Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen 1870 Donnerstag den 10. März Nr. 30 Gießen- am 7. März 1870. 3. d. Mts. dahin abgegangen sind. Das Bureau der Districts-Einnehmerei Groß-Linden befindet sich nunmehr im Hause des Herrn Schopbach in den Neuenbänen, Walther, Districts-Einnehmer. Die im Jahr 1869 in der Stadt Gießen angezeigten Verbrechen und Vergehen betreffend. Per- 4 II theils bestraft, theilS über Nacht bis zur Nüchternheit eingesperrt. | 2515 | Personen. Zusammen NB. 361 641 9 18 5 2 33 551 27 36 165 41 17 13 2 46 theils bestraft, theils verwarnt. 17 von Gießen, 46 Fremde. Für den Vorstand: Schuster. In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. im 2 Stock. Gießen, den 9. März 1870. Hundesteuer - Defraudation Hazardspiels sonstiger Polizei-Vergehen Octroi-Defraudation Ruhestörung Übertretung der Feierabendstunde Störung der Sonntagsfeier........... Völlerei............... Thierquälerei unterlassener Fleischbeschau . unterlassener Verwahrung bissiger Hunde . - • • • • • • Nichlreinigens, Verunreinigens, Versperrens der Straßen, schnellen Fahrens, Werfens Nichtbeleuchten der Fuhrwerke rc. ■ • • • • • Vergehen gegen die Feuerordnung und verbotenen Schießens .... Uebertretung der Bauordnung.......... unerlaubter Aufnahme von Fremden - • • • • • unerlaubten Gewerbebetriebs und Defraudation der Gewerbesteuer Brandstiftung ........ Concubinats und lüderlichen Lebenswandels Körperverletzung und Drohung Diebstahls Betrugs, Unterschlagung und Fälschung • - • • • • • • Beschädigung fremden Eigenthums und unbefugten Löschens der Sttaßenlaterncn Landstreicherei und verbotener Rückkehr Bettelns . .......... von Gießen, 321 Fremde, meist Handwerksbursche und Vagabunden, 15 Gewohnheitsbettler kamen auf längere Dauer in's Correctionshaus. Großherzogliche Polizei - Verwaltung. Nover. Wir machen wiederholt hierdurch ein verehrliches Publikum dringend aufmerksam, daß nur dann ____ Annoneen pünktlich ausgenommen werden können, wenn solche bis spätestens Montags, Mittwochs und Freitags früh 9 Uhr eingesandt werden. Später einlausende können erst für die folgende Nummer Berücksichtigung finden. Die Exped. des Gießener Anzeigers- Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. D. Nr. 1. Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. Bekanntmachung. Die Generalversammlung der Mathilden. Stiftung der Provinz Oberhessen wird Montag den 14. l. Mts., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Regierungsgebäude dahier stattfinden und laden wir zu recht zahlreicher Betheiligung ein. Gießen, den 8. März 1870, Testaments, in welchem sie übergangen ist, im Klagewege anzufechten, widrigenfalls dasselbe zur Vollstreckung gebracht, und insbesondere auch die zum Nachlaß gehörigen Immobilien auf die eingesetzten Erben im Mutationsverzeichniß überschrieben würden. Gießen, den 7. März 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. Brtrrssend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestütsbeschäler auf die Landgestütsstationen. Das Grob herzogliche Kreisaml Gießen an die Großherfoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen, daß die Landgestütsbeschäler für die Station Grünberg am I. Donnerstag den 10. März, Nachmittags 1 Uhr, zu Lang-Göns in dem Gemeindehause für die Straße von Großen-Linden über Lang- Göns bis zur Kirch-Gönser Gemarkungsgrenze. II. Freitag den 11. März, Morgens lO’/z Uhr, zu Lollar in dem Gasthaus zur Krone für die Straße von Gießen nach Marburg. Die auf Requisition der Gerichte vorgenommenen Verhaftungen sind hierunter nicht begriffen. Gießen, den 28. Februar 1870. Besondere Bekanntmachung. Oeffentliche Aufforderung. 992) Katharine Prosch von Nieder- Crfe, verheirathet an Wilhelm Poro in Amerika, wird, da ihr Aufenthaltsort unbekannt ist, auf diesem Wege aufgefordert, binnen zwei Monaten die Nechtsgültigkeit des von ihrer am 28. November 1869 dahier verstorbenen Schwester Elisa bet ha, Georg Eiff's Ehefrau, hinterlassenen Versteigerungen. Versteigerung von Straßenarbeiten. 912) Die zur Unterhaltung der Staatsstraßen in dem Baubezirk Gießen für das Jahr 1870 erforderlichen Arbeiten, bestehend in dem Brechen, der Beifuhr, dem Aufsetzen und dem Zerschlagen der Steine, sollen an den nachbenannten Tagen und Orten wenigstfordernd versteigert werden, und zwar: 1. Wegen Desertion . • • • • • • v , • Widersetzung und Verletzung der Amts- und Dienstehre sonen. 1 8 1 12 19 63 31 19 69 325 Nachstehende Uebersicht wird hiermit veröffentlicht: m ri r . ± , . , „ t . ... Di- Lokal-Polizei der Stadt Gießen hat im Jahr 1869 zur Bestrafung angczcigt, beziehungsweise verhaftet und ermittelt: S/4 Wellen 67 Stockholm, ge- desgl. Trau Cui schau fidas von wem vide ! von 851/- 150 Flur Nr. 16/294abi^301 52 81 und lUKlftr. 1771 Acker, 1- Klasse, auf bte Chaussee, hinter der Pulvermühle (wegen der Nahe der Stadt sehr zur Backsteinfabrikation geeignet), 541 Wiese im Heegstrauch, 542 Acker links des Wiesecker 982) Ein noch wenig gebrauchtes Krn derwägelchen ist zu verkaufen Seltersweg Lit. C- Nr. 193. 879) In das Gail'sche Haus auf dem Seltcrsberg wird zum 25. März em tüchtiges Mädchen gesucht, welches alle Hausarbeit gründlich versteht. Dienstag den 15. d. M-, Morgens 10 Uhr, 987) Ein gesitteter Junge, welcher das Schreinergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten. Bei wem? sagt die Exped. dieses.Blattes. VermrethnufteA. 960) Eine Familienwohnung ist zu ver- miethen und den 15. März beziehbar bei Bauaufseher S chmrtt. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Holzvcrsteigerung. 1003) Dienstag den 15. d. Mts-, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Waldungen der Stadt Grünberg, District Bobenhäuserkopf: 129 Fichten-Stämme von 7 bis 13 Zoll Durchmesser u. 30 bis 80 Fuß Länge, 10 Ficbten-Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser u. 20 bis 45 Fuß Länge, öffentlich versteigert werden. Grünberg, am 8. Marz 1870- „ Großherzogliche Bürgermeisterei Grunberg. Arnold- Holzversteigerung im Fürstl. Solms- Braunfels'schen Walde bei Langsdorf, District Schweinahl. IV. Samstag den 12. März, Morgens 10 Uhr, auf der Gansenburg für die Straße von Gießen gegen Grünberg. Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 3. März 1870. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. H olzapfel. geboten. „ Gießen, den 4. Marz 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen- K. Vogt- 981) Einen Haufen Mist habe ich zu verkaufen. E- Geiß mar. 13/67b 39/19t Flur Nr. UMftr. 23/.. 238 gibt 41V2 fr. Grundrente, rs/roobisrmb 870 gibt 2 st. 15 fr. „ 30/ 80 224 gibt 15V4 fr. „ -'/.--bis,3. 1755 '/3 Acker, -/, Wiese gibt 3 fl. 253/4 fr Grundrente. Gießen, den 4. März 1870. Fr. Müller. s Eine geachtete Firma laßt geg- billige Provision auf s. trassiren. Fr.-Off- U- A. Z. 45 poste restante Bonn. i Neuestes Prämien - Anlehen | der Stadt Venedig, im Betrage von nahe | 6 Ä Milli»neu, «genehmigt durch Königl* Beeret 1869. B Original - Staats - Prämien- Iljoosc sind überall zu kaufen und zu spielen erlaubt. Die Haupt-Gewinne betragen 16mal Frcs. 100,000.8m. 50,000, 16mal 95,000, 9000, 1500, lOOO, 48mal 500, 48mal 400, H 48inal 350, 48mal 950, 3y0.000mal A IOO, 50, 30 Francs. |Dic Verloosung garanltrl Sund roltsieM'Aic Sfcaats- Steyieruny selbst. A Beginn der Ziehung am 20* I <1. Mts» Rindenversteigerung. 957) Samstag den 12. März, Morgens 11 Uhr, wird in dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten das dießjährige Rindenergebmß eines 18jährigen Eichenstockschlags im Do- manialwalddistrict Franzenwald, veranschlagt auf 300 (Str., öffentlich versteigert. Der Großherzogliche Forstwart Menges zu Großen-Linden ist beauftragt, den Schlag auf Verlangen vorzuzeigen. Gießen, am 1. März 1870. Großherzogliche Oberförsterei Schtffenberg. Dr. 2) raubt 952) Künftigen Montag, den 14. d. Mts., Morgens 9 Uhr, soll im District Langberg, zunächst dem Nonnenröther Feld anfangend, folgendes Bauholz versteigert werden: 707 Stück schöne Ftchten-Baustamme 20956 Cubikfuß, 2278 Stück starke Tannen - Stangen 12537 Cubikfuß. Alsdann wird _ Dienstag den 15. d. Mts., um 9 Uhr, Hierselbst folgendes Brennholz versteigert: 53 Stecken Buchen-Prügelholz, 120 „ „ und Tannen - Stocks Holz und 8100 Wellen dergl. Neisholz. Lich, am 7- März 1870. . Fürstliche Oberforsteret Ltch. Eigenbrodt. TH. DIETRICH«. Co. iatestl. ANNONCEN-BUIIEAU für sämmlliche in- und ausländische Zeitungen. (914) 920) Donnerstag den 10. Marz, Nachmittags 2 Uhr, . sollen auf dahiesigem Nathhause auf freiwilliges Ansuchen der Friedr. Zulch Wrttwe die derselben gehörigen Grundstücke verstei- aert oder, im Falle kein annehmbares Gebot erfolgen sollte, solche auf 6 Jahre verpachtet werden, als: Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 1004) Montag den 14. März 1870, von Vormittags 9 Uhr an, , soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Neuhege, Unterhag, Waldshute, Ham- gesboden, Hegstrauch und Oberhag, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: A. Brennholz: Reiser öffentlich verkauft werden. Hungen, den 4. März 1870. Fürstliches Rentamt. Demme. ebendaselbst: I56V4 Stecken Eichen-, Buchen- und mischtes Scheitholz, 225 Stecken desgl. Prügelholz, 693/4 „ „ Stockholz, 12 Schichten und 434 Stecken 923) Samstag den 12. März, Vormittags 11 Uhr, läßt Herr August Balser nachverzeichnete, in hiesiger Gemarkung liegende Grundstücke auf dem Ortsgerichts-Büreau einer freiwilligen öffentlichen Versteigerung aussetzen und werden Steigliebhaber hierzu emgeladen. Lveueii „ Reisholz, 1/4 Stecken Aspen-Prügelholz, „ Stockholz, Nadel-Prügelholz, 977) Johann Jost Evelbauer zu Erdhausen beabsichtigt seine Scheuer von drei Theilen, 45'/r Fuß lang und 29 Fuß breit, von Eichenholz erbaut, zum Abbruch zu verkaufen. Bemerkt wird hierbei, daß die Scheuer so wieder aufgeschlagen' wer- Erdhausen, den 9. März 1870. v Der Bürgermeister: Thomas.____ Weges. . Gleichzeitig werden die der Frau Marie Nestel in Darmstadt gehörigen Flur ld Nr. 1 bis 6, 1483 QÄlftr. Acker und Wiese am Schlangenzahl zur Versteigerung aus- Fabrik und Lager, Noßmarkt Nr. 7, __________Frankfurt a M.________ 349) Frankfurt a. Nt NothnagelKe Fabrik und Handlung. Reichhaltige Auswahl in Tapeten, Bordüren, Goldleisten und Fensterrouleanx. iVur T ThaSer kostet ein vom Staate garan- B tirtes Original-Staats-Loos J (nicht von den verbotenen Promessen), B und werden diese Original-1 Staats - Loose gegen fraii- B kirte Einsendung des Betrages I oder gegen Postvorschuss, | selbst nach den entferntesten I Gegenden von mir versandt. JEs werden nnr Gewinne I gezogen. Die amtliche Ziehungsliste | und die Versendung der Gewinnseider erfolgt unter Staatsgarantic ! sofort nach der Ziehung an I Jeden der Betheiligten prompt und I verschw iegen. i Mein Geschäft ist bekanntlish das | Aelteste und Allerglücklich- S ste, indem ich bereits an mehreren ! Betheiligten in dieser Gegend | dicallerhöchstenHaupttref- i fer von 300,000 , 995,000, g <50,000, 195,000 , mehrmals j 100,000, kürzlich das grosse | Loos und Jüngst am 90. vor. | Monats schon wieder den I allergrössten Haupt - Ge- I winn in Worms ausbezahlt 9 habe. 8 LB Zur Bestellung meiner ä wirklichen O r iginal- Staats - Ijoose bedarf es 1 W8 '1er Bequemlichkeit halber keines I 8Q Briefes, sondern man kann den | SM Auftrag einfach auf eine Post- B SSäeinzahlungskarte bemerken. H M3 Dieses ist gleichzeitig bedeutend B HS billiger alsPostvorschuss. Meine Geschäfts-Devise ist: I „Gottes Segen bei Cohn!" ILaz. Sams. Cohn in Hamburg, H Haupt -Comptoir, Bank- und "W echselgeschäft. (564) 980) Meinen am Wismarer Weg gelegenen Garten bin ich Willens auo freier Hand zu verkaufen. Frau Schwan, Sandgasse. 924) Ich beabsichtige, mein Gelände zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich mit mir hierüber benehmen. , Georg Heinrich Lony. 1/4 Stecken Eichen-Prügelholz, Stockholz, 956) Montag den 14. d. M-, Morgens 10 Uhr, soll in unterzeichnetem Districte:• 108 Eichen-Stämme, zus. 1611 Cubikfuß, 33 „ Stangen, „ 108 „ 93 Hainbuchen-Stämme, zus. 1392 „ - - Nadelholz- „ „ 779 „ „ Stangen, „ 680 „ Vermischte Anzeigen. s Gesucht wird ein braves Mädchen, das sofortljeintreten kann, im Cafä Kuhlmann, Seltersweg. 976) In der C. F. Winter'schen Verlagshandlung in Leipzig ist erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehenA Friedrich Schleqel's vollftandtge Muhlenbaukunst. ^^Praklisches Le^buch für Mühlenbauer und Müller Fünfte Auflage i * 11 rn n r h eit et und vermehrt von Dr. Alexander Lachmann. Mit 56 Tafeln Abbildungen in Folio und 13 Holzschnitten, gr. 8. geh. Preis 6 Thlr. ________________ . Zur gcf. Beachtung. 1006) Hierdurch erlaube ich mir eraebeust anzuzeigen, daß ich mit einem reichhaltigen Lager der feinsten französischen und englischen optischen Gegenstände noch bis zum 14. d. Mts. im Hotel Einhorn in Gießen, Zimmer Nr. 14, verweilen werde. Es wird mein Bestreben sein, das mir überall geschenkte Ber- trauen auch hier zu erwerben, und halte ich mich zu geneigtem Zu- svruch bestens empfohlen. rr _r F Brillentragende mache ich besonders auf meine anerkannten Crystall-Augeiu a l ä s e r aufmerksam. Als geprüfter Optiker mehrerer Augenheil-Anstalten und durch meliäbriae Praxis bin ich im Stande, für jedes Auge, sei es noch so schwach oder kurzsichtig sofort die passendsten und dem Auge wohlthuenden Glaser ausM wählen welche die Augen schonen und nicht, wie es oft durch Unkenntlich der-^Verkäufer bei unrichtiger Auswahl der Gläser geschieht, die Sehkraft schwachen und den Augen Nachtheil bringen. „ - - § Brauermalz, beste Qualität, stets vorräthig in der Brauerei von Fr- Textor, auf der Hardt bei Gießen- i Dachschiefer, sehr haltbar, fest und schön blau, aus einer immer größeren Tiefe gewinnend, m verschiedenen Sorten, sind wieder auf der Grube „Maria" hier zu den billigsten Preisen zu haben. Gladenbach, den 28. Februar 1870. Die Diery'sche Schiefergrubcn-Gesellschaft zu Gießen. I. V.: Verwalter Krug. 967) Ein gut empfohlenes Kindermädchen, im Waschen, Bügeln und Nähen er- | fahren, wird zu miethen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5420 Wellen „ Neisholz. B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 15 Eichen-Stämme mit 169 Cubikfuß, 851 Nadel- „ 11002 9 Eichen-Stangen „ 46 „ 2256 Nadel- „ „ 10299 „ „ Die Zusammenkunft ist auf der Grün - berger Straße an der fünften Schneiße (Eisenbahnlinie). r, . Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Octbr 1870 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies m ihren Gerneinden bekannt machen zu lasten. Gießen, den 8. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 978) Ein gut möblirtes Zimmer, mit ober ohne Cabinet, ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.__________ 986) Ein Familienlogis, bestehend aus 2 Zimmern, Küche, Keller und Kammer, ist zu vermiethen bei „ Andreas Barrn, Schreiner und Bleicher vor dem Lahnthor. Zahnschmerz ^verschwindet nur durch FeytonaJ____ In Gießen zu haben bei (732) Carl Frech. 996) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist auf nächstes Semester zu vermiethen bei Friedr. Lampus, Seltersweg. 1000) Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern nebst Mansarde und Zugehor, ist, am 1- Juni d. I. beziehbar, m Lit. A. Str. 162y2 vor dem Wallthor zu vermiethen. 994) Packkiften verkauft H. Steinberger. 934) Oberndorfer Runkelrübensamen in* vorzüglicher Qualität in der Samenhandlung von Carl Deines. " 995) Unterzeichneter ist Willens nachfolgende Accker unter günstigen Bedingungen aus freier Hand zu verkaufen: i/r Morgen auf dem Nahrungsberg, nut Korn besaamt, . 1 Morgen in den Rödern, nut Waizen besaamt, 1 Morgen auf dem Seltersberg, 93 Ruthen daselbst. Ph. Mor. Krailing. 983) Mein Wohnhaus in der Markt- straße bin ich Willens aus freier Hand zu verkaufen. H- Schäfer, Kammmacher. 899) Ein neu erbauter Stall ist auf den Abbruch zu verkaufen bei Max Henkel. Feilgsbotenes. 966) Flanellhemden, Shawls, Handschuhe, Hosenträger, Halsbinden Papierkragen, Chemisetten re. re. empfiehlt bllllgft Emil Orbig, Neuenweg. 962) Schellfische in regelmäßigen Sendungen, sowie Pickles, Sardinen, Sardellen, Anchovis, Neunaugen rc-, m be ter Qualität, bei ZBäcker Vogt, Wallthor- rktNr. ^ugen- ' und durch loberfuu; Ifr auszu- dm Augeu daß ich 'd CIt6: K«. tm itetbe. ihe 33er. Jem 3u, 19. uleaux. jft ist er: ukunst. jlnflace, mn. Mit ;ch. Preis welcher das i, kann in die lt die Exped. lnlehfn| i'diz, £ nahe I nen, Konigl. V ramien- zu kaufen ibt etra®en »VVV«, 0. 1500. 5mai 400. rantir Staats- selbst. am 20» iler le garan- lats-Loos n Promessen). Oriylnal- -en fraii- Betragf* or*thu*8» Protesten ersandt rGewinne bun881lste ■niDngelder ngarantie i< hunz a" ompt und ,-vnt'i?' das 1 „ mehreren rr W'nfd i-npltret- 585.000, A roebrmak " -ros«- "der de» x:^> ^.ginai- ’r >,..darf ei "r uelneR post' bei CoW . in H«®bOrJ] |r. 56 Pr. Crt. Rthlr. 55. . ~,.ndlt £ 2 J pr 40 Hamb Cubikfutz mit 15 °.o Primage, für °rd. Guter ^rnott p v „ach Uebereinkunst. Briefporto °°n und nach den Verein. Staaten 4 Sar. Briefe zu b-z-tchn-n „per Hamburger Dampfschiff". Näheres bei , . Dualist Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Hamburg, ,.s «y Ageiiten-tiesiich. 984) ^unt Absatz eines leicht und überall verkäuflichen Artikels, wozu weder Raum, noch kaufmännische Kenntnisse nothrg find, werden Agenten gegen eine angemessene Provision gesucht. Neflectanten belieben ihre Adresse unter den Buchstaben ». «. Nil 20 an die Eroed. d. Wltts. krauco etnzuseuden. 979) Ein Kindermädchen wird gesucht Neuenweger Thor Lit- B- Nr- 149. 834) Ein braves Dienstmädchen wird zum 25. März in Dienst gesucht. Die Expedition sagt von wem- 993) Ein Mädchen, das kochen kann und alle Hausarbeiten versteht, wünscht bis zum 25. März eine Stelle. Zu erfragen Wallthor Nr. 161. _ _ 857) Ein Schmiedgeselle und ein Lehrling werden gesucht von Schmiedmeister U n verzagt. 955) Ein im Nähen und Bügeln geübtes Frauenzimmer sucht Beschäftigung- Na- heres Neustadt Lit- D- Nr. 87. 968) Ein zuverlässiger Knecht wird gesucht. Näheres bei der Exped d. Bltts- 756) Gesucht in ein bedeutendes Eisengeschäft als erster Magazinsknecht ein Mann, welcher bereits längere Zeit in einem ahnllchem G- - schäfte thätig war und besahigt ist- Lult- tragende belieben ihre Adressen an die c'iäncrW Buchhandlung nach Frankfurt a M. einzusenden unter Angabe ihre-- seitherigen Wirkens. Verschwiegenhett wird zugesichert. 1009) Ein geübter Lithograph (Federmanier) besonders für Zeichnung von leichten Vignetten findet dauernde Beschäftigung bei I. Rothschild, Lithograph, ____________ in Offenbach a. M- 1008) Ein zuverlässiges Mädchen kann sofort in Dienst treten bei I. CH Retter. 1001) Auf den 25. März wird ein Kindermädchen gesucht. Näheres zu erfragen bei Hermann Homber ger, vor dem Wallthor. a M w erd en z u m W asch en ^trOöl)HtCuni) Färben zu den billigsten Preisen angenommen bei (932) H. Heß, am Lindenplatz. s Theater in Giehen. (Gafe Leib.) Freitag den 11. März 1870 Zum ersten Male: • Flotte Bursche. Operette in 1 Akt, von Offenbach. Vorher: Sie bat ihr Herz entdeckt. Den Anfang macht: Moritz Schnörche, oder: Eine unerlaubte Ehe. Preise der Plätze: Erster Platz 36 kr. Gallerte 9 kr. W. de Rotte, Theaterdirector. 8 Gesucht wird bis zum 25. März ein Mädchen, welches perfekt kochen kann, gegen hohen Lohn- Von wem? sagt die Exped. d. Bltts- 989) Ein tüchtiger Schreinergesclle wird auf sogleich gesucht von Philipp Löwenstein, Schreiner in Wieseck- 991) Ein reinliches Bauernmädchen von 15 bis 16 Jahren wird zu miethen gesucht- Näheres Seltersweg Lit- C- Nr- 18o. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Die^t gesucht. Von wem? sagt die Exped. d- Bltts. 997) Reine Bier- oder Champagner- Flaschen werden angekauft im Darmstädter Haus. g Freiwillige städtische Feuerwehr. Heute Abend pmcis 8 Uhr; Generalversammlung bei Wirth König (Kegelbahn). - Man bittet, m Uniform zu erscheinen. KssenUiche Bekanntmachung. Nachstehende Beschlüsse der Landesversammlung vom 21. Februar 1870 bringen mir hiermit zur öffentlichen Kenntniß: Wir, die aus den drei Provinzen des Landes heute dahier zusammengetretenen Mitglieder der hessischen evangelisch-protestantischen Landeskirche, fühlen uns im Hinblick aus die gegenwärtigen Zustände dieser Kirche zu folgender öffentlicher Erklärung verpflichtet. „ , „ p. u ,,, . . I. Die, wie anderwärts, so auch in Hessen, häufiger werdende Klage über die in verschiedenen Kreisen der protestantischen Bevölkerung immer mehr zu Tag tretende Abnahme eines religiösen Lebens und des Interesses an den Angelegenheiten der Kirche hat ihre Hauptursache in dem Mangel einer selbstständigen Verfassung der Kirche und in dem gegenwärtig bestehenden Ministerial- und Consistorial-Regiment, welches die in der Reformation begründeten Rechte der Gemeinden und des Laienstandes nicht anerkennt, die protestantische Bevölkerung vielmehr sowohl in ihren materiellen, wie in ihren religiösen Angelegenheiten unter die Vormundschaft der Staatsbehörden und des dem heutigen Gemeindebewußtsein zum Theil entfremdeten und in den Anschauungen und Zungen vergangener Zeiten redenden geistlichen Standes stellt. Nachdem die Großherzogliche Regierung durch Vereinbarungen mit dem bischöflichen Stuhl zu Mainz die katholische Kirche des Landes fast von jeder ehre freie Selbstverwaltung beschränkenden staatlichen Oberhoheit, wie solche nach der Verfassung und Gesetzgebung früher bestand, freigegeben hat, müssen wir jedes Bestreben, die evangelisch-protestantische Kirche von Hessen noch länger in den Banden des gegenwärtigen Staatsregiments zu erhalten, für eine schwere Versündigung an den Rechten und Interessen dieser Kirche unh an dem in Hessen verfassungsmäßig geltenden Giundsatz vollständiger Gleichberechtigung der Confessionen betrachten. II. Als die unantastbare positive Rechtsgrundlage, auf welcher eine selbstständige Verfassung der evangelischen Kirche des Landes zu Stande zu bringen ist, betrachten wir die der evangelischen Bevölkerung von Hessen gegebenen landesherrlichen Verheißungen vom 25. März und 16 August 1848, welche wir in der durch den Großherzoglichen Ministerpräsidenten im April vorigen Jahres kund gegebenen Allerhöchsten Absicht, eine den Bedürfnissen der- evangelischen Bevölkerung entsprechende Aenderung der Verfassung der evangelischen Kirche eintreten zu lassen, aufs Neue bestätigt finden- Wir hoffen mit Zuversicht, daß das gegebene und urkundlich verbriefte Für st en w ort endlich seinem ganzen Inhalt nach in Erfüllung gebracht und jeder die Ehrfurcht gegen den Landesherrn verletzende Versuch an dem Inhalt der gegebenen Verheißungen zu mäkeln, woher er auch immer kommen möge, entschieden zurückgewiesen werde. III. Als eine den heutigen Bedürfnissen entsprechende Verfassung unserer evangelischen Kirche erscheint uns nur diejenige, welche, indem sie Christus als alleiniges Haupt der Kirche und die der freien Forschung anheim gegebene heilige Schrift als die'Hauptquelle der christlichen Erkenntniß anerkennt, die lutherischen, refornurten und unirten Gemeinden des Landes, unbeschadet ihrer eonfessionellen Auffassung, als aus einem gemeinsamen Glaubensgrunde stehend, in einem Organismus vereinigt und unter verfassungsmäßiger Wahrung und Feststellung der Rechte des Großherzogs, den Grundsatz der Selbstverwaltung der Gemeinden in allen, sowohl ihr religiöses als sittliches Wohl, als auch ihre materiellen Interessen betreffenden Angelegenheiten zur Durchsührung bringt. p r., . , n_. Das Selbst-Verwaltungsrecht der Gemeinden muß sich in der Einzelgemeinde namentlich durch freie Wahl der Gemeindevertretung und durch die Wahl der Pfarrer; in den Kreissynoden und in der Landessynode durch eine in activer und passiver Hinsicht durch keinen Nachweis besonderer kirchlicher Eigenschaften bedingte freie Wahl der Abgeordneten in einer das Ueberwiegen des geistlichen Elements ausschließenden Anzahl; in der obersten Kirchenbehörde durch Vertretung der Landesgemeinde durch einen von d'er Landessynode gewählten Ausschuß, wirksam äußern- IV. Die dermalen mit Verwaltung der Angelegenheiten der evangelischen Kirche in Hessen beauftragten oberen Behörden haben durch die Art und Weise, wie sie seither ihre Gewalt gehandhabt und sich gegenüber dem Streben nach endlicher Erfüllung der landesherrlichen Verheißungen und nach freiheitlicher Entwicklung des protestantischen GerneinUbens verhalten haben, bei dem größten Theil der protestantischen Bevölkerung ein tiefes Mißtrauen gegen sich hervorgerufen und entbehren deßhalb der nothwendig- sten Grundbedingung zur Ausarbeitung lebensfähiger Verfassungsvorlagen, die ohne- dieß schon in den Vorarbeiten der Verfassungs-Commission des Jahres 1848 vorhanden sind. Gegen jeden Versuch der Behörden, eine Verfassung der evangelischen Kirche ohne ungeschmälerte Durchführung der Reckte der Gemeinden und des Laienstandes zu Stande zu bringen und die evangelischen Gemeinden auch fernerhin noch als der staatlichen oder geistlichen Vormundschaft bedürftige Unmündige zu behandeln, legen wir hiermit öffentlichen und feierlichen Protest ein und fordern unsere Glaubensgenossen im ganzen Lande aus, sich eintretenden Falles diesem Protest anzuschließen und denselben zur Kenntniß Sr. König! Hoheit des Großherzogs und Kirchenbehörden zu bringen. V. In Ermangelung einer verfassungsmäßig geregelten Vertretung der protestantischen Bevölkerung ist zum Zweck ungeschmälerter Durchführung der Rechte der Gemeinden eine selbstständige und feste Organisation der protestantischen Bevölkern ng dringend geboten. Indem der Protestant en-Verein, der Urheber der gegenwärtigen Derfassungs- bewegung, auf der Grundlage des evangelischen CH ristenthums eine Erneuerung der pro estantischen Kirche im Geiste evangelischer Freiheit und im Einklang mit der gesummten Cultur-Entwicklung unserer Zeit anstrebt und sich unter Anderem auch die Durchführung des Gemeindeprineips in der Verfassung der Kirche zur besonderen Ausgabe gestellt hat, erkennen wir in ihm das geeignetste Organ, durch welches die Interessen des Protestantismus und der protestantischen Gemeinden bei Herstellung einer den heutigen Bedürfnissen entsprechenden Ki>cheuversassung gewahrt und vertreten werden können. Ta derselbe in seiner Mitte jeder evangelisch-ckristlichen Ueberzeugung, welche keine Unfehlbarkeit und Ausschließlichkeit für sich in Anspruch nimmt, Recht und Raum gestattet, so fordern wir alle Hessischen Protestanten, welche mit unseren in dieser öffentlichen Kundgebung ausgesprochenen Grundsätzen einverstanden sind, auf, „sich mit Beiseitsetzung dogmatischer Meinungsverschiedenheiten dem Protestanten Verein anzuschließen, sich in größe- „ren, oder kleinere Kreisen zu Zweigvereinen zu organisiren und mit aller Kraft, „welche die Ueberzeugung und das Bewußtsein des Rechts verleiht, für seine Bestrebungen einzutreten." Wir wollen trotz der Verschiedenheit gleichberecktigter Auffassungen der evangelischen Glaubenssätze einig sein „in den großen Grundprinzipien der deutschen Resorma- tion- Zersplitterung wird zum Verderben, Eintracht und ehrliches Zusammenhalten „aber zum Siege und zum Heil der Kirche und des Vaterlandes führen!" Darmstadt, den 21. Febr. 1870. Der Laudesausschnß für die Angelegenheiten der protestantischen Kirche in Hessen: R- Schlich, Pfarrer. A. Ohly, Hofger.-Advocat. Dr. Joh. Marbach, Piarrer. Ur. Schröder-' Ur. Weber, Hosger-- Advocat- W- Freiherr von Wedekind, Gutsbesitzer. Der neuliche Brand in Wiefeck gibt uns Veranlassung, auf einen wesentlichen Mangel in unserem ländlichen Löschwesen aufmerksam zu machen, dessen Beseitigung dringend geboten erscheint. Erfahrung und Untersuchung haben längst schon die Nachtheile des sogenannten Sckwanen- halses, des auf den Spritzen feststehenden Strahlrohres, und den Vorzug des Angriffs vermittelst der Schläuche zur gewissen Ueberzeugung gebracht. Der Angriff mit dem Standrohr ist bei der Schwerfälligkeit, der verhältnißmäßigen Unbeweglichkeit der großen Spritzen örtlich äußerst beschränkt; er ist aber selbst oft mehr oder weniger wirkungslos, wenn nicht gar in Wirklichkeit schädlich. Der Wasserstrahl wirkt selbstverständlich um so kräftiger, je geschlossener er ist, je näher also man dem Feuer stehen kann. Während nun die Heranziehung der Spritzen durch geräumige Zugänge und freie Platz bedingt ist, Bedingungen, die nur in den selteneren Fällen zutreffen, ist der Schlauchführer in seiner Beweglichkeit unbeschrankt; derselbe kann auch leicht einen geschützten Platz für sich finden, während die Bedienungsmannschaft einer Spritze in der Nähe des brennenden Gebäudes immer Gefahren preisgegeben ist. lus jenem Satz folgt aber weiter der, daß das Feuer mit voller Wirkung nur aus gleicher Hohe oder etwas darüber angegriffen wird. Muß der Strahl einen Bogen beschreiben, so verliert er seine Kraft und geht auseinander. Hiernach erscheint das Standrohr der Spritze nur mehr auf Feuer in den unteren Geschossen anwendbar, während der Schlauchführer sich den vortheilhaftcn Platz in jeder Höhe auf benachbarten Gebäuden oder Stcllleitern suchen kann. Begreiflicherweise ist cs auch von äußerster Wichtigkeit, daß der Nohrführer den gefährlichen Brennpunkt ermitteln und sein Ziel genau treffen kann, was dem beweglichen Schlauchführer < oer Höhe bei gerader Wurflinie regelmäßig möglich ist, während der Standrohrführer auf der Spritze seinen Strahl nach der Höhe nur in's Ungewisse schleudert und meist gar nicht sieht, wo derselbe auftrifft. Ebenso ist es vom höchsten Werth, daß der Schlauchführer in das brennende Gebäude selbst eindringen, dem ausbrechenden Feuer auf den Leib rücken und nachgehen kann, was dem Standrohrführer natürlich schlechthin unmöglich ist. Das im Bogen geworfene Wasser wird aber sogar nicht selten das Feuer speisen, das- elbe, anstatt es zu löschen, vergrößern, wenn es in Tropfen zerstoben in die heftigen Flammen ällt, da es alsdann durch die Hitze leicht zersetzt wird und die brennbarsten Gase entwickelt. Alle in Wieseck eingetroffcnen Landspritzen führten das feste Standrohr und nur bei einer derselben wurde zugleich ein Schlauch benutzt, der aber, weil alt und moderig, sckon nach kurzer Zeit barst, obwohl der Spritzenmeister das Wasser nur ausnahmsweise dem Schlauch zuwendete, da er viel lieber selbst seinen Schwanenhals spielen ließ. Gerade bei dieser Spritze, deren wesentlichste Aufgabe es war, eine durch das nabe Feuer bedrohte Giebelwand anzuschwärzen, zeigten sich die Mängel des Standrohrs, da sie von dem ihr einzig zugänglichen Platze die 'reie Wand nur seitlings sehr unvollkommen bestreichen konnte, während ein Schlauckführer unmittelbar vor der Wand den geeigneten Platz gefunden hätte und so mit dem halben Zeit-, Kraft- und Wasserverbrauch der Zweck leicht und vollständig zu erreichen gewesen wäre, ganz abgesehen davon, bajl dann auch den an dem Gebäude und um dasselbe beschäftigten Feuerwehrleuten die reichliche Taufe durch den unsicheren und zerfahrenen Wasserstrahl des Standrohrs erspart worden wäre. Demgemäß müssen wir den Landgemeinden dringend rathen, ihre Spritzen mit tüchtigen Schläuchen zu versehen (empfohlen die Fabrik von A. Hönig in Cöln und namentlich die von Gebr. Bürbach in Gotha) und das Standrohr ganz zu beseitigen. Wo dieses ja einmal mit Vortheil angewendet werden könnte, da leistet der Schlauch selbstverständlich die gleichen Dienste, die Beibehaltung des Standrohrs aber neben dem Schlauche verführt die eitlen Spritzenmeister nur allzulcicht von demselben auch in den ungeeigneten Fällen Gebrauch zu machen; zudem paßt gerade der Untersatz des Standrohrs zum Anschrauben des Schlauches, so daß da, wo eine be- ondere Ausgußöffnung für den Schlauch fehlt, eine kostspielige Abänderung erspart wird. Möchte doch das Großherzogliche Kreisamt diesem gutgemeinten Rath seine Empfehlung und wo nöthig den geeigneten Nachdruck geben. Dem Gemeinderath von Wieseck hat der Bralld die besondere Lehre gegeben, daß die alte unförmige und abgenutzte Spritze dieser Gemeinde ihren Zweck nickt mehr erfüllt; mit einer neuen beweglichen Spritze hätte das Feuer wahrscheinlich in der Wiege erstickt werden können. Die vielen Kopfwunden, welche dortige Feuerwehrleute davonge.tragen haben, erinnern auch ernsthaft daran, daß man an der persönlichen Ausrüstung der Feuerwehrleute nicht sparen soll; alle Steiger wenigstens sollten mit Helmen versehen werden Das Geld, welches man auf tüchtige Feuerbereitschaft verwendet, lohnt tausendfältig. Bei dieser Gelegenheit glauben wir schließlich einen Theil der Wiesecker Einwohnerschaft gegen den in der Samstagsnummer d. Bltts. allgemein gemachten Vorwurf in Schutz nehmen zu sollen. Es haben nicht nur die Wiesecker Feuerwehrmannschaften ihre volle Schuldigkeit nach Vermögen gethan, wir haben vielmehr auch die Freude gehabt, unseren An- und Aufforderungen auch von vielen Anderen bereitwilligst entsprochen zu sehen. Das Commando der freiwilligen städtischen Feuerwehr. Die Gartenlaube bringt in Nr. 10 folgende Beiträge: Aus eigener Kraft. Erzählung von W- v. Hillern, geb. Birch. (Fortsetzung.) — Thier-Charaktere- 10- Wiesel und Hermelin. Von Adolf Müller- Mit Abbildung: Das Wiesel am Bau. Originalzeichnung von C- F. Deiker in Düsseldorf- — Aus meinem Leben. Von Capellmeister Dorn in Berlin. Nr. 2 Erinnerungen an Felix Mendelssohn-Bartholdy und seine Zeitgenossen. (Schluß.) — Leberecht Uhlich. Prolog zur Festfeier seines einundsiebzigsten Geburtstages am 27. Februar in Magdeburg gesprochen. Von Albert Traeger. — Ein Hurricane in den westindischen Gewässern. Aus meinem Tagebuche. Von M- E- P- — Land und Leute. Nr. 32. Eine Hochzeit im Spreewalde. Mit Abbildung, nach der Natur ausgenommen. — Blätter und Blüthen: Ein selbstgemachter Mann. — Der deutsche Künstler- Verein in Rom- Von Blaschnik. Gingesandt. Es ist sonderbar, daß die fünf optischen Geschäfte, die seit Jahren hier bestehen, nicht im Stande sind, das hiesige Brillen bedürftige Publikum vollkommen zu befriedigen. Es bedarf hierzu noch eines geprüften Optikers von Außen, der als Schweifstern oder Komet erster Größe das Publikum von seiner gewohnten sicheren Bahn ablenkt- — Ein solcher Stern erster Größe ist sogar im Stande, dunkle Flecken vor den Augen, oder besser gesagt, wenn es Manchem vor den Augen schwarz wird, durch Brillen gründ- lich zu beseitigen, was freilich keinem hiesigen Optiker so leicht gelingen möchte._______ Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Weser", Capt. W. H. Wenke, welches am 19. Februar von Bremen und am 22. Februar üon Southampton abgegangen war, ist am 5. März, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in New-Pork angekommen. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sä'Amtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenaiinlen Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärlte. März. Walzen. Sloin. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Weißmehl. Roggen! mehl. 1 Auf dem Markt Mit-- preis Aus dem Markt Mit.- ureis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit. preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Mst.- preis Auf dem Markt Mit.- preis it uerf. fl. !°us- gcf. r 1 uerf., 1 fr. auf-1 i gef- i uerf. fl. fr. auf; gef- J uerf-j fl. fr. auf- - gef. i => fl. fr. auf: gef. | verk.. fl. fr. pö -jnvs uerf. fl.|fr. auf: gef. verk. 71. fr. auf. gef. j Q fl. fr- fl. fr- fl. fr. Gießen M- M- - M. M. - M. M- M. M- M. M. M. M. M. M- M. M. M. M. Alsfeld G r ü n b e r g 5. — 125 10 48 — 86 8 12 — 211 6 36 — — — — — 39j 5 16 — 2j 12 — — — — — — — — — — 7 3 — — — — — Lauterback — — — 11 — — — 911 — — — — — — — — — — 0 55 — — — — — — — — — — — — — — 3 6 — — — — Mainz 4. — 166 1124 — 91 7 47 — — 7 5 36 3 28 Norrnalgewickl per Malter: Woizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. (Hierzu eine Beilage.) 8’ hatte il Th"" ' iA D in se'" hrrrlichs Ölara t 6 Hnjtn. r S <> n* S "l ui X X n Lräulij X schien mal al recht j( ti den b wahr, l II jlinn der Q Darbrii Smi w Sand eö so! begab das i war, i ( schon «er fh Oniel scinn Biun umar ihren ganze! sagst' Sir i wisch vor i für r ivar । bend j um bj iieni- von 6, Mäht uw ä fyhti «irtt Anlage zu Mr. 30 des Aietzener Anzeigers Clara entgegen. gen längst ihr Eigenthum. mal recht Mit ger strömten von ihren Lippen. Die Nichte bei, daß das Zimmer fast einem In- fl.'jh' , fr- weilen, sie an i* fl.fr- war, erwartet. Geschenke brachten tue Sohne mit. Du hast Nicht seiner Bewilligung sind wir ja hier." Die glücklichen Liebenden konnten jetzt nicht mehr lange zusammen Clara mufete sich um die Hauswirlhschaft bekümmern, auch hatte der Gratulation Thcil zu nehmen, welche Adolph und Konrad, nebst dem ganzen Personal des Hotels, Herrn und Madame Stiller schon in den Frühstunden Varbringen wollten. Sie erlaubte sich im Namen ihres Onkels die Familie Sander zu dem am Abende stattsindenven Feste einzuladen, umarmte Alle und Herzens krönen. Die Mutter führte Beide zusammen. Sander hielt Clara in seinen Armen. Er sragte sanft: „Darf ich, theure Clara?" Sie sah innig zu ihm empor und reichte ihm die Lippe. „Mein, mein!" stammelte er mit dem Tone des höchsten Entzückens. „Für die Ewigkeit!" hauchte Clara. Die Mutter streckte segnend beide Hände über die Glücklichen. Dann ries sie die Töchter herbei: „Umarmt Eure künftige Schwägerin," sagte sie. „Ihr seht hier Braut und Bräutigam vor Euch." „ Die beiden jungen Damen ließen es nicht an herzlichen Glückwünschen fehlen und Clara erhielt mehr Küsse, als je zuvor in ihrem Leben. Auf ein- wahr, Mutter?" Frau Sander bestätigte die Worte des Sohnes. „Er wird Dich, meine liebe Clara, freudig als Tochter gufnehmen. aber sagte sie zu Sander: „Doch Dein Vater — wird auch er mich segnen? Ich habe ihm doch Sie hatte ihn dem Tode abgewonnen. In ihren Gedanken war er schon Jetzt sollte die Wirklichkeit die geheimen Wünsche ihres W. v. Hillern, . Don Adolf i von C- F- im in Serlin. ien. (Schluß) jlflgcS am 27. •kant in den mb und Leute, aufatnommen- lsch? Künstler- -mit, glichen hier bestehen, nen )U bfa* Lchwenstem Kahn ablenki- morden W Krillen gründ- möchte^,—. ,n 4^anen- «s !' näher । 9CT(luiniflf ,tbt einen oh :tt Nähe des l"9 nur auz I schreiben, der Spritze' '^I'ch dm >nwcn kann, 'g'fährlichm wlauchfüh7„ brer auf der 1T nicht sieht, 'n daä bren- ® nnchzehm speisen, daS- 9tn Flammen entwickelt, nur bei einer 1 nack kurzer ^auck zuwen« cWi deren nzusckwärzen, 'en Platze die mcksührer un- 1 Zeit-, Sraft- °nz abgesehm rcbrlcuten die ' erspart wor- mit tüchtigen ntlich die von ja einmal mit kicken Dienste, Lpritzmmnster : zudem paßt i, wo eine be- t wird. ' t Empfehlung ten, daß die erfüllt', mit erstickt werden abtn, erinnern ile nicht sparen aienbfältig. mwbnafäaft -ckutz nebmm nach SafsordMMzen rtotbr. schlimm mitgespielt." „Wofür er Dir jetzt sehr dankbar ist," entgegnete Sander. „ den bösen Dämon in ihm bekämpft und fein Gewissen entlastet. ^e.cyerur vtuu^» v.. ..... Die Eltern hatten sich solche Gaben schon in früheren Jahren verbeten, aber die heißesten Wünsche für ihre aer strömten von ihren Lippen. Die Nichte aber ließ es sich nicht nehmen, den Onkel und die Tante mit Blumenkränzen zu schmücken, die sie den Abend vorher in der Zeit, als diese noch arm und hülfloS war, lebhafte Theilnahme empfunden hatte, und bat sie, sich es bei ihnen wohlsein zu lassen. Die Damen und Herren hatten Platz genommen. Erfrischungen wurden herumgereicht. Um acht Uhr wollte man zu Tische gehen, in einem Nebensaale, wo die Tafel servirt war, denn im großen Salon sollte getanzt werden. Ehe die anberaumte Zeit herankam, entfernte sich Clara unbemerkt aus dem Salon, um nach fünf Minuten in Begleitung des wackeren Christian Bork zurückzukehren. Dieser trug ein großes mit einem dichten Schleier bedecktes Bild, trug es nach dem dazu bestimmten Gerüste hin, an dessen Seiten die Armleuchter brannten, und stellte es nach Clara's Anordnung auf. Die Gäste blickten neugierig hin. Madame Stiller aber rief: „Ah, das soll gewiß die Ueberraschung sein/ was Clara mich heute Mor- 8aniCnUn»enter Abend, ter dem Tage folgt, wirt nicht minder schon sein," sagte Clara lächelnd; „denn es ist noch eine große, herrliche Ueberraschung.sur ‘"uKi man sie nicht wissen?" fragte Madame Stiller neugierig. ^Nei/s°nft° wä/es^ ja keine Ueberraschung. Eö iss ein Gehetmmß, das zwischen mir 'und Konrad besteht. Nur so viel darf ich 3 »en sagen daß S.e vor Erstaunen darüber außer sich sein werten, was Sw ,n dem guten Konrad fÜt 'S mußt. Madame Stiller sich begnügen; denn weiter LL7d^rgr;7mch.7 desondereS mehr vor im Hotel, nur daß die gewöhnliche table d’höte eine Stunde früher stattsand als sonst, weil die ^^7:i/all'-rel7e^'i7gr"'n"Salon, worin der Kronleuchter bien- denv strahlte, versammelt waren, erschien das Ehepaar in Deg eitung r h , um die Verwandten nnd Freunde zu begrüßen. Vorher h°"-C°r°U' H neurs gemacht. Herr und Madame Stiller wurden mit einem sossennen TUI« von dem schon anwesende,. Orchester empfangen. Den Emp ang-se, r chtett folgten her^iche, fröhliche Gespräche unter den Anwesenden. Clara stell 3rr und Madame Stille? die Familie Santer au- Dresden un. Fr-u M s 'vor. Letztere war auf Clara's Einladung auch er chienen Das wu d.ge Paa>e nerte sich noch des jungen Sander« und auch der Frau VKeset, ,ur wr.ev Lautt°Lobsprüch. von Seiten der Mutter und. ter Schwestern des jungen Sander tönten ihr nach. Dieser selbst aber ries ju'oklnd: ~ , „■peute Abend soll nicht nur das Erinncrungsfest an die Hochzeit Stiller s, es soll auch eine Verlobung gefeiert werden!" ... Eine Stunde nach dem Moment, der, Clara das crfehnte Gluck gebracht, begab sich das junge Mädchen in Begleitung der Söhne des Hausherrn in baa Familienrimmer, das im ersten Stocke lag. Dort wurden sie von dem würdigen Ehepaar, das schon völlig angekleidet gesagt hat." Clara hatte diese Worte gehört. , „Ja, liebe Tante, es ist so. Und dieser Ueberraschung wird noch eine zweite folgen, worüber Sie und der Onkel sich hoffentlich auch freuen werden. Sie nahm Herrn und Madame Stiller bei der Hand und führte sie vor das verhüllte Bild. Adolph und Konrad folgten unmittelbar, dann die Familie Sander und die anderen Gäste, die in der Nähe des Bildes zu einem Halbkreise zusammentraten. „Jetzt aufgepaßt!" rief Clara mit heller Stimme und winkte nach dem Orchester hinauf. Ein dreimaliger Tusch ertönte Während dessen zog Clara den Vorhang vor dem Bilde weg^ Die Brustbilder des Ehepaars blickten, lebensgroß und zum Sprechen ähnlich, den verwundert Schauenden entgegen. Ein allgemeines „Ach." entfloß Aller Lippen. Man hörte die Worte: „Das ist ja prächtig! Nein die Aehn» lichkeit! Ein wahres Meisterstück!" rings umher ausrufen. Die Urbilder waren erst stumm vor Erstaunen und Freude. „Ja, das ist allerdings eine herrliche Ueberraschung," versetzte der Wirth, „die Schönste, die ich in meinem Leben gehabt habe. Aber wie war denn das möglich, uns so zu treffen, ohne daß wir dem Maler gesessen haben? „Das muß ja ein sehr große- Künstler sein!" ries Madame Stiller die vor Freude weinte, „mir und mein Mann so — so aus m Gedachtniß abzukonterfeien." , _ , .. . „Ja, ja," bestätigten die Gäste, „ein großex Künstler! So was ist \a noch gar nicht dagewesen." Clara blickte nach Konrad, der, glühend roth im Antlitze, vor Freuden zitterte. Sie faßte seine Hand und zog ihn zu den Eltern hin. „Er ist noch kein großer Künstler," sagte sie, ober nach dem Bilde zu urtheilen, das er heimlich geschaffen und wobei eie Liebe zu seinen theuren Eltern ihmi tue Hand geführt, hat er Hoffnung, ein solcher zu^wer^en,. ^"^on feil'”' JaWn jmr ^^De??lt?Stiller"schw5 'einen ftinen Licblig^lan, X MU- «IW'-WÄS innig bittend, anblickte, da -crfchwaud ter Schotten schnell wteter. Er breitete die Arme ans und sagte gerührt: Deinem Her- ,Es ist Gotte« Wille, mein Sohn, so magst Du denn L-einem ver ä'n Madame Stiller aber rief, indem sie stolz um sich blickte: „Nicht wahr? Ein großer Maler - daraus kann man stolz s-tn, wenn man seine Mutter ist, Der'eisten Ueberraschnng, welche dem Stiller'schen Ehepaare geworden war, rS den Lnkel und di. Tante, ihr ein paar Minuten Gehör in einem der anstoßenden Zimmer zu geben, worin sich keine Gaste brsanden. Dieser Wunsch wurde ihr gewährt. <.lrr(.n ß;8 Sie flüsterte Sander zu, ihr zu folgen und an der Thure zu h , fl£ mit ihren Verwandten allein befand, theilte sie ihnen in weni^n aber bekedt.n Worten mit, wie ihr. Bekanntscha,. d°m >un n ÄLM'SLkK «ÄsiÄrÄ.’SftM ss** * .... düs frei ne perpetuum mobile, die bewegende Seele ihres Hütels, ungern, aber dem Glücke W jungen Mädchens wollten sie als verstand,g- Leute ntch im Wege stehen. Sander wurde von Clara herbeigerufen. ßncrefultot der ß-r verciuiate seine Bitten mit der des Geliebten. Das Endresultat oer kurzes Unterredung war, daß Herr Sttller feiner Nrchte versprach, »ach ihrem Wunsch, ih« Verlobung während d-r Tafel fernen Freunden und Gasten anzuzcigen. Dies Versprechen wurde gehauen. neben- Eine ' Stunde später saß das glückliche Brau paar « FtstM- «»«. einander und hörte mit Vergnügen die Toaste, die auf das Wohl ihr d ausge^racht^wb^^ 0{n0 ^st lange noch Mitternacht auseinander. Als Clara und Sander sich einander gute Nacht boten, sag e ä I s» WÄ'Ä” Ä « PA. U.. ^""Ebmso"machte es das den Genannten folgende Hausperfonal. Es fugte feinen Glückwünschen soviel Blumenspcnden bet, daß das Zimmer fast einem Blunieng^arttn^ glich. aaen jfi tfr herzlichsten Weise. und sein« Gatttn umarm,en die Söhne und küßten Clara, d,e sie wie e.ne Tochi-r bebten. Madame Stiller rief in schlechtem, aber gutgemeintem Deutsch, indem f ihren vollen Arm um den Hals des Gatten schlang: ’ „Nicht wahr, Vater, dieser Tag ist doch vor Dir und mir der schönste im Die Geheimnisse einer jungen Mamsrii. ^(Fortsetzung und Schluß.) Frau Sander hatte von einer Viertelstunde gesprochen. Die Unterredung hatte aber kaum die Hälfte dieser kurzen Zeit gewährt, da ging die Mntter zur Thüre und rief: „Herein, mein Sohn, herein, Deinem Glücke steht Nicht- mehr im Wege. Der junge Sander folgte dem Rufe der Mutter, der wie Sphärenmusik in sein Ohr klang. Angehaucht von der Nöthe jungfräulicher Schaam, verschönt durch das herrlichste Gefühl, das nur eine Menfchenbrust beseligen kann, blickte m a u. 3. d. auf be im 2. längste Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. W0l Vermischtes. Frankfurt, 7. Mar;. Geld und doch keines, kann man beim Lesen folgenden Vorfalles sagen: Gin Mann kani gestern Nachmittag in O. an den Gisenbahnschalter und verlangte eine Fahrkarte nach Frankfurt und legte zur Bezahlung österreichische Sechser hin. Diese werden nicht angenommen, lautet die Antwort; darauf präsmtirte man 1 Zranc, auch dieser fand keine Gnade; alsdann 2*/2 Sgr., auch dieses wurde abgewiesen, ebenfalls die Silbergroschen; nun gab man 2 st. 20 fr. Jetzt war guter Rath für den Kassier theuer, er sagte, bitte, geben Sie mir die österreichischen Sechser, ich habe kein kleines Geld, um herauSgeben zu können! — Mainz. 7. Mörz. Gestern Nachmittag fand, berufen von dem hiesigen Sccialdemokratifchen Vereine — in der Fruchthalle eine Volksversammlung wegen der bekannten Octroi- defraudation statt, an welcher sich etwa 6000 Personen bc- theiligten. Die Polizeibehörde überwachte die Versammlung, außerdem war noch eine große Anzahl Schutzleute in der Halle vertheilt. Den Vorsitz führte Hr. I. Leyendecker. Sömmtliche Redner, deren Auseinandersetzungen mit großem Beifall ausgenommen wurden, unterzogen die stattgehabten Vorkommnisse einer sehr starken Kritik, so daß sich mehrmals der überwachende Polizeirath zur Intervention veranlaßt sand. Beschlossen wurde 1) die Behörde aufznfordern, unter Einführung erforderlicher Controlmaßregeln das städtische Octrot durch städtische Beamten forterheben zu lassen; 2) die Bürgermeisterei und den Gemeinderath aufzufordern, ihr Mandat niederzulegen, sowie die vorgesetzte Regierungsbehörde zu ersuchen, die schuldverdächtigen Beamten der Stadt ohne Ausnahme ihres Amtes zu entsetzen und vor das Strafgericht zu stellen; 3) ohne Rücksicht auf fremde Mitbewerber die erledigt werdenden städtischen Stellen durch Mitbürger zu besetzen. Berlin. Dem Vernehmen nach steht von Seiten deS BundeSrath die Berufung des OberappellationSrathS Zentgraf in Darmstadt an das oberste Handelsgericht in Leipzig in Aussicht. Paris, 2. März. In Lafrenay bet Dinan bat rin Bauer einen Gerichtsvollzieher mit einem Spaten erschlagen. Derselbe war zu ihm gekommen, um ihn in einem ScheidungS- processe, den er mit seiner Frau hatte, eine Citation znzu- stellen. Blatt schreibt: „Es wird interessant sein, die Gründe zu erfahren, mit denen der preußische Premier eine Reform bekämpft hat, die gegenwärtig von allen auf* geklärten Geistern Europas und der gebildeten Welt angenommen ist; aber einstweilen zollen wir gern unsere Anerkennung den edelmuthigen Gesinnungen, welche den Beschluß des Reichstags dictirt haben. ES ist möglich, daß dieses Votum für jetzt noch zu keinem praktischen Resultate führt; die preußische Regierung ist Herrin im BunoeSralh und ohne Zweifel wird sie mit ihrem ganzen Gewicht auf die Entschließung dieses Rathes drücken, um die Todesstrafe aufrecht zu erhalten. Aber der Anstoß ist gegeben und in einer mehr ober weniger nahen Zukunft wird diese Strafe aus dem deutschen Strafgesetz verschwinden. England ist auf dem Punkte, uns in der Anwendung des Princips des obligatorischen Unterrichts zuvorzukommen; wird uns Deutschland in der Anerkennung des Princips der Unverletzlichkeit des menschlischen Lebens ebenfalls zuvorkommen? Der „Köln Ztg." wird aus Rom geschrieben: Die französische Gesandtschaft erhielt lange nicht so viele chiffrirte Depeschen wie in diesen Tagen. Der Wechsel des Ministeriums war der natürliche Anlaß zu einer dem Nuncius von Ollivier gemachten Mlttheilung, welche von der Presse mit Unrecht in ein Schreiben des Kaisers an den Papst verwandelt ist. Ollivier rieth anstatt des Fortschrittes in der bisherigen Richtung die Rückkehr zum 16. Rov. 1848 an, dann werde der päpstlichen Regierung die Sympathie des Kaisers nie fehlen. Cardinal An- tonelli's an Mfgr. Chigi gerichtete Entgegnung fetzt „die kategorische Unmöglichkeit des Ansinnens auseinander, wobei besonders der persönliche Widerwille deS Papstes noch seinen mit jener Zeit gemachten Erfahrungen, dann die politische Unreife der Bevölkerung für tiefergreifende konstitutionelle Reformen herauSgehoben wurde. Um aber die diesseitige Be- reitwilligkeit für alles zu zeigen, was in Paris dem inneren und äußeren Frieden förderlich erscheint, so weist die Antwort Antonellas auf eine Rückkehr in die konstitutionelle Reformbahn als auf die letzte '189 % Netzen Beso 1014) stnetei 'lag vol Chri Mr de Mdied Procura r Gießer Tro noch nicht ausführen, da sick sonst die Rechen der Opposition lichten würden. — Der Vorschlag der Pforte, bezuglick der montenc- arinischen Grenzstreitigkeiten eine Commission niederzusetzen, ist von den Regierungen, an welche sich die Pforte gewendet, angenommen worden. Ungarn. Pesth, 4. Marz. In der gestrigen Versammlung der der Deakpartei angehörigen ReichStagSmitglieder legte der Kultusminister den Gesetzentwurf bezüglich der Religionsfreiheit vor. Der Entwurf gestattet Jedermann die Ausübung jedwelcher Religion und die Bildung freier Genossen, schäften. Die Ehe ist nach demselben ein bürgerlicher Vertrag, die Kindererziehung ein freies Recht der Eltern. Frankreich. Paris, 1. März. In den französischen Lyceen scheint die Empörung der normale Zustand werden zu wollen. Ein dem „GauloiS" zugegangenes Telegramm meldet, daß-das Lyceum zu NeverS der Schauplatz. eines förmlichen Aufstandes mit Barrikaden, Zertrümmerung von Möbeln, Hochrufen auf Rochefort und die Republik, Abfingung der Marseillaise u. s. w. gewesen ist. Sonnabend Nacht wären in Folge der Entlassung einiger Zöglinge die Unruhen au-gebrochen; die Anführer hatten sich in ihren Schlafsälen »erbarm kadirt, und um zu ihnen zu gelangen, hätte man in der Zimmerdecke eine Oeffnung machen müssen Sonntag Mittag sei der Aufruhr bewältigt gewesen und mit Entlassung der Zöglinge auf unbestimmte Zeit die Ruhe wieder bergestelit worden. — In einem Nonnenkloster in Neuitty bei Paris, wo junge Mädchen erzöge,r werden, kam cS ebenfalls zu einem Aufstande. Sechszig der letzteren hatten sich nämlich verschworen, nicht mehr zu dulden, daß man sic oder ihre Mitschülerinnen mit trockenem Brode und Kerkerhaft bestrafe. Als nun vor zwei Tagen eines der jungen Mädchen ins Gefangniß wandern sollte, erhoben sich die sechszig und erklärten mit so entschlossener Miene, sie würden eS nicht dulden, daß die Nonnen nachgaben und die Bestrafung unterblieb. Paris, 4. März. Ein Brief deS Bischofs von Montpellier, datirt Nom, 27. Febr., tadelt den Brief deS Bischofs Laval gegen Bischof Dupanloup und bemerkt, eine derartige, vor jeder Entscheidung des ConcilS veröffentlichte Kundgebung erscheine als ein Angriff auf die Freiheit deS ConcilS. Paris, 5. März. Ein kaiserliches Decret, datirt 28. Febr., genehmigt den vom Minister des Innern mit dem Hause Breit'tmavr geschlossenen Vertrag, bezüglich der Legung eines unterseeischen'Kabels zwischen Frankreich und Egypten mit Be. rührung von Algier. Eine Kreuzung deS neuen Kabels auf der Linie Frankreich - Algier mit dem vom Hause Erlanger kürzlich übernommenen Kavei, darf auf keinem Punkte statt finden. Türket. Konstantinopel, 3. März. Der Vicekönig von Egypten weist alle hellenischen Jnsurgentenführer aus dem Lande. — Der frühere militärische Commandant von Bagdad ist wegen deS Aufstandes in Anklagestand versetzt worden. — Die armenischen Katholiken wiesen die Ercommunication fieben Geistlichen ihres Ritus durch den Papst zurück. — Rhangabe ; kehrt auf seinen Posten zurück. Berpa 1036) [»Hm Ol «th® ■tr Sä ?'!• 33/, '187 Lrkls W faß M Auskunft auch für einen neuen nwdus vivendi mit □falten für den Fall hin, daß man sick in Florenz tur Herausgabe vir allen Provinzen des Kirchen, stuaies verstände. Man wurde dann in Rom die dort inzwischen eingesührten Institutionen als eine vollendete Thatsache mit in den Handel nehmen, dies besonders aus Rücksicht für die politische Umsor- mirung mit Ncuüalien, aber gleichzeitig auch tn dem Patrimonium Petri aus die Reform zuruckkvmmen. 8. Marz. Hessen. Darm stadt, 4. März. Im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde der An- tiag Dumont-Edinger, die Kammer wolle gegen die Aeußerung des'Kriegsministers, als liege die Penfionirung von Offizieren nicht in feiner Hand, Verwahrung einlegen und erklären, daß durch die Militärconvention und die Norddeutsche Bundesverfassung in der constitutionellen Verantwortlichkeit deS Kriegsministeriums keine Aenderung eingetreten sei, mit 18 gegen 17 Stimmen abgelehnt. Preußen. Berlin, 5. März. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die Bekanntmachung des Finanzministeriums, betreffend den Umtausch der Schuldverschreibungen älterer preuß. 4 und 41/2 % Staatsanleihen gegen die Verschreibungen der consolidirten 41/2 % Staatsanleihe. In Frankfurt a. M. kann dieser Umtausch auch durch daö Bankhaus M. A. v. Rothschild und Söhne bewirkt werden. — In der heutigen Sitzung nahm der Reichstag den. Gesetzentwurf, betreffend die Ausdehnung der Maß- und Ge- wichtkordnung auf die Südstaaten, an. Auf die Anfrage des Abgeordnetcn Sombart, wann ein die Münzeinheit bezweckender Gesetzentwurf zu erwarten sei, antwortete Staatömimster Delbrück die Bundesregierungen beabsichtigten, in der nächsten Session die betreffende Vorlage einzubringen. Hierauf wurde mit der Berathung de- Strafgesetzentwurfs bis zum § 40 vorgeschritten. Der Antrag des Abgeordneten Krrchmann auf Streichung des § 28. welcher festsetzt, daß eine verbüßte Zuchthausstrafe zum Militär, und Marinedienft unfähig macht, wurde abgklehnt. _ oir, ,, jDcfictvcicf)- 9B i e n, 4. März. Der „ Allg. Ztg. wird geschrieben: Der Bericht d1 düng einer zuverlässigen Partei, welche der Regierung „eine ununterbrochene und intime Anlehnung mit den Parlamenten" möglich macht, ein dringende« Ersordernib. Eine solche Partei kann gebildet werden, wenn die Elemente sich vereinigen, dte sich gleichmäßig abwenden von den Wegen, deren Weiser die Namen „Lippe und Lasker" sind, d. h. alle wahrhaft nationalgesinnten Elemente der liberalen wie der sreieonservaliven und der altconservativen Partei Es gibt keine wichtigere Pflicht, al« aus diese Vereinigung und auf die Bildung dieser neuen Partei mit allem Ernste hinzuarbeiten.-' BerlingSke Tid-nde" schreibt unter der lieber- schrill „Entschädigungsansprüche aus den Herzog- tbümern": „In Gemäßheit des Art. XVII des Wiener Friedensvertrags fallen die Verpflichtungen, welche die Regierung unter Bezugnahme auf den Krieg les Jahres 1864 und auf die vorhergcgan- atm BundeSexecution übernommen hat, unverändert der dänischen Staatskasse zur Last. Es sind im Hinblick auf diesen Artikel theils unmittelbar von den betreffenden Entschädigungsberechligten, theils mittelbar durch die preußische Regierung an das dänische Ariegsrninisterium zahlreiche derartige con- traetmäßigc Entschädigungsforderungen eingelausen. Zur Erfüllung derjenigen dieser Ansprüche, weiche nach den stattgehabten Prüfungen als zahlungsberechtigte anerkannt worden, werden jetzt in einem Nachträge zum Finanzgesetze von dem dänischen Reichstage 6638 Rthlr. 61 Skill. verlangt." Großes Aufsehen erregte in der französischen Presse die Nachricht, daß der norddeutsche Reichstag die WK,"Leiche ?i^"Äschl^''L,r''°.!b, Unt°'^den begrüßen, nennen wir die „France", die „Opi- nion Nationale" und den „Temps". Das letztere Der „KarlSr. Ztg." wird von Wien geschrieben: Der als Minister des Auswärtigen nach München berufene Graf Bray hat die letzten Tage seiner Anwesenheit in Wien benützt, sich nochmals über Vie Stellung Oesterreichs zu derjenigen Frage zu mfor- miren, welche entschieden im Vordergründe der Krisis in Bayern steht. Er hat, wie ich höre, sich m der Ucberzeugung nur noch bestärken können, daß Oesterreich fest an dem Entschluß hält, in die Entwlckelung der Dinge in Deutschland in keiner Welse emzu- greisen und noch weniger vorzugreifen. Oer „Moniteur de l'Armee" veröffentlicht ein Eireular deS Kriegsministers Leboeuf des Inhalts, daß die Soldaten ter Klasse 1864, welche gegenwärtig beurlaubt sind, in die Cadres der Reserve eingeschrieben werden. Die Florentiner „ Opimone" sagt: „Der französische Minister des Aeußern, Graf Daru, übersandte eine, letzten Montag dem Staatssecrctär Cardinal Antonelli überreichte Note folgenden Inhalts: Wenn der Papst die Zdee nicht aufg'bt, den Antrag auf Jnfallibilitäts-Erklärung erörtern zu lassen, so werde Frankreich einen Botschafter zum Concil absenden und, falls der Papst sich weigern sollte , denselben zu empfangen, tn weitere Erwägung ziehen, was Frankreich zu thun habe. Der Botschafter werde ein Laie sein. Von Paris werden inzwischen „von bezeichnet. Die betreffende Depesche beschränke sich darauf, für Frankreich das ihm aus dem Concordat zustehende Recht in Anspruch zu nehmen, einen Botschafter zum Concil abzusenden. Der „GauloiS" veröffentlicht ein Telegramm aus Madrid vom 4. d., meldend, daß der Herzog von Montpensier unter unbeschreiblichem Enthusiasmus der Bevölkerung seinen Einzug in Madrid hielt. Der Herzog beabsichtige, definitiv in Madrid zu verbleiben. Der „GauloiS" versichert, die Throncan- didatur des Herzogs von Montpensier gewinne täg- lich mehr an Boden. wollten. Mehrere Jahre hinter einander besuchte sie mit ihrem ©atten bie Stadt ihrer Geburt und ave ihre Freunde. Sie erfuhr zu rhrer Freude, ß Mm» die großen Meister der Malrrkunst udir.un er reute ch an tcn schonen Bildern, die er von dort her seinen Eltern geschickt hatte. A w %au Wiefel der sie einst vor ihrer ersten Abreise von Hamburg viele Schu «-.schafft hatte, wurde nicht vergessen. Von den Segenswünschen D-ri-mgen b-aleitct denen sie sich nützlich und hülfreich bewiesen, kehrte sie stet« tviectt in A.'neue H-imath zurück! 1 die wahre Li.be in ihr n einer angenehmen Häuslichkeit eine frieden- und freudenvolle Statte bereitet ___ toenn rie mit Dir in Dresden in ungetrübtem Glücke lebt, verzeihen, wenn sie 7r!n Wob hä^rn di- a i- Liebe bewahrt, und, nicht wahr, wir werden tn den nächsten Jahren mehr al« einmal hierher reisen und da« Hau« besuchen, wo der Himmel un« auf fo wunderbare Weise zusammengefuhrt h ? Der junge Mann schloß feine Braut zärtlich an die Brust. „So fei es, liebe Clara!" Wie CIa!a"gewünM, ^g7schah k« Ein halbe« Jahr später reiste sie in Gesellschaft ihrer Pflegeeltcrn nach Dresden^dw^-i^