PreiS vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich biet' mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibkrg Lit. V. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen. Nr. s, Dienstag den 11. Januar 1870* AMtLiehe Bekannt merxhurrgen Gießen, am 5, Januar 1870. Betreffend : Das Kreis - Ersatz - Geschäft für 1870. Kroß herzogliche Das Kreissmt an Gießen die (broßherMUchrn Bürpermeistereikn des Kreises. ersL, ruPf.UrfaTiftPtT hinfirhHiffi der im ^abr 1850 aebornen Militärpflichtigen haben Sie bereits in Händen, und wir beauftragen Sie daher: Stammrollen über diese Militärpflichtige, welche zum Jahrgang 1870 gehören, nach dem dem Reglement vom 20. Mai 1868 — Regier.-Blatt Nr. 30 — angefügten Formular aufzustellen und dieselben mit ihren Anlagen längstens bis zum 28. Februar L I. an uns m duplo einzusenden. 2) Verweisen wir Sie, bezüglich der Eintragung der Namen der Militärpflichtigen in die Stammrollen Wwie die Bemerkung darüber ob Emer oder der Andere mit Entlassung ausgewandert, ob er gerichtlich bestraft oder in Untersuchung und Haft lst, auf bte S§- 10, 11 und 12 des obigen ^/ö^ments. 3) Ist bei den Anmeldungen darauf zu achten, daß in die Stammrollen für 1870 nur die Militärpflichtigen ausgenommen werden welche m 1850 geboren sind. Bei den aus früheren Jahren sich Anmeldenden ist aus den betr. Stammrollen das Erforderliche zu bemerken, und sind die Stammrollen von 1868 und 1869 mit den für 1870, um aus Ersteren ersehen zu können, welche Leute sich angemeldet haben , gleichfalls einzusenden. 4) Haben Si° in Ihren Gemeinden alsbald bekannt zu machen, daß Derjenige, welcher eine emzahrlge Zuruckstellung ansprechen zu können glaube, diesen Anspruch 51 ma&rn 'w^bnwSraüfSfam^baMfc bie Militärpflichtigen, welche in 1869 auf Grund des §• 43 ber Militär-Ersatz-Instruction auf ein Jahr Mrückgestellt worden sind die Gesuche um Zurückstellung, sofern bie Gründe für eine solche noch fortde ehen, wieder erneuert werben müssen Be, Erneuerung für solche ist genügend, wenn von den betr. Bürgermeistereien bescheinigl wird, daß in den Verhältnissen der Reclamanten sich ntM./wandert hat- ^"se Be^Migungen sowolfl als die Protokolle, welche für die Militärpflichtigen pro 1870 ausgenommen werden, sind geraume Zeit vor dem Krels-Ersatz-Geschaft zur Prüfung an uns einrusenden. ' In Verhinderung des Kreisraths: ® Kekul 6 , Kreisaiiepor. Gießen, am 5. Januar 1870. Betreffend: Die' Ausführung des Gesetzes über die Wechselstempelsteuer im Norddeutschen Bunde. DflS Kroßhrriogtichk Krcisaml Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und die Polizeiverwaltung für die Provinzialhauptstadt Gießen. Nack S 21 des Wechselstcmpclsteuergcsetzes für den Norddeutschen Bund vom 10. Juni 1869 Bundesgesetzblatt Nr. 21 — welches für die zum Bunde aeboriqcn Landestheife mit dem 1. Januar 1870 in Kraft getreten ist, haben unter Andern auch diejenigen Staats- und Communalbeamten, denen eine Dolizeiaewalt anvertraut ist, die Verpflichtung, die Besteuerung der bei ihnen vorkommenden Wechsel und Anweisungen von Amts wegen zu prüfen und die zu ihrer Kenntniß gelangenden Zuwiderhandlungen gegen dieses Gesetz bei der nach Artikel 18 des Gesetzes zuständigen Behörde zur Anzeige zu bringen. Judem wir Sie auf diese Ihnen obliegende Verpflichtung anfmerksam machen und Ihnen anfgeben, derselben gewissenhaft nachzukommen, bemerken wir, daß die Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen gegen das Wechselstempelgesetz an das Großherzogliche Hauptzollamt Gießen als die zur Verfolgung solcher Con- traventionen competente Behörde zu richten sind. Dr. -G o l dmann. Bekanntmach u n g. Betreffend: Das Kreis-Ersatz-Geschäft für das Jahr 1870. 9[uf ($runb des $ 59 der Militär-Ersatz-Instruction für den Norddeutschen Bund fordern wir alle im Jahr 1850 gebornen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren aebornen, welche sich noch nich^zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiunkz vom.M.lttarchiens e noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, ober als Haus- und Wirttzschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrbursche, Dienstboten, Fabnkar bett er oder m ähnlicher E^genschast'sich aufhalten., hi^imt auf, sich behufs Eintragung ihrer Kamen in die Stammrolle in der Zeit vom 15, Januar bis zum 1. Februar l- I- bei der Bur- germeifterei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren Loosungs- und Gestellungsschem vorzulegen. . Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 10 Vflr. belegt, tmn her Theilnabme an der Loosuna ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche aus Zurückltellung verlustig erklärt werben. . . _ ,, Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Aiimeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Welse bekannt machen zu lassen. Gießen, den 4. Januar 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen. " In Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreisassessor. ________________ Besondere Bekanntmachungen. Edictalladu nq. 5*)) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das um 1872 fl. 191/2 kr. überschuldete Vermögen des Peter Kaspar, genannt Theodor Keßler von Wieseck, den formellen Con- curs erkannt hat, werden alle Diejenigen, .welche Forderungen oder sonstige Ansprüche Tan denselben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin Donnerstag den 24. März 1870, Vormittags 10 Uhr, dahier anzumelden und mit etwaigen Vorzugsrechten zu begründen, widrigenfalls stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termine soll zugleich ein Arrangement versucht und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläubiger-Ausschusses und Massecurators geschritten werden. Die durch gehörig Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deshalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen werden. Gießen, den 10. December 1869. • Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. 79) Nachdem über den um 201 fl. 42 kr. überschuldeten Nachlaß des I 0 h s. Kei l XI. zu Ettingshausen und das um 183 fl. 58 kr. überschuldete Vermögen seiner Wittwe, Katharine Elisabethe, geb. Römer, der förmliche Concurs erkannt worden ist, wird Liquidationstermin auf Donnerstag den 3. März 1870, . Morgens 9 Uhr, bestimmt, in welchem alle Ansprüche an die Masse, welche nur auf 221 fl. 91 kr. 'taxirt ist, bei Meldung des stillschweigend erfolgenden Ausschlusses davon anzuzeigen und zu begründen sind. In demselben Termin soll ein Gläubiger- Ausschuß und Eurator gewählt werden, weßhalb von nicht persönlich erscheinenden Gläubigern Mandatare mit darauf gerichteten Vollmachten zu schicken sind, indem sonst der Ausbleibende der Mehrzahl der Wählenden beistimmend angenommen werden wird. Lich, den 19. December 1869. Großherzogliches Landgericht Lich. Sartorius. 147) Auf den am 29. Decemder 1869 eröffneten Theilstrecken Gießen - Grün berg und Gießen - Hungen der Oberhessischen Eisenbahnen wurden vom 29. bis 31. December befördert: 940 Personen und 17800 Centner Güter. Die Einnahme betrug : vom Personenverkehr 335 fl., „ Güterverkehr 109 „ Der Verwaltungörath. 146) Die Gemeinde Lich sucht einen Schäfer. Lusttragende haben sich alsbald bei der unterzeichneten Bürgermeisterei zu melden. Lich, den 8. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Bersteisterungen. 155) Folgende, bei her Stadt Gießen nöthige Arbeiten und Lieferungen, als: das Brechen von 58 Eub.-Klftrn. Basaltsteine, veranschlagt zu . 348 fl. das Anfahren derselben, veranschl. zu.......... 1044 „ Pflasterarbeit, veranschlagt zu . 1780 „ die Lieferung von 1 Eub-Klftr. Pflastersteine, veranschlagt zu . 90 „ die Lieferung von 1'Eub.-Klftrn. Sand, veranschlagt zu . - • 24 „ ollen Montag den 17. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, • im Rathhause öffentlich vergeben werden. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. Januar 1870. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. _____________ Vogt._____________ 51) Dienstag den 11. Janur d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll bei dahiesigem Nathhause ein Oecono- miewagen meistbietend versteigert werden. Gießen, den 10. Januar 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Hotel-Versteiqerung. 143) Montag den 17. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause die zur Eoncursmasse des Gastwirlhs Karl Henkel dahier gehörigen, in hiesiger Stadt und Gemarkung belegenen, Immobilien: P. M- B. 1243 = 1 Viertel 29 Rth. Wohnhaus, Speisesaal und Stallungen, nebst.fiofrüiim in der Kmstraße, P. Ai. B. 116 = 39V3 Rth. Acker, jetzt Eiskeller in der rothen Heil, M ■sw ZWMWMMM EMU w WM ■^g>." <»a DMWKrWs r und viei Mann! Z! die Mol seinem I den oft Mn, Ät lüpf ov tintm büßten fpruch dem ai dm di 3 Gl eine eng Nt "H gen Nach^ ttrt ft Aufeni vollkon Nutzte «ine ge lieber; de [„■ Hotel dankte "Ar sten 3lfl besonder iuai $e: M« Wirbel Pakt 0tn •*i; iu nenn' Wirklicd^ -Di' zveisc na Zm gniigen hkDühNt W- Treppen sehen, u und de veM auch nar" t I Leibesb aus bn mutzte hinier bekannt den Hi form st das in Sohne durch in Gießen, Kirchenplatz. Feilgebotenes. 149) Zwei tannene Com moden und eine nußbaumene Bettlade sind zu verkaufen bet Philipp Bauer, Schreiner, Mühlgasse. Prämiensätzen: Mobilien, Maaren, Vieh, landwirthschaftliche Gegenstände re. rc. gegen Brand, Blitzschlag und nothwendiqes Ausränmen Karl Fuhr Wohuungs - Veränderung. 88) Meinen geehrten Kunden zeige ich hierdurch ergebenst an, daß ick meine seitherige Wohnung verlassen und jetzt in ^em früher Laue r'schen Hause in der Kaplansgasse wohne. Hermann Schelper, Schuhmacher. Freiwillige städtische Feuerwehr. Generalversammlung nächsten Mittwoch, den 12. l. Mts., Abends 8 Uhr, auf dem L a h n st e i n. öffentlich an den Meistbietenden zwangsweise versteigert. , Kaufliebhaber werden hierzu mit dem Anfügen eingeladen, daß in dem Hause (Hütel Henkel) seither eine frequente Wirtschaft betrieben worden ist. Bad Nauheim, den 6. Januar 1870. . Großherzogliches Ortsgericht Bad Nauheim- I. E. d. V-: der dienstälteste Gerichtsmann: Geberinger. Tagesordnung: Rechnungsabhör. Führer- und Vorstandswahl. Stiftungsfest. Der Hauptmann: . O. Weidig. Vermiethnngen s 7) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, 1 Cabinet, Küche u. s. w., ist zu vermiethen bei M. Weißbäcker. 37) Dienstag den 11. Januar L I., Nachmittags halb 2 Uhr, . soll auf dahiesigem Rathhause erbverthel- lungshalber das den Erben des Steuerboten Haas dahier zustehende Flur Nr. OKlstr. i/207 8 Hofraithe in der Lowrngasse, gibt 17V2 fr. Rente, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 29. December 1869. In Auftrag: <5emmter, Onsgerichtsmantt. 119) Mittwoch den 12. Januar, Vormittags 10 Uhr, sollen im Pfarrhause zu Königsberg: Heu, Stroh, Rindvieh, Wagen und Pflug öffentlich versteigert werden. 122) Die • Leipziger Feuerversicherungs - Anstalt, gegr. ISIS); Gesammt-Garantiemittel ca. 5,000,000 fl, versichert unter bekannten liberalen Bedingungen zu den niedrigsten 63) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei H. Rübs am en, Mäusburg. 153) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Schreiner Bergmann, ______________________am Lindenplatz. 154) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen Lit. A- No. 94. 130) Die seither von Frau Professor Zamminer bewohnte Mansarden-Etage tm Kaufmann Mü ller'schen Hause au dem Seltersberg ist zu vermiethen und so- gleich zu beziehen._____________________________ 103) Das seither von Herrn Hauptmann Le iß bewohnte Logis im Hause des Herrn Professor Jhering wird mit 1. April a. c. frei. Interessenten wollen sich wegen Bedingungen an die Exped. d. Bltts. wenden. 82) Ein unmöblirtes Parterre-Zimmer ist zu vermiethen bei PH. Weller, Wolkengasse. 148) Zwei kleine Familienlogis sind zu vermiethen bei Philipp Bauer, Schreiner, ___________Mühlgasse.__ 129) Ein Familienlogis, Parterre, von 3 Zimmern, mit allem Zubehör, ist zu vermiethen und kann auf Verlangen sogleich bezogen werden. Georg Lony, Neuenweg. 145) Von heute an täglich frische Friederike Appel, Wittwe. !! Sofort bestellen !! 17 Hamburger Westphalia von Hamburg nach New-York. Den 12. I. Wegen Auskünften und Passagen wende man sich gef. an Obigen. 12. Geldsorten, 45-451/4 Engi. Souver. 11 1864r H3i/r. Allemannia mein Geschäft ben werde. 9 9 9 5 9 57i/2-58i/4 47-49 48-50 54-56 36-38 37-39 53-57 Buss. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 27-28 Pr. Gase. Sch. 1 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 :ar L I. an meinen in Wetzlar nehme und , wie seither, betreib Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. Wechsel. Amsterd. k. S. 1003/4 Augsb. k. S. 963/4 Berlin k. 8. 1047/8 Bremen k. 8. 975/g Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. 8. 1043/4 London k. 8. 119 t/g Lyon k. 8. — Paris k. S. 94% Wien k. 8. 95% Disconto 4% G. 109) Die Unterzeichnete empfiehlt sich hiermit ergebenst als Hebamme und verspricht dabei die gewissenhafteste Bedienung. Franck, Wittwe des Hofkappenmachers Franck, wohnhaft bei Herrn Lederhändler Plank in der Wettergaffe. Telegraphischer Schisfsbericht, rnitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angckommen in 9tcto=9)orf: Das Bremer Postdampfschiff Main; Reisedauer 10 Tage. Angekommen in Baltimore : Das Bremer Postdampfschiff Leipzig; Reisedauer 14 Tage. Angekommen in New-Orleans: Das Bremer Postdampfschiff Bremen. Abgehend : Mustnrlk Dortzkivmg des Lahrer Hinkenden Boten für 1870 mit Prachtstahlstich-Prämie „Frühlingslust." Billigste Illustrirte !! Zeitung !! Durch und durch originell.. Hierdurch beehren wir uns zur Anzeige zu bringen, dass wir unter der Firma : Hansens!ein & Vogler nunmehr auch eine Zweig- Niederlassung in Breslau, King 1W0. »Ä neben unseren Hamburg, Berliu, Leipzig, Frankfurt a. M., Stuttgart, Wien. Basel, Zürich. Genf und St. Gallen bereits bestehenden AimOBiceBB-ExpeclitiOMeii errichtet haben. Hamburg, im November 1869. ISftfisensteiti & Vogler. 126) Ein Haufen guter Mist,ist zu verkaufen im Darmstädter Haus. 160) !! Sofort bestellens ! 1) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 85) Mein Nebenhaus nebst Zubehör ist zu vermiethen und Anfangs März zu bezie- hen.________________L. König Wittwe. 81) Ein Laden nebst daranstoßender Stube ist zu vermiethen und kann sogleich bozogen werden Seltersweg Lit. C. Nr. 184. BörseüDachrichleü. 7. Januar 1870. Preuss. 472% Obi. 923/4 Frankf. 31/2o/'o Obi. 82 Nass. 41;2% Obi. 925/s Kurh. 4°/0 Obi. 831/2 Hess. 4% Obi. b. Botha. — * 31/2% do. do. 87% Bayer. 53/o ObL 101 Vq „ 41/gO/o 1jährige 911/2 „ 41/2% \ jährige 911/2 "Würtemb. 41/20/o ÖbL 91 Vg Baden 41/2% Obi. c. E.L. 927/g Oestr. 5% b. R. — n 5°/o National — „ 5% Metall. Obi. — „ M. steuerf. — Amer. 6°/o 1882r Bds. 92 ,/g „ 60/q 1885r 911/2______ Äetieu, ’ Frankf. Bank 122i/4 I Oojter. Bank 719 „ Creditact. 253l/2 I Darmst. Bankaot. 314 Va Gladenbach, im Januar 1870. ______________I. SB er Iin, Pferdehändler. 150) Am 30. December ist mir ein Schäferhund großer Race, non Farbe weißgelb, langhaarig, mit halblanger Ruthe, entkommen. Demjenigen, welcher mir hierüber Auskunft ertheilt, wird eine gute Belohnung zugesichert. Will). Jünger, __________________Schäfer zu Annerod. 104) Ein junger Kaufmann, der seine freie Zeit einem Geschäfte widmen möchte, sucht eine Stelle. Näheres bei der Exped. dieses Blattes.______________________________ 84) Ein Mädchen von: Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 66) Ein Kapital von 10,000 fl. wird gegen genügende Sicherheit zu leihen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Zur Nachricht. 157) Samstag den 15. d. Mts. schicke ich wieder Gegenstände zum Färben und Drucken an die Bloch'sche Hofschönfärberei in Darmstadt ab. ___________I. Schlund, Schloßgasse. 141) Zwei gute Schuhmachergesellen und einen Lehrling sucht Pb- Becker, ____________________________Weidgasse. 4) Ein braves Mädchen für häusliche Arbeiten wird auf sogleich in Dienst gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts. 152) Zum baldigen Eintritt wird ein Lehrling für ein auswärtiges Fabrikgeschäft gesucht. Offerten unter Chiffre S Z No. 20 werden die Herren Sachse L Eomp., Annoncen-Expedition in Cöln, wei- terbefördern._________________________________ 60) In ein Colonialwaaren - Detail- Geschäft in Darmstadt wird ein Commis gesucht. Schriftliche Offerten unter Nr. 60 besorgt die Exped. d. Bltts.________________ 159) Einem geehrten Publi- kum zur Anzeige, daß ich vom Taubheit ist heitbar! 156) Ein in zahlreichen Fällen bewährtes, durchaus ungefährlichem Mittel, auch das schlechteste Gehör noch bis zur Wahrnehmung selbst schwacher Laute zu kräftigen, welches mich selbst von einer Mährigen, bis zum höchsten Stadium gediehenen, Gehörsschwäche schnell und vollständig befreit hat, ist die präparirte Gehör- w oll cd und versende ich dieselbe nebst genauer Gebrauchsanweisung rc. gegen Einsendung von 3 Thalern. Berlin. L. Oelsner, neue Schönhauserstraße No. 12. Zeugniß für die heilsame Wirkung der L. Oelsner'schen Gehörwolle: „Ich habe mich der Gehörwolle nach Vorschrift bedient; ich befinde mich danach so wohl, daß meine Freunde mir gratuli- ren, mich an Sie gewandt zu haben und meine totale Genesung Voraussagen. Gedankt sei es Gott und Ihnen, mein Herr, ich bin in vollem Gange, meine Genesung zu erlangen; ich bitte Sie, dieselbe zu beendigen, indem Sie mir dasjenige schick-en, was Sie zu meiner Herstellung für nöthig halten " 29. September 1868. Pfarrer Solgendorss, in Erstorff. 128) 40 Gentner Heu und 10 bis 12 Gentner Grummet verkauft I- Balser, mittlere Bleiche. 144) Mein Sand stück bin ich Willens zu verkaufen. Wittwe Kern, Sandgasse. Prlorltäteu. 50/o Östr. F. St. E. B. 394 Ludwigsh.-Bexbach — Maxbahn 1067/g Bayer. Ostbahn 1223/4 Hess. Ludwigsbahn 135^ 3%< östr. Stsb.-Prior. 585/& 3% östr. s. Lombard. 5014 3y/o Livorneser 323/4 Toscaner 523/a Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 5% Elisabeth-Prior. 75 do. II. Emiss. 737/g ÄBilelaeMelooee. Kurh, 40 Thlr. Loose 563/g Nassau fl. 25 b. Roth. 393/6 Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. 463/4 4°,0 bayr. Präm. Aul. 106 4% badische Loose 105 J/4 Badische fl. 35 Loose 57 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 811/4 Vermischte Anzeigen 136) Unterzeichneter wünscht täglich 2 bis 3 Schoppen süßen Schlag-Rahm geliefert zu haben und zahlt dafür möglichst hohen Preis. Hiesige oder auswärtige geeignete Lieferungsfähige bittet er, sich mit ihm mündlich oder schriftlich zu benehmen. Ed. Lind, Hofconditor, _______________ in Gießen.________ 158) Gin Mädchen wünscht noch einige Tage in der Woche im Putzen und zur Aushülfe in der Haushaltung besetzt zu haben. Zu erfragen Hintergasse Nr. 40, drei Stiegen hoch. Baltimore Bremen Baltimore. 15. Bavaria Hamburg New-Orleans. Deutschland ff Bremen ff New-York. 18. Tripoli ff Liverpool ff ff ff 19. Atalanta Havre ff ff ff New-York Bremen ff New-Orleans. 20. Smidt ir ,/ New-York. Feuilleton em Die Geheimnisse einer jungen Mamsell. Die Ga ft Hof-Bewohner. ^b^Setzen wi/einS von Viesen Gerüchten hierher, so enthielt eS die Beschul- Weblind seiber war, oer , digung, daß er cor vielen Jahren einen gutherzigen aber leichtsinnigen lungeren Ranck.iminer seines Papas Bruder, der sich mehrere tolle Streiche halte zu schulden kommen lassen, bet auf seinem eigenen seinem Vater so verläumdet und angeschwarzt, daß dieser dem leichtsinnigen Sladttheater gegeben Jüngling sein Erbtheil entzogen und dem älteren Bruder das ganze Vermögen wenigstens Vie Hohe von hunderttausend Psnnv erreichen, —"T" auch von der ganzen Dienerschaft des Hotels nur „unser englischer Millw- Mit dem Reichthum war aber auch Cer Geiz dieses jetzt glücklichen W tt- wers gestiegen. Es lebte nur das Eine Gefühl in feiner Brust, um leben Preis seine Schätze noch zu mehren und zu einer enormen pvhe zu Haufen. Da« beste Mittel hierzu schien ihm ein einirägliche« Wuchergeschäft zu jein. Zwar wollte er, um sich nicht die Verachtung seiner vornehmen Verwandten zuzuzie. hen, e« nicht, unter seiner Firma treiben. v (Forts, folgt.) Der ^jüngere Bruder hatte sich nach dem Zerwürfnisse mit Cent Vater von Hamburg entfernt unC nach Amerika eingeschifft. Dort war er, wie Herr Wiesel, Cer Aeltere, behauptete, verschollen; denn man hatte nie wieder von ihm gehört. Wahrscheinlich hatte er dort in Armuth und Elend, sich vor Gram verzehrend, ein frühes Grab gefunden. An den Vater geschrieben hatte er nie, ober seine Briese waren von dem verläumderischen Bruder unterfchlagen^und dem kränklichen Greise nicht übergeben worden. Einige Jahre nach dem.^ode des allen Herrn hatte Herr Wiesel eine häßliche, aber reiche, alte Jungfer g°- heirathet. Diese Ehe, die kinderlos blieb, hatte aber nicht lange gewahrt. -Wer Tod war so gefällig gewesen, den Ehemann, der mit seiner Frau m besiand,. gern Unfrieden lebte, von seiner widerwärtigen Hälfte zu befreien. Glücklich r weise hatte Herr Wiesel seine Frau in den Flitterwochen zu bereden gewußt, ihm den größten Theil ihres Vermögens zu vermachen, und so wurde er nocy Die Gattin dieses Herrn, Mistreß Windforth, zeigte eine lange, dürre Leibesbeschaffenheit. Wenn es ihr einmal beliebte, mit ihrem Herrn Gemahl aus der Promenade spazieren zu gehen und sie einen raschen Gang annahm, mußte derselbe seine kurzen Beine ungewöhnlich anflrengen, um nicht eine Strecke hinter ihr zurückzubleiben. Ihr Anilitz trug den englischen Frautn-Typus Cer bekanntlich in bleichen schmalen Backen, stark gebogener Nase unb langen blon. den Hängelocken besteht. Junge englische Damen sehen ost mit dieser Gesichts- form sehr interessant au«, alte dagegen erhalten durch sie etwas Geierartiges, das in seinen Spuren Cie frühere Schönheit nicht mehr errathen laßt. Die Ehe Cieses würdigen Paares war mit zwei Töchtern und einem iu verabsäumen, eine Unterhaltung mit ihm anzuknüpfen, ben obengenannten Verlust schien also Cem Erlöschen nahe zu sein und anderen heiteren Gefühlen Platz machen zu wollen. h,m Die Gräfin LabinSky mußte sich sehr früh verheiraihet haben, denn dem Anscheine nach zählte sie nur wenige Jahre über zwanzig. Man hätte diese junge Dame mit ben dunkeln feurigen Augen unb bett schwarzen glänzenben Locken schön nennen können, hatte ihre Gesichtsform nicht einen stark orientalischen Schnitt gehabt, so daß sie eher für eine hübsche Judin, als für eine ächte Polin gehalten werden konnte. Eine Treppe höher nach hinten hinaus wohnte ein reicher Partikulier, der im Hause nur als der Abendgast bekannt war. Diese Benennung kam daher, weil er am Tage auf seinem Zimmer blieb und dasselbe fest verschlossen hielt. Er war des Abends mit seinem Bedienten dort einaeroaen unv hatte seine, werthe Person niemals bet Sonnenlicht weder Dem Wirth noch den Kellnern präsentirt. WaS am Tage verhandelt werden mußte mit diesen Leuten, besorgte der Bediente des Partikuliers. Derselbe, ein aeborner Franzose, der das Deutsche nur kauderwälschte, nannte sich, wie die Mehrzahl der französischen Kammerdiener, Jean, war ein gewandter, gescherdter Mensch, der nicht blos seinen Herrn anzukleiden verstand, sondern auch das Geschäft des Barbierens und Frisirens bei ihm besorgte. Herr Hantelmann, das war der Name dieses reichen Herrn, der, ein gevorner Hamburger, eine Reihe von Jahren in Paris gelebt und erst seit Kurzem nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt war, pflegte, wie der KammerDiener erzählt^ erst Morgens um 10 Uhr das Bett zu verlassen und zu frühstücken. DaS MlttagSessen, das ihm nach oben gebracht wurde, nahm Jean vor der Thure m Empfang und trug es hinein, indem er die Thüre gleich hinter sich abfchloß, damit n cht l t-ie lauernden Blicke der neugierigen Kellner in's Zimmer hinemdringen konnten. I Qn Derselben Weise erhielt Herr Hantelmann auch seinen Mittagskaffee. Wurde der Bediente zuweilen über diese sonderbare Lebensweise fernes Herrn befragt, so pflegte er in seinem schlechten Deutsch zu antworten: 9 Monsieur sein eine Sonderlink, mais er sei em bon maitre et cest pourquoi ick srakcn jamais, was ist die Uhrensack von ferne ^bbenSwelShert Sobald die Nacht hereingebrochen und dre Lampen im Hotel angezundet waren, öffnete sich die Thür des Entree-Zimmers des Partikuliers. Jean schloß zu und folgte dann seinem Herrn die Treppe hinunter biS zum Speisesaal unten. Dort blieb er vor der Thur stehen, wahrend ftw Herr hineinging, ein Glas Wein trank und die auf dem fische lregenven Zeitungv- und ^S-sblatter rchfl 9^n auf ihn richteten, sahen einen Mann m de dreißiger Jahren stehend, mit dunkelgelocktur Haaren, blühender Gesichtsfarbe, prächtigen Zähnen, in denen er oft zu stochern pflegte und wohlgebautem schlau- fern Körper, der in den modernsten, safhionablesten Kleidern steckte. Dieser hübsche Sonderling verweilte wohl eine halbe Stunde im Speise —hio AnhP von hunderttausend Plund erreichen; darum wurde | lich in ten Stunden der Nacht trieb, war Niemandem im Hause, als dem Kammerdiener, bekannt, der aber als gut bezahlter Diener die Lerschwre- Daö älteste der Mädchen, das schon das zwanzigste Jahr überschritten, hieß Ellinor und war das vollkommene jugendliche Abbild der ziemlich häßlichen Mutter, ebenso lang, ebenso mager und mit denselben Hängelocken versehen. Die jüngere, Ethel, kaum neunzehn alt, hatte von dem Papa die kurze dicke Figur unb die grobe GestchtSform geerbt, von der Mutter das blonde Haar unb die waschblauen matten Augen. . Von dem hoffnungsvollen männlichen Sprößlinge, der vierundzwanzig Jahre räblte, genügt in Kürze zu sagen, daß derselbe die Leibeslänge der Mutter und den dickrn Kopf des Vaters besaß, und der verzogene Liebling Beider war der seine Tageszeit damit ausfüllte, baß er sich in dem f“— bequem machte und die feinste Havanna dampfte, häustg aus seinem eigenen Vollblutpferde spazieren ritt und so oft ein Ballet im Siodtchpnter geaeben wurde, um die eilste Stunde mit zerklatschten Glacehandschuhen nach Hause kam. Wir müssen jetzt von dieser honorablen Familie unsere Blicke abwcnden Scheute man die Mühe nicht, zum dritten Stockwerk ^^ust«gen, f° konnte man, insofern er es erlaubte, die Bekanntschaft eines ältlichen Wittwers, NamenS^W ^hr einfach trug, wohnte schon mehrere Jahre in diesem Hotel, und war, wiewohl er pünktlich zahlte, einer der unbeliebtesten Die Ursache, ^daß er sich hauptsächlich das Mißfallen der dienstbaren Geister dort zugezogen, war, daß er für jeden Dienst, der ihm geleistet wurde, ga feind, oder nur ein kärgliches Trinkgeld gab. Seme ganze Erscheinung, da magere, faltige Gesicht, die unruhig umherirrenden Augen, ^..gekrümmte G - statt, die langen, dürren Arme und die häßlichen, knochigen Hande, gaben em Bild ab, wie man die Geizigen auf der Buhne im Aeußern ^"stellen pflegt. Ueber sein früheres Leben und seine Geschäfte waren Gerüchte im Umlauf, die ihm nicht zur Ehre dienten, aber Niemand wagte, sie^laut^.auszutprechen, weil Herr Wiesel großen Reichthum und einen harten, rachsüchtigen Eharakter besaß, und überdies mit den angesehensten Personen in der Stadt in naher und uns weiter im Hause umsehen. Auf demselben Korridor, doch ziemlich wert von^dem Zimmer des Cnfllan- ders entfernt, hatte sich eine junge polnische Gräfin emgemtetbet. ^^.sie selbst erzählte, war ihr Gatte cer Graf LabinSky, in den polnischen Revolution kne- gen im Kampfe gegen die Unterdrücker ihres armen Vaterlandes gefallen. Nachdem die demselben zugehörigen Güter von der russischen Regierung confis- cirt worden, war die trauernde Gattin aus Polen entflohen und batte ihren Aufenthalt in Hamburg genommen. Auffallend war es, daß sie das Deutsche vollkommen rein sprach, ohne irgend einen Ankiang fremdartigen Dlalekts. wußte aber triftige Gründe dafür anzugeben. Ihre verstorbene Mutter wa tine geborene Deutsche gewesen, und ihr unglücklicher Gemahl hatte Person'' kicher Vorliebe für Deutschland unsere Sprache mit seiner Gattin fast uever als seine eigene gesprochen. Daß diese Dame den Aufenthalt in einem theuren Hotel bestreiten, unv in mancher Hinsicht ein luxuriöses Leben fuhren konnte, dankte sie einer alten reichen in Warschau lebenden Verwandten, von der sie alljährlich mit großen Summen unterstützt wurve und deren vnbm |ie einst *etil Obwohl diese polnische ,Gräfin aus Trauer über den Verlust ihres Gatten und der Trennung von ihrer geliebten Heimath beständig in schwarzen Kleidern ztn der lable d'höte und auf der Promenade erschien, so hinderte sie das vocy Einige Jahre zuvor, ehe- die gewaltige Feuersbrunst des Jahres 1842 den schönsten Stadttheil Hamburgs in Asche legte, befand sich unfern des reizenden Alsterbassins, das schon damals die Zierde und der Stolz der großen Handelsstadt genannt wurde, ein Gasthof von beträchtlicher Hohe und Breite, mit einer aroßen Anzahl von Zimmern und dem vamals gekannten Eomfort versehen. 9 K Df, es dem Erzähler frei steht, nach Belieben den Namen dieses Hotels zu nennen, so wollen wir es „Zum goldenen Stern" taufen, obgleich es m Wö HÜM wurde im Sommer und Herbst, wo die Fremden vorzugsweise nach Hamburg zu kommen pflegen, sehr stark frequentirt. Winter aber wurde es gewöhnlich von Privatpersonen, die fern Vergnügen daran finden, eine eigene Häuslichkeit zu besitzen, oder von Fremden bewohnt, die hier für längere Zeit ihren Aufenthaltsort gewählt hatten. , Wir müssen den Leser höflichst bitten, tm Geiste mit unS die vier hohen Treppen hinaufzusteigen und sich mit uns in den verschiedenen Raumen umzu- sehen, um die Bekanntschaft derjenigen Personen zu machen, die tn unserer U> -ählung zum Theil die Hauptfiguren bilden werden. Gleich im ersten Stocke, nach der Alster hinaus, Haus te tm Monat October eine englische Familie, Namens Windforth. Sie war einen Monat vorher in Hamburg eingetroffen und hatte die be- sttn Zimmer ves HÜtels für sechs Monate in- Beschlag genommen. Ob ein besonderer Zweck sie nach der Elb-ssadt geführt, oder ob sie den Aufenthalt nur aum Vergnügen gewählt, muß vor der Hand noch ein Geheimniß bleiben. 8 Master Windforth war in seiner äußeren Erscheinung em Engländer von Wirbel bis zur Sohle, aber durchaus nicht gentleman-hke. Seine Gestalt, die in der Höhe nicht viel über vier Fuß maß, war plump und vierschrötig. Auf kurzem^ dickem Halse trug er einen Kops, der für einen Mann von sieben Fuß Länge noch zu kolossal gewesen wäre. Seine Gesichtsbildung erinnerte lebhaft an die einer achten Bulldogge und die Worte, die er langsam und gemessen, wenn er Den Kellnern Befehle erteilte, feinem breiten Munde entströmen ließ, tönten rauh unv widerwärtig und wurden ost von den spottsüchtigen Burschen mit dem Grunzen des Thieres ver- alichen, das Moses dem Volke Gottes zu verspeisen verboten hat. Kurz, man hätte Den Master Windforth entweder für einen Dumm- köpf oder Narren halten können, wäre sein rothes, plumpes Gesicht nicht von einem Paar kleiner grauer Augen belebt gewesen, Die so listig funfelten unD blinken, und so viel Schlauheit verriethen, daß sie mit seinen Zugen rn Wider- fvruch traten. Diese Augen sagten dem Menschenkenner, daß dem Manne mit Dem anscheinend stupiden Gesichte ebenso wenig zu trauen sei, als demjenigen, dem die Natur die Physiognomie eines Fuchses verliehen habe. Nach Der Lebensweise, die der Engländer führte, wie nach seiner Kleidung nicht, Dem Sohne des dicken Engländers, mit dem sie täglich an Der WirthS- tafel zusammentraf, ganz eigentümliche Blicke zuzuwersen und keine Gelegenheit verabsäumen, eine Unterhaltung mit ihm anzuknüpfen. Der Schmerz um ten, und denen es nicht einfiel, greifen, verließen ihre Sitze und die andere Seite, um in aller sehen, wie die Sache sich dort Brooks aus New-Jork wies jede Hessen. Darmstadt, 5. Ian. Die groß? Liste unserer Miliiärpensionäre hat sich wiederum, wenn auch jetzt nach nicht um 6 StubSoificiere, welche bereits genannt werden, fo doch Vorlausig um einen derselben vermehrt. Auf Nachsuchen, d. h. auf Ordie von Berlin und alsdann ergangene Aufforderung zu ersterem, ist der Kommandeur der 1. Znfanteriebrigade, Generalmajor Bickel, ein wissenschaftlich gebildeter, praktisch be- 7. Januar. Kaiser Napoleon sieht fortwährend auf sehr gutem Fuße mit der Exkönigin Isabella. Als derselbe dieser Dame seinen Besuch bei Gelegenheit des neuen Jahres abstattcte, erzählte sie ihm, daß der Herzog von Montpensier ihr Eröffnungen gemacht habe, daß sie dieselben aber zurückgewiesen, um dem Kaiser an* genehm zu sein. Dieser dankte der Exkönigin auf äußerst herzliche Weise und erneuerte ihr den Ausdruck seiner Sympathie. cenzen und Sympathien? Diese Manifestationen haben in der That nichts Angenehmes für Frankreich, an dessen Unglück man sich erinnert, noch für Oesterreich, das zuletzt die Kosten des Ruhmes der preußischen Armee hat bezahlen müssen. — Weshalb läßt man diese Erinnerungen nicht lieber ruhen?" In Sachen, des Repudiation-Antrags im Congreß der Vereinigten Staaten wird jetzt Näheres aus New-Iork gemeldet: Der' Copperhead - Demokrat Mungen aus Ohio machte seinen Gefühlen Luft, indem er unverholen der Repudiation das Wort redete. Allgemeine Sensation, welche unter den Demokraten die Gestalt des Aergers und der Verlegenheit, unter den Republikanern die des Ergötzens annahm. Die Republlkaner, die sich in keiner Weise betheiligt fühl- 8. Januar. Bezüglich des Kapitels der Zerstörungswerkzeuge wird der „Elberf. Ztg." aus Berlin geschrieben: „Die Bestimmungen der Petersburger Conferenz über Abschaffung der Spreng- und Brandgeschosse bei der Infanterie-Ausrüstung und für die kleineren Geschützkaliber haben zunächst nur die Folge gehabt, daß in allen Armeen den Brandgeschoffen der Ar- tillerie eine erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet worden ist. Dasselbe gilt auch von den Kriegsraketen, bei welchen es übrigens zweifelhaft erscheinen möchte, ob dieselben sich nicht in den Beschlüssen der erwähnten Conferenz mit inbegriffen befinden. Bekanntlich haben dieselben österreichischerseits neuerdings in Dalmatien die umfassendste Anwendung gesunden, und ebenso wird aus Frankreich von einer neuen in Piü- fung begriffenen Rakete berichtet, die nach den Mittheilungen darüber in ihrer furchtbaren Wirkung die Infanterie-Spreng- und Brandgeschosse noch weit zu überbieten scheint, welche durch völkerrechtlichen Beschluß von der Kriegsbenutzung auszuschließen jene Conferenz zusammengetreten war. Auch hier haben vergleichende Versuche mit Brandgranaten stattge^un- den und haben diese, wie überall, auch gegenwärtig noch einen Theil der Artillerieausrüstung. Fernere Versuche mit dem neuen Borrmann'chen Einheitsgeschoß, das neben der Sprengwirkung'zugleich auch als Brandgeschoß zu dienen bestimmt ist, stehen noch bevor, und thatsächlich stellt sich demnach die jSatJ* läge derart, daß sich die in Petersburg gefaßten humanen Bestimmungen bereits wieder durch neue Zerstörungs-Erfindungen überflügelt befinden." Kürzlich hatte auch ein Berliner Korrespondent der „Köln. Z." dieser gemeldet, die Gußstahlrohre der Artillerie sollten sich nichts weniger als bewähren und man wende feine Aufmerksamkeit wieder der früher allgemein gebrauchten Bronce zu, dre neben anderen Vortheilen auch den der Oekonomie biete. Der „Karlsr. Ztg." wird aus Wien vom 4. Jan. geschrieben: Ich glaubte gestern von einem gemein- samen warnenden Schritt sprechen zu dürfen, welchen Frankreich der immer klarer sich auSpragenden Richtung des Coneils gegenüber vorbereite oder vielleicht schon gethan habe. Die österreichische Regierung scheint sich demselben nicht zugesellen zu wollen. Sie vertritt die Anschauung, daß, so lange nicht formu- lirte Beschlüsse vorhanden, die weltliche Gewalt möglicher Weise gegen Windmühlen kämpfe, daß aber auch, wenn solche Beschlüsse gefaßt worden, dieselben bis dahin zu ignoriren wären, wo der Versuch ge- macht würde, ihnen praktische Geltung zu geben, dann aber einem derartigen Versuch, wie, wo und von wem immer er unternommen werden möchte, eventuell mit der ganzen Autorität der staatlichen Gesetze zu begegnen sei. Die „Revue des deux Mondes" schreibt über das gute Einvernehmen zwischen Preußen und Rußland: „Das friedliche politische Leben Europas ist gegen Ende des Jahres durch ein leichtes Geräusch im Norden einigermaßen erregt worden. Es war feine bedeutende Angelegenheit. Nur ein Austausch von Höflichkeiten zwischen dem Czaren und dem König von Preußen. Bei Gelegenheit eines Ordens-Jubiläums vom heiligen Georg hat der Kaiser Alexander seinem Onkel eine Decoration ersten Ranges einge- sandt und König. Wilhelm hat sich beeilt, dieselbe durch den preußischen Orden pour le mdrite zu er- wiedern. Das ist ganz in der Ordnung und so unschuldig, wie eine deutsche Idylle. Aber die Monarchen haben sich nicht auf den Austausch von diesen mit Brillanten verzierten Dekorationen beschränkt, sie haben auch Telegramme gewechselt, in denen sie sich gegenseitig „„an die große Epoche, wo ihre vereinten Armeen für eine gemeinschaftliche heilige Sache kämpften,"" erinnert haben. — Diese Epoche ist 1813 und diese heilige Sache ist ter Krieg gegen Frankreich! Außerdem hat der russische Gesandte auf einem Bankett in Berlin geäußert, daß man in dieser, dem Könige von Preußen verliehenen Auszeichnung „„einen neuen Beweis der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Monarchen, den beiden Nationen und den beiten Armeen erkennen müsse."" Was soll dieser Luxus von militärischen Nennnl's- das Wort zu er- begaben sich auf Gemüthlichkeit zu entwickeln werde. Verantwortlichkeit für das von feinem Collegen aus Ohio Gesagte von sich, versicherte, derselbe habe nur als Vertreter seiner selbst gesprochen und entledigte sich des Kernspruches: „Die Nationalschuld ist nie repudiirt worden, kann und wird nie repudiirt werden. Jeden Cent derselben werden wir genau Nach Äaßgabe des Contraetes bezahlen, und unter einem besseren milderen Steuersystem werden wir ebenso leicht mit ihr fertig wer- den, wie mit der Schuld von 1812." Karr pro- teftirte im Namen der demokratischen Partei des Landes gegen die Grundsätze Mungen'S. Slocum fa^te: „Der Herr aus Ohio repräsentirt auf der Welt Gottes nichts weiter als sich selbst." Randal!: „Ich bin durchaus gegen jede Repudiation, unter welcher Form und in welchem Deckmantel sie auch r aifftreten möge." Potter: „Ich und meine Wähler- wollen nichts von Repudiation wissen." Cox: „So lange nicht die Greenbacks in Gold eingelöst werden, bezeichne ich die Republikaner als 'Repunaloren; meine Paktes ist frei'von dieser Sünde. Unser Cre- dit mu^ß "unverletzlich sein, darin sind ipir Alle ein* verstaüden." Woodward: „'Da to.tr einmal am Beichten sind, will ich nicht unterlassen, haß ich als Richter die ersten Rcpudia(oren in Pennsylvanien auf ein Jahr in's GefangmA geschicht habe." Ward.: „Das geschah ihnen recht." Der unglückliche Müngen war in Verzweiflung fortgclaufen und kehrte nicht wieder. Garfield stellte folgenden Antrag: „Jeder Vorschlag, direct oder'indirkct, eins« Theil der öffentlichen Schuld der. Verewigten.Staateck zu repudiiren, ist unverträglich, mit der "Ehre 'und dem guten Namen der Ration, und das Haus'.drückt hiermit, ohne Unterschied der Parteistellüng, das Sietzel der Verdommniß auf alle solche. Vorschläge." Angenommen ohne toeitere Dis- 1 'öussion mit allen Stimmen gegen eine. Diese eine ' Stimme gehörte "Herrn,Jones aus Kentucky, und als dieser fein Ne,in gesprochen hatte, fügte' er Die Erklärung hinzu, er sei nie für Repudiation gewesen und werde wohl auch nie Dafür, fein; nur Die Form ter Resolution sei ihm zu hart für seinen Collegen aus Ohio gewesen. 9. Januar. Wie die „Schlesw. Nachr." hören, ist auch über die Behandlung derjenigen Wehrpflichtigen in Nordschleswig, welche ihren Uebertritt nach dem Nachbar- staate erst erklären, nachdem sie von der zuständigen Behörde die definitive Weisung zum Eintritt in das stehende Heer oder die Kriegsmarine erhalten haben, ein Einverständniß der preußischen mit Der dänischen Regierung erzielt. Danach sind Die Betreffenden, Der Erklärung des Ueberlritts in Den Nachbarstaat ungeachtet, zum Dienst heranzuziehen und ihre Entlassung erfolgt erst, sofern sie Die Absicht Der Auswanderung nach geschehenem Diensteintritt noch einmal erklären, in Preußen zum nächsten allgemeinen Entlaffungs- termin, in Dänemark, sobald sie Die erste militärische Ausbildung erhalten haben. Der Wiener officiöse Correspondent der „Karlsr. Ztg." schreibt: Der Vicekönig von Egypten bat — es berichtigen sich darnach Die verschieDenen allarmi- renDen Meldungen von neuen Verwickelungen — in Konstantinopel officiel anzeiqen lassen, Daß er die Befehle des Größherrn hinsichtlich der Zeit erwarte, wo es ihm gestattet fein werde, demselben Die Versicherungen seiner Ehrfurcht und Ergebenheit persönlich zu Füßen zu legen. fähigier und körperlich ganz rüstiger Officier, unter Stellung zur Disposition in den Ruhestand versetzt worden. Gegenwärtig sind: Generallieutenant« activ 2, pensionirt 6; Generalmajore Pens. 8: Oberste act. 6, Pens. 21; Oberstlieutenants act. 4, Pens. 11; Majore act. 18, Pens. 23. Außerdem zahlen zu den Pensionären 39 Hauptmänner, 27 Militärbeamte rc. Vom Major auswärts sind nur 3*0 Ofsicire im activen Dienst, in der Pensionsliste dagegen 69 zu finden. Preußen. Berlin, 5. Jan. Das Obertribunal hat heule die Nichtigkeitsbeschwerde Zastrow'S gegen das Urtheil deS Schwurgerichts zurückgewiesen. Bayern. München, 7. Jan. Der König empfing heute Nachmittag den Gesandten des Norddeutschen Bundes Frhr.n v. Weither^ in feierlicher Audienz und nahm das Beglaubigungsschreiben desselben entgegen. Sachsen. Chemnitz, 5. Jan. Die vorgestern von den Arbeitervereinen nach Mittweida berufene Volksversammlung wurde aufgelöst und dabei der Rechtsanwalt Stück von Mannheim verhaftet Leipzig. 5. Jan. Der allgemeine deutsche Arbeiterverein hat gegen seinen des Amtes enthobenen Präsidenten Herrn v. Schweitzer wegen Unterschlagung und Betrug Anklage erhoben. Herr v. Schweitzer soll nämlich 500 Thaler, angeblich zur Unterhaltung seines Blattes („Social-Demokratt"/, der Kasse des Vereines eigenmächtig und statutenwidrig entnommen, in der Hamburger Generalversammlung aber die Genehmigung zur Entnahme weiterer 500 Thaler nur gegen einen Schuldschein über die Gesammtsumme von 1000 Thaler erlangt haben, welche er in 10 Monaten zurückzuzahlen versprach, dies Versprechen aber nicht hielt,, und sich äußerte, überhaupt nichts zurückzahlen zu wollen. Frankreich. Paris, 5. Jan. „Gaulois" bringt folgendes Telegramm aus Madrid: ES liegt im Plan, dem Regenten souveräne Gewalt zu übertragen; jedoch findet dieses äußerste Mittel in der Majorität der Cortes großen Widerstand. Die Parteigänger deS Herzogs von Montpensier machen erneute Anstrengungen. Paris, 6. Jan. Der Bischof von Angers ist gestorben^ Monseigneur Angebanlt war ein Original; Oberst eines Dragoner-Regiments und von riesiger Grobheit, nahm er erst in reiferen Jahren die geistlichen Weihen. An dem Tage, da er in Saint-Sulpice Priester wurde, fand er die Kirche gedrängt voll Menschen. Sehr höflich rief er mit seiner Stentorstimme : Meine Damen und meine Herren, bitte, gönnen Sie uns ein wenig Raum, mir haben sonst keinen Platz zum „Manövriren!" Kaum konnten sich die Anwesenden des Lachens enthalten. Monsignore Angebault soll aber ein so evangelisches Leben geführt haben und ein so eremplarischer Bischof gewesen sein, daß selbst- seine oft in der That erstaunliche Grobheit seiner Würde . und seinem. Ansehen keinen Eintrag gethan haben soll. 1 ! Vermischtes. Essen.' In der Kruppschen Fabrik erfolgte am 4. d. M. die Erplöfion eines Dampfkessels, wodurch die Gebäude zerstört wurden und Tobte nebst vielfachen Verwundungen vorkamen. Auch die benachbarten Hauser haben Schäden erlitten. Gleich nach der Katastrophe wurden von der Krupp'schen Feuerwehr und massenhaft requirirten Arbeitenr die umfassendsten Rettungs- un'b Räumungsarbeiten bewerkstelligt. Wie viele Verunglückte zu beklagen find, ist noch nicht festgeftellt. Kassel. Eine ganze, auS 12 Personen bestehende Gesellschaft von Herren, zum Theil von hier, welche als Jagdgäste des Herrn Domänenpächterö Krüger einem größeren Treibjagen beiwohnten und beim Frühstücke von einer frischen sehr wohlschmeckenden Cervelatwurst aßen, liegt seit 14 Tagen an der Trichinose darnieder. ES sind nunmehr zusammen mit dem frssher erkrankten Dienstpersonal auf der Domäne 19 solcher Fälle vorgekommen, doch sollen die Personen der Jagdgesellschaft weit schwerer, als die ersten Patienten erkrankt sein. Wien, 31. Dec. Der mit dem heutigen Tage eingetretene Ablauf des Termins, bis zu welchem die alten Silberfechser als gesetzliches Zahlungsmittel angenommen werden müssen, hat seit einigen Tagen eine völlige Ueberschwemmung dieser Geldsorte am hiesigen Platze zur Folge gehabt. Aus den Provinzen und in noch stärkerer Weise aus Bayern sind massenhafte Sendungen von Silbcrsechsern hierher dirigirt worden, und wo irgend eine Zahlung heute fällig war, da suchte man gewiß sich mit seiner Schuld auch der alten Sechser zu entledigen. Geradezu erschwert wurde auf diese Art der Verkehr an der heutigen Fruchtbörse, wo die Zahlungsverbindlichkeiten fast ausschließlich in dieser Münzsorte ausgeglichen wurden, so daß viele Gedreidehändler von einzelnen Müllern Beiträge von 1500—2000 fl. in Sechsern in Empfang nahmen, die dann durch Dienstmönner weitergeschleppt wurden. Ein ähnlicher Münzandrang zeigte sich auch bei dm Specereibändlern deS hiesigen Platzes und vielen anderen Detailgeschäften. Triest, 3. Jan. lieber die Katastrophe, welche laut telegraphischer Meldung die Insel und Stadt Santa Maura betroffen hat, liegen nunmehr die ersten, wiewohl noch spärlichen Einzelheiten in hiesigen und italienischen Blättern vor. Der „Oss. Triest/' schreibt : Die betrübende Meldung von dem Erdbeben auf Santa Maura bestätigt sich; die Erschütterung scheint jedoch nicht, wie gestern gemeldet wurde, die ganze Stadt * betroffen zu haben. Ein vom 30. December au6 Coifu datirtcs Telegramm lautet: „Die Erschütterung auf Santa Maura war ungemein stark; die halbe Stadt ist vernichtet; 15 Personen sind von den Trümmern erschlagen." Bekanntlich ist Santa Maura auch im Jahr 1825 von einem Erdbeben schwer heimgesucht worden. Die „Corr. Jtal." meldet des Näheren: Am 28. December um 5 Ubr Morgens wurde auf den jonischen Inseln eine heftige Erderschütternng verspürt. Die Stadt Corfu hat keine schweren Beschädiguugen erlitten, aber Santa Maura ist nach wiederholten Stößen fast ganz zerstört worden. (Sin griechischer Regierungsdampfer ist sofort von'Corfu mit Soldaten, Ingenieuren, Rettungswerkzeugen und Lebensmitteln ab- gegangen. Der italienische Consul hat der unglücklichen Bevölkerung ebenfalls Lebensmittel zugeschickt. Paris, 6. Jan. Wie es heißt, bat man gestern einen Mann verhaftet, den man für einen Mitschuldigen Traupmann's hält. Derselbe kam nach dec Polizeipräfectur und meldete sich als Vagabunden. Als man ihn ausfragte, gab er sehr verlegene Antworten und nannte den Namen Traupmann. Man brachte ihn in Folge dessen sofort nach Mazas. Traupmann bleibt übrigens immer dabei, daß er Mitschuldige habe. Redaktion, Truck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.