VretS vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Erscheint täglich, mtt «us- nahme Montags. Expeditione Eanzletberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. 179. Mittlooch den 14. December Amtlicher T h e L l. 1870. Bekanntmachung. ®ie Musterung und LooSziehung der Milltärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1871 findet r» Gießen im Rathhaussaale an den nachgenannten Tagen, jedesmal von acht Uhr Vormittags an, statt, und zwar Montag den 2. Januar 1871 „ Musterung btr Mtlttärpfltchttgen der Gemeinden Mach Mendorf a. d. Lahn, Allendvrf a. 6. Lda., Alt-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Dorf-Gill und Eberstadt. Dienstag den 3. Januar desgleichen der Gemeinden Ettingshausen, Garbenteich und Gießen. . Mittwoch den 4. Januar »tfgMen der Gemeinden Groß-Buseck, Groß-Linden, Grüningen, Hattenrod, Hausen, Heuchelheim, Holzheim und Klein-Linden. „ , f v A Donnerstag den S. Januar Maleren der Gemeinden Lang-Göns, Leihgestern, Lich, Lollar, Mainzlar, Münster, Nieder - Bessingen und Ober-Bessingen f ,, Freitag den 6. Januar »r«a(Men der Gemeinden Ober-Hörgern, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Steinbach, Treis a. d. Lda. und Trohe. Samstag -en 7. Januar desgleichen der Gemeinden Watzenborn mit Steinberg und Wieseck. Montag den 9. Januar L o o g ? i e h u n g. sich bei Meldung der gesetzttchen Strafen, die aus den nachfolgend abgedruckten Bestimmungen der Militär- l-rsatz-^ustructron für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 zu ersehen sind, zu stellen * Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder dem Norddeutschen Bunde angehörigen Militärpflichtigen, welche a) >n einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil - ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz - haben und sich nicht in ernem anderen Theile des Großherzogthums Hessen oder einem Staate des Norddeutschen Bundes in einer der nach- stehend unter b) angegebenen Eigenschaft aufhalten; b) ei"er Aemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- und Wirthschaftsbeamten, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen- e) in emer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten im Auslande geboren sind, und weder rm Großherzogthum Hessen noch in einem anderen Staate des Norddeutschen Bundes Domicil besitzen oder sich aufhalten: und im Jahre 1851 geboren sind; ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1870, bezw. 1869 zurückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst ertheilt worden ist. Militärpflichtige, welche um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachzusuchen beabsichtigen, oder um dieselbe zwar nachgesucht, die Berechtigung aber noch nicht erhalten haben, haben sich zur Musterung zu gestellen. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loosungs- und Gestellungsattrste mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter, Zurückstellung in Anspruch genommen wird, welche übrigens während der Dauer des Kriegs nur in Ausnahmefällen gewährt werden kann, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse in dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Kreis-Ersatz-Commission einzufinden. Zurückstellungsansprüche sind vor dem Musterungstermine bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei oder spätestens in dem Termin vorzubringen. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dieß durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. Das Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Kreis-Ersatz-Eommission das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtige Militärpflichtige — die auswärts sich aufhaltenden schriftlich — auf Grund der ihnen k. h. wieder zugehenden Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinden anwesend zu sein und sich darum zu bemüh-n, daß die Letzteren zur bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während deS Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in ge- ,nr Wal)l brr Milglirbrr brs (Brmrinbrratlja. S, wir» »«mit delannl ,-m-chl, M °» »-« ««*""«" T-S-» -»» @1«'»™ yr>.hl ber Mitalieder des Gemeinderaths unter Leitung des Unterzeichneten vorgenommen werden soll. Es sind hierbei imOanzen 7 Mit- SL W«, »•»«« W- Wähl,. d„ dritte» ».Heilung 3 Mllgll,..,, »le Wählet »er Mette» Atthe.lung 9 Mitalieder und die Wähler der ersten Abtheilung 2 Mitglieder zu wählen haben. v, . „ ^Sämmtliche Stimmberechtigte werden nach Art. 26 des Gesetzes vom 8. Januar 1852 zur Theilnahme an dieser Wahl nut dem Ansagen eingeladen, daß die Abstimmung stattfinden wird 1) Für die Wähler der dritten Abtheilung — -u welcher die Stimmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetrag nicht über 4 fl. 13h4 fr. ~ Montag den 1» und Dienstag den 20. D-e-mber l. I., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachm.ttagS von 2 b.S 3 Uhr. 2) Für die Wähler der zweite» Abtheilung — ru welcher die Stimmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetrag über 4 fl._13‘/4 fr., aber unter 9 fl. 42 fr. betragt 5 ’ Mittwoch den 21. December, Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 b.s 3 Uhr. 3) Für die Wähler der ersten Abtheilung — zu welcher die Stimmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetrag 9 fl. 42 fr. und mehr betragt — Donnerstag den 22. December, Vormittags von 8 b»s 12 Uhr. sichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein aus persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß de- Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine liegt e- ob, daraus aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Reürafuna des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deßhalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen ^ Die Verha^lüngen über Zurückstellungsansprüche sind von den Großherzozlichen Bürgermeistereien soweit es noch n.cht geschehen, bald thunlichst und spätestens in dem Musterungstermtne an die Kreis-Ersatz-Comm,sston gelangen zu lassen. -ti-«,»ssift-.r»», IUM*.»»dr»»d».-HE.»»sch.st°» '«■W“* »«»'KSmLtt, im z-il. einer Sintenifung n.f 3u.MH.lltm, wegen »äu-Iich-, «f »™ W*«: Ta,, wmit,.,« 3 Uhr, tt.f »en. hiehg.n R-chchu,- -u erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 12. ©ecembn:ber Kreis-Ersatz-Commission des Kreises Gießen. In Vertretung: Kekule, Kreis-Assessor. Auszug aus der Militär-Ersatz-Jnstruction für den Norddeutschen Bund. §. 176. Strafe für unterlassene Meldung zur Berücksichtigung der Stammrolle, bezw. für unterlassene Gestellung zu den Musterung--oder Aushebung-- Terminen. , R »Q An- und Abmeldungen rur Berichtiqunq der Stammrollen unterlassen, werden auf den Antrag m»1»« Smliil. le«S»ft.«,ten «» » l« “ “*», »•■*" »»' « Ul""mi«"ni Departements- oder Marme-Ersatz-Commisston des B zw , > -L ’ bauf den Antrag des Civilvorsitzenden der Kreis- bezw. Departements-(Marme)- ihrer Namen im Musterungs^oder Gefängnisstrafe zu substituiren ist. dem Grade der Fahrlässigkeit oder Absichtlichkeit, welcher die unterlassene Anmeldung zuzuschreiben ist, unter Verlust. 8 L «“«*”“» •** n *-«■ ~ «*** Ä» »q»t««mt,««,»>» de, »ff.»..««,, Ich M >->». ’"»»>»«■, 1« Mta, Mit. W leisten, verlieren: fck °°LdLse"MlitLpLtL7Lm unter Passus 1 bezeichneten vorzugsweise zum Militärdienst h-rangezogen event. als unsichere H°°r-spflichtig- erwachsen würden. --- i bemerkt, daß in der dritten Abtheilung: Karl Nagel und Andreas Weidig III., Wilhelm Keller, Louis Bücking und August Heß »..st-rh-n- Philipp M-Hl und in ... °.l»«t mih-ilun, »er ,l.l»M- Konrad Weidig zu ersetzen. Gießen, den 12. December 1870. Der Regicrungs-Eonnmssar: Kekule, Kreisassessor. Anmerkung. Ein Verzeichniß der Wähler erster und zweiter Abtheilung wird in der nächsten Nummer dieses Blattes veröffentlicht werden. in der zweiten Abtheilung: und in der ersten Abtheilung Politische « WH eil. ff icher 13. December- ehen, ften sicher >e Folge | verliert pflichtige mit dem rträgt - Trochu. ÄT, »er ®aUon, welch« °m 5. n. f«b lieb d r PrLkk. »tnbtbigt, t« Unricbtigfeit dieser> Reise,wcck: Die Armeen im Westen und Osten, der L°.re und I> ”,P ung zur I n 7» Heilung 1. je nach werten; I rlajjenen I auf die I ^gründen r Aus Dünkirchen vom 6. d. wird Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Alder Abholzung der in der Umgegend der wurde, setzte sich die Bevölkerung hiergegen gy^trelter gemeldet wird, hat der Bischof von Au,un Beschwerde erhoben, weil durch eine Abtheilung von Franciireur» Werthgegenstänve ans seinem Palars entwendet worden. gemeldet: Es sollen hier umfassende in Folge getroffener Anordnung mit Stadl befindlichen Baume begonnen zur Wehre und verhinderte zunächst Antrag Nase lkreis- frufung tarrne); Mafien, Kriegsnachrichten. Brüssel, 8. Dcc., Abends. Die „Jndependance beige" meldet aus Marseille vom 3 : Anläßlich der enthusiastischen Kundgebungen, welche durch die verbreiteten Gerüchte, die Armee ton .......t , fei cernirt, hier stattfanden, sah sich der Präfect genöthigt, tue Unrichtigkeit dieser Nachrichten anzuzeigen, und gleichzeitig bekannt zu machen, daß t>ie Urheber d e,er Nachricht, durch welche auch die Behörden getäuscht seien, der Justiz über- nicht- mehr nützen konnten." „ , . . Saarbrücken, 10. Dec. Aus Versailles vom 7. ds. wird gemeldet: „Dem Vernehmen nach enthielt das gestern von hier an den General Trochu ab- gegangene Schreiben, in welchem demselben die Niederlage der Loirearmee und die Besetzung von Orleans gemeldet wird, keine Aufforderung zur Uebergabe, sondern nur den Vorschlag, einen Offizier aus Pari- nach Orleans zu senden, um sich von der Sachlage zu überzeugen. General Trochu hat das ihm gestellte Anerbieten abgelehnt. Dem Könige gehen aus ganz Deutschland eine ungemein große Anzahl von Glückwunschadressen zur Kaiser-Würde zu. Wetter sehr kalt. Schnee und Ei6." , . Bern 10. Dec. Von Pruntrut sind beim Bundesrathe zu Gunsten der Bewohner von Belfort gleiche Schritte angeregt, wie für die Straßburger. Der „Köln. Ztg." wird au- Berlin 10. Dec. geschrieben: Mit einer • Abendsitzung hat heute der norddeutsche Reichstag seine „nach menschlicher Berechnung" — wie Präsident Simson vorsichtig sagte — letzte Sitzung beschlossen; ' jedoch nur, um demnächst, wenn oie süddeutschen Landtage die neue „Reichs- Verfassung" ihrerseits ebenfalls werden angenommen haben, im neuen Jahre recht bald als „deutscher" Reichstag wiederzukehren und, um die süddeutschen Brüder bereichert, seine Arbeiten wieder aufzunehmen. Gerade seine heutigen Arbeiten weisen schon auf die nöthige Werksortsetzung hinaus. Gleich bei seiner erläutern- den Befürwortung der neuesten Gesetzvorlage in Betreff der Aufnahme der Ausdrücke „Kaiser" und „Reich" in die Bundes-Verfassung kündigte Herr Delbrück offen die Nothwendigkeit noch weiterer entsprechender Abänderungen an dem ubn i flen Wortlaute der Verfassung an und al- Aufgabe dem deutschen Reichstage zu- ’ gewiesen. Und eben so zielten auch die heutigen Beschlüsse de- Hause-, welche namentlich die ausreichende Fürsorge für die Opfer des Kriege- dem Bundes- kanzler aufs Neue an-Herz legten, auf betreffende Gesetzvorlagen, welche dem nach- 1 sten deutschen Reichstage vorzulegen sein werden. Zum Schluffe erließ der Reichs- tag mit allen Stimmen gegen die der sechs Social-Demokraten eine Adresse an den siegreichen Bundesselvherrn und künftigen Kaiser, die in wenigen gedrängten Sätzen die dankende Anerkennung de- mit Gottes Beistand unter des Königs Führung Geleisteten und eine begeisterte Hoffnung für die Zukunft würdig und markig ausspricht. Lasker sprach zu derselben einige einleitende Worte, die mehr- fach von lautem Deifalle begleitet wurden, wie namentlich auch sein Ausdruck der Hoffnung, „daß unsere Einigung nicht bloß der eigenen Nation zu Gute komme, sondern, ohne Ueberhebung, als ob wir den Frieden dictirten, lediglich durch die moralische Macht, welche die Friedensliebe Deutschland- ausübt, daß fortan unser Reich der Anfang fein wird eine« wahren und gesicherten Frieden-." Möge diese Hoffnung in Erfüllung gehen; da- walte Gott! Eine sofort durch das Loos zu- fammengestellte Deputation von 30 Mitgliedern wird die Adresse nach Versailles überbringen. Herr Delbrück schloß darauf den Reichstag mit Verlesung der betreffenden Allerhöchsten Botschaft au- Versailles und die Versammlung trennte sich mit dreifachem Hochruf auf den König-BundeSseldherrn. Die „N. A. Z." schreibt: Unsere Erwartungen, welche wir hinsichtlich der Verträge mit den süddeutschen Staaten von der patriotischen Einsicht de- Reichs- tage- hegten, sind nicht getäuscht worden; das große Werk der deutschen Einheit ist, soweit der Norden Deutschland- dabei in Frage kommt, nunmehr zu einer Thatsache geworden; der großen Mehrheit des Reichstages haben wir es zu danken, daß das Bestreben unserer verneinenden Geister, nach welchem die Beschlüsse der Volksvertreter verderben sollten, was da- Schwert gut gemacht, ganz und völlig gescheitert ist. Von der Fortschrittspartei haben nur zwei, die Herren Dr. Becker und v. Kirchmann, den Bann der Partei zu brechen vermocht, die übrigen Ab» geordneten dieser Partei werden nun darüber nachzudenken haben, welchen Eindruck es machen muß, sie in der angenehmen Gesellschaft der Socialdemokraten und der Herren Ewald und Windthorst zu sehen. Die Thätigke.t des ersten Reichstages des Norddeutschen Bundes ist durch die Beschlüsse über die Vereinigung des Nordens mit dem Süden zu einem Abschluß gelangt, wie ihn rühmlicher kein andere- Parlament aufzuweisen vermag. Die Freudigkeit am Schaffen hat in diesem Reichstage die ausschließlich kritische Richtung der radikalen Par- teien so glücklich zu beherrschen gewußt, daß die Resultate, welche aus der parla- mentarischen Arbeit erwachsen sind, für alle Zeiten ein ehrendes Erinnerungsmai dieses Parlaments bleiben werden. Es beginnt nunmehr für das deutsche Ver- faffungSwerk ein neues Stadium; die süddeutschen Ständekammern werden ihr Votum abzugeben haben über das, was zwischen den Regierungen und dem Par- lamente Norddeutschlands vereinbart worden ist. Auch diesen Beschlüssen sehen wir mit ruhiger Hoffnung entgegen; daß wir es können, verdanken wir der Matzi- gung, welche die in der Mehrheit des Reichstages vertretenen Parteien an den $ Ö %ie imperialistische „Situation" vom 9. hat einen Artikel, dessen Tendenz sich in dem Satze zusammenfassen läßt: „Die Fortsetzung des Kampfes kann fein anderes Resultat haben, als entweder das Land den schrecken der Occupation oder den Gräueln der Anarchie zu überliefern." Die Majorität des Landes, fährt das Blatt fort, sei seit Sedan für den Frieden, unter den bestmogUcyen erreichbaren Bedingungen, gewesen. Wenn jetzt noch die Männer zu Tagenden fallen, während Frauen und Kinder hungern und frieren, wem sei die Schuld beiiumeffen? Den Senatoren und Deputirten, welche den Muth gehabt fürden Krieg zu stimmen, jetzt aber zu feige seien, um durch das Opfer augenblicklicher Popularität, durch das Aufgeben einzelner Städte dem Volke den Frieden wieder- ruaeben. — „Wenn man", so schließt die „Situation" „die Arroganz gehabt bat, für den Krieg zu stimmen, mit der Absicht, mehr als bloßen Ruhm dadurch zu erlangen, muß man auch die Bescheidenheit haben, den Frieden zu wollen, und sich nicht wundern, daß der Sieger dar verlangt, was Ihr an seiner Stelle Telegraphische Depeschen. Darmstadt, 12. Dec. Bei dem Großherzoge eingetroffenen Nachrichten zufolge betrug der Gesammtverlust der Hessen in den Kämpfen um Orleans ^Offiziere, darunter 2 tobt, und HO Mann todt und verwundet. ✓ + Berlin, 11. Dec. Der „Staatsanzeiger" schreibt: „Nach einem gestern Abend eingegangenen Telegramm des Bundeskanzlers ist der König bereit, die Reichstagsadresse aus den Händen der mit der Ueberreichung beauftragten Deputation entgegenzunehmen. Die Abreise der Deputation erfolgt nächster ^.age, sobald die nötbigen Volbereitungen getroffen sind." △ Lille, 10. Dec. Der Generalcommissär empfing den Besuch Hennecourt S. neue'in Paris adoptirtc Plane zu unterrichten, um eine Uebereinstimmung m den Operationen herbeizuführen. Bezüglich der Verproviantirung kenne man in ^ariS keine Entbehrungen (?!). Dec Patriotismus und die Einigkeit der Bevölkerung sei über alles Lob erhaben (?> Die Stadt sei gegen jeden Angriff gesichert △ Brüssel, 12. Dcc. Die „Jndependance" meldet: Der Gesandte des Norddeutschen Bundes, Herr v. Balan, notificirte heute osfictev dem belgischen die AuSfudrung dieses Projectes. Brüssel, io. Dec. Bezüglich des Telegramme-, welche- die Verlegung der Regierung nach Bordeaux motioirt, schreibt Vic „Jndependance" : E- wäre kindisch, sich zu verhehlen, daß Die letzten Ereignisse an der Loire alle Hoffnungen, welche Frankreich betreff- der Entsetzung der Hauptstadt hegen konnte, darniederschlagen, wie auch die Hoffnung, den Feind in offenem Felde zu b.siegen, allmählich schwinden muß. — Au- Lyon vom 5. Deeember wird ein neuer Eonstict gemeldet zwischen der R gierung-oelegation und der Muncipalität der Stadt wegen der Ernennung von Polizeicommiffaren. Die französischen Journale sprechen sich anläßlich der Niederlage der Loirearmee entmuthigt aus. Ein D.cret Der Regierung setzt für die verschiedenen Lager besondere Inspektoren ein. Ein Circular Chandordy's vom 29. Noo. versucht eine Anzahl angeblich grausamer Ausschreitungen der preuß schen Truppen zu constatiren. Brüssel, 11. Dec. Die „Jndep." meldet au- Paris vom 6. December: „General Trochu ließ den Brief de- General Moltke mit feiner dankenden Ab» lehnung allenthalben affichiren. Die Regierung fü-Je hinzu, daß ihre Entschlüsse unverändert blieben: „Kämpfen wir fort! E- lebe Die Republik! Es lebe Frankreich! Utber den Kampf bei Beaune berichtet ein Eorrefpondent Der „Pall Mall Gazette" bei der Armee des Prinzen Friedrich Karl Folgendes: „Das Dorf war von einer Brigade vom Arm^corps des Generals v. Doigts-Rhetz besetzt, Die von ihrem CorpScommandeur Befehl hatte, daffelbe bis auf Den letzten Mann zu halten und vor Allem sich nicht gefangen nehmen zu lassen. Die beiden Regimenter hielten Denn auch in Der That Den Ort volle sechs Stunden ohne Verstärkung, obschon sie vollständig von Den Franzosen eingeschloss.n waren, von Drei Divisionen unablässig angegriffen und förmlich zur Uebergabe aufgesordert wurden. AlS sie sich weigerten, diesem letzteren Ansinnen Folge zu leisten, versuchten die Franzosen Beaune mit dem Bayonnet zu nehmen. Die Preußen bedirnten sich ihrer gewöhnlichen Taktik, warteten, bis Der FeinD auf 300 Schritt ^fra” unD begrüßten ihn Dann mit einem so entsetzlichcn Schnellfeuer, daß buchstäblich Die Todten haufenweise auf einander lagen. An einem Orte lagen mehr als tausend tobte Franzosen. E- ist Das keine Uebertrcibung, denn Der Generalstabs- Chef de« Prinzen ließ sie zählen. Gegen 4 Uhr brachte eine Division oom Dritten Corps, Die General Alvensleben abgesandt hatte, den Eingeschlossenen Entsatz . Die Franzosen wurden zurückgetrieben und verloren bei dieser Gelegenheit 1300 Gefangene und eine Kanone. Gegen 300 der Gefangenen, meist frisch von Algier eingetroffene Zuaven von der Linie, wurden in Pithivieres einige Stunden lang in die Kirche gesperrt, wo Der Berichterstatter sie sah. Die Einwohner reichten ' tbntn Brod und fit trugen ihr Schicksal mir philosophischem Gl-ichmuthe Die Kirche war ihres Schmuckes entkleidet, doch standen noch schwere silberne Leuchter unberührt auf dem Altäre. In einer Seitencapelle waren einige erschreckte fran- , zösische Frauen am Beten, während ein deutscher Soldat in meisterhafter Weise ; eine von Sebastian Bach'- Symphonien auf der Orgel spielte." „Es ist ein merkwürdiger Anblick", schreibt ein Correspondcnt der „Daily , News", „gegenwärtig da- französische Vice-Consulat in Luxemburg zu besuchen. . Da- Burcau des Consulates ist in nächster Nähe der Eisenvahnstation, unD Der Vice-Consul, so wie sein Secretär sind Den ganzen Tag beschäftigt, französische Gefangene zu empfangrn, denen es gelungen ist, aus der Gefangenschaft in Deutfch- zu entspringen. Dieselben gehören meist zu den bei Metz gefangenen Truppen und langen in den wunderbarsten Verkleidungen an. Sobald sie neutralen Boden erreichen, sind sie in Sicherheit, und es ist Dann Die Pflicht de» französischen Vertreters, seine Landsleute zu unterstützen. Er entledigt sich nntüdid) Diefer mit großem Eifer, besonder- wenn diese Landsleute gesonnen sind, sich nach Norden zu wenden, was nichts Anderes heißt, als Wiedereintritt in die Armee, wobei der Betreffende auch eine Stufe über den früheren Grad befördert wird. Nicht Hun- Derte, sondern Tausende sind in dieser Weise weiter befördert worden. In den Ardennen habe ich auch selbst Feldbatterieen und Scharen von Mobilen gesehen, die gerade innerhalb Der belgischen Grenzen blieben und Dort entlang marschirten, um sich Der Nordarmee anzuschließen, nachdem sie in ihren eigenen Departements verlangt haben würdet." _ , , Die Auswanderung der französischen Regierungsdelegatlon von Tours nach BorDeaux wird nunmehr von Herrn Gamdetta selbst angekündigt und zwar mit der besonders im Munde des so plötzlich zum Krieg-minister avancirten Advocaten wundersam klingenden Motivirung, daß die militärischen Operationen durch keine volitischkn Beweggründe gelähmt werden dürften. Wie um sich selbst Lugen zu strafen, fügt der Minister des Innern und des Krieges noch gleich hinzu, daß er selbst nicht zum Garonne-Strand ziehen, sondern Die Armeen mit seiner Gegen- wart beglücken wolle. Den Pluralis hat er sich selbst gebildet, indem er die beiden Stücke der auseinandergefallenen Loire-Armee schleunigst erste und zweite Armee benannte. So stampft man Heere au« dem Boden. 4 Ministerium: Das auswärtige Amt des Norddeutschen Bundes erachte sich künftig, hin an den NeutralitätSvertrag von 1867 nicht gebunden. Luxemburg habe in vier Fällen wädrend des Kriege- die Neutralitätspflichten gebrochen. 4- Haag, 12. Dec. Ueber den Inhalt der preußffchlrseitS betreffs der Neutralität Luxemburgs hierher gelangten Note au- Versailles vom 3. d. verlautet von unterrichteter Seite Folgendes: Graf Bismarck begründet seine Beschwerden zunächst mit dem Hinweis auf die bekannten Manifestationen, welche in Luxemburg zu Gunsten der Franzosen in entschieden deutschfeindlichem Sinne stattgefun- Vrn, Manifestationen, denen auch weitere tatsächliche Vorgänge entsprochen hätten. So habe man Leben-mittelzüge für die französischen Heere durch Luxemburg Pas- siren taffen, nicht nur ohne Erschwerung, sondern selbst unter Begünstigung Sei- tenS der Polizei- und Douanebehörven; entflohene französische Offiziere seien durch Lux mburg offen und unbehelligt auf Grund von Geleitscheinen gereist, die der sranzöstsche Consul ausgestellt habe; Letzterer habe außerdem ein förmliche- Werbebürau. + WltN, 11. Dee. Heute Nacht 10J/2 Uhr brach in der Hofburg Feuer aus. Um 12% Uhr war daS physikalische Eabinet ausgebrannt, die Gefahr für die nächstgelegene Hofbibliothek und da- Münzcabinet jedoch abgewendet. Officiclle militärische Nachrichten. Versailles., 12 Dec. Der Königin Augusta in Berlin. Nach den viertägigen Gefechten um Beaugency herum, die jedesmal siegreich für uns endigten, wenn auch bei der Uebermacht des Feindes kein bedeutendes Terrain gewonnen wurde, ist der Feind heute unerwartet gegen Blois und Tours abgezogen, wahrscheinlich in Folge der bedeutenden Verluste, die er erlitten, wahrend die Unserigen gering waren. Sehr viel Ueberläufer melden sich dort, und ebenso bei Rouen. Die Mobilgarden werfen vielfach Waffen und Ausrüstungsgegenstände fort und gehen nach Hause, aber es bleiben immer noch genug übrig. Heute völliges Thauwetter. Wilhelm. Versailles, 12. Dec. Vor unserem um Beaugency stehenden Corps ist der Feind am 11. zurückgegangen. Unsere Truppen verfolgten ihn. Die Beschießung von Montinödy hat am 12. begonnen. Vor la Fere erschienen heute feindliche Abtheilungen. von Podbielsky. Strassburg, 12. Dec. Pfalz b tirg* heute auf Gnade und Ungnade übergeben, wird morgen früh 10 Uhr besetzt. von Hartmann. Local-Notizen. Gießen, 12. Decembrr. Die Auslösung der Haupt- unb ErgänzungS-Grschwvrnen für das Schwurgericht vom I. Quartal 1871, dessen Sitzungen Dienstag den 3. Januar, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestimmten Grobherzoglichen HofgcrichtS.Raths Herrn Muth, beziehungsweise des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen Hofgerichts-Raths Herrn Kempff werden eröffnet werden, wurde beute in öffentlicher Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen vorgenommen und es sind dabei folgende Namen aus der Urne gezogen worden: I. Ergänzungs-Geschworene: 1 j Dr. Wilhelm Stahl, Professor, 2) Dr. Hermann Web.r, pract. Arzt, 3) Richard Scheel, Ellenwaarenhandler, 4) Dr. August Streng, Professor, 5) Ernst Wallenfels, Bäcker, 6) Adolph Noll, Großhändler, 7) Georg Heinrich Schomber, Ellenwaarenhändler, 8) Julius Wallach, Leinwandhändler, 9) Georg Sack, Metzger, 10) Nathan Rosenthal. Fruchthändler, 11) W. K. Gg. Liebrich, Eommissiouär, 12) Dr. Egid von Löhr, pract. Arzt; sämmtlich in Gießen. II. Haupt-Geschworene: 1) Martin Stephan, Landwirth in Pfordt. 2) Fr edrich Habicht, Posthaltec in Engelrod. 3) Jacob Schudt, Müller in Wetterfelv. 4) Wilhelm Kleberaer, Landwirth in Södel. 5) Heinrich Muth IV., Bürgermeister in Gettenau. 6) Martin Hartmann, Färber in Grünberg. 7) Heinrich Hornberger. Zeugfabrikant tu Gießen. 8) Jean Haustein, Liqueurfabrikant in Gießen. 9) Emil August Friedrich Theodor Heß, Leuchtgasfabrikant in Gießen. 10) Johannes Fr ck, Ga-nhändler in Lauterbach. 11) Martin Walther, Landwirth tn Weckesheim. 12) Wilhelm Philippi I., Bürgermeister in Wohnbach. 13) Dr. Elmard Lübbert, Professor in Gießen. 14) Aron Katz, Fruchthändler in Gießen. 15) Andreas Ganß, Eisenhändler in Grebenhain. 16) Heinrich Gg. Ludwig Schirmer, Tabaköfabrikant in Gießen. 17) Heinrich Martini, Fabrikant in Vilbel. 18) August Mayer, WeinhLndler in Gießen. 19) August Mendeliohn, Ellenwaarenhändler ia Gießen. 20) Balthasar Lenz Restaurateur in Gießen. 21) Dr. Johann Baptist Braun, Privat- docent in Gießen. 22) Dr. Georg Schwarz, Hofgerichts Advocat in Gieffn. 23) August Peppler, Kaufmann in Grüoberg. 24) Eonrad Ruppel II., Gasiwirth in Nidda. 25) Hermann Hoffmann, Gastwirth in Grünberg. 26) Wilhelm Bopp, Müller in Reichelsheim. 27) Philipp Väth, Oeconom in Kaichen. 28) Jacob Arnold, Wirth in Grüningen. 29) Conrad Köhler, Specerei- händler in Licv. 30) Ernst Zimmer, Müller in Lauter. Allgem einer A n z e i g e r. Ocffentliche Aufforderunq. 6137) Die nachstehend aufgeführten Personen beabsichtigen die bei ihren Namen bemerkten Parccllen zu veräußern rc., vermögen aber bezüglich derselben genügenden Nachweis über das Eigenthum resp. die erfolgte Zahlung der Kaufschillinge nicht zu erbringen, nämlich: 1) Karl Schmidt von Lollar IV/104, 238 und V/2 dasiger Gemarkung. 2) Peter Althaus und Frau von Groß-Buseck 3299.92, 2956/85, 3485/47, 1677 58, 1433,53, 1449,12, 3247/40, 3925 1,2,3, 3952/17, 1527/61, 2593 92,93, 3365/23, 2219,42, 499/27, 3802/28, 3850/70, 1407,53, 54, 244,40 dasiger Gemarkung. 3) Otto Zecher und Christoph Wagner von Treis L. 6143 dasiger Gemarkung. KB. Diese Parcelle hat Philipp Wehn von Treis bescheinigtermaßen mittelst Verjährung erworben und soll demselben im Steuerkataster überschrieben werden 4) Heinrich Damm von Lollar 1,587,590, V/148, VI 259, VII/209,314, XI/335 dasiger Gemarkung. 5) Christian Sommerlad von Bersrod 1,588 dasiger Gemarkung 6) Jacob Wagner von Oppenrod 1/121,122,118, 240, VI 84,239, 281 und 1/117 dasiger Gemarkung. 7) Johannes Balser III. von Reiskirchen II 204 (393/14) dasiger Gemarkung. 8) Kaspar Stephan III. von Groß-Buscck 1/133, 134, 842, 1229, III/187, 600,657, V 545, Xl/154, XIII, 56, 62,387, XIVZ251, XV/117, XV1I/567, 573, XIX; 140, XXI/136, 304, XXIII,202, XXIV/32, XXV11/87,341, XXVIII 506,519 dasiger Gemarkung. 9) Georg Rocks Wittwe von Treis V11/508, 509. Ma-nzlarer Gemarkung. 10) Heinrich Michel, Mth. S. von Treis VII 510. Mainzlarer Gemarkung. 11) Johannes Mickel, Mth. S- von Treis VII/511. Mainzlarer Gemarkung. NB. Die Parcellen Ord.-Nr. 9, 10, 11 hat bescheinigtermaßen Konrad Heinrich Becker von Treis mittelst Verjährung erworben und sollen dieselben nunmehr dem Konrad Heinrich Becker im Mutationsverzeichnisse mit diesem Erwerbtitel zugeschrieben werden. 12) Adam Wadenpfuhl von Allendorf a- d. Lumda IV/228 dasiger Gemarkung. 13) Johannes Hisserichs Wittwe von Allendorf a. d. Lumda XII/134 dasiger Gemarkung 14) Heinrich Hisserich von Allendorf a. d. Lumda XII/211a dasiger Gemarkung. 15) Ludwig Wehrum von Burkhardsfelden III285, V/198, 11/34, V/294 620 VIII,55, 291,337, 551, IX 345, 1,380,266 dasiger Gemarkung. 15a) Friedrich Stumpf von Burkhardsfelden V 255 dasiger Gemarkung. NB. Ludwig Wehrum von Burkhardsfelden hat bescheinigtermaßen die Hälfte dieser Parcelle über die Verjährungszeit bereits besessen und soll dieselbe nunmehr solchem mit dem Erwerbstiiel Verjährung im Mutationsoerzeichnisse zugeschrieben werden. 16) Adam Pfeiffers Wittwe von Beuern X/225 dasiger Gemarkung. 17) Johannes Pfeiffer, ledig, von Beuern VIII 196 dasiger Gemarkung. 18) Heinrich Zell von Beuern 1/899 dasiger Gemarkung. 19) Kaspar Wißner I. von Beuern V/39,730, IX, 419, X, 944, XX/210,229, 381 dasiger Gemarkung. 20) Heinrich Pfeiffer I. von Groß-Buseck XXV/207 dasiger Gemarkung. 21) Leonhard Haas H. S- II. von Steinbach XV11/468. 582a, XI/12, X/27, 1/146, 147, XIV/175, XVZ57 dasiger Gemarkung. 22) Johannes Horn, Paul Sohn von Steinbach XV/458 dasiger Gemarkung. NB. Diese Parcelle hat Leonhard Haas II. von Steinbach bescheinigtermaßen mittelst Verjährung erworben und soll dieselbe dem Leonhard Haas II. jetzt mit gedachtem Erwerbstitel im Mutationsverzeichnisse zugeschrieben werden. 23) Heinrich Haas V von Steinbach 11,282, XIV 564, 576, XVll/345 V/211, XX/80, IV/282, V 247, 248, IV 371, IX/183, XII,305, XIII,82, IV,285, 286, VliI/221 das. Gemarkung! 24) Georg Wilhelm Schmidt IV. und Ehefrau, geb Schaaf von Graß-Buseck XXII/23, XV 911,913, 1/187, 1V/253, XXI, 544 dasiger Gemarkung. 25) Konrad Seeth und Frau Anna Margarethe, geb. Hof, von Groß-Buseck 437/26, 3701.66 dasiger Gemarkung. " ' 26) Jost Hirzinger von Mainzlar F. 3916c, E. 3199b Trciser Gemarkung. 27) Georg Will von Treis an der Lumda B. 1836, G. 4427, K. 5540 dasiger Gemarkung. 28) Adam Becker, Polizeidiener zu Marburg J. 5243 Treffer Gemarkung. 29) Heinrich Becker VI, Otto's Sohn von Treis K. 5551 dasiger Gemarkung. 30) Georg Zecker (Vater) von Treis D. 226412 dasiger Gemarkung. 31) Wilhelm Seeth Wittwe von Treis K. 5347 dasiger Gemarkung. 32) Georg Will, K. S- von Treis C. 1272 dasiger Gemarkung. 33) Elisabetbe Wolf von Treis C. 1272 dasiger Gemarkung. NB. Georg Leim von Treis n$p. dessen Erben haben bescheinigtermaßen die Parcellen Ord -Nr. 27, 28, 29, 30 und 31 ganz und diejenigen Ord.-Nr. 32 und 33 zu je einem Diitttheil mit Ersitzung resp. Verjährung erworben und soll denselben jetzt zugeschrieben werden. 34) Ludwig Schwarz, K- S- von Mainzlar 111 94,154 Daubringer Gemarkung. 35) Christoph Vogel, L- S- von Allendorf a. d. Lumda, XIV/184 dasiger Ge markung. 36) Kaspar Schwalb, Kath. S- II von Daubringen, 1/209 dasiger Gemarkung. 37) Ludwig Moos von Staufenberg 11/319 dasiger Gemarkung. 38) Johannes Hof sen. von Groß-Buseck XXUI/195 dasiger Gemarkung. NB. Bescheinigtermaßen hat Balthasar Pfeiffer Johs- Sohn von Groß-Buseck diese Parcelle mittelst Ersitzung erworben und soll demselben solche mit diesem Erwerbtitel im Mutationsverzeichnisse zugeschrieben werden. 39) Peter Neeb von Burkkardsfelden II 139, 1/464, 371, VIII/243, V/196r IV/443, 111/171, 22, VII, 46, 635, I 318, VIII 543, 111/462, 11/160, V/371, 690, VII 429, 111,355 dasiger Gemarkung. 40) Katharine Maurer von Burkhardsfelden V11/269 dasiger Gemarkung. NB. Bescheinigtermaßen hat Peter Neeb von Burkhardsfelden diese Parcelle mittelst Verjährung erworben und soll demselben diese Parcelle nunmehr mit diesem Er- werbtitel im Mutationsoerzeichnisse zugeschrieben werden. 41) Die Gemeinde Beuern V11I/456 dasiger Gemarkung. 42) Johannes Gaub II von Oppenrod 1/545, 711, 853, 726, Vl/270 dasiger und XX/430, 354, 365 Groß-Busecker Gemarkung. 43) Johann Georg Klippel von Groß-Buseck XX/162 dasiger Gemarkung. NB. Diese Parcelle haben bescheinigtermaßen schon über die Verjährungszeit hinaus die Heinrich Reh III. Eheleute von Oppenrod besessen, sie ist aber bei Errichtung des Grundbuchs irrthümlich dem unbekannt wo? abwesenden Johann Georg Klippel zugeschrieben worden und soll nunmehr Reh's Eheleuten im Mutationsverzeichnisse zugeschrieben werden. 44) Heinrich Reh IIL und Frau, geb. Keller von Oppenrod XX/431 Groß- Busecker Gemarkung. NB. Diese Parcelle, welche den Heinrich Reh III. Eheleuten mit dem Erwerb- titcl „Kauf" im Grundbuche zugeschrieben, hat anerkanntermaßen Johannes Gaub II. von Oppenrod durch Kauf resp. Eisitzung erworben, ist bei Errichtung des Grundbuchs irrthümlich den Reh's Eheleuten mit dem Erwerbtitel „Kauf" zugeschrieben worden und soll nunmehr dem Johannes Gaub II. im Mutationsoerzeichnisse zugeschrieben werden. 45) Moses Katz Eheleute von Groß-Buseck XVI 16 dasiger Gemarkung. 46) Heinrich Gans IVr von Groß-Buseck XV/420 dasiger Gemarkung 47) Christoph Wagner VIII. von Groß-Buseck XXIV/243 dasiger Gemarkung. 48) Heinrich Siegfrieds Eheleute von Groß-Buseck XV/36, XVI92 dasiger Gemarkung. 49) Johannes Kloos II. Eheleute von Rödgen 11,191 dasiger Gemarkung. 50) Heinrich Arnold, Jakob Sohn von Steinbach IV/509 dasiger Gemarkung. 51) Heinrich Haas, H. S. IX. von Steinbach IX/184 dasiger Gemarkung. 52) Heinrich Diehl's Frau von Steinbach V/211 und XII/304 dasiger Gemarkung. 53) Marie Elisabethe Haas, Johs. Tochter von Steinbach, XVII/164 dasiger. Gemarkung. 54) Hans Heinrich Schneider von Steinbach XIV 581 dasiger Gemarkung. 55) Marie Elisabethe Herbert von Steinbach IX 295 dasiger Gemarkung. NB. Die Parcellen Ord. - Nr. 50 bis 55 hat Heinrich Haas V. von Steinbach bescheinigtermaßen mittelst Ersitzung erworben und sollen demselben solche nunmehr mit diesem Erwerbtitel im Mutationsoerzeichnisse zugeschrieben werden. 56) Johannes Wolf von Treis a. d. Lda. VII/19, 540 und VI/321 Mainzlarer Gemarkung 57) Ohne Angabe eines Grundbesitzers finden sich im Grundbuche der Gemarkung Reiskirchen mit der Culturart „Wege, Bäche" eingetragen 1/1027, II 314, II1/533, IV/515, 517, V/528, 530, VI 301, 302, VII/533, 534, V1II/164, 165, 1X/388, 389 X/516, 517, XI/361, XIX/160, 161. Diese Wege und Bäche besitzt seit unvordenklicher Zeit die Gemeinde Reiskirchen und sollen derselben solche nunmehr mit dem Erwerbtitel Verjährung im Mutationsoerzeichnisse zugeschrieben werden. Es werden darum alle Diejenigen, welche Ansprüche irgend welcher Art an vorgedachte Parcellen zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche sogewiß binnen sechs Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, als sonsten nach Ablauf dieser Frist, da wo dies erforderlick, die Löschung der Bemerkung „beschränkt" verfügt, ebenso die Ueberschreibung der betreffenden Parcellen auf den Namen Derjenigen, welche solche ersessen, angeordnet und weiter die Eigenthumsurkunden gerichtlich bestätigt und die Ueberschreibung der Verkaufsgegenstände auf die Namen der neuen Erwerber wird verfügt werden. Gießen, am 5. December 1870. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. (Hierzu eine Beilage.)