zweierlei hat man rabei im Auge. Das Bombardement soll den leicht- sinnigen Parisern die Gefahr, in welcher sie schweben und über deren Größe und Dringlichkeit sie sich noch immer tauschen, gewissermaßen ad oculos demonstriren. Der Franzose ist drastischen Hilfsmitteln am leichtesten zugänglich. Die Sachverständigen in Pari- zucken gewiß die Achseln darüber, daß der Mont Valerien sortwährenv in eine Rauchwolke gehüllt ist, aus welcher unaufhörlich die Blitze zucken, welche Niemanden treffen; aber der Pariser ist gewiß von seiner militärischen Unangreifbarkeit überzeugt, so lange er hört, daß seine Fort- ganz allein und ohne Gegenrede sprechen; er wird stutzen, wenn die eisernen Repliken in seine Mauern schlagen. Hierzu kommt aber noch eine andere Erwägung. Wir denken an die Zukunft, und je mehr wir davon überzeugt sind, daß der gegenwärtige Krieg der ganzen französischen Nation zur Last zu legen sei, ihrer Selbstüberhebung, welche sie zu ungebührliche Prätensionen verleitet, weil sie in falschen Vorstellungen von französischer Ueberlegenheit wurzelt; um so weniger kann man auf eine Dauer des künftigen Friedens rechnen, wenn die Franzosen nicht gezwungen werden, ihre ganze Auffaffungsweise zu berichtigen. fJL.. Und je kolossaler die Frivolität der Pariser sich au- ihrer Selbstüberschätzung entwickelt hat, um so mehr muß gerade Pari«, dessen Initiative sich Frankreich doch immer und immer wieder unterwerfen wird, gezüchtigt werden, in einer Weise — welche ihm jede Täuschung über seine Niederlage und deren Bedeutung un- möalich macht. Die Aushungerung und eine in Folge derselben erzielte Capitula» der Kriegführung spricht, welche das Bombardement hindere. Vielleicht, wenn man den militärischen Gisichtspunkt streng und allein fest- hält, würde der Gedanke an ein Bombardement von Paris gänzlich au-geschlossen bleiben, wie er bei der Belagerung von Metz ausgeschlossen blieb. Denn die Kriegführung hat sicherlich die Pflicht, die mildere Form der Bezwingung zu wählen, wenn diese zur Erreichung des vorgestecktcn Ziels ausreicht und cs würde daher militärisch nicht gerechtfertigt fein, Paris zu bombardiren, wenn man gewiß fein kann, die Eapitulation durch Hunger zu erzwingen. Die Sache aber liegt allerdings so, daß bei der Belagerung von Pans militärische und politische Gesichtspunkte zugleich in Frage kommen, weil es sich bei der Eroberung von Paris nicht blos um einen strategischen, sondern um einen politischen Erfolg im eminentesten Sinne handelt, woraus dann wieder folgt, da Politik und Kriegführung sich über die zu ergreifenden Maßregeln ve-standigen müssen, wie dies ja auch die „Prov.-Correspondenz" andeutete, als sie in einer ihrer letzten Nummern bemerkte, daß der Befehl zum Bombardement werde gegeben werden „in dem Augenblicke, wo es unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Verhältnisse, namentlich auch der weitern innern Entwickelung zu Paris, an- gemessen erscheint." Jedenfalls aber wird man bei dieser Auffassung der Dinge sich sagen müssen, daß, je größere politische Wirkung man sich von einem Bombardement dcS modernen Babels verspricht, dasselbe um so weniger übereilt werden darf; daß eS militärisch gehörig vorbereitet fein würde; den ein Bombardement ohne entschei» dende materielle Wirkung würde ja das Gegentheil von chem hervorbringen, was die Politiker beabsichtigten. Glücklicher Weise hat der bisherige Gang des Krieges gelehrt, daß das Zusammenwirken zwischen Kriegsleitung und Diplomatie keinen Moment gefehlt hat und so dürfen wir auch vertrauen, daß beide auch vor Paris den rechten Moment nicht versäumen werden, um das entscheidende Wort mit gemeinsamem Nachdruck zu sprechen. Das eigenthümliche aber etwas unverständliche Spiel, welches die französische Flotte nun schon feit Monaten in der Nordsee treibt, entspricht vollkommen der unwürdigen Kriegführung, wie solche von der sogenannten großen Nation seit der Eröffnung der Feindseligkeiten gegen uns au-geübt worden ist. Die Flotte verschwindet auf einige Tage oder eine ganze Woche und sofort machen sich fremde welcher die militärischen Rücksichten nur nebenbei in Betracht kommen. Es ist daher jedenfalls nicht wohl angebracht, daß man von einer politischen Beeinflussung 15. November. Uiuh wn v mulv juytvm m || v ii, VM0 •y,~ T . Nachdem der jüngste Versuch einer Waffenstillstandsvermittlung gescheitert ist, daß das Bombardement von Paris eine überwiegend politische Forderung ist, be wird die Frage, ob denn nun endlich Paris bombardirt werden wird, oder nicht? mit einer Ledhastigkeit erörtert, aus welcher sehr deutlich das Verlangen heraus zu hören ist, daß mit dieser Entscheidung nicht länger gezögert werden sollte. Man möge bei der Frage des Bombardements nur militärische Rücksichten in'S Auge fassen, sagt man, und giebt damit zu verstehen, daß die Verzögerung des Bombardements, wenn nicht ganz und aus Rechnung Oer Diplomatie, so doch auf Rechnung gewisser Rücksichten der Humanität, der Großmuth u. s. w. zu Dutzend Schiffen ersten Ranges, um ein paar deutsche Kauffahrer abzufangen und die Küstenvertheidigung zu zwingen, die Seezeichen wegzunehmen unv statt deren todtbringende Torpedos auszulegen. Dadurch wird nicht blos für unsere eigenen, sondern auch für die fremden Handelsschiffe der Zugang zu unseren Häfen ge- sperrt, überhaupt ein Zustand herbeigeführt, der einer Blockade gleichkommt. Es ist dies zwar ein feiges, aber leider durch die noch bestehenden Seegesetze sanc- tionirtes Verfahren und wir können uns den angerichteten Schaden beim Friedens- schluffe nur mit Geld bezahlen laffcn. Anders verhält es sich jedoch mit den Acten der bloßen Seeräuberei, welche die französischen Kriegsschiffe bei dieser Ge- legenheit begehen. Es ist mehrfach gemeldet worden, daß die französischen Capi- täne die genommenen deutschen Schiffe gleich nach geschehener Wegnahme, noch auf hoher See, ausplünderten, z. B. die Lebensmittel, Kohlenladung und andere für sie brauchbare Dinge ohne Weiteres zum Nutzen ihrer Fahrzeuge unter sich vertheilten; ja noch mehr: sie haben einzelne der genommenen Schiffe verbrannt oder in den Grund gebohrt. Dies sind nach den bestehenden internationalen See- gesehen Acte der Seeräuberei, Venn kein aufgebrachtes Schiff darf in dieser Weise behandelt werden, ehe nicht ein im feindlichen Lande etablirtes Prisengericht dasselbe unter Beobachtung vorgeschriebener Förmlichkeiten „als gute Prise condewnirt", wie es in den Gesetzen heißt. Die betreffenden französischen Capitäne sind daher Seeräuber, welche als solche den Tod durch den Strang verdient haben. Um ein warnendes Beispiel zu statuiren, wäre es wohl zu rathen, daß die deutsche Bundesregierung sich diese Corsaren beim Friedensschluffe ausliefern ließe, um ihnen den Proceß zu machen, was gewiß aller Orten eine ungeteilte Befriedigung erregen wurde. Die officiöse Corr. Warrens schreibt: „Man kann ohne Uebertreibung behaupten, daß unter den europäischen Staaten gerade Oesterreich-Ungarn den B > griff der Neutralität in diesem Kriege am schärfsten aufgefaßt und begränzt hat. Bon seiner Seite sind militärische Ordenszeichen an die Befehlshaber der einen oder der anderen kriegführenden Partei nicht verliehen worden, welche auf ein Vorherrschen der Sympathieen in einer oder der anderen Richtung schließen lassen konnten; seine Staatsangehörigen haben nicht als Freiwillige ihre Dienste diesem oder jenem kämpfenden Heere anbieten dürfen, und endlich hat unser Staat nicht die Ausfuhr von Waffen oder Kriegsmaterial irgend einer Art zugelassen, welche dem einen Kriegführenden zum Vortheil, dem anderen zum Nachtheil hätte gereichen können. Die Aufrechterhaltung einer strengen Unparteilichkeit in diesem Kampfe wurde von der Regierung als die ernsteste Pflicht aufgefaßt, und die große Mehrzahl drr Staatsangehörigen hat durch ihr Verhalten bewiesen, daß sie ein volles Verständniß hatte für die Haltung, welche unser Cabinet bei diesem Kriege zu beobachten Willens war." Die böhmische Gesellschaft der Wissenschaften hat durch ihren Präsidenten eine Eingabe an die Regierung gerichtet und gebeten, dieselbe möchte mit Berufung auf die Genfer Convention diplomatische Schritte einleiten, um das Bombardement von Paris abzuwenden! „Die k. böhmische Gesellschaft fühlt sich gedrungen, insbesondere darauf hinzuweisen, daß sich in den öffentlichen Bibliotheken und Archiven der Stadt Paris wichtige Denkmale der böhmischen Literatur und viele auf Böhmens Geschichte sich beziehende Handschriften befinden, die als Unica einen unschätzbaren Werth für das Königreich Böhmen haben, deren Vernichtung daher ein unersetzlicher Verlust für unser Land und Volk sein wurde." In Paris ist die Haltung der Regierung durch das Scheitern des October- Aufstandes nicht befestigt, denn derselbe wurde nicht niedergeworfen, sondern man capitulirte mit den Rothen, indem man ihren Führern Ungestraftheit zusagte; man benutzte aber einen am 1. Nov. angehefteten aufrührischen Maueranschlag und eine tummultuarische Versammlung der Rothen in einer Kirche der BatignolleS, um nachträglich Verhaftungen vorzunehmen. Trochu hofft jedoch „entscheidende Schläge" auszuführen und dadurch die Gemüther so zu beschwichtigen, daß ihr Groll sich gegen die Belagerer wende. Auch von Lyon erwartet man ein bedeutende Diver- sion zu Gunsten der Hauptstadt, während man Über die Plane Gambetta's mit der Loire-Armee ein bemerkenSwertheS Schweigen beobachtet. Am 6. November gingen zwei Luftballons von Paris nach Südwesten; der eine wurde jedoch von Husaren des 14. Regiments abgefaßt, und nebst 100 Kilos an Briefen wurden tm Nachen ein französischer Genie-Osfizier und eine Person, deren Stellung die „Jndependance", der wir diese Nachricht entnehmen, nicht näher bezeichnet, festgenommen. Auf der andern Seite macht man jetzt sowohl von Tours wie von Rouen Versuche, mit Luftballons Briefe aus den Provinzen nach Paris zu befördern. Die „France" (Departements-Ausgabe) will wissen, daß die Preußen in Metz nicht nur keine 40 Millionen, sondern „nur sehr wenig Geld" gefunden hätten: die Succursale der Bank von Frankreich habe am Tage vor der lieber* gäbe alle ihre Billets verbrannt und der Feind habe bloß 112,000 Fr. gefunden, wovon 80,000 Fr. in der General-Receptur und 32,000 Fr. in der Bankcaffe. Im Schlosse St. Cloud sind bei der Rettung der Kunstschätze während des Brandes auch Schriftstücke, besonders Telegramme aus dem Monat Juli d. I. in deutsche Hände gefallen, welche für das Cabinet des ddpeches in demselben bestimmt waren uno theilweise in Abschriften der den Ministerien zugegangenen Telegramme der Präfecten, theilweise in Telegrammen von den ersteren an Gesandte und Generale, theilweise in von außerhalb Frankreichs geschickten telegraphischen Depeschen über die politische Lage Deutschlands, über den angeblichen Widerstand der preußischen Landwehr bei ihrer Einberufung zum Kriegsdienste, über die Absicht der Bildung einer hannoverschen Legion bestehen. Ein Theil der Documente soll veröffentlicht werden. Die Börsenzeitung will bestimmt aus Holland erfahren haben, daß die Verhandlungen wegen Ueberlaffung Luxemburgs an Deutschland schon in vollem Gange sind. Um die russische Infanterie an Marschanstrengungen zu gewöhnen und dadurch die Kriegstüchtigkeit zu erhöhen, sind zunächst für die Garde-Regimenter sogenannte militärische Promenaden angeordnet, welche wöchentlich mindestens einmal bataillonsweise Statt finden und allmählich bis auf Entfernungen von 10 Werft ausgedehnt werden sollen. Die Mannschaften haben bei diesen Marschübungen das volle Kriegsgepäck zu tragen und kriegerische Evolutionen auszuführen. Der bekannte russische Chirurg Professor Pirogow ist vom Kriegsschauplätze nach Petersburg zurückgekehrt und hat in der »Gesellschaft für Verpflegung kranker und verwundeter Krieger" die Resultate seiner Beobachtungen daselbst mitgetheilt. Unter den Verwundeten traf er keinen einzigen, Der von Mitrailleusenkugeln getroffen war; dagegen waren aber viele Leichname von 25 und mehr Kugeln Die- ses Geschützes durchbohrt. Verwundungen am Kopfe sind nur sehr wenig vorgekommen. Die Meinung Plrogow's über die Wirksamkeit der neuen Gewehre besteht darin, daß, obgleich die Zahl der Opfer durch dieselben größer geworden ist, dennoch die Verwundungen leichter als früher sind. Dem Central-Comite der deutschen HülfSvereine sind als Beiträge zur Pflege der Verwundeten bis jetzt aus ganz Amerika etwa 742,000 Thlr. zugegangen. Davon kamen 563,000 Thlr. allein aus den Vereinigten Staaten. Die bisherigen Gaben aus den La-Plata-Staaten belaufen sich auf ungefähr 50,000 Thlr. Kriegsnachrichten. Der „Jndependant de l'Oise" hat von der preußischen Behörde Befehl erhalten, den Durchmarsch eines Corps von 80,000 Mann anzukündigen. Die Avantgarde, 4000 Mann, ist in Beauvais angenommen, dessen Garnison jetzt 7000 Mann stark ist. — Das „Journal de l’Eure" meldet: „Eine Compagnie Mobilgarden des Oise-Departements hat bei Lüzay 50 Ulanen überfallen und von denselben 12 getödtet und mehrere verwundet. Die Mobilen brachten eine Pferdedecke und eine Clarinette als Beute zurück. Bei AndelyS schossen letzten Mittwoch MobUgarden., Die im Hinterhalte lagen, auf ein französisches Reiter- Detachement; sie glaubten, es seien Ulanen, es waren französische Jäger zu Pferde. Die Mobilen wurden scharf bestraft." Der „Times" wird telegraphisch gemeldet, daß General Trochu einen großen Ausfall vorbereitet, Der fein Ansehen bei Der Bevölkerung Herstellen soll. Von deutscher Seite hat man neue Batterien auf Den Höhen von Raincy, gegenüber Noisy, und auf Den Höhen von Montmagny, gegenüber St. Denis, etablirt, so wie bei B.'zons uno bei Courbevoie. Eine Anzahl von schweizer Offizieren aus der päpstlichen Armee haben sich dem ZuaoencorpS angeschlossen, welches der frühere päpstliche Oberst Charette bildet, Der Graf Chambord hat Dem Baron Charette und anderen Getreuen der Bourbons ausdrücklich die Ermächtigung gegeben, unter Den Fahnen Der Republik gegen DeutfchlanD zu fechten. Nach einem neuesten Dccret Gambetta's müssen alle Rekruten in 14—20 Tagen ausgebildet sein. Der „K. Z." wird aus Versailles, 9. Nov., geschrieben: Was ich Ihnen neulich über Die Hoffnungen geschrieben, welche man französischerseits auf die Loire-Armee setzte, scheint nunmehr eine concretere Gestalt annehmen zu wollen. Dlc Leser erinnern sich, daß schon vor geraumer Zeit an dieser Stelle von der Bildung einer französischen Südarmee gesprochen wurde, welche auf 80,000 Mann gebracht werden sollte. Die Organisation oder besser Zusammenhäufung der betreffenden Mannschaften, da von einer eigentlichen und gewissenhaften Organisation hier nicht mehr die Rede fein kann, scheint nun einigermaßen Fortschritte gemacht zu haben; wenigstens wird jetzt von verschiedenen Seiten das Anrücken feindlicher Truppenmaffen gemeldet, so Daß ein ernstes Zusammentreffen mit Deutschen Streitkräften nicht lange mehr ausbleiben kann. Als Die 22. Division unter General Wittich die Stadt Chateaudun mit stürmender Hand genommen, rückte sie weiter vor nach Chartres, das sie besetzte. In Chateaudun, das ziemlich durch das Bombardement gelitten hatte, wurde unsererseits weder Besatzung noch eine Etappen- Commission zurückgelaffen. Daher war es Dem Bortrab Der französischen Loire- Armee Denn auch möglich, Die verlassene Stadt gestern, wie hieher gemeldet worden, ohne Schwertstreich wieder zu besetzen. Die feindliche Macht, welche unter Dem Befehle Keratry's stehen soll (doch kann ich diese Einzelheit nicht verbürgen), wird auf 4- bis 5000 Mann geschätzt und gilt als Vorhut einer Armee von 50- bis 60,000 Mann. Sofort ist nun von Seiten Der Dritten Armee Befehl gegeben worden, sich dem weiteren Vormarsche der Franzosen zu widersetzen. Zu dem Ende hat Die 17. Division Auftrag erhalten, von hier aus auf Der Route von Chateaudun Dem Feinde entgegen zu gehen, während gleichzeitig Die 22. Division von Chartres aus auf ihn loSmarschirt und somit bestimmt scheint, Herrn Kcratry und Den Seinen in Die Flanke zu fallen. Da, ehe Dieser Brief sie erreicht, die hier angedeuteten Bewegungen längst vollzogene Thatsachen sein werden und müssen, so liegt in Den gemachten Angaben keinerlei JndiScretion. Was nun Die Verwendung Der Metzer Armee anbetrifft, so sind seit gestern in Den anfänglich getroffenen Dispositionen verschieDene VeränDerungen eingetreten. Freilich bleibt General Manteuffel mit Dem Oberbefehl über Die zwei ArmeecorpS auch fernerhin betraut, Die nach Dem NorDen marschiren und mit ihrem linken Flügel mit Dem rechten Flügel der Armee Des Kronprinzen von Sachsen Fühlung nehmen sollten. Dagegen ist Die Absicht aufgegeben, Den Prinzen FrieDrich Karl mit seiner Hauptmacht von Troyes aus gegen Bourges operiren zu lassen. Prinz Friedrich Karl geht mit feinen Drei ArmeecorpS wahrscheinlich von Nancy aus in südlicher Richtung vorwärts, so daß die Corps der Generale Werder und Beyer feinen linken Flügel bilden und unter fein Oberkommando treten. Dagegen verläßt Der Großherzog von Mecklenburg fein Hauptquartier in Schloß Ferneres, um mit einem aus Metz zu ihm gestoßenen ArmeecorpS und feinem eigenen, Dem 13. Armeecorps, ebenfalls in Der Weife gegen Süden zu operiren, daß die Truppen, welche in Orleans unter General v. d. Tann stehen, feinen rechten Flügel bilden und gleichfalls feinem Oberkommando angehören. Diese Einteilung scheint namentlich getroffen, um Dem als vorzüglich gerühmten Generalstabschef des Großherzogs, dem Obersten Krensky, die lang ersehnte Gelegenheit zu geben, feine Fähigkeiten auf größerem Gebiete nutzbar zu machen. Als General von Kummer an Der Spitze seiner Landwehr-Bataillone in Metz einzog, die Rue De la Prison Militaire entlang — so erzählt Der Corre- fponDent der „Daily NewS" — da wurde er hinter den Eisenstäben dieses Gefängnisses hervor durch den Rus „Hurrah Preußen!" begrüßt. DaS waren die wackeren Wehrleute, Die am 7. in MeziöreS meist verwundet dem Feinde in Die Hände gefallen waren. Mager, hohläugig und schmutzig drängten sie sich an den Fenstergittern und ihr Hurrah war lange nicht so kräftig als damals, wo sie Die Franzosen so tapfer begrüßten, aber General v. Kummer erkannte seine Pappenheimer, unD hielt, um sich zu erkundigen, wie eS ihnen ergangen fei. Da hörte man Die Erklärung, warum Das Hurrah nicht so laut und lustig war, wie früher. Die nur mit kleinen Rationen Pferdefleisch genährten Leute hatten mordmäßigen Hunger und klagten Dem General ihre Noth, Der sich alSbalD an Den nächsten JntenDanturbeamten wandte, unD sich erkundigte, wann Die Proviantvorräthe zur Stelle sein würden. Nicht vor einer Stunde, hieß es, unD v. Kummer nahm deshalb feine Zuflucht zu Hm. Schwabe, Dem Vertreter Des Berliner Hülfs- vereins, Der mit feinen Liebesgaben dicht bei Der Hand war. Die Wagen kamen im Trabe herbei, unD das Brod wanderte mit großer Geschwindigkeit zu den Fenstern hinein. Als Die Gefangenen bereits in voller Beschäftigung waren, ertönte Die Frage hinauf, was sie zu Dem BroDe zu genießen wünschten. „Haben Sie Wurst?" rief es Da wie aus einem Munde, „oder Schinken?" schallte nur ein einziges, feines Stimmchen. Beides war Da unD Cigarren dazu, unD ehe Die Colonne sich wieDer in Bewegung setzte, labten sich die gefangenen Kameraden bereits an Den lange entbehrten Genüssen. Aus Dem Lager vor Bitsch schreibt man einem Mannheimer Blatte un- term 6. D.: 5°m5 '!*« Seit«, i“ Dferbe. gro^n 1 << Bo« 9| gegenüber ' t'rtlirt, so ^fRjtcren qu$ " ter frühere ron Charette kgeben, unter ntm veneßen bet sein. War ich Herseits auf ■n zu wollen, iltfle von der j0,000 Mann ckag ter be. Organisation dritte gemacht tn feindlicher tschen Streit» nter General dtt fit Weiler ach das Boni« eine Etappen- ösischen Loire- leldet worden, )t unter dem t verbürgen), *i Allnee von Armee Befehl ersetzen. Zu af tu Rvuit g die 22. Di- scheint, Herrn ief (it erreicht, n werden und Vas nun dit >en anfänglich freilich bleibt auch fernerhin ügel mit Mn eh/nen sollten, seiner Haupt* Znedrich Karl üdlicher Rich* : seinen luden atzt der Trotz« um mit tinent 3. ArrneeeorpS, p(A, welche in -tn und Weich' namentlich Herzog-, ttm Zahigkeltrn au! ‘ ,M«. Di, ,?l°" I,tz, l-0lnpaane> ?°frn lebt.» - Bataillone in ihit der C^rre- bm ki's-i ®" £a« »ä'm * fort' i»111 f. 11» - »e fn MI s,i°- w; [1 Da h°t« ' , Sit !#»• fl8 den "E •tfs t , Nf«- 9S t,pt- fit I««• £.«•- r. 3o fabelt L> J** glatt’ △ Brüssel, 14. Nov. Ein aus London am Sonnabend an ein Brüsseler Bankhaus eingetroffenes Telegramm lautet: Granville ist nach Versailles entweder bereits abgereist, ober im Begriff, abzureisen. A Brüssel, 14. Nov. Die „Invep." enthält ein Privat-Telegramm aus Berlin, welches meldet: Rußland hat unzählige Male confidentiell die Unhaltbarkeit der Neutralität des schwarzen MeereS betont, aber niemals die Revision des Vertrages von 1856 verlangt. — Man telegraphirt aus London, daß Odo Russell und nicht Lord Granville im Auftrage der Regierung nach Versailles reisen werde. — Thionville wird seit gestern bombardirt und brennt. — Der „Tours-Moniteur" signalisirt für December die Ankunft einer chinesischen Special-Gesandtschaft, welche die Aufgabe habe, Genugthuung für die Iuni-MassacreS zu geben. Florenz, 13. November. „Independenzia italia" dementirt auf das Entschiedenste die von der „Times" gemeldete Nachricht, Thiers habe ein Schreiben an den Papst gerichtet, in welchem er demselben von gewissen zu seinen Gunsten gemachten Schritten in Kenntmß setzt. Vermischtes. Siebenalt. Als hier per Telegraph die Nachricht von der Uebergabe von Metz eintraf, erbot sich der Kaufmann Ritscker, für ein Freudengeläute mit der Kirchenglocke das übliche Honorar von einem Thaler an die Läuter zu bezahlen, und wurde unter Zustimmung des Küsters Steinfurth mit einer Glocke geläutet. Der Kirchenvorstand war allerdings dabet nicht gefragt, da derfefbe kurz zuvor bei der Nachricht von dem Siege bei Sedan, wiewohl Prediger und Bürgermeister Hierselbst es wünschten, ein Geläute nicht hatte erlauben wollen. Kaum war die Glocke in Bewegung, so kamen nach einander die Kirchenvorsteher und andere Bürger und holten, da sie die Kirchthurmthür verschlossen fanden, zunächst einen Schlosser herbei, um dieselbe zu offnen. Als dies nicht gelingen wollte und ununterbrochen fortgeläutet wurde, ließen die Vorsteher die betreffende Thür mit der Art von einem Zimmermann zerschlagen, während inzwischen das Geläute aufgehört hatte. „Noch immer schauen wir vergeblich nach den von Straßburg erwarteten Cern'rungs- oder Belagerungsmannschaften aus; bis heute ist keine Seele eingetroffen , und dar Verhältniß zwischen den Belagerten und dem schwachen bayerischen BeobachtungScorpS ist dar friedfertigste von der Welt. Die Bitfcher haben mit Hilfe der Garnison ihre zerschossenen Häuser wieder in ziemlich bewohnbaren Zustand gebracht, Handel und Wandel ist von neuem erwacht und die gutmütigen Bayern sind für die zahlreichen Proviantwagen, welche alltäglich nach der Festung ziehen, stockblind. Vielleicht ist das bürgerliche Mitleid erwacht, jedenfalls ist da« Verhältniß einzig in seiner Art. Franzosen und Bayern verkehren höchst einträchtig miteinander, als ob sie seit Jahren die besten Freunde gewesen. Voraussichtlich wird diese kriegerische Einigkeit auch nicht wieder gestört werden." Nun, das könnte doch anders werden. München, 10. Nov. Die Königin-Mutter begab sich heute in den großen Odeonsaal und empfing daselbst die hier anwesende preußische Militär-Escorte von etwa 150 Mann mit 4 Osficieren und 10 Unterofficieren. Ihre Majestät unterhielt sich nicht blos mit den Osficieren, sondern auch mit jedem Einzelnen von der Mannschaft sehr leutselig und überreichte eigenhändig einem jeden derselben ein Geschenk, bestehend in Leibwäsche, Cigarren, Tabak, Cigarrenspitzen und Tabakspfeifen. Von dem Centralcomitö des Landeshilfsvereins erhielt jeder Soldat 1 Einthalerstück, jeder Unterofficier 1 Zweithalerstück zum Andenken an die Stadt München. Bei ihrem Weggange wurde die Königin-Mutter von der im Portale ausgestellten Mannschaft mit den lebhaftesten Hochrufen begrüßt. München, 11. Nov. In der heutigen Sitzung des Magistrats der Stadt München wurde eine Regierungsentschließung bekannt gegeben, wonach gegenüber dem eigenmächtigen Vorgehen des erzbischöflichen Ordinariats bei Besetzung der Religionslehrerstelle an der höheren städtischen Töchterschule dem Magistrat aus» schließlich das Recht der Besetzung dieser Stelle zuerkannt wird. — Mit der Aufgabe, die Professoren der Theologie an der hiesigen Universität bis zur Unterschrift des Unsehlbarkeits-Rerverfes zu bekehren, soll Prof. Dr. Raitmayer, geheimer Kämmerer de« Papstes, betraut gewesen sein. In einer gestern abgehaltenen Sitzung der theologischen Facultät wurde über diese Angelegenheit Beschluß gefaßt. Wien, 12. Nov. Das Correfpondenzbureau versendet nachstehendes Telegramm: „Wie versichert wird, sollen die diplomatischen Vertreter Rußlands in Konstantinopel, Wien und London osficiell angezeigt haben, daß Rußland sich an die Verträge von 1856 nicht länger mehr gebunden erachte." Diese Nachricht des CorrespondenzbureauS bedarf jedenfalls noch der Bestätigung und müßte eventuell eine solche bald stattfinden, da die behauptete Erklärung Rußlands auch in London und Konstantinopel erfolgt sein soll. Rom, 10. Nov. Der loyale Verein überreichte Lamarmora eine Ergeben- heitS- und Dankadresse an den König al« Gründer der Einheit und Freiheit Italiens. — Nicodemo Bianchi, Vorstand des Nationalconvict-CollegiumS in Turin, wurde zum Rector des im Collegium Romanum zu errichtenden Lyceums ernannt. — Antonelli hatte die Monatsrente des Papstes mit 50,000 Scudi fundirt, und erfolgte die Auszahlung auf Grund eines Mandats der apostolischen Kammer. Die neue Regierung macht sie von einem Regierungszahlbefehl abhängig; auf dies hin verzichtete die Curie auf die Erhebung des Geldes. (Allg. Z.) Florenz, H. Nov. Wie man versichert, hat Cardinal Antonelli an das diplomatische Corps in Rom einen Protest gegen die Besetzung des Quirinals gerichtet. — Minghetti kehrt heute von Wien hierher zurück. Telegraphische Depeschen. Saarbrücken, 13. November. Aus Versailles vom 10. d. wird gemeldet: Erzbischof Ledochowski, welcher während seiner hiesigen Anwesenheit mehrfach mit dem Grafen Bismarck conferirte, hat gestern seine Abschiedsaudienz bei Sr. Majestät dem König gehabt und begiebt sich nach Posen zurück. — Seit gestern Abend, nach acht schönen Tagen, sehr schlechtes Schlackenregenwetter und Schneeflocken. Luxemburg, 13. November, Abends. Der Staatsrath richtete eine Adresse an den Prinzen Heinrich, in welcher er seinen Dank ausspricht für die Bemühungen, welche der Prinz angewendet habe, das Land in der jüngst verflossenen Zeit vor dem Kriege zu bewahren. Die Adresse betont wiederholt den Wunsch des Landes, seine Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten. A Brüssel, 12. Nov. Die „France" vom Donnerstag bringt eine Schilderung der Reiseerlebnisse Thier«' und seiner Suite vom 28. October ab, dem Tage seiner Abreise aus Tours — bis zum 8. November Abends, als er wieder in Tours eintraf. Die Schlußstellen lauten: „Wir sind glücklich, constatiren zu können, daß sich dem Schmerze Thiers' über feine fruchtlose Reise, das wachsende Vertrauen in unsere Fähigkeit beigesellt, den Feind zurückwerfen und unsere Niederlagen wieder gutmachen zu können. Aus der Vergleichung, welche er zwischen unseren jungen Armeen und den preußischen Truppen anstellen konnte, gewann er die Ueberzeugung, daß, als nationale Macht, der Vortheil auf unserer Seite ist, und daß unsere Besieger ihr Uebergewicht hauptsächlich ihrer Organisation ver- danken, welche eine wichtige und geschickte Hand ihnen zu geben wußte. Orga- nistren wir uns nach unserer Art, richten wir unsere vereinte Willenskraft auf die Ausführung eines einzigen Plans! Das Glück der Schlachten erwartet dies nur, um sich uns wieder zuzuwenden." A Brüssel, 14. Nov. Das Filialbureau von Reuter zeigt an, daß ihr Communicationsarrangement es ihr gestatte, Brieftaubendepeschen auf Kosten und Risico ihrer betreffenden Auftraggeber in das belagerte Paris zu befördern. — Eine Correspondenz der „Independance" aus Tours vom 12. führt nur 60 deutsche Gefangene an. Die Regierung denkt jetzt nicht an Domicilsänderung und beabsichtigt dir Staatsanleihe auf dem günstiger gestimmten New-Jorker Platze auf-, zunehmen. Local-Notizen.», Gießen. Durch den Aufenthalt französischer Offiziere in Deutschland ist Vielen die Ge- lcqenheit so nahe gelegt, die Würde unserer Nation zu vergessen, die unter den jetzigen Verhältnissen diesen Leuten gegenüber unter allen Umständen gewahrt werden muß. Wie hinlänglich bekannt, hat der größere Theil derselben wenig Ansprüche auf gediegene Bildung zu erheben und verkennt dabei vollständig die Lage, in der er sich im Augenblicke uns gegenüber befindet; mit einer, dieser Nation eigenthümlichen Arroganz, wenn auch in höfliche Formen gekleidet, stellt er seine Ansprüche in französischer Sprache, und setzt dabei voraus, daß man sich befleißigen wird, ihn darin zu verstehen. Leider findet er auch nur zu oft seine Erwartungen bestätigt, und Viele, die glücklich sind, einmal ihre paar französischen Brocken an den Mann zu bringen, lassen sich auch noch zu Schritten devotester Unterwürfigkeit weiter verleiten und vergessen zugleich, daß sie Feinde unserer Nation zu behandeln haben, daß sie Leute vor sich haben, die unfern Söhnen und Brüdern im Kampfe auf Leben und Tod gegenübergestanden, und noch stehen würden, wenn die treffliche Führung und todesmuthige Tapferkeit unserer braven Truppen sie nicht schon unschädlich gemacht hätte, Leute, die unsere Nation mit angeborener Leidenschaft glühend hassen, die unsere Gut- müthigkeit für Schwäche und unfern Großmuth für Furcht auslegen, Leute, welche unsere besseren Charaktereigenschaften gar nickt zu würdigen wissen und welche ganz sicher in gegentheiliger Lage ihren Leidenschaften keinen Zwang auferlegen würden, wofür die Vertreibung der Deutschen auS Frankreich und die jetzige Art der Kriegführung hinreichenden Beweis liefert, und endlich Leute, welche sogar kein Hehl daraus machen, in kürzester Frist für die empfangenen Niederlagen bei Sedan und Metz die glänzendste Revanche holen zu wollen. Unsere Aufgabe muß eS jedoch sein, vor Allem den Franzosen, die das Geschick nach Deutschland geführt, eine bessere Meinung von der deutschen Nation mit aus den Weg zu geben, als wie sie dieselbe mitgebracht haben; und wir erreichen dieses durch höfliches aber kaltes und würdevolles Benehmen, nicht aber, daß wir sie hätscheln und peschen und wohl gar den Zutritt zu unseren Familien gestatten, daß wir sie im Handel und Wandel nicht Übervortheilen oder auS ihrer Lage einen übermäßigen Nutzen ziehen wollen. Alle diejenigen, welche dagegen verstoßen, sündigen an unserer Nation, und eS ist Pflicht eines Jeden, diese Sünder zu nennen, daß sie ihre gerechte Strafe — die Verachtung ihrer Mitbürger dafür erhalten. Börsennachrichten. 14. November 1870. Actien. Oest. Creditact. 2291/4 5O/o östr. F. St. E. B. 354i/2 Lombard. Bahn 164 Ludwigsh.-Bexbach — Maxbahn — Bayer. Ostbalm 121 Hess. Ludwigsb.-Act. — Alsenzbahn-Actien — Oberhessen „ 663/4 Wechsel. Amsterdam k. S. 1003/8 Augsburg k. S. 100 Berlin k. S. 1043/4 Bremen k. S. 97 Cöln k. S. 1047/8 Hamburg k. S. 88 Leipzig k. S. — London k. S. 119 Lyon k. S. — Paris k. S. — Wien k. 8. 951/4 ditto m. S. — ditto 1. S. — Disconto 4% G. Preuss. 41/2 v g Oblig. 913/4 Frankf. 3V8% Obi. 79V2 Näss. 4,/2° o Obi. 91 Kurhess. 4% „ 823/4 Gr. Hess. 50/0 Obi. 1011/8 „ „ 40/0 n 927/g „ „ 31/2% n - Bayer. 5% „ 95V< „ 4'/2O/o 1jährige 9N/g „ 40/g 1/4 jährige 913/4 Würtemb. 41/2% Obi. 903/4 Baden 4V2% Oblic. E. L. 91 i/4 Oesterr. Silberrente 527/s „ Papierrente — „ 50/0 M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881r 94i/2 „ „ 1882r 931/2 „ n 1885r 923/4 „ r 1887r 92'/g Spanier, neuest. 3% 28% Prioritäten. 3O/o öster. Stsb.-Prior. 553/4 3% öst. s. Lombard 451/2 3O/o Livorneser 301/4 50,0 Toscaner — 50/0 Elisabeth.-Prior. — do. II. Emiss. — €>eld§orten. Pr. Cassen-Sch. 1 447/g-45*/8 Sachs. „ — Div. Cassen-A. Pr. Friedrdor 9 58i/2—59y2 Pistolen . . 9 45—46 T doppelte 9 45 — 46 Holl. fl. lOSt. 9 55 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankenst. 9 33 Engi. Sover. 11 57—59 Russ. Imper. 9 46—48 Dollar in Gold 2 26i/2—271/2 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 st. — 40/0 bayr. Präm.-Anl. 1053/4 Ansbacher 7 ü. — 40/g badische Loose 106 Badische st. 35 Loose — Oestr. ü. 250 v. 1839 — 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 74 1864r „ — Braunschweiger — Stadt Madrid 21 Actien. Frankf. Bank 132 Frankf. Vereins-Kasse 1011/4 Darmst. Bankact. 315 Wien Bankactien 690 Galizien 221 Frankfurt, 14. Nov. (Börsenbericht.) Das russische Noteninteimezzo gab die Veranlassung zu Anstrenguugen, welche die Conrse erheblich zum Rückgang brachten. Erst im Abendverkehr geboten die inzwischen eingetroffenen beruhigenden Depeschen aus Berlin, Brüssel und ooudo» dem wachsenden Pessimismus unserer Speculanten einigen Halt. Zahlreiche Rückkauf- rrdres ließen eine festere Haltung Platz greifen und das Geschäft gestaltete sich ziemlich umsang- Leich. Spanier haben ca. 3/490. — Clisabethbabn Actien 1983/4 — 5% Würtemberger 963/ .__ Ungar -östr. Prior. 7O>/2. South. Missouri 653/4. — Eentral-Pacisic. 76i/o. — Böhmische Westbahn-Actien 200. Allgemeiner Anzeiger. Besondere- Bekanntlnnchnngen. DaS vierte Ziel Communalsteuer pro 1870 kann in den nächstfolgenden drei Zahltagen /Samstags, Dienstags und Donnerstags" ohne Kosten zur Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, den 10. November 1870. Der Stadt- Rentmeister: (4821) Enders. 00 Carl Frech 9t-1 Der Verwaltungsrath. (4873) Stickereien 00 Best- MM Emil Pistor. (4554) Annonce. 4761) w I. Mannberaer. tben. 394 unter Garantie. DO ich Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. in in Acker Acker Acker laier 113 281 182 der Lichtenau, ter Au, am Weh- Vorbehältlich definitiver Feststellung. Gießen, im November 1870. Die mit6 du n Mischungen bürg und ' wird. Wi Gibraltar lo[t (Solltet lchränkte Bi fluetflufdjtn. gkgkn den . walmm, nu f® wenig j von 1870 I m allein i £ V 4863) Nr. 13 hat die zwei Bügelplättchen gewonnen. Schmidt, Polizerdrener. 4864) Russische Sardinen und Sardellen , sowie Stockfische und marinirte Ästsee-Häringe empfiehlt Backer Vogl, Wallthorstraße. | Schellstsche fortwährei^^ftlsch^be^ * , ^gUthorstraße. Bermiethungerr 4008) Eine neu eingerichtete Wohnung mit 3 Zimmern, Vorplatz, großem Boden, Aussicht in das Freie, ist zu oermiethen. Ein großes Zimmer davon kann allenfalls möblirt abgegeben werden. Emil P r st o r. 4849) Die Pächter des Hospital- und Kirchenguls weiden an die Bezahlung der Martini L I. fällig gewesenen Pachtzinsen erinnert. Gießen, den 14. November 1870. Der Rechner: Wittich. Wegen Aufgabe dieses Artikels zu sehr billigen Preisen verkauft Karl Wenzel. 4830) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- mielhen und alsbald zu beziehen bei Georg Schar mann Wittwe, Schützenhof. 4789) Eine möblirte Stube mit Calw net ist zu vermiethen und sogleich zu be= ziehen bei Th. Rautenstrauch, an der Schoor. D für bas Jo ment vom ■ und 151 bi 'sonstigen B 4t00) Künftigen Tonnnstag den 17. Nov-, Nachmittags 2 Uhr, werden in dein Gcs.U chofte>hause dahier ab- gefpielte Whist - und l'Homb e Karten, sow e alte Zeitungen, gegen gleich baare Zahlung versteiget r. 4762) Ein kleines freundliches Logis, sofort beziehbar, ist zu vermiethen bei Gebr. Wenzel. 4651) Auf dem Seltersberg, im Nebenhaufe von Vit. E. Nr. 4, ist eine mobUrte Stube mit Cabinet zu vermiethen. 3866) Ein brauner Alpaca-Schirm (En-tout-cas) ist in meinem Laden stehen geblieben. Carl Schulze. = 1 ft. 45 fr. Niederlage in Gießen bei Versteigerungen. 4859) Donnerstag den 24. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhause nachverzeichnete Grundstücke, den Erben des Friedrich Malkomesius gehörig, öffentlich versteigert werden, als: KO 00 in ganz bedeutender Auswahl und zu allen Preisen bei H. Hochstätter Wittwe, Schloßgasse. 4841) Das Auf- und Abschlagen des Winter kostens am Jughardsbrunnen soll Mittwoch den 16. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Rathhauw rergeben werden. Gießen, den 12. Nooemb.r 1870. Grvgherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Mein Tuch- und Bukskin-Lager zu billigen und festen Preisen und bestens a ss o r- t i r t bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Ludwig Lang, Marktstraße Lit. D. Nr. 25, vis-ä-vis rem Herrn Kaufmann 4610) Frische Sendungen in SardineS in PicleS, Sardine# a l’huile, Anchovis, Mixed-PicleS, Caviar, Champignons, Trüffeln, Gothaer Cervelatwurst, Reuen Holland. Dollhärtngen, Geuucs-Sardellen, Bückingen zum Rohesten, Königs Reisstärke empfehlen I. A. Busch Sohne. Frequrn) und Einnahme auf den Oberhessischen Eisenbahnen Theilstrecke» : Gießen - Alsfeld - Lauterbach, Gießen - Nidda - Büdingen. LKlftr. 373 Acker auf der kleinen Werde, 210 Acker in der Lappenei, | Acker am Schlangenzahl, 397 Ack>r in dem Wasserfall, 334 Ack.r am Barreograben, 250 Acker auf dem Barresgraben, daselbst, 318 Acker am Sandkauter Weg, 324 Acker in dm Rödern, 58 Acker am Nahrungsberg, 147 Acker daselbst, 31 1 Acker 31 Acker 27) Acker Oeffentliche Aufforderung. 4865) Gegen Jacob Hinkler II. zu Steinberg ist der förmliche Concurspro- zeß erkannt worden. Es werden daher Alle, welche Ansprüche an denselben zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche in dem Termine Samstag den 17. December l. I., Vornrittags 10 Uhr, bei Meidung des stillschweigcnd erfolgenden Ausschlusses von der Maste dabier anzumelden und etwaige Vorzugsrechte bei Meidung Verzichts auf dieselben zu begründen. Gleichztitig soll in dies m Termine die Güte versucht und eventuell ein Massecurator und Gläubigerausschuß erwählt, .sowie deren Befugnisse festgestellt werden. Die nicht erscheinenden Gläubiger w°isl ^ritiville ■ fr a Mstch 'iahen. M *•* mit B W* 1 st- I i*9 a. i Allerneuestes Amklilranischk» : (ilanz-Markc- ’ Zusatz-Präparat 4*52) Wir lassen eine größere Parthie dickes und starkes Garn zn Socken und Strümpfe verstricken. -Arbeitslohn für Socken 6, für Strümpfe 15 kr. ~ie Ausgabe der Garne und Empfangnahme der gefinctt ten Waarcn findet von Miitwoch den 16. November an, täglich Nachmittags von 2—4 Uhr, m der Wohnung des Herrn Theodor KuckUer (Seltcrsweg) statt. Gallische Wolleuspinneret. 4876) Mit einem Paqmt für 35 kr. können ca. 300 Herrenhemden nebst der »'feineren Damenwäsche auf viel beque- ** mere, sichere und billigere Weise eine £<> f so elegante Appretur erhalten, wie dies bisher zu erzielen nicht möglich nmr. < Aufmerksame Hausfrauen werden zu- % gleich sehr bald herausfinden, daß bie 2* Wäsche, auf diese Weise behandelt, be- » deutend länger st.t-agen werden kann » % Eine einzige Peobe wild Jedermann * ^ sicher befriedigen. •' •S Nur allciu zu bezielen durch das»*