ohner b'gst füllten) bei M int an * I« bet * 801l ?T*8 beige- b, der P„jz fe.Mn bei "lande IL 'öfne Unterer Verthei- lhätigei, unb en alfo recht erJ‘Kfen auch Mite: irrer. Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 ft. 'h Erscheint wöchentlich drei« mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibersi Ltt. V Nr. 1. Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 1OS. Dienstag öen 13. September 1870. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntm a ch u n g. Da in einem Stalle zu Friedberg der Ausbruch der Rinderpest amtlich festgestellt ist, hat Großherzogliches Kreisamt Friedberg am 9. l. Mts. bezüglich der Stadt und des Kreises Friedberg dieselben Bestimmungen erlassen, welche von uns unterm 7. l. Mts. für die Stadt und den Kreis Gießen erlassen worden und in der Extra-Beilage zu Nr. 106 des Gießener Anzeigers abgedruckt sind. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen dies in den Gemeinden veröffentlichen. Gießen, den 12. September 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. '.ählung von iit den Por- vs:I. Edwin m v. Atvens- >klm v. TÜlNp: 4tao d. Man-, Kronprinz erem Cpecial- üdung: Ain Wilhelm vor er die Arrcti- Stadt. Mit cn Saarge- erslatter Hom iitzungstag. - ke, Ches des ‘ die Verwun- £ie Franzosen i- - In der Ibumann. - ian Francisco. n Zeitungen, reise und des Manu- ?e- treiben vnr i berechnen tu Diensten. '9 Ztitungm. n der Cöln- i Kräcker, eine borcn den 1b. (t und Scblos- Kahn dahier, oä>ter, Louise den. Eberstadt, am 8. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Eberstadt. G ö rla ch. 3969) Dienstag den 20. September d. I-, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die Hofraithe des Conrad Krauskopf dahier: Flur Nr. Drifte. 1245 15 Hofraithe im Teufelslustgarten, giebt 22 fr. Rente, einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden, und wird dem Letztbietenden der Zuschlag, ohne Rücksicht auf die Erreichung der Taxation, ertheilt werden. Gießen, den 10. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Obstversteigerunq. 3974) Dienstag den 20. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, wird das Obst in den fiskalischen Gärten zu Alt-Buseck art Ort und Stelle inAbthei- theilungen meistbietend versteigert. Gießen, den 10. September 1870. Großherzogliches Rentamt Gießen. L y n ck e r. Löder'sche Stiftung. 3929) Aus vorbemerkter Stiftung ist wieder eine Unterstützung von 150 fl. zu vergeben. Bewerbungen um solche werden von uns 8 Tage lang entgegen genommen. Berücksichtigung können aber nur finden Wittwer, welche in Gießen geboren sind, dem Handwerkerstande angehören, einen guten Ruf besitzen und wahrhaft dürftig sind. Bewerber, die von den Eltern des Stifters abstammen und das Verwandtl'chaftS- verhältniß nackweisen, erhalten bei gleichen Eigenschaften vor anderen den Vorzug. Gießen, den 6. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B-: Felsing, lr. Beigeordneter. 3972) Das Verzeichniß der im Laute des Jahres 1870 ganz neu erbauten, sowie der durch Bauoeränderungen im Werthe erhöhten oder verminderten und ganz abgegan- genen Wohnhäuser und G.werbsanlagen, sowie das Verzeichniß über die Kulturoer- Der Derwaltungsrath. (3981) änderungen, welche bis jetzt vorgenommen worden sind, liegen 4 Wochen im Rath- hause offen. Gießen, den 12. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. 1870: Personen-Verkehr- Güter-Verkehr incl. Materialbeförderung. Neben- erträg- niss - Gesammt- Ertrag. Total vom 1. Jan. bis 31. Aug- Anzahl. Ertrag. Ctr. Ertrag. August. 17,933 ft. fr. 9200 09 84,430 fl. kr. 3075 00 fl. fr. 218 52 ft- kr. 12,494 01 fl- kr. 61,263 06 3968) Montag den 19. September d. I., Nachmittags 5 Uhr, soll i e Kartoffel-Erndte von einem Triebviertel am Mittelweg ' meistbierend versteigert werden. Zusammenkunft an der Zörb'schen Ziegelhütte. Gießen, den 12. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Oberhessische Eisen- bahnen. Bekanntmachung. 3966) Zur Uniformirung und Ausrüstung des Personals soll die Lieferung von 142 Hosen, 142 Mützen, / , nunIi(ät 142 Röcken, l L uu(uuar' 120 Paletots, 1 240 Hosen, 240 Mützen, j 217 Röcken, n nuaHtät 217 Paletots, / ^uanrar, 50 Pelzen, \ 50 Filzstiefeln, J auf dem Soumissionswege, nach gegebenem Muster, vergei en werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie die nach Schnitt, Stoff und Farbe vorgeschriebenen und gesiegelten Muster können auf dem Büreau der Magazins-Verwaltung dahier eingesehen werden, und sind die Gebote bis längstens zum 1. October, Vormittags 11 Uhr, versiegelt und mit der Aufschrift: „Uniformirung betreffend" einzureichen. Gießen, den 12. September 1870. __Die Betriebs Inspection 3975) Das diesjährige Grummetgras von den hiesigen Gemeindewiesen soll nächsten Donnerstag, den 15. d. Mts., versteigert werden. Der Anfang zu demjenigen bei Wieseck ist des Morgens 9 Uhr in dem D orfeld'schen Garten daselbst, und zu demjenigen bei Badenburg des Nachmittags um 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, den 12. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. _________________________V a n g.____________________ Obstverstciqerunq. 3977) Nächsten Donnerstag, den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen einige Hundert Malter Aepfel an den Bäumen auf gräfl. Hofgute zu Arnsburg bei Lich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert weiden. Arnsburg bei Lich, den 11. Septbr. 1870. F. C. Seitz. s^.re««*j’anjLMMmiiiiiii uh1" t ■ 11 Men—sei Arbeitsverweigerung zu Garbenteich' 3955) Dienstag den 13. September, Nachmittags um 4 Ubr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachstehende Unterhaltungs-Arbeiten mittelst öffentlicher'Versteigerung in Accord gegeben werden, als: 1) Lieferung von Unterhaltungssteinen, veranschlagt zu 60 fl.; 2) Setzen derselben, veranschlagt zu 8 fl.; 3) Zerschlagen derselben, veranschlagt zu 240 fl.; 4) Handarbeit, veranschlagt zu 15 fl. Garbenteich, den 9. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich Körner, Bezrrksbauaufseher. 3973) Das Gemeindeobst wird versteigert: am 16. d. Mts. zu Vetzberg um 2 Uhr, „ 17. „ „ Wismar „ 9 „ Launsbach „ 2 „ „ 19. „ „ Atzbach „ 8 „ orlar „ 2 „ „ 20. „ „ Krofd.-Gleiberg „ 2 „ „ 21. „ „ Kinzenbach „ 2 „ „ 22. „ „ Dutenhofen „ 9 „ Garbenheim „ 2 „ Krofdorf, den 10. September 1870. Der Bürgermeister: C o l n o t. Arbeitsversteigcrung zu Ruttershausen. 3956) Donnerstag den 15. September, Nachmittags um 1 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei Ruttershausen nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, als: 1) Planirung einer Strecke des alten Lahnbettes, veranschlagt zu 333 fl. 20 fr.; 2) Pflasterarbeit, veranschlagt zu 90 fl. Ruttershausen, den 9. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. I. A.: Körner, Bezirksbauausseher. 3976) Donnerstag den 15. d. Mts-, Vormittags, sogleich nach der Versteigerung des Grummetgrases von den hiesigen Gemeinde Wiesen, soll das Grnmmctgras von den Wiesen des Herrn Carl Müller's Erben zu Gießen, sowie dasjenige von den Wiesen der Herren Gebrüder Leng zu Gießen, versteigert werden. Wieseck, den 12. September 1870. Lang, Bürgermeister. 3967) Donnerstag den 15. September, Nachmittags 4 Uhr, lassen wir bei unserer Fabrik die Grummet- Erndte von circa 5 Morgen und die Haser- Erndte von circa 1 Morgen öffentlich versteigern. Gailische Wollenspinnerei. Feilgedotsn es. 3798) Für Militärs empfehlen wir wollene Jacken im Preise von 1 fl 6 kr, 1 fl. 12 fr , 1 fL 18 kr. rc- re , ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten. I. A. Busch Söhne. 3985) Strickwolle in großer Auswahl empfiehlt zu äußerst billigen Preisen ______________________L. Kattrein. 3960) Steinkohlen in ganzen, getheilten Waggon-Ladungen und im Einzelnen empfiehlt I. G. D. Bapst. 3507) Gothaer Cervelatwurst empfehlen I. A. Busch Söhne. 3980) Schweiger-Käse, in bekannter vorzüglicher Qualität, e »pfiehlt Emil Fischbach, ________________________Seltersweg.______ 3918) 9tcuc holländische Vollhäringe und neue holländische Sardellen empfiehlt ___________________I G. D. Bapst. 3947) Sechs Aepfelweinfäffer, jedes 4 Ohm haltend, bin ich Willens zu verkaufen. Th. Lony, Promenadenhaus. 3979) Frische Citronen, Malaga, Madeira, Sherry, Arrac, Rum, Cognac empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 3982) Marinirte Fetthäringe, sowie geräucherte Ostseehäringe, beste Qualität, empfiehlt Bäcker Vogt. ___________________________Wallthor. Hefe, täglich frisch, bei August Plank, (3989) Wolkengasse. | Wollene Unterjacken von 1 fl. an, Unterhosen von 36 kr. an, empfiehlt____________Aug. Haubach. 3627) Allen Malaga, Portwein, Tokayer, sowie gute, unverfälschte Rothweine, empfehlen I. A. Busch Söhne. 3986) 4 Pfund gutes Roggenbrod zu 15Vr kr. empfiehlt I. Bernhardt, _________________ WaUtbor._____ Portland-Cemeut, frische Sendung, empfiehlt (3987) I. G. D. Bapst. 3983) Schöne braune und gelbe Wintersalatpflanzen, sowie noch Kopfsalat, verkauft C. Pipp. 3963) Ein Sparheerd mit 3 Löchern, noch ganz neu, sowie 12 Hühner und 1 Hahn, sind zu verkaufen Wallthorstraße Lit. A. Nr. 141.____________________________________ 3790) Die jetzt dem Atzbacher geistlichen Stiftsfonds zugehörige sogenannte Pitz- mühle bei Biskirchen, unweit der Lahn und Eisenbahn, nebst dazu gehörigen Grundstücken, bestehend in gutem Garten-, Acker- und Wiesenland, im Gelammt - Flächengehalt von 12 Morgen 149 Ruthen 80 Fuß, steht aus freier Hand unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Die Mühle, noch fast ganz neu, hat zwei Mahlgänge, eine Schwingmühle und einen Rollgang, und hat selbst in den trockensten Jahren vollständige Wasserkraft Das Wohnhaus enthält 8Zimmer, Küche, Kammern, großen Speicher und einen gewölbten Keller. Außerdem gehört dazu eine große ganz neue massive Scheune, gute Stallung, ein Backhaus mit gewölbtem Keller. Die Verkaufs-Bedingungen liegen bei dem Unterzeichneten offen, woselbst auch deßfall- sige Gebote abgegeben werden können. Wetzlar, den 26. August 1870. Köhler, Stiftsverwalter. 3984) Flanellhemden, Unterhosen und Jacken em pstehlt billigst L. Kattrein. I Condcnsirtc Milch pr. Büchse 42 fr., empfiehlt von der Anglo - Swiss Condensed Milk Comp. in Cham (Schweiz), Emil Fischbach, Seltersweg. Für Metzger. 3920) Das sowohl in seiner Güte als auch geschmeidigen Fayon vielbeliebte und anerkannte (bis jetzt nicht übertroffene) Metzgerwerkzeug als: Wurstwiegen und Füllmaschinen neuester Construction, Hau-, Schlag- und Hackbeile, Spalter, Knüppelmefser, Klotzschaber, Cotelettmeffer, Sägen rc., Blasbälge (von Messerschmied), Mefferfcheiden in Horn und Leder, Streichstähle, Streichsteine rc., ist in größter Auswahl fortwährend nur allein ächt und unter Garantie zu haben bei I. G. Becker, Messerschmied, Saalgasse 32, Bendergaffe 27, Frankfurt a. M. Berwrethungesr 3991) Ein Familienlogis ist zu vermie- then und alsbald zu beziehen. ________________________________L- ff I in fei. 3412) Eine freundliche Familienwohnung ist zu venniethen bei Gärtner Schaum, ______________vor dem Seltersthor. 3990) Zwei freundliche Parterre-Zimmer, auf dem SelterSberg (in der Nähe der Eisenbahn), sind mit oder ohne Möbel vom 1. October an zu vermiethen. Näheres bei der Erped. d. Bltts.________________________ 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 3962) Das von Herrn Expediteur Rettig bewohnte Logis ist durch dessen Wegzug anderweit zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Georg Möhl, Neichensand. 3891) Das von Herrn Schmidtborn bewohnte Logis, bestehend aus 5 Zimmern, 1 Cabinet, 2 Kammern, Küche, Keller, Holzstall, Mitgebrauch der Waschküche, ist zu vermiethen. Dr. Felsing. 3707) Das von Herrn Oberlieutenant Winter bewohnte Logis, bestehend aus 4 Zimmern, 1 Mansarde, 2 Kammern, Küche, Keller rc., ist zu vermiethen und den 20. October zu beziehen. Ehr. Löb er, Fabrikant. 3852) Mehrere Familienwohnungen sind in der früheren Katz e nstein'schen Besitzung zu vermiethen und können alsbald bezogen werden. Hierauf Reflectirende wollen sich in meine Wohnung, Neuenweg Nr. 139, bemühen. B. Katzenstein. 3916) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. B- Pflichter, Marktstraße. 3935) Auf der neuen Anlage Lit. C. Nr. 30 sind zwei ineinandergehende Zimmer mit Küche und sonstigem Zubehör zu vermiethen. 3685) Ein freundliches Mansardenlogis ist zu vermiethen und alsbald beziehbar in Lit. B. Nr. 101. 3843) Eine kleine möblirte Stube ist zu vermiethen. Wallthorstraße Lit. A. Nr. 124. Vermischte Anzeigen 3961) Dem Herrn Professor Dr. Birnbaum sage ich bei meiner Abreise nach St. Avold, für die freundliche Aufnahme während meiner 7wöchentlichen Einquartierung bei dieser edelgesinnten Familie, öffentlich meinen innigsten Dank. Gießen, den 10. September 1870. Höhne, Ober-Telegraphist. 3934) Einen guten Schuhmachergesellen und einen Lehrling sucht Ph. Becker, Weidengasse. 3944) Auch für das 4. Quartal d. I. erscheint wie bisher zwei Mal in einer Morgen- und Abendausgabe die Abonnement 1 g Inserate für den norddeutschen Bund, UllvllUP in dieser über alle Welt- Süd-Deutschland und ganz , theile verbreiteten Zeitung Oesterreich bei allen Post- iffi kosten 2Vr Sgr., Reclamen Anstalten 3 Thlr. 5 Sgr. per Pctitzeile. In ihren täglichen Leitartikeln und Origirral-Correspondenzen von dieseits und jenseits des Oceans einen entschieden lieberalen und nationalen Standpunkt vertretend, verbindet sie damit ein reichhaltiges Feuilleton in Originalarbeiten der tüchtigsten literarischen Kräfte und eine Borsenhalle, welche in volkswirtschaftlichen Rundschauen und in Berichten über alle Vorkommnisse auf dem Geld-, Effekten- und Waarenmarkt ein umfassendes Bild aller Handels-, Verkehrs- und industriellen Interessen bietet. Alle wichtigen Polstischen Nachrichten und Börsencourse werden täglich zweimal durch telegra- pf)tfd)e Depeschen mitgetheilt. Berlin, im August 1870. Expedition der National-Zeitnng. 1 Für das 2. Hessische Infanterie-Regiment sind 1460 Leibbinden und eine Parthie Socken angefertigt resp. eingegangen und abgesandt worden. Die Sammlungen werden fortgesetzt und nehmen Gaben an: Arnold Müller G H. Schirmer. Franz Pepplcr. Ferd. Burk. O- Kempff. Fr. Leib im „Rappen." Darlehens - Casse 3971) Nachdem der Norddeutsche Reichstag die Mittel zur Errichtung von Dar- lehens-Cassen innerhalb des Norddeutschen Bundesgebietes bewilligt hatte, wurden von Seiten des Stadtvorstandes sowohl wie von dem Vorstande des Handelsvereins die nöthigen Schritte eingeleitet, um auch für die Stadt Gießen und Provinz Oberhessen eine Darlehens-Casse zu erlangen. Unterm 10. d. Mts. ist dem Vorstande des Handelsvereins, welchem von dem Stadtvorstande die weitere Betreibung der Angelegenheit übertragen wurde, die Errichtung einer Agentur in hiesiger Stadt endlich zugesagt worden. Die neuesten politischen Ereignisse scheinen jedoch einen so günstigen Einfluß auf allen geschäftlichen Verkehr und namentlich die Geldverhältnisse ausgeübt zu haben, daß uns in Berücksichtigung der damit verbundenen Kosten die Errichtung eines derartigen Institutes jetzt nicht mehr nothwcndig erscheint. Wir erlauben uns aber Alle diejenigen, welche anderer Ansicht sind, zu ersuchen, uns dieselbe unter näherer Moti- virung schriftlich mittheilen zu wollen, um eventuell die nachträgliche Errichtung einer Agentur veranlassen zu können. Der Vorstand des Handelsvereins. 3970) Zur Unterstützung der hülssbedürftigen Angehörigen der in das Feld ausgerückten deutschen Soldaten gingen ferner ein: 13) bei Herrn Ricker: von Prof. Dr. Birnbaum 6 fl., Prof. Hainebach 3 fl. 30 kr., Major Kreuter 5 fl. 15 kr., Lehrer Römer 1 fl., N- N- 30 kr-, durch Herrn Ad. Noll, Ergebniß einer am 7. September im Rappen veranstalteten Sammlung, 33 fl. 6 fr. ; zusammen: 50 fl- 51 fr. In der vorigen Anzeige muß es bei Frau Brühl Wittwe 5 fl. statt 3 fl. 30 fr. heißen. 14) bei Herrn Dr. Diehl; von Postillon Arnold 1 fl., Fräul- Walther (2. Gabe) 1 fl-, Fr. Elis. Keßler 1 fl.; zusammen: 3 fl. 15) bei Herrn Dr. Diehl und Hoffmann: von H. Wagner 1 fl-, Susanne Köhler 1 fl., Polizeidiener Schmidt 48 fr.; zusammen: 2 fl. 48 fr. 16) bei Herrn Bücking und Weimersheim: von Hofger.-Canzlist Weidig 1 fl. 17) bei Herrn Uhl: von Rechner Wittich 1 fl. In der vorigen Anzeige pos. 10 muß es in der siebenten Zeile 3 fll 30 fr. statt 3 fl. 10 fr. heißen. Summe der bis jetzt eingegangenen Beträge: 2768 fl. 43V2 kr- In Folge der von dem Comite veranlaßten Ermittelungen erhalten gegenwärtig hier circa 50 zum Theil sehr hülfsbedürftige Familien ständige Unterstützungen und außerdem wurden an verschiedene Familien vorher zur Steuerung augenblicklicher Noth einmalige Gaben im Betrage von 79 fl 30 kr. verabreicht- Sollte irgend Jemand übergangen worden sein, weil dem Comite seine Hülfs- bedürftigkeit nicht bekannt geworden ist, so wird gebeten, hiervon einem der Herren W. Balser, Dr. Diehl, Ferd. Hoffmann, I. Hansttin, Ricker, Bürgermeister Vogt, Georg Plank oder Bürstenmacher Winter davon Nachricht zu geben. Verkäufe und Verpachtungen von Gütern 1 Grundstücken 1 Fabriken 1 Gasthäusern ctcM Licitationen, Gesuche und Offerten jeder Art, Familien-Nachrichten, Engagements etc. betreffende Ankündigungen werden ohne Provision oder Porto-Anrechnung in die für die verschiedenen Zwecke bestgeeigneten erfolgreichsten Zeitungen prompt und exact befördert durch riuüülf Masse, Annoncen-Expedition, 45 Zeil, Frankfurt a. M., Zeil 45, gegenüber der Post. Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Bremen. Original-Preis-Courant und Anschläge gratis und franco. NB. Meine Provision bestehe ich als ossiriellcr Agent von den betreffenden , Zeitungen. Alleinige Inseraten-Pacht: 1 „Fliegende Blätter", „Kladderadatsch," „Figaro." Wohnungs-Gesuch. 3965) Man füllst 5 bis 6 Wohnungsräume mit haushaltungsgemäßem Zugehör. Gemüse-Garten erwünscht- Lage gleichgültig ; nur frei und gesund. — Adresse bei der Exped- d. Bltts. 3993) Im Gasthof zum Löwen wird ein Zapfjunge gesucht-______________________ 3992) Unser Wasch- und Bügelgeschäft befindet sich von heute an in der Löwengaffe im Fruchthändler Marcus Engel- (früher Westrich'scheu) Hause. Bestellungen bittet man bei Heinrich Schröder, wohnhaft bei Herrn Schuhmacher Dietz, Seltersweg, zu machen. 3995) Ein Regenschirm ist im Gießener Stadtwald am verflossenen Samst ag gefunden worden. Der sich legitimirende Ei- aenthümer kann denselben gegen Erstattung der Jnseratgebühren bei mir in Empfang nehmen. Forstwart Schlag in Hausen. 3994) Ein aus Paris ausgewiesener junger Mann, welcher gut französisch spricht und schreibt, sucht eine Stelle als Ausläufer, oder sonst dergleichen. Näheres bei Joh Bramm, Neustadt.__________________ 3844) Alte Roßhaare kauft I. Rothenberger, Lindenplatz. 3888) Zum An- und Verkauf von Früchten, in kleinen und größeren Quantitäten, empfiehlt sich bestens Markus Engel, am Kreuz. fetfltt ;"ÄS? Zr "'?eton in °N-nhaii, !b,.t «le V"'d-s Bik '"ht-l-gL ^tn und abge- ta>. Burk. Industrie-Ausflessmig für das Gesammtgebiet des Hauswesens Grrsfel. 3954) Die Ausstellung ist bis 1. Öciober verlängert. Alle Einrichtungen, Concerte rc. verbleiben unverändert wie bisher. Der Eisenbahnverkehr nach allen Richtungen ist vollständig frei. Die durch die Gnade Sr. Majestät des Königs der Ausstellung zur Verfügung gestellte Mitrailleuse wurde in der Schlacht bei Wörth erobert. Die Wasser aus Wilhelmshöhe springen noch bis zum 1. Oktober. Der Vorstand. Frachtbriefe für die Main Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu baden bet W. Klee, Marktstraße ItörseiiDachrichlcn. 10. September 1870. Preuss. 4i/2o/o Obi. 973/4 Frankf. 31/2% Obi. 781/2 Nass. 41/2o/o Obi. 881/2 Kurh. 4O/o Obi. 813/4 Hess. 40/0 Obi. b. Boths. — „ 31/2% do. do. — Bayer. 5<>/0 Obi. 923/4 n 41/2% 1jährige 89 n 4% Vzjährige 84 Würtemb. 41/2°/0 Obi. 88 V2 Baden 4V2% Obi. 0. E.L. 88>/2 Oestr. 5°/o b. B. — „ 5% National — » 50/g Metall. Obi. — „ M. steuerf. — Amer. 60/0 1882r Bds. 935/s „ 60/g 1885r 92 y4 Actien. Frankf. Bank 127 Oester. Bank — „ Creditact 240 Darmst. Bankact. 312 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 324 Lud wigsh.-Bexbach 158 Maxbahn 100 Bayer. Ostbahn 1233/4 Hess. Ludwigsbahn 128 3% östr. Stsb.-Prior. 54% 3°/o östr. s. Lombard. 453/4 3% Livorneser 30 Toscaner 453/4 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 77 do. II. Emiss. 74 Anielienelooee. Kurh. 40 Thlr. Loose 59 Nassau fl. 25 b. Roth. 38 Gr. Hess. fl. 50 b. B. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4O/o bayr. Präm. Anl. 103'/4 40/0 badische Loose 102 ’/4 Badische fl. 35 Loose 55y2 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 73'/2 1864r „ 1053/« I Wech*et. Amsterd. k. S. 100 Augsb. k. S. 9970 Berlin k. S. 104*/2 Bremen k. S. 97 Cöln k. 8. 1041/2 Hamburg k. 8. 873/4 Leipzig k. 8. 104>/2 London k. 8. 1183/4—7/8 Lyon k. 8. — Paris k. S. 94'/g Wien k. S. 94Ve—Vz Disconto 4O/o G. Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 445/8 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 56-58 Pistolen . . 9 40-42 „ doppelte 9 40-42 Holl. fl. 10 St. 9 55 Duoaten . . 5 32-34 20 Frankens!. 9 24-26 Engi. Souver. 11 49-53 Buss. Imper. 9 39-41 Doll, in Gold 2 24-26 btung von Dar- würben von ndelsvereins die °mz Oberhessen de des Handels- ?r Angelegenheit .Eich zugesagt wltigen Einflutz geübt zu haben, btung eines der- t uns aber Alle r näherer Moti- l^rrichlung einer Vereine. er in das Feld bach 3 fl. 30 fr, durch Herrn Ad. elen Sammlung, statt 3 fl. 30 fr. illher (2. Gabes euiamteJÄ t Leidig 1 fl ilten gegemväch tändige Unter ir Steuerung 0 fr. verabM mitt seine HM inem der Henen ilter Bogt, Geoq ;en :n rt(, teil :lt. 0 Ainchml"» rten Z-i«"«-» Sternen. 856 tn» b" Politische 11. September. Paris beginnt nüchtern zu werden. Der Anmarsch der deutschen Heersäulen auf die Hauptstadt läßt die Kinder des modernen Babels den Verstand wieder finden. Jules Favre, der neue Minister des Aeußern, spricht von dem argen, dem traurigen Krieg. Er will den Frieden, freilich — wie er jetzt noch sagt — unbeschadet der Integrität Frankreichs. Es ist derselbe Hr. Favre, der, wie seine dermaligen Collegen in der Regierung, vor wenigen Monaten noch die unterlassene Rache für Sadowa dem Kaiser als den unverzeihlichsten Fehler, nahezu als Verrath an Frankreich vorwarf. Es ist derselbe Hr. Favre, der soeben noch das Volk zur blinden Rache entstammte, und der seinen republikanischen Collegen Gambetta gegen unsere schuldlosen Landsleute das Geschäft der Austreibung mit größter Härte fort- -setzen läßt. Trotzdem trauen wir Herrn Favre noch so viel' Geist und Charakter zu, um seine Circulardepesche nicht als eine leere Phrase zu betrachten, die ihm Las salvavi animam meam für die Zukunft zu bezeugen bestimmt sei. Herr Favre ist die Politik Frankreich zu leiten berufen. Der Aufgabe des Politikers, das unter den gegebenen Umständen dem Staate nützlichste und heilsamste zu thun, ist er sich bewußt. Er sieht, wie die Kluft, welche Frankreich zu verschlingen droht, mit dem Anrücken der Deutschen sich stündlich erweitert. Er wagt es, vom Frieden zu sprechen; aber ihm fehlt der Heldenmuth eines Marcus Curtius, sich in die Kluft zu stürzen und das Vaterland zu rette». Er wagt es nicht, dem Volke den Preis des Friedens zu nennen. Herrn Favre's eigene Kriegshetzereien, wie die der Deputirten von rechts und links, die Feindseligkeiten des französischen Volkes, die Grausamkeiten der Barbarenhorden aus Algier soll Deutschland vergessen, das Blut von vielen Tausenden der Edelsten unserer Söhne und Brüder soll umsonst geflossen sein, zum Danke dafür, daß Frankreich die Charakterlosigkeit besitzt, sich selbst zu Verleugnen und seine bisherige Regierung schmählich im Stiche zu lassen. Wahrlich, größeres wurde der deutschen Gutmüthigkeit noch niemals anaesonnen! . , , .. Der deutsche Heerführer hat das französische Volk nicht entgelten lasten, waS feilt Souverain und seine Regierung verschuldet. Er hat Großmuth aeaen die Besiegten geübt und ihnen die Opfer des Kriegs so viel wie möglich erleichtert. Deutschland bat sich in einer Würde gezeigt, die seinen Erfolgen entsprach. Doch auch der Preis des Kampfes ist längst bestimmt; ihn aufgeben wäre eine Demüthigung für die Nation. Uns wollte Frankreich in diesem Kriege berauben, und wir sollten jetzt als Sieger nicht wieder nehmen, was längst schon mit Recht uns gebührt?! Der erste Donner der deutschen Kanonen vor den Mauern von Parts gibt Herrn Favre vielleicht den Muth, an dem es ihm heute noch gebricht. Der Schrecken der Bevölkerung läßt vielleicht gerade ihn sich wtederfinden. Wenn nicht, so trifft Frankreichs Republikaner, diese angeblich principiellen Feinde des Kriegs, allein die Verantwortung für alle weiteren Opfer des Emilio Castelar hat im Namen der republikanischen Minorität der Cortes an die Regierung der französischen Republik folgende Depesche gesandt: „Die republikanische Minorität der spanischen Cortes begrüßt in Ihnen die Thronbesteigung des Rechtes und die Einweihung einer neuen Aera der Freiheit und des Friedens für ganz Europa. Seien Sie sicher, daß im Namen der Republik die Rivalitäten verschwinden werden, die von den Königen gesäet worden sind, daß der ganze Continent ein einziges Volk bilden wird und daß alle Nationen eine Familie bilden werden. Haben unterzeichnet die Deputirten: Benavmt, Benot, Covase, Castelar, Chao, Diaz. Quintero, Garcia Lopez, Guten- Hidalgo, Orense, Pi-Margoll, Pico, Dominguez, Rebulliso, Souchez, Ruano, Santa-Marca, Sorni, Simer de Capdevilla." , Paris. Der durch seine Wuthausfälle gegen Preußen berüchtigte Herr Gi- rardin hat zwei großartige Pläne zur Rettung Frankreichs ersonnen, die er allen Ernstes zur Ausführung in Vorschlag bringt. Der eine geht dahin, durch Freiwillige, deren jeder zwei Flaschen Petroleum erhalten sollte, den ganzen Schwarzwald in Brand zu setzen. Der andere, noch ahenteuerlichere ist der, alle reißenden Thiere des zoologischen Gartens durch Leute in preußischer Ulanen-Unfform täglich prügeln zu lassen. Nachdem sie auch durch Hunger gereizt, sollten die wilden Bestien auf ein ödes Feld bei Paris gebracht — und sodann gegen die deutschen Armeen losgelassen werden. Herr Girardin hofft damit zur Vernichtung der deutschen Armee wesentlich beizutragen und so Paris zu retten. Der „Karls. Z." wird officiös aus Wien geschrieben: Es wird mir heute bestimmt versichert, daß zur Zeit von keiner einzigen der neutralen Mächte, viel weniger also von der Gesammtheit dieser Mächte ein Versuch der FriedenSver- Mittelung in Aussicht genommen sei. Es wird dieser Versicherung um so eher Glauben zu schenken sein, als man in Wien sich der Ansicht zuzuneigen scheint, Nundsehrru. daß gerade der gegenwärtige Augenblick, die Ersetzung des Kaiserthums durch die Republik, einer durch den Einfluß des vereinigten Europa's getragenen wohlwollenden Vermittelung die Wege ebnen dürfte. Fast alle Wiener Blätter empfehlen dem österreichischen Cabinet die Bewahrung der strengsten Neutralität und plaidiren gleichzeitig für ein internationales Bündniß zwischen Oesterreich und Deutschland. So sagt das „Fremdenblatt": „Die Fortsetzung des bewaffneten Widerstandes von Seiten der Franzosen wäre jetzt Wahnsinn. Die französische Nation wird den Frieden, wie hart auch die Bedingungen desselben sein mögen, annehmen müssen. Der Wahn, daß Frankreichs Uebergewicht in Europa eine Nothwendigkeit sei, die auf der höheren Intelligenz und der militärischen Ueberlegenheit der französischen Nation beruhe, dieser von allen französischen Regierungen seit Jahrhunderten genährte Größenwahn, der die Ruhe Europa's fortwährend bedrohte, ist zerstört. Und die Macht, die ihn zum Heile Europa's zerstörte, das ist das deutsche Volk, welches dieses Mal allein erreichte, was bisher nur einer europäischen Coalition möglich war. Die Logik der Thatsachen führt eine überzeugende Sprache und der großartige Erfolg des deutschen Heeres ist eine so gewaltige Thatsache, daß keine Macht ihr die Anerkennung versagen kann. Die nächsten und die ferneren Folgen der Katastrophe von Sedan sind heute noch unberechenbar. Richten wir unseren Blick auf Oesterreich, so ist zunächst so viel gewiß, daß die Politik der Neutralität glänzend gerechtfertigt ist. Daß das deutsche Volk sich aus der Zerrissenheit, die von Europa in thörichter Verblendung begünstigt wurde, zu seiner einstigen Macht und Größe wieder erhebt, braucht den österreichischen Patrioten nicht zu beunruhigen. Wenn auch jetzt noch da und dort ein garstiger Flecken das herrliche Bild entstellt, so ist es doch außer Zweifel, daß das deutsche Volk, einmal geeinigt und frei, die Arbeit und die Künste des Friedens dem blutigen Waffenspiele des Krieges vorziehen wird. Zwischen Oesterreich und Deutschland ist ein freundschaftliches, völkerrechtliches Verhältniß nicht nur möglich, es ist im Interesse beider Mächte, um der Erhaltung des europäischen Friedens willen sogar noth- wenvig. Dieses Verhältniß anzubahnen, wird die dringendste Aufgabe der deutschen und österreichischen Staatsmänner sein, und man wird das Ziel, dessen Verwirklichung den Frieden sichert, auch erreichen, wenn sich die Politik Oesterreichs nach außen dem deutschen Volke nicht feindlich erweist, im Innern aber das Deutschthum als die kräftigste Stütze des Reiches anerkennt." Die internationale Friedensliga hat eine Adresse an das deutsche Volk erlassen, in welcher das letztere aufgefordert wird, Frieden auf der Grundlage der französischen Integrität abzuschlicßen. Die „Kreuzztg." schreibt: Die Berufung Minister Delbrück's in das Hauptquartier bestätige die Vermuthung, daß die deutschen Fürsten in Bezug auf eine anderweitige Regulirung der deutschen Verhältnisse die Initiative ergreifen wollen. Ein nachträgliches Telegramm aus Paris vom 10. Septbr. meldet: Die Ankunft der Preußen wird aus Chateau Thierry, Montmirail, la Ferte sous Jouarre und Vailly für AiSne signalisirt. Die Preußen beobachten strenge DiS- ciplin. Der Präfect des Departements der Vogesen thcilt mit, daß sich die Situation von Toul gebessert habe. Der Ausschuß der socialdemokratischen Partei hat den Erlaß eines Aufrufs für gut befunden, in welchem die deutschen Arbeiter zu einem Protest gegen die Abtrennung des Elsaß und Lothringens von Frankreich ausgefordert werden, weil sie „in den französischen Arbeitern ihre Brüder sehen müßten, mit denen gleiches Loos und gleiches Ziel sie eine." Der Aufruf beweist nur, daß es immer noch Menschen giebt, die für empfangene Ohrfeigen und Faustschläge sich ergebenst bedanken. Denn mit solchen Brüderlichkeiten haben die französischen Arbeiter ihre „deutschen Arbeiterbrüder" aus den französischen Werkstätten hinausgejagt. Das republikanische Puppenspiel, welches gegenwärtig in Paris über die Bretter geht, muß diesen BrüderlichkeitSrufern Herz und Kopf verwirrt haben, sonst würden sie schwerlich nach solchem Vorgehen der französischen Arbeiter sich vor diesen Brüdern auf den Bauch legen und in einem Augenblick für französische Interessen demonstriren, wo ihre deutschen Arbeiterbrüder durch französische Kugeln den Tod erlitten haben. Wenn übrigen- deutsche und französische Arbeiter trotz der hemmenden Nationalität immer „nur Brüder" sind, so ist es doch offenbar ganz gleichgültig, ob die Arbeiter im Elsaß und Lothringen demnächst französisch oder deutsch sein werden. Wer jene Ansicht von der ewigen Bruderschaft vertritt, der schlägt seine eigene Idee vor den Kopf, wenn er die Frage, ob irgend ein LandeStheil diesem ober jenem Staate angehören wird, nur überhaupt einer Antwort würdigt. Hat die Scham diese Brüderlichen nicht abgehalten, für Frankreich aufzutreten, so hätte es wenigstens die Logik thun sollen. Aber die scheint auch zum Teufel gegangen zu sein, seitdem die Hoffnung aus den „internationalen Kampf des Proletariats" durch die republikanische Comödie eine bedauerliche Gehirnversinsterung in gewissen Kopsen erzeugt hat. Vom Kriegsschauplatz. Reims, 10. Sept., 10 Uhr Abends. (Officiell.) Bei den Armeen, die im ununterbrochenen Vorschreiten sind, nichts Neues. gez. von Podbielski. Aus Nancy, 8. Sept. Bei Boucouleurs, vier Meilen von hier, auf der Straße nach Paris gelegen, erschien vor einigen Tagen plötzlich ein Streifcorps von 1500 Mann französischer Liniensolbaten und Mobilgardisten unter Anführung französischer Offiziere und nahm ein baierischeS Detachement von 35 Mann unter einem Offizier, drei preußische Militärärzte und den Polizei-Lieutenant Hoppe aus Berlin, der in das Hauptquartier des Königs besohlen war, gefangen. Die Aerzte sind zwei Tage in Gefangenschaft gehalten worden, dann aber auf Vermittelung eines Präfecten, der auf die Genfer (Sonoentton aufmerksam machte, wieder in Freiheit gesetzt, hier eingetroffen und haben die dienstliche Anzeige dieses Vorfalles gemacht. Alle Soldaten, der baier'schc Offizier und der Berliner Polizei-Lieutenant, den man seiner glänzenden Uniform wegen für einen preußischen General hielt und als solchen dem Volke zeigte, sind als Gefangene in dte Gegend von Bordeaux abgesührt worden. Ueber die aufgefangene Korrespondenz des Marschalls Bazaine berichtet ein Korrespondent aus Chalons, 30. August, Folgendes: „Der Telegraph wird wahrscheinlich schon berichtet haben., daß den Preußen eine wichtige Correspon- denz des Marschalls Bazaine an Palikao in Paris in die Hände gefallen ist. Ueber die Ergreifung des Spions, der die Briefe bei sich trug, wird hier Folgendes erzählt: Am 24. August, Nachts, kam General v. Steinmetz die Nachricht zu, baß gegen Morgen eine Bote aus Metz nach Paris mit Briefen von Marschall Bazaine abgeht, und zwar als Franziskaner verkleidet, mit dem Abzeichen der Genfer Convention versehen, angeblich um Verwundeten, die in der Umgegend liegen, betzustehen. — Alle Maßregeln wurden getroffen, daß dieser wichtige Fang uns nicht entgehe. Alle Wachen wurden avisirt, jede verdächtige, in welcher Kleidung immer vorbeigehende Person anzuhalten und dem Offizier der Wache zu tneloen. Außerdem wurde Rittmeister Poisl vom 14. Ulanenregiment beordert, mit einer halben Escadron zu streifen. Richtig, wie ange- meldet, trafen 4 Mann von den 14. Ulanen bei Bois de Saulcy auf einen Bruder Franziskaner, der die Häuser besuchte, in denen Verwundete lagen. Dieser wurde eingefangen und vor den Rittmeister gebracht. Als der Franziskaner ein- traf, bot ihm Poisl ein Glas Wein zur Stärkung. Der Franziskaner beklagte sich darüber, daß er von den Ulanen angehalien und dadurch in seinem frommen Berufe gestört wurde. Poisl bedauerte, daß seine Leute diesen frommen Beruf nicht zu würvigen wissen. Es kam nun zur Sprache, daß der Fricdensschluß bald bevorstehe, und der Rittmeister bemerkte unter Anderm. ob der Franziskaner nichts davon gehört habe, daß vor einigen Tagen ein Franziskaner von den Französin wegen SpionirenS gehängt wurde. Der Bruder zitterte und bat, ihn zu entlassen, weil die Psiicht ihn rufe. — „Ja wohl", meinte Poisl, „aber zuvor haben Sie die Güte, die Briefe des Marschalls Bazaine, die Sie nach Paris überdringen sollen, auszuliesern." Nach einer Drohung des Rittmeisters, daß er sofort gctödtet Werve, wenn er sie nicht ausfolge, deutete er bleich und zitlernb auf seine Sandalen, die zerschnitten wurden. Zwischen den Doppelsohlen befanden sich drei Brüse an Trochu, Palikao und ein Plan für Mac Ma hon. Aus den Correspondenzen gehl hervor, daß, wenn Bazaine nicht durch welche Art immer innerhalb 10 Tagen entsetzt wird, er einen Verzweifluiigsschritt thun müsse. Die Truppen leiden an Allem, heißt es weiter, und der Proviant fehlt für länger. In dem Briefe an Palikao kommt folgende merkwürdige Stelle vor: „Verhindern Sie, daß Sr. Majestät Befehle, Proklamationen für Soldaten oder Volk bestimmt, in die Oeffentlichkeit dringen. Ich habe an die Trupven einen Appell gerichtet, im Namen des Vaterlandes auszuharren." Aus dem Plane für seine Entsetzung ersieht man, daß er sehr wenig Kunde vom Stande ter Dinge batte; denn er räth, bei Chalons sich um jeden Preis zu hallen, um neuere Truppen von Straßburg zu erwarten, um über Clermont, Dun, Briey auf Metz zu rüchn. Der Spion wurde heute nach Spandau abgiführt. Aus Mundolsheim, 6. September, schreibt der Specialcorrespondent der „KarlSr. Ztg.": Morgen früh beginnen, wie ich ihnen schon angrdeutet, die beiden Riesenmörser ihr Werk. Dieselben sind im Nordwesten der Festung, zwischen derselben und dem Dorfe Mittelhausbergrn, aufgrpflanzt; ihr Gewicht beträgt je 175 (Str., die geschleuderten Projektile sind ca. 2 Centner schwer uud mit 15 Pfund Sprengladung versehen. Von der Wirkung verspricht man sich ganz Außerordentliches, und namentlich gedenkt man mit Hülfe dieser Geschütze die wenigen bombensicheren Räume, welche Straßburg bietet, zu zerstören. — Heute Morgen ist von Kehl aus, wo die Batterien fortwährend auf's wackerste eingreifen, em großer Erfolg erzielt worden: das von der Stadt in die Citadelle führende Thor wurde, wie versichert wird, vollständig zerstört und damit die Möglichkeit, letztere getrennt zu verthcidigcn, auf ein Minimum re- ducirt. Zn dir Stadt brennt es rb-ii jetzt (Mittags) wieder ziemlich lebhaft; wie es scheint, dicht hinter dem Walle. Gestern wurden von Hönheim zwei Leute eingebracht, welche den Versuch gemacht hatten, einen Soldaten zu Überfallen und zu erwürgen. Es ist kaum glaublich, welcher verbissene Ingrimm selbst hier manche Leute immer noch beherrscht und was für Mittel von ge- wiffer Seite unausgesetzt angewendet werden, um denfelbcn zu nähren und zu stachiln! Amtlichen, in Paris am 9. September veröffentlichten Berichten ans Troyes zuiolge, passirlen am 8. September 4000 Mann deutsche Truppen Vilry; dieselben erklärten Überall im Namen des Königs die Conscription für abgeschafft. Paris, 11. Sept. (Ministerielle Mittheilnng.) 600 Prelißeil sind ' gestern in Chateau Thierry angekonimen, sie besetzten La Fertü Gaucher. Der Cominandant von Laon, General Theremin, übergab die Citadelle, um die Stadt zu retten Die Preußen besetzten am Freitag Montmirail und verhüt- derteil die zur Consciiption versammelten jungen Leute am Abzüge. Flensburg, 8. Sept. Der Wiener „Presse" wird lelegiaphirt: „Die dänischen Blätter berichten, daß die französische Flotte telcgr.>phi!ch den Befehl erhalten hat, nach Frankreich zurückzukehreii, wo man die Mannschaft zur Fistangö-Vertheidigung verwenden will." Darmstadt, 11. Sept. Der Kaiser von Rußland verlieh dem Prinzen Ludwig den St. Georgs-Orden 3. Classe, um die brillante Haltung der Truppen des Großherzogs zu ehren. Mainz, 8. Sept. Die kriegSgesangenen französischen Generale W i m p ff en und Besfon nebst Ordvnnanzosficieren uno einigen Armtebeamten sind heute Nachmittag 5 Uhr mit dem Kölner Zug auf dem hiesigen Etappencommanvo eingetroffen. Dieselben werden sich morgen zu dem von ihnen gewählten Aufenthalt nach Stuttgart begeben. General Wlmpffen und einige andere Ofsiciere waren in bürgerlicher Kleioung; das Austleten Allee zeigte eine sehr gedrückte Stimmung. — Mit demselben Zuge trafen von Coblmz die Zelte des ehe- maligen Mac Mahon'schen Lagers bei Wörth em, um einem Theil der hier internilten Gefangenen von Sedan zur Unter fünf t zu dienen. Sie werden ihr Lager im Fort Clairfait aufzuschlagen haben; andere Abtheilungen in der Cita- velle und dem Weifenauer Lager untergebracht werden. — Nach Angabe von Kranken uno Verwundeten von der Armee vor Metz Hut gestern Nacht, nach fruchtlosen Capitulationsversuchen, die Beschießung dieses Platzes begonnen. Die Herstellung der Gefchützstänve für die erste Berennung war beendet. (Fr. I.) Berlin, 10. Sept. Wie die „Kreuzztg." meldet, ist jetzt auch der zweite Sohn des Kriegsministers, der Garde-Artilleriehauptmann Bernhard v. Roon, durch einen Granatschutz schwer im Unterleibe verwundet worben. Der andere Sohn des Kriegsministers, dessen Verwundung vor Metz früher gemeldet, lst bereits feinen Wunden erlegen. Wien, 8. Sept. Das Reichskriegsministerium hat vorgestern die vollständige Demobilifirung des k. f. Heeres und Der Hecresanstalten ange- ordnet und wurde dieser Befehl sofort an alle betheiligten Truppencomrnanbanten telegraphirt. Infolge dessen sind alle seit mehreren Wochen successive einberufenen Urlauber mit gestrigem Tage wieder auf Urlaub gesetzt und ist die Armee auf den früheren vollen Friedensstand gebracht worden. Lange Züge dieser Mannschaften durchzogen gestern Nachmiitag die Straßen ter Residenz und eilten der Heimath zu. Mit dem Nachmiitagezuge der Norobahn trafen an 200 Urlauber, meist Wiener, aus Stockerau hier ein. Dieselben, obwohl ohne auli- tärische Führung, rangirten sich vor dem Bahnhofe und marschüten, eine riesige schwarzgelbe, blumenb.kränzte Fahne, eine Musitbande an der Spitze, Soldatenlieder singend, durch die Stadt. (N. Frobl.) Paris, 11. Sept. Das „Journal osficiel" meldet, daß oer französische Botschafter in Madrid, Mercier de Lostende, abberufen ist. — General Trochu hat befohlen, alle Gehölze in der Umgebung von Paris bei dem Herannahen des Feindes abzubrennen. — Olozaga ist beauftragt, die Anerkennung Der Republik Seitens Spaniens und eie Hoffnung auf Fortdauer Der guten Beziehungen Dem Ministers des Aeutzern, Jules Favre, mitzutheilen. Zürich, 8. September. Das Schweizer Aufgebot wirb nach Der französischen Gränze Dirigirt. (Allg. Ztg.) Rom, 8. Sept. Es heißt: General Kantzler unD Oberst De Charrette seien auch gegen Den Willen des Papstes zum WioerstanD entschlossen. ^Man versichert, Der außerordentliche Bevollmächtigte Graf Ponza di Martino überbringe Die Erklärung: Italien wolle die Kirche nicht unterdrücken, sondern beschützen. (A. Z.) Rom, 9. Sept. Plakate Des republikanischen Comiw s proclamiren oie allgemeine italienische Republik. In Nizza sind Die Behörden verjagt. In Men- tone ist ein Aufstand ausgebrochen. Florenz, 7. September. In dem Augenblicke, wo Die Ueberschreitung Der römischen Gränze gemeldet war, wo ganz Italien mit Beflaggung seiner Städte das Ereigniß feierte, welches fämmtliche Blätter im Lande anzeigien, wurde ver Vormarfch fuspendirt, um einen letzten Diplomatischen Versuch mit Dem Papste zu machen. Es verlautet: Baron Ricasoli soll Die Mission haben, ein AbsinDen zu treffen, und im Falle Der Erfolglosigkeit Die Occupation ankündigen. — Jules Favre entband als Minister des Aeußcrn Italien jeder Rücksicht auf Die von ihm für abgeschafft erklärte Septemberconvention. (Presse.) Mailand, 10. September. Der „Gazetta bi Milano" zufolge hat Italien Dem Papste vorgeschlagen, Demselben Den Leoninischen Stadttheil in Rom, und ihm und Den Cardinälen Die Civilliste zu belassen. Italien garantirt die öffentliche Schuld. Die päpstliche Armee wird aufgelöst. London, 8. Sept. Die Irländer veranstalten jetzt neue Prügeleien zu Ehren Der französischen Revolution. Auch in der „Times" spricht jetzt ein EingesanDt sich mit ziemlicher Bitterkeit über Die anscheinende Unthätigkeit Des Ministeriums unD Die Abwesenheit Der Königin aus. Dem Vernehmen nach sind Der Prinz von Joinville, Der Herzog von Nemours unD Der Herzog von Chartres von Paris unverrichteter Sache zurück- kommenD, über Calais und Dover hier eingetroffen. Die „Times" ist ermächtigt, Die Nachricht von Dem Eintreffen des Fürsten Metternich als unrichtig zu bezeichnen. Derselbe habe seinen Posten als österreichischer Botschafter in Paris feinen Augenblick verlassen. LonDon, 9. Sept. Das englische Thurmschiff Captain scheiterte während eines Sturmes bet Cap Finisterre. Ein Theil Der Bemannung wurde gerettet. Einzelheiten fehlen. New - Nork, 8. Sept. Die heutige Abendpresse billigt Die Anerkennung Der französischen Republik in Der Times - Depesche. Konstantinopel, 10. Sept. Es sind hier Gerüchte über Den Ausbruch von Unruhen im britischen Indien verbreitet. Telegramm an die Königin. Reims., den 11. September, 10 Uhr Abends. Traurige Nachricht aus Laon, wo die Citadelle gestern nach der Capitulation und uach dem Ciumarsch unserer Besatzung in die Luft gesprengt wurde. 50 Mann sowie 300 Mobilgardisten todt, viele Verstümmelte. Wilhelnr von Mecklenburg verwundet. Unbediitgt Verrath liegt vor. Wilhelm. ution, Tirurf unb 2'" I lu der Vrühl'fchen Untv.-Dru terA Gyr (S b r. Pietsch) tu Giefien