Gießener Anzeiger Mnzerge- und Amtsblatt für den Kreis Hießen 1870 Mittwoch dm 9. November 8. November. Krieasminister v. Succow sich in keine Stellung begeben kann, die den Jnte- _ D . ' - . , -r« e.\ rCrtMAöfftAn hip nn SHnhprrr Nr. Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. ............ riv....... Misanthrope" wieder eröffnet; die Schau- svieltt H'n in -habil de ville“ und in gelben Handschuhen auf. Der „GauloiS", dem roh diese Angaben entlehnen, fügt hinzu : „Da« Thslltre Fran?a,S bat vor " - - * w- i „Tarlaffe' vor der Königin von zur terroristischen Beeinflussung der Wähler nicht fehlen lassen, und nichts fallt dem Franzosen so schwer, als dem Beamtcnterrorismus kräftigen Widerstand ent- aeaenrustellen. Will daher die provisorische Regierung wirklich den Frieden, so hat sie sich vor Allem von Gambrtta's Einfluß zu emancipiren und das Ministerium de- Innern einem Manne von Einsicht und Festigkeit anzuvertrauen. Bleibt Gambetta in seiner Stellung, so müssen wir entweder an dem guten Millen der provisorischen Regierung oder an ihrer Macht, die gesunde Vernunft zur Geltung zu bringen, zweifeln. Die Beseitigung der Fanatiker ist die einzige moralische Garantie, welche die Machthaber uns zu bieten vermögen. Bieten sie uns diese Garantie nicht, so müssen wir uns darauf gefaßt machen, daß wir den Kampf bi» zur völligen Vernichtung der letzten Widerstand-mittel Frankreichs fortzusetzen haben to(rten,I)it ,.Südd. Presse" schreibt: „Die Zurückkunst der bayrischen Minister au- dem preußischen Hauptquartier wird nächste Woche stattfinden. Es soll dann sofort der Landtag unberufen werden; unsere Kammern sollen gleichzeitig nut dem norddeutschen Reichstag versammelt sein. Bei dcn Verhandlungen über die künftige ReichSversassung habe man sich dahin geeinigt, daß Bayern die selbstständige Verwaltung seiner Post- und Eisenbahnen, aber auf Grund eine- gemeinsamen DerkehrsgesetztS, sowie der Malzausschlag und die Branntweinsteuer »erbiet- ressen des würtembcrgischen Volkes entspricht, jede Concession, die an Bayern aemacht wird, trifft sonach selbstverständlich auch Würtemberg. Es wird sich aber dann eiaenthümlich ausnehmen, wenn Baden seinen Opfermuth so gewaltig bethätiat, daß cs die ungeheuren Lasten für das Militärbudget „freudigen Herzens" trägt, während die Nachbarstaaten hiefür Millionen zu ersparen in per Lage find....." Am 3. Nov. sollte in Pari« die große Oper wieder eröffnet werden: man will (fonctrlt und Schauspiele geben, besonder« Symphonien von Rossini und Meyerbeer: der Tan, ist ausgeschlossen; die Preise sind bedeutend ermäßigt sOrchester, Amphitheater und die ersten Seitenlogen 100 Sou«, die zweiten 0 F.., der Rest 20 Sou«); die Beleuchtung findet nut Oellawpen und im Nothfalle mit Talglichter Statt; die Frauen haben in herausgehenden ~ - Die Comävie Fran^atse ward am rem Könige von Preußen belagerten Parisern den „Misanthrope". — Utber die am 29. Oct. im Quartier von Grenelle in die Luft gepflogene Schußbaumwoll- Fabrik eifahren wir aus dem „GauloiS", daß die Explosion in Paris Entsetzen erregte und im ersten Schrecken — den Preußen zugeschncben wurde. Vier Personen kamen dabei um. Eine zweite Explosion fand in Paris in einer Fabrik für Orsini Bomben Statt, wobei rer Vorstand des Geschäftes, Lagin, umkam. Da die Pariser voraussetzen, daß sic den Preußen noch viele Kanonen abnehmen werden, ober zu befürchten steht, daß sie dieselben au- Mangel an Pferden nicht mitnchmen können, das Vernageln dieselben aber durch eine neue Maschine leicht wieder beseitigt werden kann, so hat die Commilsion des Genie eine neue Erfindung geprüft, wodurch mittels einer kleinen Torpille, die in den Schlund der Kanone gebracht wird, ein langer Riß in das Rohr gemacht und die Kanone dadurch unbrauchbar gemacht werden soll. In einigen Tagen will die Regie- tuna auch die neuen Fahnen der Republik auf dem Eintrachtsplatze vertheilen. Trochu beabsichtigt, in nächster Zeit das in Paris vorhandene bewegliche -intc- rial der Elfenbahn-GestVschasten bei seinen Ausfall-Operationen zu verwenden; die Eisenbahn-Gestllschäften haben Befehl erhalten, die nöthigen Vorbereitungen an den Waggons vorzunehmen. Auch hat der Stab der Nattonalgarde ein In- atnieurcorpö gebildet, das unter Trochu's Leitung in den ihm zugethrilten neun Lectivnen bombens-ste Zufluchtsstätten bauen soll. In Folge des Futtermangels wurden zwei LuxuSpferde, die 5000 Francs gekostet hatten, zu 500 Francs ver- Ucbcr die Verhandlungen in Versailles betreffs der deutschen Verfasiungs- fraae schreibt der „Pfalz. Bote" aus Heidelberg 3. Nov.: „Wie wir aus guter Quelle erfahre», gehen die Verhandlungen in Versailles über die deutsche Frage nicht so glatt vorwärts, als uns die Nationalliberalen glauben wachen wollen. §>r Allem ist die Militärfrage, welche von bayerischer Seite auf s entschiedenste in der Weise bekämpft wird, daß nicht der im Storbbnnb geuvte Militarismus mit seinen unsäglichen Opfern an Menschen und Geld auf Bayern Anwendung findet. Und dies ist ja gerade für Preußen die Hauptfrage. Der bayerische Kriegsminister v. Prankh, dem Bayern seine jetzige vortreffliche Armee verdankt, tritt bei den Verhandlungen als ein Mann auf, dem sem den standen gegebenes Wort heilig ist; er beharrt unerschütterlich auf der fortgesetzten Militärhoheit des Königs von Bayern, auf den den Standen bezüglich des Militär-Aufwandes zustehenden Rechten. Folge hiervon ist, daß der würtembergische ■ ■■■ werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B-1, als auch dllt den Giefzenee AlNZeWee bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpeditiou abholen lassen, erhalten denselben für die Monate November und December 1870 zu 40 kr. Daß mit den gegenwärtigen französischen Machthabern ein definitiver Friede 1 oar nicht abgeschlossen werden kann, ist unbestreitbar; die neutralen Machte denken j über die Jncompetenz der pariser Regenten und ihrer Delegation in Tours nicht anders als die preußische Heerleitung, und auch die provisorische Regierung selbst ist von'ihrer moralischen und thatlächlichen Unzulänglichkeit für diese Aufgabe > vollkommen überzeugt' DaS Ziel, welche» sie sich gesteckt, ist d e Vereidigung , des Landes, der Widerstand; ist sie mit ihren WiderstandSM'tteln zu Ende, so , muß sie auch ihre ihr von der pariser Democratie Übertragene, da- heißt un Grunde auf eigene Hand Übernommene Mission a!» beendet ansehem Eine Voll- macht von der Ration hat sie überhaupt nicht erhalten, am wenigsten die Voll- wacht, durch einen Friedensschluß endgiltig über das LooS de» Landes zu ver- Mgen Sie ist eine Rothregierung, die zur Rechtfertigung ihrer Existenz nur das E-'ne anführen, daß doch irgend Jemand die dem Kaiser kntschlupsten Zugel aufheben mußte Die Proclamat.on der Republik ging bereits über das Maß dessen hinaus, was die Lage der Dinge noch dem Tage von Sedan forderte^ denn jeder Eingriff in die VcrfassungSfrage war ungerechtfertigt und konnte nur zur Verwirrung und Zersetzung führen und die Saaten des Bürgerkrieges au-, streuen Das Mandat, welches den provisorischen Regenten naturgemäß zukam, war eben nur, die von der Lage der Dinge erheischten dringenden Maßregeln zu treffen; int Uebrigen aber dursten sie dem Willen der Nation in keiner Weist vororeifen - sie hätten vielmehr Alles aufbieten muffen, um die Nation mog ichs- rasch Übe/ihren eigenen Willen zu befragen, damit sie sich einer Verantwortung entledigten, die zu übernehmen sie recbilich gar nicht befugt waren und die nm ter Drang der Umstände ihnen ausgenöthigt hatte. fratte Paris also mit dem Ka.serthum gebrochen, so war die schleunigste Berufung einer constituirenden Versammlung geradezu eine Existenzbedingung. Mochte man zum äußersten Wicerstande gegen die siegreichen deutschen Heere ent- toMfin, rnvchi- man »cn °°r Nvthwenvigk-i. -in-r rnsch.n Beendigung de« Kn-g-« L,r,ell„t s,j„ , in ttm einen wie in Lern antern Falle war tl tie Pflicht btfon- nener g^wissenhasttr StaaiSmanner, dir Nation in die Lage ,u versetzen, ihren ^^°"mer°dn Fanati«rnuS Garnbetia'S, der als Dictator gebieieri und> ohnc Controle über Frankreich« Geschick verfügen wollte, trug über die Erwägung n tet Besonnenheit, denen sich ein Theil seiner Collegen nicht gan| ,nli'‘6in fonntt, ten Sieg davon Die Berufung der Eonstttuante wurde vertagt und wieder vertag». Der Fall »°n Tou! , S.raßeurg, So.sson«, Metz, die Capi,ula.,°n der Armee Baraine's die wiederholten Niederlagen der in der Bildung begriffenen Reserv - krme-7, die Auflösung aller staatlichen Ordnung, der sociale Krieg, da« waren die Eraebnisse rer Gambetla'schen Wlderstandspolitik. , m Der Fall von Metz besonder« bat die Nothwendigkett der u"grsaum,ei> Be- St,!,,,. «, Krieg'« hoffnungslo« i|t, uw «', A, »le Bereinbwung über- Ranglogen 3 Fr., der Rest 20 Sons'); d Kreist» da« B.rlangen nach nner G walt gel n°, (d)tDenn„nb im Nothfalle mit Talglichter Statt; l ganz Europa erwartet m,t athemloser Spannung ta« E-g-bmtz der m ^--1« 3üEjten'in Baden-Baden einmal den .. gepflogenen Negotiationen. nx, die Breitsten in aelben Handschuhen gespielt; man gibt in demselben Anzuge den von 8P' Wa« über dieselben verlaute,, ist noch unb.st.mrnt und unsicher, und d. Pr-ufim ° $’rlftrn ttn „Misanthrop-". - lieber di- umlauf.nt(n Gerücht- bl-t-n noch keine sichere Grundlage für eine e Ng-,en°- Betrachtung. So viel scheint indessen gewttz zu setN, dasi der uubedtng c Wtd r^ stand gegen jede Gebietsabtretung, wenn auch nicht volltg gebrochen, doch mach g «schüt r. 'st , un° daß also eine unau-süllbar. Klus, zwischen dem wa« D-ntsch- land zu ordern ha. und U. wa« Frankreich bewilligen will mcht mehr b-steh^ w-nn^auch d>e Zahl der urtheilssähigen Staatrmann-r, die bereit sind, sich «'» Geboten der Nothwenoigkeit zu unterwerfen, vorläufig noch gering sein m stift tabtx auch nicht unwahrscheinlich, daß man sich über d>e Beoingungen eines Waffenstillstanvs einigen wird und daß nach Abschluß desselbenl dte a>^en zur Constituante sofort werden ausgeschrieben. Die Bewilligung eines ff1 P J von langer Dauer ist allerdings Nicht wahrscheinlich, da v-r Win er herannah und die deutsche Heeresleitung doch unter allen Umstanden die Möglichkeit ins Auge fassen muß /dass die Eonsti.uante sich für ein. Forsetzung de« 5r..ge- nt- schadet. 3n diesem Falle aber würde eine lange Waffenruhe nur den Franzosen von (r(tg,rif4 otet friedlich Stfl"N»e Versammlung bervorgeb-n wird, darüber lassen sich noch keine B-rmulhungen ausst-ll-n. Soviel aber ist Hai , daß, wenn tu Leitung der Wahlen (und ohne °'^'ile Le-Iung lassen sich Wablen in Frankreich gar nicht denken) dem fana'tschen Gambetta fällt die Aussichten auf einen dem Frieden günstigen Ausfall der eiben mch f b groß sind. D?nn Gambetta wird es an der Anwendung der äußersten Mittel bern fand deswegen vor der Mairie des 19. Arrondissements Statt. (*• 3) Ans Algier vom 30. Oct. wirb gemeldet: „Die algerische Äevölke- Kriegsnachrichten. rung hat sich selbst vom Militärregime befreit. Der General Walsin d'Esterhazy, welcher an die Stelle des Generals Dürfen, der seine Entlassung eingereicht, ernannt worden war, ist nämlich auf Befehl der Gemeindebehörden von der Natioitalzarde verhaftet, auf ein Sch ff gebracht und nach Frankreich zurüctgesandt worden." Der auf diese W-ise aus Algier fortgejagte General wurde bei seiner Ankunft in Frankreich zum Obercommanvanten von Lyon ernannt. Aus Rom meldet der Korrespondent der Daily News, daß er bei einem Besuche im Vatican eine Schaar ehnö gekleideter Leute in Unterredung mit meh. reren anständig auSsehenden Personen sah. Es stellte sich später heraus, daß die schmutzige Gesellschaft aus ehemaligen päpstlichen Soldaten und Offizieren bestand, welche eben aus Der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten. Gmeral Kanzler, der im Vatican seine Wohnung hat, ist instruirt, den genannten Leuten reichlich Geld zu geben, und dieselben erhalten alle zwei bis drei Tage jeder einen goldenen Napoleon. Die Offiziere natürlich mehr. General Kanzler erklärte ihnen außerdem, sie müßten jeden Tag zur Verwendung bereit sein, da eine Reactionsbewegung organistrt wird. Sonst berichtet derselbe Correspondent noch nach den Aeußerungen eines Cardinals, der österreichische Botschafter habe in einem langen Besuche bei dem Papste nicht« von der neuen Lage der Dinge gesagt und nur im Allgemeinen die Hoffnung ausgesprochen, die italienische Regierung werde thun, was in ihrer Macht stehe, um die Lage Sr. Heiligkeit erträglich zu machen. Der Papst hat sich entschlossen, die 50,009 Scudi monatlich von der italienischen Regierung nicht anzunehmen, da er kein Geld nöthig hat, indem die Häupter der ultramontanen Partei in Amerika, Belgien, Irland und Deutschland sich eingefunden und be- deutende Summen mitgevracht, noch mehr aber für alle Zukunft in Aussicht gestellt haben. Vier Belgier, die nach Brüssel gegangen waren, um ihre Regierung zu bewegen, einen Protest gegen den Einmarsch der italienischen Truppen zu erlassen und die übrigen katholischen Mächte zur Unterzeichnung zu bewegen, sind nach längerer Abwesenheit mit einem wenig befriedigenden Bescheide zurückgekehrt. Das belgische Cabin.t erwiderte, es werde sich die Sache überlegen, könne aber keine bestimmte Antwort ertheilen. Eine durch einen ungarischen Prälaten über» brachte Depesche des Primas von Ungarn wurde von dem Papste in großer Auf» "gung geöffnet. Dieselbe enthielt indesten eine Enttäuschung, da sie mit keinem Worte der Occupation Roms erwähnte, sondern nur von Concils-Angelcgenheiten handelte. In einem StaatSrathe, dem der päpstliche Nuncius in Madrid bei» wohnte, wurde beschlossen, den spanischen CleruS aufzusordern, der Throncandidatur des Herzogs von Aosta Opposition zu machen. Der Nuncius hatte bei dieser Gelegenheit die Mttiheilung zu machen, daß die Regierung in Madrid ibm zu wissen gethan habe, er werde seines Gehalts verlustig, falls er nicht unverzüglich zurückkehre. Auslassung, dazu bestimmt, die öffentliche Meinung noch langer zu täuschen, sende ich Ihnen den Tagesbefehl, welcher nach den von den KriegSräthen vom 26. und 28. October (Morgens) einstimmig gefaßten Beschlüssen an die Armee gerichtet wurde. Der Delegirte der Regierung der nationalen Vertheidigung scheint nicht zu wissen, was er sagt, noch die Lage der Armee von Metz zu kennen, wenn er das Verfahren des Führers dieser Armee brandmarkt, welche während beinahe drei Monaten gegen fast doppelt so starke Streitkräfte, deren Effectivbestand immer vollständig erhalten wurde, ankämpfte, während jene von dieser Regierung, ungeachtet der gemachten Bemühungen, sich in Verbindung mit ihr zu setzen, keine Mittheilung erhielt. Während dieses Feldzuges von Drei Monaten wurden von der Armee in Metz ein Marschall, 24 Gcnerale, 2140 Offiziere und 42,350 Soldaten durch Die feindlichen Kugeln getroffen. Sich in allen Kämpfen, die sie lieferte, Achtung verschaffend, konnte eine solche Armee nicht aus Verräthern und Feiglingen zusammengesetzt sein. Die HungerSnoth, das schlechte Wetter waren allein die Ursache, daß den Händen Der 65,000 übrig bleibenDen wirklichen Corn- battanten die Waffen entglitten (die Artillerie hatte keine Gespanne wehr und die Cavallerie war ohne Pferde), und dieses, nachdem sie den größten Theil Der Pferde aufgegeffen und die Erve in allen Richtungen durchwühlt hatten, um selten eine kleine Erleichterung ihrer Entbehrungen zu finden. Ohne ihre Energie und ihren Patriotismus hätte sie in der ersten Hälfte dcS Monats October unterliegen müssen, zu welcher Zeit die Leute pro Tag schon auf 300 Grammes, dann auf 250 Grammes schlechten Brodes reducirt waren. Fügen Sie zu diesem Bilde mehr als 20,000 Kranke und Verwundete, die auf Dem Punkte standen, die Arzneimittel entbehren zu müssen, und einen furchtbaren Regen, der seit 14 Tagen andauerte, Die Lager unter Wasser setzte und Den Leuten nicht gestattete, sich auszuruhen, Da sie keinen andern Schutz hatten, als ihre kleinen Zelte. Frank» reich ist immer über unsere Lage, welche fortwährend eine kritische war, in Der Täuschung erhalten worDen. Weßhalb? Ich weiß es nicht; Die Wahrheit wirD aber ans Tageslicht kommen. Was uns betrifft, so haben wir Das Bewußtsein, unsere Psticht gethan zu haben als SolDaten und Patrioten. Empfangen rc. kauft. Die Pferdepreise gehen täglich mehr herunter. Am 25. Oct. kam es bereits in BatignolleS unD an anderen Punkten wegen Der Einrichtung der Fleischvertheilung zu heftigen Auftritten; auch eine Kundgebung von 2C0 W i- Bazaine. Die Kriegsbeute, Die wir in Metz gemacht haben, ist unermeßlich. An 180,000 Chassepotgewehre, von denen viele freilich jetzt so verdorben sind, Daß sie einer gründlichen Reparatur bedürfen, 100 Mitrailleusen, 800 Feldgeschütze, 2000 Röhre von Festungsgeschützen jeder Gattung und viele, viele Tausende von allen möglichen Waffen und sonstigen Ausrüstungssachen; dann zahlloses Arrncefuhrwerk und alles, was zur Ausrüstung Der Heere gehört; ferner eine Caffe, Die 10 Mill. Francs enthalten svll, ist in unsere HänDe gefallen. Straßburg unD mehr noch Metz waren die beiden großen Arsenale und Waffenplätze für die ganze franzö- sische Landarmee; seitdem wir beide Festungen mit allem, was sie enthalten, ge- nommen, ist Die militärische Kraft von Frankreich auf Decennien gebrochen, und es kann augenblicklich kein Heer von nur 100,000 Mann wirklich kriegstüchtig mehr ausrüsten. Von 67 Cavallerie-Regimentern, Die Das französische Heer noch am 1. August D. I. besaß, bestehen noch Die vier Spahis-Regimenter in Algerien unD fünf Linien-Regimenter im süDlichen Frankreich, Dann ungefähr die Hälfte Der DepotSschwaDronen; alle übrigen sind von uns vernichtet oder gefangen genommen worden. Gewiß an 40,000 Cavallerie- und eben so viel Artillerie- und Train- Pferde Der französischen Armee sind in diesem furchtbaren Feldzüge schon vernichtet. In Metz allein sind über 25,000 Pferde geschlachtet unD an 10,000 Stück vor Hunger unD Entkräftung gestorben. Und eben so wie mit Der Cavallerie ist eö auch mit Der Infanterie, Artillerie und Dem GeniecorpS Frankreichs, lieber Drei Viertel aller Truppen sinD toDt, liegen in Den Hospitälern oDer sinD in Gefangenschaft; was noch übrig bleibt, besteht größtentheils nur aus Depots. Es ist cm gewaltiges Strafgericht, Das Gott Der Herr in feinem Zorn jetzt über Das Volk Der Franzosen verhängt hat, unD eine schwere, aber nicht ganz unverDiente ^uhne für Die vielen, vielen Verschuldungen, welche Frankreich durch seine stete 1 Revolutionslust und Eroberungssucht seit länger als 200 Jahren über ganz Eu- 1 ropa und speciell über Deutschland gebracht hat, liegt darin. 1 Altbreisach, 4. Nov., Abends V27 Uhr. Colossaler Brand auf der Nord- : Westseite von Neubreisach. 25pfündige Haubitzengeschosse bis hierher, ohne Schaden ' ZU thun. Keine Verwundeten. — 5. Noo., Vormittags. Das Bombardement auf das Fort Mortier Dauert fort, Da sich solches noch nicht ergebrn, obgleich seit gestern Abend aus demselben nicht mehr geschossen wird. Auf dem nördlichen Glacis der Festung Neubreisach eine Kanone aufgepflanzt, aus welcher mit Granaten auf Altbreisach geschossen wurde, wodurch schon viele Häuser sehr beschädigt wurden. Ein Kanonier gestern Nachts getöviet. Ein großer Theil der Bewohner in Die umliegenDen Orte geflüchtet. (Karlsr. Z.) Brüssel, 6. Nov. In St. Brieuc (Dep. Cotes du Nord) fand eine roya- listische Kundgebung statt. Banden mit weißen Fahnen zogen durch Die Stadt, rufenD: „Es lebe Heinrich Der Fünfte!" — Pariser Berichten zufolge rathen mehrere Zeitungen Den Genuß des HunDefleischeS an, in Folge der Herabsetzung der Rindfleisch-Rationen auf 60 Gramm (per Tag für jeden Mann). Dieselben Berichte besagen ferner: „Paris ist ruhig. DaS Hotel de Ville wird feit der letzten Erneute stark bewacht. Die Postverwaltung hat Transporte per Ballon für Werthsachen mit der Verpflichtung des Ersatzes, falls dieselben durch Die Preußen genommen werden, organisirt." Brüssel, 7. Nov. Der französische „Moniteur" vom Sonntag berichtet, daß Gambetta Die Loire-Armee aufsuche. Am Donnerstag telegraphirte er an alle Departementspräfecten: „Verdoppeln Sie Ihre Wachsamkeit! Wo Sie im- mer Bazaine oder einen {einer Generalstabsofsiziere antnffen, liefern Sie ihn wohlbewacht hierher." Gleichzeitig enthielt Das Pariser „Journal officiel" an feiner Spitze folgende Notiz : „Marschall Bazaine hat sich mit seiner gesummten Armee nach den helDenmüthigsten Anstrengungen aus Mangel an Lebensrnitteln und Munition als kriegsgefangen ergeben müssen." Brüssel, 7. Nov. Aus Tours wird berichtet, daß Die Dortigen Blätter in Aeußerungen des Vertrauens zum Gelingen der Mission Thiers wetteifern. — Die „France" schreibt an Der Spitze ihrer neuesten Nummer: „Zwei große Ereignisse! Zwei gleichmäßig wichtige Ereignisse hat uns Der Tag gebracht. Zuerst Den blutlosen Sieg Der Sache, unserer Sache, Der Ordnung in Paris, Diesmal voraussichtlich ein definitiver, und Dann Den WaffenstillstanD, dessen Abschluß wir fast als Gewißheit betrachten können. Das ist also ein doppelter Segen, Den Die Vorsehung uns nach so zahllosen Prüfungen beschied." — Das Blatt sagt ferner: „Die Waffenstillstandsbedingungen sind übrigens Derart, Daß selbst Der argwöh- "ischfie Patriotismus keinen VorwanD zum Mißtrauen Darin erblicken könnte. Es Aus Orleans schreibt Vogel, Der sich einige Zeit bei dem v. D. Tann'schen CorpS aufhielk, Der Franks. Ztg ? „Am 22. Oct. war ich Hnmal bei Den Vor- posten am andern Uier Der Lo re. Vier StunDen westlich, östlich unD südlich ist Alles „abfouragirt." Eine Requisitionscolonne, Die gestern etwas abseits vom Wege Drang, wurde einmal wieder durch ein Kleingewehcfeuer attakirt, das jedoch nichts Anderes bewirkte, als die Einäscherung Des unglücklichen Dorfes. Das Schießen zog nämlich sofort einen Theil der bei Olivet liegenden Jnfan- terie herbei, unter Deren Schutz Die Colonne gegen Das Dorf vorrückte. Nach halbstündigem Kampf und nach Verlust von 9 Mann waren die Bayern Herren des Orts. Es war das erste Mal, daß Die Franctireurs so wenige Stunden von Orleans einer größeren Abteilung Infanterie längeren Widerstand zu leisten suchten. Da Die Bewohner des Ortes — Saintillon, St. Illan oDer CenDrillon ist fein Name — mit am Kumpfe Theil nahmen, unD zwar dieselben Leute, die sich am Tage zuvor besonders friedlich und demüthig gezeigt hatten, ward befohlen, Alles, was nur Den Versuch Der Vertheidigung machte, niederzuhauen, Den Ort selbst aber, nachdem alle Lebensmitteln daraus genommen, niederzubrennen. Der Befehl ward pünktlich vollführt, lieber zwanzig Feinde blieben tovt auf dem Platze, Die Uebrigen zogen sich fliehend in den Wald zurück. Scheuern und Stalle, Böden und Keller wurden geleert und dann der ganze, etwa 30 Häuser zählende Ort den Flammen übergeben. Das ist bereits das fünfte Dorf, das in Zeit von zwölf Tagen hier in der Umgegend in derselben Weise, aus demselben Grunde der Vernichtung Preis gegeben wurde. Mit j e° dem Tage wird der Krieg schrecklicher. Der Fanatismus der Franzosen weckt Die Wuth Der Deutschen, Die ihre Kameraden nur zu oft, Durch Die au« dem Hinterhalte kommenden Kugeln getroffen, todt daniedersinken sehen. Freude an diesem Metzeln und Brennen hat Niemanv. Offiziere wie Soldaten sprechen mit dem größten Widerwillen von der jetzigen Art des Krieges. Aber die Armee mutz erhallen werden; Zufuhren lassen sich nicht bewerkstelligen, da vletbt nicht anders übrig, als zu fouragireu und zu requiriren. Der Bauer, der fern Eigen,hum vertheidlgt, ist im Recht, aber der Soldat, der seinen gefallenen Kameraden rächt, nicht minder. Die Erhaltung der Armee ist im Kriege das er, e Gesetz. Die Handhabung dieses Gesetzes ist oft schrecklich, aber man darf dafür nicht d,e,en>gen verantwortlich machen, welche das Gesetz anzuwenden ge- zwungen werden, sondern die, welche den Krieg nothwendig machen." Der Special-Eorrespondent der Times in Versailles meldet telegraphisch vom 2. November: „Die deutichrn Verstärkungen und Zufuhren kommen in schneller Fo ge an. Das Wetter ist schön. Die Forts haben gestern Abend und heute ! ! r«bauert. Es wird bestimmt behauptet, datz auf Graf Walderfee, Oberst des Gardc-Negiments ter Königin Augusta, bei Le Bourge, am 30. Oe,ober Verra,hcrischer Weise geschossen und er geiödtrt worden ist. Ein französisches Re- bahne als Zeichen der Uebcrgabe aufgestcckt. Hauptmann i dem G^.n zu Hülfe eilte, ward ebenfalls getobte,. Es, herrscht Darüber große Erbitterung." Der „Nord" »tröffen,licht folgendes Schreiben des Marschalls Bazaine: p. m Kassel, 2. November. ,,^err D""tor Des „Nord ! Bei meiner Ankunft in Kassel, wo wir auf Der preußischen MttttarbchörDe internet wurDen, habe ich Ihr Bulletin PioclamaNon'^dci? He^mn ^Gambetta^gel^sen^^Sü^b^en^^Rew^^dO de. handelt sich jetzt gar nicht mehr um so arrogan.e^ord^ung^Ue «jS, p nicht einem Berrälher gefolgt sein und al« 7an>? Aniwor? i^'7" Z? ^?rr,ere waren! Keine V,rbindlichkeit, den künftigen FnedenSabschlutz betreffend, ü l g j , und al« ganze Antwort auf diese lügnerische soll übernommen werden. Preußen verzichtet darauf, irgend ein Pariser Fort als w'»- f«ftt ■ 2s- «n» ' 8«i'tn nm ‘"f't fegnn •’fy’n Eom- °>ehr und 11 Theil ter ' w selten -"ttgie und unterliegen dünn auf 'ksem 8iit)( aw«b die 'n seit 14 >t gattete, 'lir. Kran!« *lr i in der brheit n>ird Venutztsein, "den ic. uue. H'ch. An 'l°d, datz sie tiitze, 2000 ■ von allen nkesuhrtverk ic 10 M. mehr noch >nze franzö» chatten, ge- »rochen, und kriegstüchtig t Heer noch in Algerien :e ter i genommen unt Train- on vernich- >M Ltüä iavallerie iß 'chs. lieber ßnd in Ge- )cyotS. 1$6 ßt über das unverdiente ) seine stete r ganz Guter Nord- int Schaden lubardcivent n, obgleich i nördlichen r mit Gra- )r beschädigt ir öeivohncr b eint roya. , tit Statt, olgt rathen Htrabsttznng Dieselben pirD seit der per Lallon i durch die JA berichtet, birlt er an :c Sie i> ' Sie ihn osßciel" an . .ksarnmtkn edensmittkl" n Kla'tter H I artr L« 3“« j dieSlnal b(N ®‘! „n, t"1 111 Pfand zu besitzen. Es will sich auch nicht widersetzen, daß auch Elsaß und Lothringen die Gewählten zur Constituante entsinden." Brüssel, 7. Nov. Die hier eingetroffene neueste „France" schreibt über den Bericht veS Metzer GeneralstabSolfizierS Balcour: „Anstatt in diesem Rapport Elemente vorzufinden, welche die öffentliche Meinung mit Recht nach Gambetta'S persönlicher Anklage und Verurtheilung Bazaine'S von dem angekündigten Dokumente zu erwarten hoffie, Elemente, die diese Verurtheilung irgendwie justificirten, bietet das Erpos6 Dalcour'S, der für diese Arbeit zum Offizier der Ehrenlegion ernannt wurde, nichts weiter, als eine Zusammenstellung rein persönlicher Eindrücke, sichtbar beeinflußt von allzudeutlichen Voraussetzungen, um dieselbe von vornherein jeder Autorität baar erscheinen zu lassen. Die so schweren Beschuldigungen und in solcher ununterbrochener Reihenfolge, nicht nur alle gegen den Marschall Bazaine, sondern gegen mehrere unter ihm commandirende Armeechefs, verlangen, soll man ihnen unbedingt trauen, ganz andere Autoritäten, als das bloße Rapportiren eines jungen O fizierS, der noch dazu nicht einmal der regulären Armee angehört. Was Valcour bietet, sind Eindrücke seiner Person, aber keine Beweisstücke. Wir werden nicht aufhören, andere Richter über Bazaine zu begehren, als die bisherigen." Brüssel, 7. Nov. Die neueste „France" sagt: „Man erwartet schon für heute Abend die Nachricht vom Abschlüsse des Waffenstillstandes. Die Wahlen sollen zum 20. Nov. anberaumt werden." — Verflossene Nacht soll sich Gambetta zur Loire-Armee begeben haben. — Die Blätter von TourS veröffentlichen folgende Mittheilungen der Regierung: Perpignan, 30. Oct. Der Bürgerkrieg hat hier begonnen. Der Oberst-Platzcommandant wurde gestern Abend von einer Bande Strolche überfallen und erhielt vier Säbelhiebe über den Kopf; auf dem Transport ins Hospital wurde sein Leben nur durch die Energie der Krankenwärter gerettet. Das gleiche Schicksal erlitt zur selben Stunde der dortige Gendarmerie- Chef. Ein Herr Bordas wurde heute vor seinem Hause gesteinigt, niemals sah man Schaueroolleres. Ein Zweiter, verfolgt von einer wüthenden Menschenmenge, wurde mit Hammtrschlägen getödtct. Auf dem Platz de la Laye wurden Haus- thore und Magazine geschlossen. Die Nationalgarde wird eben eingetrommelt. — Beaune, 3. Nov. Der Feind sprengte die Eisenbahnbrücke über den Canal von Dijon. Deutsche Vorläufer zeigen sich zehn Kilometer außerhalb Dijon, sind aber jetzt wieder zurückgekehrt. Gestern schlug man sich zwischen Auxonne und Beaune. Der Vortheil soll uns geblieben sein. — Aix, 3. Nov., Nachts. Gents Verwundung flößt keine Besorgnisse ein. Der Telegraph in Marseille ist noch nicht wiederbergestellt. Tours, 6. Nov. Der Maire von Lyon, H6non, ist hier eingetroffen. — In St. Etienne ist die Ordnung völlig wieder hergestellt. In Perpignan wurde nach dem Bekanntwerden der Uebcrgabe von Metz die Ordnung ebenfalls ernstlich gestört. Der Festungs-Commandant wurde dort von einem Volkshaufen angegriffen und erhielt vier Säbilhiebe über den Kopf. Einige Freunde brachten ihn nach dem Spital; dort wäre er aber, wenn ihn der Sergeant der Krankenwärter nicht gerettet, ermordet worden. Der Commandank der Gen-d'armerie hatte das nämliche Schicksal. Herr v. Bordas wurde vor seinem Hause gesteinigt. Nie soll man etwas Schrecklicheres gesehen haben. Eine andere von der Menge verfolgte Person wurde mit Beilen und Hämmern todt- geschlagen. Der Generalmarsch wurde später geschlagen und die Nationalgarde trat unter die Waffen. Weiteres weiß man nicht. — In Nimes fanden nach der Uebergabe von Metz auch Unruhen Statt. Sie waren jedoch ohne besonderen Ernst. — Der General de Barral, einer der Vertheidiger von Straßburg, welcher in Grenoble in's Gefängniß geworfen wurde, ist wieder frei und am 3. in Tours angekommen. — Der polnische „General" Michel Ernst, welcher den Ge- neral Cambriels in Besanyon ersetzt, ist am 1. Nov. in dieser Stadt angekommen. Bern, 7. Nov. In der Richtung von Montböliarv wurde gestern starker Kanonendonner gehört, desgleichen in der Richtung von Belfort. Die Franzosen haben das Dorf Verclois bei Belfort theilweise eingeäschert. Die Bevölkerung flüchtete in Massen mit ihrer Habe nach der Schweiz. Havre, 5. Nov., Morgens. Die heute hier eingeiroffenen Blätter von Tours enthalten das nachstehend Bemerkenswerthe: Die „France" schreibt: „Unter dem furchtbaren Eindrücke der Metzer Katastrophe haben sich beklagenswerthe Vorfälle in mehreren Städten Frankreichs ereignet. Anstatt nach einem solch gräßlichen Schlage zu begreifen, daß die Lage mehr als je Einigkeit und Eintracht unter uns erheischt, haben Offiziere die verwerflichsten Leidenschaften im Volke wachzurufen verstanden. In St. Etienne begehrte der Haufe die rothe Flagge als Banner der Commune. Neber Lyon circuliren hier schlimme Nachrichten, es ist möglich, daß sie sich noch nicht bestätigen. Aber die Aufregung der Geister in dieser großen Stadt sollte mehr als je die Aufmerksamkeit der Negierung erwecken, zumal man uns schon vom Auslande her avisirte, Prinz Friedrich Carl gedenke dort selbst sein Hauptquartier aufzuschlagen. Zn Marseille war der 31. October ein Tag der Anarchie, noch betrübender waren dort die darauf folgenden Tage. In Toulouse wurde der Generalcommandant der Militär-Division Mr. Courtouis A. Hurbal durch Nationalgardisten gefangen genommen und in der Präfectur eingeschlossen. Davon in Kenntniß gesetzt, hat unsere Regierung an den Präfecten folgende Depesche abgeschickt: „Setzet unverzüglich den General in Freiheit." Eine gleichlautende Depesche wurde dem Generalcommandanten zugesendet, mit dem Beisatze, die Umstände erheischen die exakteste Disciplin. Ich zäble auf Sie." Telegraphische Depeschen. Berlin, 6. Nov. Die „Kreuzzeitung" schreibt: „Die Berathungen über die neue reut'che Bundesverfassung werden in Versailles mit Eifer und, wie wir hoffen, mit E.folg fortgesetzt. Da n>ch dem Abschlüsse derselben der Zusammentritt des deutschen Reichstages zur Prüfung und Genehmigung der Bundesverfassung keine Verzögerung erfahren darf, so wird die Einberufung dieser Versammlung nach Versailles wahrscheinlich erforderlich werden, da für die Berathung der wichtigen Vorlagen die Anwesenheit des Präsidiums an dem Sitze des Reichstages durchaus nothwendig erscheint, für Se. Majestät den König es aber nicht möglich ist, als Oberbefehlshaber die deutschen Heere gegenwärtig zu verlassen. Berlin, 7. Nov. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" und die „Kreuzzeitung" fchreiben: Die französische provisorische Regierung hat den ihr angebo- tenen Waffenstillstand abgelehnt. Versailles, 7. Nov., Nachm. 1 Uhr 41 Min. Zn den fünftägigen Verhandlungen mit Thiers ist demselben ein Waffenstillstand auf Grundlage des militärischen Status quo von jeder Dauer bis zu 28 Tagen behufs Vornahme der Wahlen unter Gestattung derselben in den occupirten Theilen Frankreichs wiederholt angeboten worden. Er war, auch nach erneuerter Besprechung mit der Pariser Regierung, nicht ermächtigt, das Eine oder das Andere anzunehmen, er verlangte vor Allem die Verproviantirung von Paris, ohne ein militärisches Äquivalent bieten zu können. Da diese Forderung für die Deutschen militärisch unannehmbar war, so erhielt Thiers gestern aus Paris die Weisung, die Verhandlungen abzubrechen. Paris, 3. Nov. Picard namentlich verlangt Ersetzung Gambetta's durch Barthelemy. Brüssel, 7. Nov. Die „Jndep." meldet: Algier, 30. Oct. Algier hat sich selber vom Militärregiment befreit. Der General Waldsin-Efterhazy, den man als Remplaianten des General Durien hierher versetzt hatte, wurde auf Anordnung des Municipalraths von Algier nach Frankreich eingeschifft. Brüssel, 7. Nov. Jndependance erfahrt: Thiers wurde gestern in Versailles ersucht bis Abend 6 Uhr das Hauptquartier zu verlassen. Die Lebensmittelfrage sei der Hauptscheiterungsgruud. Officielle Kriegsnachricht. General v. Tre skow meldet aus les Errues vor Belfort vom 6. November, daß die Division zwischen Colmar und Belfort in mehreren kleinen Gefechten die Franctireurs vertrieben hat. Am 2. fanden Gefechte gegen Mobilgarden bei les Errues, Rougemont und Petit-Magny statt; in letzterem ließ der Feind allein 5 Offiziere und 103 Mann todt zurück. Am 3. wurde Belfort cernirt und die Verbindung mit General v. Werder hergestellt. 92'/r 96'5/,0 Börsen nachrichten. 7. November 1870. Actien. Frankf. Bank 13O'/2 Frankf. Vereins-Kasse 101 Darmst. Bankact. — Wien Bankactien 712 Galizien 240% „ 4'/2o/o 1jährige 92 » 4O/o 1/2 jährige 84% Würtemb. 4'/2 % Obi. — Baden 4y20/0 Obl.c. E. L. 92 Oester. Silberrente 565/g „ Papierrente 48% „ 5% M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881 r 97'/4 „ „ 1882r 95Vik „ „ 1885r 943/4 „ „ 1887r 94% Spanier, neuest. 3% 309/1G „ „ 4O/o „ n n 3«/2% „ Bayer. 5« 0 „ Preuss. 41/2 °,o Oblig. 91 Frankf. 3*/2 % Obi. 80 Nass. 41/2° 0 Obi. 917/8 Kurhess. 4% „ 83 Gr. Hess. 5"/g Obi. 101«/, Actien. Oest. Creditact. 247J/4 50/o östr. F. St. E. B. 3753/g Lombard Bahn 1731/2 Lud wigsh.-Bexbach 163% Maxbahn 108 >/2 Bayer. Ostbahn 1243/4 Hess. Ludwigsb.-Act. 134% zMsenzbahn-Actien 857/g Oberhessen „ 667/H Wechsel. Amsterdam k. S. 1 OO7/ig Augsburg k. S. 997/e Berlin k. 8. 104*5/16 Bremen k. S. 97 Cöln k. S. 1047/8 Hamburg k. S. 88 Leipzig k. S. 1043/4 London k. S. 1191/4 Lyon k. S. — Paris k. S. — Wien k. S. 977/8 ditto m. S. — ditto 1. S. — Disconto 4% G. Prioritäten. 30/0 oster. Stsb.-Prior. 56 3O/o öst. s. Lombard — 30/g Livorneser 313/« 5°/q Toscaner 50 5% Elisabeth.-Prior. 78% do. II. Emiss. 753/4 Geldsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 45 Sachs. „ — Div. Gassen.A. — Pr. Friedrdor 9 59—10 Pistolen . . 9 45G. u.fehl. „ doppelte 2 45G. u.fehl. Holl. fl. 10 St. 9 55 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankens!. 9 323/4 Engi. Sover. 11 54—58 Russ. Imper. 6 46—48 Dollar in Gold 2 26'/,—27t/2 Aiilelteiisloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 65^2 Nassau 25 fl. --- 4% bayr. Präm.-Anl. 106% Ansbacher 7 fl. 121/8 4% badische Loose 105 Badische fl. 35 Loose 58*/2 Oestr. fl. 250 v. 1839 — 1858r Prioritätsloose 151 1860r Loose 78‘/2 1864r „ — Braunschweiger 171/4 Stadt Madrid 22Vz Schluß-Co urse. Staatsbahn-Actien 372'/z—72. Böhmische Westbahn-Aclien 239'/2. Elisabethb Actien 213V4. Franz-Zos.ph-Actien 187. Neue Bayern -. 5% Württemberger —. Bad. Thlr - Loose—. Bayr. Thlr Loose —. Sachs. Pfandb. —. Ungar. Ost Prior. —. Rudolf-Prior -. South Missouri 651/4. Central Pacific. 78. ' P Flau auf die Nachricht, daß die Waffenstillstands-Unterhandlungen wegen des Verlangens 25tägiger Verproviantirung fiai'zöfiscbeiseits abgelehnt wurden. A L L g e m e L n e r Anzeige r. «Keilgedotenes 4738) Nevolver, Tcrzervle, Jagd- geräthe, Schrot, Lefanchenx Patronen, Pfropfen, Blei rc. empfiehlt ________________________Emil Pist0r. | Seefische: Frische Egmonter Schellfische treffen, so lange keine stürmische Witterung, wieder wöchentlich dreimal ein. Für Cabltanen Zungen und TurbotS erbitten mir uns Aufträge mehrere ^age vor Gebrauch. — Heute frische Schellfische. ___I- A. Busch Söhne. 4684) Ein Haufen WH ft ist zu verkan- sen bei Bäcker Kuhn, am Kreuz. 4749) Gute Wetterancr Kartoffeln sind malterweise preiswürdig abzugeben bei ____________A. Katz, Neustadt. 4757) Ein Wagen steht zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts._______ 4755) Prima schottische Häringe, pr. 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Gedicht von Julius Sturm. — Die französische Reiterei bei Sedan. Zu dem Bilde von Simmler. — Ein Beispiel für reiche Leute. Von P. S- — Aus einem F-eldpost- b'ief vor Paris. — Einer von Tausenden. Gedicht von Ottilie Wildermuth. — Eine Mutter spricht. Gedicht von Gg- Heseliel. Preis pro Nummer 2>/2 Sgr Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Univ-Buchhhandlung, E- Heinemann, I- Ricker. .TI Die Nr. 6, die neueste Kriegs- AZ nummer, enthält: Der Commandeur der Ostpreußen. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöin-Mtndener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fammtliche zsllamtlichen Iormvlare, find zu haben bei W. Klee, Marktstraße. Bekanntmachung. 4660) Alle verfallenen Pfänder müssen längstens bis zum 15 d. Mts. prolongirt werden, andernfalls dieselben öffentlich versteigert werden. Gießen, den 1. November 1870. K. 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December 1870 einschließlich 4752) Ein Päckchen schwarzes Sammt- band mit Etiquette wurde gefunden und ist in Lit. B- Nr. 109 abzuholen. | A. Schultheis, jun., Kürschnermeister, Seltersweg Lit. C. Nr. 10, empfiehlt sein Lager in selbstgcfertigten Pelzwaaren, als: Muffe, Boas, Manschetten, R-iscpelze, Fnßdccken, Fußtaschen, Pclzhüte für Damen und Kinder, Pelzmützen, Handschuhe u. s. w. Dieselben haben großen Vorzug vor ^abrek- waarcn und wird für jedes Stück garaiitirL 4740) Unterzeichneter hat sich dahier als Glaser niedergelassen empfiehlt sich im Einrahmen und Aufspannen von Bildern, sowie ,n.e Goldleisten, Photographie-Rahmen nnd Spiegeln, und bittet, indem er prompte nnd reelle Bedienung verspricht, um geneigten Zu- tenant Winter bewohnte Logis, bestehend CZZZ, 2______ 0____ aus 4 Zimmern, 1 auch 2 Mansarden, 2ckann bei gutem Gehalt sogleich eintreten bei Kammern, Küche, Keller rc. ist zu vermie- Georg Schmehl, then bei Ehr. Löb er, Fabrikant. I Spezereihändler und Wirth am Brand. Gießen, den 15. October Der Verwaltungsratb: G 4763) Ich habe eine große Auswahl in Damen Winter-Mänteln erhalten, und verkaufe solche zu den bidiqllen Preisen M D. Stamm, Sonnenstraße B. 108. Md V.N« . '•*.x -*8 ■a.V- äffe jA* ste dW 'V- - 4760) Ein braves, zuverlässiges Mädchen sucht Stelle. Näheres bei Herrn Schuhmachermeister Selz er, in der Neustadt. 4730) Einem geehrten Publikum zur Nachricht, daß ich ein Mercerie-Geschäft, verbunden mit fertigen Kleidungsstücken, errichtet habe und mich damit bestens em- G G «»«GGGOOOOOOEGOOGGGGOW Durch diese Einzahlung werden die Jnterims-Certificate für Vollzahlung libe- rirt und es erfolgt unter Einziehung derselben die Aushändigung der angefertigten Actien mit Dividende-Coupons. Da sich sonach der Dividende-Coupon für das Betriebsjahr 1870 bei den Actien befindet, so sind die Stiickzinsen für die Zeit vom 31. December 1869 bis 19. December 1870 mit fl. 11. 52'/2 fr. oder Thlr. 6. 23 Sgr. 6 Pf. zu vergüten, wogegen die Zinsen auf die bereits eingezahlten 60 Procent für die Zeit vom 19. April bis 19. Decnnber 1870 im Betrage von fl. 4 54 fr. oder Thlr. 2. 24 Sgr. per Stück abgesetzt werden. Es sind mithin per Stück zu zahlen fl 52. 30 = Thlr. oO. — „ — nebst Actien - Stückzinsen „ 11. 52'/2 = H 6. 23 „ 6. - “ 36. 23 „ 6. 4558) Die Eröffnung meines neuen Dampfsäge-Werkes in Oberfranken (Bayern) beehre ich mich hierdurch ergebens! anzuzeigen und empfehle dasselbe besonders den Herren ^olrhändlcrn und Bau-Unternehmern bei Bedarf in allen vorkommenden Sorten Bord-, Dielen-, Sparren- und Bauholz-Dimensionen. Gefällige Aufträge bitte an mein Haus in Frankfurt a. M. zu richten. Ed. IjeJeune« 4718) Zwei möblirte Zimmer sind aus der Neuen Anlage zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________ 4715) Eine Wohnung von 5 bis 6 Zimmern mit allem Zubehör und mit Garten- antheil ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts- 4751) Ein Mädchen, welches im Klei- - dermachen und Weißzeugnähen gründlich erfahren ist, wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Näheres bei Frau H. Hetz, Hintergasse. Mit den Jnterims-Certificaten sind nach der Reihenfolge der Zahlen geordnete Nummern-Verzeichnisse in doppelter Ausfertigung einzureichen, wozu Formulare bei den Zahlungsstellcn ausgegeben werden. c . Y, Wer die ausgeschriebene Einzahlung nicht leistet, hat von dem Betrag derselben sechs Procent jährlicher Verzugszinsen vom 19. December 1870 an und eine Convcn- tionalstrafe von fünf Procent zu zahlen und wird unter Angabe der Certificat-Num- mer während der ersten vier Wochen nach Ablauf des Zahlungstermins durch dreimalige Bekanntmachung aufgefordert, die rückständig gebliebene Einzahlung sammt Verzugszinsen und Conventionalstrafe binnen zwei Monaten nach Ablauf des Zahlungstermins nachträglich zu leisten. Solche Jnterims-Certificate, bezüglich deren dieser Anfforderung vor Ablauf der weiteren zwei Monate nicht vollständig nachgekommen sein wird, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Emzahlun- aber, sowie alle Anrechte daraus, verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Die Zahlungen haben zu geschehen: Frankfurt a. M. bei Herren Gebrüder Bethmann, „ „ „ von Erlanger und Söhne, 4759) Ein Mädchen wird in eine stille, Familie zum sofortigen Eintritt gesucht. 4378) Einige schone möblirte Zimmer, Näheres bei PH. Weller, Wolkengasse, mit oder ohne Cabinet, sind im Ztnßer'- —-- Block Choeolade mit Vanille, pr. Pfund 28 fr., empfiehlt (4754) Emil Fischbach, Seltersweg. 4765) Von heute an verkaufe ich auch Pelzwaaren aus einer Berliner Fabrik, und zwar: Bisam-Muffe zu fl. 4 pro Stück, 4744) M°hr-r-K-rb° Bux werden zu kaufen gesucht. Garwer, Näheres bei der Exped. b. Bltts. VerrnrethN rrgszs 4008) Eine neu eingerichtete Wohnung mit 3 Zimmern, Vorplatz, großem Boden, Aussicht in das Freie, ist zu vermiethen. Ein großes Zimmer davon kann allenfalls möblirt abgegeben werden. _____________________Emil Pi stör. 4756) Ein Logis ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei W. Jacobi Wittwe (Schöne Aussicht.) 4379) Das von Frau Pfarrer Kattmann bewohnte Logis ist durch deren Wegzug von hier anderweit zu vermiethen. ________________H. Hochstätter Wittwe. 4753) Ein freundliches, möblirtes Zim- mer ist zu vermiethen bei C. Rahn. 4762) Ein kleines freundliches Logis, sofort beziehbar, ist zu vermiethen bei __________________Gebr. Wenzel. 4722) Eine Familienwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei _________________Heinrich M ö ser II. 4750) An einen Herrn ist ein Zimmer mit Kost zu vermiethen bei ____________I. Schneider, Asterweg. 4723) Das seither von Herrn Oberlieu- 4746) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Salomon Goldenberg, __________________in der Löwengasse._____ 4150) Ein Logis von 4 Zimmern, 2 Ca- bineten und allen dazu nöthigen Räumen ist durch den Wegzug des letzten Miethers noch Frankfurt anderweit zu vermiethen und sogleich zu beziehen. ____________Chr. Reiber, am Kreuz. 4745) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- 4721) Der untere Stock meines Hauses in der Löwengasse ist sofort zu vermiethen. Markus Engel, am Kreuz. 4758) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei Julius Wallach. 4651) Auf dem Seltersberg, im Nebenhause von Lit. E. Nr. 4, ist eine möblirte Stube mit Cabinet zu vermiethen. 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.