Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. 1870 Freitag den U. October ,38 Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben pro IV. Quartal 1870 zu 1 fl. Prcho. , wenn wir uns an Frankreich anschließrn, und wäre es auch nur sehen würve überdies würde sich das geeinigte ; die traurigen Erfahrungen, welche Deutschland mit dem Bundestag Was würde aber wohl der Fall sein, wenn der König von Holland auf für sich selbst ein abgeschlossenes Zoll° und Handelsgebiet bilden kann. müssen uns an Frankreich oder an bleiben. Ammern, 2 Ca- >lbigkn Räum IfRten Mietbar DtTmict^tn und , am ftrtu]. Preis vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Zeit, um der Zukunkt mit nüchternem und ruhigem unfern Gewinn, wie auch unfern Verlust zu erwägen einem fait accompli gegenüberbefänden. m3*Ä aus dem Zollverein aus-, i , , - von deutschem Standpunkt die einzige mögliche Lösung der Frage. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberz Lit. B. Nr. 1- sagen mögen, |v m 7 und was wird dann das Schicksal Luxemburgs sein < Nr. 127 artes, I, nes, , i°ihei, teil Nr. 39 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Lundes, ausgegeben zu Berlin am 8. October 1870, enthält: (Nr 571) Allerhöchster Erlaß vom 30. September 1870, betreffend die Ausgaben verzinslicher Schatzanweisungm im Betrage von 6,500,000 Thalcrn. (Nr' 572.) Di- Ernennung eines Consularagenten des Norddeutschen Bundes zu Gucrnsey. Gießen, den 11. October 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen. D ' Dr. G o l d m a n n. sbdjnunfl eine? nbtn nachwkis- ingios-GrM- d rin ilhober 3 ß. 2bM ftt» D.B.y36bttÖP tion von Haa- inffurt a. M ilhgn 'i CltrL?’ ,B9 9tbm • ÄS von u ; bit ii mach ’• 'üt hi*. '"Ich,, 7» M werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch (tut vCH AtUjtLgetk bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Die bereits erschienenen Nummern werden nachgeliefert. ■ " Gießen, den 13. October 1870. Betreffend: Ausbruch der Menschenblattern in der Stadt Gießen. , , f T Das Großhcrzogliche Kreis - Medicmal - Amt Gu-ßen I. an die prakticirenden Aebzte -er Stadt Gießen. Bei der Zunahme der Erkrankungsfälle an den Menschenblattern in der Stavt Gießen machen wir sämmtliche prakticirenden Aerzte auf die deshalb bestehenden Bestimmungen, nach Amtsblatt IQ, d. d. 15. December 1865, dringend aufmerksam und dürfen deren pünktliche Befolgung erwarten. Dr. Stammler. Bekanntmachung. Auf G^nd des §. 21 der Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund und des §. 14 der Großherzoglichen Verordnung vom 1. November 1869 wird Montag den 17. l. M-, Vormittags 10 Uhr, im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung der unter« zeichneten Behörde statlfinden. Gießen, den 12. Oktober 1870. Großherzogliche Provinzial-Direction Oberheffen. Dr. G o l d m a n n. e* WNU" sS? ’S» l ' nö-kn ,r Polizeiliche Bekanntmachung. Wegen eingetretener Saatzeit sind die Tauben von jetzt ab bis zum 6. November bei Vermeidung der im Art. 79 des Feldstraf- ***** w - p Nover. zeigen lbercehnik bti in der Reu- ^rnseiss, ict Arzt lcluamtsgeM einrreten kam, l»70. ichls-Actuar. gabrikgesW jäheres bei der tinbener M Marklssta^ ist zu Rt; ’ Petri I!., euenweg. lhlmann sind .Herren zu otr liehen. rMem-Ziiuii!^ Nahe der C% Möbel sogich r, Pfarrer, ^n Hinterhach. mmer mit Ai- sternieg Lit. I. oter in Den deutschen Bund -inzutreten. Da« ist auch sind oft mächtiger, als der Wille und die Sympathien. . . ." - - - - ~Oue und Handelsgediet bilden kann. Wir täten, welche sich an mehreren Orten, namentlich des nördlichen ^rankrelch, gelassen UNS an Frankreich oder an Belgien anschließen, oder bei Deutfölant fcilbet l)(ifcen, um, ime uiifen I)ür9erlid)en Schützengilden, das Vergnügen des blewen Daß Deutschland mit seinen unerhörten Ersolgcn gegen Frankreich, die Scheibenschießens zu gemeßen und alljahrltch einmal lmtcr llnwcndnng n ltta. dl! Einvcrttibungvon Lothringen und Elsaß h-rbeisuhr-n werden, nicht ruhig zu. rischer Formen eine öffentliche Festlichkeit zu begehen. Euugen derselben - 13 October. sehen würve, wenn wir uns an Frankreich anjchuexrn, uno warc ™ uuu> uuv >er Luremburaer Zeitung-' erschien gestern ein sehr interessanter Artikel mittel« eines Zoll- und Handeisverttag«, ist sicher; diese Combination wirb über dtt au« den gegenwärtigen politischen Consiella,tonen sich etwa ergebende vollend« unmöglich, wenn, wa« 1--leicht kam, -lukunst Luxemburgs, ein Artikel, kessen Bedeutung dadurch noch sich erhöht, daß Friedensschlusses ganz von preußischem Gebiete nngeschlosscnist. u «"sch tz »X* •*”* * ä^jssÄsrsrssrs: s»s *“ ,«'$..*!.«» I, ».» ,»».! 7. ... »ch> 1. ««.. l«t. .1. »I. »- »««> rÄÄ -ih br-ÄS ä:»=äj» so^viel Vht fest, daß die Grenzen Deutschland« verändert werden möglich 'st, daß em Land, dessen Untertdanen uut» einem fremden Fürsten steh , 2 säzsers sattÄ.’Wt sttSÄWMÄSÄ1' «,.m. SfilS »■“ ä 3.»"ÄÄW. ».« S Ä*SM*Ä 9) inclü auch auf Luxemburg angewenvet wird; wobei wir freilich in erster Linir Anhängsel der holländischen Krone gerne über Bord werfen würde. Luxemburg vDrnn/Redacht sein müssen daü diese Lasten nicht zu schwer auf uns drücken, genießt zwar unter seiner gegenwärtigen Negrerung nnen Wohlstand, die Zu- Aber n v rs-m S ^nnm'wir doch nichV erwartm! daß unsere Lagr dieselbe friedenhr.t in allen Schichten °er B.votkerung (?) ist ° groß, daß wir per on- bleiben soll, wie bisher, Luxemburg steht einfach vor der Alternative, entweder lich keine Veränderung de« gegenwärtigen Zustande« verlangen, aber d,e Ereignisse VICIUCH |VU , wie V , A ö l T I JT ift Ai.rh flnb nfl nU b« gttllle und die Svmvatdren. . . . und das wird nur Wenigen bekannt sein — ist von dem früheren Kriegsminister, Marschall Niel, ein rein militärischer Character verliehen worden. Veranlassung dazu gaben die Vogesen-Freischützen, die damals, als die Luxemburger Frage auf der Tagesordnung stand, der Regierung ihre Dienste zur Landesvertheidigung anboten. In einem der neuesten Organisations-Reglements für die Mobilgarde beigegebenen besonderen Abschnitte heißt es: „Eine gemisst Anzahl von Gesellschaften, aus Bürgern zusammengesetzt, die ihr Patriotismus und ihre Vorliebe für die Waffen unter den jüngst vergangenen Umständen zusammengeführt hat, hat darum nachgesucht, sich in Freischützen-Gesellschaften organisiren zu dürfen, um in mehreren Gränz-Departements bei der Vertheidigung des vaterländischen Bodens mitzuwirken. Nach dem Gesetz darf außerhalb der sedentären oder mobilen Nationalgarde kein Corps bewaffneter Bürger bestehen. Indessen in Erwägung der nicht genug zu ehrenden Gefühle, welche bei der Bildung der Freischützen-Gesellschaften vorgeherrscht haben, sowie der Wünsche, welche ihr ausgedrückt worden sind, ist die Regierung geneigt, die Organisation dieser Gesellschaften zu reguliren und sie in nachstehender Weise der mobilen Nationalgarde anzuschließen." Nach den dann folgenden Bestimmungen sollen Com- pagnies de Franctireurs volontaires gebildet werden. Dieselben sind ebenso zu organisiren, wie die mobile Nationalgarde, jedoch mit dem Unterschiede, daß die jährlichen Uebungen nicht stattfinden, vielmehr nach wie vor die Privat- Schießplätze zu den festgesetzten Zeiten behufs Schießübungen zu besuchen sind. Selbstverständlich soll der Eintritt in diese Compagnien ein freiwilliger sein und entbindet von dem Eintritt in die mobile Nationalgarde. Marschall Niel hat wenig Glück mit diesem Project gehabt. Nur in wenigen Orten, wie z. B. Ranzig, Frouard, sind Freischützencompagnien mit militärischem Charakter gebildet worden. Die übliche Tracht ist: schwarze wollene Blouse, schwarze weite Beinkleider von demselben Stoff, blaue Schärpe um den Leib, graue Gamaschen und geschnürte Halbstiefel." Die Conflicte zwischen den französischen Generalen und Civilbehorden dauern fort. Zwar hat der Präsect von Lyon, Challamel-Lacour, den General Ma zu re wieder in Freiheit gesetzt, dagegen wurde der Ober-Commandant von Auxerre, General Kersalann, am 5. October von einigen Nrtionalgarden verhaftet. Seine Freunde wollten ihn vertheidigen, er litt es aber nicht. Der General Reyan, der angebliche Sieger bei Toury, ist mit der Regierung ebenfalls in Conflict gerathen und hat seine Demission eingereicht. Derselbe will sich nämlich nicht die Oberherrlichkeit des ehemaligen Deputirtrn Cochery gefallen lassen, den man zum Oberdirector der Vertheidigung in der Beauce ernannt hat. Einige Correspondenzen aus Tours jubeln, daß man den Generalen endlich an den Kragen geht. Ein solches Verfahren, wodurch man die Generale entfremdet, könnte aber doch seine schlimmen Folgen haben, da in dem jetzigen kritischen Augenblicke die schlechten französischen Generale noch immer besser sind, als gar keine. Der außerordentliche Commissär der pariser Regierung, Lutz, welcher in Besan^on verhaftet wurde, ist wieder in Freiheit gesetzt worden. Die Leichtgläubigkeit der Pariser und ihre Liebe für Bombasterei — schreibt der Par ser Correspondent der „Daily News" — ist fast zu einer Krankheit ge- worden. Ein Herr O. Sullivan veröffentlichte jüngst in dem „Electeur Libre" einen Bericht über seine Expedition in das preußische Hauptquartier. Weil er sagte, daß die Preußen sich in den von ihnen besetzten Dörfern gut benähmen, wurde der Redacteur des Blatter mit schriftlichen Schmähungen wegen der Veröffentlichung solcher unverschämten Lügen überschüttet. Den t« den Zeitungen veröffentlichten Angaben eines „intelligenten jungen Manner", wonach in Versailles bereits 700 Mädchen von den Preußen geschändet worden sein sollen, glauben indeß Neunzehntel der Pariser Bevölkerung. Die Pariser, sagt der Correspondent, glauben nur, was sie glauben wollen. Aus allen Theilen Frankreichs laufen fortwährend Klagen über die von den französischen Truppen an den Tag gelegte Insubordination ein. In Grenoble mußte General Mounet dasselbe Schicksal wie General Ambert in Paris und General Mazure tu Lyon erfahren; er wurde von seinen eigenen Leuten eingesperrt. Eine Anzahl Bürger, welche glaubte, daß seine Autorität ihren Plänen hindernd in den Weg treten würde, machten eine Kundgebung vor der Präfecrur und brachen schließlich in bas Gebäude ein. Der General ließ die Truppen ausrücken, aber die Bürger bemächtigten sich des Präfccten und veranlaßten ihn durch Drohungen, dem General zu befehlen, seine Truppen zurückzuziehen. Sie mar- schirten dann en mässe nach seinem Hotel, nöthigten ihn seinen Abschied zu nehmen, und zwangen den Präfecten, seine Verhaftung anzuordnen; der alte General mußte wie ein gewöhnlicher Missethäter die Nacht im Gefängnisse zubringen. Louis Blanc an bas englische Volk. Louis Blanc hat einen Brief „An das englische Volk" gerichtet. Er sagt in demselben, die Belagerung von Paris sei em monströses Phänomen, das der Scanoal der Geschichte sein werde. Die Civilisation werde jetzt gefangen gehalten in Paris, der gastfreundlichsten der Städte. Der König von Preußen sei der Attila des 19. Jahrhunderts. Louis Blanc appellirt an das englische Volk, nicht um Mitleiden; denn das republikanische Frankreich besitze ein Recht auf die Sympathien Aller. Er schildert dann den Krieg, der, wie er sagt, toll gewordener Pan-GermaniSmuS sei. Der König von Preußen hätte dem Krieg nach der Schlacht bei Sedan, als das Kaiserreich zertrümmert und die Republik proclamirt wurde, ein Ende machen sollen. Der König sei ein verzweifelter Spieler; aber das blutige Schlachtenspiel werde sich gegen ihn wenden. Louis Blanc schließt seinen fulminanten Erguß mit folgenden Worten: „Wenn das englische Volk versteht, daß unsere Sache die der ganzen Welt ist, d. h. der Gerechtigkeit, so ist es Zeit, zu handeln und die Folgen zu erwägen, die daraus entsiehen, wenn man das Eroberungsrecht zügellos lasse. Eine Nation, welche durch ihre Gleichgültigkeit die Saturnalien der Gewalt sanctionirt, verdient, durch Gewalt gezüchtigt zu werden. Aber es ist Sache des englischen Volkes, danach zu sehen; unsere ist, der Welt zu beweisen, daß unsere Sache gerecht ist, und wenn so, für das Recht, das nie stirbt, zu sterben oder mit ihm unterzugehen." Petrucelli della Gattina, ein bekannter republikanischer italienischer Publicist und Abgeoronetcr, der sich seit Jahren in Paris aufhält, hat unlängst in der „Gazetta d'Jtalia" seine Anschauungen über die Lage Frankreichs veröffentlicht. Herr della Gattina sagt darin: Die Ueberbleibsel des französischen Heeres sind gänzlich zerrüttet. Ehrgefühl, Muth, DiSciplin, Selbstvertrauen, Vertrauen zur Führung, Hoffnung auf einen guten Ausgang, Kampflust — Alles liegt in Trümmern. Es ist das Heer des Lerxes. Das französische Heer repräsentirte nicht das Volk; der Soldat bildete einen Stand für sich und betrieb sein Ge- schäft handwerksmäßig. Er hatte hinter sich die Tradition der verschiedenen siegreichen Kriege des zweiten Kaiserreichs. Diesmal ober standen ihm in dem deutschen Volksheere Krieger gegenüber von unverhältnißmäßig höherer Intelligenz, dabei geschult, begeistert, an Strapazen gewöhnt und bereit, Alles für's Vaterland zu tragen und zu wagen, geführt außerdem von den besten Generalen unserer Zeit — da war es unvermeidlich, daß die Deutschen siegen mußten, und sie werden wieder siegen bis zu Ende, auch wenn das französische Volk den Krieg zum Volkskriege macht. Als die Verbündeten im Jahre 1814 im KriegSrath zu Vitry beschlossen, direkt auf Paris zu marschiren, und Napoleon gegenüber nur den General Wintzingerode mit einiger Cavallerie und Artillerie zurückließen, war ihre Lage ungleich schwieriger als Vie der jetzigen Angreifer. Damals operirte Augereau mit einer Armee bei Lyon im Rücken des österreichischen Corps Bubna; die Verbindung mit Deutschland war schwierig, fast unmöglich, denn ganz Frank- reich war im Ausstande und die Bevölkerung von Paris zur Vertheidigung bereit. Heute stützt sich das Heer, das gegen Paris marschirt, auf zwei andere ungeheuere Heere; mit Deutschland bleiben dieselben in Verbindung durch eine Eisenbahnlinie, zu der bald noch eine zweite und dritte kommen werden. Daß Land bleibt verhältnißmäßig ruhig, wozu die gewaltigen deutschen Cavalleriemassen das Ihrige beitragen, und im Felde steht kein französisches Heer mehr, wohin man auch das Auge wendet; denn die ganze Lebenskraft ist zur Vertheidigung der Hauptstadt concentrirt. Dort aber steht eine neue Regierung isolirt den Departements gegenüber, in welchen die Anhänger des früheren Regiments sich zu den neuen Zu- ständen feindlich oder wenigstens theilnahmlos stellen. Vielleicht durfte man hoffen, daß nach dem Falle Napoleons von König Wilhelm Die ersten versöhnlichen Schritte kommen würden. Aber freilich, es ist schwer, einer Regierung friedliche Eröffnungen zu machen, die sich nicht Regierung des Friedens, sondern der Na- tionalvertheidigung nennt, die erklärt, keinen Zoll breit Erde, keinen Stein hergeben zu wollen. Nicht nachgeben, sehr schön! Aber bleibt denn noch irgend welche Hoffnung, das wieder zu bekommen, was schon genommen ist? Oder nur zu verhindern, daß noch mehr genommen werde? — Paris glaubt Ja, Europa denkt Nein. In einem Briefe, den die „Jndcpendance Belge" von der Insel Jersey, 30. September, erhalten hat, heißt eS: „Herr Bar och e wohnt jetzt in einem der komfortabelsten Häuser von St. H6lier Sein College Rouher wohnt nicht so fern; er hält sich zu Saint Aubin, zehn Kilometer von der Stadt entfernt, in einem kleinen Landhause auf, das in gar nichts an das Palais Luxembourg erinnert. Er sagt, er sei arm, und führt ein düsteres, zurückgezogenes Leben. Aber er correspondirt fleißig, und man kann, ohne ein großer Hexenmeister zu sein, errathen, daß er der Mittelpunkt einer großen in London ausgesponnenen Jntrigue ist und sich, um deren Fäden besser zusammenhalten und leiten zu können, nach Jersey, zwischen England und dem Continent, begeben hat E n wahrlich recht armer und interessanter Mann ist Herr Drouyn de Lhuys. Er gab seinen Namen erst einige Tage nach seiner Ankunft kund, als seine berühmten Kisten angekommen waren, die jetzt in der Banque Merkantile deponirt sind. Berühmte Kisten wahrlich, 5 an der Zahl, und an jeder hatten 5 Männer zu schleppen. Es hat Niemand hineingeschaut, allein sie enthalten über 3 Mill. Fr. Werth au Gold, Juwelen und Silbergeschirr und unermeßliche Werthpapiere obendrein. Herr Drouyn De Lhuys ist dennoch ein unglücklicher Mann; er kann nicht genug darüber klagen, wie die Preußen in der Seine et Marne seine Besitzungen verwüstet haben. Endlich war auch Marschall Le Boeuf in eigener Person hier. Er traf auf seiner Flucht aus Frankreich in einem offenen Schiffe vor Drei Wochen auf der Insel Chansey ein, wohin er verschlagen worden war. Nach einer schrecklichen Sturmnacht setzte ihn ein Schiffsmann nach Jersey über. Er hatte kein Gepäck, aber noch ein Portefeuille, kein ministerielles, sondern eines, woraus er sofort zwei Tausend-Francs-Noten in englisches Geld umwechseln ließ Zwei Tage Rast hielt er im „Royal-Iacht-Hotel" und reiste dann weiter. Ueberhaupt ist hier das Stelldichein für Bonapartisten Der Hautevolee. Zu keiner Zeit hat man in Jersey so viel Gold und Silber gesehen. Aus ;edem Schiffe, das ankommt, werden ganze Berge von Kisten und Kasten ausgeladen, und man muß das Auf- flackern Der Freude in all' diesen geängstigten, verdächtigen Gesichtern sehen, wenn Die theure Last glücklich auf fremden Boden geborgen ist. Mit Recht kann man sagen: „Frankreich ist verloren, allein die Bagage ist gereitet." Bereits haben die Banken von Jersey sieben Millionen französischen Goldes nach London geschickt, die von kaum 30 Würdenträgern des Kaiserreiches, welche die Republik an den Bettelstab gebracht hat- deponirt wordrn sind." Cardinal Antonelli trachtet, das gute Einvernehmen mit Preußen zu stören; er soll angeblich dem Gesandten in Rom viele, Italien compromittirende Details mitgetheilt haben, die sich auf Verhandlungen mit dem französischen Gesandten Malaret und dem Prinzen Napoleon beziehen. Der Papst hat ein Circular an sämmtliche katholische Mächte gerichtet. Die letzteren werden zu äußerster Resistenz aufgefordert. Die Nuntiaturen wurden ferner in einer neuen Note aufgefordert, Alles aufzubieten, um die Mächte zur Restauration des Papstthums zu bestimmen. Beide Dokumente sollen vorläufig nicht publicirt werden. (N. fr. Pr.) Bei Empfang Der Deputation, welche das Abstimmungsresultat aus Rom und Den Provinzen des Kirchenstaates überbrachte, hielt Der König eine Ansprache, in welcher er hervorhob, daß nunmehr das Vaterland endlich geeinigt sei. Er constatirte, daß sich die römischen Provinzen nahezu einstimmig für den Anschluß an das gemeinsame Vaterland ausgesprochen haben; im ganzen Königreiche herrschte hierüber die höchste Freude. Wir verdanken, sagte der König ferner, nur wenig dem Glücke, viel dagegen der Gerechtigkeit unserer Sache. Es ist klar, daß Die Freiheit, welche wir erstreben, aus jedem bejahenden Votum ein aufrichtiges und offenes Versprechen der Anhänglichkeit macht. Gerechtigkeit und Freiheit waren die Machte, welche Italien geschaffen haben. Nunmehr sind die Italiener Herren ihrer Bestimmung. Wenn sie nach Jahrhunderte langer Spaltung ihre Vereinigung in jener Stadt, welche einst Die Hauptstadt Der Welt hieß, wieder finden, werden ohne Zweifel die Reste der einstigen Größe für sie die Auspizien für die eigene neue Größe bilden; sie werden zugleich die schuldige Ehrfurcht jenem Sitze der geistlichen Gewalt zu bezeugen wissen, welche ihre friedlichen Abzeichen in einer Höhe aufgerichtet hat, welche einstens die Adler des Heidenthums nicht zu erreichen vermochten. , Als König und als Katholik habe ich," so schloß der König seine Rede, „die feste Absicht, indem ich die Einheit Italiens proclamire, zu gleicher Zeit die Freiheit der Kirche und die Unabhängigkeit des Papstes zu sichern. Mit dieser Erklärung nehme ich au» Ihren Händen das Resultat der Abstimmung Roms entgegen und werde es Italien übergeben." Kriegsnachrichten. Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" giebt eine ausführlichere Schilderung Der Preußen-Panique in Orleans und Der Flucht des Generals Polhes, Commandanten der dortigen Division. In der Nacht vom 26. auf den 27. Ss?** Ä' foiipth ,ltmwm CtD neuen Zg. Mit man t(n ^PWiifo !ltrun9 frittlitji lonbern der 3lfl, :'8en Stein (ti, nn M irgtnh Oder nur W 3ü, Gutojn r 3nfel Zechy, nt N in einen her wohnt nicht ^Indt entfernt, lais Luxembomg äk)vzenes Leben. Herenmeißer außßefponnenen eiten zu können, 6m wahrlich UH Er ged seine berühwtkn le teponirt sind, en 5 Manner ju über 3 Mill. jr. erthpapiere oben- n; er kann nicht feine Wungen ner Jrrfon hier. ior Drei $Bod?tn iä) na« Er havt kein liü'.S, rooraul er lietz. Zwei Tage UebtrdWl if er Zeit hat mon e, das ankml, an muj ba-N jtern sehen, »m Recht kann man " Streit« habet । London geschickt. ' Republik an den rtufctn zu Den; [ nittirentt Detaili ' ößschen Gesandten - [ r;a Üircckr an äujtr|ler Rote ausgefordert, : JDii jh ** fr. ?k.) irefuliat ™ „j nn.S"H geeinigt fei. für de« Anfchlu! lflD1en *ä «VS; m [ie ÄfiS a'Äf* »'* Luwi' -'S-» n h Straßburg, 7. Oct. fL Basel, 10. Oct. In Mühlhausen haben gestern wieder Unordnungen stattgesunden. Die Arbeiter sind noch immer nicht ruhig und ihr Auflehnen gegen die öffentliche Ordnung macht sich meist dann bemerkbar, wenn die deutschen Truppen die Stadt verlassen. Gestern sind die Truppen nach Breisach abgegangen, um das Eernirungscvrps daselbst zu verstärken. Sofort waren die Arbeitertumulte wieder da. Es wurde nun bekannt gemacht, daß, sobald Arbeiterzusammenläufe stattfinden, dieselben durch die Pompiers auseinander getrieben werden sollen. Das ^Quartier neuf", wo die Mühlhäuser Geldaristokratie zu Hause ist, darf von größeren Arbeitsgruppen nicht mehr betreten werden, indem diese im Vetretungsfall mit einem kalten Strahl aus der dort ausgestellten Säugpumpe begrüßt werden. Bern, 8. Oct. Gestern Morgen 7 Uhr sind in Grvßbüningen und St. Louis 1500 Mann preußische Ulanen und Infanterie eingerückt, welche jedoch, nachdem sie Requisitionen an Fleisch, Wein und Cigarren erhoben Halten, wieder nach Blotzheim abzogen. Auf diese Annäherung deutscher Truppen an die schweizerische Grenze wurden von Base! vier Compagnien Scharfschützen zur Verstärkung der Grenzwache abgesandt. Brüssel, 10. Oct. General Bourbaki befindet sich seit gestern in Brüssel, t/ Er stieg im Hotel du Monarque, Rue des FripierS, ab. Seine Frau befindet v sich bei ihm. Wie es heißt, will er sich nach Tours begeben. Wie man ver- Man wird sich - erinnern, daß von der Straß- ..... ' Es scheint Sept, ließ Pvlhös plötzlich Lärm schlagen und zog mit der Garnison in südlicher eonstatirt, und können wir das überaus wichtige Factum dadurch noch sicherer Richtung ab. Die Preußen seien im Anzuge. Nächsten Morgen stellte sich dann fcsistelün, daß es dazu nicht einmal der Ziel- und Ladevorrichtungen bedarf. ES heraus, daß der General sich unnothigerweise ins Bockshorn hatte jagen lassen handelt sich bei dem beginnenden Bombardement nur darum, daß kein einziger und er kehrte zurück. Als man ihn dann mit bitterem Tadel überhäufte, suchte Theil der Riesenstadt dem verheerenden Feuer unserer Geschütze entzogen bleiben er einen Theil der Schuld dem Präfeclen in die Schuhe zu schieben, welcher um könne; Venn so lange die um den Mittelpunkt gelegenen Theile vom Schrecken ven Entschluß, Orleans zu räumen, gewußt h-be. Hierüber haben sich nun die des Krieges freiblieben, konnte man annehmen, daß dir innere Schreckensherr- beiden Herren in einen Federkrieg verwickelt, welcher die Vorgänge noch durch schäft eine Uebergabe des Ortes nutzloserweise hinausschieben und das von uns einige interessante Einzelheiten ergänzt. So rückten 2 Stunden nach dem Abzüge nicht gewünschte, obwohl von den Parisern reichlich verdiente Elend vergrößern der Garnison zwei französische Cürassier-Regimenier (Die man vielleicht für Preußen würde. Der Mittelpunkt von Paris liegt eine volle Meile von den äußersten gehalten hatte) von Blois kvmmenv, in Orleans ein, und fanden Niemanden vor, vorgeschobenen Befestigungen entfernt, seine Beschießung mit gezogenen 24pfündern der ihnen Ordre gegeben hätte. Nachdem der Präfect ihnen von dem Abzüge und den neuen Mörsern wäre daher nicht möglich, deshalb hat man die Riesen- des General Polhör gesagt, gingen sie wieder zurück. In dem Walde von Or- kanonen, welche nunmehr in den Seefestungen entbehrt werden können, herbeige- leone waren ferner 7—800 Mann ohne alle Ordre zurückgelassen worden. Man holt. Es sind dies gezogene 72- und 96psünder von 15—17 Fuß Rohrlange hatte sie augenscheinlich ganz vergessen. In Folge dessen wurde die Bevölkerung und 200 Ctr. Gewicht, die 210 resp. 300 Pfund schwere Spitzgranaten ca. 1 ungemein beängstigt; die Eiscubahnbeamten brachten Locomotiven und Züge, die Meile weit schießen, wenn man ihnen die nöthige Elevationen giebt. Im See- Telegraphisten ihre Apparate nach La Fert6 und Beaugencp in Sicherheit, die kriege wäre das Schießen auf solche Entfernungen etwas unsicher, beim Bom- Banken und öffentlichen Cassen verließen die Stadt, und während der arme Präfect bardement des pariser Häusermeers hätte man jedoch nicht auf Fehlschüsse Rück- außer Stande war, dem fortgelaufenen General Nachricht von dem wirklichen ficht zu nehmen und die Wirkung gegen Gebäude muß eine furchtbare werben. Stande der Dinge zu geben, prolestirte der Gemeinderath vergeblich gegen die Vielleicht beginnt man mit dem Bombardement des Mittelpunkts der Stadt, Preisgabe der Stadt. Endlich gelang es dem Präfecten, eine einspännige Chaise z. B. des Hotel de Ville, in welchem die Vertheldrgungsbehorde und andere zu requiriren und dem General einige Briefe zuzuschicken, welche diesen über das Arrangeure ihren Sitz haben, und läßt dann erst eine Beschießung der Faubourgs Unbegründete seiner Furcht aufklärten und nicht gerade sehr freundlich gehalten folgen. — Wenn, wie man hört, worüber aber die Nachrichten sich noch immer waren. An anderen Orten ist es mit dem Muthe der Bevölkerung nicht besser widersprechen, auch der Krupp'sche Tausendpfunder unterwegs nach Paris ist, dann bestellt gewesen. So hatte die Statt Etampes Waffen verlangt und sie bekam- hätte es mit dem Widerstande der Forts nicht viel auf sich, denn die Wirkung men. Sobald aber die Kunde einlief, daß einige Ulanen in der Nähe feien, der 70 Pfund Sprengladung in den 3 Fuß langen Granaten ist eine st furcht- warf man 50,000 Patronen ins Wasser und die Waffen wurden auf dem Stadt- bare, daß jedes getroffene Bastion oder fortificatonsches Gebäude in die lüft Hausplatze im Voraus zusammengebracht, um den Preußen die Mühe zu sparen, gehen muß und Die nicht direct von Trümmern oder Splittern getroffenen Be- die Bevölkerung entwaffnen zu müssen. Die Preußen kamen und zerstörten tu satzungsinannschasten dennoch von dem Luftdruck niedergeschleudert werden. Dies Waffen. In Artenav gingen zwölf Ulanen drei Tage lang ein und aus und dürsten Die Geschosse sein, zu deren Anwendung sich der König schon nach Den zogen Kontributionen ein, ohne Daß Jemand daran gedacht hätte, Die Stadt zu Schlachten um Metz entschlossen haben soll, nachdem die Franzosen durch Schießen vertheidigen, und an mehreren Orten ist eS sogar vorgekommen, daß die ringe- aus Ambulanten und Parlamentäre das Völkerrecht gebrochen hatten, was sie schüchterte Bevölkerung die Freischützenschaaren ersucht hat, wegzurücken, weil ihre seitdem freilich in viel edetanterer Weise wiederholt haben. Anwesenheit zu sehr die Aufmerkiamkeit des Feinde- auf sich ziehe. Die Franc- Tours, 11. October. (Auf indirektem Wege.) Die Regierung veroffent- tireurS haben nämlich so schlechte Dtsciplin, daß sie der Ordnung im eigenen licht folgende Meldung: Lande gefährlicher sind, als dem Feinte, und es kann daher wenig Wunder Orleans, 10. d. 8 Uhr 50 Minuten Abends. Der commandlrende Gene- nebmen, wenn die Regierung von Lyon Die Auflösung derselben beschlossen hat. ral des 15. Armeecorps an den Knegsminister. Heute Morgen 9y2 Uhr wurde Folgendes ist die betreffende Proclamation, welche durch Maueranschläge verbreitei Arthenay, welches von der Brigade Longerue und einigen Compagnien Chasseurs wurde: , Kraft eines Decretcs der hiesigen Regierung für die nationale Verthei- besetzt war, von bedeutenden feindlichen Steitkräften angegriffen; es gelang dem digunq werden die Freischützencorps von jetzt ab aufgelöst, und die Mitglieder Feinde, sich in dem Orte festzusetzen. . m h . derselben angewiesen, sofort nach Hause zurückzukehren, um in die Mobilgarde General Reyan eilte sofort mit 5 Regimentern, 4 Bataillonen und einer einverleibt zu werden." Aber auch um die DiSciplin der letzteren und der Na- Batterie von Achtpsündern zur Unterstützung der Brigade Longerue herbe«; naw- tioaalRartcn ist re nicht ous'S B-str bestellt. Zumal diese treiben stch, Dank dem erm unser- Truppen bi« 2’/2 Uhr Nachmittag« dem Feinde Widerstand geleistet Mangel an Okfilieren oder deren Unfähigkeit, mit dem Abschaum der Bevölkerung halten, wurden sie geworfen und zogen sich in em Gehölz zuruck, welche« auch herum, und sind, mit Ausnahme gewisser, ausschließlich au« dem revolutionären jetzt no» von ihnen besetzt ist und um jeden Preis gehalten werden wird. _ , Element bestehender Bataillone, schlecht bewaffnet. Die regulären Truppen, welche Straßburg, 7. Oct. Man wird, stch- drtnnern, ~aP »on rr -um Theil aus rohen Rekruten, zum Theil au« den Ueberbleibseln geschlagener bürget Besatzung auf deutsche Parlamentäre geschossen worden ist. Regimenter bestehen, schlagen ihre Zeit damit tobt, daß sie über ihre Offiziere dies jedoch, wenn nicht zufällig, so doch nur eine Revanche für die gleiche Per- lorschimpscn und sich über ihre Rationen beklagen, so daß die besseren Klaffen letzung der Parlamentätstagge durch die Deutschen gewesen zu fern. Man bereits anfangen, in der Nähe der deutschen Truppen den einzigen Schutz für >hr erfährt über den Hergang Folgendes: Am 10. August, Nachmittags 4 Uhr, Hab und Gut -u suchen. Wie der „Time," vom gestrigen Datum au« Der- war der Platzcapitän Röderer, von einem Trompeter begleitet, aus dem Stem- sailles telegraphirt wird, war General Burnside am 8. nach Pari« zurückgekrhrt straßer Thor nach dem badischen Generalquartier nach SchiltigheiM gertttcu, und Wittaenstein von dort Tag« zuvor mit Depeschen nach Tour« herausge. um eine Correspondenz auszutauschen. Beide, welche schon mehrmals densel- fommen ben Weg gemacht hatten, trugen die weiße Parlamentsstagge. Nachdem sie fiautitnnartter Versailles, 7. Oct. Gestern Nachmittag glaubte ich mich ihren Auftrag erfüllt hatten, ritten sie zurück. Auf ungefähr 300 Meter von in die Promenade Ihres Thiergartens versetzt, da man in den berühmten Gär- Straßburg fing plötzlich das Pferd des Capitaus zu trabe» an. Im nämlichen ten Louis XIV. lauter bekannten Gesichtern begegnet. Hier, wo aus jedem Augenblick wurde aus den benachbarten Feldern gefeuert; zwei Kugeln trafen Stein ein Stück Geschichte zu uns spricht, ist eine Lebendigkeit im öffentlichen den Capitän, eine am Waden, die andere durchfurchte ihm den Hals, wahrend Verkehr eiugetretcn, den man sonst in dem stillen Lieblingsaufenthalte der Pa- sein Pferd stürzte. Der Trompeter erhielt einen Streifschuß am Kopf und riser vermißte Nachdem wir seit Rheims nur in verlassenen Ortschaften quar- eine Kugel in die linke Brust, welche jedoch nur die Weichtheüe derselben durch- tiert waren fallt ein Alp von unserer Brust, und freier athmen wir, weil wir bohrte. Arbeiter hoben die Verwundeten auf und brachten sie auf Tragbahren uns wieder unter Menschen befinden. Die guten Leutchen hier verstehen es in die Stadt. Wollte man deutscher Selts wirklich ein Mlßverstandmß an- -war unfern Aufenthalt auf der einen Seite uns recht angenehm zu machen, nehmen, was ja immerhin möglich wäre, so darf man doch auch den Gegner auf der aiibem Seite hingegen ihren Profit nicht außer Acht zu laffeu; in der nicht so schwer »»Hagen. Wo man auch fragte, keiner der gefangenen Osfi- Tbat grenzen die Preise an das Fabelhafte, so zahlt man u. A. für eine Suppe, ziere vermochte einen Aufschluß über deu Hergang hmfichtlich der Verwundung ein -iemlick schlechtes Beefsteak nebst einer demi Bouteille 8 Francs! — Die deutscher Parlamentäre zu gebe». Man horte hier aiich, daß häufig da» Jo- lAmvol,ner habe» klug gehandelt, indem sie ihre Häuser und Läden nicht ver- hanniterkreuz zur Auskundschaftung der französischen Positionen benutzt worden lassen haben es ist ein ^rietet Befehl des Generals v. Voizts-Rheetz ergangen, fein soll, namentlich fei dies öfters von Kehl aus geschchen, Wie weit dies den Personen und dem Eigenthum sichersten Schutz angedeihen zu lassen. Aus- richtig ist, vermag man von hier ans nicht zu beurtheilen, doch glaubt man falleiiderweise sticht die politische Stimmung des etwas conservativen Versailles, kaum, daß sich die Deutschen einer so groben VeAetzung der Genfer Conven- des französischen Potsdam, bedeutend von den Ansichten fast aller anderen Hon schuldig gemacht haben können. Ueber den General Uhrich erfahrll man französischen Städte ab. Während man dort den verzweiflungsvollen Krieg noch, daß er stch wahrend der ganzen Belagerung kaum ein einziges Mal auf bis auf das Messer wünscht, hat sich Versailles nicht nur von der anarchischen den Wällen hat sehen lassen. Es soll dies auf einem ^«willigen Einschlüsse Regierung abgewandt, sondern sich mit der Invasion einverstanden erklärt in beruhen. Er war zu wenig Techniker, nm in die directe Vertheidigling des der berechtigten Hoffnung, von dem provisorische» Gouvernement vor der Hand Platzes bestimmend eingreifen zu können. Dagegen war cr bei der Orgamsa- v Mont u bleiben^ Gestern Nachmittag um 4 Uhr fand in der Avenue de tion der inneren Vertheldigung vorzüglich und nach allen Mittheilungen, die Varis ei/großer Auflauf statt; man sah einen Pfaffen, cscortirt von einem man von ihm machte, wahrhaft unermüdlich. Getreu soll ihm hierbei der Ca- Trnvv 3 Ulanen nach der Co nmandantur (Rue de Madame) trausportire». pitän und Contreadmiral Exelmanus zur Weite gestanden habe». (ö. I.) Dieser eleiide Priester hatte nämlich unweit von St. Denis leinen Preußischen 10. Oct. Müblbauien haben aeflern w.ede, Artilleristen niedergefchosseu. Da der Priester die Binde mit dem Kreuze am Arme truq, ritt der Artillerist in dem Glauben, einen Seelsorger vor sich zu sehen, demselben entgegen, und auf zehn Schritt Distance feuerte der Halluuke sein Pistol auf den unglücklichen Artilleristen ab, der sofort fernen Geist aufgab. Nur mit Mühe und namentlich dem Befehle des Kriegsministers v. Roon gelang es, unsere braven Soldaten abzuhalten, Lynchjustiz an dresem Meuchelmörder zu üben. Derselbe betheuerte zu wiederholten Malen ferne Unschuld durch Pantomineu, entblößte dann seine Brust und rief uns, die wrr auf das Aeußerste erregt waren, zu: „Tuez moi“. Nach abgehaltenem Kriegsgericht wird der bübische Hund wohl heute erschossen werden. Von kriegerischen Vorkommnissen ist nichts Neues zu berichten; man glaubt, daß das Hauptquartier mindestens 14 Tage hier bleiben dürfte. Der Kronprinz wohnt bei einer reichen Rentie, Madame d'Andro, deren Lebensaufgabe es von jeher war, Propaganda für die protestantische Kirche zu machen. So lud die Dame die hier in Garnison gelegenen französischen Offiziere stets zu Gesellschaften ein, in welcheii sie belehrende Vorträge über die Macht des Protestantismus hielt und nach dem Diner jedem Offizier eine — Bibel als Geschenk präseutirt. (B. Börsen-C.) Berlin, <1. Oct. Daß Paris auch ohne Die Besitzergreifung eures seiner Forts unsererseits beschossen werden kann, ist durch das Urtheil von Fachmännern nimmt, hat derselbe keineswegs mit Zustimmung des Prinzen Friedrich Karl Metz verlassen, sondern hat sich in einer Verkleidung durch die preußischen Lilien geschlichen. Ein belgisches Provinzialblatt meldet darüber, wie folgt: „General Bourbaki verließ Metz am 24. September gegen 7 Uhr Abends; er war in bürgerlicher Kleidung und hatte sich einer Anzahl von Personen angechlossen, welche der Stadt fremd und ermächtigt worden waren, dieselbe zu verlasen. Die Leute schliefen in MoulinS, wo die letzten französischen Vorposten ftand'n, und wurden nach dem Austausch der Gewalten zwischen den Parlamentären der Krieg- führenden nach Corny und dann nach Remilly geführt, wo sie ein Eisenbahnzug erwartete. Erst bei der Ankunft in Luxemburg gab sich der General seinen überraschten Begleitern zu erkennen. Gestern begab sich nun Bourbaki nach Brüssel." Daß Bourbaki inzwischen in London war, wird nicht gesagt. Darmstadt, 1L Oct. Der französische Commandant von Straßburg, General Uhrich, ist nebst Gemahlin hier eingetroffen und hat vorläufig im „Darmstädter Hof" sein Absteigequartier genommen. Wie wir hören, gedenkt der Genannte vorläufig hier zu verbleiben. Man will ihn mit demselben französischen Offizier Uhrich, welcher vor mehreren Jahren hier eine nicht unbedeutende Erbschaft erhoben hat, identificiren. (Main-Ztg.) Wiesbaden, 11. Oct. In heutiger Sitzung des königl. Appellationsgerichts dahier kam die vielfach besprochene Klagsache der vormals kur hessischen Actuare gegen den Fiscus wegen Entschädigung für ihre unter den veränderten Dienstverhältnissen -tu Wegfall gekommenen s. g. Actuariatsgebüh- ren zur Verhandlung. Der Gerichtshof, welcher durch Delegation mit der Verhandlung dieser Rechtssache betraut wurde (das Appellationsgericht in Kassel vertritt den Staat), erkannte auf Aufhebung des erstinstanzlichen Urtheils und Abweisung der Klage. Die Kläger werden voraussichtlich die Rechtsmittel der Revision und Nichtigkeitsbeschwerde ergreifen. (M. Z.) Fulda, 11. Oct. Die Theilnahme an der von deutschen Edelleutcn veranstalteten Wallfahrt ist von auswärts wie hier über Erwartung zahlreich. Das feierliche Hochamt celebrirte der hiesige Bischof, die Feldpredigt hielt Domcapitular Moufang von Mainz. Karlsruhe, 10. Oct. Die Großherzogin ist gestern mit Gefolge nach Straßburg abgereist, um die dortigen Lazarethe zu besuchen, und Abends wieder zurückgekchrt. Nürnberg, 10. Oct. Das Collegium der Gemeindebevollmächtigten hat heute, trotz der energischen Bekämpfung, die der bezügliche Antrag des hiesigen! Magistrats in der unabhängigen und nicht nationalliberalen Presse gefunden, die bedingungslose Verwilligung von 35,000 fl. aus dem Reservefonds der städtischen Sparcasse für die Victoria-Jnvaliden-Stiftung in Berlin mit Einstimmigkeit genehmigt , obwohl das Recht zu einer solchen Verwilligung durch die Gemeinde- ordnung nicht begrüntet ist. Es steht übrigens zu erwarten, daß die Regierung die Competenzüberschreitung der städtischen Collegien nicht dulden wird. Telegraphische Depesche. Versailles, 12. Oct. (Offiziell.) Am 11. nach neunstündigem Kampfe wurde die Loire-Armee auf Orleans und über die Loire zurückgeworfen. Orleans erstürmt. Mehrere Tausend Gefangene gemacht. Dieffeitiger Verlust verhältnißmäßig gering. Diesseits engagirt: erstes bayerisches Corps, 22. Infanterie- und Cavallerie-Diviston. v. Podbielsky. Loeal - Notizen. Gießen, 12. Octbr. 1870. Von bem Schwurgerichtshof der Provinz Oberbessen vom IV. Quartal l. I. wurde in den nachbemerkten Anklagesachen erkannt: * Am 3. October, gegen Caroline, Johanne- Köhler'- Wittwe von Gleimenhain wea.n KindesmvrdS, eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren. 9 ® Denselben, gegen Andrea- Buchhaupt von Dirlammen und Conrad Häuser von Frischborn wegen Memerds, be;w. Anstiftung hierzu, und zwar: gegen Ersteren eine CvrrectionsbauSstraf! von IV4 Jahr und gegen Letzteren eine solche von 1 Jahr. Den 4. Octbr., auf Freisprechung von der gegen den Lehrer Ludwig Göbel von Nieder- Erlenbach, wegen Verführung zur Unzucht erhobenen Anklage, nachdem die Geschwornen ein „Nichtschuldig" ausgesprochen hatten. ^e^wornen tut Den 5. Octbr., gegen Hugo Perger, Photograph aus Elberfeld und Johann Georg Waaner Schneider zu Gießen, wegen Fälschung von Staat-papieren im Complott, und zwar geaen einen Jeden Zuchthausstrafe von 3 Jahren. 9 9 Den 6. October, gegen Joh. Jacob Knaf au- Büdingen, wegen ausgezeichneten Diebstahl-, eine geschärfte Zuchthausstrafe von 41/2 Jahren. 9 * Den 7. Octbr., gegen den Gemeinde- und Sparkasse-Rechner Matthäus Oßwald aus Herbstein, wegen Veruntreuung im Dienst, Unterschlagung und Schriftfälschung, neben Dienü- entsetzunq, eine Zuchthausstrafe von 3 Jabren. Den 8. Octbr., gegen Johannes Alt aus Melbach, wegen Meineids, eine CorrectionS- hausflrafe von 3 Jahren. Denselben, gegen Hartmann Kick auü Alsfeld, wegen verschiedener Diebstähle eine ae- schärfte Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten. 9 ' 9<' Den 11. Octbr., auf Freisprechung von der gegen Johannes Winkler aus Nieder-Eschbacb wegen Brandstiftung erhobenen Anklage, da d-s Verdick der Geschwornen auf „Nichtschuldig" Gießen. Wir verfehlen nicht, unsere geehrten Leser auf einen seltenen Kunstgenuß aufmerksam zu machen, welcher uns in den nächsten Tagen geboten werden wird. Herr A. Forster wird Anfang- nächster Woche mit seinem großen berühmten CoSmorama Hierselbst emtreffen und wird dasselbe dem Publikum hier einige Tage im großen Saale des Cafs Leib geöffnet sein. Dasselbe enthält 2000 Ansichten aus den verschiedenen Wlltthälen weiche sämmtlich nach der Natur auf dem Platze selbst ausgenommen und deshalb besondere Aufmerksamkeit verdienen, und zweifeln wir nicht, daß auch unser kunstliebendeS Publikum es an zahlreichem Besuch dieser interessanten Ausstellung nicht fehlen lassen wird. Allgemeiner Anzeiger. KeilgsboteneS 4392) Aus dem hiesigen Holzhof kann, soweit der Vorrath reicht, gegen baare Zahlung, Buchen-Scheidholz, welches im vergangenen Winter gefällt worden, der Stecken zu 7 fl. bezogen werden. Laubach, den 11. October 1870. Die Verwaltung des Gräflichen ________________Holzhofs.___________ 4333) Neue Sardellen, holländische Vollhäringe, immarinirte Häringe, Prima Schweizer- und Limburger Käse empfehlen_______I. A. Busch Söhne. 4396) Täglich frischen Aepfelmoft auf ber Liebig shöhe._____________________ 4401) Wegen Mangel an Raun, sind ein Glasschrank, zu Ladeneinrichtung geeignet, sowie ein Frühstücksherdchen nebst Ofen, zu verkaufen bei A. K. Worms. 3798) Für Militärs empfehlen wir wollene Jacken im Preise von 1 fl 6 kr , 1 fl. 12 fr., 1 fl. 18 fr. rc- rc., ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten- I. A. Busch Söhne. 4395) Eine an der Straße gelegene Hof- raithe, zur Wirthschaft oder Fabrik geeignet, ist bei dem Unterzeichneten zu 2000 fl. zu verkaufen. Frankenbach, den 10. October 1870. Johannes Oehler III. 3627) Alten Malaga, Portwein, Tokayer, sowie gute, unverfälschte Rothweine, empfehlen I. A. Busch Söhne. 4377) Einen Haufen Mist hat zu ver- kaufen Heinr. Becker, Neue Anlage. 4332) Das Garnlager der I. A. Busch Söhne ist! wieder in allen Farben und Qualitäten aufs Bollständigste ausgestattet und empfehlen wir dasselbe zu den billigsten Preisen. VermiethU'KgKM. 4397) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net ist zu vermiethen bei Rechner Wittich, am Seltersthor. 4394) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet ist sofort zu vermiethen bei _______________________E. Eich enberg. 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exved. d. Bltts. 3843) Eine kleine möblirte Stube ist zu vermiethen. Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. 4393) Ein Familienlogis, bestehend aus 2 Zimmern und Zubehör, ist an eine stille Familie zu vermiethen und alsbald zu beziehen. H. M. JugHardt. 4345) Der mittlere Stock meines Hauses vor dem Seltersthor ist zu vermiethen. W. Gaquoin. 4378) Einige schöne möblirte Zimmer, mit oder ohne Cabinet, sind im Zrnßer'- schen Garten zu vermiethen. 4049) Im Cafe Kuhlmann sind möblirte Zimmer an ledige Herren zu ver- mietben und sogleich zu beziehen. 4150) Ein Logis von 4 Zimmern, 2 Ca- bineten und allen dazu nöthigen Räumen ist durch den Wegzug des letzten Miethers nrch Frankfurt anderweit zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Ehr. Reiber, ain Kreuz. Vermischte Anzeigen 4398) Eine grau getigerte Dogge mit gespaltener Nase ist entlaufen Wer über den Verbleib nähere Auskunft ertheilt, erhält eine gute Belohnung. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4387) Ich wohne vorübergehend bei Herrn Carl Metzger in der Neustadt. Dr. Dorn sei ff, pract. Arzt 4380) In einem hiesigen Fabrikgeschäft ist eine Commisstelle frei. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________________ 4388) Ich suche einen Actuariatsgehül- fen II. Classe, welcher bald eintreten kann, zu engagiren. Gießen, den 12. October 1870. __________Funk, Stadtgerichts-Actuar. 4309) Nenn' Dich, oder ich freß Dich. Br. Ierum M 4400) Allen Bekannten, Freun- M W den und Verwandten des Großh. M M Bürgermeisters I. Wagenbach zu M H Alt-Buseck machen wir hiermit dieM M traurige Mitthetlung, daß derselbe ff M heute Morgen 6 Uhr im 69. Lebens-M M jahre nach langem Leiden von dem « M Allmächtigen in ein besseres Leben M M abgerufen worden ist. Indem wir M M um stilles Beileid bitten, bemerken M M wir, daß die Beerdigung nächsten M M Freitag, Nachmittags 2 Uhr, statt- S M findet. M ff Alt-Buseck, am 12. October 1870. N M Die trauernden Hinterbliebenen: M gl Wittwe, Kinder und Schwieger- M M söhne. N Lkbensvcrsicherungsbank f. D. in Gotha. 4312) DerflcherungSbeftand am 1. October 1870 . 67,889,000 Thlr. Effektiver Fonds am 1. October 1870 . . . 16,880,000 Iahrcseinnahme pr, 1869 ....... 2,987,773 Dividende der Versicherten im Jahre 1870 ..... 34 Procent. Diese Anstalt gewährt durch den großen Umfang und die solide hypothekarische Belegung der vorhandenen Fonds ebenso nachhaltige Sicherheit, wie durch die unverkürzte Vertheilung der Ueberschüsse an die Versicherten möglichste Billigkeit der Versicherungskosten. Versicherungen, welche vor Eintritt in den Kriegsdienst abgeschlossen worden sind, können gegen Extraprämien auch während des Kriegsdienstes in Kraft erhalten werden. Versicherungen werden vermittelt in Gießen durch Buchhändler A. Nicker. Büdingen „ Ortseinnehmer Louis Hohler. Lich „ Lehrer H. K. Walr. _____________________________Marburg „ Oscar Ehrhardt. Geschäfts - Eröffnung. Hiermit erlaube ich mir, einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß ich am hiesigen Platze unter der Firma: lllberl £ ü 11 r i n g Ij si u s ein Leinen-, Weiswaaren- und Ansstattungs - Geschäft, verbunden mit Anfertigung von Wäsche aller Art errichtet habe. Indem ich mein Unternehmen einer geneigten Berücksichtigung empfehle, sichere ich stets reellste und billigste Bedienung zu. Gießen. _____________________________________________Albert Lüttringhans, Selkersweg Lit. C. 182. Redactwn, Druck uud Vcr.ag oer Brühl'schcn Univ.-Druck^rel (Fr. Chr. Pietsch) in ließen.