Gießener e Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen 1870 Dienstag den 14. Juni 2739) Es sollen die Maurerarbeiten zur Heugras-Versteigerung bei der V-°Lrbü??'SW'™ .MS i “fitfs Ä!-S- (2835) 348 417 421 fr. 46 fl. 27,070 920 2t er 928 3ter rzrnd werden »omite. Nr. 60. 2781) Neue MatjeS- Häringe empfehlen I. A. Busch «ohne. inng nm Lel- 5t vis-a-vis zensier. Total vom 1. Jan. bis 31. Mai. 2821) Mittwoch den 15. d. Mts., Nachmittags um 4 Uhr, sollen die der Emil Sundhenn s Wntwe auf der Badenburger Mühle in hiesiger Gemarkung gehörige ™i j oKlftr. Wiese im EckhardShausen, im ersten Schulsaal dahier freiwillig meistbietend versteigert werden. . Alten-Buseck, am 11. Ium 1870. Großherzogliches Ortsgencht Alten-Buseck. Wagenbach. licht)! Iliefh | 11. (201)| Mit diesem ausgezeichneten Mittel wird man sicher pon dieser Plage befreit; alle Wanzen hören auf; garantirt- Aecht nur bei Carl Frech in Gießen zu haben. (2224) lüte Pr. C«. °'d. @ütn iu bWid)nm Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS. - Expedition: Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Besondere Bekanntmachung. Frequtn; und Einnahme auf den O b e r h e ssisch e n Eisenbahnen. Thpilflrtcfeii: Gießen-Grnuberg, Gießen-Hunqen. 2830) Zu verkaufen: 30 Stück gut °rb°lt-m F-nst°r^ tzlar. heben Lcreins, kt in ber Herms 2827) Nächsten Dienstag, den 14. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, soll die Lieferung von 1548 Pfund Hafer, 516 „ Heu und 602 „ Stroh , auf dahiesiger Bürgermeisterei versteigert werden. Wieseck, den 12. Jun: 1870. , Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck- Lang. epttiti»«8flb st Feldbrandbacksteine fönnen flelaben Sch-mb-r. vormals L. Keßler. einen Unfertigen ®e hieran Theil Irri'e» zu wollen. Missions-Termine . am 15. Juni d. I., Mittags 12 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs-Jnspection einzureichen, woselbst Zeichnung und Bedingungen eingesehen und Submisfions- Forniulare in Empfang genommen werden können. Gießen, den 31. Mai 1870. Königliche Betriebs-Jnspection. Funke. ns Arbeitsversteiqerung. 2822) Donnerstag den 16. I. SJltä-, Vormittags 1,0 Uhr, . sollen aus der hiesigen Burgerme. tere. nach^ verzeichnete Arbeiten öffentlich rn Accoro °°D!E°r°rbeit an den Schulg-bäuden. ver- M°ur7rarb°si°dasilbst. veranschlagt zu Pflast/arbeU daselbst, neranschlagt zu tung der Wege außerhalb des Orts, veranschlagt zu 99 fl- Vßh-Llich-Bürgerm-isteret Albach. K. Schön, Bezirksbauausseher. Heugras-Versteigerung. 2765) Donnerstag den 16. Juni, Nachmittags 1 Uhr, soll das Heugras von nachfolgenden Wiesen an Ort und Stelle versteigert wer- ^3 Morgen 118 OKlftr. Wiese am Hamm bei der Mühle (dem Kaufunger Stiftssond gehörig), Oppenrod, den 11- Juni 1870. GEerzogliche Bürg n meistere! Oppenrod. K. Schön, Bezirksbauaufseher. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage am Neustädter Thor und am zweiten -r.age in den Ochsenwiesen. . . Die Großh. Burgermelstereien ber um- Ueaenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. Ium 1870. . , Grotzherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Brodverkauf. 2767) Von einer bedeutenden Bäckerei ist mir der Brodverkauf übertragen worden U14 P?d."bester Sorte Weißbrod zu 16Vr kr. 4 ,, gemischtes Brod zu • .13’/» n M. Rothenberger Wittwe, Kaplansgasse. Petroleum-Lieferung. 2832) Donnerstag den 16. Juni d. I-, Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung des Petroleums für die iNnrnUon-Verwaltunq Gießen auf das n. ÄÄä-SKi'SÄ1 Liestrungsb°bingung-n-mg°sth-n werden. V°bh^,7glich?G°rm,s°n-Verw° Jamburg Der Verwaltungsrath. (2818) Main-Wefer-Bahn. Kirschen-Versteigerung. 2766) Mittwoch den 15. d- Mts-, Morgens 9 Uhr, kommen die der hiesigen Gemeinde gehörigen Frühkirschen von 26 Baumen, vorzüglicher Dualität, zur Versteigerung. Die Zusammenkunft ist mi Ort- Oppenrod, den 9. Juni 18/0. Grohherzoglichc Bürgermeisterei Oppenrod. Weis. Holzversteigerung. 2758) Mittwoch den 15. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Waldungen der Stadt Grun- berg, Districten Bobenhäuserkopf, Teuf- und Bennerberg: „ 68 Eichen-Stamme von 6 bis 10 Zoll Durchmesser und 15 bis 50 Fuß Lange, 58 Nadel-Stämme von 7 bis 13 Zoll Durchmesser und 30 bis 75 Fuß Lange, 68 Eichen-Stangen, 32 Nadel-Stangen öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der untersten Ziegelhutte. . Grünberg, den 8. Ium 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Grunberg. Arnold. I Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Stadt Gießen. 2.810) Montag den 20. mid Dienstag den 21. Juni d. I, jedesmal von Moraens 9 Uhr an, soll das Heugras von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Montag den 20. Sunt von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenweger Thor, am Furstenbrunnen, tm Wieseckthal und Hegstrauch; Dienstag den 21. Juni von den Ochsenwiesen, den Wiesen rm vorderen und Hinteren Stolzcnmorgen und am W m 11 f Ä e Bekanntmachungen. Beka n ntma ch u n g. M Z°--s"ch-«"» »«MW« »i« >»- '■ *«■ "» , diesem Taae aber nach Friedberg adressirt werden. S ®mT„‘ T*"' ______________________ Arbeitsversteigerung. 2823) Donnerstag den 16. L Mts., Nachmittags 1 Uhr, , sollen auf der hiesigen Bürgermeisterei nachverzeichneten Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: . _ , 0 Maurerarbeit zur Erbauung eines Durchlasses an der Ortsstraße, veranschlagt zu 381 st. .. Chaussirarbeit daselbst, veranschlagt zu Unterhaltiingsarbeiten an den Wegen außerhalb des Orts, veranschlagt lIUll iVluiuuiw ---. - ■ - sämmtlichcr Materialen m öffentlicher Submission verdungen werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: „Submission auf AuSfuhruna der Vergrößerung deS Wafserbassinö auf Station Marburg" bis zum Sub- Heugras-Versteigerung. 2757) Montag den 20. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird das Heugras von 12 Morgen tfteb herrlich von Nordeck zur Rabenauischen Wiesen und Gärten in der Gemarkung, Alten-Buseck an Ort und Stelle m Abheilungen versteigert. Rabenau, am 8. Ium 1870. Der Rentmeister: Schmidt- 4ter „ « " 5 t er „ ii " ^(Heinrich Busch gehörig.) •2773) Kopssalat in größeren Parthieen, foÄSnen, ist ftt.s zu h^bm b-i^ Zusammenkunft Nachmittags 1 Uhr am Neustädter Thor. Fortsetzung im Weiher. Gießen, den 10. Juni 1870. K. Vogt, Ortsgerichtsmann. 2811) Montag den 20. d. Mts-, Nachmittags 2 Uhr, werden dahier Seltersberg E- 4 versteigert: ein Kaleschchen mit Halbverdeck und em Schlitten, beide einspännig und sehr,gut erhalten, nebst Fahr- und Reitgeschirr, Strohbank, Stallreguisiten, circa 15 Ctr. Heu, 12 Mltr. Hafer und eine Grube voll Pferdemist. Gießen, den 10. Juni 1870. Großherzogliches Ortsgencht Gießen. K. Vogt.__ OE^Wiese, die alte Lehmkaute, am Wismarer Weg (Frau Block gehörig), 500 Wiese am Weiher, 387 Wiese im Riegelpfad, bet der Heß - scheu Brauerei, 978 Wiese am Schiffenberger Weg, (Karl Ebel gehörig), 804 Wiese am Bruch, 191 Wiese am untersten Riegelpfad, 801 Wiese daselbst, (Philipp Lampus gehörig), 359 Wiese, auf das Bruch, auf der Stephansmark, , 322 Wiese im Hegstrauch, auf das Bruch, Heinrich Becker gelegen, (Gg- Ehr. Spruck gehörig), 379 Wiese auf der Stephansmark, 823 Wiese links der Eisenbahn, am Rle- gelpfad, 326 Wiese rechts, daselbst, 186 Ite Wiese im Heegstrauch, 900 Itcr Theil Wiese daselbst, 2782) Extra feine Reisstärke, Waschpulver, Waschblau und cmpfchl^'""3° A. Busch Söhne. Circa 160000 Stück Gemüsepflanzen, schön und stark gewachsen, als Blumenkohl, Erfurter Weißkraut Ulmer Wirsing, Zuckerhut-Wirsing, Rothkr aut, Roth^Ä Sellerw, Fleischzwiebeln, Rosenkohl, Uuner Wmterkohl, hoher und niedriger, Oberkohlrabi, Ro- mischkohl, Dickwurz, Oberndorfer, gelbe und weiße cinwurzlige Unt^kohlrabi verkauft C- Ptpp- (^vooi Vorbehältlich definitiver Feststellung. Gießen, im Juni 1870- VerKsigeruidgen. 4870. Personen-Verkehr- Güter-Verkehr excl. Materialbeförderung. Extra- Ordi- naria. Gesammt- Ertrag. Personen. Ertrag. Ctr. Ertrag. Mai. 9620 fl. 1 kr. 3914 i 34 64,953 fl. | kr. 3078 ! 22 1 st. ; kr. 15:50 1 fl. 1 kr. 7008 46 Portfiuaift - Cement, vorzüglichste Qualität, aus der Fabrik von Chr. Lothary in Mainz, sowie SiUidstemplsiten, Treppensteine und Spatierlatten, empfiehlt zu den billigsten Preisen Dan. Wirths Nachfolger (2777) (Th. Geilfus). P :: Talma !! Das allerneueste, beste und sicherste Mittel zur Erhaltung und Beförderung des Wachsthums der Kopf- und Barthaare ist unter allen bis jetzt existirenden Haarwuchsmitteln einzig und allein als reell befunden worden, und ist Jedem, der I auf die Schönheit des Haares Werth legt, angelegentlichst zu empfehlen. Sie gibt dem ergrauten und roth gewordenen Haupt- oder Barthaare die ursprüngliche Farbe, Glanz und Weichheit, erzeugt und befördert überraschend den Haarwuchs, was durch Zeugnisse bestätigt ist. Preis einer Flasche 1 Rthlr. = 1 fL 45 fr. Hauptdepüt in Gießen bei Herrn Carl Frech. 1 Kernerbsen bei Carl Pietsch II., Nahrungsberg. 2845) Möblirte Zimmer zu vermiethen Neuenweg B. 194. 2749) Zwei Parterre - Zimmer sind an eine Dame ohne eigenen Haushalt oder an einen älteren Herrn zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2775) Ein Haufen Mist ist zu verlausen Asterweg Lit. A. Nr. 127. Prima-Kernseife, Feinste Reisstärke, „ Waizenstärke, Waschpulver, Waschblau empfiehlt Emil Fischbach, (2785) Seltersweg. 2812) Auf der Neuen Anlage Lit. C- Nr. 37 ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. 2797) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Lindenplatz Lit- A. Nr. 244. Merhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 2825) Nächste Sitzung: Mittwoch den 15. Juni, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Angekündigter Vortrag: Herr Prof. Birnbaum: „liebet die Jmpffrage" (Schluß.) AUgemeine InSustrie-AussteUiiiig im Auepark zu Cassel. 2819) Ueber 1100 Aussteller, erste Firmen Deutschlands. Täglich zwei Con- c erte der Mannsfeldt'schen Capelle im Auepark, bei ungünstigem Weller im Orangerie- schlosse. Zwei große Restaurationen mit der Ausstellung verbunden. Circus Reu, 5 Minuten entfernt. _ _ Außer den Hotels mehr als 2000 Wohnungen zum Preise von 15 Sgr. bis 1 Thlr. Nachweisung derselben auf dem Bahnhöfe. Jede Woche Extrazüge von Berlin, Leipzig, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, außerdem bedeutende Preisermäßigungen von allen Eisenbahnverwaltungen. _________________________________________Der Vor stau d. Nicht zu übersehen ! 2826) Ich übernehme alle in mein Fach einschlagende Arbei- ten zu ganz billigen Preisen. L. Weber, Schlossermeister. Circus Benz 2840) Einige Hundert Fichten-Bohnen- stangen werden abgegeben von Th. Roloff, __am Wallthor. 2774) Ein circa 16 Fuß hoher Oleanderbaum, mit vielen Blüthenknospen, ein großer runder Tifch und eine Dccimal- waage von 1 Centn er Tragkraft, nebst Gewichte, sind zu verkaufen. Näheres im Expreß-Büreau._________________________ | DickwurManM verkauft Carl Pietsch II., Nahrungsberg. 2838) Tannen - und Buchen-Scheidholz in allen beliebigen Quantitäten, sowie Bohnenstangen, verkauft August Bartholomay. 2770) Täglich frische Milch bei _______________Bäcker Steinberger. 2839) Eine Stubenthüre mit Futter, Beschlag und Schloß, ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2837) Mein Garten, am Rodt gelegen, ist mit oder ohne Erndte aus freier Hand zu verkaufen. August Bartholomay. VermiethNngsn 2743) Eine Wohnung, 5 heizbare Zimmer enthaltend, mit Speisekammer, Küche, Corridor und sonstigem Zubehör, ist zu vermiethen. Auf Verlangen wird ein 6tes größeres Zimmer, sowie ein Stück Garten zugegeben. Näheres bei der Exped. d. Bl- 2841) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei Peter Plank, _______________________ Wolkeng affe- 1870) In meinem Nebenhause sind 4 große ineinandergehende Zimmer mit Küche und Bodenraum, sofort beziehbar, zu ver- miethen._________________E. Pitthan. 2326) Eine Wohnung ist zu vermiethen und alsbald beziehbar bei ______________Alexander Mayer. 2842) Ein kleines möblirtes Zimmer und ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei A. S ch u l t h e i s, junior, ______________Seltersweg Lit. C- Nr. 10. 2439) Ein Familienlogis, bestehend aus 2 Stuben, 2 Cabineten, Küche, Keller, Holzplatz und Mitgebrauch der Waschküche", ist zu vermiethen und den 1. Juli beziehbar bei Adam Kalbfleisch, Steinmetz, Neuenweger Thor B- 150. 2843) Ein kleines Familienlogis ist an eine stille Familie zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei K. Jung, _____________Neustadt. 2266) Ein Familienlogis mit allen Bequemlichkeiten ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d- Bltts. f In Frankfurt a. M. ist eine seit 36 Jahren bestehende, im besten Betriebe und in Meßlage sich befindliche anständige Restauration sammt Haus an einen cantionsfähiyen Mann bis 1. August zu vermiethen. Nähere Auskunft ertheilen die Herren Wilh. Eckert L Co. in Frank- furt a. M.__________________ 2815) Vor dem Neuenweger Thor ist ein neues Haus zu vermiethen. Näheres ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfragen. 2793) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Wallthorstraße A- 227. 2795) Eine Scheuer ist zu vermiethen bei Wittwe Hass en teuf el, Neustadt. Vermischte Anzeigen. Sofort werden günstig placirt: 2 Werkführer für Mühlen, 3 Wirthschaf- termnen, 2 Braumeister, 4 Verwalter, 3 selbstst. Oecon.-Jnspectoren, 2 Gärtner, 3 Forster, 4 Aufseher d d. landw. Büreau Don C Erl er in Dresden, __________Wilsdr. 13.________ Die Ksrabenlehranstalt beginnt wieder den Unterricht am nächsten Donnerstag den 16. I. M., des Vormit- tagt um sieben Uhr. (2829) Dieckmann. Cvlportcnr-Gesuch. 2824) In unterzeichneter Buchhandlung kann ein gewandter, tüchtiger Colporteur bei gutem Verdienste dauernde Stelle erhalten: doch wollen sich nur Solche mel- bcn' nn Besitze guter Zeugnisse sind und schon colportirt haben. Offenbach a. M I. P Strauß, __Buchhandlung. i Mrlier-Lehrjunge wwd zur Erlernung der vollständigen Klei- der-Farberei, Druckerei und Wascherei angenommen. Offerten sub J. A. 187 an die Annon- cen-Expedition von G. L Daube & Co m Frankfurt a. M. Kunst-Notiz. 2828) Einem geehrten Publikum zeige ich ergebenst an, daß ich Portraits ins Oel und in Alabaster, nach der Natur' gemalt, in einstündiger Sitzung zu ver- f schiedenen Preisen unfertige, und stehen« Probe-Portraits in meinem Atelier,! Seltersweg Nr. 10, bei Kürschner Herrn ' A- Schultheis jun. zur Ansicht; auch, werden daselbst Photographieen in Oel! gemalt und eolorirt, Oelgemälde restau- [ rirt und Unterricht im Oelmalen sowohl, als auch im Portrait- und Landschafts- M malen gründlich ertheilt. Gießen, im Juni 1870. <*• Aloxa, Professor, Historien- u. Portrait-Maler aus Dresdens 2814) Ein Dienstmädchen wird auf Johanni in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Nachricht für Mrenkranke, Wohnortveränderung betr. 2292) Ich habe nunmehr meinen Wohnsitz von Hanau nach Frankfurt a. M. verlegt. Sprechstunden: Täglich Morgens 8 bis 11 Uhr, Nachmittags 3 bis 4 Uhr. Clinik für unbemittelte Ohrenkranke Nachmittags 4 bis 5 Uhr. Dr. med. OSkar Wolf, Ohrenarzt. ____________________Theaterplatz 10. 2808) Arbeiter von 14—18 Jahren gesucht F. H a b e n i ch t, Lampenfabrik. in Cassel. Täglich 7 Uhr Abends Vorstellung in der höheren Reitkunst, Pferdedressur und Gymnastik. □KT Von Mittwoch den 8. Juni an bis incl. Mittwoch den 15. Juni wird in jeder Vorstellung das größte Weltphänomen: Die siamesischen Zwillinge Chang *V Eng debütireu. 53®* Um jede irrige Meinung zu widerlege«, erlaube ich mir einem hochgeehrten Publikum ganz ergebenst anzuzeigen, daß der Aufenthalt meiner Gesellschaft nicht über die Dauer der Ausstellung, sondern nur kurze Zeit hierfelbst sein wird. (2755) ]5. Renz, Director. i Darmftadt. Ausstellung landnürthsihaMicher Maschinen vom 3. bis 5. Juli 1870. B Epileptische Krämpfe (Fallsucht) KM heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doct O. KlUisch in Berlin, Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. (201)^^W 2816) Ein kleiner Pinscherhund ist mir zugelaufen und kann derselbe gegen Erstattung der Jnseratgebühren und des Futtergeldes in Empfang genommen werden bei Friedrich Will st rümpf, _____________________Spengler.___________ 2805) Ein junger Mann wird aus ein hiesiges Comptoir als Lehrling gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.___________ 2852) Meinen geehrten Gönnern mache ich die ergebene Anzeige, daß ich in dem Chauffeehaus an der Klein - Lindener Chaussee eine Wirthschast eröffnet habe. Gießen, den 14. Juni 1870. ________________A. Rüsing. 2817) Ein Medaillon wurde gefunden. Der Eigenthümer kann dasselbe gegen Erstattung der Jnseratgebühren in Empfang bei Frau Blumenthal, ________________ am Wallthor._____ 2753) Ein Küchen- oder Hausmädchen wird gegen hohen Lohn gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.___________________ 2849) Ein Junge, 14—16 Jahre alt, wird bei gutem Lohn als Hausbursche ge= sucht. Von wem? sagt die Exped. d- Bl- 2851) Ein kleines weiß- und schwarz- geflecktes Hühnerhündchen, sechs Wochen alt, ist entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung bei der Exped. d. Bl. oder auf dem Polizei-Büreau.___________ 2469) Einem verglichen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich jede Arbeit im Weißzeugnähen sowohl, als auch im Sticken, übernehme. Meine Wohnung befindet sich im Richter'schen Vorderhause in der Wolkengasse. G- Lanz. 2854) Ein braves Dienstmädchen kann sogleich eintreten in Lit. B- Nr. 1 am Brand- 2831) Ein junger schwarz - und weiß- gehegerter Hund ist zugelaufen Asterweg 103. Derselbe kann von dem Eigenthümer gegen Entrichtung der Jnseratgebühren daselbst in Empfang genommen werden. 2850) Den verehrten Damen diene zur Nachricht, daß mit nächstem Donnerstag den 16. d. Mts. mein Cursus im Anfertigen von Damenkleidern beginnen wird; es können aber noch Theilnehmerinnen bis zum Montag den 20. d. M. beitreten. Näheres zu erfragen in dem Laden des Herrn H. M. JugHardt in der Marktstraße. L. Schneider, Sonnenstraße. 2708) Ein angehender Kellner oder ein Zapfjunge werden gesucht im Darmstädter Haus 2848) Ein braver Junge, welcher das Schmiedegeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei Philipp Walther, _____________________Lindenplatz. 2847) Ein braves Dienstmädchen wird gesucht. Näheres Turnhalle. 2651) Für ein feineres Detail-Geschäft wird unter günstigen Bedingungen ein junger Mann als Lehrling gesucht. Gewandte Handschrift erwünscht. Näheres im Ex- preß-Büreau.__________________________ 2846) Ein tüchtiger HauSbursche wird gesucht. Lohn 72 fl. Nähere? bei der Exped. d. Bltts. Photographie 2768) In Gießen ist ein renommirtes, nachweislich gut rentirendes Photographie- geschäft (Glashaus neuester Construction, solid gebaut), unter günstigen Bedingungen zu übernehmen. Näheres Lit. A. Nr. 118. ®U»«i J unbi"- «kkÄtz 15 Sir.] Bä ] Alt! -«loffermeiiler. ’ur und 0(6 den 15. Juni in itb mir einem hockzt ter Aufenthalt mein- sslellung, sonder» Wcht) ). KillUeh rt scheiss- (201) Mdjincn o. >rs Ticnstrnädchen tar . v.:, H. 3h- i LiliBm' an ''cbwarj- M.E nt iugtlaufen Memi -n von hem ^igcntl)®’ der jnitratgebührcn* pfnommen werdtst. -,v:tn Tarnen biene ,, nächstem Tonnerm: man W“s ,B1 n-'Iatt n> IW1*1 ®L S Urflnebmaum« * . d. Hi. ww* ■ 6,m L-al«i dks w i’JU&SÜ Ä - -Ate -sitei ML ML ML ML ML ML ML ML ML ML ML. ML ML M W GA sK W W M W V W- W V- 11 Pistolenschießen. 8 G Das Pistolenschießen hat bereits seinen Anfang ge- K G nommen, jedoch können noch jederzeit einzelne Abon-W Gnenten, sowie ganze Gesellschaften sich zur Theilnahme^ A bei mir einzeichnen. A. D i ck o r e, St E Büchsenmacher. A 22. Juni! / 2fi. guU,' borgens. 13. Julij \ Erste Cajüte'Pr. ert^thlr.’163, Zweite,Cajüte Pr. Crt. Ö Rthlr. 100, Zwischendeck Pr. Crt. Rthlr. 3s. «rod)t £ 2. - pr 40 Hamb Cubikfuß mit 15 o/o Pnmage, für ord. Güter ” nach Uebereinkunft. Briefporto von und noch den Verein. Staaten 4l Sgr. Briefe ,u bezeichnen „per Hamburger Dampfschiffs. Näheres bei dmn Schiffsmakler August Bolten, Wm. Millers Nachfolger, Hamburg, ,.s MAL- ö ',"WC und dem alleinigen Agenten für Gießen Chr. volle Ladung. Telegraphischer SchiffSbericbt mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angekommen in Baltimore: Das Bremer Postdampfschiff Leipzig; Reisedauer 13 Tage. Das Angekommen in New-Bork r Bremer Postdampfschiff Hannover; Reisedauer 12 Tage. W°s°r: „ ss - „ „ Amerika; „ 1* « ' 5. Juli „ Santos „ ^Hamburg „ Rio de Janet- Wegen Auskünften und Passagen wende man sich gef. an Obigen. 21. 22. 29. Abgehend: Den 18. Juni Dampfer Main von Bremen nach New-York. Nemesis von Liverpool nach New-York. Holsatia „ Hamburg „ „ , „ Berlin „ Bremen „ Baltimore. — ■ - Rio de Janeiro. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche Zollamtlichen Formulare, ffnd zu haben bei W. Klee, Marktstraße. Börsennachrichlen. 11. Juni 1870 Preußs. 41/z% Obi. 933/g Frankf. 3V2% Obi. 803/ö Nass. 4i/2o/o Obi. 925/s Kurh. 4O/o Obi. 831/2 Hess. 40/0 Obi. b. Roths. — „ 3V2% do. do. - Bayer. 5% Obi. 1013/< » W/o 1jährige — „ 41/2% Vzjährige 931/4 Wiirtemb. 4V2% Obi. 913/4 Baden 41/2% Obi. 0. E.L. 923/0 Oestr. 5% b. R. — n 5% National — , 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. — | Amer. 6% 1882r Bds. 953, w 60/q 1885r 953/g Aetlen. Frankf. Bank 129 Oester. Bank — „ Creditaot 268 Darmst. Bankact. 322 tieldeorten. Prioritäten» 50/0 östr. F. St. E. B. 3863/4 Ludwigsh.-Bexbach 167 Maxbahn 109 1/4 Bayer. Ostbahn 1233/4 Hess. Ludwigsbahn 136 ’/2 30/g östr. Stsb.-Prior. 6O3/8 3°/o östr. s. Lombard. 49 Vs 30/g Livorneser 32 V4 Tosoaner 513/g Frankf. Hypotb.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 100 50/g Elisabeth-Prior. 783/4 do. II. Emiss. 76 Wechsel. Amsterd. k. S. IUOV2 Augsb. k. 8. 997/s Berlin k. S. 105Vs Bremen k. S. 97V4 Cöln k. 3. 105 Hamburg k. S. 883/8 Leipzig k. S. 1047/8 London k. S. 1195/g Lyon k. S. — Paris k. S. 947/a Wien k. 8. 98 Disconto 3V2°/o 0. Anlehenelooee. Kurh. 40 Thlr. Loose 583/4 Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4O/o bayr. Präm. Anl. 108 4% badische Loose 1055/8 Badische fl. 35 Loose 59 V4 1858r Prioritätsloose 158 1860r Loose 80V3 1864r . 1141 2 Pr. Gass. Sch. 1 45-45V< Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 571/2-58 V2 Pistolen . . 9 45-47 „ doppelte 9 46-48 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . • 5 36-38 20 Frankens!. 9 28*/2-29 V2 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 46-48 Doll, in Gold 2 28-29 Pol 10. Juni. In einem Wahlartikel der „Provinzial-Correspon- denz" lauten die hauptsächlichsten Stellen, die die gegenwärtige Sachlage behandeln, wie folgt: „Die wesentlichsten Punkte, um welche es sich bei dem früheren Conflicte handelte, sind durch die Bundesverfassung als Grundlagen des norddeutschen Heerwesens ausdrücklich und unbedingt verkündet; sie sind ferner durch das später vereinbarte Gesetz über die Verpflichtung zum Kriegsdienste noch näher und bestimmter festgestcllt worden. Was den Aufwand für das Heerwesen betrifft, so ist bis zum 31. December 1871 verfassungsmäßig eine Pauschsumme für den Kopf der Friedensarmee dem Bundesselcherrn zu Verfügung gestellt; — nach dem genannten Zeitpunkte dagegen sollen die Ausgaben für das Bundesheer und dessen Einrichtungen ebenso wie alle anderen Bundesaus- gaben durch das alljährliche Bundeshaushaltsgesetz festgestellt werden. Nach ausdrücklicher Bestimmung der Verfassung aber wird bei der Feststellung des Militär-Ausgabe-EtatS die auf Grundlage dieser Verfassung gesetzlich feststehende Organisation des Bundes- Heeres zu Grunde gelegt. Bei dieser verfassungsmäßigen Lage der Sache ist ein neuer Conflict über die Organisation und den Haushalt unseres Heeres nicht zu erwarten, wenn derselbe nicht durch das Parteiwesen muthwillig herbeigeführt wird. Die Negierung wird die Verpflichtungen, welche ihr die Vir- fassung auserlegt, sicherlich mit Treue und Gewissen- Hastigkeit innehalten; an den Wählern wird es sein, dafür zu sorgen, daß auch der künftige Reichstag die nach der Verfassung feststehende Organisation deS Bundesheeres als unerläßliche Grundlage seiner Beschlüsse festhalte, und daß nicht durch freventliche Bestrebungen deS Parteiwcsens an die Stelle deS Friedens, den wir mit den Erfolgen von 1866 auch im Innern errungen haben, neuer Zwist und Hader trete." Die „Bohemia" constatirt, daß die Concessionen, welche Graf Potocki den Polen gewährte, wörtlich in den Ministerraths-Protokollen vom Februar und März enthalten sind, daß sie daher aus dem Mini- sterium Hasner-Herbst stammen. Aus den Anträgen des schweizerischen Bundesrathes an die gesetzgebenden Räthe, betr. die Revision der Bundesverfassung, sind die nachfolgenden hervvrzu- heben : „Ausländer, welche Aufnahme in das Schwei- zcrbürgerrecht verlangen, haben zuerst die Ermächti- gung des Bundesrathes nachzusuchen. Die Prüfung dieser Behörde beschränkt sich auf die Verhältnisse des Gesuchstellers zu seinem bisherigen Staatsverband, und es soll die Ermächtigung crtyeilt werden auf den Nachweis, daß dieser Verband mit der Ertheilung des Schweizerbürgerrechts gelöst ist. Ohne Vorweis dieser Ermächtigung darf kein Kanton einen Ausländer jn's Kantonsbürgerrecht aufnehmen. — Das Recht zur Ehe wird unter den Schutz des Bundes gestellt. Dasselbe darf nicht beschränkt werden aus den ökonomischen Rücksichten oder aus Rücksicht auf das bisherige Verhalten oder aus anderen polizeilichen Gründen. Die in einem Kanton nach seiner Gesetzgebung abgeschlossene Ehe soll im Gebiete cer ganzen Eidgenossenschaft anerkannt werden. Durch den Ab- schluß der Ehe erwirbt die Frau das Heimathrecht des Mannes. Durch die nachfolgende Eche der Eltern werden vorehelich geborene Kinder derselben legitim. Jede Erhebung der Brauteinzugsgebuhren oder anderen ähnlichen Abgaben ist fernerhin unzulässig. — Die Gewissensfreiheit wird gewährleistet. In der Ausübung der bürgerlichen oder politischen Rechte darf Niemand des Glaubensbekenntnisses willen beschränkt oder zur Vornahme einer religiösen Handlung verhalten werden. Niemand ist gehalten, für eigentliche Cultuszwecke einer Confefsion oder Rcligions- genoffenschaft Steuern zu bezahlen. Das Glaubens- bekenntniß entbindet nicht von der Erfüllung bürgerlicher Pflichten. — Die freie Ausübung des Gottesdienstes ist innerhalb der Schranken der Sittlichkeit und der öffentlichen Ordnung jeder Religionsgenossenschaft im ganzen Umfange Der Eidgenossenschaft ge- währleistet. Den Kantonen wie dem Bunde bleibt Vorbehalten, für Handhabung der öffentlichen Ordnung und des Friedens unter den Confessionen die geeigneten Maßnahmen zu treffen. — Auch kann Nie- manv verhalten werden, sich in Eheangelegenheiten einer geistlichen Gerichtsbarkeit zu unterziehen." 11. Juni. Die „Vossische Ztg." schreibt: Die „Prov.-Corr.", das anerkannt officiöse Organ Der preußischen Regierung , verräth ungemeine Furcht vor dem Ausfall der bevorstehenden Wahlen. Furcht verwirrt bekanntlich den Sinn, daher darf es nicht überraschen, wenn die „Prov.-Coir." über die gegenwärtige Situation die itische Mrsrrdf^ verkehrtesten Behauptungen vorbringt und Rechtsfragen geradezu auf den Kopf stellt. Die Regierung muß Die Majorität des Volkes für sich haben, das ist, wie seit 1851 in Frankreich, seit 1866 auch in Preußen die Grundlage des bestehenden Regiments, das ist der Boden, wo die wohlschmeckendsten Früchte für Den Absolutismus gedeihen. Die Regierung muß, das möge die Majorität sich merken und begreifen, daß sie auch muß, müssen. — Die „Prov.-Corr." versucht zuerst milde Mlttelchen, unter denen das pro- bateste, Die Majorität zu überreDen, Daß sie wirklich für Die Regierung schwärme. Im Reichstage verwarf eine überwiegenDe Majorität Die Todesstrafe und nur Den angestrengtesten Bemühungen des Grafen Bismarck glückte es, jene bekannten 24, Die hoffentlich jcDer Wahlkreis verschmähen wird, zur Fahnenflucht zu bewegen; — nach Der „Prov.-Corr." sympathisirl das Volk mit dem Grafen Bismarck in Rücksicht des Richtbeils. — Da Demnach Das Nordbundvolk gar keinen Grund zu lebhafter politischer Erregung hat, so versuchen Die Demokratischen Parteimänner die alte Streitfrage über Die Heereseinrichtungen zu erneuern. Das ist aber, meint die „Prov.-Corr.", vergeblich. Soviel Worte, soviel Jrrthümer. Die Militärfrage ist in allen national- liberalen, wie fortschrittlichen Wählerversammlungen auf Der TagesorDnung. Alle Parteien sind darin einig, Daß Die Steuerlast, welche zum Besten des großen FrieDenöbeeres Dem Volke aufgebürdel ist, ermäßigt werDen muß. Die Demokraten gehen nur Darin weiter, Daß sie, falls Die Regierung Dem Willen Des Volkes gar nicht nachgibt, ihr Die Mittel zur Verwaltung versagen wollen. —• Aus Der Bundesverfassung greift Die „Prov.-Corr." willkürlich einen Satz heraus, sich um Die übrigen, welche die Rechte des Volkes zu wahren bestimmt sind, gar nicht kümmernd. Im Artikel 62 steht zwar: „bei der Feststellung des Militär-Ausgabe-Etats wird die auf Grundlage Dieser Verfassung gesetzlich bestehende Organisation Des Bundesheeres zu Grunde gelegt." Worin dieselbe aber besteht, das übergeht die „Prov.- Corr." schlauerweise. Art. 59 führt Die dreijährige Dienstzeit ein; Art. 61 genehmigt provisorisch die preußische Heeresorganisation für Den Bund; nach ihrer gleichmäßigen Durchführung soll aber das Bun- despräsidium ein umfassendes, — also ein doch auch die Organisation umfassendes Bundesmilitärgesetz vorlegen. Nach Der Thronrede, mit der der Reichstag schloß, ist der Zeitpunkt für die Vorlage schon eingetreten. Von Art. 60 hat Die „Prov.-Corr." gar keine Kenntniß; Derselbe bestimmt: „Für Die Zeit vom 31. December 1871 wird» Die Friedens-Präsenzstärke des Heeres im Wege Der Bundesgesetzgebung festgestcllt." Danach ist es dem Ermessen des Reichstages anheimgegeben, Die jetzige Präsenzstärke herabzusetzen, was natürlich eine Ermäßigung des Militäretats zur Folge haben muß. Will Die Regierung auf keinem andern Wege Die Erleichterung Der Steuerlast herbeiführen, so bleibt wohl nichts übrig, als daß Der Reichstag Den Art. 60 zur Anwendung bringt. Der „Karlsr. Ztg." wird von Wien geschrieben: Dem Vernehmen nach ist an das neue dänische Ca- binet, und zwar in Form einer bestimmten Aufforderung von nicht unmittelbar beteiligter Seite her, bereits die Versuchung herangetreten, Die nordschles- wig'sche Angelegenheit zu einem endlichen Austrag zu bringen. Wie wir hören, hat aber dieses Cabinet die betreffende Eröffnung sofort mit Der Erklärung von Der Hand gewiesen, daß ks allerdings aus keines der durch den Prager Frieden für Dänemark erworbenen Rechte Verzicht leisten werde, daß es jedoch zur Zeit sich nicht veranlaßt sehen könne, erneuert auf eine Lösung hinzuarbeiten, Die unter den heutigen Umständen unerreichbar sei. Die „N. Fr. Pr." veröffentlicht ein Telegramm aus Pola, wonach daselbst Die bevorstehende Landung italienischer Freischaaren in Istrien angezeigt worden ist. Strenge Ueberwachungsmaßregeln sind in Folge dessen angeordnet. An Der Küste kreuzen Kriegsschiffe. Aus Rom rotrD Der Wiener „Presse" unter Dem 4. v. geschrieben: „Ein Tagesbefehl Des Generals Dumont an Das französische ExpeDitionscorps erregt ungewöhnliches Aufsehen. Man citirt Daraus Die Worte: „Ich wünsche weDer Gefangene, noch Verwundete! — Diejenigen, Die neuerDings Die päpst- lichen Grenzen bedrohen, sinD keine Krieger, sonDern Räuber." Auch will man von einer Eingabe Desselben Generals an seine Regierung zu Dem Behufe wissen, daß Das Schutzcorps den Sommer über vom ungesunden Civitavecchia weg an einen anderen Ort verlegt, ja, wenn möglich, nach Rom in Garnison gegeben werde. Wie man bereits sicher zu sein glaubt, 1*/-. b, läuft Bixio'S geheimnißvolleS Unternehm-.« auf Die Zurüstung unD Den Versuch hinaus, an Die Küste von Terracina revolutionäre Freischaaren an's Land zu setzen. Gleichzeitig soll ein Einfall von Norden her über Viterbo intenDirt sein. — In Rom selbst glaubt man vier verkleideten italienischen Offizieren auf der Spur zu fein, Die sich namentlich Die Besichtigung Der Dominircnoen Höhen und schützenden Werke angelegen sein lassen." Preußen. Berlin. Der Kanzler des Norddeutschen Bundes erläßt folgende Verordnung, betreffend die Einführung der Correspondenz-Karten: Auf Grund deS §. 57 des Gesetzes über daS Postwesen deS Norddeutschen Bundes vom 2. November 1867 werden folgende Bestimmungen getroffen: Behufs Gileichterung des brieflichen Verkehrs werden fortan Correspondenz-Karten zur Beförderung durch die Post zugelaffen. Die Vorderseite der Correspondenz- Karte enthält einen zur Einrückung der Adresse bestimmten Vordruck. Die Rückseite kann in ihrer ganzen Ausdehnung zu schriftliä en Mittheilungen benutzt werden. Die Adresse und die Mittheilung können mit Tinte. Bleistift, Rothstift oder sonstigem färbenden Material geschrieben werden, nur muß die Schrift haften und deutlich sein. Die Mittheilungen auf der Rückseite können auch durch Druck, Lithographie u. s. w. her- gestellt werden, wobei alsdann auch schriftliche Einschaltungen zulässig find. Der Absender braucht sich nicht zu nennen. Formulare zu den Correspondenz-Karten können bei allen Postanstalten , so wie bei den Briefträgern und Landbriefträgern bezogen werden. Diese Formulare sind bereits mit der die Gebühr für die Beförderung der Correspondenz-Karten darstellenden Freimarke von l Sgr., beziehungsweise 3 Kreuzer beklebt. Für den Stadtpostverkehr und für den Verkehr aus dem Orte nach dem Landbestellbezirke und umgekehrt werden an denjenigen Orten, wo eine geringere, als die eben bezeichnete Tare besteht, Formulare mit den entsprechenden Marken des geringeren Werths beklebt zum Verkauf an das Publikum bereit gehalten. Nur der Betrag der aufgeklebten Marken ist bei Entnahme der Formulare zu Correspondenz-Karten zu entrichten; das Formular selbst wird unentgeltlich geliefert. Auf Wunsch sollen den Cor- respondenten aber auch unbeklebte Formulare in Portionen von wenigstens 100 Stück verabfolgt werden; in diesen Fällen wird für jedes Hundert der Selbstkostenpreis von 5 Groschen oder 18 Kreuzer berechnet. Die mit dec Marke von 1 Gr. bez. 3 Kreuzern beklebten Correspondenz-Karten werden ohne weiteren Porto.Ansatz nach allen Orten des Norddeutschen PostgebietS, ferner nach den süddeutschen Staaten, nach Oesterreich und Luxemburg offen befördert. DaS Verfahren der Necommandation und Crpreßbcstellung ist auch auf die Correspondenz - Karten anwendbar; dagegen können Postvorschüsse auf dieselben nicht entnommen werden. Wo eS im B.dürfniß liegen sollte und ohne Aufwendung besonderer Kosten geschehen kann, wird den Absendern namentlich bei größeren Postanstalten ein« Schreibgele- gcnheit zur Ausfüllung der Correspondenz-Karten in dec Nähe Der Poftaufgabestellen gewährt werden. Wenn ein mit der Marke beklebtes Formular zur Eorresponvenz Karte vor der Einlieferung zur Post beschädigt oder sonst unbrauchbar werden sollte, so wird die Poft den Umtausch desselben gegen ein unverletztes, mit der entsprechenden Marke beklebtes Eremplar unentgeltlich bewirken. — Die vorstehenden Bestimmungen treten mit dem 1. Juli 1870 in Kraft. Türkei Constantinopel, 8. Juni. Es sind bereits bedeutende Summen aus verschiedenen Hauptstädten durch hohe Persönlichkeiten zur Unterstützung der Abgebrannten angewiesen. Man versichert, daß in den meisten Hauptstädten zu demselben Zwecke Subscriptionen eröffnet werden sollen. Vermischtes. Frankfurt. Dem Beschlüsse des Ausschusses zufolge wird der fünfte deutsche Journalistentag in den Tagen deS 3. und 4. Juli d. I. in unserer Stadt abgehalten. Die Tagesordnung hat der Ausschuß vorläufig in folgender Weise festgesetzt: 1) Die Frage des Autorenschutzes; 2) Altersversorgung für Journalisten; 3) Cautionen, Inseraten- und Stempelsteuer; 4) Peßgesetzge- bung und Preßmaßregelungen; 5) Aenderungen in den Satzungen, des Journalistentages. Die Vorbesprechung der Mitglieder wird am 2. Juli Abends 8 Uhr stattfinden, die eigentlichen Sitzungen werden Sonntag, den 3. Juli Vormittags 9 Uhr ihren Anfang nehmen. Anmeldungen und Anfragen sind an das Localcomite deS deutschen JonrnalistentageS, Eschenheimer Gasse 31, in Frankfurt a. M. zu richten. Constantinopel, 8. Juni. ES werden folgende Details über die am 5. Juni stattgehabte Feuersbrunst gemeldet: Ifag Armenierviertel, welches zufolge eines großen von den Armeniern zur Feier des zehnten Jahrestages der Verfassung unternommen neu LandausflugeS vollständig menschenleer war, ist gänzlich niedergebrannt, und konnte in demselben nichts gerettet werden. Auch daö von der italienischen Arbeitercolonie bewohnte Quartier ist gänzlich niedergebrannt. — Bis jetzt wurden 150 Leichen aufqefunden, und eS werden noch fortwährend solche unter den Trümmern hervorgezogen. Die durch Mauereinsturz gefährdeten Straßen sind durch MilitärcordonS abgesperrt. Das französische Spital wurde gerettet, daS Hüte! der britischen Botschaft dagegen wurde ein Raub der Flammen, trotzdem bereits lange, bevor eS vom Feuer ergriffen wurde, Vorsichtsmaßregeln getroffen worden waren. Nur das Archiv konnte in Sicherheit gebracht werden. — Das deutsche Spital ist ebenfalls niedergebrannt; die in demselben befindlichen Kranken konnten nur durch die aufopfernden Bemühungen mehrerer Deutschen, von denen bereits zwei ihren Brandwunden erlegen sind, gerettet werden. Die armenische Kirche „Zur unbefleckten Gmpfängniß" ist erheblich beschädigt worden; daS von der Kaiserin der Franzosen im vorigen Jahre geschenkte werthvolle Gemälde ist gerettet. — Von den hiesigen Zeitungen ist heute nur der „Levant Herald" erschienen; nach den Angaben desselben find im Ganzen 7000 Häuser zerstört. Die Regierung hat für die Obdachlosen vorläufig Zelte errichtet und läßt Lebensmittel vertheilen; auch sind HülfScomite's gebildet. Die verschiedenen Gesandten nehmen sich ihrer durch die Feuersbrunst geschädigten Nationalen durch Vertheilung von Unterstützungen auf das Wirksamste an. Redaction, Druck und Verlag Der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.