^llunq 'bärtig Majore ® 4, JM h»t 8 llrtheil e®Wna 1 Bundes ba« nisch^ «orfu „a VW* reu- imt S- - > 9«- , i,d- jJJan PreiS vierteljährlich 36 kr. mit Vrmgcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzleibcrg Lit.. V Nr. 1. Mnzeige- und Z(mts6latt für den Kreis Kichen. Nr. g Donnerstag den 13. Januar 1S7O» AmtLiGe 95 e f a n n t m a t an Gießen die GrofcherMUchrn Bürgermeistereien des Kreises. Di- Gcburislisten, hinsichtlich bet im Jahr 1850 gebornen Militärpflichtigen haben Sie bereits in Händen, und wir b-°ustrag-n Sie daher: n die Stammrollen über diese Militärpflichtige, welche zum Jahrgang 18/0 gehören, nach dem dem Reglement vom 20. Mai 1868 — Regier.-Blatt Nr. 30 — ange- sügten Formular aufzustcllen und dieselben mit ihren Anlagen längstens bis zum 2S.Jyebrimr L I. an uns m duplo emzusenden. 2) Verweisen wir Sie bezüglich der Eintragung der Namen der Militärpflichtigen m die Stammrollen, lorote die Bemerkung darüber, ob Emer oder der Andere mit Entlassung ausgewandert, ob er gerichtlich bestraft oder in Untersuchung und Haft ist, auf die §§. 10, 11 und 12 des obigen Reglements. 3) M bci ben Anmeldungen darauf zu achten, daß in die Stammrollen für 1870 nur die Militärpflichtigen ausgenommen werden, welche tu 18oO geboren sind. J Bei den aus früheren Jahren sich Anmeldenden ist in den betr. Stammrollen das Erforderliche zu bemerken, und sind die Stammrollen von 1868 und 1869 mit den für 1870, um aus Ersteren ersehen zu können, welche Leute sich angemeldet haben, gleichfalls einzusenden. . 4) Haben Sie in Ihren Gemeinden alsbald bekannt zu machen, daß Derjenige, welcher eine einährige Zuruckstellung ansprechen zu können glaube, diesen Anspruch 5) Machen ww darauf aufmerksam^, daß für die Militärpflichtigen, welche in 1869 auf Grund des §. 43 der Militär - Ersatz - Instruction auf ein Jahr zurückgestellt worden sind, die Gesuche um Zurückstellung, sofern die Gründe für eine solche noch fortbestehen, wieder erneuert werden müssem Bei Erneuerung sur solche ist geiiügend, wenn von den betr. Bürgermeistereien bescheinigt wird, daß in den Verhältnissen der Reclamanten sich nichts öeandert hat. Diese^N^nigungen sowohl als die Protokolle, welche für die Militärpflichtigen pro 1870 ausgenommen werden, sind geraume Zelt vor dem Kreis-Ersatz-Geschaft zur Prüfung an uns einrusenden. In Verhinderung des Kreisraths: Ä Kekulv, Kreisassessor. Das Großherzogliche Krcisvcterinäramt Gießen an * die Großherzoglichen Bürgermeistereien Mach, Mendorf a. b. Labn, Allendors a‘. d. Lda., Burkhardsfelden, Gießen, Grü- ningen, Hausen, Heuchelheim, Lang-Göns, Münster, Nieder-Bessinqen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Trohe und Winnerod. Wir ersuchen Sie lviederholt um gefällige Ausfüllung der in Nr. 151 vorigen Jahres im Gießener Anzeiger enthaltenen Tabelle oder um Fehlanzeige, wenn in der Gemeinde keine Schaafe gehalten werden. Gießen, am 11. Januar 1870. Das Großherzogliche Kreisvetermäramr Gießen. Dr. P f l u g. * Besondere Bekosrntmochungen. 183) Die Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro IV. Quartal 1869 können an den drei nächstfolgenden Wahltagen: Dienstags, Donnerstags und Samstags, ohne Kosten zur Siadtkaffe bezahl! werden. m 1 Gießen, den 11 Januar 1870. Der Stadt-Rentumster: Enders. 172) Die auf die Sicher Chaussee führende VI. Schueiße des Gießener Stadtwaldes hat in Folge des Regeuwetters abgesperrt werden müssen und darf bis auf Weiteres nicht befahren werden. Gießen, den 11. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Vogt.______ Waisenverpflegung. 171) Für ein 12jähriges Waisenkind (Mädchen) werden Pflegeltern gesucht. — Deßfallsige Anerbietungen werden auf der Bürgermeisterei dahier entgegengenommen. Gießen, den 10. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vogt. 146) Die Gemeinde Lieh sucht einen Schäfer. Lusttragende haben sich alsbald bei der unterzeichneten Bürgermeisterei zu melden. Lich, den 8. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Verweigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 176) Montag den 17. Januar 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Philosophenwald, Abth. Promenade, Franzosenschanze und Stolzenmorgen, nach- verzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden , als: 3 Stecken Eichen-Prügelholz, 3 „ „ Stockholz, 432 Wellen „ Reisholz, 1/2 Stecken Buchen-Scheidholz, 33/4 „ Nadel- 16 V2 „ „ Prügelholz, 47 Vr „ „ Stockholz, 1770 Wellen „ Reisholz, 250 „ Dorn- „ 30 Eichen'Stämme mit 872 Cubikfuß, 342 Nadel- „ „ 10322 4 Aichen-Stangen u 16 „ 16 Nadel- „ „ 50 Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Mai 1870 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. Gießen, den 11. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt. Hoflversttiqerum. 166) Donnerstag den 20. und Freitag den 21. d. Mts. sollen in dem Ettingshäuser Gemeindewalde, Districten Gabrielszimmerplatz und Riedstein, nachstehende Holzsortimente, als ; 380 Fichten-Bauholz-Stämme von ö’A bis 14 Zoll Durchmesser und 25 bis 80 Fuß Länge, 1025 Fichten-Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und 25 bis 65 Fuß Länge, 80 Eichen - Bauholz - Stämme von 6 bis 18 Zoll Durchmesser und 20 bis 45 Fuß Länge, 65 Eichen-Stangen von 4 Zoll Durchmesser und 15 Fuß Länge öffentlich meistbietend versteigert werden. Ettingshausen, den 10. Januar 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen. S 0 m m e r. 155) Folgende, bei der Stadt Gießen nöthige Arbeiten und Lieferungen, als: das Brechen von 58 Cub.-Klftrn. Basaltsteine, veranschlagt zu . 348 fl. das Anfahren derselben, veranschl. zu.......... 1044 „ Pflasterarbeit, veranschlagt zu . 1780 „ die Lieferung von 1 Cub.-Klftr. Pflastersteine, veranschlagt zu . 90 „ die Lieferung von IV2 Cub.-Klftrn. Sand, veranschlagt zu . . . 24 „ sollen Montag den 17. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Rathhause öffentlich vergeben werden. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. Gießen, den 10. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt.____________ 180) Montag den 17. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden am Güterschoppcn der Cöln-Min- dener Bahn dahier nachbenannte im besten Zustand befindliche Baumaterialien öffentlich versteigert, nämlich: 1300 laufende Fuß Balken und Dachsparren, 200 tannene Bretter, 3 Rais Dachschieser von Langhecke, Sand- steingcwände für eine Thüre und 4 Fenster, 6 Fenster nebst Nahmen, 3 Thü- ren, 1 Ofenstein, einige Dachkandeln, 4 Klafter Sandsteinquadern und Mauersteine, 300 Stück Ziegelsteine. Gießen, den 12. Januar 1870. In Auftrag: ________________M. Pilger. Holzversteigeruna. 167) Montag den 17. Januar 1870, Vormittags 11 Uhr anfangend, soll in dem Bellersheimer Markwald, in dem District Eisenkaute, nachbenanntes Holz, als: 42 Eichenbau- und Werkholz - Stämme von 19 bis 29 Zoll Durchmesser und 25 bis 65 Fuß Länge, 6591 Cubikfuß enthaltend, 2 Hainbuchen-Stämme, 100 Cubikfuß enthaltend, unter den' bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Ferner sollen Dienstag den 18. Januar 1870, Vormittags 11 Uhr anfangend, in dem hiesigen Gemeindewalde, District Rothenloh: 81 Kiefern-Stämme, 1281 Cubikfuß enthaltend, 74 Kiefern-Stangen, 326 Cubikfuß enthaltend, 20 Stecken Kiefern Prügelholz, 16 „ „ Stockholz, 51 Schichten „ Reisholz und 8 „ Buchen- „ meistbietend versteigert werden. Bellersheim, den 10. Januar 1870. Der Markmeister: ______________________Bopp._____ 165) Die sogenannte Weißmühle bei Großen-Buseck, mit allem Zubehör, soll Donnerstag den 20. d. Mts-, Nachmittags 1 Uhr, einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden. r Bemerkt wird, daß, wenn ein annehmbares Gebot erfolgt, der Zuschlag sogleich ertheilt werden soll. Großen-Buseck, den 11. Januar 1870. Der Massecurator: Balthasar Step b a n I. Holzverstelffnung tm Anneröder Gemeiudewalde. 173) Künftigen Dienstag, den 18. Januar, von Morgens 9 Uhr an, sollen tm Anneröder Gemeindewalde, Di- Vermischte Stecken 185) Generalversammlung. 50 59 15 Sofort bestellen !! 11 fl. 30 fr., 1 a ff ff ff ft fr ff tf if ff ff ff ff ff if ff ff ff halben Flaschen. (5. Eichenberg. ziehbar bei Wellen Stecken 1 1 Professor und von Wellen Stecken 1 9 steigert 173/4 19Vz 780 1 2V- 8V4 600 3V2 2 65) Ein gut möblirtes Zimmer mit Ca- binet und ein kleines Zimmer, sofort be- strict Köpfeln, nachverzeichnete Holzsorti^ mente öffentlich an die Meistbietenden oer- 181) Meinen Wcinv erkauf über die Straße erlaube ich mir einem geehrten Publikum hiermit in empfehlende Erinnerung zu bringen, und bemerke, daß ich durch die günstigsten Einkäufe in den Stand gesetzt bin, das Beste von allen Lagen FR. LEIB zum Rappen, Weinhändler. Cubiksuh enthaltend, Nadel-Stämme von 6 bis 15 Zoll Durchmesser und 70 Fuß Länge, 1654 36 45 30 48 30 30 Berichterstattung; Rechnungsablage; Vorträge von Dr. Zoppritz: lieber das Gefrieren des MeerwasserS, Professor Dr. Schneidert lieber Jnfektenwohuungen. Mitglieder und Freunde der Gefellschaft werden hierzu höflichst 170) Kreppet, täglich frisch, bei F. Zülch Wittwe, Seltersweg. „ Reisholz, Nadel-Scheidholz, „ Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Birken-Prügelholz, „ Stockholz, Cubikfust enthaltend, 6 Birken-Stämme, 93 Cubikf. enthaltend, Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fämmtliehe Zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. Obrrhrsstlchr Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Samstag den 15. Januar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula: Illnstmte DochriUmg des Lahrer Hinkenden Boten für 1870 mit Prachtstahlstich-Prämie „Frühlingslust.^ Billigste Illuftrirte !! Zeitung !! Durch und durch originell. DU Wellen " Reisholz" 237 Eichen-Stämme von b bis 14 Zoll Durchmesser und 60 Fuß Länge, 5263 alten Port ä Port Malaga, ächten alten Rum, extra fine de Champagne Cognac, 155 Radel-Stangen, 228 „ „ Eichen- „ 80 „ „ 1 Birken-Stange, 8 „ Die Zusammenkunft ist an der Grunber- aer Straße, am Vicinalweg nach Annerod. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli d. I. gestattet. Annerod, am 11. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. werden, als: Eichen-Prügelholz, „ Stockholz, Bordeaux, von 48 fr. an bis 3 weißen Bordeaux, Chablis, St. Pey und Lager verschiedener Sorten ächten Champagner in ganzen und und Jahrgängen zu bieten. e Besonders empfehle ich schon fertige lS6Sr Rhein- gauer und 1S65V Weine zu den mäßigsten Preisen. Ferner in Flaschen: Madeixa ' ” Sherry, 187) Neuer Blumenkohl und Lattig (Kopfsalat) treffen jetzt wieder regelmäßig ein bei I- A- Busch Söhne. I M 175) Allen Denen, welche am 9. (fi Md. M unsere unvergeßliche Gattin)) Mund Mutter, Katharine Rmn,iH M geborne Lotz, zu ihrer letzten Ruhe- Mstätte begleitet haben, sagen wir 1 M hiermit unseren herzlichsten Dank. M Tie trauernden Hinter- u U bliebenen. )] 103) Das seither von Herrn Hauptmann Leiß bewohnte Logis im Hause des Herrn Professor Jhering wird mit 1. April ». c. frei. Interessenten wollen sich wegen Bedingungen an die Exped. d. Bltts. wenden. 1) Ein Familienlogis ist zu vermie- then. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 182) Ein kleines Stübchen ist zu ner- miethen in Lit. A- Nr. 32 in der Hinterlass^_________________________________________ 82) Ein unmöblirtes Parterre-Zimmer ist zu vermiethen bei PH. Weller, Wolkcngasse. 161) Ein Mädchen, das kochen und bügeln gelernt, auch mit den sonstigen häuslichen Arbeiten vertraut ist, sucht anderweitige Stelle, am liebsten in Gießen, Marburg oder in deren nächster Umgegend. Auf hohen Lohn wird weniger reslectirt, als auf freundliche Behandlung. Dasselbe würde auch in ein Bügelgeschäft eintreten. Franco-Offerten besorgt die Exped. d. Bltts. 104) Ein junger Kaufmann, der seine freie Zeit einem Geschäfte widmen möchte, sucht eine Stelle. Näheres bei der Exped. dieses Blattes. 169) Zwei brave Mädchen, welche in allen häuslichen Arbeiten gründlich erfahren sind, werden sofort oder bis zum 25. März zu miethen gesucht. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 174) Ein Portemonnaie mit einigen Kreuzern ist gefunden worden, und kann dasselbe gegen Entrichtung der Jnseratgebühren in Lit. C. Nr. 100 in der Wolkengasse wieder in Empfang genommen werden. eingeladen. Dienstmämier g-esuelit r ”>2 168) Unter den günstigsten Bedingungen beabsichtige ich noch 6 bis 8 junge und kräftige Leute als e, Dienst männer anzunehmen. Nur Solche wollen sich bei mir melden, die mit guten Zeugnissen ver- ^^Di^Direction des concessionirten Dienstmänner-Jnstituts „Express.^ C. Pietsch fi. 184) Versicherung!; - Agenten werden in allen geeigneten Städten, Flecken, Dörfern, von einer alten inländischen Feuerversicherunbs- Gesellschaft von anerkannter Solidität nnd mit den vorzüglichsten Garantre- mitteln versehen, unter günstigen Bedingungen angestellt und können Lebens- und Hagelversicherungs-Agenturen ber- gegeben werden. „ ,. Nachdem die Verhandlungen gegenwärtiger Landtagssession eine freiere Entfaltung des Fener- versicherungs-Wesens in Hessen ? tf5 net sich denAgenten ein lohnendes Feld öer^trr- samkeit. u Bewerber wollen ihre Offerten unter der Adreffe: „H. L. 7. Agentur betreffend" bei der Expedition dieses Blattes niederlegen. Feuerverstchtningsbank für Deutschland zu Gotha. 163) Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbank für „Deufchland zu Gotha wird dieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Theilnehmern für 186J circa 73 Proceut ihrer Prämieneinlagen als Ersparniß zurückgeben. . f • Die genaue Berechnung des Antheils für reden Theilnehmer der Bank, sowie der vollständige Rechnungsabschluß derselben für 1869 wird am Ende des Monats Qi ^Aus Annahme von Versicherungen für die Feuerve'rsicherungsbank bin ich jederzeit bereit Gießen, den 10. Januar 1870. Agent der Feuerversicherungsbank f. D.: A. Rrcker. Feilgebotenes. 188) Frische Schellfische und englische Vollbückinge empfehlen I. A. Busch Sohne. 178) Catharina-Pflaumen und Bamberger Zwetschen empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 186) Frische Sendungen in Valencta- Apselfinen und Citronen empfehlen I. A. Busch Söhne. 162) Fertige Bauhölzer in allen Dimensionen, geflößt und nngeflößt, geschnitten oder beschlagen, pr. Cu- bikfuß 21 fl*., empfiehlt S. Katzenstern, Holzhandlung. 177) Aechte italien. Macaroni und Eiergemüsenudeln empfiehlt ..Emil Fischbach, ^Seltersweg. 126) Ein Hausen guter Mist ist zu verkaufen im »Darmstädter Haus. 160) !! Sofort bestellens! 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 179) In die Hirschapotheke wird ein stadtkundiger Hausbursche gesucht. 159) Einem geehrten Publikum zur Anzeige, daß ich vom 12. Januar L I. an meinen Wohnsitz in Wetzlar nehme und mein "Geschäft dorten, wie seither, betreiben werde. Gladenbach, im Januar 1870. I. Berlin, Pferdehändler. BsrmiethunHöu 129) Ein Familienlogis, Parterre, von 3 Zimmern, mit allem Zubehör, ist zu vermiethen und kann auf Verlangen sogleich bezogen werden. Georg Lony, ________________Neuenweg. 99) Ein Logis von 3 Zimmern, wovon zwei nach dem Kirchenplatz, Küche und Zubehör ist sogleich zu vermiethen. W. Ferber, Buchhändler, ____________________Kirchenplatz B- 6._______ 153) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Schreiner Bergmann, ______________________am Lindenplatz. 164) Einige Lagerräume sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. M Frucht- und Mtehlpreife in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärfte. Jan. Waizen. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. 1 Weißmehl. Roggen mehl. Auf dem Markt Mlt^ preis Auf dem Markt M7- preis Auf dem Markt Mit7- preis Auf dem! Marft Mit.- prkis Auf dem Marft Mt^ preis Auf dem Marft Mit.'' preis Auf demlMit-- Marft I preis Auf dem Mit-- Markt preis Äufdem | Marft 1 Mit.- preis auf-1 o fl. Er. a ® fl. fr. auf-; । gefi i verk. fl. fr. auf- I gef. fl. fr. auf: gef- *ü fl. fr. auf- gef- verf. fl. fr. zaus' gef. verf. »■ fr. -.sö -jno verf. fl. fr. auf. gef- verf fl* fr. fl. fr. fl. fr. M. M. M. M- M. M. M- M. M. M. M. M- M- M. M. M. M. M. Gießen Alsfeld 8. 27 21 10 8 31 24 8 — 21 2? 7 _ _ _ — — 7 7 5 — Grünberg 8. _ 80] 10 50 — 581 7 5 461 6 55 — — — — — 53 4 55 — 1| 10 — —' — — — — — — — — — — — — Lauterbach 8. — i 2 6 40 2 2 5 30 — — — — 4 4 11 20 — — — — — — — 3* 3 i 2 40 — Mainz 7. — 129 10 58 — 143 7 41 5 7 — — — — — — 24 5 23 — — — - — — — — — — — — 3 — — Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Hfl Uniahanl der m°rfl 4 das uni i Auf Nr. 40 ii an! Drei Umfang ’ hichtztn < schönen 3 Ellern ab Den $räi Spricht vierunvzu geboren, aber lral allen Dl Frau, die beteuerte politaneri Deulschla mit ihm 3" Bühne ei geerbtes wurde r d’hote ti die ßlän: sätze, G als ehri ehrer ij volles 0 Wi Anscheine vorzugsn aü hid) treten, mit den //$! zu studir Wenn d! Theater Dandy, ligthums umkehren Am Abenden Da Mal keine Ge men, ur blieb, t geschah grauköp vermuth De Zimmer vierundz und bra rin 0eb( durch b( gcns ui Hotel zi Hemani nich r De "Nnen werten, m //Die ( «i Itr »)jrt Rmsch ”«fünf sSh, . Bt * g, »'n g. ^üger (Forts, folgt.) den jungen Mann zu richten. einen auf hatte und und schlank gewachsen, wohlpro- Natur mit feurigen Augen und interessanten jungen Mann zu seine Unterhaltung beziehen, viel gelesen, schon große Rei- wußte von Allem lebhaft und Er erschien im Aeußern als portionirt in den Gesichtszügen, von der dunkelm Haar beschenkt, war er, was man nennen pflegt. Letzteres konnte sich auch Arolph sprach die neueren Sprachen fertig, scn im Auftrage seines Principals gemacht Mann, was seinen Charakter betrifft, äußerst gutmüthig und gegen seine Gäste zuvorkommend. Jedes Zerwürsniß, bas an der Wirthstafel eintreten konnte, haßte er wie die Sünde und suchte die streitenden Personen stets mit bittenden Worten zu versöhnen Herr Stiller war seit fünfundzwanzig Jahren verheirathet und hatte mit seiner Ehehälfte, die den romantischen Namen Sidonie in der Taufe erhalten, bereits die silberne Hochzeit gefeiert. Der Name paßt aber nicht immer zu der Person, die ihn besitzt. Madame Stiller hatte keine Spur von romantischem Wesen an sich. Im Gegcntheil: Sie war bezüglich der körperlichen Verhältnisse fast eben so korpulent, wie ihr Mann, aber bei Weitem rühriger; denn sie überwachte ihr zahlreiches Hausgesinde, wie es einer wackeren Hausfrau und besonders der Gattin eines Hotelbesitzers geziemt. Die Tochter bürgerlicher, einfacher, aber wohlhabender Eltern, verstand sie sich vortrefflich auf dasMchen- wesen, hatte sich aber in ihrer Jugend nie recht mit der Grammatik befreunden können, unt) so vermochte sie im schlechten Deutsch wohl eine fließende, aber keineLwegs gebildete Unterhaltung zu führen. Aber Niemand von den Gästen nahm es ihr übel, wenn sie, häufig an der table d’höte sitzend, mit dem Dativ und Accusativ in den Haaren lag und oft den aufwartenden Kellnern zuries: „Carl, August, Friedrich, daß Ihr mich schnell den Braten bringt!" Man lächelte im Stillen über die unrichtige Sprache der guten Frau und ließ ihr zugleich die Gerechtigkeit widerfahren, daß ihre Tafel eine der besten Art von Widerwillen vollbrachte. Das eigentlich belebende Prinzip in der Wirthschaft, wie im ganzen Hause, zeigte sich in der Gestalt eines jungen zwanzigjährigen Mädchens, der Tochter eines armen Verwandten des Wirthes, Clara Werner, die Herr Stiller, nach- dem ihre beiden Eltern gestorben, vor drei Jahren aus Mitleid zu sich genommen. Aber dieses Mitleid verwandelte sich bald in eine fast elterliche Zuneigung bei Stiller und Frau. Clara, deren Vater Sprachlehrer gewesen, besaß außergewöhnliche Bildung und vermochte sich mit den Gästen, die aus England, Frankreich und Italien nach Hamburg kamen und sich im Hotel „Zum goldenen Stern" einlogirten, in ihrer Sprache gewandt zu unterhalten. Sie bildete gleichsam den Dolmetscher im Hause. Auch war sie mit den feinsten Nah- und Stickarbeiten vertraut und hatte sich schon im Hause ihrer Eltern eine gewisse Geschicklichkeit im Kochen erworben. Bei dem heiteren Temperament, dem klaren Verstände, dem flinken, thätigen Wesen, das ihr angeboren zu sein schien, warb sie in Bälde die schätzenöwertheste Hausmamscll, die jemals in einem Gasthofe convitionirt hatte. Sie war ein wahres Perpetuum mobile, die Erste des Morgens auf den Beinen und die Letzte, die sich des Abends zur Ruhe begab. Lachend und singend hüpfte sie die hohen Treppen hinauf und hinab, obgleich ihre Figur nur klein und ihre Beine eigentlich nur Beinchen zu nennen waren. Clara war nicht hübsch, aber aus ihren unregelmäßigen Zügen blickte Herzensgüte, verbunden mit gutmüthiger Schelmerei hervor, und ihre grauen Augen, womit sie oft die Leute andlickte, als wollte sie ihnen auf den Grund der Seele schauen, verriethen mehr als gewöhnliche Klugheit. Clara, oder Clarchen, wie sie gerufen wurde, war nicht nur die Vertraute der Herrschaft, sondern auch des ganzen Dienstpersonals. Für Alles wußte sie Rath und Hülfe. Kurz, sie war die Seele des Hotellebenö, und wir wissen ihr Verdienst । nicht genauer zu bezeichnen, als wenn wir einen Lobspruch aus dem Munde der Madame Stiller über sie anführen. Diese pflegte fast täglich in Bezug auf Clärchen auszurufen: „Das Mädchen hat mich der liebe Gott zum Segen in's Haus geschickt, und ich glaube, wenn ich ihr wieder misten müßte, ich wüßte nicht mehr, was ich anfangen sollte! Ebenso dachten über Clara Herr Stiller, seine Söhne, alle Kellner und Hausmädchen. Kurz, die kleine flinke und kluge Hausmamsell war der Liebling Aller, zu größerem Thesle auch der Gäste und Bewohner des Hütels. Wenn dem Charakter des muntern, flinken ClärchenS etwas vorzuwerfen, so war es eine Art von Neugier, die Verhältnisse der Personen kennen zu lernen, die zeitweise in dem Hotel wohnten. Vielleicht war eS aber auch das Streben, Menschenkenntniß zu gewinnen, das besonders geistig begabten Geschöpfen angeboren ist. Indessen können wir behaupten, daß sie, wenn cs ihr gelang, einen Blick in das Leben der Familie, oder in das einzeln dastehender Personen zu thun, niemals mißbrauchte, was sich ihr offenbarte. Clärchen nahm Interesse an sämmtlichen festen Bewohnern des Hütels. Am meisten aber interessirte sie sich für den blassen jungen Mann, Herrn Sander, der im vierten Stocke das schlechteste Zimmer bewohnte. Sie begegnete ihm oft, wenn er Morgens das Haus verließ, und ebenso, wenn er am Abend zurückkehrte. Clara konnte dann nicht umhin, einen Blick der innigsten Theilnahme auf mit Geist zu erzählen. Konrad zählte noch nicht zwanzig Jahre. . . .. vollkommenes Gegcntheil seines Bruders. Er war klein und schmächtig gebaut, hatte blondes, in'S Röthliche spielendes Haar und viele Sommersprossen in dem blassen Teint seines keineswegs hübschen Gesichts. Auf den Wunsch des Vaters hatte er kein Geschäft gelernt, sondern war in dem Hotel als eine Art Oberkellner verblieben, der in der Wirthschaft thätig sein und die Bücher führen mußte. Er sollte einst der Nachfolger seines Vaters werden und in den Besitz deS Hotels gelangen. Sehr geeignet'schien er indessen nicht zur Wirth- schalt zu sein; denn er war über alle Maßen wortfaul und im Wesen träumerisch unt) träge, ohne deshalb seine im Hause übernommenen Pflichten zu vernachlässigen. Nur daß man ihm ansah, daß er Alles, was er that, mit einer in ganz Hamburg sei. Aus der glücklichen Ehe, welche Herr und Madame Stiller führten, waren zwei Söhne, Adolph und Konrad, hervorgegangen. Der ältere, Adolph, war bereits vierundzwanzig Jahre. Er bekleidete eine Stelle als Commis in einem hiesigen großen Handlungshause. Hoch Die Grhrimnisse einer jungen Mamsell. D i e Ga st hof-Bewohner. (Fortsetzung.) Herr Wiesel gewann deßhalb zu seinem Wuchergeschäfte ein paar schlaue Unterhändler, die ihm gegen einen beträchtlichen Gewinnantheil in dem Geschäft der moralischen Halsabschneiverei dienten. Um den äußern Anstand zu bewahren, zog er, nachdem er sein eigenes Haus vortheilhaft vermiethet, in das Hütet, wo er, da sein Zimmer nach hinten hinauslag, und er nicht an der table d hole aß, ungewöhnlich billig lebte. Von hier aus leitete er sein Geschäft im Stillen, das mit jedem Jahr mehr florirte. „ Auf demselben Gange hörte man, wenn man an der Thure des Zimmers Nr. 40 in den Morgenstunden vorbeiging, von einer weiblichen Stimme Scala ' singen und am Clavier Opern-Arien probiren. Diese Stimme, welche indessen weder besonderen "Woblklang noch großen ’ Umfang besaß, gehörte einem Fräulein Florini an, die seit einem Jahre beim ' hiesigen Stadttheater den Platz einer zweiten Sängerin ausfüllte. Nach dem Namen zu schließen, mußte sie unter dem heiteren Himmel des schönen Italiens das Licht der Welt erblickt haben, oder auch von italienischen Eltern abstammen. Dem war aber nicht so. Fräulein Amanda Florini war aus dem Lande gebürtig, wo, nach dem i Sprichworte des Volkes, die hübschen Mädchen auf den Bäumen wachsen. Die vierundzwanzigjährige Sängerin war in irgend einer kleinen sächsischen Stadt geboren. Ihr Dialekt ließ sie ihr Geburtsland nicht verläugnen. Noch mehr aber trat die sächsische singende Redeweise bei der mit ihr zusammenlebenven alten Dame hervor, welche von ihr Tante genannt wurde. Diese würdige Frau, die Tugendwächterin des mit äußerlicher Schönheit begabten Mädchens, betheuerte aber Jedem, der es hören wollte, daß ihre Nichte eine geborene Nea- politanerin, aber mit ihrem seligen Vater, einem berühmten Musiker, früh nach Deutschland gekommen sei und so in der Königsstadt Dresden, wo sie lange mit ihm gelebt, das Italienische verlernt habe. < In der bescheidenen Stellung, welche Fräulein Florini bei der hiesigen Bühne einnahm, konnte sie kein großes Gehalt beziehen. Sie mußte also an« geerbtes Vermögen besitzen, oder die Tante eine reiche Frau sein. Das Letztere wurde nun von Madame Dunst behauptet. Dieselbe prahlte an der table d’hote täglich mit ihrem Reichthum und vertraute den anwesenden Gästen, daß die glänzende Garderobe und der kostbare Brillantschmuck, den ihre Nichte besäße, Geschenke ihrer mütterlichen Zuneigung zu der Nichte wären, und daß sie als ehrbare Frau niemals dulden würde, daß Amanda von irgend einem Verehrer ihrer Kunst, oder ihrer Schönheit, wie sie lächelnd hinzufügte, ein werth- volles Cadeau annehme. Wir haben oben Madame Dunst eine Tugendwächterin genannt, und dem Anscheine nach war sie es auch. Keiner der jungen reichen Pflastertreter, welche vorzugsweise die nähere Bekanntschaft hübscher Theatervamen suchen und solche als leicht zy gewinnende Prisen betrachten, durfte die Zimmer ihrer Nichte betreten. Sie wurden von der kleinen korpulenten Tante schon vor der Thüre mit den Worten abgespeis't: „Fräulein Florini, meine Nichte, ist damit beschäftigt, ihre Gesangrollen zu studiren. Auch thut sie (eene Besuche nid) von jungen Herren annehmen. Wenn dieselben neugierig sein, sie zu sehen, so mögen Sie die Kite haben, in's Theater zu kehen, hier thut nicht der Ort dazu sein." Wie gesagt, jeder junge Dandy, selbst die Söhne hiesiger Millionärs, mußten an den Pforten des Hel- ligthums, das die beiden Damen bewohnten, unverrichteter Sache wieder umkehren. , v . Anders freilich stand es, wenn sich mitunter em alter reicher Herr tn den Abenden, wo Fräulein Florini nicht im Theater beschäftigt war, anmeldcn ließ. Da Madame Dunst behauptete, daß alte würdige Herrn dem Rufe ihrer Nachte keine Gefahr bringen konnten, so wurde solcher Kunst-Mäcen höflichst angenommen, und wenn derselbe auch bis Mitternacht in der Gesellschaft der Frauen blieb, die Abendmahlzeit mit ihnen theilte und Champagner servlren liefe, so geschah das doch, wie Madame Dunst sagte, in allen Ehren. Bei einem grauköpfigen Millionär konnte man ja auch keine tadelnswerthe Absichten vermuthen. . A Der letzte Gast, dessen wir nothwendig erwähnen müssen, hatte em nein es Zimmer im vierten Stocke im Besitze. Es war e n junger Mann von circa vierundzwanzig Jahren mit bleichen aber regelmäßigen Zügen, dunkeln Augen und braunem lockigtem Haare. Er ging sauber und einfach gekleidet. Er war I ein acborner Hamburger, Namens Sander, der aber schon früh seine Eltern durch den Tod verloren hatte und allein in der Welt stand. Er verliefe Morgens um neun Uhr das Haus und kehrte Abends um dieselbe Stunde in s Hütei rurü.ck. Besuche empfing er nie. Womit er sein Leben fristete, wußte Niemand, aber er bezahlte pünktlich seine Miethe und so kümmerte man sich nicht darum. Der Leser hat nun diejenigen Gäste des Hotels „Zum goldenen Stern kennen gelernt, die in unserer Erzählung handelnd und leidend hervortreten werden. Im nächsten Kapitel werden wir ihn mit dem Wirthe, dessen Familie und vor Allem mit der Person bekannt machen, nach der die Novelle den Titel: „Die Geheimnisse einer jungen Mamsell" erhalten hat. Die Familie deS Wirthes und die HauSmamsel. Wer Gelegenheit hat, viele Gasthöfe in allen Zonen der Erde zu besuchen, der wird bemerkt haben, daß die Mehrzahl der Wirthe einen gesegneten LeibeS- Die Natur trägt daran wohl keine Schuld, denn nur selten w^d ein Mensch als ein Wunderkind geboren, das im ersten Monate schon ein Gewicht von fünfzig Pfund erreicht, sondern das leckere, bequeme Leben, das diese Herren führen, nnd die wenige Bewegung, die sie sich als Fußgänger machen. Der Wirth „Zum goldenen Stern«, Herr August Stiller, der zu den reichsten Hütelbesitzern in Hamburg zählte, war im Aeußern dem ästigen Nittcr John Fallstaff ähnlich, wie Shakespeare ihn uns so humoristisch geschildert hat. Herr Stiller trug einen Bauch zur Schau, der seinen kleinen, tn feer des Gesichts versteckten Augen nur mit Mühe gestattete, einen BUck auf die Träger des kolossalen Leibes zu werfen. Im Uebrigen war der fünfzigjahrlge 9. Januar. Die „Allg. Ztg." erhält folgende CorrcsponDcnz von Triest: Wie ich schon neulich bemerkte, machen die CrivoScianer noch immer Schwierigkeiten bezüglich ihrer Unterwerfung; sie sind für längere Zeit noch ganz sicher vor der Action unserer Truppen, und haben das Losungswort erhalten, welches sie bewegen könnte, sich der österreichischen Regierung wieder zu unterwerfen. Woher dieses Losungswort kommen soll, habe ich schon in meinem letzten Bericht angedeutet. Einstweilen hat die „Triester Ztg." von einer genau unterrichteten Persönlichkeit aus Dalmatien einen Bericht erhalten, dem folgende Stelle als Bestätigung meiner Mittheilungen zu entnehmen wäre: Die Pan- slavisten — erzählt der Gewährsmann der „Triester j Ztg." — und die Führer der revolutionären Partei i in der Herzegowina wendeten sich nach St. Petersburg, und von dort aus wurde auch in geschickt diplomatischer Redewendung dem Fürsten der schwarzen Berge eine ukasübliche Andeutung gegeben, die Aufständischen zu unterstützen, toob'ei zwischen den Zeilen zu lesen war, daß von der politischen Haltung des Fürstender fernere Bezug der Jahres-Subvention abhänge. Der russische Eonsul von Ragusa gab sich alle Mühe, den Absichten feiner Regierung Geltung zu verschaffen, wurde aber vom Fürsten Nicolaus in ziemlich unverblümter Redeweise mit seinem Ansinnen zucückgewiesen: „Die Selbstständigkeit und die Existenz Montenegros muß und wird- wahrend meiner Regierung alle anderen Rücksichten in den Hintergrund drängen, und diese Selbstständigkeit kann wenigstens vorläufig nur durch freundliche Beziehungen zu Oesterreich erhalten werden," sagte der Fürst." Sie können von der Wahrheit obiger Darstellung vollkommen überzeugt sein. Ich kenne den Verfasser derselben, der selbst ein deutsch gebildeter Südslave ist, die Verhältnisse in Dalmatien und Montenegro (wo er auch in diesem Jahre schon dem Fürsten einen Besuch abstattete) genau kennt, und in einer Stellung ist, welche ihm gestattet, über alle Vorgänge in jener Gegend, wo er sich auch gegenwärtig befindet, genau unterrichtet zu sein. Aus der Antwort des Fürsten r Nikolaus läßt sich deutlich entnehmen, daß nur die Rücksichten für dir Selbstständigkeit und Exsttenz Mom- tenegrvs ihn bestimmen, vorläufig mit Oesterreich nicht zu brechen. Könnte Rußland eine Panzerflotte in's adrialische Meer senden, so würden jene Rücksichten sogleich fallen. Diese Amwori stimmt auch gänzlich mit einer Mittheilung überein, die ich schon vor einiger Zeit von einer ebenfalls sehr gut unterrichteten Person erhielt. Diese war mit dem ^ecretär des Fürsten Nikolaus, einem Herrn Sundetschitsch, zusammengekommen, als dieser vor einigen Monckten von einer Mission nach Petersburg, Beilin und Belgrad zurückkrhrte. SundetMsch haßt Oesterreich aus dem tiefsten Grund seiner Seele, aber er sieht ein, daß vorderhand gegen Oesterreich nichts auezurichten sei. „Geld haben wir jetzt genug," äußerte er zu meinem Gewährsmann, „aber damit allein können wir gegen Oesterreich nichts unternehmen, und müssen auf eine bessere Gelegenheit warten." Vorderhand hat kein Staat Lust wegen Montenegros einen Krieg mit uns anzusangen, so gern es auch Rußland sehe, daß die südslavische Bewegung größere Verhältnisse annehme, und so werden wohl auch die montenegrinischen Abgesandten ohne Erfolg aus Petersburg zurückkehren. 11. Januar. Das „Memorial diplomatiqne" veröffentlichte an hervorragender Stelle eine Correspondenz aus Rom, in welcher cs heißt: „Um Die Fragen von der Erhebung der Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma richtig zu beurteilen, muß man sich vor Allem auf den Standpunkt der Kirche stellen und das wahre Sachverhältniß in's Auge fassen. Es ist unstreilbar, daß der Papst thatsächlich die Unfehlbarkeit bereits ausübt, wenn er ex cathedra spricht, da fein Bischof sich das Recht anmaßen würde, gegen eine Bulle, ein Breve oder ein Decret, welche vom heiligen Stuhle erlassen sind, zu protestiren. Genau genommen würde es sich also nur darum handeln, die Thalsache durch ein Decret des Eoncils zum Princip zu erheben; nicht sowohl die Sache, als die Form bietet also die Schwierigkeiten, auf welche die Bischöfe anspielen, die, wie Herr Dupanloup, es für unzweckmäßig halten/ die Unfehlbarkeit des Papstes zu prvclamicen. Nach meinen aus den achtungswerlhesten Quellen geschöpften Nachrichten wäre es gelungen, eine Form zu finden, welche die abweichenden Meinungen versöhnen würde. Nach den Ueberlieferungen der früheren Eon- dien würde die Form des Kanons, welcher das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes verkündete, einfach in der Aufstellung des Princips als solchen und in der Androhung gewisser Strafen gegen Jene bestehen, welche es zu leugnen wagen sollten. So z. B. würde das Eoncil, nachdem es die Unfehlbarkeit des Papstes erklärt hat, mit den Worten schließen: Si quis negaverit, anathema sit. Um nun den Geist der Veisöhnnng zu bekunden, von welchem es erfüllt ist, würde das Eoncil, den Intentionen des heiligen Vaters selbst folgend, die alte Form, welche zu Beschuldigungen von Seiten der Gegner der Kirche Anlaß geben könnte, wesentlich verändern. Statt das Dogma in einer absoluten Weise zu verkünden, würde man es auf rein religiöse Angelegenheiten einschränken; statt cs den Gewissen aufzudrängen, würde man sich damit begnügen, Den Glauben an es zu empfehlen. Ais Laie, Der ich bin, will ich Ihnen nicht im Voraus genau die Ausdrücke angcben, in welchen Der betreffende Kanon abgefaßt sein soll; aber ich glaube zu wissen, Daß er im Wesentlichen wie folgt lauten Dürfte: Die heilige Synode erklärt, daß es für die Einheit und Die gute Regierung Der Kirche von Wichtigkeit ist, zu glauben, daß, wenn Der Papst, nachdem er Die Erleuchtung des heiligen Geistes angerufen, in Glaubenssachen erkennt, er das Mandat ausübt, welches Der göttliche Meister Dem heiligen Petrus anvertraut hat, indem er zu ihm sagte: Stärke Deine Brüder ün Glauben, nachdem Du dich selbst im Glauben gestärkt hast (confirma fratres tuos in licke, cum ipse in licke confirmatus eris). Ich habe Grund zu glauben, daß schon mehrere Bischöfe, welche zuvor Die Frage Der Unfehlbarkeit des Papstes hätten beseitigt sehen wollen, geneigt sind, sich Dieser Form anzuschließen. Was die katholischen Mächte betrifft, so ist es offenbar, Daß Die Unfehlbarkeit des Pabstes, in Dieser Weise ausschließlich auf Glauben^sachen beschrankt UND mithin auf die Beziehungen zwischen Der Kirche und dem Staat nicht anwendbar, die Conflicte, welche man von Der Verkündung eines solchen Dogmas zu befürchten schien, nicht Hervorrufen könnte. Schließlich glaube ich noch hinzufügen zu können, daß diese Angelegenheit in nächster Zeit weit genug gediehen sein wird, daß Die beim heiligen Stuhl beglaubigten Vertreter der Mächte ihre Regierungen davon werden niß-ftHrn ly-nn-.u.^ '* Preußen. Durch Cabinetsordre ist der Bau einer neuen eisernen Panzerfregatte angeordnet worden, welche dieselben Dimensionen wie die bereits (in Willelmshafen) im Bau begriffene Panzersregattc „Großer Kurfürst" erhalten, nut Maschinen von circa 850 Pferdekraften ausgerüstet sein und einen Tiefgang von 24 Fuß habe» soll. Ferner soll die Fregatte mit zwei drehbaren Thürmen zu je 4 gezogenen 10 zölligen Geschützen von 80 (Str. Nohrgewickt ausgerüstet werden. Der Bau dieser Fregatte soll in dem Etablissement zu Ellerbeck bei Kiel stattfinden und wird das Schiff den Namen „König Friedrich dec Große" erhalten. Oesterreich. Wien, 5. Jan. Auf eine von dem dalmatinischen Müitärcommcmbo hierher gerichtete Anfrage über die eventuell den Aufständischen in der Erivoscie zu bewilligenden Bedingungen ist die Entscheidung erfolgt, daß den zur Unterwerfung sich meldenden ErivoSciauern eine eben so Vollständige Amnestie wie den Bvcchesen zuzusichern sei. Wien, 4. Jan. Um dem Räuberunwesen zu steuern, hatte die ungarische Negierung eine eigene unter dem Befehl des Grafen Raday gestellte Commission eri-tsendet- Diese hat namentlich im Bezirke von Szegedin mit den Räubern ordentlich aufgeräumt. An 350 Räuber und Hehler fielen in ihre Hände und harren jetzt der Gerichtsverhandlung in Pest; die Reihe eröffnen zwei siebenzehnjährige Raubmörder; doch sind auch Männer dabei, welche 30—40 Raubmorde begangen haben. Aufreißen der Eisenbahnschienen, Anhalten deö Zuges lind Beraubung desselben, Ausrauben der Poft, Lädeneinbruche und Pferdediebstähle sind die gewöhnlichsten Verbrechen, über die jetzt in 8—9 Processen abgeurtheilt wird. — Im nördlichen Theile des Zempliner Comitats sind ernste agrarische Unruhen auög.brochcn. Wien, 6. Jan. Dem Saroscr Comitat wurde vom Minister des Innern auf die Dauer eineö Jahres das Standrecht gegen Räuber, Raubmörder, deren Helfershelfer und Hehler, ferner gegen Brandleger „verliehtN." Die Stadt-Repräsentanz in Arad hat in einer stürmischen Sitzung am 30. December beschlossen, in Anbetracht der arg gefährdeten Sicherheit in der Stadt Arad, an daS k. Ministerium eine Petition zu richten: dasselbe wolle die AmtSwiiksamkeit des k. CommiffärS in Sze- gedm, Grafen Nadah, auch auf Arad auSdehnen. Belgien. Brussel, 8. Jan. Der „Courier d'Etat" meldet mit Bestimmtheit, daß der Präsident der nordamerikanischen Union, U. Grant, im Laufe des Juni d. I. die Souveräne Englands, Frankreichs, Preußens und Rußlands besuchen werde. Frankreich. Paris, 7. Jan. Der „Flgaro" berichtet über die Er tlasiung des Baron Haußmann: Ein eigenhändiges Sch,eiben Napoleons III. benachrichtigte den Präfecten von der getroffenen Entscheidung, nicht ohne Seitens des Souveräns die herzlichsten Versicherungen der Freundschaft und Danlbarkeit hinzuzufügen. Herr Haußmann theilte den Inhalt dieses ' Schreibens sofort seinen obersten Beamten und den Mitgliedern ‘ seiner Familie mit, und während die l tztere Anstalten traf, i das Stadthaus zu räumen, ergriff der Präfect die Feder und ' richtete an den Kaiser ein wahrhaft beredtes Schreiben, in welchem er zuerst daran erinnerte, daß ein Mann seines Schlages nicht wie der Erste Beste abzufertigen sei, und dann ungefähr wie folgt fortfuhr: „Ich weigerte mich, meine Entlassung zu geben ; ich will nicht den Anschein haben, als wollte ich mich über die Schwierigkeiten des letzten Augenblicks hln- wegsetzen. Ich will meine Rechnungen stellen, die Schuld der Stadt liquidiren und nicht durch eine Hinterthür mich zurückziehen, sondern meine Verwaltung dem Nachfolger in gutem Zustande übergeben. Ich ersuche daher Ew. Majestät, dafür Sorge zu tragen, daß mein Name im „Journal osficiel" nicht von der üblichen Formel: „Herr Haußmann, dessen Demission angenommen ist," begleitet und daß auch nicht hinzugefügt werde, ich hätte meine Pensionsansprüche geltend gemacht. Ich will, daß man mich ausdrücklich meines Postens enthebe. . . . Mit anderen Worten: Baran Haußmann, welcher gegenwärtig der älteste Präfect von ganz Frankreich ist, verlangt seine Absetzung ! Herr Haußmann soll heute früh vor dem Ministerrath von dem Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen werden. Er geht nach Nizza und beabsichtigt dort oder in den Umgebungen von Bordeaur seinen Aufenthalt zu nehmen. „Waö man auch sagen mag," hätte er sich wiederholt geäußert, „ich bin nicht reich genug, um Paris mit dem nöthigen Comfort zu bewohnen, wenn ich nicht meine Präfectur habe." Tic beiden Schwiegersöhne des Herrn Haußmann, welche mit ihm das Stadthaus bewohnten, haben dasselbe bereits geräumt. Viele Leute glauben, Herr Haußmann falle als Opfer einer Rancune Olliviers, den er als Präfect von Toulon einmal bei Gelegenheit von Wahlen hätte verbacken lassen. Dem ist nickt so. Der Sturz des Herrn Haußmann ist dem linken Centrum zuzuschreiben, welches in fünf Minuten erreichte, was Herr Nouher nicht in fünf Jahren bei dem Souverän durchsetzen konnte. Italien. 9iom 6. Jan. Heute Vormittag wurde die zweite öffentliche Concilssitzung abgehalten. Dieselbe war schwächer besucht als die erste. /Bin Decret konnte noch nicht pro- mulgirt werden, da die dogmatischen Arbeiten noch zu wenig vorgeschritten sind. Nach der Messe legten bie versammelten Väter einzeln in die Hände deS Pavstes daS katholische Glan- benSbekelintniß nach der von PiuS IV. festgesetzten Formel ab. — Die Gesundheit deS Papstes ist vortrefflich. „ — ———n I III I B MR r——■’TZXS Vermischtes. S Ans der Wetterau. In Bezug auf die mehrfach besprochene Gewinnung schwedischer Arbeiter dürfte von Interesse fein, zu wissen, welche Erfahrungen in unserer Gegend schon mit solchen Arbeitern gemacht worden sind. Es haben nämlich schon vor ein ober zwei Jahren mehrere Gutsbesitzer in der Nähe Frankfurts Versuche mit schwedischen Arbeitern gemacht, die keineswegs befriedigend ausfielen. Nach den Versicherungen dieser Defonomen waren dieselben nämlich froh, wie sie diese ländlichen Arbeitskräfte wieder los waren; ja einige erhielten noch Reisegeld dazu, damit sie nur nach HauS gingen; in einem Falle, wo diese Arbeiter glaubten, nicht Schnaps genug zu erhalten, revoltirten sie, und mußte die Polizei auf dem eine halbe Stunde von Frankfurt entfernten , am Main gelegenen Gut einschreiten. Es dürfte daher große Vorsicht bei dem Engagement solcher Arbeiter geraden sein. M ainIn der Octroiangelegenheit fommtn immer neue unerfreuliche Enthüllungen in die Oeffentlickkeit. Der Vorsitzende der Octroicommisfion, Dr. Jung, hat eine Tabelle über den S t ein kohlen octroi angefertigt und das Resultat der von ihm angestellten Ermittelungen ist die Thalsache, daß an den Thoren für 45^8. si. mehr Scheine abgegeben winden, als in den Büchern der Stadtcasse als verkauft verzeichnet Rauben. Daraus ergiebt sich, daß entweder der Stadttechner die Bücher falsch geführt, oder hiesige Kohlenhändler auf Grund falscher Scheine Koblen in die Stadt verbracht haben. Dies.s Resultat ist für die Ehre des StadrrechnerS wie der Kohlenhändler sehr com- promittirend, und dürften sowohl erstere wie letztere ein dringendes Interesse haben, die Sache so viel als möglich anfzn- flären. Frankfurt, 7. Jan. Ein junger 26jähriger Commis in einem hiesigen Bandwaarengeschäft ist einer üblen Gewohnheit znm Opfer gefallen. Derselbe hatte, wie das so viele Mädchen und junge Männer, die in Band- und Seidengefchäften con- bitioniren , thun, Stecknadeln in den Mund genommen und ohne daß er eS merkte, ein kleine verschluckt. Von dieser Zeit an traf Kränkeln, verbunden mit Schmerzen im Magen, ein, und starb gestern der Unglückliche an einem Magengeschwür. (Der Erdfall bei I ngejlf in g enj, von dem wir bereits vor längerer Zeit bericktet, hat sich, wie der „Schwäbische Merkur" schreibt, seit einigen Wochen an seiner Oberstäche und, soweit das Auge reicht, auch in feiner Tiefe bedeutend erweitert. In f.iner gegenwärtig elliptischen Form mißt er mindestens 1500 Quadratfuß an der Oberfläche; die erste angebrachte Sicherheitsschranke ist fammt dem Erdreich und einigem Gesträuch in die Tiefe gefallen, die Straße ist ebenfalls bis auf ein Minimum versunken, und der Verkehr mit Fuhrwerken in der Richtung Ingelfingen-Ebersthal-Mergenthei'm ist vollständig abgeschlossen. Trotz der Masse von Erde und Steingeröll, das seither in die senkrechte Tiefe fiel, ist immer noch nicht ein bestimmtes Ausfallen hörbar, und eS scheint fast, alö würde in dem unersättlichen Abgrund alles Hinuntergesunkene wieder hinweggespült. Auf die weitere Entwickelung dieser merkwürdigen Naturerscheinung ist man sehr gespannt. Paris. Traiipmann hat sich den mit den Nachforschungen nach der Leiche Johann KinckS im Elsaß betraut gewesenen Polizeibeamten in fein G.fäugniß kommen lassen und demselben erklärt: „Ich habe Sie kommen lassen, um Ihnen anzugeben, wo Sie die Brieftasche Kincks finden können, die für mich so wichtig ist, weil sie die Namen meiner Mitschuldigen enthält." Und nun nahm er ein Blatt Papier und zeichnete einen Plan ! deS Wegs von Cernay bis zu dem Baum, wo in einer Tiefe von zwanzig CentimetreS die Brieftasche aus schwarzem Leder, in ein rothcarrirteS Schnupftuch gewickelt, liegen sollte. Der Polizeibeamte ließ ihn den Plan vollenden, bann sagt- er ihm, er würde besser thun, feine Mitschuldigen namhaft zu machen, da man in diesem Falle gewiß auch Nachforschungen nach der Brieftasche anstellen würde. Traupmann wiederholte, er könne diese Enthüllungen nicht machen, da eine Person, die ihm theuer sei, dabei compromittirt fein würde. Die Unterredung dauerte 25 Minuten, ohne zu einem anderen Resultate zu führen. Ein junger Hannoveraner, in Mannheim stationirt, fragte feinen Barbier, dem er für jedesmalige Bedienung 3 fr. zu geben gewohnt war, ob er die Oesterreicher Sechser noch für voll annehme. „O ja, erwiederte letzterer", steckte den bärge» botenen Sechser ruhig in die Tasche und ließ feinen Kunden verblüfft gehen. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.