PeelS vierteljährlich 36 h. mit Brlngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Aiytiger. Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstagö, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg Lit. V Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 81. Dienstag den 12. Inti 1870. Amtlich e BekanntmOchungeK in in Nr. 20 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausge- Dr. G o l d m a n n. (Nr. 507.) (Nr. 508.) Berlin. (Nr. 509.) Kolberg. Ernennung eines Bundes-Consuls zu Kap Hayli. Ertheilung des Exequatur an den kaiserlich Brasilianischen Consul Desgleichen an den königlich Schwedisch - Norwegischen Viceconsul Nr. 13 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 4. Mai 1870, enthalt: (Nr. 472.) Consular-Convention zwischen dem Norddeutschen Bunde und Spanien. Vom 22. Februar 1870. (Nr. 473.) Bekanntmachung, bctr. die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Norddeutschen Bundes. Vom 29. April 1870. (Nr. 474.) Ernennung eines Viceconsuls zu Amasia. Nr. 14 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausge. geben zu Berlin am 19. Mai 1870, enthalt: (Nr. 475.) Gesetz wegen Beseitigung der Doppelbesteuerung. Vom 13. Mai 1870. (Nr. 476 ) Bekanntmachung, betr. einen Nachtrag zu dem dritten Verzeichnisse höherer zur Ausstellung gültiger Zeugnisse über die wissenschaftliche Qualification zum einjährig freiwilligen Militärdienst berechtigter Lehranstalten. Vom 3. Mai 1870. (Nr. 477.) Bestellung von Vereinscontroleurcn durch das Präsidium des Deutschen ^oll- und Handclsvereins. (Nr. 478.) Ernennung eines Bundes-Consuls zu St. Vicente (Kap Verdische Insel). (Nr. 479.) Desgleichen zu Ancona. (Nr. 480.) Desgleichen zu Carloforte. (Nr. 481.) Desgleichen zu Adra. (Nr. 482.) Desgleichen zu Catanzaro.' (Nr. 483.) Ertheilung des Exequatur an den königlich Italienischen Consul zu ^V^r.* 484.) Desgleichen an den königlich Portugiesischen Consul für die Provinz Westphalen mit dem Wohnsitze in Hankreten im Kreise Hagen. (Nr. 485.) Desgleichen an den Spanischen Consul in Stettin. Nr. 15 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 28. Mai 1870, enthalt: (Nr. 486 ) Gesetz, betr. die Abänderung des Vereins-Zolltarifs vom 1. Juli 1865. Dom 17. Mai 1870. „ ,r (Nr. 487.) Bekanntmachung, betr. die neue Redaction des Vereins - Zolltarifs. ^'"(Nr. 488.) Bekanntmachung, betr. die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bun- Lesrathe des Norddeutschen Bundes, beziehungsweise zum Bundesrathe des deutschen Zollvereins. Vom 16. Mai 1870. (Nr. 489.) Bestellung eines Bundcsconsuls in Matanzas. (Nr. 490.) Desgleichen in Middlesborough. (Nr. 491.) Desgleichen in Nelson (Neu-Seeland). (Nr. 492.) Desgleichen zu Christiania, Frederikstad, Frederikshald, Drammen, Lillesand und Gimstad. (Nr. 493.) Ertheilung des Exequatur an den Spanischen Consul m Altona. (Nr. 494.) Desgleichen an den königlich Italienischen Consul in Kiel. Nr. 16 des Bundes-Gefttzblaltes des Norddeutschen Bundes, ausge. geben zu Berlin am 8. Juni 1870, enthält: (Nr. 495.) Einführungs-Gesetz zum Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund. ^E(Nr 496^bSt'rafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund. Vom 31. Mai 1870. (Nr 497.) Allerhöchster Erlaß vom 16. Mai 1870, betr. die Aufhebung der Tele- graphendirection in Schwerin und die Vereinigung des Geschäflskreises derselben mit demjenigen der Telegraphcndircction in Hamburg. . _ . , (Nr. 498.) Ernennung eines Vereinscontroleurs durch das Präsidium des deutschen Zoll-und Handels-Vereins. f i m ~ (Nr. 499) Ertheilung des Exequatur an den Consul der Republik Peru tn Frankfurt a. M. Gießen, den 4. Juli 1870. Nr. 17 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausge- geben zu Berlin am 11. Juni 1870, enthält: (Nr. 500.) Reglement zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag des Norddeutschen Bundes vom 31. Mai 1869 (Bundesgesetzblatt Nr. 145 vom 28. Mai 1870). Nr. 18 des Bundes-Gesetzblattes des Nolddeutschen Bundes, ausgegeben zu Beilin am 16. Juni 1870, enthält: (Nr. 501.) Gesetz wegen Abänderung der Verordnung, die Besteuerung des im Jnlande erzeugten Rübenzuckers betr. Vom 2. Mai 1870. (Nr. 502.) Gesetz, betr. die St. Gotthard-Eisenbahn. Vom 31. Mai 1870. (Nr. 503.) Gesetz über die Abgaben von der Flößerei. Vom 1. Juni 1870. (Nr. 504.) Verordnung, betr. die Ausführung des Gesetzes vom 1. Juni 1870 über die Abgaben von der Flößerei. Vom 1. Juni 1870. (Nr. 505.) Bekanntmachung, betr. die Prüfung der Seeschiffer und Seesteuerleute auf deutschen Kauffahrteischiffen. Vom 30. Mai 1870. Nr. 19 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausge- geben zu Berlin am 20/Juni 1870, enthält: (Nr. 506.) Gesetz, betr. das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalischen Compositionen und dramatischen Werken. Vom 11. Juni 1870. geben zu Berlin am 23. Juni 1870, enthält; (Nr. 510.) Gesetz über die Erwerbung und den Verlust der Bundes - und Staatsangehörigkeit. Vom 1. Juni 1870. (Nr. 511.) Gesetz über den Unterstützungswohnsitz. Vom 6. Juni 1870. (Nr. 512.) Ernennung von Rathen des obersten Gerichtshofs für Handelssachen in Leipzig. (Nr. 513.) Ertheilung des Exequatur an den königlich Belgischen Consul zu Königsberg in Preußen. (Nr. 514.) Desgleichen an den königlich Belgischen Consul zu Stralsund. Nr. 21 dcs Bundes-Gesetzblattes des Nolddeutschen Bundes, ausge- gebln zu Berlin am 25. Juni 1870, enthält: (Nr. 515.) Gesetz, betr. die Kommanditgesellschaften auf Actien und die Actien- gesellschaften. Vom 11. Juni 1870. Nr. 22 des Bundts-Gesetzblalles des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 29. Juni 1870, enthält: (Nr. 516) Gesetz, betr. die Feststellung des Haushalts-Etats dcS Norddeutschen Bundes für das Jahr 1871. Vom 15. Mai 1870. (Nr. 517.) Verordnung, betr. die Feststellung des Etats der Militärverwaltung des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1871. Vom 15. Mai 1870. (Nr. 518.) Gesetz, betr- die Abänderung des Haushalts-Etats des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1870. Vom 11. Juni 1870. (Nr. 519.) Gesetz wegen Aufhebung der Elbzölle. Vom 11. Juni 1870. (Nr. 520.) Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde einerseits und Oesterreich andererseits, die Aushebung des Elbzolles betr. Vom 22. Juni 1870. (Nr. 521.) Verordnung, betr. die Ausführung des Gesetzes wegen Errichtung eines obersten Gerichtshofs für Handelssachen vom 12. Juni 1869. Vom 22. Juni 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Besondere Bekanntmachungen. Oberhcssische Eisenbahnen. Bekanntmachung. Ä 3241) Bei Gelegenheit des zu Nidda stattfindenden land- wirthschaftlichen Festes am 14. Juli tritt für die Besucher des Festes eine Ermäßigung für Hin- und Rückfahrt in der Art ein, daß an diesem Tage Billets II. Klasse zur Hin- und Rückfahrt in 111 Klasse, und Billets I. Klasse zur Hin- und Rückiahrt in 11. Klasse Gülligkeit haben. Die in dieser Art gelösten Billets ermächtigen auch noch zur Rückfahrt am 15. Juli. Am 14. Juli, Abends 9 Uhr-45 Min., wird außerdem ein Extrazug von Nidda nach Gießen abgelassen werden- Gießen, den 8. Juli 1870. Der Derwaltungsrath. 3259) In dem Landeszuchthaus Marien- schloß ist eine Ausseherstelle mit einem Gehalte von 325 Gulden zu besetzen. Der Anzunehmende muß die Weberei können, kräftig und unverheirathet, auch im Rechnen und Schreiben bewandert fein. Bei seiner persönlichen Anmeldung dahier, längstens bis 26. d. Mts., hat er sich mit den Zeugnissen seiner Orts- und Milttärbehör- oen zu versehen. Marienschloß, den 9. Juli 1870. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction Scriba Versteigerungen. 3053) Dienstag den 9. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll aus dahiesigem Rathhaus die dem Verwalter Georg Kuhlmann dahier zustehende Hofraithe, als: Stur Nr. OJtlftr. Vi48 9 Hofraithe in der Wolken- gasse, 1/150 11 Hofraum (Scheuer u. Miststätte) daselbst, i/i5i 4 Hofraum (Stall) daselbst, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 23. Juni 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Sem ml er, Ortsgerichtsmann. Lieferung von Steinkohlen und Äiefern-Scheidholz. 3200) Künftigen Mittwoch, den 13. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung der Steinkohlen und des Kiefern-Scheidholzes pro 187O/7i für die Garnison-Verwaltung und das Garnison- Lazareth Gießen auf dem Büreau der unterzeichneten Verwaltung mittelst Submission vergeben. Die Lieferungsbedingungen liegen daselbst zur Einsicht der Interessenten offen. Gießen, den 6. Juli 1870. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Kalbfleisch. Plan, Voranschlag und Bedingungen können in diesem Lokale vor der Versteigerung eingesehen werden. Gießen, den 5. Juli 1870. Gcoßherzogliches Kreisbauamt Gießen. _________ Holzapfel.__________ Arbeitsverweigerung zu Leihgestern. 3250) Donnerstag den 14. Juli, Vormittags um 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaufe zu Leihgestern nachstehende Bauarbeiten in Accord gegeben werden, alS: 3249) Mittwoch den 13 Juli, Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unterzeichnete im Auftrag des Herrn Carl Pietsch 1. auf dem Lahnsteiu dahier wegen Aufgabe der Wirthschaft uachverzeichnete entbehrlich gewordene Möbel und Wirth- schaftstttensilien öffentlich versteigern, nämlich: 1 Sopha, 3 Bettstellen, 1 ovaler Spiegel mit Goldrahmen, 1 zweithüriger Küchenschrank, 1 Commode, 36 Rohrstühle, 6 polirte Strohstühle, 30 Gartenstühle, 8 Gartenbänke, 12 Tische, 1 vollständiges Gesindcbett, verschiedene Küchengeräthschaften, 1 Kiste Champagner, 1 Partie Flaschen und sonstiger Hausrath. Bemerkt wird, daß sämmtliche Gegenstände sehr gut erhalten sind und vor der Versteigerung eingesehen werden können. Gießen, den 10. Juli 1870. M. Pilger. Versteigerung von Bauarbeiten. 3182) Die bei Pflasterung eines Theils des Schloßhofes dahier vorkommenden Arbeiten und Lieferungen; 1) Pflaster- und Ehaussirarbeit, veranschlagt zu 672 fl. 36 fr., 2) Lieferung iro» 4,5 Ckstr. Basaltsteinen, 3) „ „ 2,0 „ Lahnkies, sollen Mittwoch den 13. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, in dem Bramm'schen Wirthslokale öffentlich versteigert werden. Lebensversicherungs - Aktien - Gesellschaft in Stettin empfiehlt Carl Hoffmann. 16 Nadel-Stämme, 448 Stangen. (3262) ■Epileptische Krämpfe (Fallsucht) WK heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doct. Killteeh | in Berlin, Louisenstratze 45. — Bereits über Hundert geheilt. (201)sßS«i Seltersweg. (3254) Kupferne CO H- M- Jughardt- oerntiethen bei iiu ein Professor Noack. bar bei 3210) Ein Logis, bestehend aus 5 Aim- mern, Küche. Kammer und Zugehör, ist zu 170 84 12 fl. 52 „ os Or CO Stockholz, Reisholz, 31 2500 Wellen Weißbinderarbeit, veranschlagt zu Chaussirarbeit, M ■ Steinbrechen, Fahren u. Aufsetzen der Steine, veranschlagt zu . . Steinklopfen, „ „ • • Gießen, den 9. Juli 1870. Gießen, den 9. Juli 1870. In Auftrag: Körner, Bezirksbauaufseher. Wieseck, den 9. Juli 1870. Groß^erzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. 3112) Ein noch gut erhaltenes Clavier ist zu verkaufen Reichensand Ltt- C. Nr. 12L in allen Größen bei August ScMessingev 3205) Ein tüchtiger Mechanikus findet dauernde Arbeit bei C- L. Sack, Lit. B- Nr. 102. Scbreiblehrer Maximilian Gander von Mainz ist wieder in Gießen eingetroffen, um Montag den 18. Juli abermals einen Cyclus von 12 Lehrstunden seiner Schnell - Schönschrcibe - Methode (vermöge welcher Damen und Herren — sowohl in „deutscher" als auch „englisch-lateinischer" Currentschrift — eine „den Anforderungen der Zeit gemäß" entsprechende Handschrift beigebracht wird) zu eröffnen, was sich derselbe — vorbehaltlich einer spateren relativen ausführlichen Ankündigung — dem verehrlichen Publikum erge- benst anzuzeigen beehrt. (3256) Wiener Hefe, pr. Pfund 24 fr. Holland. „ „ „ 18 „ beide Sorten von vorzüglicher Triebkraft, versendet gegen Nachnahme die Hefenhandlung von Friedrich Bender, in Frankfurt a. Holzversteigernng. 3247) Donnerstag den 14. d. Mts-, von Morgens 7 Uhr an, sollen in dem Wiesecker Gemeindewalde, Di- strict Hundskopf, folgende Holzsortimente versteigert werden, als: 88 Stecken Nadel-Prügelholz, Fußboden-Anstrich. Fußbodenlack, sofort trocknend, Leinölsiccatif zum Einölen, Oelfarbcn, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (3253) Seltersweg. Ein Schriftsetzer-Lehrling kann eintreten in die Brühl'sche Unio.-Druckcret. tüchtiger Haupt-Agent gesucht. Qualificirte cautionsfähige Bewerber belieben ihre Adressen sub Z. B. 560 bei der Annonccn-Expedition von Haa- scnstcin &> ^oqUv in Frankfurt a. M- niederzulegcn. 3246- Für eine gut emgesuhrte ländische Lrbcnsverlrchkrungo- Geftllschast wird für Gießen und Umgegend Gegen Kriegsgefahr kann bei Ausbruch eines Krieges versichert werden. Für die Versicherung von Renten bietet die Gesellschaft die vortheilhafteste» Bedingungen. Prospecte und Antragsformulare gratis durch die Agenten: Gg. PH. Ftllmann in Gießen, Balth. Seibert in Wieseck, PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, Local-Versammlung der hiesigen Mitglieder des Gartenbau-Vereins Dienstag den 12. Juli, Abends 8 Uhr, un Cafe M o s l e r. Gegenstand der Besprechung: 1) die diesjährige Blumen-, Obst- und Gemüse-Ausstellung, 2) Mittheilung interessanter Erfahrungen und Beobachtungen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Namens des Local-Comite's: Earl Deines. In Auftrag: Körner, Bezirksbauaufseher. 3257) Ein geräumiges möblirtcS Zimmer, in Mitte der Stadt, wird auf sogleich zu miethen gesucht- — Adresse mit Preisangabe bittet man unter M. B- bei der Exped. d Bltts. zu hinterlegen. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, Marktstraße. Grund-Capital.............. Reserven Ende 1869 ............. Seit Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1869 bezahlte Versicherungssummen........... Versichertes Capital Ende Juni 1870 ...... Einnahme an Prämien und Zinsen circa Im Monat Juni sind eingegangen 1733 Anträge auf Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Handverkauf 3018) Die Erben des Verwalter Pepp- ler wollen ihre Hofraithe: Vorderhaus, Hinterhaus, Nebenhaus und Garten auf dem Seltersberg, zusammen oder getrennt verkaufen. Herr Hofgerichts-Advocat Baist !wird über das Nähere Auskunft ertheilen. Feilgebotsnes in allen Sorten, trocken so- wohl, als auch mittelst Dampfkraft auf's Feinste in Oel abge- rteben, Broncen, Blattgold, Mafer- walren und Oclfarbmühlen empfiehlt Emil Fischbach, Nicht zu überleben! 3180) Meinen geehrten Kunden und Geschäftsfreunden mache hiermit die ergebene Mittheilung, daß ich durch die einige Jahre andauernde Beschäftigung meines Sohnes in einer der ersten Schön- und Kunstfärbereien das Färben von Kleidern in Seide, Wolle, Halbwolle und Jaconnet in allen Farben, sowie das Drucken in Oel, Dampf, Gold, Silber und in den neuesten Brillant-Farben, ferner das Waschen und Färben von Handschuhen und Federn, chemische Fleckenreinigung und das Moiriren von seidenen und Moire-Kleidern, zu übernehmen in den Stand gesetzt bin und halte mich unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung bestens empfohlen. Muster liegen bei Herrn Philipp Best in der Löwengasse zu Gießen zur Ansicht bereit. — Aufträge können an Herrn Best oder auch direct an mich abgegeben werden. I- Pcppler Wittwe, in Lollar. Die Ainioncen-Expedilioii Rudolf Kosse, Frankfurt a. M.. Zeil 45, gegenüber der Post 45 Zeil, empfiehlt eich zur Beförderung von Inseraten in jede» gewünschte Blatt. Porto- orsparniss. Rabattvortheile. — Prompte Expedition. — (2884) Gulden 5,250,000. , 6,461,481. „ 5,478,592. „ 93,349,342. „ 2,990,000. „ 1,604,174. R Spiegelberger in Butzbach, I. Schweiker in Homburg a. d. O-, R. Hetncck in Alsfeld, F. Müller in Gladenbach, Geometer Henrich in Lang-Göns, H. Weigel in Biedenkopf. 3255) Die Materialwaaren-Handlung von Emil Fischbach, Scltersweg, empfiehlt : Königs-Reisstärke, Feinste Waizenstärke, Waschpulver, aus schmutzauflösenden, unschädlichen Bestandtheilen zusammengesetzt, Waschblau. __________________ Arbeitsversteigerung zu Hausen. 3251) Donnerstag den 14. Juli, Nachmittags um 3 Uhr, 2845) Möb.'irte Zimmer zu vermiethen Neuenweg B. 194. 2266) Ein Familienlogis mit allen Bequemlichkeiten ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Lehrlings-Gesuch. 3211) Ein kräftiger braver Junge, welcher das Kupfcrschmiedgeschäft gründlich erlernen will, kann in die Lehre treten. Näheres bei der Exped d. Bltts. 3252) Ein fliiter .Heizer, welcher schon mehrere Lo- comobilen geheizt, wird gesucht gegen 8 fl. Lohn pr. Woche, sowie Kost und Logis. Von wen»? sagt die E^ped. d. Bltts. Vermisthnngsn 3172) In einem neuerbauten Hause ist eine große Familien-, sowie Mansardenwohnung mit abgeschlossenem Corridor und Keller, pr. 15. August zu vermiethen. Auf Verlangen kann auch Garten hierzu abgegeben werden. Zu erfragen bei der Exped. dieses Blattes. 3:52) Auf dem Asterweg Lit. A. Nr. 124 ist eine Familienwohnung, bestehend in vier Zimmern, einer Kammer, Küche, Keller rc, zu vermiethen, welche den 1. October l. I. bezogen werden kann. 3214) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net ist zu vermiethen bei E. Roth, vor dem Wallthor. 3104) Zu vermiethen und alsbald beziehbar eine geräumige Mansarden - Wohnung am Seltersberg Lit. E Nr. 83. Am liebsten eine kinderlose Familie oder ein- zelne Dame. __________________ 3261) Eine Familienwohnung von 5 Zimmern ist am 1. Oclober bezieh- 3243) Zu vermiethen: ein neu ausmöblirtes Zimmer mit Cabinet oder ein einzelnes Zimmer, sowie ein Logis in dem Nebenbau, welches am 18. August bezogen werden kann. Louis Flett, im Schwanen. 3122) Zwei möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sind zu vermiethen bei I. Becker Wittwe, Neuenweg B- 195. 2749) Zwei Parterre - Zimmer sind an eine Dame ohne eigenen Haushalt oder an einen älteren Herrn zu vermiethen. res bei der Exped. d. Bltts.________________ 2326) Eine Wohnung ist zu vermiethen und alsbald beziehbar bei _____________Alexander Mayer. 3156) Ein neues Haus ist zu vermiethen oder auch zu verkaufen. Näheres bei der Exoed, d Bltts._____________________________ 3242) Wegen Dienstverhältnissen ist eine freundliche Wohnung frei geworden und kann sogleich bezogen werden Seltersweg Lit. C- Nr. 148.________________________________ 3162) Ein Zimmer ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.______ 3228) Die Scheuer im Zinßer'schen Garten ist zu vermiethen. Gothaer Cervelatwurst, Feinsten Gmmenthaler Schweizer- und , Limburger Käse (3244) empfehlen I. A. Busch Söhne. 3151) Feinste» Weinessig soll die Reparatur der Friedhofsmauer zu Hausen auf der dortigen Bürgermeisterei tn 3203) Ein fast noch neues Scheuerthor ist Accord gegeben werden, bestehend in billig zu verkaufen Wallthorstraße A. 227. Maurerarbeit, veranschl. zu 23 fl. 18 fr. Z Magenleiden aller Art, selbst die hartnäckigsten, besonders Unverdaulichkeit, Magenkrämpfe, Magendrücken, Uebelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magensäure, Sodbrennen rc., sowie auch Blähungsbeschwerden und Neroenichwäche, überhaupt alle jene Uebel, welche von Schwäche des Magens und von schlechter Verdauung herrühren, werden erfahrungsgemäß sicher und schnell beseitigt durch den Universal - Illagen-Liqueur von Franz von Metternich in Mainz. Preis : die ganze Flasche fl. 1. 24 fr., die halbe Flasche 45 fr., die viertel Flasche 24 fr. Niederlage bei Ed. Lind, Hofconditor in Gießen, und PH. Dan. Kümmich in Friedberg. 2948) Schwemmstein (oder Kalksand, auch Tuffstein genannt), von 26V2, 12Vz und 8 cm. oder 10, 43/4 und 3" rhld. (mit Bicker Wasserkalk unter 60—70,000 Pfd. dargestellt), sowohl für Ausmauerung von Fachwänden, als zur Aufführung massiver Gebäude dienlich, empfiehlt Th. Wurmbach zu Herborn. 3248) Mehreren Wünschen zu entsprechen, bringe ich den geehrten Damen zur Nachricht, daß ich mit nächstem Montag einen weiteren Cursus im Ansertigen von Damenkleidern eröffnen werde. Auch werde ich weitere Privatstunden ertheilen. Anmeldungen bittet man bis zum nächsten Sonntage abzugeben. C. Schneider, Sonnenstraße. Wohnmrgs - Gesuch. 3212) Eine stille Familie sucht in der Nähe vom Brand eine Wohnung, bestehend aus 2 Zimmern, Cabinet, Küche rc., und wünscht dieselbe den 15. August zu beziehen. Offerten beliebe man bei der Exped. d. Bl. abzugeben. 3258) Herr Prediger Uhlig von der freien Gemeinde Magdeburg wird Sonntag den 17. Juli, Morgens 10 Uhr, einen Er- bauungsoortrag auf dem Gleiberg in dem gewöhnlichen Locale, sowie Nachmittags 3 Uhr einen weiteren Vortrag auf dem Ehr. Lony'schen Bierkeller zu Gießen, halten. ___________________________________ 3206) Der Pfandschein Nr. 2163 ist verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, denselben in hiesiger Leihanstalt abzugeben. 3163) Die Unterzeichnete empfiehlt sich bestens als Hebamme. Marie Franck, wohnhaft in dem Balser'schen Hause in den Neuenbäuen. 3141) Ein möblirtes Zimmer, am liebsten mit Cabinet, möglichst außerhalb der Stadt zwischen Gärten gelegen, wird von einem fremden sehr ruhigen Herrn gesucht- Gefällige Offerten an W. B., (Safe Ebel, einzusenden. M Danksagung. M 3260) Allen Denjenigen, welche M unseren lieben, unvergeßlichen Sohn, IW Bruder und Schwager, Heinrich Hust, Mzu seiner letzten Ruhestätte begleitet U haben, sagen wir unseren innigsten U Dank. Die trauernden Hinter- M bitebenen. AnMagenkrampf, Verdauungsschwäche rc. rc. Leidenden wird das fast 50 Jahre segensreich wirkende Dr. med. voscks'scheHeilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp- d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doecks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345) 3222) Ein gebrauchtes Bett wird zu kaufen gesucht. 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Werther erwiederte, daß er keine Kenntniß von den Unterhandlungen gehabt und daß er überzeugt sein zu können glaube, seine Regierung sei der ganzen Combination sremv geblieben und cs handle sich dabei lediglich um eine Familienangelegenheit der Fürsten von Hohen- zollern. UebrigenS nehme er keinen Anstand, zu bekennen, daß er das fragliche Projekt von Marschall Prim für etourdi (leichtsinnig) halte. Darauf fragte der Herzog den Botschafter, ob er nicht die Absicht habe, dem Könige mündlich von den Unzulässigkeiten zu sprechen, welche die Verwirklichung des vom spanischen Cabinet vorgeschlagenen Auskunftsmittels nach sich ziehen würde. Herr von Werther antwortete, die Sache scheine ihm allerdings wichtig genug, um eine Reise nach EmS zu rechtfertigen. Herr von Gramont ersuchte ihn darauf, im Auftrage des Kaisers dem Könige Wilhelm I. kundzugeben, wie peinlich überrascht Napoleon III. und dessen Regierung gewesen sei durch die Annahme des spanischen Antrages Seitens des Prinzen von Hohenzollern, doch würde der Kaiser sich Glück zu diesem unerwarteten Zwischenfalle wünschen, wenn der König die so günstige Ge- legenheit benutzen wollte, einen Beweis der Aufrichtigkeit seiner so oft ausgesprochenen Wünsche im Interesse der Erhaltung des Friedens zu geben. Frankreich gebe sich daher der Hoffnung hin, der König Wilhelm werde seinen nahen Verwandten (?) veranlassen , die ihm angebotene Krone Spaniens zurückzuweisen, und zugleich dem Prinzen empfehlen, vorläufig Deutschland nicht zu verlassen. Sollte jedoch, den sehnlichsten Hoffnungen Frankreichs zuwider, Preußens König in seiner Weisheit anders zu be- schließen geruhen, dann könne die Gefahr einer Katastrophe nicht verhehlt werden. Herr von Werther antwortete, daß bei der ausnahmsweise» Wichtigkeit (gravitö) der Lage es wünschenswerth sei, den Worten ihre richtige Bedeutung zu geben, und er müsse daher den Minister fragen, ob er bet dem Ausdrucke Katastrophe eine Kriegsdrohung im Sinne habe. Herr Ollivier, welcher bisher lautlos dageseffen hatte, ergriff nun seinerseits das Wort und sagte: „Im Namen des Kaisers und seiner Regierung muß ich diese Frage bejahen: „Oui, il y a menacc de guerre.“ Aus allen officiosen Blättern, aus der „Patrie", der „France", dem „Peuple franyais" und dem „PayS" spricht die größte Aufregung; das „PayS" beginnt seinen: „Der Krieg" überschriebenen Leitartikel, wie folgt: „Die Ereignisse sind ernst; Folgendes ist ganz genau: Was nur ein Gerücht war, ist zur Wirklichkeit geworden. Der Prinz von Hohenzollern hat die ihm von dem General Prim angetragene Krone von Spanien angenommen. Preußen legt die Hand auf Spanien. Der Kaiser hat dem irische Mundscherrr. preußischen Botschafter in Paris, Hrn. v. Werther, erklärt, daß Frankreich das nicht leiden werde. Hr. v. Werther ist gestern Abend abgereist, um seiner Regierung über die Entschließungen Frankreichs Bericht zu erstatten. Wir haben also ein ungeheures Ereigniß zu gewärtigen: zu dieser Stunde tauschen die beiden Nationen vielleicht ihren Karte! aus. Heute Abend, morgen kann der Krieg vielleicht erklärt sein. Es braucht nur ein Schwindel sich unserer Nachbarn zu bemächtigen und die Würfel wären geworfen! Denn — das wissen wir aus sicherer Quelle — Frankreich wird nicht zurückweichen. Entweder Preußen zieht seine Ansprüche zurück oder es muß sich schlagen. Ein Drittes, einen Ausgleich, ein juste milieu gibt es nicht. Entweder es gibt nach, oder die Kanone wird die Discussion sortsetzen." Der Corresponvent der „Triester Zeitung" schreibt: „Da der Papst seit einigen Tagen leidend ist, da er noch außerdem diesen gastrischen Anfall nicht achtet (oder wenigstens Anfangs nicht achtete) und die anstrengenden Functionen am Peterstage trotz seines Unwohlseins mitmachte, da er ferner durch den Abfall Guidi's und die hartnäckige Ausdauer der con- ciliären Minorität täglich gereizter wird, so könnte uns geschehen, daß wir eines schönen Sommermorgens mit der Nachricht von seinem Hinscheidcn überrascht werden, welches im gegenwärtigen Augenblicke zum Feuerzeichen großer Ereignisse werden könnte. Die große Hitze hat mehr oder weniger Alle in Rom angegriffen; dabei muß man nicht vergessen, daß der Papst 78 Jahre hat und stark constituirte Naturen nickt langsam dahinsiechen, sondern in plötzlichen und raschen Anfällen abnehmen und dahingehen. Der Papst hat in den letzten Wochen sehr sichtbar gealtert, und bei der Function in St. Peter am 29. Juni konnte er sich nicht hinreichend beherrschen, um eine große Ermattung zu verbergen. Nach dem Hochamte, bei welchem die volltönende Stimme Pius' IX. nicht, wie gewöhnlich, zu hören war, wird der Papst in die Mitte der Kirche getragen und muß hier jährlich den feierlichen Protest ablesen, welcher gegen alle Verkürzungen der weltlichen Anrechte der Kirche wiederholt wird. Die Stimme des Papstes war sehr matt und seine Arme fielen ermüdet auf die Lehnen des Tragsessels, als er das dünne Buch aus der Hand gegeben hatte. Der greise Mastai ist erschöpft und mich sollte es sehr wundern, wenn er sein 25. RegierungSjahr übersteht." 9. Juli. Die in unserem letzten Blatte mitgetheilte Inter- pellation des Deputirten Cochery und Genossen, über die Eventualität einer etwaigen Besteigung des spa- Nischen Thrones durch den Prinzen von Hohenzollern, wurde im gesetzgebenden Körper zu Paris am 6. d. M. verhandelt. Der Minister des Auswärtigen, Herzog von Gramont konstatirt in Beantwortung der Interpellation, daß Prim dem Prinzen von Hohenzollern die spanische Krone angeboten und daß der Prinz dieselbe angenommen habe. Das spanische Volk babe sich indeß noch nicht ausgesprochen. Die französische Regierung kenne nicht die betreffenden Unterhand- langen; er bitte demgemäß die Discussion, die augenblicklich zwecklos sein würde, zu vertagen. Die Regierung werde in der neutralen Haltung, die sie bis Lwf- jetzt beobachtet, beharren, aber sie werde nicht dulden, daß eine fremde Macht einen Prinzen auf den spanischen Thron setze und die Ehre und Würde Frankreichs in Gefahr bringe. (Beifall.) Die Regierung vertraue auf die Weisheit des deutschen und auf die Freundschaft des spanischen Volkes. Sollte sie sich aber in ihrer Hoffnung täuschen, so werde sie ohne Zögern und ohne Schwäche ihre Pflicht thun. (Wiederholter lebhafter Beifall.) 10. Juli. In Bezug auf die spanische Throncandidatur haben wir mitzutheilcn^ daß Erbprinz Leopold, welchem die spanische Krone angetragen ist, der älteste Sohn des Fürsten von Hohenzollern ist. Als solcher ist er präsumtiver Erbe der Apanagen und mediatisirten Besitzungen der Familie; er ist am 22. September 1835 geboren, Oberst ä la suite des 1. Garde-RegimenkS zu Fuß, und seit dem 12. Sept. 1861 mit der Prinzessin Antonie von Portugal, Schwester des regierenden Königs, vermählt. Er hat drei Söhne, Wilhelm, Ferdinand und Karl Anton. Man hat in Madrid ohne Zweifel nicht unbeachtet gelaffen, daß, wenn der Prinz von Hohenzollern der königlichen Familie angehört, er zugleich der Enkel einer Murat und einer Beauharnais, also zweimal mit dem Kaiser der Franzosen verwandt ist. Seine Mutter nämlich, die Prinzessin Josephine von Baden, ist die Tochter der Prinzessin Stephanie von Beauharnais, Adoptivtochter Napoleons I., und sein Vater, Fürst Karl Anton, ist der Sohn der Prinzessin Antoinette Murat. Schon einmal wurden diese verwandtschaftlichen Bande geltend gemacht, um Napoleon III. die Candivatur des Prinzen Karl von Hohenzollern auf den rumänischen Thron annehmbar zu machen. Man hat in Madrid wohl geglaubt, daß dieselben Gründe in Paris auch einem hohenzollern'schen Prinzen bei der spanischen Candivatur zu Statten kommen würden. In einem am 5. stattgehabten Ministerrathe hat der Regent die von Prim in der Throncanditatur- Angelegenheit gethanen Schritte gebilligt. Das Ministerium hat einstimmig beschlossen, diplomatische Verhandlungen anzuknüpfen, um den Cortes einen den Wünschen der Majorität der Deputirten entsprechenden Candidaten Vorschlägen zu können. Die Cortes werden am 22. d. zusammentreten und die Königswahl alsdann am 1. August stattfinden. Die ministerielle Partei hofft, daß der Throncanvidat 200 Stimmen erhalten werde. Der erwählte König wird am l.Nov. das Land betreten. Die Civilliste ist auf 20 Mill. Realen festgesetzt. 11. Juli. Zur Klärung der politischen Lage entnehmen wir der „Nordd. Allg. Z." in Bezug auf die spanische Throncandidatur Folgendes: „Man hat sich, namentlich in der französischen Presse, mit der Sache stark übereilt. Ein Urtheil über dieselbe erscheint durchaus verfrüht, unreif, auf bloße Hypothese begründet, so lange die spanische Volksvertretung sich nicht geäußert hat. So lange dies nicht geschehen ist, so lange die CortrS in Madrid die Wahl des von der provisorischen Regierung in'S Auge gefaßten Königs, die von ihnen allein, nicht durch Wünsche oder Befürchtungen des Auslandes, zu entscheiden ist, nicht nach den bestehenden Gesetzen vollzogen und endgültig festgrstellt haben, sind alle Betrachtungen über die Angelegenheit wenig mehr als Streit um des Kaisers Bart. Die deutschen Regierungen haben jederzeit die Thatsachen vor Augen gehabt, daß Spanien ein selbstständiger Staat ist, und daß die Spanier ein mündiges Volk sind, welches keinen Vormund, keinen Rath, keine Anregung und keinen Vorschlag von Außen bedarf, um zu wissen, was ihm die Verfassungsfragen frommt, und wer zum obersten Lenker seiner Geschicke am ge- eignctstcn ist. Die deutschen Regierungen haben darnach gehandelt, und sie werden ferner darnach handeln. Sie werten folglich, wie wir mit Bestimmtheit annehmcn, in dieser inneren Frage Spaniens, wie in jeder ähnlichen, weder zu- noch abralhen, geschweige denn irgendwelche andere Einmischung sich erlauben, irgendwelchen Druck ausüben auf den Gang der Dinge jenseits der Pyrenäen. Sie hätten kein Recht dazu, wenn sie anders dächten, und, bei der großen räumlichen Entfernung Spaniens, die nicht durch geistige Verwandtschaft nut uns oder anderen zur Annäherung nötigenden Ursachen ausgeglichen Wird, auch keinerlei Veranlassung, keinen Beruf dazu. Sie sehen daher einfach mit wohlwollender Erwartung zu, was sich in der Frage entwickeln und zuletzt ergeben wird, und dasselbe gilt von dem deutschen Volke. Es war also wenigstens in Betreff Deutschlands, wie uns bedünkt, nicht der mindeste Grund vorhanden, von einer Macht zu sprechen, welche den Spaniern einen König aufzwingen wolle, und eben so wenig war, wie uns scheint, ein Appell an die Weisheit des deutschen Volkes in der Sache recht am Orte. Die Weisheit des spanischen Volkes, rcpräsentirt durch die Eortes, hat hier zu reden, und nur sie. Die Weisheit des Deutschen hat lediglich sich neutral zu verhalten und wird sich neutral verhalten. W.ll man anderswo eine andere Stellung einnehmen, bestimmend, rathend, drohend, zwingend aus die Entscheidung der Frage einwirken, wohlan, mag mein es versuchen. Wir lassen die Hände davon." Die „Patrie" meldet, jedoch mit Vorbehalt: „Es geht das Gerücht, daß eine Depesche aus Preußen eingetrcffen wäre, in welcher die preuß. Regierung erklärt, „ebenso wenig wie die französische" von den dem Prinzen von Hohcnzollern gewordenen Anträgen Kennlniß gehabt zu haben. Preußen will also in dieser Hinsicht in demselben Falle fein, wie Frankreich, und auch seine Haltung nach der des französischen EabinetS einrichten. Andererseits erzählt man, daß ein Londoner Blatt ein Copie von der ganzen Eorrespontenz Prim's mit den preußischen Agenten besitze und sich anschicke, diese Schriftstücke zu veröffentlichen. Dagegen soll die preußische Dtpesche nach der „Gazette de France" folgende vier Punkte enthalten: 1) der Prinz Leopold gehöret nicht dem königlichen Hause an; 2) Preußen habe keinen Schritt gethan, um für ihn die spani- sche Krone zu erwirken; 3) die Zustimmung des Königs (Ear.didaten) sei keine definitive, sondern von der Sanction durch die Cortes abhängig gemacht; dagegen wüide 4) wenn die Cortes ihn wählten, Preußen ihn unterstützen. Der „Köln. Ztg." wird aus Paris vom 7. Juli geschrieben: Der spanische Gesandte in Paris, Olo- zaga, hat gestern eine dreistündige Audienz bem Kaiser in St. Cloud gehabt, um seine Regierung zu verthcidigen und den Beweis zu führen, daß dieselbe durch keinerlei Feindseligkeit gegen Frankreich sich habe bestimmen lassen. Der Kaiser, erzählt man, ist sehr beruhigt über den Ausgang der eingeleiteten Unterhandlungen und spricht seine Ueberzeugung aus, daß es nicht zum Kriege kommen werde. Herr v. Gra- mont und Ollivier erklären ihrerseits, daß Frankreich rs vorgezogen habe, offen und unumwunden zu erklären, daß es die Beibehaltung der Cantidatur des Prinzen von Hvhenzvllern als einen Kriegsfall an- sihen werte, damit die Mächte im Jnttreffe des Friedens handeln können. Durch die Dazwischenkunft der Cabinete von London und Florenz soll nämlich Preußen und Spanien gegenüber erreicht werben, daß nicht von einem sranzösiichen Veto, sondern von einem europäischen Veto gegen die angeregte Cantidatur die Rete sein könne. Preußens Stellung trägt man am meisten Rechnung, und England will Vorschlägen, wie man in diplomatischen Kreisen behauptet, daß der Prinz aus freien Stücken seine Zusage zurücknchme und erkläre, er wolle nicht Ursache eines europäischen Zusammenstoßes werden. Das Wiener Cabinet bat sich mit Frankreichs An- schauung einverstanden erklärt, wird sich aber wegen seiner noch immer nicht recht herzlichen Beziehungen zu Preußen jeder Einmischung enthalten. Von Ruß- lands ciplomatilcher Einmischung kann kaum die Rete sein, da diese Macht die gegenwärtige Regierung von Spanien noch nicht anerkannt und keine diplomatischen Beziehungen zu teqelben hat. Die „Jnd. belge" meint über die präsumtive Annahme der spanischen Krone Seitens des Prinzen Hvhenzvllern, daß Frankreich nur sich selbst die Schuld zuzuschreiben habe, wenn Prim durch diesen Schachzug Spanien aus der verworrenen Situation, in der es sich befinde, zu retten versuche. Trotz aller Abläugnungen, sich nicht in die spanischen Verhältnisse einzumischew, habe Frankreich seit bald 2 Jahren nichts Anderes gethan, als auf geheimen Wegen seine Hände in das spanische Parteigetliebe zu stecken, um zu verhindern, daß die Republik proclamirt oder der Herzog von Montpensier zum König ausgerufen werde. Die Sympathieen der französischen Politik für die gestürzte Dynastie und ihre platonische Vorliebe für die Restauration eines Alphons VII. seien für Niemanden ein Geheimniß, da aber an eine solche in Spanien nicht zu denken sei, so könne man es den spanischen Staatsmännern, so unangenehm dies auch Frankreich sein möge, nicht verdenken, wenn sie ihre Blicke auf Preußen richten, um dort eine Stütze zu finden! Preußen. EmS, 7. Juli. Der König arbeitete heute Nachmittag mit dem königlichen Botschafter am französischen Hofe, Freiherrn von Werther und dem Geheimen LegationS- rath Abeken. Freiherr von Werther wird etwa acht Tage in EmS bleiben. Ems, 8. Juli. Der preußische Militärbevollmächtigte am Tuilerienhofe, Graf Waldersee, reist heute Abend nach Paris zurück. Berlin, 6. Juli. Ein Sohn des Generals Herwarth von Bittenfeld, Premierlieutenant in der Cpandauer Garnison, ist am Sonnabend in der Havel ertrunken. Mit mehreren Kameraden amüsirte er sich kurz vorher auf's Trefflichste bei einer Vorfeier der Schlacht von KönigSgrätz auf einer der bei Spandau gelegenen Havelinseln; bei der Rückfahrt waren die Herren so übermüthig, daß der Kahn umschlug und in dem allgemeinen Wirrwarr vermißte man den Kameraden gar nicht, bis die Leiche am Sonntag früh an das Ufer gespült wurde. Berlin, 8. Juli. Bislang ist von einer Genehmigung des Königs für die Hohenzollern'sche Thronannahme nichts bekannt. Oesterreich. Wien, 6. Juli. Auf Andringen der ungarischen Regierung hat die österreichisch-ungarische Zollconferenz beschlossen, von ter diesseits in Aussicht genommenen Gencra- lisirung des Zolltarifs vorläufig abzusehcn und zunächst auf dem Wege der Handelsverträge weiter zu gehen, jedoch innerhalb der geltenden Handelsverträge einzelne Tarifsätze zu revidiren. Die Conferenz tritt zu diesem Behuf nach drei Monaten wieder zusammen. Wien, 8. Juli. Eine authentische Nachricht aus Rom meldet, daß die Votirung über das Eapitel de ecclesia (worin die Unfehlbarkeit enthalten ist) unwiderruflich am 16. oder 17. d. M. in öffentlicher Sitzung stattfindet. Frankreich. Paris, 6. Juli. Man spricht in unterrichteten Kreisen von einer sehr ernsten Unterredung, welche Ollivier vorgestern mit dem Frhrn. v. Werther vor der Abreise des "Letzteren nach EmS gehabt hätte. Wir haben immer noch Mühe, eS zu glauben; aber es wird uns auf das Positivste versichert: auf Anfrage des Baron Werther, was Frankreich schließlich thun wolle, um die Candidatur deS Prinzen Leopold zu verhindern, hätte Ollivier, dieser Friedensminister par cx- cellence, welcher noch vor acht Tagen in der Kammer wörtlich sagte, daß der europäische Friede niemals gesichelter gewesen sei, als gegenwärtig, geradezu erwidert: „dann werden wir auf den Rhein marschiren!" Baron Werther hat seine Reise nach EmS in Begleitung eines BotschaftssecretärS, deS jungen Fürsten Lynar, angetreten; man sieht seiner Rückkunft mit der größten Spannung entgegen. Paris, 7. Juli. Der französische Botschafter Benedeit! ist auf telegraphischem Wege seines Posten; enthoben worden. Ein Gerücht will wissen, daß die Kaiserliche Negierung zu diesem Schritt durch ein dnect vom König von Preußen aus EmS hierher gerichtetes Telegramm veranlaßt worden sei. (B. V.-Z.) Paris, 8. Juli. Der heutige „Eonstitutionnel" stellt den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Spanien in Aussicht, wenn die französische Regierung die Ueberzeugung gewinnt, daß das spanische Ministerium an der Eandidatur deS Prinzen von Hohenzollern fortdauernd festhalte. Preußen anlangend, meint das Blatt, so genüge eS nicht zu sagen, Preußen stehe der Eandidatur ferne; sondern, wie LouiS Philipp dem Herzoge von Nemours die Annahme der belgischen Krone, wie England dem Prinzen Alfred, Rußland dem Herzog von Leuchtenberg die Annahme der griechischen Krone und wie Napoleon III. dem Prinzen Murat die Annahme der neapolitanischen Krone nicht gestattet habe, so müsse auch Preußen dem Prinzen von Hohenzollern rS untersagen, die Krone von Spanien anzunebmen. Der „Eonstitutionnel" theilt ferner mit, die französiscte Regierung habe sich mit den Großmächten in Beziehung gesetzt und beabsichtigen die letztern in Berlin und in Madrid im friedlichen Sinne zu wirken. — Das hier coursirende Gerücht über die erfolgte Enthebung deS französischen Botschafters am preußischen Hofe, Benedetti, ist, wie versichert wird, völlig unbegründet. Paris, 8. Juli. Tie „Agence Havas" meldet auö Marseille, daß nach daselbst aus Toulon eingetroffenen Nachrichten es sich bestätigte, daß militärische Vorsichtsmaßregeln getroffen und daß die Einleitungen für Trrrpptntransporle lebhaft betrieben würden. Daß dec Bestimmungsort der Truppen Ehina sei, wird dementirt, eS sollen di>se Transporte vielmehr die Ueber- führung der afrikanischen Armee betreffen. — Die Sprache der Abendzeitungen ist eine sehr scharfe und gemeinhin kriegerische. Die Abreise Olozaga's nach Madrid bestätigt sich nicht. — In der heutigen Sitzung des Senats beglückwünschte Brcnier die Regierung, daß sie mit ihrer bisherigen Politik gebrochen habe. Der Senator fragt die Negierung, ob die im gesetzgebenden Körper gethane Aeußerungen so zu verstehen seien, daß der Kaiser ohne Mitwiikrrng des Auslandes keinen Krieg erklären könne. Min.ster Oll'vier erklärt in Beantwortung einer von Delisle gestellten Interpellation, daß er die so ernste Frage in so abgekürzter (ecourlee) Weise heute nicht diScuti- ren könne; er begnüge sich mit der Erklärung, daß eS fein größter Wunsch sei, unter Bewahrung der Ehre und der nationalen Bestrebungen seine Anstrengungen dahin zu richten, daß der Friede erhalten werde. Die beiden Interpellationen Brenter'S und Delisle werden darauf auf den nächsten Freitag vertagt. Paris, 9. Juli. Das aus Marseille durch die Agentur HavaS veröffentlichte Telegramm, wonach in Toulon Ordre ertheilt sei, 6 Transportschiffe ausznrüsten, trägt an sich keinen Besorgniß erregenden Eharakter. Secks Transportschiffe würden etwa 6 Bataillone cinschiffen können. Italien. Rom, 6. Juli. In der gestrigen General- Eongregation deS EoncilS haben sechSzig Väter gegen das dritte Eapitel des Schema s de Romano Pontifice gestimmt. Die Minorität hält sich fest. Spanien. Madrid, 6. Juli. Die ministerielle Partei hofft, daß der Throncandidat 200 Stimmen erhalten werde. Der erwählte König wird am 1. November das Land betreten. Die Civilliste ist auf 20 Millionen Realen festgesetzt. Madrid, 7. Juli. Dem Vernehmen nach hat die Regierung dem ständigen CorteSausschuß einen Brief deS Prinzen Leopold von Hohenzollern zugestellt, in welchem derselbe erklärt, daß «r die Krone annehmen werde, wenn die CorteS sich für ihn aussprechen sollten. Vermischtes. Gießen, 10. Juli. Nach 2 Uhr heute Nacht während eines heftigen Gewitters schlug der Thürmer die Feuerglocke an, in Folge dessen die Signalisten der Feuerwehr Alarm bliesen' AlS letztere in der vom Thurm angegebenen Richtung vor das Neuenweger Thor kam, ergab sich, daß der Thürmer getäuscht worden war. Die von der Wicßner'schen Ziegelei schräg nach der Stadt hin ausfteigende dicke dichte Rauchsäule erschien durch durch daS Feuer des nach dieser Seite offenen Ofens glühend erleuchtet und machte danach bei ihren Bewegungen täuschend den Eindruck einer ungeheuren Flamme. Der Jrrtkum deS Thürmers war wegen des Gewitters um so mehr entschuldbar. Der Vorgang hatte hiernach für die Feuerwehr nur den Werth einer Alarmprobe, mit deren Erfolg man recht zufrieden sein darf, da die Mannschaften trotz deS massenhaften Regenrasch und zahlreich zur Stelle waren. Wiesbaden. Auswärtigen Besuchern Wiesbadens wird eS nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß in der von Fremden so stark frequentirten Restauration Engel am l.Juli das 25jähr. Bestehen derselben durch prächtige Illumination deS neu hergerichteten Gartenlokals, durch Abbrennen von Feuerwerk und herrliche Musikklänge, durchfrischt vom Rauschen der sprudelnden Fontäne gefeiert wurde. Der Andrang deö Publikums war ein so großer, daß Viele auf daS Vergnügen dieser italienischen Nackt verzichten mußten. DaS von einem Kurgaste aus der Wetterau der thätigen und umsichtigen Wirlhin mit dem Wunsche ausgebrachte Hoch, daß dieselbe noch lange ihrer Wirthschaft vorstehen und deren 50jährige Jubelfeier erleben möchte, damit nicht allein Wiesbadener, sondern aus allen Gegenden hierherkommende Fremde in derselben sich laben möchten, wurde mit allgemeinem Beifall ausgenommen. München. Ein tragische- Ereigniß, daS noch nicht völlig aufgeklärt ist, versetzt die Stadt in nicht geringe Aufregung. Der Pserdewärter deS Kürassier-Lieutenants Grafen Bacinetti ist Morgen« früh in dem Zimmer seine- Herrn erschossen gefunden worden. Die Pistole des Herrn lag auf dem Tische. DaS Uriheil der Todtenschau lautet auf Selbstmord. Dem gegenüber wird behauptet, daß die Schußwunde sich in der linken Brust befindet, und eine von links nach rechts gehende, so wie zugleich abwärts geneigte Richtung habe; auch seien die Kleider in der Nähe der Wunde zersetzt gewesen. »Man will, wie man der „N. fr. Pr." schreibt, daraus schließen, daß kein Selbstmord vorltegen könne und daß der Schuß überhaupt nicht dicht am Körper abgefeuert worden sei, sondern daß Jemand aus einiger Distanz gezielt und geschossen haben müsse. Bei demselben Lieutenant hat sich (?) schon früher ein Bedienter erschossen. — Ein gräßliche- Verbrechen ist in der letzten Zeit in London entdeckt worden. Vor einiger Zeit wurden im Süden der Stadt Leichname von Kindern entdeckt, theils in Körben, oder in Stücken von Kleidern eingehüllt. In einigen Zeitungen ferner fand man folgende Anzeige: „Anständigen Personen, die ein Kind vollständig in einem guten Hause adoptirt zu sehen wünschen, ist ein solches angeboten, wo das Kind mütterliche Liebe und Sorgfalt genießt. Belohnung ein für allemal 5 Pfd." Ein Polizeisergeant schrieb nun an die angegebene Adresse, daß er ein Kind untergebracht wünschte. Er empfing die Antwort, daß ein kinderloses Ehepaar, das eine große Freude an Kindern habe, mit Vergnügen das Kind adoptiren werde. Eine Zusammenkunft an einem dritten Orte wurde ausgemacht. Der Sergeant verfolgte nun die Spur, die ihn zu einem Hause in Brirton leitete. Gr erfuhr, daß daS uneheliche Kind ein,- Mädchens aus der Nachbarschaft hier untergebracht war. Er nahm nun den Vater diese- Mädchens mit sich und verlangte das Kind zu sehen. Dicß wurde zuerst verweigert; endlich aber wurde daS Kind herbeigebradt, in einem schrecklich abgemagerten Zustande und halb todt. Bei weiterer Nachsuchung fand man in einem Zimmer 5 drei bis vier Wochen alle Kinder, schmutzig, vernachlälsigt und mit Lumpen bedeckt, zwei davon am Sterben. Später fand man noch mehr, und ein Arzt constatirte, 10 Kinder gesehen zu haben im Alter von 3 Wochen bis 3 Monaten, einiae gesund, andere abgezehrt, eines unter dem Einfluß eines Narkotikum«. Weiter fand man den Namen einer der HauLeigeuthümerinnen auf einem Stück Papier, in welches eine der oben erwähnten Kinderleichen gehüllt war. Gin Dienstmädchen gab an, daß die Kinder häufig Thon unter ihre Nah, rung gemischt erhallen, daß die beiden Weiber, die dieß Geschäft betrieben, ost mit Kindern fortgegangen und dann leer zurück- gekommen, angeblich weil die Kinder von den Ihrigen zurück- behalten worden seien. Die Untersuchung wird nun erweisen, ob die Kinder systematisch getödtet wurden, oder nur vernachlässigt , und ob das Verscharren nur deßwegen geschah, um die Vegräbnißkosten zu ersparen, oder um ein Verbrechen zu verhehlen. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'scben Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.