1 \ Samstag den 15. Octobcr 1870 Nr. 128 :n vom ^0« Der König von Aber eine den 1 ♦i r; *• Derselbe meldet an das Oberkommando: Der Kampf währte von 10 Orleans ist einig lß- I Vberksstl Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition. Canzleiberz Lit. B. Nr. 1. ibergehend bet in der Neu- erntet ff, :t Arzt iten, ijreun; des Hroßh. igcnback zu bimnit dir daß heritlbt 169. Lebens rn von dem fferes Leben! Lindem wir i, bemerkenj ing nächsten' : ubr, statt--1 ctober 1870. iblitbenen: Sckwicger- Brodpreife vom 13. bis 21. October 1870, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod 19 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 9i/2 kr. 4 Pfund Roggenbrod 16 fr. 2 Pfund Roggenbrot) 8 kr. bit 'te Bestellungen auf den Gisftener Anzeigen bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Die bereits erschienenen Nummern werden nachgeliefert. atict Ärt >0 Thlr. )0 , r r 11 Prvttnt l( bypolbekarischt •At durch die iw Willigkeit der 'schlossen worden , -rast erhalten *7- ti( » *itb. Kriegs nachrichten. Hefen 8"'°« Rech^. über Frankreich: „Wir wissen, daß, wenn nicht Versailles, 12. Oct. (Osficiell.) An ihre Majestät die Königin Augusta ein Wunder darwischen kommt, e« mit der bestehenden Regierung überall zu Ende in Homburg. (Lestern siegreiche Schlacht durch General v. d. Tann, 22. Divi- aebt Daü die nach Tours gegangene Abtheilung weiter zieht, ist dessen noch ston. Loire-Armee vollständig geschlagen, einige Tausend Gefangene. Kampf kein Beweis Wohl aber ist die abermalige Vertagung der Wahlen zur Ratio- dauerte von 9y2 bis 7 Uhr in sehr schwierigem Terrain. Bei Dunkelheit Or. naiver,retuna ein Beweis Diese Wahlen sind eigenmächtig von der Regierung Irans genommen. Feind hinter Loire zurück, hat große Verluste. Diesseitige verschoben bis nach der Austreibung der feindlichen Heere. Darin liegt zunächst verhältnißmäßig gering. Detail« noch unbekannt. Wilhelm. das Geständniß, daß die Regierung keinen Boden im Volke habe; zugleich liegt München, 13. Oct. Telegramm ^n das Kriegsministerium au« dem Haupt- aber auch — zur Biruhigung des mißtrauischen Volkes ■— darin die Verheißung, quartier des Generals v. d. Tann. daß das Vertheidigungs- und RegierungS Comiiü den Franzosen noch zum Siege Am 11. October vollständiger Sieg bei Orleans. übet die Deutschen verhelfen werde. Daß das eine Unmöglichkeit ist, wissen Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends in sehr schwierigem Terrain. deutsche Volksvertretung. , „ ,, ... - a, . . ... . Alle gemäßigten Politiker weisen diese Forderungen entschieden zurück, indem denen religiösen Congregationen, sich langer mit dem Jagendunterrlchte zu be- (te die Größe der durch die bisherige Entwickelung erreichten Erfolge freudig an- schäftigen." , erkennen " 8U Parts haben unter Führung von Flourens, der sich IN den letzten Laut Berichten aus Wien war Hr. Thiers nach seinen Unterredungen mit Aufständen im Beginn diese« Jahre« einen Namen gemacht hatte, fünf Bataillone den maßgebenden Persönlichkeiten sehr niedergedrückt und besonder« betroffen von Nationalgarben unter Waffen der Regierung da« in verschiedenen politischen Ver- der Nachricht daß die provisorische Regierung die Berufung der Constituante sammlungen aufgestellte Programm übergeben. abermal« verschoben habe. Er hoffte in dieser Versammlung eine Friedenspartei Gleichzeitig (am 10.) hat zu Tours eint au« etwa anderthalbtausenv Per- bilden tu können indem et gerade die Vereinsamung Frankreich«, über welche sonen bestehende Versammlung eine Resolution gefaßt, welche besagte, daß die ibn seine Rundreise vollständig aufklärte, al« wichtigste« Argument für die Roth, von der Regierung getroffenen militärischen Maußtegeln weder so entschieden, noch Wendigkeit de« Friedensschlüsse« geltend gemacht hätte. so kräftig seien, al« e« der Ernst der Verhältnisse entere Die neulich telegraphisch signalistrte Erwiderung de« Norddeutschen Bot- Diese« Zusammentreffen von Bewegungen in der Hauptstadt und am Filial- schaster« in London vom 8 Oktober aus die Note de« Earl Granville vom 15. st« der Regierungsdeputation beweist, daß der feit Wockien zu erwartende Sturm vor MtS liegt heute im Wortlaut vor. Nach einer längeren AuSsührung, worin gegen die Regierung sich angekündigt und eine radieale Fraction sich für den Sturz der' Nachweis geliefert wird, daß e« England sehr wohl möglich sei, auf richter- der noch herrschenden gemäßigten Partei erheben will. Die nächsten Tage werden lichem Wege ein Verbot der Waffen-Au.fuhr herbeizuführen, ohne deswegen seine wahrscheinlich vom Kampf der beiden Parteien gegen einander ausgefüllt werden, aweßaebuna iu ändern oder seine Zoll-Ordnung zu reformiren, hebt Gras Es ist nicht unmöglich, daß er in unblutiger Weise seine Lösung finden wird. Be nstors namentlich hervor, daß die Einwendung, das siegreiche Deutschland Au« Malta wird unter den, 30. September der „Time«" geschrieben, daß könne sich nicht beschweren, daß ihm durch Begünstigung de« Gegner« ein wirk- man dort der Ankunft von 200 J-suiten au« Rom entgegensah, welche sich da- i*er Schaden zuaefügt sei, nicht zutreffend sei, da unsere Beschwerden über die selbst vor den Angriffen de« Pobel« nicht mehr sicher glauben sollen. 150 Mit- Handhabung der Englischen NeutralitäiS-Gesetze aus einer Zeit stammen, wo wir glitder der Gesellschaft Jesu sollen sich bereit« auf der Insel befinden. keine Sieae erfochten hatten. Zudem werde, wenn auch da« schließliche Au« China meldet die russische Telegraphen-Agentur, daß tn Kta-Nmg auf «efultat de« Kriege« trotz der Unterstützung, die unfern Gegnern von Seiten der Insel Formosa das Volk die katholische Kirche zerstört habe und an weiteren h. ... s-h-n wird unverändert bleibe, doch der Kampf verlängert und Ausschreitungen nur durch da« Dazwischentreten der Behörden gehindert worden T,a8, um f* mebr Blutvergießen und Opfer. Das deutsche Volk werde die Ver- sei. In Tientsin herrschte di« zum 12. September Ruhe. Die über Bombay foraung seine« Feinde« mit englischen Waffen im Frieden gewiß nicht ander« de- eingegangenen Nachrichten erwähnen da« Gerücht, daß Fürst Kung ermordet urtheilen als jetzt in der Hitze des Kampfes und könne das Gefühl von Unwillen, worden sei. den dasselbe Darüber empfinde, nur gemildert werden durch die zahlreichen und thatsächlichen Beweise von Sympathie de« englischen Volke« für Deutschland und ,j|t i6,flt gegen einte Wenden Dj^ iu< ^Biralb au? 9- n(btn eint Ehlk, eine gt- ^.Niedkr:FschbaH -Nichtichlllbig- -Eirnägniuß auf: Goinwramu beö (Safe dltbeilen ffenbi« Stufmtrt- lifam 's an zahl.- 14. October. Männer wie Favre, Crömieux, Arago u. s. w. ganz gut. Aber sie wissen auch, Zur deutschen Frage schreibt die „Prov.-Corr." : daß sie den Franzosen nur noch mit den tollsten Lügen gefällig sein können; und Die feste Einigung aller deutschen Staaten wird, nach der Zuversicht, so haben sie nun mit dieser Verheißung die Lüge zum höchsten RcgierungSgedankcn welche "die deutschen Herzen erfüllt, eine ter besten Früchte des gegenwärtigen erhoben. Die Verlogenheit einer Regierung ist stet« der Maßstab ihrer Verlegen- Krieges sein. Durch die innige Genossenschaft in Kampf und Sieg ist da« bis- beit. Ader eben so wie die Regierung, geht die Nation mit ihrem Witze zur hcrige völkerrechtliche Band, welche« die norddeutschen und süddeutschen Staaten Neige. Die Faulgährung kündigt sich an in dem Aufrufe des Combat, de« umfaßte, enger gizvAftz ckyorksz,:-aus den Bündnißverträgen wird ein gemein- Blattes von Felix Phat, .... V.ilrägc 4u einer Ehrenflinte, welche demjenigen schaftliches deutsche« SibLÄffen hervorgehen. geschenkt werden soll, der den König von Preußen umbringt. ' . Zwischen den deutschen Regierungen finden zunächst vertrauliche Verhand- Preußen liegt zu Felde und tbeilt also die Gefahren der Soldaten. Die Gra- lungen statt, um die Grundlagen der neuen Einigung nach dem Gesammtintereffe naten, die auch in seiner Nähe platzen können, sind „historisch." Aber eine be« deutschen Volke« zu vereinbaren. Der ernste patriotische Geist, von welchem Schiißprämie auszusetzen auf die Erlegung einer bestimmten fürstlichen Person in alle Regierungen in dieser großen Zeit erfüllt find, bürgt dafür, daß das Werk den feindlichen Reihen, das ist gegen den modernen Kriegsbrauch." der nationalen Einigung durch allseitige« Entgegenkommen bald zum befriedigen- Personen, welche heute hier direkt von der CernirungSarmee in Angelegen- Abschlusse gelangen werde. feilen der Krankenpflege re. eingetroffen, versichern, daß die Vorbereitungen zur Die Bestrebungen ter Regierungen sind im Norden und im Süden von Belagerung von Paris, welche nahezu beendet wären, an Großartigkeit jede Vordem lebendigen Volksbewußtsein getragen, welches den Segen der jetzigen glor- stellung übersteigen, und daß man diesseits, zumal bei der überaus genauen In- reichen Zeit für alle Zukunft sichern will. formirung über die Streitkräfte nicht nur, sondern über die täglichen Vorgänge In dem Volksbewußtsein lebt zugleich die Ucberzeugung, daß es zur festen in Pari«, über den Erfolg der Operationen vollkommen beruhigt fei. Au« dieser Gründung jener Einigung nicht einer völligen neuen Schöpfung, sondern nur der Sicherheit und aus der Beherrschung der Situation erscheint auch die Sprache weiteren Anknüpfung an die seit 1866 geschaffenen nationalen Einrichtungen be- der Rundschreiben und der Denkschrift erklärlich,- welche gestern erschienen ist. darf Der Norddeutsche Bund hat in der jetzigen gewaltigen Entscheidungszei, Uebrigen« ist hinsichtlich der Verproviantirung der Armee Alles in bester Ordnung bie Kraft und Tüchtigkeit seiner Grundlagen so erfolgreich bewährt, daß alle und auch der Gesundheitszustand der Truppen ist ein verhälnißmäßig durchaus ernften und praktischen Politiker diese Grundlagen im Wesentlichen auch für die befriedigender. Mit den Resultaten der operirendeu Streifcorp« ist man außer- weitere Einigung festgehalten wissen wollen. ordentlich zufrieden und den Siegen, welche in den letzten Tagen hier die Ba- Die Norddeutsche Verfassung selbst bezeichnet den Weg, auf welchem eine Genfer, dort ein Theil der kronprinzlichen Armee unter General v. d. Tann er- Ausdehnung des Bundes auch auf die süddeutschen Staaten erfolgen kann. fochten, wird eine sehr große Bedeutung beigelegt. Nur die demokratische Partei, welche sich auch seit dem Jahre 1866 von Der „Progrös" vom 4. Oct. meldet: „Der Gerne,nderath von Lyon hat der lebendigen Theilnahme an der praktisch erfolgreichen Entwickelung der deut- in seiner Sitzung vom 27. September zwei wichtige Beschlüsse gefaßt. Der erste schen Politik fern gehalten hatte, verlangt jetzt eine völlig neue Gestaltung schreibt vor: „Die vollständige Rückkehr zum Gesetze des Jahres IX., welche« Deutschlands durch eine eigene« zu diesem Zwecke zu berufende verfassungsgebende jede Kundgebung des Cultus außerhalb der Kirche in den Städten, wo mehrere - - Gülte autorifirt waren, verbietet." Der zweite Beschluß „verbietet den verschie- Ä*- genommen, die Loire-Armee total geschlagen. Mehrere Tausend Gefangene sind gemacht. Der Feind ist mit großem Verluste über die Loire zurückgegangen. Unser Verlust ist noch nicht ermittelt. München, 8. Oct. Zwanzig bei Sedan und Toul auf Ehrenwort er.t- laffene Offiziere haben sich freiwillig in Ingolstadt gestellt, darunter der Gouverneur von Toul; Frankreich wollte sie wieder zum Kriegsdienst pressen. (Pf. D.) Altbreisach, 12. Oct. Vor Neubreisach ist seit Samstag Mittag Ruhe. Nachdem die Uebergabe auf die erste Beschießung verweigert worden ist, wird letztere nach Eintreffen schweren Geschützes in wirksamer Weise fortgesetzt werden. Vom Oberrhein wird der „A. A. Ztg." geschrieben: „Seit einigen Ta^en berichtete man davon, daß im Ober-Elsaß Brunnen vergiftet worden, und am Genuß solchen WafferS deutsche Soldaten schwer erkrankt seien. Bestätigung da- für habe ich bis jetzt nicht erhalten können, aber das habe ich aus eigener Anschauung erhärtet gefunden, daß in mehreren Orten die Leute die Mistiauche in die Brunnen leiteten oder solche hineingossen, wodurch das Wasser gänzlich ungenießbar ist. Unsere Soldaten haben für solche Fälle eine tüchtige Tracht Prügel und den Zwang an die Bauern, selbst davon eine gute Quantität zu trinken, an der Hand, und sie sind überhaupt sehr vorsichtig geworden. Seit Mittwoch ist in Kehl eine Desinfections-Anstalt für alle aus Straßburg Kommenden errichtet, indem dieselben durch eine dafür eingerichtete Bretterhütte marschiren müssen. Es soll wegen der Rinderpest geschehen, ist aber auch sonst gut angewandt, denn in Straßburg herrschen nicht bloS, wie freilich sehr oft, die Blattern, sondern noch andere Krankheiten, und die Gräben, Flußcanäle und Niederungen um und in der Stadt geben eine pestilentialische Ausdünstung von sich. Man hat deshalb jetzt begonnen, durch Stauungen größere Wassermengen nach einander hindurchströmen zu lassen und den Unrath so fortzuschaffen. Seit Donnerstag sind Die letzten französischen Offiziere aus Straßburg fortgegangen, da dies der äußerste Termin war, und der Omnibusdienst nach Kehl machte dadurch gute Geschäfte." In Belfort fängt man an besorgt zu werden und bläst deßhalb gewaltig die Backen auf. Wenn der Feind — so sucht ein dortiger Berichterstatter der Jndependance zu beweisen — Belfort belagern will, so verdirbt er seine Zeit, denn der Platz hat „aus zwei Jahre Proviant und Munition, und die Begeisterung in den Ortschaften des Oberrheines ist so groß, daß das Volk sich ernstlich in Masse erhebt, um den Feind zu vertreiben oder ihn zu massacriren, und an Schlachtvieh ist Ueberfluß und auch zu billigem Preise." Die deutschen Truppen wissen also, was sie zu erwarten Haden. Von den Vorposten um Metz hört man förmliche Jndianergeschichten. So schreibt un« ein pommer'scher Artillerist: „Die Füsiliere und Pionniere stellten ihre Helme, resp. die Franzosen ihre Käppis neben sich auf die Wallung der Laufgräben, bis beide dahinter kommen und nicht auf die Kopfbedeckungen selbst, sondern rechts und links davon schießen. Machen aber die Franzosen einen Ausfall auf die Helme, so bekommen sie von den inzwischen ohne Helme ausgerückten Preußen ein vernichtende- Flankenfeuer. Wir sind doch noch schlauer als die Herren Rothhosen." Basel, 11. Oct. Die Mühlhauser Blätter bringen einige Details über die Affaire vom 9. Früh. Vor Tagesanbruch war daselbst das etwa 8000 bis 10,000 Mann betragende OccupationScorpS unter General v. Schmeling nach Breisach marschirt. Als die Arrieregarde abzumarschiren begann, wurden Steine gegen die Bedeckungsmannschaft der Proviantwagen geschleudert und die Absicht kund- gegeben, die Nachhut von den Gesammttruppen zu trennen. Von dem begleitenden Offiziere wurde die Menge mehrmals zur Ruhe aufgefordert, und als die Aufforderung nicht fruchtete, Feuer commandirt. Ein Mann stürzte todt nieder, zwei andere wurden verwundet, der eine tödtlich. Nach dieser Abkühlung konnte die Truppe ungehindert abmarschircn. Mühlhausen, 7. Oct. Der Commandant der Stadt Mühlhausen, Major v. Ohlen-Adlerskron, erläßt folgende Bekanntmachung: „In Betreff der Entwaffnung behalten nach höherem Befehl die unifor- mirten Nationalgarden und Pompiers ihre Waffen. Alle übrigen Feuergewehre werden im Laufe des 8. auf dem Bahnhof abgeliefert, mit Namen und Hausnummer der Besitzer versehen, um dieselben im Falle des eintretenben Friedens zurückliefern zu können. Dabei wird bemerkt, daß, wenn Feuerwaffen in einer Behausung vorgefunven werden, der Eigenthümer nach Kriegsrecht verantwortlich gemacht werden wird." Aus Arlon, 12. Oct., telegrapbirt man der „Jndep.": Man hört eine starke Kanonade in der Richtung von Thionville. Man versichert, daß von der Besatzung Montmsoy's Stenay „genommen" ist. Chateaudun, 12. Oct.: Der Feind ist bei Dreux zurückgeschlagen. Moreuil, 11. Oct.: Recognoscirung de- FeindeS gegen Montdidier. Nationalgarden und Franctireurs mit „bewunderns- werthem Elan" ihm entgegen. Er zieht sich zurück. Bourbaki ist auf seiner Reise durch Lille gekommen. Tours, 13. Oct. Die Regierung veröffentlicht folgende Nachrichten: Bellegarde, 12. Oct., 4 Uhr Nachmittags. Orleans ist seit gestern 6 Uhr Abends vom Feinde besetzt. Unsere Truppen haben sich ans da- linke User der Loire zurückgezogen. Der Feind hat die Stadt bombardirt. Verschiedene Häuser in der Vorstadt und der Bahnhof sind in Brand gerathen. Der Bischof und der Maire begaben sich als Parlamentäre zu dem Feind, um die Einstellung des Bombardements zu erbitten. — Lille, 11. Oct. Ein Luftballon ist in die Stein» brüche bei Cambrai gefallen; in demselben befand sich nebst dem Lustschiffer Herr Lesaivre, der Kanzler der französischen Botschaft in Wien. Aus Kehl, 6. Oct., schreibt der .Kehler Grenzbott": „Am 28. Septbr. wurde Straßburg an die deutschen Truppen übergeben und schon am 3. October werden die Einwohner dieser Stadt durch Maueranschlag aufgefordert, ihren erlittenen Schaden anzugeben. In ganz Deutschland bilden sich bereits Comites zur Unterstützung der Schwesterstadt Straßburg. Es ist eine traurige Thatsache, daß Straßburg viel gelitten hat; aber es ist auch Thatsache, daß die Schwesterstadt eigentlich von uns nichts wissen will. Sollte auch theilweise ein gutes Werk mit Undank gelohnt werden, eine Unterstützung der leidenden Menschheit, selbst gegenüber dem Feinde (und das ist und bleibt Vie Schwesterstadt noch lange) kann nicht getadelt werden, wohl aber die Gefühlsduselei, die nur für die Leiden der feindlichen Stadt schwärmt und des einzig beschädigten Ortes des eigenen Vaterlandes, d. h. des Städtchens Kehl, gänzlich vergißt. Den Kehlern wurde bei der ersten Beschießung gesagt, sie sollten ihre Habe in den Häusern lassen, es werde Alle« bezahlt; in öffentlichen Blättern kam die Zusicherung, daß der Schaden sofort ersetzt werde und es erfolgte schon im August nach der ersten Beschießung eine Liquidation des ersten Schadens, bis jetzt aber ohne weiteres Resultat. Wir sind nun seit Ende September zurück und von einer Liquidation des Hauptschadens, verursacht durch die zweite Beschießung, ist noch keine Rede. Der Schade Kehls wird sich nahezu auf iy2 Million Gulden belaufen, und jür die meisten der Beschädigten ist cd eine Lebensfrage, daß sie bald Gewißheit erhalten, ob und wie sie entschädigt werden." Hamburg, 12. Oct. Die „Nachrichten" empfingen folgendes Privattelegramm aus Kiel vom 11. Oct.: Die amerikanische Kriegsfregatte „Plymouth" ist Nachmittags durch die Hafensperre eingelaufen. Andere amerikanische Krieg-, schiffe werden noch erwartet. Das ^deutsche Schiff „Turandot", Capitän Georg, von Hamburg nach Hongkong unterwegs, ist von einem französischen Krieg-dampfer weggenommen und nach Shanghai eingebracht worben. Berlin, 10. Oct. Für die im Felde stehenden Truppen werden jetzt von der KriegSoerwaltung wollene Hemden beschafft, deren zwei jedem Soldaten aus- gehändigt werden sollen. Alle Kräfte sind zur schleunigsten Fertigstellung aufge- boten. Fulda, 12. Oct. Eine Privatdepesche der „Frankfurter Zeitung" meldet: „Der Katholiken-Congreß erhebt in geschlossener Versammlung gegen die Occu- pution Rom's in den schärfsten Ausdrücken einen Protest, welcher den Regierungen unterbreitet werden soll. Eine Adresse an den Papst wird berathen. Präsident: v. Andlaw, Redner: Fuldaer Bischof, Fürst Isenburg, Haffner." Fulda, 12. Oct. Wie aus einem Telegramm der „Presse" zu entnehmen, wird Die heutige Wallfahrt nicht bloS mit der kirchlichen Promenade und dem vertraulichen Discurs über die römische Frage und die Freiheit des Papstes und Der Kirche sich befassen, sondern in richtiger Erkenntniß, daß die politische Seite Der Frage sich von Der kirchlichen nicht trennen läßt, auch auf das politische (Bebtet hinüberschweifen. Die katholischen Junker werden auch über die Agitation bei Den bevorstehenden Neuwahlen zum Reichstage disputiren. Stuttgart, 11. Oct. Die amtliche Erklärung des würtembergischen Staats- Anzeigers über die Zustimmung unserer Regierung zu einer staatsrechtlichen Einigung Deutschlands auf Grundlage der norddeutschen Bundesverfassung hat eine gute Aufnahme gefunden auch in Den national-liberalen Kreisen, trotz de« gegen diese gerichteten Avis am Schlüsse. Man steht die Hauptsache als zugestanden an und nimmt doch die Erklärung im Staats-Anzeiger vielfach selbst in den Aus- drücken mit der Adresse Der letzten stuttgarter Versammlung überein, und knüpft sie doch sogar an die schriftliche Antwort an, welche Der König auf Die Eingabe Der früheren Versammlung ertheilt hatte. Karlsruhe, ü. Oct. Prinz Wilhelm von Baden hat an Stelle des aus „Gesundheitsrücksichten" zurückgetretenen Generallieutenant- v. Laroche da« Com- mando Der 1. baDifchen Jnfanteriebrigaoe übernommen, welche mit den übrigen badischen Felotruppen zu Dem neugebildeten 14. Armeecorps gehört. Gestern verlautete, daß Der Großherzog sich zur Division begeben werde; derselbe hat aber die Residenz noch nicht verlassen, und wird Die Reise, wie man vernimmt, erst in einigen Tagen antreten. — Heute Mittags kamen bereits Die in Dem Gefechte bei St. Remy gefangenen Franzosen, meist Linie unD MobilgarDen, hier an, etwa 650 Mann, Darunter mehrere Offiziere. Sie werDen nach Rastatt transportirt. Nachmittags traf Dann auch Der erste Zug unserer leichter Verwundeten hier ein. Wa« einer Ihrer Straßburger EorresponDenten über Den Kriegsminister, General v. Beyer, mittheilt, ist, wie wir versichern zu können glauben, völlig unbegrünDet und müßiges Gerücht. Hamburg, 12. Oct. Der „Hamb. Correfp." melDet aus Altona vom 11. Oct.: „Die französische Flotte ist 18 Meilen von Helgoland gesehen worden. Die Militärbehörden werden benachrichtigt, sich vor Ueberraschung zu sichern und die Entfernung der äußeren Seezeichen vorzubereiten. Gez. v. Ezel." Bern, 11. Oct. Der „Bund" sagt in seiner Tagesübersicht: „Die Fortsetzung des Krieges bedroht Frankreich mit empfindlichem Verlust an Ländergebiet auch in Afrika, indem nach über Tunis und Malta eingelaufenen Nachrichten in Algier Der Aufstand in vollem Gange ist. Derselbe brach im Südosten Der Provinz Constantine unterm Stamme Der Ulet Jacob aus. Es schlossen sich weitere Stämme südlich von Schott el Dscherid an, namentlich Die mächtigen Ssuafa-Uet, Toru und Bez Amer. Wien, 10. September. Als ob unsere sämmtlichen Journale sich da- Wort gegeben hätten, mirD in Der Presse von Der Ankunft des Hrn. Thier- unD seinen Conversationen mit unseren leitenDen Persönlichkeiten fast nicht Die geringste Notiz genommen. Man erfährt nur in aller Kürze, daß Thiers eine Besprechung mit Dem Reichskanzler hatte, Daß er in einer PrivatunterreDung (also mit Ausschluß jeder Dritten Person) vom Kaiser empfangen worden ist, und Daß Graf Beust ihm zu Ehren ein Diner veranstaltete, zu welchem aber nur einzelne Auserwählte andern diplomatischen Corps geladen zu sein schienen. Morgen früh setzt Hr. Thierseine Reise nach Florenz fort; viel Tröstliches wird er aber von hier au« seinen Auftraggebern kaum haben melden können. Uebrigens sollen die Bemühungen des hausirenden Diplomaten hier auch nicht so sehr dahin gerichtet gewesen sein, Oesterreich zu einer sofortigen entscheidenden Parteinahme gegen Deutschland zu bewegen, al- vielmehr für Die Zukunft den Keim zu Verwickelungen und Ge- dässigkeiten zu säen. Hoffentlich wird er auch in dieser Richtung sein Gift umsonst verspritzt haben. Brüssel, 13. Oct. Au- Havre wird heute Nacht- telegraphirt: Oklean- ist von den Preußen besetzt. Die Nachrichten mit der Luftpost, Die dis zum 7. d. reichen, sind ohne Bedeutung. Der Ton Der Journale wird immer schwieriger für die Regierung. Der „Constitutionnel" und Die „France" verurtheilten die „Phrasen" Gambelta's und Den Aufschub Der Wahlen zur Constituante. Die „France" sagt: „Ohne Entsatzheer ist Der Widerstand von Pari- aussichtslos." Der „Constitutionnel" spricht Dem Gouvernement in Tours die Berechtigung zu Der ungeordneten Auflösung Der internationalen Ambulanzen ab. Garibaldi erklärt, daß Krankheit vorläufig seine Betheiligung am Kampfe verhindere. Florenz, 11. October. Bei der Abstimmung der Alpenbahncommissio» wurden Drei Stimmen für die Gotthardbahn und zwei für die Splugenbahu abgegeben. Der Vorsitzende Mordini wurde zum Referenten gewählt. Petersburg, Mittwoch 12. Oktober. Das „Journal De St. Petersbourg" schreibt, Die Proklamation Gambelta's bezeichne den 2. December der Republik, Denn sie verhindere, daß die Nation zu selbstständiger Berathung zusammentrete. Das Journal erklärt es für unbedingt nothwcndig, daß die Wahlen stattfinden, daß Die Vertreter Des Volkes zusammentreten und ein Waffenstillstand abgeschloffen werde. Odessa, 11. Oct. General Jgnatieff ist durch einen Sturz beim Verlassen des Dampfschiffes an der beabsichtigten Reise nach Petersburg verhindert. V< Schloß tnkM einen ä' «chg-n>iks Sc Zacob Vc bi Gl Beson! 4328) S. ik en gros - und Ehr ihrer gen gement a allen Znt unterzeichi etwaige ui ten Firma binnen V. waige Ei' ment hier Ablauf fc lediglich r netenslM werden n Gießer Gros Sie 3 die 4449) theilung in den ll tember d durch die nen 10 3 gerichtli Gießen Großher Ar Die Be 4403) M sollen auf beiten Qn werden, fl 0 Mauri 2) Steinl 2) Steim l)Chaus ..Der off,« ®tt6cn, ®roy, im Gi N Moi H in% hinter, 7°>ald ^steigen Nhkt 8' ' W s;6- • Ä "* «tii tbu'« «n bon üuz, “(fit. ltun8fl arlbet: '9f" die Vccll- en bitgikrungtn 1 PrPrnt: iu fntnc^mtn, fnart und ttm " kapftr- und pohti^e Tritt 1 politische Tr. ' kgitatioii gli^en Staat-, -Etlichen Eins, 4ung hat tim trotz dtt gW alt -ugtstalldtii >ß in den All-, in, und Inüpii mf die Eingabt Stelle de- aut 'echt da- Eov' iii ten übrigen t. ©tßtrn tti- erfelbe bat abn vernimmt, «# in tem Ltfechtt , hier an, etiva itt tfan-portirt. Mrn jitt ein. nijltr, ®tntra\ % unbtyünM lltona vom 11. n werten. Die sichern und die Soldaten iMung qi jt: „Die 8od- an Landtrgebiti i Nachrichten in itosten der > >ssen sich lvtilk« gen Ssuaf-'Ha, ri- aV,'w . i ,•£55- 1,ill I«» ■ *57* w . n beim, lengto «<[ ®'' t fit trt # )itrl unt itiA t giringiii o ml MOT @r([8iuJ lp •** k I kitt M« l"'" 522 ES Telegraphische Depesche. Versailles, 13. Oct. (Officiell.) Die Franzosen haben Schloß St. Cloud, welches diesseits verschont wurde, ohne jede Veranlassung in Brand geschossen. Zehn Bataillone derselben machten einen Ausfall, welcher vom zweiten bayerischen Corps mit Leichtigkeit abgewiesen wurde. Diesseitiger Verlust 19 Mann. v. Podbielsky. Frischbäcker ? u Gießen. 1b- O ctober. Christian Lampus auf dem Seltersweg, Jacob Vogt m der Wallthorstraße und Daniel Rühl am Nathhaus. der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Der Vormittags-Gottesdienst beginnt wieder um halb 10 Uhr. Gottesdienst am 16. October ! Morgens: Pfarrer Dr. Seel. / Nachmittags: Pfarrer Landmann. (Künftigen Sonntag Feier deS heiligen Abendmahls.) Die Pfarrgeschäfte für diese Woche (vom 16. bis 21. October) besorgt Pfarrer Dr. Seel. Bfirsennachrichten. 13. October 1870. Prioritäten. 50/g östr. F. St. E. B. 360 Ludwigsh.-Bexbach 161 Maxbahn 1081 /< Bayer. Ostbahn 121 Hess. Ludwigsbahn 134i/2 3% östr. Stsb.-Prior. 55% 30/g östr. s. Lombard. 45i/2 30/g Livorneser 3O7/s 50/g Toscaner 455/8 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/g Elisabeth-Prior. 763/8 do. II. Emiss. — ÄulehenRloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 63i/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 39i/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 40/g bayr. Präm. Anl. 1061/2 40/g badische Loose 104>/4 Badische fl. 35 Loose 57i/2 1858r Prioritätsloose 149V4 1860r Loose 737/8 1864r „ 108 Wechsel. Ajnsterd. k. S. 100V4 Augsb. k. S. S93/4 Berlin k. S. 1043/4 Bremen k. S. 97 Cöln k. 8. IO41/2 Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 104i/2 London k. 8. 1187/a Lyon k. 8. — Paris k. 8. — Wien k. 8. 951/8 Disconto 40/g G. Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 443/r45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57-59 Pistolen . . 9 42 Gld.fehl r doppelte 9 42 „ HoU. fl. 10 St. 9 55 Ducaten . . 5 34-36 20 Frankens!. 9 28-30 Engi. Souver. 11 50-54 Buss. Imper. 9 45-47 Doü. in Gold 2 25-27 Preaßs. 41/2% Obi. 911/2 Frankl-. 31/^/0 Obi. 793/4 Nass. 41/2% Obi. 9iy4 Korb. 40/o Obi. 82i/4 Hess. 40/g Obi. b. Roths. 92V4 * 31/2% do. do. 871/2 Bayer. 5% Obi. 98 i/8 n 41/20/0 1jährige 91