Preis vierteljährig 1 fl- 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger. ^ Anzeige- und Amtsölatt für den Kreis Kietzen. " Dienstag den 15. November 187°* werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch auf ^eU (Siebener ’AUJttflvt bet allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhaltetdenselben für die Monate November und December 1870 zu 40 kr. Am t l i ch er T h e i l. Gießen, den 12. November 1870. Betreffend: Das KreiSersatzgeschäft für 1871. ♦ ™ u n Das Groß herzogliche Kreisaml Gießen an hie Größtmöglichen Bürgermeistereien des Kreises. 'S «arSb±g» für das Jahr 1871 auf Grund der , ^yren Y alsbald aufzustellen und sofort nach Ablauf der durch unsere Bekanntmachung vom 8. d. M- (Nr. 150 sonstigen Belegen, sowie den Stammrollen für die 3<^-’e ^70 12 Erwähnt en" Reglements und machen noch besonders darauf aufmerksam, daß in Keknle, Kreisassessor. _____________________________________ Regierung der nationalen Vertheibigung. Die Franzosen mußten Napoleon den Frieden schließen lassen; dann hatten sie eine Stunde nachher die Macht, ihm alle Garantien und staatlichen Formen, welche sie für ihre Freiheit nöthig erschien, aufzuzwingen, ohne dabei den gering- len Einspruch der Mächte, am wenigsten der deutschen, fürchten zu müssen. Statt dessen treten sie wie verblendet in das Erbe seines Kriegs, seiner Niederlage und der persönlichen Demüthigung ein, welche auch der mildeste Sieger dem Besiegten 14. November. Dreierlei Krieg. Der Krieg mit Frankreich hat schon zweimal das Gesicht, ja seine ganze Grundlage gewechselt und ist im Begriff, das zum dritten Male zu thun. v . Ursprünglich das nothwendige Endresultat der Ueberspannung der mtlttart- i schen Kräfte in ganz Europa, war dieser Krieg von Napoleon anfänglich nur auf i einen Zweikampf der französischen Armee mit der preußischen angelegt; die, welche > den Krieg zum Mutier machen, sollten zeigen, was sie gelernt halten: Chasscpot contra Zündnadel, Mitrailleuse contra Granate, Moblots contra Landwehr. ’ Auch der König von Preußen faßte den Krieg in seiner ersten Proclamation noch so auf. Die französische Nation selbst, immer kriegslustig und zum Uebermuth geneigt, jauchzte mit der Armee; auch sie hatte den Maßstab ihrer Kraft so sehr ' verloren, daß sie an ein Geschlagenwerden oder gar Unterliegen ihrer Prätorianer 1 gar nicht dachte. Sie hielt sich für ganz gereckt, und nahm deshalb zu Anfang als Nation selbst nicht mehr Antheil am Kriege, als die Römer auf ihren sicheren Sitzbänken, wenn unten die Gladiatoren kämpften. Anters stand freilich die Sache von Anfang an in Deutschland. Der militärische Spaziergang der französischen Armee kündigte sich allzu naiv als afrika- nischer Raubzug an und weckte das fast verschollene Andenken an frühere Pinnte- rung und der unerwartete Krieg bot zugleich eine rasch aufgefaßte Gelegenheit, die längst ersehnte deutsche Einheit zu gewinnen. In der Stunde, wo die Suc- deutschen ihre eitgenöisische Pflicht erfüllten, war der militärische Zweikampf deutscherseits bereits ein Nationalkrieg, und auch die preußischen Truppen traten, bereits von einem deutschnativnalen Geist getragen, gleich in der ersten großen Schlacht Mann an Mann neben den Süddeutschen in die Action ein. Die französische Armee unterlag. Mit dem Ring um Metz und dem stra- tegischen und taktischen Sieg bei Sedan gab es keine französische Armee mehr. Der militärische Zweikampf war vorbei, und jedes Object für die Fortsetzung des Krieges schien zu fehlen. Auf dem Schlachtfelde von Sedan fielen sich unsere Soldaten um den Hals und jubelten nicht „Sieg!" sondern „Frieden, Frieden!" Der Kr-eg aber sollte nur ein neues Gesicht und ein neues Object erhalten. Die Franzosen selbst, unter dem Vortritt von Paris, machten ihn zum Nationalkrieg. Sie ließen Napoleon den Frieden nicht schließen, zu welchem er gezwungen war, weil er keine Armee mehr hatte und welcher damals Frankreich viel weniger Demüthigung und Verluste auferlegt hätte, als ihm in der Zeit vom 19. September bis 8. November allein vor Paris auferlegt sind. Statt auf dem Kaiser allein tie Schmach und auf der verwilderten Armee die gerechte Strafe für Uebermuth lasten zu lassen, begingen die zufälligen Staatsmänner des pariser Stadthauses den größten politischen Fehler des Jahrhunderts; sie setzten Napoleon in dem Augenblick, wo mit ihm das letzte Symbol der Ordnung zusammenbrach, ab und vergötterten die wegen ihrer eigenen Fehler vernichtete Armee; über die Hast, sich auf des Kaisers Stuhl zu setzen, vergaßen sie das beneficium inventan und merkten nicht, daß sie mit dem leichtsinnig angetrctenen Erbe die Schmac des Kaisers auf ihr eigenes Haupt luden, und die Demüthigung der Armee zu einer Demüthigung der französischen Nation machten. Nur bas fühlten sie, daß sie aus einem Militärkrieg einen Volkskrieg machten und darum nannten sie sich: nicht ersparen kann. . Doch war es auch noch nach diesem Capitalfehler möglich, die junge Republik zu retten. Die neue Regierung mußte den Tag nach der Absetzung frank und frei um den Frieden bitten, mit festen Garantien, daß derselbe ernstlich gemeint sei, mit sofortiger Berufung einer Nationalversammlung, mit einer klaren Erkenntniß, daß es nicht schimpflich ist, wenn ein neues Regiment Opfer bringt, welche durch die Fehler des vorangegangenen nöthig geworden sind. Hätte die französische Republik am 5. September um Frieden gebeten, dann konnte sie das Wort unseres Königs, daß er nur mit der französischen Armee Krieg führe — was Jules Favre so schwächlich und sophistisch angewendet hat — mit voller Wucht und vollem Resultat zu ihren Gunsten anrufen, und Deutschland hätte aus freiem Entschluß bestimmt die größte Mäßigung gezeigt oder Europa das Recht eingeräumt, uns zu mäßigen Bedingungen zu nöthigen. Alle diese gesunden Ansichten haben sich Momente lang den Machthabern in Paris aufgevrängt, sind aber immer von den besessenen Geistern wieder abge- wiesen, welche darauf drangen, den ersten Fehler durch einen zweiten gut zu machen und den Krieg als Volkskrieg bis aufs Messer fortzufetzen. Doch auch dieser Volkskrieg, der in wenig Wochen Frankreich noch mehr Schaden und Gefahr gebracht hat, als die Vernichtung seiner ganzen Armee und der Fall seiner Zwingburgen und AuSsallpsorten gegen die friedliche Welt, ist mit Abweisung der letzten WaffenstillstandS-Verhandlungen zu Ende gegangen; der Krieg hat vorn 6. November an abermals das Gesicht und das Object gewechselt. Es ist der Unfähigkeit der Machthaber gelungen, in zwei Monaten den Bürgerkrieg in Frankreich einzuführen und aus dem nationalen Kampf der Franzosen mit den Deutschen, wobei es sich niemals um Staatsformen handelte, einen Krieg der europäischen Socialdemocratie gegen die europäische Monarchie heraus- zubilden, welcher von ter einen Seite als Kampf der Edelsten und Besten gegen ven Egoismus ter Welt und die Autocratie; von der andern als ein Kampf ter heimath- und ruhelosen Elemente, des Neides und des Staubes der ewigen Un- . ordnung gegen tie Ordnung angesehen wird und darum nie mit dem Frieden schließen kann. Cavour soll von seinem Freunde Garibaldi gesagt haben: „er , habe das Herz eines Löwen und den Kopf eines Ochsen." Die letzte Proclama- i tion Garibalti's an die Armee ter Vogesen beweist, wie sicher Cavour geurtheilt Hot. Aber so verworren auch diese garibaldische Sure sein mag, so wird sie doch ? von welthistorischer Bedeutung sein. Denn es ist die erste Proclamation der neuen dritten Form des französischen Krieges, bei welchem die Regierung der nationalen Dertheidigung bereits nicht mehr in Betracht kommt, weil sie die Majorität von Paris, die ihr noch einmal zu Hilfe kam, nicht dazu benützte, um Frieden zu schließen, sondern nur dazu, um in dem Gange sottzufahren, welchen allein die socialdemocratische Partei und Minorität mit einiger Kraft zu Ente fuhren kann. Soldatenkrieg, Nationalkrieg, Bürgerkrieg und Socialkrieg! Wie rasch die Todten reiten. Ob England den Socialkrieg auch unterstützen wird, wie den Nationalkrieg? Ob der König, wie er als preußischer Kriegsherr gefordert wurde und als Herzog der Deutschen auszog, ahnen konnte, daß er nach drei Monaten als Bändiger der socialen Revolution und Friedensstifter der Welt angerufen werten würde? — Durch einen seltsamen Zufall stehen die ersten eroberten Kanonen im Schloßhof zu Berlin zu Füßen des heil. Georg, der den Drachen bändigt. Die „Provinzial-Correspondenz" äußert sich über das Scheitern der Waffen- stillstandsverhandlungen folgendermaßen: „Unsere Regierung war bis zum Ende bereit, einen Waffenstillstand von 25 bis 28 Tagen unter Festhalten der gegen- wattigen militärischen Stellungen zu bewilligen; sie war bereit, für die freie Wahl einer französischen Volksvertretung auch in den von unseren Truppen besetzten Landestheilen jede mögliche Bürgschaft zu geben und selbst Elsaß und Deutsch. Lothringen unter gewissen Voraussetzungen an den Wahlen Tbeil nehmen zu lassen; — sie bot endlich an, auch ohne Zustandekommen des Waffenstillstandes die Vornahme der Wahlen überall zu gestatten und zu fordern; — aber all ihre Anerbietungen wurden schließlich von der Pariser Regierung zurückgewiesen und Thiers zum Abbruch der Verhandlungen veranlaßt. Es mag dahingestellt bleiben, inwieweit bei der Abweisung der preußischen Vorschläge die Furcht vor der rabi- calen Partei in Paris mitgewirkt hat. Eines aber hat sich aus den Verhandlungen klar ergeben, daß nämlich die Regierung Frankreichs auch jetzt noch nicht den ernsten Willen hat, vas Land selbst zur Entscheidung über seine ferneren Geschicke zu berufen. Unsere Regierung hat auch bei difser Gelegenheit bekundet, daß sie inmitten der reichsten Siege und Erfolge Mäßigung zu üben bereit ist; es wird nicht ihre Schuld sein, wenn das Verhängniß sich über Paris und über Frankreich erfüllen muß. Sie hat es an Mahnungen, Warnungen und an groß- müthigem Entgegenkommen nicht fehlen lassen; aber, sie hat bei den jetzigen Machthabern nur schroffe Zurückweisung gefunden. Eö wird auch der letzten schweren Erfahrungen für Frankreich bedürfen, um bas Bewußtsein der Friedensbedürftigkeit zur vollen Entwickelung zu bringen und den besseren Elementen endlich die Kraft zu gewähren, eine Umkehr von den jetzigen verhängnißvollen Wegen zu bewirken. Das Scheitern der WaffenstillstandSverhandlungen ist augenscheinlich in Deutschland eher mit Befriedigung, als mit Bedauern begrüßt worden. Man hat die Gesichtspunkte, von welchen die Regierung sich bei dem Eintreten in die Verhandlungen leiten ließ, gewiß richtig gewürdigt, und auch bei dieser Gelegenheit dec Politik der Regierung volles Vertrauen gewidmet; aber fast überall ist die Ueber- zcugung verbreitet, daß der jetzige Krieg vollauf ausgekämpft werden muß, wenn er uns eine Bürgschaft dauernden Friedens bringen soll, und daß vor Allem ein rechter Friedensschluß erst nach der Demüthigung von Paris und in Paris erfolgen kann. Der Verlauf und der Ausgang der jetzigen Verhandlungen hat nur dazu dienen können, diese Ueberzeugung zu bestätigen und zu bestärken, — und mit Zuversicht sieht Deutschland nunmehr der weiteren Entwickung der Dinge entgegen, durch welche Frankreich endlich zum vollen Bewußtsein seiner Niederlage und seines tiefen Falles gelangen muß." Aus New-Aork wird unterm 28. October geschrieben: Wegen der Waffen- sendungen nach Frankreich ist der Präsident zur Rede gestellt worden, ohne daß sonderlich viel dabei heraus kam. Der Redacteur eines deutschen Blattes in Bal- llwore wendete sich an einen Herrn in Washington, welcher dem Präsidenten nahe steht. Dieser las ihm die Uebersetzung eines den Gegenstand betreffenden Artikels aus einer newyorker deutschen Zeitung vor, und erhielt darauf folgende Antwort: Mit Wissen der Regierung seien keine Waffen an französische Agenten, oder an Solche, die in ihrem Auftrage handelten, von ihr selbst verkauft worden, und sie habe auch keine Kenntniß davon, daß dies durch Andere geschehen. Vielmehr sei von ihr das Angebot eines Agenten der französischen Regierung zurückgewiesen worden. Periodisch würden von der Regierung Waffen, welche sie eben überflüssig habe, an den Meistbietenden versteigert. Auf solche Weise habe vor längerer Zeit die türkische Regierung mehrere hunderttausend Gewehre erstanden. Jetzt habe wiederum ein solcher Verkauf stattgefunden, aber derselbe sei nicht formt worden, sondern nach dem alten Usus, weil eben die Zeit wieder dagewesen, von Statten gegangen. Waffen auSzufübren, könne amerikanischen Bürgern nicht verwehrt werden. Wo sie in diesem Falle geblieben, sei der Regierung nicht bekannt und habe sie sich auch weiter nicht darum bekümmert. Die Neutralitätsgesetze lasse sie aufs Gewissenhafteste von Andern respectiren, und sei wahrlich weit davon entfernt, sie selbst zu verletzen. — Ferner vernimmt man Folgendes: Am 14. October wurde dem deutschen Gesandten, Baron Gerolt, von dem Generalkonsul Roesina mitgethcilt, daß hier 400,000 Gewehre verschifft werden sollten, und daß ihr Uebergang in französische Hände nur dadurch verhindert werden könne, daß durch Leute ohne französische Connerion auf die Waare geboten werde. Ein Attachö eines namhaften deutschen Hauses in New-York begab sich nach Washington und gab Sehnsucht nach dem Besitz der Waffen zu erkennen, bat aber um Aufschub der Verstelgerung, da er zu spät von der Chance gehört und seine Arrangements noch nicht getroffen habe, worauf die Vertagung vom 11. auf den 18. dieses Monats erfolgte. KriegSnachrichten. Versailles, 5. Nov. Zum ersten Mal seit mehreren Wochen haben in der letzten Nacht und heule Morgen die Kanonen der FortS geschwiegen und ist eine Ruhe cingctreten, die man nach dem heftigen Feuer der letzten Tage wenig, stens nicht erwartet hatte. Die 4. Division (General Hans v. Weyhern) ist bereits hier tn der Umgegend, die 3., beide vom 2. (pomm.) Armeecorps, war vorgestern bereits bei Chateau Thierry. Die Franzosen arbeiten mit angestreng- tem Fleiß an der Ausdehnung und selbst Vorschiebung ihrer VertheidigungSwerke und dte Geichoffe aus dem Mont Valerien und der Schanze bei Villejuif reichen zetz bedeutend weiter in unsere Stellung hinein als bisher, und es fand in den letzten Tagen allerlei Verlockung zu einer Aufnahme des Kampfes statt. Die ganze Elnschlleßungs-Armee verhält sich diesen Verlockungen gegenüber aber une,. schulterltch ruhig, bereitet Alles vor, übereilt jedoch nichts. Das Ziel ist unver- ruckoar dass lbe geblieben und wird es auch bleiben, darauf deuten alle Anzeichen hin. LS ist richtig, daß die VertheidigungSanstalten und Mittel der Pariser viel bedeutender sind, als man gewußt und vorauszusetzen berechtigt war; cs ist aber eben so richtig, daß eie Stadt fallen muß, wenn ihr nicht Hülfe von außen kommen darf, dafür sorgt eben die vor Metz frei geworbene Armee. Versailles, 12. Nov. Im Gefechte des Generals v. d. Tann am 9. d. M wurden sammtliche Angriffe des Feindes mit großem Verluste für denselben zurück- Stwiesen und erst hierauf der Abmarsch angetreten. Am 10. d. Mittags verirrte sich eine Abtheilung der bayerischen Munitionsreserve, bei welcher sich zwei Reservegeschütze befanden, und fiel in die Hände des Feindes. Am 12. sind keine Be- wegungen der Loire-Armee gemeldet worden. Auch vor Paris ist nichts vorqefallen v. Podbielsky. Berlin, 11. Nov. Die „Kreuzzeilung" glaubt in Betreff des Bombarde. ments von Pons die bestimmte Ueberzeugung aussprechen zu dürfen, daß an maß. gebender Stelle keine fatsche Großmuth obwalte und das Bombardement in für- zester Zeit erfolgen werde. Saarbrücken, 12. Nov. Das in Metz erbeutete Kriegsmaterial wird auf 80 Millionen Werth geschätzt; besonders groß sind die Vorräthc an Chassepot- gewehren, ohne diejenigen, welche 150,000 Gefangene ablieferten. — Nach Berichten aus Versailles vom 8. November ist General Annenkoff dort ein- getroffen. Privatnachrichten zufolge war das Hauptquartier des 9. ArmeecorpS am □. d. in St. Dizier, am 7. war Rast und wurde alsdann, in Vereinigung mit der Cavallerie-Divifion Hartmann, der Marsch nach Troyes fortgesetzt, das bereits erreicht sein dürste. Tours, 11. Nov. Eine Depesche des Generals AurelleS de Paladine an die Regierung meldet die Besetzung Orleans'. Ein Tagesbefehl des Comman- danten dec Loire-Armee, Aurelles de Paladine, vom 10. November lautet- „Der gestrige Tag war unseren Waffen glücklich. Alle Positionen sind genommen der Feind ist auf dem Rückzug begriffen. Die Regierung beauftragt mich, Euch zu danken. Ich thue es mit Freuden. Inmitten des Unglückes hat Frankreich die Augen auf Euch gerichtet. Machen wir alle Anstrengungen, dessen Hoffnungen nicht zu täuschen." Petersburg, 10. Nov. Gutem Vernehmen nach ist der Kronprinz von Preußen zum Feldmarschall in der russischen Armee ernannt worden. General Annenkoff aus Der Suite des Kaisers ist beauftragt, die Ernennung nach 93er- sailles zu bringen. Hamburg, 11. Nov. Der „Börsenhalle" zufolge hat der General-Gou- verneuc die Schifffahrt sowohl neutraler als deutscher Schiffe auf eigene Gefahr wieder freigegeben. Frankfurt, 12. Nov. Wie man vernimmt, sollen fünf hier befindliche, theils diesige, theils auswärtige Banquiers, welche auf das neue französische An- lehcn in London gezeichnet, verhaftet worden sein. Köln, 8. Nov. Das Kölner Central-Comit^ zur Unterstützung der im Felde verwundeten oder erkrankten Soldaten hat bis jetzt eine Einnahme von 150,000 Thlr. erzielt und davon bereit- 110000 Thlr. verausgabt, so daß man gegenwärtig zu einer zweiten Sammlung übergehen muß, da das Ende des Kriege- zur Zeit noch nicht abzusehen ist und im Winter sich die Ausgaben steigern wer- den. Die Einrichtung und Ausrüstung des Zelt - Lazarethes auf dem Mumm'- schen Gut, wo 334 Bettstellen aufgestellt werden (200 davon und 20 englische Zelte sind ein Geschenk des deutschen Vereins in London) hat 9076 (pro Bett 27 Vs Thlr.) absorbirt; die Betriebskosten belaufen sich bis dahin auf 4663 Thlr. Leider verpflegt man daselbst gegenwärtig nur 111 Verwundete, weil man sich bis jetzt nicht geneigt zeigte, auch Kranke aufzunehmen. Im Allgemeinen klagt man darüber, daß man nicht gerne Kranke in Privat-Lazarethen aufnehme. Ob die Aerzte lieber Studien an den Wunden machen, oder ob ein anderer Grund vorwaltet, lassen wir unerörtert, sprechen aber dringend den Wunsch aus, es möge in dieser Beziehung eine Aenderung eintreten; denn im anderen Falle werden die Militär-Lazarethe zu sehr in Anspruch genommen, und das ist in dichtbevöl- kerten Städte zu vermeiden, sowohl im Interesse der Bürgerschaft, wie auch in Dem der Kranken. Das Militär - Lazareth reicht bei dem großen Andrange hier nicht mehr aus, weßhalb der Gasthof „zum königlichen Hof" rcquirirt werden mußte. Das wäre schwerlich nöthig gewesen, wenn man in den fünf Lazarethen vor der Stadt auch Kranke in Pflege nähme. Wir wollen hoffen, daß man sich bald dazu bequemen wird. — Der Transport der in Metz gefangenen Franzosen hat dadurch einen Aufschub erlitten, daß diese einen The-l des WegeS durch die Eifel bis Gerolstein marschiren mußten; nunmehr aber, vom 5. bis 12. d- M., erfolgt der Transport durch die Eisenbahn von Gerolstein über Düren und Köln regelmäßig, so daß täglich fünf Züge, ä 2000 Mann, passiren, über- Haupt in dieser Zeit 80,000 Gefangene. — Gestern berührte der französische General Boyer auf der Reise von Wilhelmshöhe unsere Stadt und fuhr über Brüssel weiter. Berlin, 11. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt anläßlich der That- fache, daß das französische Schiff „Desaix" die norddeutsche Barke „Charlotte" in den Grund gebohrt hat, ohne die völkerrechtliche Norm, welche die Einleitung eines prisengerichtlichen Verfahren- fordert, zu beobachten: Die französische Flotte schlägt ein Verfahren ein, wie solches dem unter civilisirten Nationen bisher geltenden Rechte geradezu widerspricht. Offenburg, 8. Nov. Unter Bedeckung preußischer Landwehr kamen gestern AbeaD eine Anzahl französischer Gefangener, von Neubreisach kommend, hier durch. Dte Meisten zeigten sich zufrieden und waren froh, so leichten Kaufes davon gekommen zu sein. Die Offiziere sahen jedoch trübe vor sich hin und entzogen sich so viel als möglich der Oeffentlichkeit. Ihre Degen hatten sie, in schwarze Leinwand eingewickelt, nebenbei liegen. — Zeuge einer komischen Scene foar ich kürzlich in Straßburg. In der sogenannten „Gewerbslaube" machten mehrere stramme Badenserinnen ihre Einkäufe und bezahlten in stolzem Selbstbe- wußlsein mit deutschem Geld. Bekanntlich wurde aber früher in Straßburg selten deutsches Kleingeld angenommen, und jetzt noch sehen die Verkäufer mit mißtrauischen Augen Darauf. „O! ihr Ditschen mit cuern Blechknöpfen", seufzte Die Händlerin. Dies verstanden aber unsere Landsleute falsch und drangen mit Den 'Lotten: „Wie, Blechköpfe sind wir Deutsche?" wüthend auf Die Verblüffte ein und bearbeiteten sie auf verständliche Weise, bis eine Wache beide Theile ziemlich unsanft zufrieden stellte. (F. I.) London, 10. Nov. Bei dem Citybanket betonten Der Schatzkanzler und Gladstone die bisherige Redlichkeit Englands im Einhalten der Neutralität. Beide hoffen auf DeutschlanDs vollständige Einigung. Gladstone sagt, er hoffe nicht nur auf einen baldigen Frieden, sondern auch auf einen gerechten und befriedigenden für das zuerst angegriffene siegreiche Deutschland, und einen doch nicht allzu Demüthigenden für Frankreich. Granville bemerkte, England konnte den Krieg nicht hindern, aber »s strebte dessen Localisirung an und vermittelte die Zusammen- kunft des Grafen Bismarck mit IuleS Favre und Thiers, schlug jedoch keinerlei Bedingungen für Den Waffenstillstand oder den Frieden vor, weil die neutralen Mächte solches für unersprießlich erachteten. Die Unterhandlungen waren leider vergebens. Die Regierung empfing über Deren Verlauf und Abbruch keine amt- Dienstzeit. Augsburg Berlin Bremen Cöln Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto Wechsel. Amsterdam k. 8. 1001/® Actlen. Frankf. Bank 132 Franks. Vereins-Kasse IOV/4 Darmst. Bankact. 317 Wien Bankactien 687 Galizien 226 ___ Geldsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 447/g-451/8 Sachs. n — Div. Cassen-A. — Pr. Frieflrdor 9 58*/2—59Vg Pistolen . . 9 45—46 „ doppelte 9 45 — 46 Holl. fl. lOSt. 9 55 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankenst. 9 32t/2—33Vz Engi. Sover. 11 57—59 Russ. Imper. 9 46—48 Dollar in Gold 2 26Vg—374/g Aetien. Oest. Creditact. 235 50/0 östr. F. St. E. B. 357 Lombard. Bahn 166 Ludwigsh.-Bexbach 1631/* Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 1233/» Hess. Ludwigsb.-Act. 135 Alsenzbahn-Actiej) 86 k. 8. 100 k. 8. 1047/g k. 8. 97 k. 8. 1047/8 k. 8. 88 k. 8. - k. 8. 1193/16 k. 8. — k. 8. — k. 8. 96 m. 8. — 1. 8. — 4O/o G. und Rußland, eben nickt feststehen. A A Brüssel, 12. Nov. Die neueste „France" meldet: „Seit Mittwoch, MoraenS 9 Uhr, sind die Regierungsmitglieder zum Conseil versammelt. ThierS ist demselben beigezogen." - Die „Liberi vom 8. d. verspricht, in der nach, stm Ausaabe ein Aclenstsick au« Bismarcks Feder zu bringen, das ihr angeblich aus Wien zugekommen ist. Es handle sich um ein Circular des Kanzler« an die Conseils generaux Frankreichs; dasselbe soll an die Zeit heran«,chen, wo Vie Frage einer Constituante auf der Tagesordnung war. Oberhessen r 67 Clisabtthbahu Actien 203 ä 200, Böhmische Westbahn-Actien 231 a 25 ÄÄ mil d"iläbrig.r R-l-.i-Mn der neutralen Dlsicht- untereinander, namentlich zwischen Oesterreich Les Errues vor Belfort, 13. Nov. Llsle sur Doubs und Clerval nach 2 kleinen Gefechten am 12. d. besetzt. Dee Mobil- qarden sind nach Süden abzezogen. Eine untermnnrte drucke tst entladen. Von Franctireurs nichts zu sehen. Seit 2 Tagen Schnee, v. Trescow. _ , K ..... hnB stark und einig werde, keine Nachrichten über ein neu auszunehmenves Anlchcn an die Pariser RegierungS- möchte^be^Fmnk'rei» e?ne unnöthige Erniedrigung Schwächung erspart Ablheilung etng>,rossen Während Gambetta Sieges,elegrammc A. Gegenwärtig kenne England kein M.ttel, den Fr.-b-n herzustellen, s-, ober -rsindtt veröffentlicht gleichzeitig die „Jndepeudanee" einen Bericht aus Tour- ............ n,n »„ordnete der Statthalt-rei- vom 10. d. Abend«, wonach allvort die grohte Besorgniß unter der Bevölkerung nen «tiorbnete er ° berrfAt, das, Prinz Friedrich Karl die Loire-Armee zu umgehen und unter Coope- f"n SmU rL 'mi. dem General 7. d. Tann einzuschliesien beabsichtigte. Die Loire ist sA. bedeutend angeschwollen und unschiffbar geworben. ~ A Brüssel, 12. Nov. Die Londoner „Times" erhalten folgendes Tele- ciTQmm aus Berlin: Auf eine Note Oesterreichs hat das preußische Gouvernement Der Reicksrath ziemlich scharf geantwortet: Preußen könne auf eine etwaige österreichischer Seit- naedeutete Garantievorlage der neutralen Mächte um so weniger reflectiren, als ® , an"xi. i.-.iuAHh» S)enerrein) Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 13. Nov. General v. d. Tann meldet, daß fein Verlust am 9. d. 42 Osficiere und 667 Mann tötet und verwundet beträgt. Der Feind gibt in einer officiellen Nachricht feinen - ---- v. Podbielskt). ^^^^PanS^v-rhäU^stch auffallend ruhig. Die Garnison macht täglich Grcrcitien im SÄ* (innerUchnnP niebt verwunkel) besser Im Procentsatze als bei gleicher Truppenzahl im Frieden. $ A Limoges, 12. Nov. Die „Defence nationale" meldet: George« Peren hat von der Regierung den Austrag erhalten, mit Liffagaro» »=r=tn,,'n terUm- «ebunfl von Toulouse binnen zwanzig Tagen eine Armee von 60,000 Mann z «• auf,2000 .» schiwenen Blätter sprechen von wichtigen Zusammenstößen, die gestern westlich und t *“= »nr Rpir‘ östlich von Orleans sta,.gefunden und sich gegen Norden hingezogen; ,n Folge( terielben hätten die Bayern Orleans geräumt. Der Kampf dauerte beute noch fori 11 No«. Ein Telegramm aus Orleans von heute früh meldet : Wir haben . uns gestern den ganzen Tag in den Umgebungen von 6oulnuer6 (20 Kilometer i westlich von Orleans) geschlagen. Die Operation Cer franjofi d;en Griner tß vollständig gelungen. General Palliere ha, Ehevillp (15 Kilometer nördlich von Orleans) besetzt. Wir haben 600 Preußen gefangen genommen mit Waffen. Bagage und zwei Kanonen. Man zähl, auf 1200 gefangene Preußen vor Ablauf d^TngeS. Wir haben Orleans besetzt. Vom Ministerium: Die Loire-Armee unter dem Befehl des Generals Aurelies de Paladine Hal fld) geffern na» einem » äfliyn Kampf der Stadl Orleans bemächtigt. Unsere Verluste an Tod en ^d Verwundeten erreichen nicht 2000 Mann, die de« Feindes sind beträchtlicher. Wir haben zwei Kanonen preußischen Modelle« erobert, sowie mehr als 20 be- (rannte und mit Munition beladene Caissons, eine große Menge FourgonS und Proviantwagen. Die Hauptaclion conc.ntnrte sich beim Kampf am 9. umi Goul- miet«. Der Elan der Truppen war bemerkenswerth trotz dem schlechten Wetter. Der General hat folgenden Tagesbefehl erlassen: Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der Loire-Armee. Der gestrige Tag ist jstr"unsere Waffen ein glücklicher gewesen. Alle Stellungen wurden »°n Euch mit Kraft genommen. Der Feind ist aus dem Ruckzug. Die Regierung ist von mir über Euer Verhallen unterrichtet worden und beauftragt mich, Euch den Dank be« Vaterlandes auszusprechen. Ich thue dies mit Freuden inmitten ter vielen Unaliicksfälle. Frankreich hat die Augen auf Euch gerichtet, es zahlt auf Euren Muth Setzen wir alle Kraft ein, damit diese Hoffnung nicht getauscht werde. Gegeben im Hauptguarlier, 10. Nov. 1870. Der Obereommandant. d AurelleS 9 A Brüssel 11 Nov. Ali« Pari« wird vom 7. dS. der „Jtidep. per Bal- kn gemeldet: Es scheint sicher, daß die Regierungsmitglieder während der Erneute vom 31. Oct. und unter ihrem Eindrücke nicht nur die „Commune ver- sprachen, sondern sich auch verpflichtet hatten, keinerlei Verhaftungen «orzunehmen. Deshalb erfolgte Adams Demission als Polizeiprafect. Die Arrestationen haben dem Gouvernement namentlich die Feindschaft des „T-mpS" uni) des »?cemr national" zugezogen, keinesfalls durch ihren Leserkreis zu unterschätzende Gegner __ Es scheint, daß die Bank von Frankreich, bei Erneuerung ihre« Privilegs unter dem letzten Regime, die Verpflichtung übernahm, 100 Millionen FrcS. dem Staate zur Verfügung zu stellen, sollte sich hier ihr die Nolhwend.gke, dazu er- aeben Diese N.ffoure- wird nun der Regierung über die gegenwärtige Krisi« momentan hinweghelfen. Da« Amtsblatt vom 7. dS. erklärt aus Tour« feien Börsennacbrichten. 12. November 1870. Preuss. 41/2% Oblig. 913/4 Frankf. ß^O/o 0bl. 79>/z Nass. 41/2° 0 Obi. 913/4 Kurhess. 4% „ 823/4 Gr. Hess. 5% Obi. 101V2 „ v 40/0 „ 927/8 * ■ » 3V2O/o » - Bayer. 5% 7, — „ 41/2% liäbrige 917/ö „ 40/o 1/2 jährige — Würtemb. 4^2 % Obi. 91 Baden 4*/2% Oblic. E. L. 911/4 Oesterr. Silberrente 537/6 „ Papierrente — 50/0 M. steuer5. — Amerik. Bonds 1881 r 96^ „ J882r 93V2 „ 1885r 933/4 n „ 1887r 933/4 Spanier, neuest. 30/0 293/4 Besondere Bekanntmachungen. Das vierte Ziel Communalsteuer pro 1870 kann in den nächstfolgenden drei Zahltagen r Samstags, Dienstags und Donnerstags ohne Kosten zur Siadlkasse bezahlt werden. Der Stadt - Rentmeister: - Gießen, den 10. November 1870. Inders. (4821) mermarkt wird an diesen Tagen 4770) Der auf den 29. und 130 Noveniber d. I. der Stadt 38 . Verpachtung einer Färberei. 4848) Wegen Minderjährigkeit des Besitzers steht die Färberei mit allen Gerat!)- abqehalten. Gießen, den 7. November 1870 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4849) Die Pächter des Hospital- und Kirchenguts werden an die Bezahlung der Martini L I. fällig gewesenen Pachtzinsen erinnert. Gießen, den 14. November 1870. Der Rechner: Wittich. Versteigerung von Bauarbeiten. 4788) Mittwoch den 16. Nov. L I-, Nachmittags 1 Uhr, werden nachstehende zur Erbauung eine? ren werden wird. Gießen, den 11. Novbr- 1870. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A. Bramm, Landrichter. Landger.-Assessor. schäften, sowie das Wohnhaus, Scheuer und Garten beim Haus, aus dem Nachlaß des Franz Korn von Trais a. d. Loa. auf sechs Jahre zu verpachten. Termin hierzu ist aus Montag den 21. Novbr- d. I., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause dahier bestimmt worden. Neflectirende werden mit dem Bemerken eingeladen, daß die Pachtbedingen auch vor dem Termine schon bei dem Großherzog- lichen Ortsgericht dahier cingeschen werden können. Trais a. d. Lda,, den 12. Nov. 1870. I. A.: Grosiherzogllckes Ort«oerid>t Trais a.b.Sba. Becker- Oeffentliche Aufforderung ; 4846) Friedrich Zörb von der Spitz- , mühle bei Groß-Buseck hat sich von Hause . entfernt und nach Angabe ferner Ehefrau Ytachricht über seinen dermaligen Aufenthaltsort nicht anher gelangen lassen. Letztere hat daher auf Sicherstellung ihrer Maten angetragen, demzufolge ein Status actirorum et passivorum ausgenommen WOF» den ist, der die Ueberschuldung des Vermögens des Friedrich Zörb ergeben bat Da die Angehörigen desselben keinen genügenden Aufschluß über Ausstande und Schulden zu geben vermögen, ,o werden die Schuldner des Friedrich Horb aufgefordert, ihre Schuldigkeiten bet Meldung doppelter Zahlung nur au den provisorischen Masseci.rator binnen 4 Wochen zu bezahlen, dessen Gläubiger dagegen veranlaßt, ihre Forderungen - getrennt, nach Hauptgeld, etwaigen Zinsen und Kosten — unter Angabe des Nechtsgrundes zum 1 Zwecke detz Eintrags in den Status activo-i@iegeil bewilligte Vieh- U. Klä- rum et passivorum binnen 8 Tagen vom Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an dahier anzuzeigen. Zugleich wird dem Friedrich Zorb bekannt gemacht, daß über sein Vermögen das Concursverfahren eingeleitet worden ist und ihm aufgegeben, so gewiß binnen 14 Tagen von seinem dermaligen Aufenthaltsorte Kenntuiß zu fleben jesp ferne Rechte zu wahren, widrigenfalls nach den Anträgen des für ihn in der Person des Christoph Wagner VIII. von Groß- Buseck bereits ernannten Curators versah- fl. fr. 1484 48 48 150 Bütten er. 1. verkauft. S. Hirsch Sohn. lei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 24 54 2. 3. 4. 5. 6. 591 253 789 86 62 4. 5. 6. 1. 2. 3. mAol) Em Logis von 4 Zimmern, in der Nahe des Wallkhors, beziehbar Anfangs Marz f. ^s., wird von einer stillen Familie 211 tn t Pt ßon .. r. uullc Weißbinderarbeit, Spenglerarbeit, Pflasterarbeit, Ferner: Lieferung von circa Steine, veranschlagt zu . . 394 — im Locale des Gastwirths Hofmann zu Freienseen öffentlich versteigert. Grünberg, den 8. Noobr. 1870. Großherzogliches Kreisbauamt Grünberg Dr. Dieffenbach. 4843) In meinem neuerbauten Hause ist eine Familienwohnung zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Heinr. Möser II. Kalk, veranschlagt zu . . . desgl. von circa 84,000 Feldbranntsteinen, veranschlagt zu. . . : desgl. von ca. 12,000 Lehmsteinen, veranschlagt zu ..... Beifuhr von circa 394 Cubikmeter 4841) Das Auf- und Abschlagen des Winterkastens am Jughardsbrunnen soll Mittwoch den 16. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Rathhause vergeben werden. Gießen, den 12. November 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4842) Ein Laden mit Comptoir ist zu vermiethen und kann bis zum 15. Februar nächsten Jahres bezogen werden. A. K. Worms. 324 - 1147 48 327 30 1032 — Main - Weser - Bahn und Hessische Nordbahn. 4847) Die Anfertigung und Lieferung des Bedarfs pro 1871 von den nachfolgenden Materialien soll im Wege der öffentlichen Submission verdungen werden, und zwar: 1) an Wcrkstatts-Materialien für die Magazine zu Cassel, Frankfurt und Gießen, als: Schmiedeeisen und Stahl — Bleche — Kupfer — Metallguß u. Metalle — Werkzeuge, Geräthe, Kurzwaaren und Feilenhauer-Arbeiten — Farben, Chemikalien und Droguen — Oele u. Fettwaaren — Gummi- und Lederwaaren — Seiler- und Polster-! waaren — Bürsten — Posamentirwaaren —| Manmacte — Töpferwaaren — Brennma-! terialien — Holzwaaren und Hölzer; 2) an Werkstatt« - Reserve-Materialen für das Hauptmagazin Cassel, als r Gothaer Cervelatwurst, Reuen Holland. Vollhäringen, Genues-Sardcllcn, Bückingen zum Rohesten, Königs-Reisstärke empfehlen_______I. A. Busch Söhne. ~4684) Ein Haufen Mist ist zu verkau- f'°t________Bäcker Kuhn, am Kreuz. Vermischte Anzeigen. ,J834) Ein braves Mädchen, welches kochen kann und die Hausarbeit versteht wird auf Weihnachten zu Wilh. Faber auf den Hardthof gesucht. 9 * r 375 — 1176 — 72 — 4857) Ein reinliches Mädchen kann erhalten. Wo? sagt Ausgeber o» <5irrs. Nadreife, Achsen, Dampfkolben, Weichen-! schienen und Spiralfedern von Gußstahl, Herzstücke von Hartgußeisen, Buffer und Bufferstangen, Schraubenkuppelungen und Siederohre von Schmiedeeisen; 3) anBüreaubcdü'.fnisse für das Haupt- '^u bei magazin Cassel, als: Schreib- und Zeichnenmaterialien, fachen 2C. Die Offerten sind beziehlich mit der Aufschrift : „Submission auf Werkstätte - Materialien," „Submission auf Werkstätte-Reseroe- Materialicn," und „Submission auf Büreaubedürfnisse" frankirt und versiegelt bis zum Dienstag den 29. November d. I., des Vormittags 9 Uhr, an den Unterzeichneten einzusenden, und werden dann in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten eröffnet. Die Bedingungen sind auf portofreie Anfrage bei Einsendung von 5 Sgr. in Baar oder in einer Stempelmarke von dem Unterzeichneten zu beziehen, auch können dieselben bei den Vorständen der Werkstätten zu Cassel, Treysa, Marburg, Gießen und Frankfurt eingesehen werden. Cassel, am 13. November 1870. Der Obermaschinenmeister: Büte. 4651) Auf d^m Seltersberg, im Neben- 3U miethen gesucht. Von wemMaatbie baute von Llt. E. Nr. 4, ist eine möblirte Exped. d. Bltts. $ e Stube mit Cabinet zu vermiethen. 4845) Gesucht wird für einen Offizier ein Logis von zwei Z mmern (unmoblirt.) Gefällige Offerten wlt Preisangabe bittet man'beiderExped d. Bltts. abzugeben. Pfarrhauses zu Freienseen nöthige Arbeiten und Lieferungen, als: ~ ' Maurerarbeit, veranschlagt zu Steinhauerarbeit, Zimmerarbeit, Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, 4819) In meinem neuerbauten Hause ist der mittlere Stock bis zum 1. December zu vermiethen.___________Chr. Haubach. 4667) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen bei __Alexander Mayer. _ , , Zweite Abtheilung. ©en im heiligen Kriege Gefallenen, von G. Zimmermann, comp. von W. Mlckler. Schwur freier Männer, von F. Lange, comp. von F. Mendelssohn Der tobte Soldat, von ®. Seidl, comp. von I. R Weber '" Tt ®;^er,ec^' Volksweise. (Componist nnbekannt.) lseleit (Dichter unbekannt), comp. von Fr. Abt. „Was ist des Deutschen Vaterland?" von C. M. Arndt, comp. von G. Reich ardt. A«svcr!i.ins. rurnekqcfetzte Kleiderstoffe, Unterrockstoffe, achtfarbige Iaconetts und Organ- t«is werden in meinem Netenhnuse zn bedeutend 3 herabgesetzten Preisen der vereinigten Männer-Gesang-Vereine zn Gießen unter der Dwection des Musikditectors, Herrn W. Mickler. I” r o g; i* a m in. ~ 6 Stuck Ruben zum Futtern Druck- steht billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. s m Erste Abtheilung. Vaterland. Gedicht von L. Uhland, componirt von C. Kreuzer. ,-Hmrah Germania! von gerb. Freiligrath, comp. von W. Mickl FM^bet'sfohk^' 3' comp. von ®e6et wahrend der Schlacht, von Th. Körner, comp. von Fr. H. Himmel. 2agd von Th. Körner, comp. von C. M. v7 Weber. WilhHm"' ^ax Schneckenburger, comp. von 4789) Eine möblirte Stube mit Cabinet ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Th. Rautenstrauch, ______________an der Schoor. . s ??tr f,IIC größere Paithie dickes Ä ff? ?arlUlL bocken und Strümpfe verstricken Arbeitslohn für Socken 6, für Strümpfe 85 fr. Die Ausgabe der Garne und Empfangnahme der gestrickten Waaren findet von Mittwoch den 16. November an, täglich Nachmittags von 2—i Uhr, in der Wob- nung des Herrn Theodor Kn Gier lSelterswea) 'tatt._____________Gailifche WollenspUmerei. " 48.58) Sonntag den 20. November, Abends « Uhr im Clubhiüle, zum Besten der hier wohnenden hülfsbedürstigen Familien der zur Fahne einberufenen Soldaten, ! Markt - Anzeige! Hindurch beehre ich mich, ergebens) anzuzeigen, daß ich den bevorstehenden Gießener Jahrmarkt (ifi. November) mit einer Blumen^ und[ UcH‘u0«