* Kretin? Str •‘«4U LT^äIt: > j ’n (funß । ^°.n j Wi mit Lück-, "'en ist in der '?rden und fann ueratgebühren in en bei Wallthorswatze. -----w ■^e das Kleider- nimmt bis zum ileibermadjerin, Weinberger, 'aße. ■ 7, M *r TqS q rei^eflugel-» &’> $ebin: “"»T * £' ^echaniku^ M beg Hem ®|tn6er’|>n VW?utun9 ab- 3iaui)timer. ^ter l gallig S -7'kd n 3 si 0' S ' gejawwru n>ir liehen^ sieb- ’’l l-i-rd I i GiebtN. Leib.) j. März^M: ersköcbin. ■|an0-ini^l)Cten' . Marz 1870. )Dn Letouriere. i i Acten- ..,, ' Erster Platz3611 :< au Nolte, * Thealerdirector-^ März bestimmte hlccbtn Witterun; einen noch näher rscboben. l er Vorstand. i Kleiderschrank gell, Polizeidiener. r. 39 in der Neu- >, wird ein Kinder- Einmtte gesucht. iferenz uiib Groß-Linden i 16. Mrz, Vor- KvaTixv. BNv-ä- jdjntiiärbtrti. tbunfl: Montag der L. Kattrein. Preis vi-ertcljährlick 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzlciberg Lit. V. Nr. 1. Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Rr. 32. Diciistaz dm 15. März 1870. Protokoll über die am 19. November 1869 zu Großen-Buseck stattgehabte Generalversammlung deS landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Gegenwärtig: Der 1. Direktor des Bezirksvereins, Dr. Gold mann, als Vorsitzender, sowie der Generalsecretär der landwirthschaftlichen Vereine, Herr Oeconomierath vr. Krämer von Darmstadt und eine große Anzahl von Bezirksvereinsmitgliedern und sonstigen Freunden der Landwirthschaft. I. Nach Eröffnung der Sitzung bemerkte der Vorsitzende, daß die Rechnung des Bezirksvcreins pro 1868 geprüft und mit einem Kasseüberschuß von 70 fl. abgeschlossen sei. Dieselbe liege während der Dauer der Versammlung zur Einsicht offen und werde er, wenn keine Bemerkungen gemacht würden, dieselbe als genehmtgt betrachten. II. Auf der Tagesordnung standen folgende Gegenstände: 1) Verwendung der dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel. 2) Berichte über die im lausenden Jahr mit künstlichem Dünger angestellten Versuche. 3) Ist der Anbau des JncarnatkleeS im Bezirk Gießen rathsam? 4) Ucber Aufzucht des Rindviehes. 5) Besprechung über den Ertrag der diesjährigen Erndte, und über den Einfluß der Früh- und Spät-Saaten auf denselben. 1) Zur Eröffnung der Berathung über den ersten Gegenstand theckte der Vorsitzende der Versammlung mit, daß die sieben Lehrer des Kreises Gießen, welche im Sommer dieses Jahres den landwirthschaftlichen UnterrichtScursus für Schullehrer zu Darmstadt besucht hatten, und welchen zu diesem Behufe aus Pro- vinzialvereinsmitteln eine Unterstützung von je 60 fl. bewilligt worden sei, den Bezirksverein um eine weitere Subvention angegangen hätten. Von diesen 7 Lehrern hätten 4 zum zweitenmal und 3 zum erstenmal an dem Cursus Theil genommen und es sei von dem Verein nunmehr darüber zu beschließen, ob und inwieweit er dem erwähnten Gesuche Folge geben wolle- An der hierüber eröffneten DiScussion betheiligten sich in befürwortendem Sinne die Herren Lehrer Schlapp und Rödelsperger, Decan Koch, Frei- Herr v. Rabenau, welcher übrigens den Wunsch aussprach, daß künftig die Gemeinden hier ebenfalls mithelsen mochten, und der Vorsitzende. Nachdem .sodann Herr Oeconomierath Dr. Krämer bestätigt hatte, daß die Ansprüche'an die Lehrer, namentlich aber an die Besucher des zweiten Cursus sich in neuerer Zeit bedeutend gesteigert hätten und daß in Rheinhessen die Gemeinden, in Starkenburg die Sparkassen unterstützend eingetreten seien, beantragte Freiherr v. Rabenau in Uebereinstimmung mit Herrn Lehrer Schlapp: 1) den Besuchern des zweitem Cursus je 15, denjenigen des ersten Cursus je 10 fl. zu ver- willigen und 2) das Direktorium zu ersuchen, womöglich die Sparkasse in Gießen zu Beiträgen für ähnliche Zwecke zu veranlassen. Beide Anträge fanden einstimmige Annahme. 2) Berichte über die im laufenden Jahr mit künstlichem Dünger an gestellten Versuche. Der Vorsitzende erinnerte daran, daß in Gemäßheit früherer Beschlüsse des Bezirksvereins, bezw. dessen Ausschusses, die Summe von 100 fl. an die Vorstände der landwirthschaftlichen Kränzchen des Kreises abgegeben werden sollte, welche sich verpflichteten, die Versuche mit künstlichem Dünger nach einem von Herrn Lehrer Leise Witz entworfenen Schema anzustellen und bczw. zu contro- liren. In Folge dessen seien diese 100 fl. gleichmäßig an die Vorstände der Kränzchen für das Kirchspiel Kirchberg, zu Rödgen, zu Großen-Buseck und zu Allendorf a. d. Lda. abgegeben worden, es sei dies jedoch erst zu einer Zeit möglich gewesen, wo eine Anstellung von Versuchen bei Winterfrucht für dieses Jahr nicht mehr habe vorgenommen werden können. Er ersuche nunmehr die betreffenden Herren über die erzielten Ergebnisse zu berichten. Freiherr v. Rabenau theilte hierauf als Vorsitzender des Kränzchens zu Kirchberg mit, es habe sich zu seinem Bedauern, trotz seiner Aufforderung, Niemand zum Empfang von Dünger in seinem Bezirk bei ihm gemeldet. Er habe deßhalb die ihm zugestellten 25 fl., welche er für sich selbst nicht habe verwenden wollen, noch vorräthig, beabsichtige jedoch nicht, dieselben zurückzugeben, sondern bitte um die< Ermächtigung, solche zur Anschaffung und Grativabgabe von populären Schriftchen über Düngerlehre zu verwenden. Er glaube auch hiermit der Sache guten Dienst leisten zu können, indem mit Verbreitung von Kenntnissen in Bezug auf das Wesen der künstlichen Düngung Anreiz zur Anwendung von Hülfs- dünger gegeben werde. Es wurden hierauf schriftlich abgefaßte Berichte verlesen: skitcnS des Kränzchens zu Großen-Buseck von den Herren Pachter Güngerich I., Schulvicar Wagner, Pfarrer Strack und Balth. Stephani., seitens desjenigen zu Rödgen von Herrn Lehrer Schlapp, und für das Kränzchen zu Allendorf a. d. Lda. von den Herren Pfarrer Weber und Lehrer SchmehL. Herr Pfarrer Weber bestätigte, daß auch in seinem Bezirk keine Nachfrage nach Hülfstünger erfolgt fei, so daß außer ihm selbst nur von Herrn Schmehl Versuche hätten angestellt werten können, wobei aber genau nach der Leisewitz'schen Anleitung verfahren worden sei. Es waren Versuche gemacht worden: mit aufgeschl. Peru-Guano bei Gerste, Kartoffeln und Runkelrüben, mit rohem schwefelst Kali bei Runkelrüben, Kartoffeln und auf Wiesen, mit gereinigtem schwefelst Kali bei Kartoffeln und Runkelrüben, mit Superphosphat bei Runkelrüben, Gerste und Kartoffeln, mit künstlichem Guano bei Gerste, mit Phosphors. Kolk bei Gerste und auf Wiesen, mit rohem Kalisalz auf Wiesen und mit gereinigtem Kalisalz bei Gerste, — wobei übrigens theilweise gleichzeitig Stallmist verwendet worden war. Die verlesenen Berichte ließen im Allgemeinen keine günstigen Resultate erkennen, indem theils keine, theils wenigstens keine erheblichen Erfolge erzielt worden waren. Vielfach wurde dies jedoch dem Umstande zugeschrieben, daß die Versuche nicht in allen Fällen richtig und nach der Leisewitz'schen Anleitung angestellt worden seien, daß der Dünger erst zu spät habe angewendet werden können und daß der letzte Sommer sich durch besondere Trockenheit ausgezeichnet habe, welche die Wirkung des DungcrS nicht zur vollen Geltung habe gelangen lassen. So hob z. B. Herr Lehrer Schlapp hervor, datz sowohl die künstlich gedüngten Runkelrüben wie auch die Gerste bei ihm einen weit besseren Ertrag geliefert haben würden, wenn die betreffenden Aecker früher hätten ausgestellt werden können. Die Gerste habe sich Anfangs sehr kräftig entwickelt und vor der nicht künstlich gedüngten vortheilhaft ausgezeichnet; als aber später Trockenheit entstanden, sei sie hinter der letzteren zurückgeblieben. Eine auffallende Erscheinung wurde bei einem mit Kartoffeln ausgestellten und zur einen Hälste mit Stallmist und gereinigtem schwefelst Kali zur andern nur mit Stallmist gedüngten Acker des Herrn Pfarrer Strack zu Großen-Buseck beobachtet. Während nämlich der Ertrag beider Hälften quantitativ vollkommen gleich war, lieferte der künstlich gedüngte Theil vollständig warzige, der andere glatte Knollen. Ueber die gemachten Mittheilungen entspann sich eine eingehende DiScussion, bei welcher sich u. A. die Herren Oeconomierath Dr. Krämer, Freiherr v. R a- benau, Lehrer Schlapp, Pfarrer Weber, Pfarrer Strack, Decan Koch und der Vorsitzende betheiligten. Insbesondere bemerkten: Freiherr v. Rabenau: Die erstatteten Berichte hätten ihn überzeugt, daß sowohl in Bezug auf die Quantität als auf die 'Art der angewandten Düng- mittei nicht überall ganz richtig verfahren worden sei. Mit dem Acker verhalte es sich, wie mit dem thierischen Körper: beiden dürfe man nicht mehr Nahrung geben wollen, als bis sie satt seien. Man solle aber auch jeder Pflanze diejenige Nahrung geben, deren sie nach ihrer chemischen Beschaffenheit bedürfe und welche der Boden nicht schon in hinreichender Menge enthalte. Daß Kali auf Basalt- und Grauwackeboden nicht gewirkt habe, sei ihm darum sehr begreiflich; denn dieser enthalte schon ziemlich viel Kali, selbst bis zu 3 pCt. Wolle man daher von der Anwendung künstlicher Düngemittel Vortheil und nicht vielmehr Nachtheil erzielen, so fei unerläßlich, daß man feinen Boden vorher untersuche und danach den Dung wähle. Herr Pfarrer Weber: In Allendorf a. d. Lda. wirke Holzasche anerkanntermaßen ganz vorzüglich; er habe sich deßhalb von Kali, als einem Hauptbe- st^ndtheil der Asche, besonders gute Erfolge versprechen zu dürfen geglaubt und fei erstaunt gewesen, sich hierin getäuscht zu sehen. Herr Oeconomierath Dr. Krämer: Er gebe zu, daß die heutigen Berichte etwas Entmuthigendes enthielten; man möge sich aber dadurch von weiteren Versuchen nicht abschrecken lassen. Wie schon von anderer Seite bemerkt worden, sei ein großer Theil der vorliegenden Mißerfolge aus Rechnung der anhaltenden Trockenheit dieses Sommers zu setzen, günstige Wirkungen des verwendeten Düngers im folgenden Jahre würden deßhalb nicht ausbleiben. Die angestellten Versuche seien aber auch nicht immer ganz corrrct gewesen. Solche Quantitäten Superphosphat z. B., wie hier verbraucht worden seien, wende man heutzutage nicht mehr an. Ebenso sei es unrichtig, das Kali unmittelbar an die Futter- knollen zu bringen. Die Wirkung der Hülfsdünger erscheine ferner oft nicht im Aeußeren der Pflanze, sondern in deren Qualität. Hierüber aber vermisse er in den h.eute vernommenen Berichten Angaben, insbesondere hinsichtlich der Kartoffeln. So habe man in Rheinhessen die Beobachtung gemacht, daß Superphoö- phat die Gerste, bei geringerer Ertragömenge, zum Brauen vorzüglich geeignet mache. Retner empfahl ebenfalls genaueres Studium des Bodens. Er glaube, daß in dem hiesigen schweren Boden die Kalkdüngung besonder« gute Resultate erzielen werde. Peru-Guano sei wohl an und für sich der beste Hülfsdünger; gleichwohl sei man tm Königreich Sachsen, wo man früher davon sehr viel verbraucht, von dessen Anwendung in neuerer Zeit zurückgekommen, weil man die Erfahrung gemacht habe, daß andere Hülfsdünger dem dortigen Boden mehr zu- sagten. Ebenso in Rheinhessen. Daß, wie Herr Pfarrer Weber anführe, in Allendorf a. d. Lda., wo Holzasche mit vorzüglichem Erfolge Anwendung finde, Kali keine Resultate geliefert habe, sei daraus leicht zu erklären, daß die A,che wohl vorzugsweise auf Wiesen verwendet werde; diesen werde aber gerade durch die Ernte jährlich eine bedeutende Menge Kali entzogen, welche durch die Asche dem Boden wieder ersetzt werde, während bei Fruchtfeldern ein anderes Verhält- Oberhessische Eisenbahnen. 1089) Die Lieferung der für die Bureaux. der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft im Jahre 1870 noch erforderlichen Schreibmaterialien und sonstigen Bureaubedürfnisse soll im Wege der -Submission vergeben werden. Das Verzeichnis über die Art und Größe des Bedarfs liegt in der Drucksachenverwaltung offen und sind Offerten, unter Vorlage von Mustern, bis zum 23. d. M- bei Unterzeichnetem einzureichen. Gießen, am 11. März 1870. Der Rechnungs-Intendant: Reuning. Zur Beglaubigung: Dr. G o l d m a n n. denau wurden bei nommen. zur Zucht tauglich seien. Was nun die Fütterung und Pflege erwachsener Thiere anlange, so ließen sich diese nicht schablonenmäßig einrichten; örtliche Verhältnisse, die vorhandenen Futtervorräthe und der jeweilige Geldwerth ter zu verwendenden Futtermittel müßten hier in Betracht gezogen werden, stets aber sei darauf Rücksicht zu nehmen, daß letztere hinsichtlich der in ihnen enthaltenen Nährstoffe sich gegenseitig in richtigem Verhältnisse ergänzten? Redner empfahl hier als trefflichen Leitfaden Dr. Julius K ü h n's „Zweckmäßige Ernährung des Rindviehs", und wies ferner darauf hin, wie nothwendig cS sei, daß der Viehhalter, wenn er die Pflege seines Vieh' nicht selbst besorge, diese wenigstens persönlich gehörig überwache und daß er seinen Viehstand in ein richtiges Verhält- niß zu dem Futterquantum setze, welches er auf seinem Grund und Boden pro- duciren könne. Zum Schluffe sprach Redner den dringenden Wunsch aus, daß möglichst in allen Gemeinden Viehwaagen unterhalten werben möchten, damit die Vichbesttzer im Stande seien, sich über die Erfolge ihrer Fütterungsweise zu unterrichten und den Geldwerth ihrer Thiere nach dem Gewicht derselben zu bemessen. Im Verlaufe der DiScussion, an welcher sich u. A. die Herren Lehrer Schlapp und Rödelsperger, Pfarrer Müller, Oeconomierath Dr. Krä- m e r und der Vorsitzende betheiiigten, wurde wiederholt auf die im Verhäitniß zum Grund und Boden des kleinen LandwirthS allzu großen Viehstände und auf die häufig zu geringe Zahl der Bullen gegenüber derjenigen der Küh^ und Rinder als einer gedeihlichen Entwicklung der Viehzucht entgegensteheude Umstände hingewiesen. Herr Oeconomierath vr. Krämer empfahl dringend Vermehrung des Futterbaues, die es allein thunlich erscheinen lasse, auf dem kleinsten Raum mit dem größtmöglichen Aufwand an Dung möglichst v-el herauszuschlagen. Freilich lasse sich eine solche Vermehrung des Futterbaues, nicht in's Werk setzen, so lange noch die Fesseln nicht beseitigt seien, welche durch den bestehenden Flurzwang dem freien Wirthschaftsbetneb auferlegt seien. Immer und immer'wieder müsse deß- halb auf Entfernung dieses Zwanges durch zweckmäßige Feldregulirungen und Weganlagen gedrungen werden. Dem von Herrn Güngerich in Bezug auf Viehwaagen geäußerten Wunsche stimmten Herr Oeconomierath Dr. Krämer, wie auch der Vorsitzende bei; Ersterer will jedoch Waagen nicht blos für Vieh, sondern für alle landwirthschaftlichen Produkte, und zwar befahrbare, zu deren Anschaffung und Unterhaltung seien wohl am besten die Gemeinden in der Lage. Der Vorsitzende bemerkte hierauf, daß die Zeit zu weit vorgerückt sei, um die übrigen, noch auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände zu erledigen, zumal Herr Lehrer Funk von Beuern sich noch das Wort erbeten habe zu einem Vortrag über landwirtbschaftliche Buchführung. Herr Funk verbreitete sich hierauf in einem von der Versammlung mit Interesse entgegengenommenen eingehenden Vortrag über Wesen, Zweck und Nutzen einer geordneten Buchführung beim kleineren landwirthschaftlichen Betrieb, bezeichnete dieselbe in überzeugender Weise als unter den heutigen wirthschaft- lichen Verhältnissen für jeden Landwirth unentbehrlich und das dagegen fast noch überall herrschende Vorurtheil als ein gänzlich ungerechtfertigtes. Er empfahl Ausnahme der landwirthschaftlichen Buchführung als Unterrichtsgegenstand in die Fortbildungsschulen und Prämiirung solcher Schulen, in welchen Buchführung gelehrt werde Der Vorsitzende schlug vor, diesen Gegenstand einer zu bildenden Commission zur weiteren Bearbeitung zu überweisen, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte. Hieraus wurde die Sitzung geschlossen, nachdem Steinbach zum nächsten Versammlungsort bestimmt worden war. Die Versammlung schritt sodann zur Berathung über den weiteren Gegenstand der heutigen Tagesordnung: 3) lieber Aufzucht deS Rindviehes, welche Herr Pachter Güngerich II. von Großen-Buscck mit einem Vortrag ein- leitete. Redner verbreitete sich zunächst im Allgemeinen über die Bedeutung von Ackerbau und Viehzucht als hauptsächlichste Stützen eines geordneten Staats" lebens und ging dann spcciell auf die Rinvviehzucht über. Es sei einleuchtend, daß der Vieyhalter nur dann den größtmöglichen Ertrag von seinem Viehstande erziele, wenn er solche Exemplare halte, welche die Eigenschaften guter Futterver- werthung in sich vereinigten und wenn er diese Thiere dann kräftig ernähre. Die Anforderungen, welche an gute Zuchtthicre gestellt'werden müßten, seien folgende: bei Kalbinnen weiter Brustkorb, nicht zu starker Hals und Kopf, fehlerfreier Knochenbau, weiche, elastische Haut, breites Kreuz und tonnenförmiger Leib, — bet Bullen stark ausge ildetes Vordcrtheil, weiter Brustkorb, fehlerfreier Knochenbau, elastische Haut, gradliniger Rücken, gedrungener Leib und leichte, energische Bewegungen. Sehr ost würden ober diese Erfordernisse außer Acht gelassen; man verwende weder Thiere, die jene Eigenschaften befaßen, noch ernähre man dieselben kräftig. Letzteres sei besonders häufig bei Bullen der Fall, die bei knappem Futter auch noch über Gebühr angestrengt würden, indem in vielen Gemeinden die Zahl der Kalbinnen, welche auf einen Bullen kämen, eine zu große sei. Die Folgen zeigten sich dann entweder darin, daß die Kühe nicht trächtig blieben oder schwach entwickelte Kälber zur W.lt brächten. Auch bet der Auf zücht der letzteren begehe man noch viele Fehler; während einem Kalbe, das sich kräftig entwickeln solle, die Muttermilch nicht vor den ersten 5 — 8 Wochen entzogen werden sollte, geschehe dies häufig viel früher und zu einer Zeit, wo das Kalb rauhere Futtermasscn zu assimiliren noch nicht im Stande sei. Auf solche Weise würden Thiere herangezogen, die auch später gereichte kräftigere Nahrung nicht völlig zu verwerthcn vermöchten und weder zur Arbeit, noch weniger aber niß stattfinde. Was den Antrag des Freiherrn v. Rabenau betreffe, die für Kirchberg noch vorräthigen 25 fl. zur Vertheilung von Schriftchen zu verwenden, so erachte er denselben für sehr zweckmäßig und empfehle Wolfs „Practische Düngerlehre" als zur Anschaffung besonders geeignet. — Schließlich machte Redner auf die Wichtigkeit der Wahl einer soliden Bezugsquelle bei der Anschaffung ckünstlicher Düngmittel, in eindringlicher Weise aufmerksam. In dieser Beziehung sei auch schon in andern DereinSversammlungen der Mangel einer Versuchs- und Controlstation für künstliche Dünger im Großderzogthum, wie deren fast in allen übrigen Ländern Deutschlands bestünden, lebhaft gefühlt und zum Gegenstand von Anträgen gemacht worden und er könne dem Bezirksverein Gießen nur empfehlen, in gleichem Sinne zu wirken. Das Publikum möge sich nicht dadurch täuschen lassen, daß viele Fabriken ihre Dünger als unter der Controle auswärtiger Vereine rc. stehend bezeichneten; diejenige Waare, welche in das Großherzogthum eingeführt werde, entziehe sich der Controle solcher Vereine und sei darum häufig nur von geringer Qualität. Freiherr v. Rabenau schloß sich dem vollständig an und beantragte: das Directorium zu ersuchen, durch Vermittlung des Provinzialvereins, bezw. der landwirtbschaftlichen Centralstelle frei Großh. Regierung auf Errichtung einer Controlstation für HiUfsdünger im Großherzogthum hinzuwirken. Dieser, sowie der vorerwähnte, die Verwendung von 25 fl. zur Anschaffung populärer Schriftchen über Düngerlehre betreffende Antrag des Freiherrn v. Rader hierauf vorgenommenen Abstimmung einstimmig ange- Besondere Bekanntmachungen. 1102) Die Jagd- und Fiichwasserpachtgel- ber für das Jahr 1870 müssen innerhalb 14 Tagen anher bezahlt werden, widrigenfalls Mahnung erfolgt. Gießen, den 10. März 1870. Grobherzogliches Rentamt Gießen. L y n ck e r. 1091) Die Holzversteigerung vom 11. März ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 19. März bis 2. April bei Großh. Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueber- weisung des Holzes findet am 21. März, Morgens 8 Uhr, statt. Gießen, am 12. März 1870. Großherzogliche Oberförsterei Schiffcnberg. Dr. Draudt. Wersteigerrmgen. 1045) Mittwoch den 16. und Donnerstag den 17. März d I., jedesmal Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause der verst. B- Ganß Wtw. auf dem Asterweg die zu deren Nachlaß gehörenden Mobilien, bestehend in 2 eichenen polirten Commoden, wovon das eine mit Schreibeinrichtung, ein großer runder Klapptisch , Rohrstühle und sonstige' Mobilien, Bettwerk, Weißzeug, Haus- und Küchenge- räthe versteigert werden. Gießen, den 11. März 1870. In Auftrag: Semmler, Orisgerichtsmann. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lick. 1097) Künftiger? Montag, den 28. d. Mts., Morgens 9 Uhr, sollen im District Hard, auf dem Muschen- heimer Weg anfallgend, und im District Muckenwald versteigert werden: 2 Stecken Buchen-Scheidholz, 2 „ Eichen- 26 „ Buchen-Prügelholz, 106 „ Eichen- u. Tannen-Stockholz, 2850 Wellen „ „ „ Reisholz, 93 starke Eichen-Stämme von 6455 Cbfß-, 65 „ Tannen- „ „ 3007 „ 66 „ Eichen-Stangen „ 351 „ 270 „ Tannen- „ „ 1049 „ Lich, am 14. März 1870. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. Holzversteigernng im Waldgirmeser Gemeindewalde. 1099) Freitag den 18. März, Vormittags um 10 Uhr, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, District Bannherd: 90 Eichen-Baustämme von 25 bis 45 Fuß Länge, zusammen 6046 Cubikfuß enthaltend, , meistbietend versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini 1870 gestattet- ' Die Zusammenkunft ist im District selbst, bei Nr. 1 oberhalb des Hausstädter Grundes. Waldgirmes, den 11. März 1870- Die Bürgermeisterei Walogirmes. Schmidt- Bauholz-Bei kauf. 1082) Donnerstag den 17. März 1870 soll im Heskemer Wald nachstehendes Gehölz öffentlich meistbietend verkauft werden: 1) 380 Stück Eichen von 20 bis 54 Fuß Länge u. 8 bis 18 Zoll mittl. Durchmesser ; 2) 30 Stück Kiefern von 30 bis 50 Fuß Länge u. 13 bis 14 Zoll mittl. Durchmesser ; 3) 2 Buchen-Abschnitte von 28 Fuß Länge und 18 Zoll mittl. Durchmesser. Die Zusammenkunft ist im Schlag Hegekop. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Heskem, am 5. März 1870. Peil, Bürgermeister. Feilgebotsrrss. Verkauf einer Scheuer auf den Abbruch. 1080) Die Stadt Laubach beabsichtigt, die von den Erben des verstorbenen Bürgermeisters Müll dahier zur Erweiterung der Straße angekaufte doppelte Scheuer, 71 Fuß lang, 33 Fuß breit, 2 Stock hoch, auf den Abbruch zu verkaufen. Dieselbe kann zusammen, sowie auch getrennt, abgegeben werden. Der eine Theil, 41 Fuß lang, 33 Fuß breit, ist von gutem starken Eichenholz, der andere Theil, 30 Fuß lang, 33 Fuß breit, von Tannenholz erbaut und mit Ziegeln gedeckt. Kaufliebhaber wollen sich bis Ende März l. I. bei unterzeichneter Stelle melden, welche weitere Auskunft ertheilt. Laubach, am 10. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Laubach. Ritter. Verkauf einer vollständigen Schloffer - Werkstätten 1081) Bei Schlossermeister Hartmann Jäger dahier steht wegen Aufgebung des Geschäfts das zu einer Schlosser-Werkstätte erforderliche, in gutem Zustande befindliche Handwerksgeschirr, bestehend in: 1 Blasbalg , 1 Ambos, Schraubstöcken, Hämmern und sonstigem Zugehör, zum Verkauf bereit und kann solches jeden Tag eingefthen werden. Laubach, am 10. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Laubach. Ritter. 1088) Luzerner u. rothen Klcesamcn, wie auch Grassamen-, empfiehlt . Emil Pi stör. 1023) Mehrere Vogelshecken sind zu verkaufen Mühlgasse Nr. 72. 8 Düngemittel der Chkinischkn Fabrik Grirshrim in Frankfurt a. M. Sauere phosphorsauereKalkc (Superphosphate) zur Düngung des Getreides, für Rüben, Wiesen, Gemüsse, Futtergewächse, Reps u. s. w. in drei Sorten. Phosphorit-Phosphat, das rohe Knochenmehl ersetzend, Hülfsdünger. Gedämpftes Knochenmehl (guanifirt), in feinem und gröberem Pulver, für Getreide ii. ft w. (zur Maschinen- und zur Handsaat). Griesheimer Guano (Kali - Dünger), feines Pulver, für Getreide, Reps, Tabak, Kartoffeln, Hopfen u. s. w. Weinberg-Guano (Weinberg - Dünger). Wiefen-Düngcr (Kali-Dünger). Peru - Guano - Phosphat. (Gesäuerter Peru-Guano). Peruanischer Guano. Baker-Guano. Mischungen von Superphosphaten mit Kalisalzen. Futterknochenmehl. «odagypS, fein gemahlen. Reichtyum an Gehalt. Vorzügliche Löslichkeit. Billige Preise. — Preislisten, Gebrauchsanweisungen und Analysen gratis. — Garantie der Analysen. — Controle der landwirthschaftlichen Vereine._______________ Pferde-Loose bei I. Roloff, (1101) am Wallthor. 1104) Eine Partie Buxbaum ist zu verkaufen. Das Nähere bei Louis Todt, ___________________________Briefträger. 1103) Reisstärke, Würfelzucker und Waschcrystall empfiehlt _____________Emil Pisto r. 1058) Eine amcrikanifche Singer'S- Rähmafchine älterer Construction, besonders geeignet für Schneider, Schuhmacher oder Sattler, steht billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. oo I I o ' .7 •"; fris^ 1 frie Gt halte zur pfohlen. - h N liitber t I amen 9 Ifä f, V das Allein' unb 35 : in Gieß «Ä « Fn-i 1092) A- nci Ea in frischen Friscin kn wir r ® M' | ratorüi Castel Earl <1 1057) sclMechk saß, lackir soll'chrän verschiedet unb Ml Auch fnnt € 1086) verkauft ~Io93f und doü Kleibersct 1055) empfiehlt verlausen. W Mob Secretär k i'ud zu ver l08i) C bÄ mit Lethen S< jÄöpß JL6in \ $3) cv Ä,®» "^ens 3 BttM. pro, T'. t06 Momit bit "l'J« unter. >" b'®fc '"'"-hnr bv^Ktj. 1 Multaii intt unb auf ■ m Rin, te Hätte rm,6rung der n mit |fIL Freilich M fc lange lU»üng dm :t müsse detz. uungen und ,n Bezug auf r- Krämer, l°S für Vieh, rf» zu deren 'n der Lage, r^t sei, um ^ledigen, zu. übe zu einem ümmlung mit Zweck und dh-n Betrieb, 1 witthschast- -gcu saß nech Er empfahl rnßand in die Buchführung 'ttn ßmfr mmhmg tiit' zum nachßen i« ler. ; * 4b» sei b’t lr“"9 d-, ttel GricshM ... Sooft # Lalllhor- 57«** 4 Todt« ^7nb M-K- =ir',„ eet‘* fialfc(SupeP :ä Getreides, cmüie, Fut- s. w- in drei das rohe Kno- ied?'(guan-M uloer, für GH' ichinev- und zur Sali- Düngtt), e i d e, llt e 0 s, opjen u. 1- w- oberg-Tunger)- lünflcrk flt. (gesäuerter ASS w»«!* K- alsltn _ Control' | Von iiatiirl. FriedridisImllerBitterwasser ist in allen Mitter alte asset* - Mattcllttttgett und Apo; he kett frische Füllung zu haben. Fricdrichshall bei Hildburghausen. Die 8l UNN6N-I)il OOtlON. C. Opgiel Co. Mcrn Lager in Gemüse-, landwirthlchastlichkm, Wald- und Blumen-Samen halte zur bevorstehenden Saison, unter Zusicherung reellster Bedienung, bestens empfohlen. — Cataloge stehen gratis und franco zu Diensten. Georg Andreas, Samenhandlung »zum Steinernen Haus", Markt M, Frankfurt a M , (1096) .1 11. h Mr Brust-Lcidendc I ist der durch seine außerordentlichen heil- I sarnen Wirkungen so bekannte Kräuter-Brust-Synip des Hoflieferanten 3?. W. Bockius in BUcrberg das beste Linderungsmittel. Alleinverkauf in Flaschen zu 24 fr. und 35 fr. in Gießen bei Ernst Hermes, „ Grünberg bei Geom. Ritter Wttw-, „ Friedberg bei Jean Huber. z Frankfurier Pferdeloofe, 3 l fl. 45 kr-, zu haben bei (831) Julius Wallach. 1092) Aechte Veroneser Salami, , „ Macaroui, neuen Laberdan, Eabliauen und Bratbückinge, in frischen Sendungen, empfehlen I. A- Busch Söhne. Frische Egmonter Schellfische erwarten wir nächster Tage. 1093) Bei Unterzeichnetem stehen Incfirte und polirte Bettladen, Commoden und Kleiderschränke zu verkaufen. . Ph. Bauer, Schremer, in der Mühlgasse. 1086) Eine Partie größere Packkiflen verkauft WilHelm Orblg. Lilionese, das einzig be- ö währte Schönheitsmittel § findet täglich noch rnehr^ Anerkennung. Alle Falten § und Hautunreinigkeiten ver- schwinden in 14 Tagen; -nur allern acht im Ehemischen Labo- -£> ratorium von Adolph Conrad in ■= Castel a. Rhein und durch Herrn Carl Frech in Gießen zu buchen. « 1057) Sechs Bettladen, ein- und zwei- schläferige, zwei Waschcommoden nut Aufsatz, lackirt, eine Commode und ein Con- solschränkchen von Nußbaumholz, sowie verschiedene Rähtischchcn von Nußbaumund Mahagoniholz, stehen verkaufen. Auch kann ein Junge in die Lehre trcUn. Wilh- Kratzenberger, Schreinermeister (Reichemand.) 1055) Regenröcke und Regenschirme empfiehlt ______Friedrich Kühne. 981) Einen Haufen Mist habe ich zu verkaufen. ©eifern ar- 1105) Bier Kleiderschränke und sonstige Möbeln, wobei sich em sehr schöner Secretär befindet, sowie auch Bettung, sind zu verkaufen bei Heinemann Hermann. 983) Mein Wohnhaus in der Markt- ftrafee bin ich Willens aus freier Hand zu verkaufen. H. Schäfer, Kammmacher. Bermrsthuugsu. 1084) Ein Mansarden-Zimmer mit Ca- binet, mit oder ohne Möbel, ist zu ver- miethen Seltersberg Lit. E- Nr. 8L 986) Ein Familienlogis, bestehend aus 2 Zimmern, Küche, Keller und Kammer, ist zu vermiethen bei Andreas Bärrn, Schreiner und Bleicher vor dem Labnthor. 1087) Ein an der Hauptstraße in bester Lage der Stadt gelegener Laden ist auf längere Zeit zu vermiethen. Näheres bei der Expeo. d. Bltts. ______________________ 1038) In einem neu erbauten Hause ist die mittlere Etage nebst Zubehör zu cer^ miethen. Näheres bei der Exped- d. Bltts- 1029) Ein möblirtes Zimmer nebst Ca- binet ist zu vermiethen bei Ehr. Reiber, am Kreuz. VeeMifchte Anzeigen. 988) Die Besitzer von Büchern aus der Bibliothek des Gesellschafts-Vereines werden ersucht, dieselben binnen 8 Tagen zu- rückzulieferii. Gießen, den 7. März 1870.. Dr. Zimmermann, _______:_________________Bibliothekar._______ t jOflw Stellen für Kaufleute, Oeconomen, Beamte, sowie für Leute jeden Standes, vermittelt jederzeit prompt das conc. mercantil. Büreau von C- L- Erler in Dresden, Wilsdr. Nr 13. Nß. Geehrten Herrschaften aller Stände werden jederzeit gewünschte Leute gratis beschafft-_____________________________________ 1091) Eine goldene Broche ist gefunden worden und kann solche gegen Erstattung der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden bei Martin Müller, ________________Weidgasse Lit. B. Nr. 97- Agenten-t-esuch. 981) Zum Absatz eines leicht und überall verkäuflichen Artikels, wozu weder Raum, noch kaufmännische Kenntnisse nöthig sind, werden Agenten gegen eine angemessene Provision gesucht. Refleetanten belieben ihre Adresse unter den Buchstaben B. B. No. 20 an die Exped. d. Bltts. franco einzusenden. - 1100) Ein zuverlässiger Knecht gegen guten Lohn gesucht von ________H. E- Jughardt, Marktplatz. 1106) Ein im Kleidermachen, sowie im Weißzeugnähen, erfahrenes Mädchen wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Das Nähere bei der Expedition d. Blattes._________*__________________ 1090) Für einen jungen Mann, der die nöthigen Vorkenntnisse besitzt, ist in unserem Geschäfte eine Lehrlinghstelle offen. __________Gallische Wollenspinnerci. Beachtenswerth! 76) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Spezialarzt Tlr. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz). 1074) In die Hirschapotheke wird ein stadtkundiger unverheiratheter £au§: bursche gesucht. Lohn 60 fl._______________ 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu! alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Neuestes Prämien - Anlehen I der Stadt Venedig, im Betrage von nahe 1 3 Millionen, genehmigt durcli Königl. Beeret 1S69. Original - Staats - Pränilen- IjOOSC sind überall zu kaufen und zu spielen erlaubt. S Die Hau|>t-Gewinne betragen 116mal Frcs. 100,000 8rn.50,000, $ 16mal 25,000 , 3000, 1500, W1000, 48mal 500, 48mal 400, y 48mal 350, 48mal £50, 3ti0,0U0mal j 8 Die Verloosung yarantirt | und i*olt®letit die Staats- \ | Bteyieraiuj selbst. W Beginn der Ziehung am 20. <1. Mts. Änr Ä Thaler S kostet ein vom Staate garan- I tirtes Original-Staats I oos H (nicht von den verbotenen Promessen), S und werden diese Original g Staats -Loose gegen flran- sj kirte Einsendung des Betrages 8 oder gegen Postvorschuss, «selbst nach den eaitferiitestcn Gcgeudeii von mir versandt. »8^ Ks werden nur Gewinne gezogen. g Die amtliche Ziehungsliste H und die I Versendung der Gewinngelder g erfolgt unter Staatsgarantie |j sofl*OBet nach der Ziehung an 8 Jeden der Betheiligten proanpt und | verschwiegen. M Mein Geschäft ist bekanntlish das Aelteste und Allerglücklich- K 8te, indem ich bereits an mehreren j 1®* Betheiligten iu dieser Liegend: dieallerhöchstenBIaQBpttref- ! fer von 300,000, ÄT5,OOO, 151>,OOO , 135,000 , mehrmals ! 100,000, kürzlich das grosse I Loos und jüngst am 30. vor.! IBonats schon wieder den allergrössten Haupt - Ge- I winai in Worms ausbezahlt I habe. AW Zur ^Bestellung meiner K wirklichen Original* S l«Staats - Loose bedarf es W ßää der Bequemlichkeit halber keines | B3 Ikriel'es, sondern man kann den 8 WÄ Auftrag einfach auf eine Post- \ K ßä/einzahlungskartebemerken.! h 28Ä Dieses ist gleichzeitig bedeutend I g billiger 1 Post Vorschuss ; Meine Geschäfts-Devise ist: „Gottes Segen bei Cohn !“ | ILaz. Sams. Cohn in Hamburg, I Haupt - Comptoir, Bank- und I Wechselgeschäft. (564) I 1079) Mädchen, welche das Kleidermachen erlernen wollen, nimmt bis zum 1. April wieder an Frau Julie Plitt, Kleidermacherin, wohnhaft bei Herrn Steinberger, Wallthorstraße. 1026) Ein braves, tüchtiges Mädchen wird alsbald in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. io2i) Gesucht wird ein Mädchen aufs Land als Stütze der Hausfrau, erfahren im Bügeln, Nähen und Kochen. Nachträge bei Frau Professor Ettling, Neue Anlage. 1066) Es wird für Auswärts eine perfekte Köchin gegen angemessenen Lohn zu miethen gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 1009) Ein geübter Lithograph (Federmanier) besonders für Zeichnung von leichten Vignetten findet dauernde Beschäftigung bei I. Rothschild, Lithograph, in Offenbach a. M- 1072) Zwei gute Schuhmachergeselleu können dauernde Beschäftigung erhalten bei Philipp Mootz, Katharinengafse. 1107) Ein Mädchen, das Hausarbeiten gründlich zu verrichten versteht, wird in Dienst gesucht von I. Zur buch. 879) In das Gail'sche Haus auf dem Seltersberg wird zum 25. März ein tüchtiges Mädchen gesucht, welches alle Hausarbeit gründlich versteht. s Gesucht wird ein braves Mädchen, das sofort eintreten kann, int - Caf6 Kuhlmann, Seltersweg. 987) Ein aefitteter Junge, welcher das Schreinergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten. Bei wem? sagt die Exped. dieses Blattes. 1109) Auf dem Wege durch die Neuen- bäuett nach dem Bahnhofe ist ein schwarzes Medaillon mit weißem Kreuz verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten,^ dasselbe gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Blattes wieder abzugeben. 1030) Unterzeichnete vergeben circa 18 Cubikklafter Steine zum Anfahren. Darauf Refleclirende wollen sich benehmen mit L- & A- Petri- TH; DIETRICH & Co. in Cassel. ANNONCENBUREAU lür sämmtliche in- und ausländische Zeitungen. (914) § Theater in Gielren. (Cdfc Leib.) Mittwoch den 16. März 1870 (Gastspiel des Hrn- Otto vom Vaudeoille- .Theater zu Dresden): Dir wie m i r. Lustspiel in 1 Act. Ludwig Devrient. Genrebild in 1 Act. Guten Morgen, Herr Fischer. Posse mit Gesang in 1 Act. Musik von Kapellmeister Stieg mann.. Preiße der Plätze: Erster Platz 36 kr. Zweiter Platz 18 fr. Gallerte 9 kr. W. de Nolte, Theaterdirector. 8 Auswanderer nach Llmcrika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. P. 8. Wechsel für Amerika werden zum Tagescourse baldigst besorgt. Epileptifche Krämpfe (Fallsucht) heilt brieflich der Spccialarrt für Epilepsie Doct O. Killisch in Berlin, Mittelstrafee 6. — Bereits über Hundert geheilt. (201 1085) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei Elias Meier. 7) Ein größeres Familienlogis ist zu vermiethen bei_______M. Weifebäcker. 1063) In meinem Hause auf dem Asterweg ist eine Familienwohnung zu vermiethen. E- Pausch, ____________auf dem Lenz'schen Felsenkeller. 1083) Ein Mansarden-Zimmer mit Alkoken ist für nächsten Sommer - Eurs zu Der; vermiethen Seltersberg Lit. E. Nr. 4. 978) Ein gut möblirtes Zimmer,' mit oder ohne Cabinet, ist zu vermiethen. Be- lvem? sagt die Exped. d. Bltts. Zur gefälligen Beachtung! 1050) Unsere Geschäftsräume befinden fich nunmehr im Hause des Herrn S. Reis K.u,)ikllierg K> 68 neben der BrülLschen Druckerei. Giesten. Gebrüder Maver, Weinhandlung. Politische Rundschau. 11. März. Die „Provinzial-Corrkspondenz" widmet dem abgetretenen bayerischen Ministerpräsidenten Fürst Hohenlohe, welchem das Streben vorgeschwebt habe, zwischen den Süddeutschen Staaten und dem Norddeutschen Bunde ein enges nationales Band herzustellen, anerkennende Woite und sagt dann in Bezug auf seinen Nachfolger Graf Bray: die politische Vergangenheit und bewährte Gesinnung des neuen Ministers, welcher auch bei dem Abschlüsse des Schutz- und Trutzbüntnisscs zwischen Bayern und Preußen betheiligt war, dürste als eine neue sichere Bürg- schäft dafür gelten, daß die bayerische Regierung fest entschlossen sei, in der bisherigen nationalen Richtung ihrer Politik auch gegenüber dem Norddeutschen Bunde zu verharren. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht ein Zusatzcnpitel zu dem Dekret über den Primat des römischen Papstes, besagend, daß der römische Papst in der Definition von Sachen des Glaubens und der Moral nicht irren könne. Dasselbe lautet: „Die heilige römische Kirche besitzt den höchsten und vollen Primat und Principat über die gesammte katholische Kirche, welchen sie von dem Herrn selbst durch den heiligen Petrus, den Apostclsürsten, dessen Nachfolger der römische Papst ist, mit der Fülle der Macht empfangen zu haben, wahrhaft und demüthig erkennt. Und wie sie vor den Uebrigen gehalten ist, die Glaubensfreiheit zu vertheidigen, so müssen auch etwaige Fragen, welche in Bezug auf den Glauben entstehen möchten, durch ihr Urtheil dcfinirt werden, und weil der Ausspruch unseres Herrn Jesu Christi nicht zu übergeben ist, wo er sagt: „Du bist Petrus jc." Was hier gesagt ist, wird durch die Folgen bewiesen, indem beim apostolischen Stuhl die katholische Religion immer unbefleckt bewahrt und die Lehre stets hochgehalten worden ist. Daher lehren wir mit Zustimmung des heiligen ConcilS und definiren cs als ein Dogma des Glaubens, daß Kraft des göttlichen Beistandes der römische Papst, von dem in der Person des heiligen Petrus gleichfalls von unserm Herrn Jesu Christo gesagt ist: „Ich habe für dich gebetet u. s. w.", nicht irren könne, wenn er als höchster Lehrer aller Christen austretenv mit seiner Autorität definirt, was in Sachen des Glaubens und der Moral von der ganzen Kirche zu halten sei, und daß diese Prärogative dcr Jrrthumslosigkeit oder Unfehlbarkeit des römischen Papstes sich auf denselben Bereich erstrecke, welchen die Unfehlbarkeit der Kirche umfaßt. Wenn aber Jemand, waS Gott abwcndcn möge, dieser unserer Definition zu widersprechen sich anmaßen sollte, so wisse er, daß er von der Wahrheit dcs Glaubens absällt." Die „Corresp. Havas" bringt folgende angeblich aus Rom, in Wahrheit wohl aber aus dem französischen Ministerium des Auswärtigen stammende wichtige Mlttheilung: Die öffentliche Meinung beschäftigt sich seit einigen Wochen sehr viel mit Dem, was hier vorgeht. Man glaubt zu bemeikcn, daß eine im (Sonett dominircnde Partei entschlossen scheint, diese Versammlung auf eine'Bahn zu leiten, deren Gefahren von allen katholischen Negierungen anerkannt worden sind, welche sammtlich dem heil. Stuhle erklärt haben, daß die Proclamirung des Dogma's der päpstlichen Unfehlbarkeit, sowie die Annahme anderer den Rechten ter Staaten zuwiderlaufenden Beschlüsse sür die Kirche selbst sehr schlimme Folgen haben könne. Auf die in diesem Sinne ihm gemachten Voistellungen soll der Cardinal Antonelli sich begnügt haben zu antworten, datz die Regierungen Unrecht haben würden, sich um die Beschlüsse des Concils zu kümmern, ta es sich hierbei nur um dogmatische Crllärungen handle, welche an dem wirklichen Zustande der bürgerlichen Gesellschaft durchaus nichts andern sollen. Diese Behauptung des Cardinals Antonelli kann bis zu einem gewissen Grade wahr sein; denn cs ist richtig, daß die Ent- scheidungen des Concils in keinem Lande Gesetzeskraft haben werden, silbst nicht in Spanien, wo dies vor der Septemberrevolution 1868 der Fall war. Allein Beschlüsse wie die, denen man entgegensieht, haben bereits die Gewissen beunruhigt und können noch Folgen von ziemlicher Tragweite nach sich ziehen. Ein Beweis hierfür ist das, was augenblicklich in der armen scheu Kirche stattfindet. Die in Rom gefaßten Beschlüsse haben zu einem Schisma im Schoße dieser kirchl chen Gemeinschaft geführt; 150,000 armenische Katholiken buben sich von ter lateinischen Kirche loegesagt und sind so von französischen Schutzbefohlenen im Orient zu eben so vielen Schützlingen Rußlands gewoiden. Dies ist ein für die politischen Jnttr'ffen Frankreichs bedeutender Nachthtil. Wir glauben zu wissen, daß die französische Regierung zu einer feierlichen Manifestation entschlossen ist, indem sie einen außerordentlichen Botschafter nach Nom sendet, der vor dem Concil gegen die eventuelle Verkündigung dcs Dogmas der Unfehlbarkeit Protest einlegen soll. Man weiß noch nicht, ob der Marquis v. Bonneville oder eine speciell ad hoc abgesandte Persönlichkeit mit dieser außerordentlichen j Botschaft betraut werten wird; diese Frage muß jedoch in sehr kurzer Frist zur Entscheidung kommen. 12. März. Die halbosficielle „Provinzial-Correspondenz" bringt mehrere Artikel über die Todesstrafe, deren Ausfüh- rungen die bekannte Rede des Herrn Ministerpräsidenten umschreiben. Zuletzt wird die Erklärung des Grafen Bismark aufrecht erhalten, daß das Schicksal der Vorlage von dieser Frage abhänge. „Noch ist die Möglichkeit vorhanden, sagt die „Prov.-Corr.", daß der Reichstag bei der schließlichen Beratdung auf den Weg der Verständigung über diese wichtige Frage einlenkt. Wenn diese Hoffnung sich nicht erfüllt, so wird dadurch das Zustandekommen des neuen Strafrechts unmöglich gemacht werden, nicht aber die Regierung gezwungen werden können, den gegenwärtigen Rechtszustand in Betreff der Todesstrafe preiszugcben." Dagegen meldet die „Volkszeitung": OfficlöS werde erklärt, der Bundesrath werde in einen Compromiß wegen der Todesstrafe nicht eingehen und fügt hinzu: „Wir hoffen zuversichtlich, daß der Reichstag dies ebensowenig thun wird." Das „Memorial Diplomatique" meldet, die Antwort des päpstlichen Stuhles auf die Depesche des Grafen Daru sei nach Paris abgegangen. In derselben beeilte sich das römische Cabinet in das Verlangen des Tuilerienhofes, im Concil durch einen Bevollmächtigten zu sein, einwilligen, und versichert, der Repräsentant Frankreichs werde mit jener Hochachtung empfangen werden, welche die Nation, die er vertritt, beanspruchen dürfe. Der „Dziennik Poznanski" veröffentlicht einen Artikel, welcher den Polen bei der schwachen Betheiligung der polnischen Deputirten an den Verhandlungen des norddeutschen Reichstages (eS wohnen immer nur vier oder fünf polnische Abgeordnete den Sitzungen bei) die Alternative nahe legt, entweder vollzählig oder gar nicht an den parlamentarischen Verhandlungen theilzunehmen. Der „Dz. Poz." spricht sich zwar weder für das Eine, noch für das Andere aus, verlangt aber politische Consequenz, und wäre "diese auch in der vollständigen Enthaltung der Polen von dem Reichstage angezeigt. Aus Washington wird indessen neuerdings gemeldet, daß der Aufstand im Norden Mexico's nach Angabe der Juraez'schen Regierung rasch unterdrückt werde. Hessen. Darmstadt, 7. März. DaS „Fr. I." meldet: Gerüchtweise spricht man hier seit einiger Zeit von einem Wechsel in dem Commando unserer Division. Prinz Ludwig, der angeblich für daö Commando des 11. Armeecorps aus ersehen ist, soll zuvor daS Commando einer preußischen Division übertragen bekommen. Die hessische Division solle einen preußischen Commandeur erhalten. Darmstadt, 8. Marz. Dem kmigl. preuß. Generalmajor v. Wütich ist nun auch daö erledigte Commando der 1. Jnf.-Brigade übertragen worden, so daß jetzt sämmtliche Waffengattungen der heffischen Division unter preußischen Com- mandeurs stehen. Die erste und zweite Jnfanteriebrigade befehligt Generalmajor v. Wittich, die Cavalleriebrigade General v. Schlotiheim, die Artillerie Oberst Stumpf. Friedberg. Wie verlautet, wurde der Commandeur des hiesigen JagerbataillonS, Major Anschütz, zum 1. Jnf.-Regt. nach Wormö versetzt und dem Major Lautenberg er von genanntem Negimente daö Commando des V. Iäger-BataillonS übertragen. Von der Lumda, 2. März. Wie ein wilder Strauch, nachdem sein Stamm durch die Zeit zerstört worden ist, in den Wurzeln noch forlwuchert und neue Sprößlinge treibt, so wuchert bei uns an der Grenze deö seligen KurstaateS der einst seine Fahne so keck schwingende VilmarismuS noch fort, und kommen an einzelnen Orten deö LumdathaleS ganze Nudel jener fanatischen Gesellen zum Vorschein, deren Aetzungeplähe jenseits der Lumda liegen und dort mit Wasser aus den trüben Pfützen kurherrlich-baffenpssug-vilmarischer Volksbegluckung gewässert werden. Ganz besonders aber hat das sonst so wackere Stäbchen Allendorf a. d. L. unter dem geistigen Drucke einer solchen schwarzen Schaar, deren GlaubenSwuth sich beinah bis zum TenoriemuS versteigt, zu leiden. Diese Kreuzritter möchten wohl ihr Christentbum, daö aber so fadenscheinig ist, daß eS ihren fanatischen Haß gegen Alles, waS wie christliche Bildung, Sitte und Humanität aussieht, nickt einmal bedecken kann, mit Fever und Schwert ihren N.benmenschen aufd'ängen, wozu sie aber leider um beinahe 1000 Jahre zu spät erschienen sind Desto ungestümer werfen sich di.se Herrn „Sünrenlüm- mel" wie sie sich ja selbst wohlgefällig nennen, auf alle diejenigen Richtungen, Einricktunaen nnb Institutionen unserer Zeit, welche dem Boden christlicher Liebe entstammen, wie: Einführung der Synodal- und PreSpyterialverfassung in der evangelischen Kirche, Union für die ans der Reformation her- vorgegangenen Cvl.f.ssionen, Gustav - Adölfsvereine, Vorschuß- Vereine, Fortbildungsschulen für die Jugend, Gesangvereine Alle die genannten möchten die Allendorfer echten Lutheraner gern mit Haut und Haar auffreffen, nur fehlen ihnen die Zähne dazu. Der Geistliche in 91., ein sehr vielseitig gebildeter und dabei äußerst thätiger Mann, beging den schweren Mißgriff mehrere der vorhin genannten Dinge zur Ein - und mit Anerkennung zur Ausführung dort zu bringen, weßhalb er daö Unglück hat, der Gegenstand lebhafter Verfolgung von Seiten dieser Sorte lutherischer Christen zu sein, auch well er sich überhaupt nicht zu den Anschauungen eines solchen rohen und ungeschlachten LutherthumS wie diese Träger eS repräsentiren, bekennen will. Mainz. Laut einer Communication Großh. KreiSamteS wurde in Folge der gepflogenen Administrativ-Untersuckung die Suspension vom Dienst verfügt gegen den Ober Controleur des Octroi'ö und die Einnehmer am Münster-, Gau- und Neu- tbor; die StaatSprocuratur wird die weitere Untersuchung einleiten. Preußen. Berlin, 9. März. In der heutigen Sitzung deö Reichstags stellte Graf Schwerin den Antrag, die Fortsetzung der Berathung über den zweiten Theil des Strafgesetzbuch.Entwurfs auf mehrere Tage zu verschieben mit Rücksicht auf die Frage, ob bei politischen Verbrechen die Zuchthausstrafe Platz greifen solle. Daö HauS nahm den Antrag an. Bel der Generaldebatte sprachen die Abg. Lasker, Schleiden und Kirchmann gegen, der Justizminister für die Zuchthausstrafe. Frankreich. Paris, 9. März. Der Finanzminister hat angeordnet, alle Prospecte und Circulare über die von der türkischen Eisenbabngefelljchaft zu emittirenden Loose, deren Subsciiption am nächsten Dienstag eröffnet werden sollte, zu consisciren. Die Verfügung des Ministers nimmt Bezug auf das Gesetz vom Jahre 1836, welches die Zulassung auswärtiger Lotterien verbietet. Italien. Rom. Es stellt sich heraus, daß auf dem Concil zu Rom die Katholiken Norddeutschlands für 810,000, die des Kirchenstaats für 12 000 Seelen eine Stimme haben. Man fand, daß die 512 Infallibilisten im Concil eine Bevölkerung von 73,011,000 Seelen, 94 Gegner der Jnfallibilität aber bereits 216,278,000 Katholiken vertreten. Bei den Infallibilisten kommen auf eine Stimme 142,570, bei den Gegnern der Unfehlbarkeit 492,320 Seelen. Vermischtes. Gießen, 13. März. Ein furchtbares Unglück setzte gestern unsere Stadt in Bewegung. Während der Miltagszeit suchten sechs an der Oberhessischen Bahn beschäftigten Arbeiter vor dem wüsten Wetter Schutz in einer Sandkaute, welche nach oben ziemlich überhangend war, um ihr MittagSbrod zu verzehren. Durch das seitherige nasse Wetter jedenfalls veranlaßt, stürzte die überhängende Masse von einer Höhe von circa 50 Fuß auf die unten ruhig Sitzenden hernieder und begrub dieselben. Ehe man zu den Unglücklichen gelangen konnte, waren 5 beif.lben bereits todt und nur der sechste kam ohne erheblichen Schaden davon. Einen schauerlichen Anblick gewahrten die fünf Leichen ,bei ihrer Ausgrabung. Während vier derselben auf dem Gesicht lagen, befand sich der fünfte noch in sitzender Stellung mit dem Messer und Brod in der Hand. Sämmtlicke Leichen wurden am selben Abend noch in ihre Heimath (4 nach Groß Buseck. 1 nach Leihgestern) gebracht. Dieser bedauerliche Unglücksfall sollte wiederholt eine Mahnung für die in hiesiger Gegend sich befindenden Sandgrnbenbesitzer sein, den Sand nicht auszuhöhlen und daS oben befindliche Erdreich Überhängen zu lassen, indem dasselbe ja nothwendiger- weise abrutschen, nnb, wie in dem 'vorliegenden Falle, die sich etwa darunter Befindenden verschütten muß. Paris, 2. März. Wiederum ist in Paris ein schauerliches Verbrechen verübt worden. Am Montag Abend erhielt der Schreiner Maillot, in der Rue Amalot 34bis wohnend, ein Schreiben, welches nickt batirt war, den Poststempel von Montreuil trug und solgcnbermaßen lautete: „Mein Freund! Ich habe heute Nacht, um 3 Uhr, meine Frau in Folge eines Streites über Herrn Humbert, ihren Herrn, ermordert. Er bleibt für unser Kind verantwortlich. Gr ist die Ursache unseres Unglücks. Wenn Sie diesen Brief erhalten so bin ich todt. Fraise." — Bei Erhalt dieses Briefes holte Maillot sofort den PolizeüCommissär, der die Thür zur Wohnung Fraise's — er wohnte im nämlichen Hause, wie Maillot — aufsprengen ließ. Ein schrecklicher Anblick bot sich den Blicken bar. Auf dem Bett lag die furchtbar verstümmelte Leiche der Fran Fraise. Der Kopf war halb vom Rumpf getrennt, der Leib an zwei Stellen ausgeschnitten und die Eingeweide lagen theilS auf dem Bett theilS auf dem Boden. DaS Aussehen der Leiche war so schrecklich, daß der später herbeigerufene Arzt, welcher den Zustand derselben untersuchen sollte, während der Operation ohnmächtig wurde. Die ganze Sache selbst ist in tiefe« Dunkel gehüllt. Man weiß bis jetzt nur, daß Fraise mit feiner Frau am Scnntag Abend bei Maillot dinirten und bis Mitternacht bei demselben blieben, um welche Zeit man sich in ganz heiterer Laune trennte. Von da an hörte und sah man nichts mehr von den beiden Eheleuten; nur will ein Nachbar inmitten der nächtlichen Stille drei tiefe Seufzer vernommen haben. Da in dem Zimmer Alles in größter Ordnung war, so nimmt man an, daß der Mann der Frau den ersten Hieb versetzte, als sie eingeschlafen war, und die grauenvolle Operation an ihr vor- nalnn, als sie bereits todt war. Derselbe bediente sich als Waffe eines RasirmesserS, daS man im Zimmer vorfand. Fraise muß ungefähr vier Stunden bei der Leiche geblieben sein, da er, wie gewöhnlich, um 7 Uhr deS Morgens wegging. Man fand in der Wohnung weder Papiere, noch Geld, und schließt daraus, daß er sich keineswegs, wie er in feinem Briefe sagt, da« Leben genommen hat. Fraise ist ungefähr 30 Jahre alt uhb auf der Lyoner Eisenbahn angestellt. Frau Fraise, noch nicht 29 Jahre alt, stand f-üher bei einem Herrn Hrrmbeit in Dienst, dessen Frau, welche fianf war, sie in der letzten Zeit pflegte. Der Ruf der beiden Eheleute war ein guter. Die Frau, ihre« Standes nach eine Hoseumackerin, arbeitete ebenfalls; sie standen sich ganz gut und die Nachbarn erklären, daß sie nie gesehen, daß sie Streit mit einander hatten. Zwei verschiedene Versionen circuliren über die Motive, welche zu diesem Verbrechen Anlaß geben können. Nach der einen ermordete der Manu seine Frau a»ö Eifersucht. Derselbe scheint nämlich an ein Derhaltniß zwischen ihr nnb ihrem früheren Dienstherrn Humbert geglaubt zu haben. Nach der zweiten Version könnte die Frau ihrem Manne eine GifersuchtSscene gemacht haben, well er in der vergangenen Woche zweimal deö NacktS nicht nach Hause gekonimen war. Bis jetzt hat man die Spur deS Mörders noch nicht entdeckt. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'fchen Unio.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.