Vcn 5!ort"n\« $2 SR, PretL vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn- Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzleiberg Lit. V. Nr. 1. ll< «M lallen eine Sfytibgtk: trj-Äanen in bet Nähe Venn ein mit bet utei^ Äaxte vor btt Tin- Hl «.brauchbar werben ch deffelb» gegen ein u> Sarfe beklebtes Treiss.» ihn Veülmaiungcn Mn n. 3hdl Ts finb biteili durch W . US: brannten angewiesen. L ?3 Cinäbttn )u bewselden [ . , sollen. 4 SneiW \eW . btB Ilj« W 3-«'t t) w ü, HiWW Stil .'-craunzfür^°lnaiden. 2S.Ä ÄSiJÄ - Jifnia llthw">- . ’n »< g, T«W ‘ -fB den StLenurn VerfM r-“"!*E i»w ■« h"*" gtrtiU I# •n ^rsöngnch . der W «*<«' *™bl, , tirt** 9lall6efll; Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 70. Donnerstag den 16. Juni 1870. Wir sehen uns wiederholt veranlaßt, das inserirende Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß bei jeder Anzeige, bei der es heißt: „Näheres bei der Expedition dieses Blattes", von uns 12 kr. Nachschlagegebühren berechnet werden müssen, selbst wenn solche Anzeigen für den Aufgeber keinen Erfolg hatten. Die Expedition des Giessener Anzeigers. AMtZi ehe BekarnntmrrchIrnger». __ Bekanntmachung. Nach einer Mittheilung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern ist die mit einem jährlichen Gehalte von 470 Gulden verbundene Stelle eines Kanzleidieners bei Großherzoglicher Oberstudien -Direktion erledigt. — Die Bewerber aus dem Stande der versorgungsberechtigten Unterosficiere und Soldaten, welche der 1. Bezirks-Compagnie angehören, haben ihre deßfallsigen Gesuche spätestens bis zum 22. Juni er. dem Bezirks-Feldwebel in Gießen einzuhändigen. Gießen, den 13. Juni 1870. Großherzogliches Landwehr - Bezirks - Commando Gießen. Franck, Hauptmann. a——M8W| 1 MI! II I 11r St ^^>g'N h| ™ jener i X"' f”'* W jener > Die Rachl über unr sc-lase liche Stadl, er! lurkend in ven * jene Stätten j Lttnichtnng geh Burthololnansna um in ven Ann siegen, und jew geiitiöschwache i hinri Mordgew Und doch einzi Lageb.i^ 8" d? Seour*' qfr, 24 brinfl* ö" B-rsLat L°",A«8°r^j Sew-^uf den TaUlhef ° ls D ®®atp8^ aui Markt. (2634) All ••• KU Dem am 1 V. UHU „juiu vuyivv "...... ,-----y v; Näheres bei der Exped. LÄntbal-SängerLuudes, wozu 15 Vereine gehören, in der Zahl von über .6...v... vnnrSoti Hp Newnllner nuferer 9?adibai’uQi)t Firma ] 2883) Cpileptisehe Krämpfe (Fallsucht) M in Berlin, Louisenstraße 45. Zinßevfcher Garten Donnerstag den 16. Juni: Han- wö- Preis Dienst gesucht, d. Bltts. 2872) Es wird ein braves Mädchen von 14 bis 16 Jahren zu sofortigem Eintritt tn ........ ...... ... die Annon- zur Nachricht, daß von heute an mein Geschäft für einige Monate 1 tagS"«”» g- Daube «E". nach Ems^verlegt ist. ---- 2814) Ein Dienstmädchen wird auf Johanni in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts._____________________ 2805) Ein junger Mann wird auf ein hiesiges Comptoir crs Wo ? sagt die Exped. d. Bltts. genommen. Offerten sub J. A. 187 an 500 mitwirkenden Sängern, werden hiermit die Bewohner unserer Nachbarstadt Gießen, sowie deren Umgegend ergebenst eingeladen. Es berechtigt ein höchst zahlreicher Besuch unsere Hoffnungen ganz beson- ders, da die Eisenbahn beide Städte eng verbindet. Grünberg, im Juni 1870. Das 2861) Die Klee Crndte von IV2 Viertel L°"d ist ru verkaufen bei^^^ I | Jenc,| die an Scropheln, Rheumatismus, Gicht, Lähmungen oder Hautkrankheiten leiden, sollen jetzt die vorzüglichen Gartenverkauf in Wetzlar. 2663) Ein dicht an der Stadt reizend gelegener Garten, über zwei Morgen groß, mit einem bewohnbaren steinernen Gartenhaus, edlen Obstbänmen, Wasserleitung, Esplanade, prachtvollen Bauingruppen, englischen Anlagen, herrlicher Aussicht in's Lahnthal, ist theilungs- halber zu verkaufen. Derselbe ist mit einer gut erhaltenen Mauer umgeben, und würde sich wegen der'Nähe der Lahn und Eisenbahn sowohl zum Lurusgarten, wie auch zu jedem industriellen Etablissement eignen. — Franco-Anfragen beliebe man unter dec Chiffre G. II. poste restante Wetzlar einzusenden. __ Lilionese, das einzig be- ö währte Schönheitsmittel § findet täglich noch mehr Anerkennung. Alle Falten g und Hautunreinigkeiten ver- schwinden in 14 Tagen; nur allein ächt im Chemischen Labo- ratorium von Adolph Conrad in g Castel a. Rhein und durch Herrn g Carl Frech in Gießen zu bezichcn. 2867) Ein Medaillon mit zwei Photo- araphieen und ein Taschenkämmchen mit Etui habe ich in meinem Laden gefunden, und können diese Gegenstände von den Ei- genthümern in Empfang genommen werden. u I. CH. Netter. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Deutschland", Capt. H. A. F. Neyna»° welches am 28. Mai von Bremen und am 31. Mai von Southampton abgegav war? ist am 11. Juni, Nachts um 12 Uhr, wohlbehalten in New-York angekomv.c- Garttnwirthschcstt von C. Pipp. Heute, Donnerstag den 16. Juni: .liriffiintc Zarlen-ReleuchtMg mit humoristischen Transparenten. Z Mrber-Lehrjunge wird zur Erlernung der vollständigen Klet- der-Färberei, Druckerei und Wascherei an- 2860) Ein Schreiber in gesetzten Jahren, zur Besorgung des Rechnungswesens und verwandter Arbeiten, findet dauernde Stel-^ lung in einem hiesigen Geschäfte. Näheres bei der Exped- d. Bltts. 2708) Ein angehender Kellner oder ein Zapfjunge werden gesucht im Darmstadter Hauö- in Frankfurt fl. 1. 45, mit Postaufschlag fl. 2. 12. hip vvnvvj. v cv CX CF t» Bestellungen und Zahlungen können bei meinem Vater, I. H- Fuhr, in der Sonnenstraße abgegeben werden. Gießen, den 4. Juni 1870. WUHelnnne Fuhr, Modes. Richt zu übersehen! 2826) Ich übernehme alle in mein Fach einschlagende Arbeiten zu ganz billigen Preisen. L. Weber, Schlossenneister. Ausstellung landwirthschastlicher Maschinen vom 3. bis 5. Juli 1870. Bürger-Club. 2873) Die auf den 19. Juni nach Kloster Arnsberg vorgesehene Parthie ist bis auf Weiteres ausgesetzt. 2864) Frankfurter TAGEBLATT Einladung. ou dem am 19. und 20. Juni dahier stattfindenden neunten Sängerfest! '*■' — » < l ....... iE a aaLäva«. Im Snr Q Vinn über 325) Für die ' Vaterländische Feuer - Verstcherungs - Actien- Gesell schüft M Elberfeld vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu ^billigen und festen Prämien. $ ^ffmann. Hoffmann. Circus Renz in Cassel. Reichenhaller Latschenkiefern-Bäder j aus der Molkenkur- und Bade- 8 Anstalt von Gebrüder Mack in g Reichenhall gebrauchen , welche | wegen ihrer Heilkraft genügend be-1 kannt sind. | Der Extract in Flacons für 1 Bad | ä 24 kr. = 7 Sgr. ist in Giessen | zu haben bei Herrn Julius Wallach, j 2>46) Ein tüchtiger Hausbursche wird I 0111161110115 * Coucert. gesucht. Lohn 72 fl. Näheres bet der ' rped. d. Bltts. _ auSaeführt vom ganzen Musik-Corps des Großh. Hess. II. Ins.-Reg. ixonox ar..r.aUa«. ««aw 1 \ 1Q n<*i M u y, r. und Handels - Courier. Nationale Tendenz. Reichhaltiges delsblalt. Feuilleton. Erscheinen: chenllich 13 Mal. Vierteljährlicher 2874) Ein Mädchen, welches kochen kann . und alle Hausarbeiten versteht, sucht aus ; Johanni eine Stelle. Zu erfragen 9teuen- < bäuen B- 86. Dienstag den 21. d- Mts- wird das . ^rahresfest des Groß-Lindener Zwetg- Vereins deö Gustav-Adolf-Veretns in Garbenteich gefeiert. Anfang des Morgen-Gottesdienstes 10 Uhr. Alle Freunde des Vereins werden zu dieser Feier eingeladen. Groß-Buseck, den 12. Ium 1870. Für den Vorstand: (2870) Strack, Decanatsverwaltcr- Bekanntmachung. 2869) Meine Wohnung befindet sich von heute an in dem Hause des Herrn Friedrich Schwaab auf dem Seltersberg (Neue Straße neben dem Hessischen Hof , in der Nähe des Eisenbahnhofes.) Gießen, den 15. Juni 1870. Diery, Hofger.-Advocat. , . , Täglich 7 Ahr Atzends al^Ährlin« gesucht" Vorstellung in der höheren Reitkunst, Pferdedressur und Gymnastlk Um jede irrige Meinuilg zu widerlegen, erlaube ich mit einem 1)00)^ ehrten Publikum ganz ergebenst anznzeigen, daß der Aufenthalt nW Gesellschaft nicht über die Dauer der Ausstellung, sondeu nur kurze Zeit Hierselbst sein wird. (2755) E. Renz., Director. 2797) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen Lindenplatz Lit. A- Nr. 244. 2795) Eine Scheuer ist zu vermieden bei Wittwe Hassenteufel, Neustadt. Zur gefälligen Beachtung! 2715) Meinen werthen Kunden und Bekannten diene hiermit 2808) arbeitet son 14-18 paijren ßed « versönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn D. Reifert, sucht ' ätnfana halb 6 Uhr. — Gntr6e für Nichtabonnenten ä Person 12 fr. __t.--moeni°brit.-------- $ie D7Ä8n Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten Mltzubrmgen. >nen?zu 15 und ™TS’eW (Bei günstiger Witterung jeden Donnerstag.) Karl Ludwig, am Asterweg. 28-17) Ein braves Dienstmädchen wird gesucht. Näheres Turnhalle. 2651) Für ein feineres DetaibGcfchäft wird unter günstigen Bedingungen ein junger Mann als Lehrling gesucht. Gewandte Handschrift erwünscht- Näheres tm Ex- preß-Büreau. __ Wohnungs - Veränderung. Meinen geehrten Kunden und Geschäftsfreunden hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung am Asterweg verlaßen und nun bei Karl Stadler am alten Arresthaus wohne. ^m Anfertigen aller Herrenkleider halte ich mich bestens empfohlen. ' Georg Heinrich Led ermann, Herrenkleidermacher. Auf den Abbruch billig zu verkaufen: zwei Scheuern und ein zweistöckiges Wohnhaus, alles von starkem Eichenholz und solches in bestem Zustand, bei C- Müller, (2876) in Gladenbach. Vermiethungen 2812) Auf der Neuen Anlage Lit. C Nr. 37 ist ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.__ ~ 2858) Eine Familienwohnung ist zu ver- miethen und alsbald beziehbar Kreuz Lit. B- Nr. 204. _______________ ___________ 2469) Einem verehrlichen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich jede Ar^ beit im Weißzeugnähen sowohl, als auch im Sticken, übernehme. Meine Wohnung befindet sich im Richter'schen Vorderhause in der Wolkengasse. G- Lanz. 2859) Ein braves Mädchen wird gegen hohen Lohn sogleich in Dienst gesucht. Von^ wem ? sagt die Exped. d. Bltts. j 2813) Sofort werden günstig placirt: 2 Werkführer für Mühlen, 3 Wirthschaf- terinnen, 2 Braumeister, 4 Verwalter, 3 selbstst. Oecon.-Jnspectoren, 2 Gärtner, 3 Förster, 4 Aufseher d. d. landw. Büreau von C- Erlcr in Dresden, Wilsdr. 13. 2862) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen Neuenweg B- >92. 2793) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Wallthorstraße A. 227. 2266) Ein Familienlogis mit allen Bequemlichkeiten ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________ 2845) Möblirte Zimmer zu vermiethen Neuenweg B. 194. Vermischte Anzeigen 2882) Ein braver Junge, der die Schuhmacher-Profession erlernen will, kann m die Lehre treten bei Hermann Dretz. 2863) Ein braves Mädchen, welches sofort eintreten kann, wird gegen hohen Lohn gesucht Neuenweg B- 192. Literarisches. ■ II z tcn neunten Sängers in der Zahl von ük ner unserer Nachbars^ Hoffnungen ganz beser- s Fefl-Comite. Himmelsglocke große, uneno* Alsschimn o. mschlagknde Sitte *f[tnnei(ltr. Ans blutiger Zeit. Historische Novelle von Hermann Hirschfeld. ngs-Aeticii- ck unb Ervlostonsgrsatzt |i Hoffmann. Carl Hoffmann. Die Industrie-Ausstellung in Cassel ist anschaulich und übersichtlich geschildert in dem so eben -rschi-n-n-n sehr reichhaltig illuitrirten Bucke Führer durch die allgemeine Industrie-Ausstellung . Das von der Wittenberger Ausstellung entnommene, hier aber durch einenl dlrecten Anscklutz an das Orangerieschloß bedeutend erweiterte und verschönerte Gebäude erscheint sehr imposant und ein beigegebener Grundriß läßt eme große-Sorgfalt ine Vertheilung der ausgestellten Gegenstände erkennen. Die landschaftliche Umgebung trägt nicht wenig bei, dem Casseler Unternehmen vielen fr h - ren, ähnlichen, zu sichern, und so ist denn auch das vorliegende Buch nut den Abbildungen der Carlsaue, der Terrasse der Kattenburg, des Aueparks rc. geschmückt. Der Concertsaal im Oranger i-schlos,, di- Pavillons d-r Restauration -c. und ner ch,-d-ne andere Darstellungen bilden den übrigen Theil des Buches , dessen ltterar scher Thett seinen Zweck, die Fremden auf alles Sehenswerthe aufmerksam machen, m lob cher Kürze erfüllt. Daß die Ausstellung sehr reichhaltig ist, zeigt am Schluß eine Statistik, ,nach welcher aus Norddeutschland 273 Stadt- mit 8W.Ausstellern aus Ofttrreich m d Ungarn 45 Städte mit 85 Ausstellern, aus der Schweiz 7 Städte mit 10 Ausstellern, > aus Frankreich 9 Städte mit 17 Ausstellern rc- rc- vertreten stnd. en- ui: ictrt, ib M ii chnM-nmitlt-dr'"^ ronoerst-g.)__, Purpur ist billiger geworden seit jener Nacht, die hinreichte, halb Frankreich in 6lC^ Der^Gcistliche°ttat naher, und seinen scharfen Blick auf die Königin rich. tend, sagte er säst in vorwurssvollern Tone: Was höre ick, ist bü4 1,8 erwählte Kämpferin des heiligen Vaters? Wo bleibt Ihre Starke wo Ihr männlicher Sinn? O glauben Sie mir, Königin, nur durch Blut kann Frank- reich gereinigt werden, und da Sie Ihre Zustimmung zu jener Nacht gaben, die glorreich in den Annalen des Katholicismus dasteh.n wird, erwarben S,e stch die Krone der Seligkeit, und für jeden Ketzer, den toie der Holle über- gaben, erblüht Ihnen dereinst ein Strauß mehr in dem Kranze der himm- f einem H r. piPP- '>v- , 1*5 erzch« * ücrl* und nUn Vj empfohlen. 7 ^Hermann, ndermacher. * Das einzige Frankfurter Blatt von nationaler Tendenz, das „Frankfurter ; Tnnpblatt nebst Handels-Courier", hat sich in den Kreisen der suddeutschen Handelswelt schnell Bahn gebrochen. In der That verbindet dasselbe mit vieler Frische . der Schreibart große Vollständigkeit, namentlich der Handelsberichte, bringt einen vollständigen Coursbericht, Verloosungstabellen rc. rc. Preis nut Postausschlag fl. 2. 12 fr. | vierteljährlich. Erscheint täglich zweimal. ______ ?J IÄ V®1* lt(d)en SrfUten. tU Worte des Redenden nicht mehr be- achtet sie hatte ihren schms-n Blick aus ein hohes Gebäude j-ns-,ts der Seme gcrichtet, jetzt wandle sie sich zu Ignaz. 9 Der Palast Guise ist erleuchtet, was bedeutet das, Ignaz? Majestät, man feiert drüben ein Fest zu Ehren der Herzogin von Mont- Ohne si7'mi'"v?rÄ-lle7,°'?°ich^nn- diese Guise, dürf.e ich sie doch vernichten wie die gisthauchende Schlange, durfte ich sie doch alle, olle beugen unter das Eisen des Schaffo.s, dies- stolzen Häupter, diesen scheinheiligen Car- dinal Viesen glatten Heinrich! aber Geduld, Geduld, auch ihr -dog wird körn- men 'noch bin ich Königin von Frankreich, noch lebe ich ihnen zum Verderben. Maieüät wandte Pater Ignaz mit ironischem Ausdruck ein, Frankreich nennt ^r.n S°bn sekn n König Hünrich von Valois allein kann über Guise entscheiden. «111 ist eine Puppe, -in machtloses Spielzeug in. meiner Hand , giie niemals wäre er König geworden, hatte er es gewagt sich gegen den Willen feiner Mutter zu erheben. Laß ihn lieben, scher- l-bwelaen i- toller, desto besser, ich sorg-, >ch herrsche für ihn. * Ilbe Maiesiät Frankreich weiß auch, unter wessen Hand und Haupt es fiS'ift faurn gekannt, ja, sein Name, seine seltsamen Leeden- sich beugt, Haltung werden verlacht; Catharina von Medicis heißt ^Ln7di7N ukd Lme von sich strahlt, Catharina von Medicis die 6 ötttn an deren Altar täglich Europa in blinder Ehrfurcht kniet Ich liebe die Schmeichelei nicht, Du weißt es, Ignaz, unterbrach ihn le Königin düster, sprich offen, welche Gunst soll ich Dir gewahrend Dankbarkeit, nicht Egoismus spricht aus mir, erwrederte der Vater beftia Danke ich Ihnen nicht Alles, was ich bin I ^ S°llte -s auch Dankbarkeit geben? Kaum glaube ch mehr daran, me,n e . ©Antain finnenb • leistete Coligny meinem Staate Nicht unermeßliche Dienste, ^ck lttL tck ibn morden Ich habe nie, niemals die sanften Regungen und doch 6 $ b Menschen schmücken sollen. In einer rau- ^n"^,,?mk?weattn^eit geboren, aufLewachsen in Leidenschaften und Intriguen, kenne ich nichts Anderes, und in dieser Leidenschaft suhle ich mich glücklich. Ich will feine Dankbarkeit, feine Liebe, die ich selbst ^>cht -wpf!trd-,.^und galn^eS tln,9= SDlonatt "»• Mr, "ödes. D« Hinzuaetretene «ar -in Mann in den mittleren Jahren, dessen schwarze -°u.?n- ihn ä?« °imn G-istlich-n erk-nn-n li-ß; der Ausdruckl feiner 3 e mrkündete Scharfsinn und Geist, und 'nn. Augen, von Kl-rnh-.t, Cer Königin-Mutter und am Eingang des Fensters, das »um Bal h führte, stehen bleibend, fragte er mit sanfter schmerchelnver Stimme. SSkäESk W-l. und Menschen, und der Purpur der Erde erwartet S ch den am Strahlenthrone des Höchsten, auch dort wird Eathanna /Herrscherin schauderte. Sprich mir nicht von PurP-r,scigt-siele.se, seit jener Nach, da die Well-n der Seine sich rötheten vom Blu der Hug- Ä Ast bis in «ein Zimmer der Tod seine chw^Flügel b« seit jener Zeit hasse ich den Purpur, Ignaz, - denn das Von pai Die Gartenlaube brinat in Nr. 24 folgende Beiträge: Der Bergwirth. Geschichte aus den bairischen B raen. Von Hermann.Schmid. (Fortsetzung.) - Em Dichter des Wupperthales. Von Albert Trager. Mit Emil Rittershaus' Portrait. - Die verlassene Frau eines Bonaparte. — Der gebändigte Strom. Mit Abbildung: Der Durchschnitt der Donau bei Wien- — Das Bernsteingold des Samlands und seine neueste Gewinnung. Von einem Ostpreußen. (Schluß.) Mit Abbildung: ernstern- Taucher auf dem Meeresboden in Brüsterort. — Blatter und Bluthen. C?. Marlitt als Ehestifterin Von C- Spielmann. — Auskunftsmappe der Gartenlaube. (Vermißte Landsleute jenseits des Oceans.) — Das lungste Wunder. — Kleiner Briefkasten. — Ehrengabe für Roderich Benedix. Die Nacht brach an, tiefblau und sterndurchsäet lagerte die über dem schlafenden Paris, ein träumender Niese lag sie da, die ... licke Stadt, erschöpft von den Anstrengungen des Tages, hm und wieder auf. ruckend in den Wallungen üppiger Lebenskraft. Vom MonUicht beglänzt, traten jene Stätten weiß und friedlich hervor, wo noch vor kurzer Zett Mord und Vernichtung gehaust hatten; das Menschenblut, das kurze Zeit vorher m der DartbolomäuSnacht die Dielen purpurn gefärbt hatte, es war langst verwifcht, um in den Annalen der Geschichte als Schandfleck Frankreichs mmmer zu versiegen, und jene Räume des königlichen Louvre, von dessen Balkon herab der geistesschwache Karl IX. die Herzen seiner wehnosen Untertanen zur Zielscheibe feine« Morvaewehrs gemacht, waren düster und schweigend, wie daö Grab. ' Un° v°» - war «“eine Täuschung ter Sinn-, war -S -,n Phantom, h-rvorg-rus-n durch tie Erinnerung an jene blutigen Tage, erschien letzt a s diesem Balkon ein- hohe Gestalt, starr, wie aus Marmor gehauen, stand si da bestrahlt vom milden Licht des Mondes, das glitzernd seine «ttahlen rn dre Fluthen der Seine warf und neckisch spielte mit den Wellen des #1 uff«. Es war fein Schatten, die Gestalt trat naher an die Brüstung des Bal- kons, und tief ernsten Blickes schaute si- hinunter aus das schlummernde Paris ,u ibtin stüüen. Es ist ein Weib, in eine wett hinau,reichende Nobe von ?ckwarrem Sammet gekleidet, das Haupt von einem Spitzenschleier von gleicher F^arbe verhüllt, — ein Weib von königlichem Anstand, mtt stolzem, hochmu hi- aem Ausdruck des Auges und des Mundes, mit majestätischer Haltung, wer sie so dastehen sah im fahlen Licht des Mondes, der mochte sie für das | gatum der Riesenstadt halten, die ihr schwarzes funkelndes Auge S-vnnf-"°°ll überblickte. Und diese Frau, war sie nicht das irdische Fatum Frankreichs ge worden? Thränen, Blut und Flüche hafteten an dem Nam-n Ea Hanna. von Medicis. Mit einer langsamen Bewegung schlug si- den Schleier ihres 8 lurütf der, von einem weißen Perlenviadem gehalten, fie.f"U£nr"*äum® I J Die Stadl schläft! sprach si- leise vor sich hin, säst kern Haus, in das nicht der Krieg oder jene blutig- Nacht ihre v-rv-rbl>ch- Fackel ü«l^udert, und nnttr tonnen sie schlafen und sich stärken zu neuem Tagewerk, indessen ich, die K?niün v° d ren Blick -'n- W-lt -rz.tt-rt, mich beugen muß und krummen «°r i-n-n Göttern, die Schlaf senden und süß- Traume. Ha, wenn ,ch fu «in en löhnte abringen ihnen eine Stund- der Ruh-! Ab-r nem, mm, unterbrach si- sich leivenschastlich, ich darf nicht schlaf-n; wenn ch ruhe, ruht XrÄÄÄ ei- g* *5 tast «ssw* । "■„ri.z’Tk"»«1'..»' s» «**»»«**«*. 7.ÄÄÄ- tttÄRsr&Äi..ÄSLNWMLW«s Majestät, ich b-sörd-rt- den Eourl-r und siegelte die g-hetm-n D-p-sch-m Es ist aut koch noch -ins, ist Nachricht von meinem Sohn- ang- ungt? Der König ehrt mmg.n von seinen Reisen in den Provmzen zurück. Ba- ron Sürilla, der mir diese Nachricht bringt, findet >hn gelangweilter als >e, nid’‘a^""pÖwl^r^UftJgrro6,Ue"er es auch im Kleinen ist, erwi-dert- Eatharina ~*x cin Spielzeug für unfern Sohn und König sorgen mMen 'ehe er die Politik zum Zeitvertreib wählt, und kleine Kinder zerbrechen 7. ihr, berührt eher will ich ihm die Religion überlassen. '»SSW !»*«» "w »' •“"K e,Mi, 1„ ».1,1. s.il.,1»., I;«1 » ».“■ ,»•'> »3 * ffffiff ÄWÄVÄ Ä. ■?. ÜÄ g 5 s »ff. ff er gekommen, entfernte. s I .. Licktsckein zu ihr herüberdrang, einer harmonischen Musik. (-8cd'£Sun9 '°18 J P 0 I 13. Juni. Die Berliner „Borsenztg." schreibt: In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der Militärsrage, die alle Kreise schon jetzt lebhaft beschäftigt und die in noch höherem Grade die Gemüthcr in Anspruch nehmen wird, je näher wir den Reichstagswahlen korn- men, verlohnt cs sich, auf einige Erörterungen zurück- zugreifcn, die im constituirenden Reichstag bei den das Bundeskriegswesen umfassenden Artikeln des Der- faffungSentwurfs stattfanden. Als die Kriegskosten, beiträge in Rede kamen, beantragte Fürst Solms 225 Thaler für den Kopf der Armee auf 7 Jahre, Forckenbeck die gleiche Summe bis zum 31. Decem- ber 1871, Moltke die Forterhebung dieses Betrages und Beibehaltung des Procentsatzes bis zum Erlaß eines abändernden Gesetzes. Der Kriegsminister v. Roon erklärte am 6. April 1867: „Wenn die Summe von 225 Thaler nicht ausreicht, und die Regierung mit vermehrten Ansprüchen vor den Reichstag tritt, so erwarte ich keine verbitterte Aufnahme. So lange unsere Verwaltung sich mit Recht des Rufes der Sparsamkeit erfreut, werden Sie mir den guten Ruf nicht schmälern wollen. Ich sehe die 225 Thlr. nicht als ein Pauschquantum, sondern als eine Minimal- sorderung an, welche die Existenz des wichtigsten Instituts des neuen Bundes sicher stellen soll. Wir streben dahin, daß festgestellt wird in Paragraphen, was Rechtens ist. Wenn es der Regierung ansteht, wird sie von weiterer Freigebigkeit Gebrauch machen. Wenn ein Zeitraum von zehn Jahren auch nur oben- hin gegriffen ist, so sind vier Jahre doch zu wenig, um die Organisation zum Abschluß zu bringen. Dazu bedürfen wir sieben Jahre, schon in Rücksicht auf das mit den Regierungen wegen der ehemaligen Reserve- Jnfanterie-Division geschlossenen Abkommens, bas für uns keine Prärogative bringt. Deßhalb bin ich mit dem Amendement des Fürsten Solms einverstanden. Auch das Amendement Moltke beseitigt die Gefahr, in's Freie zu fallen. Ich bin sehr zu Eompromissen geneigt, nur will ich dabei nicht die Interessen des Vaterlandes compromittiren." Bei der Abstimmung fielen die Amendements von Solms und Moltke und das Forckenbeck'sche wurde angenommen." Die Krakauer Blätter bringen ausführliche Berichte über die nationale Reunion, welche Polen aus allen LandcStheilen in den Pfingstfeiertagen in Krakau feierten. Die Zahl der auf Einladung des Krakauer HantwerkervcreinS eingetroffenen Gäste belief sich auf etwa 750; davon waren 400 aus Lemberg und anderen Städten Galiziens, 300 aus Oesterreichisch- und Preußisch-Schlesien und nur 50 aus dem König- reich Polen, dem Großherzogthum Posen und Westpreußen gekommen. Die polnische Aristokratie und der wohlhabendere Bürgerstand hielten sich von der Empfangsfeierlichkeit und den zu Ehren der Gäste veranstalteten Festlichkeiten fern, weil sie in der ganzen Veranstaltung eine den polnischen Interessen wenig förderliche politische Demonstration erblickten. Die Festvcrsammlungen, an denen sich außer einigen Lite- raten nur die unteren Classen betheiligten, hatten einen ausgeprägt polnisch-nationalen und ziemlich stürmischen Charakter. Bei dem Festmahle, an dem etwa 800 Personen Theil nahmen, wurden mit Begeisterung aufgenommene Toaste auf die Wiedererste- hung Polens, die Emigration, die polnische Demokratie 2C. ausgebracht. Ein schlesischer Bauer hielt eine längere Rede, deren Inhalt den Geist und den Zweck der Versammlung am besten kennzeichnete. Der bäuerliche Redner sagte u. A.: „Unser schlesischer Landestheil ist längst vom gemeinsamen Vaterlande losgerissen; unser Adel ist germanisirt und steht uns in den Kämpfen um unsere Nationalität nicht zur Seite. Dennoch ist tief in unseren Herzen die Liebe zu Polen und das Bewußtsein, daß w,r Polen sind, zurückgeblieben. Das ist unsere Rettung und wird uns zur Rettung führen. Wir sind zur Hauptstadt der Piasten und Jagiellonen gekommen, um uns an Eurem Bruderherzen zu erwärmen und neue Kraft zur Fortsetzung des schweren Kampfes um unsere Sprache und Nationalität zu gewinnen. Wir sind uns bewußt, daß wir Polen sind und lieben unser Vaterland ebenso innig, wie ihr, denn ob Schlesier oder Lltthauer, Congreßpolen oder Reußen, Galizier oder Großpolcn, es gibt nur das eine große Polen der Jagiellonen; ob Herr, Bürger oder Bauer, ob Katholik oder Lutheraner, ob Jude oder unirter Grieche, wir sind alle Polen, Brüder und Söhne eines Vaterlandes. Hoch lebe Polen!" Die Rede wurde mit jubelndem Beifall ausgenommen. Der junge Joseph Nathan, ter sich durch die mißglückte Expedition am Ufer des Comersees einen ^Qniin lCmacht hat, gilt (wie Erdan dem Pariser „TempS" schreibt) allgemein |ür einen Sohn Mazzini's. Rcdaction, Druck itifche Runds Er muß um das Jahr 1850 geboren sein. Der junge Nathan und seine Mutter bringen seit lange die Sommer bei Lugano zu in einem reizenden Landhause auf den Höhen von Castagnola. Hier hat Mazzini seinen regelmäßigen Aufenthalt, wenn er im Canton Tessin weilt. Seit Jahren war hier der junge Nathan Zeuge der unermüdlichen Verschwörungsversuche seines Vaters; er nahm selbst Theil an der unablässigen Verschwörungsarbeit, und schon im vorigen April wurde er in Mailand mit anderen Verschwornen festgenommen. Die Jndianer-Conferenz in Washington hat bereits begonnen. Die Häuptlinge Spotted Tail, Fast Bear, Swift Bear, Iellow Bear sind schon dort angekom- men und der gefürchtete Red Cloud ist unterwegs. Im vollen kriegerischen Schmuck durchwandeln sie, der gastfreundlichen Obhut ihres rothen Bruders, Oberst Parker, übergeben, die Straßen, hüten sich wohl, ihr Erstaunen über irgend Etwas zu erkennen zu geben, und betrachten die Bleichgesichter mit dem gründlichsten Mißtrauen, während es ihnen zur Be- friebigung gereicht, daß der Ruf ihrer blutigen Thaten ihnen vorausgegangen ist. Es wird großen Taktes bedürfen, um bei diesen geborenen Diplomaten dauernd den gewünschten Eindruck hervorzubringen. 14. Juni. Herr Dr. Johann Jacobi hat als Programm der Volkspartei folgenden Antrag aufgestellt: Die hier versammelten Urwähler erwarten von ihren Abgeordneten, daß sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln cintreten: 1) für tatsächliche Durchführung des gleichen Rechtes für Alle; 2) für volkstümliche Reform des Heerwesens, insbesondere für wesentliche Herabsetzung Der Dienstzeit und Verminderung der Militärlast; 3) für Trennung des Staates von der Kirche und Befreiung der Schule von jedem kirchlichen Einfluß. Sie erwarten ferner, daß die Abgeordneten dem Etatsgesetze nicht eher ihre Zusttm- mung ertheilen, als bis die hier bezeichneten Reformen dem Volke zugesichert worden sind. Der Finanzausschuß der bayerischen Kammer der Abgeordneten hat in der dritten Sitzung die Bera- thung des Militärbudgets beendet. Die Anträge des Referenten Abgeordneten Kolb, gegen welche sich der Kriegsminister mit größter Entschiedenheit erklärte, gelangten, mit Ausnahme einiger nicht wesentlichen Punkte, zur Annahme, zum Theil mit Einstimmigkeit, zum Theil gegen eine oder zwei Stimmen. Es hat sich der Ausschuß insbesondere für die Herab- Minderung der Präsenzzeit der Infanterie auf acht Monate, Auflösung von vier Cavallerie-Regimentern, Abschaffung der Regimentsverbände und damit sämmt- licher Obersten- und OberstlieutenantSstellen rc. erklärt. In einer in den nächsten Tagen stattfindenden Sitzung wird Der Ausschuß seine Beschlüsse einer zweiten Lesung unterziehen und dann wird der Bericht desselben gedruckt werden. z Das „Siecle" ergeht sich heute in Den stärksten Ausfällen über Das Kaiserthum, das nichts gethan und Alles in Verwirrung gesetzt habe: „Ein Mann bemächtigt sich am 2. December 1851 Der Diktatur, zuerst denkt er an sich selbst, das ist sehr einfach, er ist Präsident einer Scheinrepublik, er will mehr oder weniger sein, er wird Kaiser mit einem Hofe, mit Kammerherren, Stallmeistern. Sehr gut! An 20 Jahre vergehen, dieser Mann, der Alles konnte, hat nichts gethan. Alle geistigen und materiellen Interessen liegen darnieder, das Elend ist groß, Die Unwissenheit noch größer; 1869 erwacht Frankreich, es sagt sich, daß man mit der Hälfte der Millionen, die thöricht durch die Expedition nach Mexiko verschlungen wurden, in jeder Gemeinde eine Schule hätte gründen können, es fordert die ihm entrissenen Freiheiten zurück, es proteftirt gegen ein persönliches Regiment, das sein Werk ist. Die PlebiScitsfrage wird gestellt und 7,300,000 Stimmen geben Dem Kaiserthum eine WicDergeburt. Ist dieses Votum, Das Durch die Mittel, Die man kennt, erlangt wurde, ein Anreiz geworden, geht das Kaiserthum aus dieser neuen Lage so hervor, Daß es Die verlorene Zeit einholt? . . . . Nein! Ob sie durch Ollivier oder durch Rouhcr vertreten ist, Die persönliche Gewalt bleibt stabil . . Diese Ausfälle sind aber bloß die Einleitung zu folgender Anklage: „In der auswärtigen Politik ballen sich Die drohendsten Fragen auf. Das EinverstänDn-ß Preußens und Italiens für Den Bau der Gotthardbahn schafft Schwierigkeiten, die unsere Nationalehre und unsere Handeleinteressen ausiö Spiel setzen. Ueber diesen Gegenstand interpeüirt, hätte das Ministerium unverzüglich die Aufschlüsse geben können, die Frankreich mit Ungeduld erwartet, und Der Minister d<6 Auswärtigen verlangt zehn Tage Bedenkzeit. An diese „Frage Der Nationalehre und der Handels- ifr Verlag der Brüül'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pi a u. 'Sl-. k. Interessen Frankreichs" reiht das „Siöcle" dann noch den Orient, wo „der Horizont sich schwärzt, während Olllvrer die französischen Unterthanen in der Frage wegen der Kapitulationen „mit gebundenen Händen und Füßen Der muselmännischen Justiz überliefert", wahrenD seine Eigenschaft als ehemaliger Beamter des Khedive mit 30,000 Fr. Jahrgeld ihm eine größere Reserve auferfrgte." Dann kommt Rom, „dessen Concil selber das ConcorDat zerreißt." Kurz, „wohin sich die Blicke wenden, im Innern und im Auslande, Alles ist düster und die Regierung zieht uns ohne Compaß, ohne Idee, ohne ein anderes System als das Der Unterdrückung und der Furcht, auf einem stürmischen Meere hinter sich her." Zum Schluß wird die Frage an die „Wähler gestellt, ob sie sich bei den Generalrathswahlen wieder lenken lassen wollen, wie sie sich bei dem Plebiscite lenken ließen?" Hessen. Darmstadt, 12. Juni. Der Kaiser von Ruß- lano kam um 53/4 Uhr von Bad Ems hier an und setzte nach kurzer Begrüßung durch den Prinzen und die Prinzessin Karl sowie den Prinzen Ludwig, die Reise nach Jugenheim fort'. Der Großherzog erwartet den Kaiser in Bickenbach. Preußen. Berlin, 11. Juni. Nach ärztlichem Rath gedenkt Graf BlSmarck auf den Gebrauch des Karlsbader Mineralwassers und nachdem er hier der Enthüllung des Denkmals König Wilhelm'S des Dritten beigewohnt haben wird den Besuch eines Seebades folgen zu lassen. Wie die „Rat.- Ztg." hört, ist eS wahrscheinlich, daß die Wahl auf ein englisches Seebad fallen wird. Im hiesigen Cadettencorps ist die Typhus-Epidemie auSge- brochen, in Folge dessen der Unterricht sofort geschloffen und den Eadetten Urlaub, zu ihren Angehörigen zu gehen, zunächst bis zum 1. August ertheilt worden ist. Die Krankheit brach vor einigen Wochen aus, nahm aber erst zu Anfang dieser Woche einen bedenklichen Umfang an. Se. Mas. der König sandte seinen Leibarzt vr. Lauer zu persönlicher Berichterstattung in das Institut, und es scheint, daß diese letztere den Schluß der Anstalt zur Folge hatte. Vierzig Eadetten sind von der Epidemie ergriffen (daS Corps zählt gegen 700 Mitglieder) wovon drei beute ihren Leiden erlegen sind. Die Telegramme' welche gestern an das Corps eintrafen, um die Zöglinge Heimzurufen, zählen nach Hunderten. Die Frage wegen Verlegung der Anstalt und Vergrößerung ihres Umfanges ist durch diesen beklagenswerthen Zwischenfall wieder mehr in den Vordergrund getreten, und wirb man daher weniger den Bedenken, welche bisher gegen die Wahl vorgeschlagener BauterrainS geltend gemacht worden, Rechnung tragen. Bayern. München, 11. Juni. Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer hat beschlossen, die Präsenzzeit für die Infanterie auf 8 Monate herabznsetzen, beide Cürassierregi- meuter und zwei weitere Reiter-Regimenter aufzuheben, die Regimentsverbände abzuschaffen und damit zugleich sämmtliche Obersten - und OberstlieutenantSstellen einzuziehen. Italien. Rom, 31. Mai. Am Schluss- der heutigen (62.) Generalcongregation wurde der Versammlung der Tod des Erzbischofs von New-OrleanS, Msgr. Odin, gemeldet. Er ist der sechszehnte der seit der Eröffnung deS ConcilS gestorbenen Prälaten, die andern sind die Cardinäle Pentini, Reisach und Gonella, die Bischöfe von Przemysl, Foggia, Panama, Vera, cruz, TarbeS, Lerida, HueSca, Albenqa, Evreur, Olinda und Southwark und der General Abt des Prämonstratenfer-Ordens. Rom, 11. Juni. In der gestrigen Generalcongregation des ConcilS bekämpfte Bischof Dupanloup unter dem tiefen Schweigen der Versammlung das Bestreben, die Prärogative des Papstes in übertriebener Weise zu vergrößern. Man glaubt, die Diskussion über das Primat werde nächste Woche geschlossen werden. Gegen das Dogma der Unfehlbarkeit sind noch 72 Redner eingeschrieben. Türkei. Constantinopel, 10. Juni. Die Angaben der Journale über die Zahl der bei dem Brande vom 5. d. Verunglückten variiren bedeutend. Außer den Leichnamen wurden noch viele menschliche (Scheine in den Friedhöfen der verfehle- denen Confessionen deponirt. Der Sultan, die Behörden und die türkische Bevölkerung haben die Abgebrannten reichlich mit Lebensmitteln, Decken und HauSgeräthen versehen. Die Türken haben den Christen ihre Wohnungen geöffnet und SubscnptionS- listen unter sich aufgelegt, auf welchen bedeutende Summen gezeichnet wurden. Die Religionö- Unterschiede sind vollständig vergessen. Constantinopel, 11. Juni. Es ist festgestellt, daß mehrere tausend Gebäude, Häuser, Magazine und Kaffeeschänken abgebrannt sind. DaS Feuer brach in der TakSimstraße, neben dem Erercierplatze, aus. Wahrscheinlich wurde eS gelegt. Es ist eine strenge Untersuchung im Zuge; der Kaiser von Oesterreich sendete eine namhafte Unterstützung. Vermischtes. Ein Burschenschaftsdenkmal in Eisenach. Au- Leipzig ergeht von dem Geschäftöführenden Ausschuß zur Errichtung eines DankeSdenkmals der Burschenschaft für die Stadt Eisenach ein Aufruf a n alle alten und jungenBurschen, sch öfter zur Einsendung ihrer Beisteuer (von einem Thaler an aufwärts) an den Kasfirer dcS Ausschusses, Dr. ph. Theodor Hoffmann (Leipzig, Sophieustr. 18. III). Dem Aufruf iü eine Darlegung beigefügt: „warum der Stadt Eisenach ein solches Denkmal zu widmen und Luther als Currendschüler dazu gewählt worden sei"—, ferner eine Abbildung des lebensgroßen Modells der Lutherstatue und die Liste der bisherigen Beisteuerer, in welcher wir bereits Namen wie Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Arnold Rüge, Fritz Reuter und dergl. finden. Nähere Auskunft ertheilt der Vorsitzende deS Ausschusses, Dr. ph. Friedrich Hofmann (Lechz., Tbalstr. 13). WormS, 9. Juni. In der Laubmeistcr'fchen Holchchneide« mühle zu Neuhausen gerietb gestern ein Arbeiter zwischen daS in völligem Gange befindliche Getriebe, und wurde gänzlich zermalt herauSgezogen. Der Verunglückte gab kurz darauf den Geist auf. tsch) in Gießen.