Gießener Anzeiger Samstag den 10. Deccmber 1870 Macht vorhanden war, welche die Stärke besäße, Frankreich im Zaume zu halten und feiner Einmischungslust und Eroberungssucht feste Schrecken zu setzen. D" Erbitterung Der Franzosen über die preußischen Erfolge des Jahres 1866 war daher sehr erklärlich. Frankreich erkannte, daß an der Stelle, an welcher es mit besonderer Borliebe Die Hebel für seine diplomatischen Umtriebe und militärischen Abenteuer ongesetzt hatte, eine starke Macht sich zu bilden im Begriffe stehe; es sah ein, daß diese Macht, am Ziele ihrer inneren Entwickelung angelangt, ihren Beruf darin sehen würde, jeden französischen Uebergriff zurückzu- weuen. Ader Der GeDanke, Denselben Existenzbedingungen sich unterwerfen zu muffen, wie alle übrigen Völker Europa'-, Der GeDanke, nicht mehr nach Belieben Europa in Unruhe erhalten zu können, empörte die französische Eitelkeit. Frankreich trachtete seitdem nur noch Danach, sein Uebergewicht über Deutschland» Durcp die That zu erweisen und Den Bau Der deutschen Macht zu zertrümmern, bevor der letzte Schlußstein in da- kräftig vorschreitende Weik eingesetzt sein werde. Frankreich stürzte sich in den Krieg gegen Deutschland, um sich auch für die Zukunft Die Freiheit zu bewahren, jeder Zeit Den Frieden Der Welt bedrohen zu können. Preis vierteljährig l fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Brodpreife vom 10. bis 17. Deccmber 1870, . m Ä nach eigener Erklärung der Bäcker • 2°V; h. - Pfund gemischte« Brod 10% fr. 4 Pfund Roggenbrod 17>/, kr. 2 Pfund R°ggenbr°d 8% fr. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kieken. Nr. 178 ' kleines Keffer mit mehreren Klingen, ein großer Schlüssel mehrere &S» 6u"1'im *" »■ *«*•■ ----------------- ^^ßberzoglrche Polizei-Verwaltung der Prooinzialhauptstadt Gießen _______ N o v e r- Noch ist ter große Völkerkamps, in dem Deu^lm unb^Sni'd) threleiner (8Janfr','*Ä' "er Sieg Deutschlands ist die Morgenröihe Kräfte Mit einander messen, nicht beendigt, noch harrt das deutsche Siniaunas «bL ? "‘'’n Europa hat feinen natürlichen Schwerpunet wieder- werf feines staatsrechtlichen Abschlusses und schon ist es dem neuen Deutschland baNeu m f~Pll,tfn Allianeespsteme da« Gleichgewicht zu er- vergönnt, sein Dasein durch ein aufrichtiges und, »re boZtürfen»rb u S , ( $,e lu"I°se Macht, deren nervöse, kronkhafte Un- sames Eintreten für Erhaltung des Weltfriedens zu bethäligen " ' fnttrnottonÄ.n^ 3" ",e S-stigkeil aller Der Vorschlag de« Grafen Bismarck, die Pontusfraa? auf dem Weae einerLe b»b 2' n Vrziehungen beständig ,n tfrage stellte, ist gedemüthigt und ihre« Konferenz zu regeln, hat allgemeine Zustimmung gefunden Es wird zwar »on Rrena 5 .""^."liebende, im internationalen Sinne etniarn Seiten der Zusammentritt der Conferenz noch von der Erledigung gewisser budnnde S ll? Ä’ T« "‘l'Hj!“ CUrü"‘,lfd,,n Sta-tens-stem ge- Vorfragen abhängig gemacht; da indessen bereits an die Stelle der ersten Aus. aeaen ffrnnfr.fÄ ?, ®li"e,^erfle£lun9 Deutschland«, die stch nur im Kampfe regung ruhige Erwägung getreten ist, da sich die Urb r eug ng von e Noch u a ,*? iuß vollständig fein, um ter Welt die gehofften Früchte lungen nicht scheitern werde; ist aber die Conftrenz einmal zusommenqelrtttn JL DeutM^nh hÄ L JU clnem "»'Uten Attentat beraub, wer- wird ohne Zweifel eine Einigung über die Haup,frage er iel, wechen dinaun^t- u Ufrlf ™ r bef,E8,t" G-gner die Be- Wie komnit es, daß grade ein von dem vielfach wegen übergreifender Ten- iMiokettlumuen“äben , s°>bst sur noihig Hali, um demselben die Lust und denzen, wegen Neigung zu einer Gewoltpolilik geschmähten kriegführenden Prem -alisch Ev fode ^ettröo die orten- ßen ausgegangener Vorschlag von ollen Seilen mit so unverünnbarem Wohl. E nmischuna in re äSL« 'ie 4 ^uttolen von der Unzulässigkeit einer wollen ausgenommen ist? wie komm- es, daß grade England, die von dem ge. ' Abrechnung mit Frankreich zu überzeugen, fürchteten Zusammenstoß am empfindlichsten berühr,e Mach, sich an die norddeutsche -- BunDeSregierung gewandt hat, um Deren gute Dienste in Der aeaenwärtiaen Ver-1 Heber di- >. o ■ ,, Wickelung in Anspruch zu nehmen? 3 L- hfpn r Vorgänge an Der Loire, welche nach vielfachen heißen Einzeln- Die Ursache dieser merkwürdigen Erscheinung ist nich, schwer zu finden bl ck neuere'S^ri^"?^ »°" führten, liegen bis zu diesem Augen- Sie liegt in dem Vertrauen, welche« Europa zu der Ausrichtigkeil der preußisch. Deleaation in J* ""r .“n". ’1U' eln Pa,.Br stelle Mittheilungen der deutschen Politik hat, in der Ueberzeugung, daß Deulschlond-Bestrebunarn au iÄo7a nüa b5i.7 klar daß jene vorbereitenden Kämpfe Erhaltung, nich, auf Störung des Weltfriedens aerichiet sind "In m8 mfl batten, um nicht nur in militärischen, sondern auch in den Kreisen kritischen Augenblicke widerlegt die europäische Politik durch ihr IhaUächlicheS Vtt am 2 ^3 °°üstand,gste Verwirrung bervorzurufen. Nach den halten die gegen Preußen« angebliche kriegerische Tendenzen aerich,^ " fe echten, ,n »e rben General Aurelles den Unseren tigungen und Beschuldigungen- Beschuldigungen deren Verbreilung sich doch oradr morfcki Shu sr ^8 jU b°"kn meinte, obgleich er anerkannte, daß sie den Vor- Seit länger al« 200 Jahren ist Europa durch die Ländergier und Händel- eigungÄ Paris"an de^Loir^übeknommen hotte' h” r AurellcS hatte sich unterDeß besonnen und Den Entschluß gefaßt, Orleans zu ver- theiDigen, was trotz Der ungeheuren Streitkräfte, Die ihm zu Gebote stanDen, Das bekannte Rrsultut herbeiführte unD aufs Deutlichste bewies, wie weife er gehanDelt haben wurde, wenn er feinem ersten Entschluß bis zur Ausführung treu geblieben lrare- ~ welcher Art General Aurelles seinen Rückzug bewerkstelligt haben mag, laßt sich auch heut noch nicht entscheiden; nur scheint soviel gewiß zu sein, daß er nicht in allzugroßer Ordnung von Statten gegangen sein wird, Da in officiellen Telegrammen von Der vollstänDigen Versprengung Der Loire-Armee die Rede ist. Ob Das X. Corps, welches seine Stellung bei Beaune-la-Rolande so tapfer errang und hielt, nicht bestimmt gewesen ist, bei Diesem Rückzüge eine hervorragende Rolle zu spielen, werden wir balD erfahren. Jedenfalls ist zu con- statiren, Daß Daffelbe an Den beiden letzten Schlachttagen nicht engagirt gewesen zu sein scheint, und daß Die Heerstraße von LaDon nach Chateauneuf offen vor ihm Daliegt. Die bereits aus Argeuil gemeldeten Kämpfe Der I. Armee, welche lam 5. sich erneuerten, führten an Demselben Tage noch zur Besetzung von Rouen jdurch Das VIII. Corps unter General v. Goeben unD Der noch am 5. aus Lille ist auf eine eben so und den und Marty noch sein Vertrauen verdienten. Kriegsnachrichten. gehalten. genommen. niVU l l UCUIC IVHVHUUI MU] piiu ---- ' ’’ - weniger als 30 frische Bataillone waren von General Ducrot seit heute Morgen daselbst unter dem Schutze der Forts in Schlachtordnung aufgestellt. Fast Itöeint es, als glaubten die Pariser mit Bestimmtheit, die Loirearmce von Fontainebleau aus erwarten zu dürfen; aber es ist dafür gesorgt, daß ihnen der Glaube in die Hand gegeben werde, wie eine solche Hoffnung jeder thatsächlichen Unterlage ent- hehrt. Die entsprechendsten Anordnungen sind bereits getroffen, um den J^rilern einen höchst soliden Empfang zu bereiten. In vielen Kreisen ist man der Ansicht, daß man es diesmal mit einer der letzten Zuckungen jener Lebenskraft zu tyun habe, welche den Belagerten überhaupt noch innewohnt. Ehe diese Zeilen bet Ihnen eintreffen, wird der Telegraph, dieser furchtbarste Concurrent deS bnef- schreibenden Berichterstatters, Ihnen bereits die neue Siegeskunde, welche nicht ausbleiben kann, überbracht haben. Auch General v. Manteuffel ist von AmrenS aus im Norden im steten Vorrücken begriffen, und wenn man nach der Karte allein strategische Studien machen dürfte, so müßte man annehmen, daß sein nächstes Marschobject das reiche Rouen (ifl bereits erfolgt) wäre, mit welchem Versailles, 4. Dec. In militärischen Kreisen herrscht nur Eine Stimme über die tapfere Haltung der württembergischen Division wahrend der le»t«i। »««- sallsversuche des Generals Duerot zwischen Sein- und Marne an der.Sudostset der Einschließungsfront von Paris. Für die deutschen Truppen t(l die Stellung eine um so schwierigere und die bewiesene Tapferkeit eine gleichzeitig um so mehr anzuerkennende, ole es ihnen gewissermaßen unmöglich ist, die Verfolgung dere j ■ rückgeschlagenen Pariser über eine gewisse Grenze hinaus sortzusetzen, da Üe sofort das Feuer der mit sehr weittragenden Geschützen gespickten Fort« g»athen. Wenn daher auch wahrend de« Gesechte« ein momentane« Avanetren über die ursprünglich eingenommenen Stellungen hinau« eintreten kann, so gestattet e« do» die Rücksicht auf die Erhaltung der Truppen nicht, dieselben in ungedeckten Positionen dem Kreuzfeuer der französischen detachtrten Werke, hier also der Fori« von Nogent und Charenion, längere Zeit hindurch auSzusetzen, und w,e ich höre, ist dekhalb den Mannschaften auch lediglich da« Halten der von Anfang an eingenommenen Stellungen allein jur Pflicht gemacht »orten. Seit einer u '°BÖn der norddeutschen BundeS-Anleihe werden demnächst 3 Millioneni Psd^ Sterl in London zur Subscription aufgelegt werden. In Berlin findet ebenfa mächtige« protestantischen französischen Kriegsgefangenen sranzofisch redende Pre „Da« Kriegsministerium hat denselben unter Berücksichtigung d» "gl'men- tären Bestimmungen, wie solche nach Art. 5 der Militaiconi-entwn tm Großherzog, hnm -ur E nsübruna gekommen find, sowie unter Berücksichtigung der wahrend de« Kriegs gemachten Srungen aus rund 3,622,000 fl. festgestellt, und ist .n ver anlieaenven Uebersicht diese Summe zergliedert dargelegt. Ibidem sich das Krieg^ministerium bereit erklärt, jede etwa gewünsch t weitere" Auskunst zu ertheilen, Mtet es an die verehrltche zweite Kammer die Proposition. die angeforderte Summe bewilligen zu Darmstadt, 6. Dec. Die in der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer mttgetheilte Vorlage Gr. Kriegsministeriums, betr. die Verwllligung der zur Wert r- sühruna des Krieges erforderlichen Mittel, lautet wörtlich: Beim Ausbruch de« Krieges im Juli laufenden Jahres wurde von den Ständen des Großherzogthum« zu der von Seiner Majestät dem BundeSseldherrn angeordneten Mobilmachung und der hierdurch für GroßherzogthuirErwachse. “ Nervllicbtunaen ein außerordentlicher Credlt von 3,376,000 sl. dewlUlgt- Bei Berechnung dieser Summe war eine Kriegsdauer »on 6 Monaten unterstellt und der Auswand für da« oberhessische Kontingent nicht einbegriffen, indem derselbe aus der Norddeutschen Bundeskaffe bestritten wird. „Da nicht zu ermeffen ist, ob die Beendigung des Krieges so nahe bevor, steht, daß mit der bewilligten Summe, mit welcher tie Kriegskosten noch etwa 4 Wochen bestritten werden können, ausgereicht werden kann und über J kend d7« Krieges Ausgaben erwachsen sind welche bei der An °r erung ctge« Kredits nicht in Rechnung gezogen werden konnten, wie dieKosten h« « ' bringung und Verpflegung der Kriegsgefangenen, dte Kosten für Cie Einrichtung cer großen Anzahl von Reservelazarethen ic., so ist da« Kriegsministerium in der «Oj)c0 einen weiteren außerordentlichen Kredit an die Stande de« Großherzogthum« depeschirte „vollständige Rückzug der Preußen Normandie, linie in die Hande si einfache, al« natürliche Art erklärt. - Rouen, die HauP'st°dt alten' 3„ ein[m F.ld SSÄ.«»«»««- “»”• ••• **• Die von Preußen« Heldenlönig siegreich geführten deutschen Stamm, tn Sprach unb Sitte, -Wissenschaft und Kunst feit Jahrhunderten vereint, feiern nunW .jnl» Waffenbrüderschaft, welche von der Machtstellung eines geetNlgten D u sch- W-LLELsZW land und durch die Geschichte meine« Lande« berufen fühlen kann jur Äronung de» deutschen Einigungswerkes den ersten Schritt zu thun, und gebe ich mich der freudig Hoffnung hin, daß Ew. Königliche Majestät meinem Vorgehen freund- lirbe Zustimmung »theilen werden. Indem ich mir daher da« Bergungen g e, ( Ew. Königliche Majestät gleich den Übrigen verbündeten Fürsten und fmen -ta ,IM deren aefälliae W.llensmeinuna zu ersucyen, bin ich Mit ^erftcyerung kouimenster ^Hochachtung und Freundschaft Ew. Königlichen Majestät f^uncm.a.ger 8rUCir L« Stylist die Regierung", überschreibt die „France" vom 2. December ihren neuesten Leitartikel, worin sie Stellen au« Oambetta’« Antwort ^n Cam- L au« ebt, um ju zeigen, daß der Kaiser Napoleon sich in ferner - ften Zeit nie so hochmüthig ausgedruckt und mit seinem „Ich um sich g-w°N habe. Ueberhaupt wirkt da« unsäglich freche und tactlvse Benehmen gegeni I General, da« Gezänk mit Keratry da« ewige H'neinpfusch-nbe« --gensinn g miAtÄmifferd in die militärischen Operationen, die Vlelgeschastigkett m ne n Dingen uiw da« gan"e »erlogene Wesen dieser schlechten Kopie von Mazjin, in hohem Grade ernüchternd aus die gebildeten Kreise, die nicht geradezu au^Stell und Vortheile speculiren. Da« Aergste aber ,st die Art und Weise, wie - M Discivlin" befeftiat: täglich lügt er Den Truppen von Siegen, die, wie ffe am b^e" wissen, nicht errungen werden; täglich versaßt er Erfolge, statt der Nieder, lagen, di sich regelmäßig einstellen, und während so systematisch Treue und Gla ,«« vom Dictator verhöhnt werden, läßt er täglich Soldaten erschießen, welche si» verratben wähnend und ohne Vertrauen auf ihre Führer Reißaus vor dem Femd nahmen Solche Zustande können nicht lange dauern. Mit Gambetta verglichen sind die Pariser Republikaner noch ehrbare und anständige deute. ge Drapeau" gibt folgende Liste der Generale, die bereit« der Berleum- tunfl per Advocaten-Dernagogen und den Leidenschaften der Elubbtsten geopfert worden: General Mazurr, der seiner Freihei?' und seine« Kommando'« in Lp n beraubt wurde, General Barrel desgleichen in Grenoble abgesetzt, General Budin in Rouem General d'Azemvre in Valence, E..ter»l de Noue ,n Perpignan, Ge- neral Valsin-Esterhazy in Algier; die Generale Cambnels, Michel, de Kersolan und Bourbaki wurden durch Umtriebe, Erniedrigungen und Verleumdungen ge- zwungen, um Rücktritt von ihren Kommando«'zu bitten, und die >ungst- Rns Gambetta'S in« Lager hatte Den Zweck, einmal zuzusehen, ob Ftereck, Malherbe Wdr "An/Amtcns,'3.°Dec. Die Folgen des Sieges am 27. No», de« 1. und s «rmeecorvs unter dem Oberbefehl des Generals v. Manteuffel, über die 30,000 Mann starke^ sogenannte französische Nordarmee des General« 'Sourba i stellen sich immer bedeutender heraus. W.r haben in Amiens reiche Beute, besonder« auch an Taback gemacht, und in der Citadelle, welche sich nach kurzem Kampf erga , find Geschütze und Munition aller Art erbeutet worden. Die sogenannte fran- gnsche Nordarmee, welche Paris mit entsetzen wollte, ist letzt gänzlich zersprengt, ihre Truppen ziehen sich in die festen Werke »on Lille zurück und unsere Savallerte- Patrouillen, welche schon weit über AmienS hinausgehen, bringen täglich noch Gefangene ein. An einen Wiedervormarsch dieser Nordarmee, welche an Tobten, Ge anaenen und Verwundeten weit über 5000 Mann »erloren Hat, gegen Pari«, ift nicht mehr zu denken. Viele Mobilgarvisten melden sich freiwillig bet unseren Truvven und wollen in ihre Heimath zurück, da sie de« Fechten, überdrüssig stnlx Le e r haben »i n Tod en und Versandeten an 1400 Wann, darunter an 80 LClüir yuvui . r- <. < . «»iAtnprmunbpte Darunter. Als weitere neue Eingabe ist ju erwähnen: eine Interpellation de« Abg. Metz die Erfüllung einer »Mellen Zusage des hessischen ZollbundeSbevoll. mächt'iaien wegen Aenderung der^Weinbesteuerung im Großherzogthum Hessen betr. X Kammer nahm 'hierauf die Wahl eines Ausschußmitgliedes für den Finanzausschuß vor, au« welcher der Abg. K. I. Hoffmann ^vorglng. Berlin. Die Voruntersuchung wider die BanquierS St. Goar in Frank- hirt a M weaen Betheiligung an der in London ausgegebenen französischen An- leibe ist geschlossen, und sind die Untersuchungsacten dem Gnminalfenat ^ Kammer. qeri»t« behufs Beschlußfassung über die Versetzung in den Anktagezustand bereit« kuataanaen Wie wir huren, hat der Senat in seiner Sitzung »um Sonnabend Oie® Erhebung der Anklage und Verweisung derselben vor den Staatsgerlchtshof beschlossen Gleichzeitig ist dem Frankfurter Gericht aufgegeben worden, die Der hafteten unter sicherer Bedeckung nach Berlin transportiren zu lassen. Für d Aufnahme der Jnculpaten werden in der hiesigen HauSvoigtet zwei Zellen bereit Telegraphische Depeschen. + Hamburg, 8. Dec. Der Senat hat das Schreiben de« Königs »on Bayern, betreffend die Kaiserwürde, zustimmend beantwortet. 4- Berlin, 8. Dec. Ein höherer Postbeamter ist dieser Tage nach Rhe-niS abgereist. Dem Vernehmen nach ist derselbe bestimmt, be. der tUber^e wn Pari« der dortigen Postverwaltung die erforderliche Auskunft über d.e B Handlung der Korrespondenz an die in Deutschland befindlichen franzosi chent S 'd-Nn «» genommenen öieuungcn ouem jut o/|i>m,» __ Amtlichen Nachrichten zufolge hat sich >n neuerer Zeit der iNeiunuyeir etwa ist heute wiederum auf jener Südostecke »a« Gefecht >m vollen Gange. Nch 9 • deutschen Armee im Felde sehr günstig gestaltet. Ruhranfalle kommen an r-ir*. waren »on General Ducrot seit heute Morgen ustand der deut chen Arm » an Ausdehnung wie an gefährlichem Character »eOo«n; die Zahl der übrigen Krankheitsfälle hat sich cbensalls wesent ich »e - ringert. In den Lazarethen befinden sich etwa 10,000 Kranke weniger, des Mona» ^ctobe^ Der Senat hat da« Schreiben de« König« von Bayern, betreffend die Kaiserwürde, zustimmend beantwortet. + Dresden 8. Dec. Da« „Dre«d. Journal" zeigt an, daß der König von Sachsen auf da« Schreiben de« Königs von Bayern, welche« »°r^> agO daß die Ausübung der Prästdialrechte de« Bunde« mit der Führung de« Titel« eine« deutlchen Kaiser« verbunden werde, justimmend geantwortet hat. + Schwerin, 8. Dec. Der Großherzog telegraphirt an die Großh 'zoll'» unterm 8 Dec : Gestern hartnäckige« Gefecht bei Mtung (auf der @ '«6= Orleans nach Tour«) und la Kordon. 90. Regiment 1 Geschütz, 1 Mitra s Orte un« ollerding« eine Fülle von Material aller Art und eine neue Eisenbahn, linie fci‘jn^n6j?e(l^bI'[efeCau43^ irisier«, vom 30. November, wird unter Anderem ge,c,r,e»en: .Von dem vorgestrigen Schlachtselde habe ich nur wenig, wohl aber die Hauptsache gesehen, nämlich Beaune, ,n welche« die 8rani°sen e,n Brigade von un«, zu der da« 16. Regiment gehörte, eingeschloff-n hatten^ Diese ILriaade vertheidigte sich dort Stunden lang heldenmuthig. Der Feind »ersuchte immer und immer wieder, dasselbe zu stürmen, er schoß Beaune B'and ; aber die Brigade wich nicht. Die Franzosen ließen schrecklich »"l Menschen an dem Orte lieaen. Ihre Leichen lagen naturlrch gestern noch da. Tapfer hat die : Loirearmee an dieser Stelle gekämpft. Die Preußische Vertheidigung von Beaune < +< tai einet g«‘ Hin« f6" Aorlvürst eignet seiet von Znsehi zllkaiNtN- perhorresci' agitirt, get A « man heute saiMtunter nicht gebun + 2 durch iduin Entlassung« nianbirt da richten eine A 2 beleidigend, A 6. d., soll alarinirend, portirt wer den genau in vortressl daß sie sich Jedermann sircngung n A^ Schlappe r Ausfälle z innerhalb s A$ und Entzi^ zug und br geben Lew, Besonde 6090) 12. Dece Stadtwal wiese un räumte H eingetretet nicht abtzt Gießen Großh. 0) 5014) Zu von den bei W angelex §°bre« W, Termine feit 1) Cai 2) Äre 3) 3)/ii 4) Do, . Cai 6) Die 8 Mit 3) Dor Sa, 0) Dies Mit Don San sL'e Jntkli Wert, bie ^npfang Ä" ■Wf eilten* te biefe ^rret ■*jas Äe, «etr.; 4- Saarbrücken, 8. Oct. Aus Versailles wird unfern 5. Dec. gemeldet, daß die Hierherkunft bc- Königs von Bayern wahrscheinlich ist. 4- London, 8. Dec. Die „Times" begrüßt das Kaiferthum freudigst als das Symbol der deutschen Einheit, als die längst von England ersehnte Schöpfung einer gewaltigen kontinentalen Centralmacht. /X Brüssel, 8. Dec. Die „Jndependance" meldet: „Havre, der Haupt» Hasen Frankreichs, wen» nicht besser vertheidigt als Rouen, mutz bald in deutsche Hände fallen, denn er ist bereits völlig von der Verbindung mit dem Innern des Landes abgeschnitten." ch Brüssel, 8. Dec. Die „Gazette de France" macht Gambetta bittere Vorwürfe wegen der unrichtigen Nachrichten in seinen Pariser Bulletins, die geeignet seien, den General AurelleS zu einem Irrthume zu verleiten. △ Brüssel, 8. Dec. Die „Jndependance" veröffentlicht eine große Anzahl von Zuschriften, welche ihr aus Deutschland von krlegSgefangenen Oberoffizieren zukamen. In diesen Zuschriften wird die napoleonische Restauration aufs Heftigste perhorrescirt, Cassagnac, der Redakteur des „Drapeau", der für diese Restauration agitirt, getadelt und die Zusendung seiner Zeitung abgelehnt. /X Brüssel, 9. Dec. „Jnvep." meldet: In den Kammer-Büreaux wollte man heute wissen, Preußen notificirte nach Haag und wahrscheinlich an die Ge- sammtunterzeichner der 1867r Conferenzbeschlüsse, es halte sich weiter an dieselben nicht gebunden. 4- Tours, 7. Dec. In Folge der Einsetzung einer UntersuchungScommission durch Gambetta betreffs der Räumung von Orleans hat General AurelleS sein Entlassungsgesuch eingereicht. Bourbaki befehligt jetzt zwei Corps, PalliereS com- mandirt das Centrum. Seit der Räumung von Orleans sind keine neueren Nachrichten eingelaufen. A Tours, 8. Dec. General AurelleS resignirte in Folge von Gambetta'S beleidigender Enqueteanordnung. Sein Nachfolger ist noch nicht ernannt. A Gambetta hat, nach einem Telegramm der „Jndep." aus Tours vom 6. d., folgende Depesche au die Präfecten gerichtet: „Dementiren Sie keck die alarmirenden Gerüchte über die Lage der Loire-Armee, die vom Uebelwollen col- portirt werden, um Entmuthigung und Demoralisation hervorzurufen. Sie wer- den genau die Wahrheit sagen, wenn Sie versichern, daß die Armee gegenwärtig in vortrefflichen Stellungen ist, daß ihr Material intact oder vermehrt ist und daß sie sich vorbereitet, den Kamps gegen den Eindringling wieder aufzunehmen. Jedermann möge fest und stark fein, mögen wir alle zufammen eine große Anstrengung machen und Frankreich wirb gerettet." A Paris, 6. Dec. Ducrot's allerneueste Proklamation fordert auf, die Schlappe eingestehend, sich zur Vorbereitung demnächstiger entscheidender Offensiv- Ausfälle zu rüsten. Trochu und Ducrot waren seit dem 30. Nov. noch nicht innerhalb Paris. A Marseille, 3. Dec. Verflossene Nacht schwamm die Stadt in Jubel und Entzücken über Gambettas Pariser Siegestelegramm. Illumination, Fackel- zug und brüllende Weiber-Colonnen, die mit Fahnen durch die Straßen ziehen geben Beweis von dem Enthusiasmus der Bevölkerung. Officielle militärische Nachricht. Versailles, 8. Dec. Der Königin Augusta in Berlin. Gestern Abend heftiges glückliches Gefecht der 17. Division auf dem Marsche nach Blois Halbwegs bei Meung, wir erwarten dort noch mehr Wiederstand; 1 Geschütz und 1 Mitrailleuse genommen, 150 Gefangene. Wilhelm. Versailles, 8. Dec. Im Vormarsch auf Beaugency stieß die 17. Division gestern westlich von Meung auf ein frisches feindliches Corps von 15—17 Bataillonen mit etwa 26 Geschützen und vertrieb dasselbe in lebhaftem Gefechte, in welches auch die 1. bayerische Division noch erfolgreich eingriff, aus allen Positionen. Der Feind verlor 260 Gefangene, 1 Kanone und 1 Mitrailleuse. An demselben Tage hatte die 6. Kavallerie-Division bei Salbris, und die Avantgarde des 3. Armee-Corps bei Nevoy nordwestlich von Jien glückliche Verfolgungsgefechte gegen die Arieregarde der den Rückzug fortsetzenden Loire-Armee. von Podbielsky. Meung, 8. Dec. Bei Beaugenoy heute heftige aber siegreiche Schlacht der Armeeabtheilung des Großherzogs von Mecklenburg gegen 3 französische Armee-Corps. Verluste nicht unbedeutend, die des Gegners weit größer. 6 Geschütze und ungefähr 1000 Gefangene in unseren Händen. von Stosch. Frischbäcker ) u Gießen. Sonntag den 11. December. August Noll auf der Mäusburg, Ernst Wallenfels in der Wallthorstraße und Heinrich Plank in der Neustadt. aMaM^MenBiiiiin i ■■gaaB——irr iriiii i hi icmMaMMMM— Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst am 3. Advent, ( Morgens: Pfarrer Dr. Seel, den 11. December: \ Nachmittags: Pfarrer Landmann. Advents - Gottesdienst in der Hospitalkirche : Mittwoch den 14. December, Nachmittags um 3 Uhr: Schulinspector Vigelius. Die Pfarrgeschäfte für diese Woche (vom 11. bis 17. December) besorgt Pfarrer Dr. Seel. Besondere Bekanntmachungen. 6090) Die auf Montag den 12. December d. I. im Gießener Stadtwalde, Districten Slrangs- wiefe und Bruderwinter, anberaumte Holzversteigerung wird des eingetretenen Schneewetters wegen nicht abgehalten. Gießen, den 9. December 1870. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Bogt. 5044) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Capitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 1) Samstag den 10. december, 2) Dienstag „ 13. „ 3) Mittwoch „ 14. „ 4) Donnerstag „ 15. „ 5) Samstag „ 17 „ 6) Dienstag „ 20. „ 7) Mittwoch „ 21. „ 8) Donnerstag „ 22. „ 9) Samstag „ 24. „ 10) Dienstag „ 27. „ 11) Mittwoch „ 28. „ 12) Donnerstag „ 29. „ 13) Samstag „ 31. „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Dienstag, Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sino. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28. November 1870. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. BerfteigerAngen. Betr.: Den Concurs des Johann Laucht zu Crumbach. 4786) Montag den 12. December d. I sollen die zur Concursmasse des Johann Allgemeiner Anzeiger. Laucht zu Crumbach gehörenden Immobilien auf dem hiesigen Rathhause, unter den vor der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich meistbietend versteigert werden, als: Flur l/ijg, 1,166 Hofraithe, Wohnhaus nebst Anbau, Stall, Schoppen u. Scheuer, H/ 266, U/559/ 11/736, 1/81, 1'520, 1/158,3, 1/1148, VI/237, Vl/520, Vl/267, VH 78, X/413, VI/49/1, VI/49,4 im Taxationswerth von 886 Thaler. Crumbach, den 7. November 1870. Das Ortsgericht Crumbach. Riemenschneider, Vorsteher. Fleisch- und Brodlieferung für das Garnison-Lazareth Gießen. 6029) Dienstag den 13. L M., Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung des Fleisches und Kran- kenbrodes, sowie der Semmel und Zwiebacks für das Jahr 1871 für das Garnison- und Reservelazareth in der Turnhalle mittelst Soumission vergeben und können die Lieferungsbedingungen täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis 5 Uhr Nachmittags auf dem Geschäftszimmer des Garnison-Lazareths eingesehen werden, wo auch die Soumissionen bis zum 13. d. M-, Vormittags Vr 10 Uhr, versiegelt abgegeben sein müssen. Gießen, den 5. December 1870. Großherzogliche Garnison - Lazareth- Commission. Keilgebor ertes. Strassburger Schachtelkäse und . Rahmkäse in Staniol empfehlen Gebr. Adami, (6079) im Ritter. Illuminatians-Kmpchen (6055) bei Wilh. Schmal!. | Kerzenhalter für Christbäumchen empfiehlt Carl Aug. Faber, am Markt. 6067) Ein starkes Zugpferd nebst Wagen ist zu verkaufen. Näheres bei Herrn Jacob Walther, im Hause der Herren Flick & Kröll. !! Getrocknete Kräiye und Bouquets!! in allen neuen Bindarten, große Auswahl. (6083) Wilhelmine Fuhr, am Marktplatz. I Regenschirme in ganz bedeutender Auswahl und zu allen Preisen bei H Hochstatter Wittwe, Schloßgaffe. | Gmil Dörr, Sonnenstraße B. 52, empfiehlt einem verehrten Publikum auf bevorstehende Weihnachten sein Lager von Herrn-, Damen-, Knaben- und Mädchenhemden, Moore- und Lustre- Schürzen, Jacken, Seelenwärmer, Damenbeinkleider und -Unterröcke, große und kleine Cachemir-Kaputzen, Shlipsen, Leinen- und Papier-Kragen und Manschetten, Knöpfen, Ohrringe, Brochen, Hosenträger rc. rc. in schöner Auswahl. Wkthnachts - Ausstellung. 6082) Dem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine Aufstellung eröffnet habe und bitte um geneigten Zuspruch. — Zugleich empfehle ich Blüthenmehl, das Pfund zu 10 kr., Q , v v v v u v Fr. Wilh. Hartmann, Conditorei und Bäckerei (Neustadt.) w*) Louis Fruhnhäuser zeigt ergebenst an, daß sein Spielwaaren - Lager eröffnet ist. ____________________________________________________ Musikwerke und Spieldosen von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Castagnetten, Himmelsstimmen, Mandolinen zu vn-xros-Preisen, empfiehlt (1647) Georg Schäfer, Uhrenhandlung. Zu Cattun per Elle zu 10, 11 und 12 fr.; Druckzeug per Elle zu 9, 10 und 12 fr; weißen Shirting per Elle zu 8, 10 und 12 fr.; Bettzeug per Elle zu 11, 12 bis 22 fr.; Aupfelzeug per Elle zu 10 und 12 fr.; Baumwollbieber per Elle zu 10 fr.; Calmuck per Elle zu 15 bis 18 fr.; baumwollene Hosenzeuge per Elle von 14 fr. an empfehle ich: Poil (le chevre per Elle zu 10, 12 und 14 fr schottische Kleiderstoffe von 14 fr. an; 1j list re in allen Farben per Elle von 18 fr* an; Cammodedecken von fl. 1. 6 fr. an; Tischdecken von fl. 2. 30 fr. an; weiße Piquedecken mit und ohne Franzm; seidene Foulards; farbige Flanelle; Lama s in 5A und % breit. Futterzeuge per Elle von 6 tr. an; Auch habe ich eine Parlhie Buckskin ausgesetzt und verfaufe diese unter m Emkaufsprene. z Ang. Mont an ns in Gießen, Marktstraße Ltt. D. 205. i D t e Theehan-lung her A A. B»sch Söhne empfiehlt frische Sendung von chinesischem Tbee neuer Erndte, in den beliebtesten Sorten, Souchong, Conjou, Pecco mit Blüthen, Gunpowder, Haysan und Imperial. Mein Tuch- und Bukskitt Lager zu billigen und festen Preisen und bestens assor- t i r t bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Ludwig Lang, Marftstraße Lit. D. Nr. 25, vis-ä-vis dem Herrn Kaufmann (4554) Emil Pistor. Kalt flüssigen Leim, Mastix, zum Kitten für Porzellan, Glas, Marmor, Alabaster, Meerschaum, Bernstein; zum Leimen für Holz, Kork Tuch und Leder pr. Glas 12 fr., bei Ernst Hermes, (6057) Materialist. I Seefische: Frische Egmontcr Schellfische treffen, so lange keine stürmische Witterung, wieder wöchentlich dreimal ein. Für Cavliau