‘’s tl< - tnrili.1. . ”'S lji na^ n. Qn9eToininen W Saar? bekannt nfelben faß -übten und bet Jjjj. fIb außer- bcren Zahl '00. Aler iffon aOein rück. Patrouillen lski. gehöite de« iftto trat der wlfaj nebfr es BküWm 3 M'.lliouku Reiche blieb, :m Lpeiergau i von 1697 noch Aichs- cnrt. Der »uxbt 1815 Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Aiyeiger Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Dom?r- stags und Samstags. — Expedition: Eanzleibecü Lit. 93. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. IM, Samstag Den 13. August 1870« Brodpreife vom 13. bis 20. August 1870, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod 191/2 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 93/4 kr. 4 Pfund Roggenbrod 17 kr. 2 Pfund Roggenbroo 81/2 kr. AMtliche BKkMNKtm^ckrrNgeI^ B e f ch r e i b u n g der nach dem Gesetze vom 21. Juli 1870 (Bundes-Gesetzblatt S. 499) auszugebenden Darlehnskassenscheine des Norddeutschen Bundes zu 25, 10 und 5 Thaler. Die Darlehnskassenscheine des Norddeutschen Bundes zu 25, 10 und 5 Thaler, 4* IO1//" breit und 3" 1"' hoch, sind auf Hanfpapier gedruckt, und ist die Schau- und Kehrseite mit einem farbigen, von weißen guillochirten Linien durchbrochenen Untergrund versehen. _ . . . Die Farbe des Untergrundes ist bei den Schemen zu 25 Thlr. blau, zu 10 Thlr. rott), zu 5 Thlr. grün. Die Schauseite enthält in schwarzem Typendruck links: das Wappen des Norddeutschen Bundes und unter demselben die Werthzahl auf gemustertem Felde, rechts daneben in Zeilen untereinander: Berlin den 28. ^uli 1870. Haupt-Verwaltung \ v. Wedell. Löwe. Darlehns - Kassenschein Fünfundzwanzig (Zehn oder Fünf) Thaler vollgültig in allen Zahlungen Gesetz vom 21. Juli 1870. Berlin, den 1. August 1870. Preussische Hauptverwaltung der Staatsschulden, v. Wedell. Löwe. M ein ecke. Eck. und die Strafandrohung gegen die Nachbildung. Die Kehrseite enthält in schwarzem Typendruck an den Seiten rechts und links: 25 Thaler 25 (10 Thaler 10, 5 Thaler 5) oben die Littera und Nummer, auf der rechten Seite die Werthzahl und unter derselben : „Ausgefertigt“ mit der Namensunterschrift des Beamten. Auf der linken Seite befindet sich als Trockenftempel das Wappen des Norddeutschen Bundes und darunter die Werthzahl auf guillochirter Rosette in der Farbe des Untergrundes. >er Staatsschulden. Meinecke. Eck. Gefundene G e g e n st ä n d e : Eine kleine Botanisirbüchse, eine blau- Brille, ein Messer mit 3 Klingen, ein schwarzer Frauenstrohhut r it Feder, ein kleines weißes Strümpfchen, eine graue Schürze 111,6 °Dw Mamthümer werden ausgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder (röter zu Gunsten der Armenkasse werden »ersteigert werden. liefen16btnl’i August°1870J nn ' Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. 1 slt 0 o e T* in kr. st. ft- kr. 48,769 37 11,222 51 1018 =■* Gesammt- Ertrag. 3641) In der Neustadt Lit. D Nr. 153 sind circa 24 Gebund gutes Kornstroh zu verkaufen. Versteigerungen. 3613) Die Birnen von den Bäumen am Krofdorfer und Wiesecker Weg, sowie von Total vom 1. Jan. bis 31. Juli. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Steinbacher Weg. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bog t. 3638) Schöne frische Citrorlen empfingen I. A. Busch Söhne. Besondere Bekanntmachungen. 36081 Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkasse-Vereins werden zu der 7 Montag den 15. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, dem Universitäts-Canzleigebäude stattfindenden Hauptversammlung eingeladen. Tagesordnung: Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1869. Ersatzwahlen des Ausschusses. (Sieben, den 9. August 1870. Die Direktion des Spar- und Leihkafie-Vereuis zu Gießen. Frequenz und Einnahme auf den Oberhefsischen Ei send abu en. Heilstrecken : Gießen - Grimberg - Alsfeld, Gießen > Ridda. Wellen „ Reisholz, worunter 200 gesägte Wellen sich befinden, 7 Nadel-Stämme, 86 Cubikfuß enth., Stangen, 1220 „ „ 4 Eichen- „ 19 „ „ Die Zusammenkunft ist auf dem alten Brustschmerzen, Heiserkeit, Asthma, Blutspeien, Reiz im Kehlkopf rc. leidet, findet durch den Maye rächen weißen SnilbSnrup sichere und schnelle Hülfe. Aecht zu haben bei Fr. Bieler, am Kreuz, in Gießen- rfttitn Psülz. r Cbn- unO Lkßln wird r zu Deutsch- rtbt und des und ftveiji' t und lörfee kinztn Frank' kc ncch nicht । ^sprochtn, > iß kräftig r artiOnie- istMguiltz lst deu dertzigen Die Vezestn tl quellt, (teil i ttn üutlltn tu? bin. Sie iU'ag-3 i lill'ai nach urd>, »it über nn laufen t« rbent von Leihst Gewasscr ! Men un Sinflhnili o* ®(,cL,n bell Ml* den ' 3498) Die Gläubiger des minderjährigen vormaligen Posteleven, Johannes Seibert von Semd, werden zum Zweck einer gütlichen Verständigung auf Dienstag den 16. August L I-, Vormittags 9 Uhr, ; hierher mit dem Anfügen vorgeladen, daß sie in diesem Termine ihre Forderungen I onzuzeigen und zu begründen haben, als sie sonst bei Regulirung der Vermögens- " Verhältnisse des Johannes Seibert nicht berücksichtigt würden. Die nicht in Selbstperson erscheinenden oder nicht durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte vertretenen Gläubiger werden den Beschlüssen der Mehrheit der Erscheinenden als beitretend erachtet- t Groß-Umstadt, den 24. Juli 1870. 4 Großherzogliches Landgericht Groß-Umstadt. Eckstorm, Rinck, Landrichter. Landger.-Assessor. 6»*^ Bll 5" ,11"' ,0° dir * Y«lM' e,r * 3606) Montag den 15. August d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Katharinenhütte, nachverzeichnetes Holz öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 269^4 Stecken Nadel-Prügelholz, 94 74 „ „ Stockholz, 4480 Extra- Ordi- naria. JT" 19 18 Vorbehältlich definitiver Feststellung. Gieße n, im August 1870._________ Oeffentliche Aufforderung. Der Verwaltungsrath. (3612) zwei Bäuii en bet der Schule im ehemals Oswald'schen Garten, sollen Dienstag den 16. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigert werden. , . . Zusammenkunft bei der Schule im Oswald'schen Garten. Gießen, den 10. August 1870. • Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.___________ 3622) Dienstag den 16. August d. J^ Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhaus ein Küchenschrank mit Glasaufsatz, ein Nachttisch und ein Schränkchen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. August 1870. Großherzogliches Ortsgencht Gießen- Sem ml er, Ortsgerichtsmann. 3637) Montag den 15. August, Nachmittags 3 Uhr, lasse ich die Ernte von einem Morgen Frühhafer in der Nähe des Jhering'schen Gartens neben den neuen Barrackcn an Ort und Stelle öffentlich versteigern- Gießen, den 13. August 1870. M. Pilger. Keilgeboteues. 3627) Alten Malaga, Portwein, Tokayer, sowie gute, unverfälschte Rothweine, empfehlen I. A. Busch Söhne. Bohnen- und Gurkenfässer, sowie Waschbütten und sonstige Küferwaa- ren, werden wegen Räumung meines La» gers billig abgegeben. (3640) H- Schm all, Lindenplatz. 3585) Eiserne Bettstellen, sehr stark und dauerhaft, zu außergewöhnlich billigen Preisen, empfiehlt I. G. D- Bapst. 3623) Schöne Pflaumen bei C. Rahn. 3644) Eine große Parthie Zimmerspäne soll Dienstag den 16. b. Mts., Nachmittags 3 Uhr, auf dem in der Nähe des Jhering'schen Gartens befindlichen Bauplatze für die La- zarethbaracken öffentlich versteigert werden. Gießen, den 12. August 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Vogt.___________ 3614) Künftigen Donnerstag, den 18. d. Mts., Morgens um 10 Uhr, soll die Hafer-Erndte auf der fiskalischen Wiese in der Gemarkung Gießen, der sog. Weidwiese, auf dem Halme an Ort und Stelle loosweise versteigert werden, was man hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringt. Gießen, den 11. August 1870. Grobherzogliches Rentamt Gießen. L y n ck e r. 1870» Personen-Verkehr. Güter-Verkehr incl. Materialbeförderung. Anzahl. Ertrag. Ctr. Ertrag. Juli. 17,855 ft- kr. 7706 8 115,204 ft- kr. 3497 25 3643 Ausverkauf Indem ich mit meinem Stiefel- und Schuhlager vollständig zu räumen beabsichtige, verkaufe ich von heute au zu folgenden herabgesetzten Preisen, als: das Paar Herren-Zug-Stiefel zu 5 fl., „ „ Herren-Zug-Schuhe zu 4 fl., „ „ Damen«Kidlcder - Zug - Stiefel zu 3 fl. 30 Er., „ „ Damen - Zeug - Stiefel zu 2 fl., „ „ Kinder - Stiefel zu 45 Er., „ „ Pantoffel zu 45 Er., „ „ englische Gummi - Schuhe zu 1 fl. K. Grünebaum, Kirchenplatz. Aufruf an die Frauen der Stadt und Umqegend. 3636) Da der Mangel an Leinwand für Charpie und Binden bei dem großen Verbrauch immer fühlbarer wird, so bedarf es sicherlich nur dieses Aufrufs, um neue Vorrathe in der Aula anzuhäufen. Wir bitten darum dringend um baldige und recht reichliche Beisteuer. Namens des Matecialien-Comite's: V i g e l i u s. Nachricht für Angehörige mobiler Militärs. werden durch mein seit 26 Jahren weltberühmtes II Zahnmundwasser für immer sicher vertrieben, welches von den größten Aerzten und höchsten Standespersonen anerkannt ist. Unzählige Atteste liegen zur Ansicht vor. C Hückstädt, Berlin, Prinzenstr. 37. Zu haben ä Flasche 18 fr. in der alleinigen Niederlage bei (3319) Carl Frech, in Gießen. Musikwerke und Spieldosen von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Castagnetten, Himmelsstimmen, Mandolinen zu en-§ros-Preisen, empfiehlt (1647) Georg Schäfer, Uhrenhandlung. 3639) Pfuhlfäffer werden billig abgegeben bei H. Schmall, Lindenplatz. 3625) Seegras, Prima-Qualität, empfiehlt für Lazarethe Fritz Fey, Fahrgasse Nr. 46, Frankfurt a. M. 3507) Gothaer Cervelatwurst empfehlen I. A. Busch Söhne. 3523) Liebigs Steppenmilch (Kumys) | = heilt = Brust- und Lungenleiden. Nach dem Ausspruche der medicini- schen Autoritäten heilt die Steppenmilch — genannt Kumys — rascher und sicherer, als alle anderen bisher in Deutschland angewandten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Bronchialkatarrh, Anämie (Blutlosigkeit) in allen ihren Formen und Folgezuständen, Scorbnt, Chlorosis, Hysterie, Hypochondrie und Körperschwäche. Pr. Flasche 15 Sgr., nebst Z Gebrauchsanweisung und Attesten von | den berühmtesten Aerzten. In Kisten, ä 4—12 Flaschen, zu be-1 ziehen durch Das General-Depot von Lielüg's Steppenmilch (Kumys) § Berlin, Teltowerstr. 55c. 3634) Vorzügliche Sauerkirschen, das Pfd. 4 fr., gute gelbe Kartoffeln, die halbe Mest 24 fr., Salat-Kartoffeln, die halbe Mcst 20 fr., bei L- Hartmann, in der Schanz. Rich X Diciuar, i 6,Ml. En - gros - Handlung. Portland - Cement, Lust- und Wasser - Cement, Traß, gebr. Gyps, Asphalt-Dachpappe ic. 1897) A ech t es La Plata-Fleischextracl (Extractum Carnis Liebig), bereitet durch die Herren A. Benites & Comp. in Buenos-Ayres, ist zu haben in Gießen bei Herrn Apothefer A. Mettenheimer. Vermierhnngen. 3615) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen und sogleich beziehbar Neuenweg Lit. B. Nr. 192.____________________________ 3629) Ein fein möblirtes Zimmer für einen einzelnen Herrn ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3626) Ein fleines Familienlogis ist zu vermiethen bei ______________L. Friebel, Sandgassc. 3593) Das von Herrn Schmidtborn bewohnte Logis, bestehend aus 5 Zimmern, 1 Cabinet, 2 Kammern, Küche, Keller, Holzstall, Mitgebrauch der Waschküche, ist zu vermiethen. Dr. Felsing. 3646) Eine Heine möblirte Stube ist zu vermiethen in der Wallthorstraße A 227. 3553) Das seither von Herrn Ober5 Lieutenant Winter bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und den 20. October zu beziehen. Ehr. Löb er, Fabrifant. 3642) Eine Heine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Georg Becker, ____________________Marftstraße D. 29. 3645) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei Ehr. D. Fillmann, __________________________Kirchenplatz. 3598) Mehrere kleine Familienwohnungen sind Lit. C- Nr. 96 in der Wolken- gasse zu vermiethen._________________________ 3581) Ein neu eingerichtetes Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Samuel Katz, _______________________am Asterweg. 3619) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und fann alsbald bezogen werden bei___________Bäcker Kuhn, am Kreuz. 3647) In meinem Hinterhause in der Schloßgasse ist ein Familienlogis zu vermiethen und sogleich beziehbar bet __________________Martin Lenz. 3473) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Küche rc. und sonstigen Bequemlichkeiten , ist zu vermiethen bei __________Georg Möhl, Ncichensand. 3219) Der obere Stock meines Hauses, sowie ein großes möblirtes Zimmer, sind zu vermiethen und alsbald zu beziehen bei Heinrich Vogt, Neuenweg. 3572) Ein freundliches Logis von 3 Zimmern und Küche ist auf 1. October l. I. zu vermiethen. Näheres Kirchenplatz Lit. B. Nr. 6._________________________________ 3594) Ein möblirtes Zimmer nebst Schlafcabinet und ein möbltrtes Maiffar- denzimmer sind an ledige Herren im Cafe Kuhlmann zu vermiethen und sogleich zu beziehen._____________________________________ 3228) Die Scheuer im Zinßer'schen Garten ist zu vermiethen. 3631) Einen Wagen, Pflug, Egge und sonstige Oeconomie-Geräthschaften verkauft ________________PH. M. Krailing. 3633) Eine Wiese, in der Gemarkung Wieseck gelegen, ist aus freier Hand zu verkaufen ; ebenso werden auch einige Centner gutes Heu käuflich abgegeben bei Peter Plank, _____________________in der Wolkengasse. 3624) Durch die Aufgabe meines Geschäfts sind zwei zweispännige Wagen, ein jeder von 80 bis 90 Etr. Tragkraft, zu verkaufen bei Johannes Gans, auf der Ganseburg. 3590) Ein neuer Küchen schrank und ein Tisch sind zu verkaufen bei Schreinermeister Tränkner II. Vermischte Anzeigen. Gesuch. 3618) Ein guter Schuhmachergeselle wird gesucht von B. Walther. 3632) Ein Portemonnaie mit einigem Geld ist gefunden worden. Der Eigenthü- mer kann dasselbe gegen Entrichtung der Einrückungsgebühren in Empfang nehmen bei__________________Carl Faber II 3603) In Lit. C. Nr. 80 wird ein Kindermädchen gesucht, welches auch weibliche Arbeiten verrichten kann.___________________ 3616) Tüchtige Schreiner sofort gesucht 'von Ehr. Weiß. 3575) Der Unterzeichnete erklärt sich hierdurch bereit, die Adressen auf Briefe und sonstige Postsendungen an mobile Militärs für solche Angehörige derselben, welche in der Adressirung von Postsachen ungeübt sind, kostenlos zu besorgen. Für die richtige Adressirung sind folgende Angaben erforderlich: 1) Nummer des Armee-Corps, 2) Nummer der Division, 3) Nummer des Regiments, 4) Nummer des Bataillons, 5) Nummer der Compagnie, 6) Grad, Charakter oder Amt bei der Militärverwaltung des Adressaten. Diese Erfordernisse sind somit vor der Uebergabe der Briefe u. s. w. behufs der Adressirung an mich durch den Absender festzustellen. Mein Arbeitszimmer ist von 8 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 5 Uhr Nachmittags in der Negcl geöffnet, nur am Mittwoch und Samstag bin ich von 8 bis 12 Uhr Vormittags anderweitig in Anspruch genommen. Gießen, am 4. August 1870. Georg Noll, wohnhaft im Müller'sa-en Hause am Seltersberg. Lieferung von Speisen für die Verwundeten und Kranken in den Lazarett)-Baracken. 3601) Die Lieferung von Speisen für die in den Lazareth-Baracken zu verpflegenden Verwundeten und Kranken wird nach Beschluß des Sanitäts-Ausschusses des unterzeichneten Vereins einem Accordanten übergeben werden. Die Bedingungen, unter welchen der Vertrag abgeschlossen werden soll, liegen auf dem Bureau des Vereins, in dem Müller'schen Hause am Seltersberg, zur Einsicht offen. — Geschäftsleute, welche geneigt sind, die fragliche Lieferung zu übernehmen, wollen sich dahin wenden. Gießen, am 9- August 1870. Verein für die Pflege verwundeter und erkrankter Krieger. 3630) Allen Denjenigen, welche unseren treuen Gatten und Vater, Theodor Vetzberger, zu seiner letzten Ruhestätte begleitet haben, sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. 3620) Ein Portemonnaie von rothem Leder, mit Messingbügel, enthaltend etwas Geld und einen Schlüssel, ist verloren worden. Der Wiederbringer erhält eine gute Belohnung Wallthor A. 159 im mittleren Stock. 1 Spansau heute Samstag und morgen Sonntag im Philosophenwald. 3628) Ein Korallenkettchen ist am Sonntag verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine Belohnung Seltersweg Lit. C- Nr. 34 abzugeben. Getragene Kleider. 3607) Getragene Kleider kaufe ich und sehe baldigen Offerten entgegen. Meyer Rothenberger, Neuenweg B. 193. Die Pfarr- Conftrenz am 17. August wird ausgesetzt. Gießen und Groß-Buseck. Land mann. Strack. 3635) Meine Bolmenschneid-Maschine bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung, Bestellungen können bei Herrn G g. Lampus in der Löwengasse und bei Herrn Adolf Schmidt auf dem Kreuz gemacht^ werden- Meine Wohnung befindet sich im Katzenstein'schen Garten. Frau Zinßer. | Kupferschmiede finden gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung bei G- Völckner, Kanzleiberg. 3602) Zwei Schreinergesellen werden gesucht von Gg. K- Haubach 1. 3569) Ein gewandter Scribent sucht Stelle. Das Nähere bei der Exped. d. Bl. tfrilcfjlmdier zu fließen. Sonntag den 14. August. Christian Lampus am Seltersweg. Jacob Vogt in der Wallthorstraße. Jacob Nonstadt in der Neustadt. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Hemeinde zu Hießen. Gottesdienst. Am 14. 21 uguft. Morgens: Pfarrer Landmann. (Feier des heil. Abendmahls.) Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel. G e t a u f t c. D en 6. 21 ußu ft. Dem Bürger und Glasermeister, Heinrich Fillmann, ein Sohn, Philipp Karl, geboren den 22. Juli. Den 7. August. Dem Bürger und Spenglermeister, Wilhelm Löber, ein Sohn, Karl Theodor Hermann, geboren den 10. Juli. Denselben. Dem Bürger zu Allen- dorf an der Lumda und Ziegelbrenner dahier, Konrad Müller, eine Tochter, Margarethe Christiane, geboren den 18. Juli. Denselben. Dem Bürger zu Kirtorf und Küfermeister dahier, Heinrich Hewig, eine Tochter, Marie Margarethe Friederike, geboren den 14. Juli. Den 9. August. Dem Bürger zu Oberrosbach und Zeugweber dahier, Konrad Jung III., eine Tochter, Margarethe, geboren den 9. August. Beerdigte. Den 5. August. Wilhelmine Charlotte Dornseif, geborne Flett, Wittwe des Groß- herzoglichen Landgerichtsactuars zu Biedenkopf, Friedrich Karl Heinrich Dornseif, alt 65 I. 10 M. 3 T., gestorben den 4. August. Den 7. August. Hermine Henriette Hoffmann, des Bürgers und Kaufmanns, Ferdinand Hoffmann, eheliche Tochter, alt 7 M. 20 T., gestorben den 5. August. Den 8. August. Philipp Karl Fillmann, des Bürgers und Glasermeisters, Heinrich Fillmann, ehelicher Sohn, alt 15 T., gestorben den 6. August. Denselben. Etn tobtgeborner unehelicher Sohn von hier, geboren den 7. August. Den 9. August. Georg Martin Emil Mootz, Bürger und Schuhmachermeister dahier, alt 34 I. 3 M. 14 T., gestorben den 8. August. Den 10. August. Margarethe Dietz aus Biskirchen, Kreis Wetzlar, alt 69 I., gestorben den 8. August. Denselben. Theodor Vetzberger, Bürger und Corsettenmacher dahier, alt 59 I. 1 M. 1 T-, gestorben den 9. August. Den 11 21 uguft. Emilie Sophie Wenzel, des Bürgers und Kaufmanns, Emil Wenzel, eheliche Tochter, alt 9 M- 12 T-, gestorben den 10. Aug. Denselben. Margarethe Jung, des Bürgers zu Oberrosbach und Zeugwebers dahier, Konrad Jung III. , eheliche Tochter, alt 9 St-, gestorben den 9. Aug. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann. Gott ist mit uns! Gott ist mit uns! Zwar hat der Krieg begonnen, Geschlagen ist die erste blut'ge Schlacht; Mein das Volk der Deutschen hat gewonnen Und manchem Feind den frühen Tod gebracht; Denn hatte dieser sich am Rhein zu sonnen Wohl auch in frechem Uebermuth gedacht: So läßt nicht Gott der Deutschen Recht erliegen, Er führt vielmehr ihr Heer von Sieg zu Siegen. Der Erbfeind hat den Krieg vom Zaun gebrochen Aus bloßer Mißgunst und Erobrungssucht Und allem Fug und Rechte Hohn gesprochen, Run erntet er der Unthat böse Frucht; Denn nicht bei Gott und Menschen ungerochen Bleibt dies sein Thun, so schnöd und so verrucht; Schon wanken seines Thrones morsche Stufen, Zum völl'gen Sturz fühlt Deutschland sich berufen. Doch laßt uns jetzt der theuern Todten denken, Mit deren Blute man den Sieg errang, Und theilnahmvolle Herzen denen schenken, Die jetzt schon trauern trotz dem Sicgesgang. Ach! viele Waisen, Wittwen, Aeltern senken Das Auge nieder, ahnungsvoll und bang: Sind ihnen durch des Krieges blutig Morden Die Stützen doch so schnell entrissen worden. Der Deutsche reichet ja im Allgemeinen Dem Unbekannten selbst die Bruderhand; Allein noch lieber gibt er von dem Seinen Jetzt, wo es gilt das theure Vaterland, Zumal die hehrsten Gründe sich vereinen: Geweiht ist ja mit Blut das heil'ge Band. Drum laßt uns Opfer, dieser Eintracht wegen, Auf den Altar des Vaterlandes legen. Ihr deutschen Männer, die die Mittel haben, Eilt den Verletzten kräftig beizusteh'n! Ihr Frauen, sucht mit zarter Sorgfalt Gaben Dem Grund der stillen Thränen nachzugeh'n! Ja Alle laßt uns die mit Hülfe laben, Die bang der künft'gen Zeit entgegenseh'n: Dann wird der alte Gott zu Deutschlands Gauen Mit neuem Wohlgefallen niederschauen. Dr. Jochem. Aus blutiger Zeit. Historische Novelle von Hermann Hirschfeld. (Fortsetzung.) Die Königin ergriff die Hand ihres Sohnes und behielt fie in der ihren, als sie sich neben Heinrich niederließ. Höre mich an, mein Sohn, und billige die Gründe Deiner Mutter, die Dich liebt. Jene Vaudemont mußte vom Hofe verschwinden, weil sie gefährlich zu werden drohte, aber Dir ist sie unverloren? Der König sprang auf. Was sagen Sie? o, reden Sie, wo weilt Marguerite? wo kann ich sie finden? Die Königin winkte abwehrend, den übergroßen Eifer ihres Sohnes zu beschwichtigen. Ich mußte die Vaudemont entfernen, um ein gewisses, auf Dich bezügliches Gerücht zu bestärken. Ha, wie sie knirschen, die stolzen Guije, diese Montpensier, unter jenen Ketten der Schmach, die ich ihnen angelegt, wie sie sich beugen in ohnmächtigem Trotz und dennoch das Eisen nicht zu brechen vermögen! Laß sie verschwören, laß sie nur versuchen, meinen Bau zu untergraben. Mögen sie an den Säulen rütteln — mit ihrem eigenen Blute werde ich nur noch fester die Steine zusammenfügen! — Aber Marguerite, drängte der König. Und noch ein zweiter Grund, fuhr Catharina fort, fiößte mir Grund zur Besorgniß ein, sobald Marguerite ferner den Boden des Louvre betrat — Deine Liebe zu dem Mädchen. Sprich offen, Heinrich, ohne Hehl — wäre Deine Leidenschaft nicht im Stande, trotz Deines Widerwillens gegen die Bande der Ehe, Frankreichs Königskrone auf das Haupt Marguerite zu setzen, wenn das Mädchen es verlangte? Der König schwieg eine Weile. So weit ist es noch nicht, sagte er endlich ausweichend. Wahr ift es, ein nie gekanntes seliges Gefühl ergriff mich in Marguerite's Nähe Mir war's, als ob die schwere erstickende Luft des Hofes, die wie em Alp auf meiner Brust liegt, sich in leichten, reinen Aether verwandele, der ein neues, nie geahntes Gefühl in meine Seele gießt- Nur einmal empfand ich dasselbe Politische Gefühl; es war in jener Schreckensnacht, da Ihr, um meinen Widerspruch gegen die Ausführung des blutigsten aller Beschlüsse zu besiegen, mir jene Hugenottin erwarbt, die mich fast das Leben durch das Schwert ihres Verlobten, jenes elenden Secretärs Clement, kostete. Marguerite de Vaudemont — oder vielmehr, ihrer zukünftigen Stellung würdiger, die Marquise Farville — ist bereit, Deinen Wünschen entgegenzukommen uiid Dich an dem Orte, wohin meine Fürsorge sie versetzt, zu empfangen, redete die Königin weiter, ohne den letzten Worten ihres Sohnes Aufmerksamkeit zu schenken, wenn Du Deine Einwilligung gibst, durch unfern Gesandten am königlichen Hofe zu Madrid Unterhandlungen anknüpfen zu lasten, deren Resultat Deine Bewerbung um die Hand Donna Jsabclla's, der Infantin Spaniens, sein wird, eines Landes, dessen Bündniß wir dringend bedürfen uiid das treu zu Frankreich hält in Sturm und Gefahr. Nur in diesem Falle bin ich ermächtigt, Dir den Aufenthalt Marguerite's zu nennen. Es sei! rief der König fast vor Erwartung zitternd, ich verspreche, ich bewillige Alles, nur gebt mir Kunde, wo weilt Marguerite? Die Marquise de Farville weilt in einem der Pavillons des königlichen Schlosses zu Mendon, entgegnete die Königin-Mutter. Aber noch ist es Dir verwehrt, sie wiederzuschen. Eine schwere Krankheit hielt Körper und Geist des Mädchens' seit langer Zeit gefesselt. Warten wir ihre Genesung ab. Wollen Sie der sehnenden Liebe einen Zügel anlegen, wollen Sie den Sonnenwagen, den ewig dahin rollenden, in seinem Laufe-hemmen? ries der König. O, sprechen Sie, wann darf ich Marguerite wieder sehen? Sobald die Präliminarien am Hofe Spaniens so weit eingeleitet, erwie- derte Catharina, daß Du nicht zurück kannst, ohne die Hand zu Deiner eigenen Schmach zu bieten. In vier Wochen steht Mendon Dir frei. Es ist dann die Zeit, in der man sich am Hofe mit Deiner Abreise beschäftigt; die Augen unserer Feinde, die jeden unserer Tritte bewachen, werdeii dann lässiger sein, und unbemerkt wirst Du in einer der vorhergehenden Nächte Dich aus dem Louvre entfernen können. Nach jener Nacht brauchen wir nicht mehr die Oeffcntlichkeit zu scheuen. Vier Wochen noch des Zögerns! rief der König im Tone der Ungeduld. Kann ich diese Frist ertragen? Du magst Dir unterdessen die Zeit mit Deinem Sänger vertreiben, erwiederte Catharina fast spottend, doch da sehe ich ihn und Pater Ignaz, fuhr sie fort, auf die beiden Gestalten weisend, die am Ende der Allee auf- tauchteu, sie mögen kommen. Mit diesen Worten gab sie den Männern einen Wink, heranzukommen. Pater Ignaz, sagte sie mit lauter Stimme, Se. Majestät ist willig, sich unseren Wünschen, den Wünschen seines Landes, gnädig zu fügen. Schreiben Sie dem Cadinal de Barius, unserem Gesandten am königlichen Hofe zu Madrid : Kein Opfer sei zu groß, um abermals die Krone Spaniens mit Frankreich in Liebe zu vereinen. Von diesem Augenblicke an betrachte sich mein königlicher Sohn als verlobt, Isabella von Spanien nennt sich Frankreichs Königin, und Eure schönsten Lieder, Troubadour, wandte sie sich an Raoul, feiern dieses glückliche Ereigniß. Raoul verneigte sich schweigend. Keiner der Anwesenden ahnte, welch ein Vulkan in seinem Herzen tobte. Während Heinrich ihn an sich heran winkte, trat die Königin-Mutter zu ihrem Secretär, sich mit ihm einige Schritte abseits entfernend. Nun, fragte sie mit leiser Stimme, hast Du den Fremden erforscht? Ist die Angabe seiner Herkunft wahr, oder ist er eine Creatur unserer Feinde? Letzteres nehme ich mit Bestimmtheit an, Majestät, erwiederte der Secretär, und dennoch scheint mir die Person jenes Troubadours ein Geheimniß. Lassen mir Ew. Majestät Zeit zur Prüfung, und bis ich das Räthsel gelöst, vergönnen Sie Ihrem Sohne die erheiternde Gegenwart des liebenswürdigen Jünglings. Ein Page trat eben in den Garten, auf silbernem Teller der Königin ein versiegeltes Schreiben überreichend. Catharina erbrach es, ihre Züge veränderten sich, als sie den Inhalt des Briefes überfiog. Denken sich Ew. Majestät, rief sie, was man aus dem Hauptquartier des Generals Crillon meldet. Jener Offizier, Raoul de Saverne, Widersetzlichkeit und der Rebellion halber zum Tode verurtheilt, dem unsere Gnade das Leben schenkte, ist mit Hülfe eines Mädchens entkommen und jede Spur von ihm verschwunden. Man vermuthet, daß sich der Flüchtige nach Holland begeben. Die Königin reichte ihrem Sohne das Blatt und wandte ihren Blick auf Pater Ignaz, der seinerseits bei den ersten Zeilen den Fremden scharf beobachtet hatte. Raoul zitterte unter dem forschenden Auge des Secretärs, eine unwillkürliche Blässe färbte sein Antlitz, und dennoch suchte er seine Fassung zu bewahren. Majestät, begann endlich der Secretär, wenn dem treuesten Ihrer Diener ein Wort vergönnt ist, so beschließen Sie nicht die Verfolgung des Flüchtigen, der sicher nimmer wieder seinen Fuß auf Frankreichs Boden setzen wird. Lassen Sie Ihre königliche Milde walten, vielleicht dankt Ihnen einst der Bereuende. Die Königin verstand den Wink. Es sei, erwiederte sie, folgen Sie mir in mein Cabinet, Ignaz. (Fortsetzung folgt.)_________________________ sr u n d § ch «r is. 11. August. Der „KarlSr. Ztg." wird von Wien, 6. August, geschrieben: Eine omt- liche Bekanntmachung setzt eS heute nutzer Zweifel, daß die Verstärkung der Defensivftellung Oesterreichs in sehr umfassender Weise in Angriff genommen wird. Die Aufstellung von besondern „Befestigungs - Baudirectionen" in EnnS, dann in Olmütz, in Krakau und in Eperies zeigt die Positionen an, welche in erster Reihe in Betracht kommen, und die Ausschreibung von „bedeutenden Erdarbeiten, Felssprengungen und Holzlieferungen" deutet auf größere Fortificatio- nen. DaS Gerücht spricht übrigens sogar bereits von einer Befestigung Wiens, und zwar tritt dasselbe so bestimmt auf, daß dasselbe im Wiener Gemeinderath sofort Gegenstand einer — vorläufig nicht beantworteten — Interpellation geworden ist. Die zahlreichen in Petersburg lebenden Czechen haben ihren unlängst in einer Versammlung gefaßten Beschluß ausgeführt und sind in Folge der Annahme des päpstlichen JnfallibilitätS-Dogmas durch das römische Concil fast sämmtlich zur russisch-orthodoxen Kirche übergetreten. Die Convertiten haben zur Rechtfertigung ihres Schrittes eine Schrift veröffentlicht, aus der wir folgende Sätze hervorheben: „Die Päpste haben von jeher feindselig gehandelt gegen die czechische Rationalität, der sie wahre Stiefväter waren. Man braucht nur zu erinnern an die Stellung, welche Rom zur Zeit der hussitischen Bewegung und im Anfänge des 17. Jahrhunderts den Czechen gegenüber einnahm. Der Tod Huß' und Hieronymus', das antinationale Verfahren der Geistlichkeit zur Zeit des gänzlichen Falles der czechischen Nationalität nach der Schlacht am Weißen Sßerge — das sind Dinge, die nie vergessen und verziehen werden können. Und heute haben 600 in Rom versammelte Lehrer der Kirche es für ein hohes Gluck erachtet, das Gelüste ihres Obern zu befriedigen und ihm die Unfehlbarkeit bei- zulegen, die Gott allein zukommt. Wo solche Grundsätze ausgesprochen und in'S Leben eingeführt werden, da ist keine Stelle für unsere slavischen Märtyrer, wie sie auch für Huß und Hieronymus von Prag nicht war. Auch wir wollen keine Knechte Roms sein und erklären unseren Freunden, Landsleuten und allen slavischen Brüdern, daß wir uns vom Papstthum, seinen Grundsätzen und seinem neuen, die Vergötterung eines Menschen lehrenden Dogma lossagen und zur orthodoxen Kirche übertreten, welche die Nationalkirche aller Slaven ist." Vom Kriegsschauplatz. Dem „Fr. I." wird aus Bergzabern, 5. Aug., über das Treffen von Weißenburg geschrieben: So eben komme ich von Weißenburg zurück, dem Schauplatz des ersten Kampfes. General Douay war am 3. d. mit ungefähr 5000 Mann bei Weißenburg angelangt, von welchen er ein Bataillon in die Festung, die übrigen in die Weinberge und Gärten legte. Das 10. bayerische Jägerbataillon wurde zuerst aus nächster Nähe, als es eben aus Schweigen hinausmarschiren wollte, mit Kugeln begrüßt und hatte nun die schwierige Ausgabe, die Weinberge zu säubern. Das Werdergewehr bewährte sich hierbei glänzend. Tollkühn suchte Oberlieutenant Emmerich mit seinen Leuten über die Walle in die Stadt einzudringcn. Aus nächster Nähe waren die Tapferen den hinter den Mauern ihr Feuer aus sie eröffnenden Zuaven preiegegeben, ohne daß es gelang, die Mauern zu erklettern. Sie fielen bis auf Wenige. Sechs Jäger, welche den Wall erkletterten, sahen sich von den Franzosen sofort umringt und gefangen. Ohne Paroon erhalten zu können, wurden sie vor den Augen ihrer in der Nähe liegenden verwundeten Kameraden niedergemetzelt. Inzwischen hatten von der anderen Seite beim Bahnhofe Bataillone des 9., 5., 11. und 14. Regiments ihr Feuer eröffnet, welches zwei Batterien, die eine von der Höhe bei Schweigen, die andere in entgegengesetzter Richtung, unterstützten. Da-; deutsche Thor ward zusammengeschossen, an verschiedenen Orten begann es zu brennen; endlich gegen 1 Uhr drangen unsere Leute mit Hurrah in die Stadt, wo sich noch auf Schritt und Tritt der Kampf entspann. Douay fiel, die Bayern machten 140 Osficiere und 480 Zuaven, TurkoS und Infanteristen zu Gefangenen. Die Preußen, welche erst gegen Ende des Kampfes eintrasen, machten auch mehrere Hundert Gefangene, worunter 4 Osficiere. Unsere Jäger behaupten, man habe sich in Weißenburg der Kugel- spritzen bedient, ohne jedoch den geringsten Erfolg zu erzielen. Es gelang übrigens den Franzosen, beim Rückzüge die Geschütze mitzunchmen. Am Geisberg, Schobusch und in der Scherrhohle setzten sie sich von Neuem fest; allein auch diese Positionen wurden von den Preußen genommen. Ich selbst sah 2 Trupps von circa 70 Mann Gefangenen durch Preußen in die Stiftskirche treiben, wo sie vorläufig ausbcwahrt werden. Heber die Besetzung von Hagenau wird der „Badischen Landesztg." vom 7. August berichtet: „Heute zwischen 1 und 2 Uhr wurde dieses elsässische Städtchen durch das badische 1. und 2. Dragonerregiment besetzt. Voraus ging ein kühner Handstreich der beiden Dragoner-Lieutenants v. Schönau und v. Freydorf, welche mit wenigen Reitern nach der mitten in der Stadt gelegenen großen Caserne ritten und den dortigen Offizieren und Mannschaften erklärten, sie seien gesang-n. Der Feind wußte nichts Besseres zu thun, als vor dieser Handvoll Leute die Waffen zu strecken. Die Fruchte dieses kecken Reiterstückchens waren etwa 200 Gefangene, 130 Beutepferde und 16 Wagen mit prächtigen Ausrüstungsgegenständen, deren sich die Unfern nicht wenig freuen. Abends wurde bereits das Hauptquartier der badischen Division hierher in den Gasthof zur Post verlegt und die Truppen der Division bezogen Beiwachen rings um die Stadt. Die Bevölkerung von Mühlhausen und Umgegend (tm Elsaß) wurde nach der „Karlsr. Ztg." am 8. d. von den kaiscrl. Eivilbehörden aufgefordert, sich einem etwa erfolgenden Einmarsch deutscher Truppen gegenüber friedlich zu verhalten. Es wurde viel bewegliches Eigenthum nach Basel geflüchtet. Die bei Weißenburg betheiligt gewesenen Armeecorps bestehen aus folgenden Truppenabtheilungen: V. Armeekorps. Commandeur: General-Lieutenant v. Kirchbach. 9. Infanterie-Division. Gen.-Lieut. v. Rheinbaben. 17. Infanterie-Brigade. Generalmajor Schuler v. Senden. 3. Posen'sches Infanterie Regiment Nr. 58. 4. Posen'sches Jnf.-Reg. Nr. 59. 18. Infanterie- Brigade. Generalmajor v. VoigtS-Rhectz. Königs-Grenadier-Regim. (2. West- preußisches) Nr. 7. 2. Niederschlefisches Inf.»Reg. Nr. 47. 1. Schlesisches Jägerbatalllon Nr. 5. 1. Schlesisches Dragoner-Regiment Nr. 4. 1. Fußab- theilung Niederschlcsischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 5. 10. Infanterie- Division. General-Lieutenant v. Schmidt. 19. Infanterie-Brigade. Generalmajor v. Tiedemann. 1. westpreußisches Gren.-Reg. Nr. 6. 1. Niederschlesisches Infanterie - Regiment Nr. 46. 20. Infanterie-Brigade. Generalmajor v. Monbarry. Westphälisches Füsilier-Regiment Nr. 37. 3. Niederschlefisches Jnf.-Reg. Nr. 50. 2. Leib-Husaren Reg. Nr. 2. 2. Fußabtheilung Niederschlesisches Feldartillerie - Reg. Nr. 5. Reserve-Artillerie. 3. und reitende Ab- theilung Nwderschles. Feldartillerie-Regiments Nr. 5. 5. Cavallerie - Divifion. Generalmajor v. Strantz. 9. Cavallerie-Brigade. Generalmajor v. Bcrnhardi. Westpreuß. Kürassier-Reg. Nr. 5. Posen'sches Uhlanen-Reg. Nr. 10. 10. Ca- vallene-Brigade. Generalmajor v. Krosigk. Kurmärkisches Dragoner-Regiment Nr. 14. Westpreuß. Uhlanen-Rcg. Nr. 1. XI. Armeecorps. General - Lieutenant v. Bose. 21. Jnf.-Division. General-Lieutenant v. Schachtmeyer. 41. Jnfant.-Brigade. 1. Nassauisches Jnfant.-Reg. Nr. 87. Hessisches Füsilier-Reg. Nr. 80. 42. Jnfant.-Brigade. Generalmajor v. Thiele. 2. Hessisches Jnfant.- Regiment Nr. 82. 2. Nassauisches Jnfant.-Reg. Nr. 88. Rheinisches Dra- goner-Reg. Nr. 5. 3. Fußabtheilung Hess. Feldartillerie - Regiments Nr. 11. 22. Jnsant.-Division. General-Lieut. v. Gerödorff. 43. Jnfant.-Brigade. Generalmajor v. Selchow. 3. Hessisches Jnf.-Reg. Nr. 83. 6. Thüringisches Jnf.-Reg. Nr. 95. 44. Jnf.-Brigade. Generalmajor v. Schkopp. 2. Thüring. Jnf.-Reg. Nr. 32. 5. Thüring. Jnf.-Reg. Nr. 94. Hess. Jägerbataillon Nr. 11. 2. Hess. Husaren - Reg. Nr. 14. 2. Fußabtheilung Hess. Feld-Artillerie - RegtS. Nr. 11. Res. - Artillerie. 1. Fuß- und reitende Abtheilung Hess. Feldartillerie-- Regimcnts Nr. 11. 22. Cavall. - Brigade. Oberst v. Krosigk. 1. Hessisches Husaren-Reg. Nr. 13. Thüring. Uhlanen-Reg. Nr. 6. II. Bayerisches Armeecorps. Gen.-Lieut. v. Hartmann. 3. bayer. Jnsant.- Divifion. 5. Jnf.-Brigade: 6. und 7. Jnfant.-Reg. 8. Jägerbataillon. 6. Inf. - Brigade: 14. und 15. Jnf.-Reg. 3. Jäger - Bat. 1. Chevauxlegers - Reg. 1 Abth. 4. Art.-Regts. 4. bayer. Jnsant..Division. Generalmajor v. Bothmer. 7. Jnfant.- Brigade: 5. und 9. Jnf.-Reg., 6. Jäger-Bat. 8. Jnfant.-Brigade: 4. und 8. Inf. - Reg., 10. Jäger-Bat. 5. Chevauxlegers - Reg. 1. Abtheilung 2. Artillerie-Regiments. Reserve-Cavallerie: 2. Uhlanen-Reg. 2. und 6. Chevauxlegers - Regiment. Die bei dem Gefechte zwischen Saarbrücken und Forbach und bei der Erstürmung der Höhen von Spichercn betheiligten Truppen setzen sich zusammen aus Brandenburgern, Hannoveranern, Rheinländern und Westphalen. Die 14. Division, welche zuerst in das Gefecht eingetreten ist, umfaßt das Niederrheinische Füsilier-Regiment Nr. 39, Vas 1. und 2. Hannoversche Infanterie-Regiment (74 und 77) und das 5. Westfälische Infanterie - Regiment Nr. 53. Die 16. Division, von welcher ein Theil die 14. unterstützt hat, umfaßt das 3., 7., und 8. Rheinische Infanterie-Regiment (Nr. 29, 69, 70) und das Hohenzollernsche Füsilier-Rrgiment Nr. 40. Die 13. Division, welche den Feind umging und gegen Abend bei Forbach eintraf, um entscheidend einzugreifen, besteht aus dem 1., 2. und 6. Westphälischen Infanterie-Regiment (Nr. 13, 15, 55) und dem Hannoverschen Füsilier-Regiment Nr. 73. Endlich haben sich bei dem Sturm auf die Höhen von Spichexen die 5. Division und Theile der 6. Division betheiligt. Jene umfaßt das 1., 5. und 6. Brandenburgische Jnfantenc-Regiment (8., 48., 52.) und das 2. Brandenburgische Grenadier-Regiment Nr. 12; zu der 6. Division gehören das 3., 4., 7. und 8. Brandenburgische Infanterie- Regiment (20., 24., 60., 64.) und das Brandenburgische Füsilier-Regiment Nr. 35. Die „Saarbr. Ztg." schreibt vom 9. August: Noch sind auf dem Schlacht- selde nicht alle Todte begraben und auch Verwundete werden fortwährend noch eingebracht, Franzosen und Preußen, welche zwei schreckliche Nächte im Freien zubringen mußten. Mangel an Atzten und Krankenpflegern macht sich auf die empfindlichste Weise geltend, trotzdem, daß von Seiten der Bürgerschaft Alles geschieht, was in solch traurigen Tagen nur geleistet werden kann. Es gibt Privathäuser, in welchen die Verwundeten zu Dutzenden liegen; auch das Casino ist in ein wahres Lazareth verwandelt. Barmherzige Schwestern sind gestern angekommen; sie werden ein großes Feld ihres edlen Wirkens finden. Särgen und roh gezimmerten Kreuzen begegnet man in allen Straßen und die Todtengräber sind tn permanenter Thätigkeit. Ein Gluck ist es, daß die Witterung sich bedeutend abgekühlt hat; die Miasmen des Schlachtfeldes und in den Lazarethen fingen schon an, sich fühlbar zu machen. Forbach, 8. Aug. Der „Elberf. Ztg." wird von hier geschrieben: „Auf den Trümmern der französischen Armee geschrieben. Der Weg von Saarbrücken bis hier war zum Theil mit Blutlachen bedeckt. Ueberall sah man Leute beschäftigt, Todte zu beerdigen, während die Cadaver erschossener Pferde am Wege lagen. Alles aber ist nichts gegen das Bild, welches sich am Bahnhofe Forbach darbot. Man sollte glauben, die ganze französische Armee hätte ihre Vor- räthe hier aufgespeichert, so reichlich haben wir hier alles vorgesunden. Viele Tausende Säcke Hafer, große Lager Brode und Mehl, einen Schuppen Champagner und andere Weine, sage einen Schuppen voll. Große Haufen Officiex- Bagage, Bibliotheken, Waffen, Munition, Uniformen u. s. w. Alles im bunten Haufen durcheinander. Auch große Massen seiner Damen-Garderobe unter der Officier-Bagage, was darauf schließen läßt, daß die Armee die demi-monde bei sich führte. Eben kommen preußische Eilenbahnbeamte, um den Dienst hier einzurichtrn. Wer unter den Kühnsten hätte wohl gedacht, daß wir so schnell in Frankreich zu Hause sein würden!" Aus Metz wird officiell vom 9. August, Abends, gemeldet, daß bei allen unter den Befehl Bazaines gestellten Armeen kein weiteres Engagement stattgefunden hat. Aus Metz wird von heute 10. August, Morgens 8 Uhr amtlich gemeldet: Napoleon hat die Cantonnements-Quartiere der Armee besucht. Seit den letzten 45 Stunden treffen Lebensrnittel und Artilleriematerial reichlich ein. Berlin, 11. August. Von Karlsruhe den 10. August wird mitgetheilt, daß Straßburg zur Stunde von allen Seiten cernirt ist, und die Eisenbahnen, die von dort nach Hagenau, Paris und Lyon führen, von den deutschen Truppen occupirt sind. In der Festung soll sich nur ein Regiment Infanterie und Nationalgarden zur Besatzung befinden und die Verproviantirung äußerst schwach sein. Die gestrige Aufforderung des Generals Beyer zur Uebergabe wurde vom Commandanten abgewiefen. (W. T. B.) Berlin, 6. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Central- Comitd der deutschen Vereine zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger ist durch einen Erlaß Sr. Maj. des Königs ermächtigt worden, sich mit Entwerfung eines Statuts einer deutschen Jnvaliden-Stiftung für deutsche Krieger, die während des jetzigen Krieges invalide werden, und für die Hinterbliebenen der in diesem Kriege gefallenen deutschen Krieger zu beschäftigen. Reiche Anerbie- tuhgen der in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika lebenden Deutschen bilden die Grundlage für die Mittel dieser wichtigen Stiftung und die Opferwilligkeit des deutschen Volkes stellt eine Vermehrung der Mittel für diesen Zweck in Aussicht. Saarbrücken, 10. August, Mittags. Nach sicheren Nachrichten herrscht im Elsaß eine solche Furcht vor dem Ausbruch von Arbeiterunruhen, daß man an vielen Orten sogar die deutschen Truppen herbeiwünscht. Paris, 10. August. Gesetzgebender Körper. Graf Palikao zeigt an, daß das neue Cabinet folgendermaßen zusammengesetzt ist: Palikao Krieg, Chev- raux Inneres, Magne Finanzen, Duvernois Handel, Nigar.lt de Genouillp Marine, Jerome David öffentliche Arbeiten, Latour d'Auvergne AenßereS, Grand- perret Justiz, Brame Unterricht, Bnsson-Billault Präsident des StaatSrathS. Vermischtes. Steinbach bei Gießen, 7. Aug. Der hiesige Gemeinde-Vorstand hat den 28 Soldaten aus hiesiger Gemeinde ein Geschenk von je fünf Gulden in's Feld nachgesandt. Der Verein deutscher Patrioten in Liverpool, welcher sich bei dem ersten Aufschrei der Entrüstung über die von den Franzosen uns zugedachte Schmach gebildet hat, um die Wunden unserer Tapferen heilen und die Noth der zurückgebliebenen Familien lindern zu helfen, hat dem Comlt6 des Victoria-BazarS die Summe von 10,000 Thlr. mit der ausdrücklichen Bestimmung überweisen lassen, dieselbe gemäß seinem Programme für Leidende in ganz Deutschland zu verwenden. Redactton. Druck und Verlag der Brübl'schen Unio -Druckerei (Fr. Cbr. Pietsch') in Gießen.