Gießener Anzerger Mnzeige- und Mmtsökatt für den Kreis Kielen srr. 106 Donnerslaa den 8. September 1870 Gießen, den 3. September 1870. Betreffend: Die Einsendung der Handbuchs-Auszüge der Gemeinden des Kreises Gießen für 1870. reiben wir berechnen u Diemlen. ikitungkn. Gießen, den 3. September 1870. Bankslhemeii Bankiers auf üid von hn er Nominal- Ztilungen, fiee und les Manu- Erscheint wöchentlich dreimal : Dtenstagö, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. V. Nr. 1. cn mit Mitz- bem Kricze eint von den zur Gemip'- m md)t zu Keren Orlen daß fie die ikhmen. Hin eine ähnliche eiche von dn stswelt, w« ntn-crf durch an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lda., Annerod, Ettingshausen, Garbenteich, Groß-Linden, Hausen, Heuchelheim, Mainzlar, Münster, Watzenborn, Wieseck und Winnerod. Wir erinnern Sie abermals an die Einsendung der rubricirten Handbuchs-Auszüge binnen acht Tagen und unter Androhung einer Strafe von 1 fl. 30 kr. Dr. G o l d m a n n. Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Bekanntmachung. Der Großherzogliche Bürgermeister Knöpper zu Dorf-Gill ist auf sein Nachsuchen von dem Amt als Bürgermeister entbunden und die Verwaltung der Bürgermeisterei provisorisch dem Großherzoglichen Beigeordneten Weitz übertragen worden. Gießen, den 7. September 1870. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und Großherzogliche Polizei-Berwaltung der Provinzial - Hauptstadt Gießen. Nachstehendes Ausschreiben Großherzoglichen Kriegsministeriums theilen wir Ihnen zur genauesten Nachachtung mit. Dr. G o l d m a n n. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Zu Nr. K. M- 4971 und 4972. Darmstadt, den 5. September 1870. Betreffend: Die Errichtung von Reserve-Lazarethen im Lande. Das Großherzogliche Kriegsministerium an die sämmtlichen Großherzoglichen Kreisämter. Nachstehende durch die stellvertretende 25. Division veranlaßte Anordnungen wollen Sie den Großherzoglichen Bürgermeistereien Ihres Kreises zur genauen Befolgung bekannt geben. 1) Keine außer Controle befindlichen kranken oder verwundeten Soldaten, welche Großherzoglich Hessischen Truppenkörpern angehören, sollen sich in ihrer Hei- math aufhalten. Dieselben sind an die Bezirksfeldwebel zu verweisen, welche weitere Verfügung eintreten lassen werden. Sollte der Gesundheitszustand eines solchen Soldaten das Erscheinen beim Bezirksfeldwebel nicht zulassen, so hat der betreffende Bürgermeister denselben schriftlich in Kenntniß zu setzen. 2) Die mit Legitimation in ihre Heimath entlassenen Soldaten, welche Gcoßherzoglich Hessischen Truppenkörpern angehören, sollen sich daselbst nicht länger auf halten, als zu ihrer Heilung nöthig ist. Sobald dieselben hergestellt sind, werden sie dem nächsten Staats-Lazareth zugewiesen und von dort aus weiter bedeutet. D o r n s e i f f. Klöpper. RW r Grummetgras - Versteigerung. 3880) Das diesjährige Grummetgras von den Freiherr!, v. Nordeck zurRabenaui- schen Wiesen und Gärten wird Montag den 12. September d. I. an Ort und Stelle in Abtheilungen versteigert, nämlich; a. Vormittags 10 Uhr, von 13V2 Morgen Wiesen und Gärten in der Gemarkung Alt-Buseck, b. Mittags 12 Uhr, von 3 Morgen Wiesen in der Weißenburg, Gemarkung Trohe, und c. Nachmittags 3 Uhr, von IVr Morgen Wiese am Trais, Gemarkung Groß- Buseck. Rabenau, am 3. September 1870. Der Rentmeister: Schmidt. 3913) Samstag den 10. September, Abends 8 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung das Grummetgras von meinen Wiesen, als: □Ji'Iftr. 540 Wiese am Langensteea, 241 „ am Lumpengäßchen, 335 „ am Heegstrauch, 411 „ daselbst, 352 - daselbst, Wiesenviertel, Nr. 21, auf der Burg, meistbietend versteigern. Ludwig Herbert. Feilgebotenes. 3798) Für Militärs empfehlen wir wollene Jacken im Preise von 1 fl. 6 kr., 1 fl. 12 kr , l fl. 18 kr. re. rc., ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten. I. A. Busch Söhne. Wellen Stecken Eichen-Scheidholz. Prügelholz, Stockholz, Reisholz, 4 2 195 1 liegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 3. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Die Zusammenkunft ist am Holzbrunnen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird das Holz bis 1. Decbr 1870 verborgt. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 6. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 3904) Zwei gebrauchte, aber wie neu hergestellte Kärrnchen sind zu verkaufen bei Heinrich Seibert, in Alt-Buseck. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. Lich, den 1. September 1870. Fürstlich Solmsische Rentei Lich. Kreutzer. Versteigerungen» Grummetgras-Versteigerung bei der Stadt Gießen. 3878) Montag den 12. und Dienstag den 13. September d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Montag den 12. September 1870 von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenweger Thor, am Fürstenbrunnen, im Wieseckthal und Heegstrauch; Dienstag den 12. September 1870 von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und hinteren Stolzenmorgen, der Hopfeneck, im Altentisch und Fernewald. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage bei dem Neustädter Thor und am zweiten Tage in den Ochsenwiesen, auf dem Röd- ger Weg. Die Großh. Bürgermeistereien der um- Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 3915) Freitag den 9. September d. I., Vormittags 8 Uhr. gelegentlich der im Wiesecker Gemeindewalde stattfindenden Holzversteigerung, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distr ct Hangelstein, nachverzeichnetes Holz öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 23/4 Stecken Buchen-Scheidholz, biroe, Füll- ’ «It 1 «r Ml?°L ■iircerS in : U®* 5 3.25lL flfr . Ticttich Ms MmoMeil in, alt w 3' 26. August- _ ) Ullrich, Füll- .niantmH* Da, alt K Ji Besondere Bekanntmachung. Oeffentliche Aufforderung. 3597) Am 14. Mai 1866 verstarb zu Mainzlar der am 29. August 1800 außerehelich von Anna Margaretha Rollshausen von dort, geborene Johann Daniel Karl von Mainzlar, ledigen Standes. Erben desselben sind nicht zu ermitteln und werden darum Alle, welche Erbansprüche an dessen Nachlaß zu bilden gedenken, hiermit aufgefordert, diese ihre Ansprüche sogewiß binnen drei Monaten von heute an bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, als sonsten der Nachlaß des Johann Daniel Karl für herrn- loses Gut erklärt und als solches dem Großherzoglichen Fiscus überwiesen werden wird. Gießen, am 4. August 1870. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. 3914) Samstag den 10. September d. I., Abends 8 Uhr, soll das Grummetgras von der, der Neustädter Schäferei-Gesellschaft gehörenden Wiese, 1993 ^Klftr. haltend, auf der kleinen Weide, im Locale des Herrn Ludwig Herbert versteigert werden. Gießen, den 7. September 1870. K. Simo n. 3917) Ich bin Willens, das Grummetgras von meinen Wiesen bei Gelegenheit der städtischen Grummetgras-Versteigerung mitversteigern zu lassen. Auch sind gute Kochbirnen bei mir zu haben. Peter Plank, Wolkengasse. Lieferung von Kornstroh. 3879) Freitag den 9. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung von Kornstroh für die Garnison-Verwaltung Gießen auf die Bedarfsperiode 187%i auf dem Büreau der unterzeichneten Verwaltung mittelst Soumission vergeben. Die Lieferungsbedingungen liegen daselbst zur Einsicht der Interessenten offen. Gießen, den 3. September 1870. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Kalbfleisch. Grummetgras - Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich. Gemarkung Lich. 3855) Donnerstag den 8. September, Vormittags präcis 8 Uhr. Wiesen, der Peinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab bis zum Bleichgarten am Dietert, zusammen 120 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Peinmühle. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder--Bessingen. Freitag den 9. September, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummwicse, Riedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 136 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachsen. Gemarkung Burkhardsfelden. Montag den 12. September, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen. mH aus @an}' W» | *S5'\ — fr. 36Vi 28 30Vr tn 6 29 42 1869 fl- W I. A- Busch Söhne. Eießig’s 3523) 3900) Auf dem Wege von Heuchelheim LL!'" Ii3Ä'Ä"s“';ÄSEsä"ä1-'‘ ficbi^ö Steppcnm Berlin, Teltowerstr. 53e. 50 10 711,491 58,502 55,651 08V4 193/4 50 u tt 48V» 20 18,767 408 . 315 . 150 . 50 . 30 . 15 . 10 empfehlen (3746) 801,408 76,439 724,969 25,766 82 . 580,645 27 . 290,485 29 ziehen durch Das General-DepOt von herzogthum Hessen...... 8) Dergleichen für die Fortbildungsschule in Leihgestern Vermiethungen 3825) In unserem neuen Hause am Seltersberg ist eine Mansarden-Wohnung von 5 Zimmern, Küche, Keller rc. zu vermie- then und kann sogleich bezogen werden. ______________Adami & Schwaab. 3916) Ein kleines möblirteS Zimmer ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. B- Pflichter, Marktstraße. 3852) Mehrere Familienwohnungen sind in der früheren Katzenstein'schen Besitzung zu vermiethen und können alsbald bezogen werden. Hierauf Reflectirende wollen sich in meine Wohnung, Neuenweg Nr. 139, bemühen. B. Katzenstein. Summa 3) Davon ab die im Jahr 1869 zurückempfangenen Kapitalien 4) Das Guthaben der Kasse an ausgeliehenen Kapitalien beträgt also Ende 1869 .... 5) Kassevorrath nach Seite 30 der Rechnung • 6) Liquidirte Ausstände 7) Guthaben an noch nicht fälligen Stückzinsen, sowie die ausgewachsenen Zinsen von 5O-fl.- Loosen 8) Werth an Mobilien Das Gesammt-Vermögen der Anstalt beträgt mithin Ende 1869 3885) Steinkohlen, Braunkohlen, Coakes in Ladungen und kleineren Par- thieen empfiehlt Emil Pi stör. den berühmtesten Aerzten. In Kisten, ä 4—12 Flaschen, zu be- 3507) Gothaer Cervelatwurst empfehlen I- A- Busch Söhne. 3898) Neue holländische Häringe bei Fr- Bieler, am Kreuz. fl. fr. 13) Hierzu kommen die bis zum Rechnungsschluß nicht in Empfang genommenen Zinsen . Die Gcsammt-Schulden der Anstalt betragen mithin Ende 1869 Verglichen, so ergiebt sich Ueberschuß als Reseroe- fond Ende 1869 Nach der Rechnung für 1868 betrug der Reseroefond Modes. Wilhelmine Fuhr. Modes. 3921) Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige zu machen, daß sich mein Geschäftslocal auf dem Marktplatz im Hause des Herrn Kupferschmied Vogt befindet. 59 131/2 ------769,994 3918) Neue holländische Vollhäringe und neue holländische Sardellen empfiehlt I. G. D. Bapst. Bekanntmachung. 3897) Die Rechnung der hiesigen Spar- und Leihkasse für das Jahr 1869, welche der Hauptversammlung der Vereinsmitglieder vorgelegen hat und nunmehr an Großherzogliche Oberrechnungskammer zu Darmstadt zur Revision abgegeben worden ift, hat folgende Resultate geliefert, welche in nachstehender Uebersicht bekannt gemacht werden. 1) Die ausgeliehenen Kapitalien betrugen Ende 1868 589,358 36V< 2) In 1869 wurden ausgeliehen . . • - 212,050 — Derselbe hat sich somit in 1869 vermehrt um . 2,851 28V» Auf den Grund der Statuten wurde aus den Ueberschüssen der Anstalt im Jahr Gießen, den 5. September 1870. Die Direction der Spar- und Lechkasse. H a b e r k o r n.. Zwetschenkuchen, täglich frisch, bei Fr. Zülch Wittwe. 3920) Das sowohl in seiner Güte als auch geschmeidigen Fayon vielbeliebte und anerkannte (bis jetzt nicht übertroffene) Metzgerwerkzeug als: Wurstwiegen und Füllinafchirreu neuester Construction, Hau-, Schlag-und Hackbeile, Spalter, Knüppelmeffer, Klotzfchaber, Cotelettmeffer, Sagen rc., Blasbalge (von Messerschmied), Messerscheiben in Horn und Leder, Streichstahle, Streichsteine rc., ist in größter Auswahl fortwährend nur allein acht und unter Garantie zu haben bei I. G. Becker, Messerschmied, Saalgasse 32, Bendergasse 27, Frankfurt a. M. 3899) Vorzügliche Tafel-Birnen, sowie Birnen zum Kochen, pr. halbeMeste 16 fr., Muskat-Aepfel, pr. halbe Meste 18 fr., Sauerkirschen, pr. Pfd. 4fr., süße Rnne- clauden, pr. 100 Stück 10 fr., Salat-Kartoffeln, pr. halbe Meste 18 fr. bei L. Hartmann, tn der Schanz. 3668) Leere Stück-, Fuder- und Halb- stück-Faß verkaufen Gebr. Ebel. an Unterstützungen bezahlt: 1) Beiträge von Unterstützungen zu Industrieschulen 2) Unterstützung für die Handwerferschule zu Gießen 3) Dergleichen zur Mothildenstiftung .... 4) Dergleichen für die Kleinkinderschule . . . . 5) Dergleichen dem blinden Heinrich Mohr zu Daubringen 6) Dergleichen für die Fortbildungsschule zu Heuchelheim„ 7) Dergleichen für den Frauenverein für Krankenpflege für das Groß- 3907) Beim Licher Frauenverein gingen bis zum 6. September weitere Gaben ein: b Von Kolnhausen. 6 Hemden, Compressen und Charpie. . Von Ettingshausen (2. Sendung). 4 Hemden, 1 Kopfkissenüberzug, Binden und Charpie. Von Hof-Gtll (2. Sendung). 13 Hemden, 11 wollene Binden, 11 leinene Binden, 2 Paar Hosen, 3 Betttücher, Com- vressen und Charpie. P " Von der Berger Mühle (2. Sendung). 2 Hemden, 2 Betttücher, 4 Armschlingen, 4 Binden und Charpie. Von Langsdorf (2. Sendung). 44 Hemden, 63 Binden, 6 Betttücher, 4 Halstücher, 3 Handtücher, Compressen und Charpie. An Geld: 190 fl. Von Dors-Grll (2. Sendung). 2 Hemden, 1 Betttuch, Leinwand, Binden und Charpie. Von Bettenhausen (2. Sendung). 37 Hemden, 14 Handtücher, 9 Betttücher, Tücher und Binden. An Geld: 50 fl. Von Eberstadt (2. Sendung). m 24 Binden, 4 Hemden, 1 Betttuch, 2 Paar Socken, 2 Taschentücher, 3 Paar Pantoffel, 175 Eier, Compressen und Charpie. An Geld: 45 fl. Vom Arnsburger Rettungshaus. 30 Binden und Charpie. »Von Müschen hei m. 27 Hemden, 3 Betttücher, 13 Handtücher, 9 Halstücher, 2 Taschentücher, 83 Binden, Compressen und Charpie. An Geld: 12 fl- Von Münster, Ober-Bessingen und Rieder-Bessingen. Victualien. Wegen früherer Listen und Verwendung der Gaben wird auf die Darmstadter Zeitung verwiesen, welche specielle Gabenoerzeichnisse wegen Mangel an^Raum.nicht mehr annimmt. - 300 wollene Leibbinden, von denen 200 nebst 40 Paar Strümpfen am 1. September nach Darmstadt abgeschickt wurden, sowie wollene Strumpfe find jetz in Arbeit. 3903) Von einem armen Dienstmädchen wurde am verflossenen Montag Nachmittag ein Zehn-Guldenschein verloren. Der redliche Finder wird gebeten, solchen bei der ! Exped. d. Bltts. gegen eine Belohnung ab- zugeben. Kunst-Anzeige. 3922) Das große, rühmlichst bekannte Cycüorama ist von Sonntag den 11. September bis über den Jahrmarkt im Oswald'schen Garten zur Ansicht geöffnet. w r ßum ersten Male ausgestellt: „bte Erstürmung von Werßenburg am 4, und die Schlacht bei Wörth am 6 August", auf das Naturgetreueste dargestellt. Eintrittspreis ä Person 6 fr. Kinder zahlen die Hälfte. Die zweite Abtheilung (das anatomische Museum) ist nur für erwachsene Personen. — Eintrittspreis 6 fr. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein M. Buwa aus Prag. B. Schulden 9) Die Einlagen betrugen Ende 1868 10) In 1869 wurden eingelegt .... Steppenmilch (Kumys) = heilt hs Brust- und Lungenleiden. Nach dem Ausspruche der medicini- .schen Autoritäten heilt die Steppenmilch — genannt Kumys — rascher und sicherer, als alle anderen bisher in Deutschland angewandten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Bronchialkatarrh, Anämie (Blutlosigkeit) in allen ihren Formen und Folgezuständen, Scorbut, Chlorosis, Hysterie, Hypochondrie und Körperschwäche. ®5ess Pr- Flasche 15 Sgr., nebst Gebrauchsanweisung und Attesten von 3853) Ein gebrauchter Sparheerd, ein Ofen, mehrere Schränke und ein Sopha find zu verfaufen. Näheres Asterweg A. 104 im zweiten Stock._____________________ 3887) Ein Familienlogis nebst Zugehör ist sofort zu vermiethen bei Markus Engel, am Kreuz. Summa 871,130 56 11) Davon ab die im Jahr 1869 zurückbezahlten Einlagen ........ 159,645 43 12) Die Schulden der Kaffe an Einlagen betragen also Ende 1869 711,485 13 3912) Ein Sparheerd mit 3 Löchern, noch ganz neu, sowie 12 Hühner und 1 Hahn, sind zu verfaufen Wallthorstraße tit A- Nr. 141. ______________ Neue holländische Vollhäringe A. Vermögen. fl- 3412) Eine freundliche Familienwohnung ist zu vermiethen bei Gärtner Schaum, __________________vor dem Seltersthor. 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 3843) Eine kleine möblirte Stube ist zu vermiethen. Wallthorstraße Lit. A. Nr. 124. 3841) Ein neu eingerichteter Laden mit Wohnung, gleicher Erde, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Wilh. Nagel. 3685) Ein freundliches Mansardenlogis ist zu vermiethen und alsbald beziehbar in Lit. B- Nr. 1Q1 ■________ 3228) Die Scheuer im Zinßer'schen Garten ist zu vermiethen. 3627) Alten Malaga, Portwein, Tokayer, sowie gute, unverfälschte Rothweine, empfehlen I. A. Busch Söhne. 3919) Reife Aepfel werden in jeder Quantität billigst abgegeben bei Th. Rautenstrauch, an der Schoor. 3910) Neue holländische Voll Häringe bei I. M. Schulhof. Vermischte Anzeige». 3911) Zwei junge Leute, welche englisch sprechen, suchen Stelle in einem Hütel. Näheres zu erfragen bei Herrn Wirth L. Bramm (Neustadt.)__________________ 3888) Zum An- und Verkauf von Früchten, in kleinen und größeren Quantitäten, empfiehlt sich bestens _______Markus Engel, am Kreuz. 3909) Im Anfertigen von allen Haararbeiten (Kortelzöpfen, Scheitel, Blumen, Uhrketten, Braceletts u. s. w.) empfiehlt sich F. W- Trinthammer, sen., Wetzlar. Bemerkt wird, daß alle Gegenstände von ausgefallenen Haaren, sowie von Haaren verstorbener Personen, angefertigt werden können.____________________________________ 3874) Ein Küchenmädchen wird zu so-' fortigem Eintritt gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. ______________________ 3844) Alte Roßhaare kauft I. Rothenberger, Lindenplatz. 3908) Ein kräftiger Mann (Familienvater), welchen die Verhältnisse zwangen, aus Paris zu gehen, sucht Beschäftigung, gleichviel, in welcher Branche: als Fuhrmann, Fabrikarbeiter u. s. w. Max Sauer, im Burckhardt'schen Hause in den Neuenbäuen.___________ 3865) Ein ordentliches Dienstmädchen kann sogleich eintreten. Bei wem? sagt die Exped. o. Bltts. _______________________ 3886) Bettladen sind zu verkaufen bet Schreinermeister Zimmermann, Neuenbäuen B- 84. 3877) 15—20 Ohm vorzüglichen Aepfel- wein hat zu verkaufen W. Wießler, in Butzbach. 3859) Ein Haufen Mist zu verkaufen. Näher es im C afv Ebel.__ B. Spruck Wittwe 4 fl., Eduard Sack 4 fl., H. Heß 36 fr., I. Weitzenkorn 30 fr., W- Ferber 1 fl., M- H- Budge 5 fl., S- Reutlinger 2 fl., K- Löber 2 fl., Actuar Schmidt 1 fl- 45 fr., Geschw. Sauer 4 fl., Dr. Weber I. 2 fl-, Georgi 2 fl., v. Toussaint 1 fl. 45 fr., C- Rahn 2 fl., A- Rinn 1 fl., Dr. Stein 3 fl. 30 fr., L- Kauf 2 fl., Muth 5 fl. 15 fr., I. Strauß 1 fl. 45 f., Schuhmacher Rolti 1 fl-, H- Zimmermann 1 fl. 45 fr., Ungenannt 18 fr-, I. Heinr. Erb 24 fr., Bloß 12 fr., Joseph Stein Wittwe 30 fr-, Ernst Moeser 30 fr., Balthasar Walther 30 fr., Balthasar Braun 30 fr., Joseph Möhl 30 fr., Vogel 36 fr., Postconducteur Otto 1 fl-, Ludwig Köhlinger 30 fr., Wilhelm Zöll 30 fr., Benjamin Atzbach 30 fr., Johann Pitzer, 36 fr., Lokomotivführer Barth 1 fl. 30 fr., Karoline Hartmann 1 fl., I. K. 36 fr., A. Heppe 30 fr., H. Hanitsch 36 fr-, A. Wallenfels 1 fl. 36 fr., Georg Schmitt 35 fr-, M. 1 fl-, G- Landmann 5 fl., F. C. Loos 1 fl. 45 fr-, W. Preuschen 1 fl., Wittwe Philippini Heydt 1 fl., Karl Gerlipp 1 fl , H. Sonntag 1 fl., F. Habenicht 3 fl., F. Holberg 2 fl., I. Rothenberger 1 fl., G- Ubrich 3 fl., Johann H. Wehn 3 fl., Georg Dörr 1 fl-, Ed. Lind fl., Ungenannt 1 fl., Fräul. Land 1 fl-, F. Schlosser 18 fr., Ehr. Vogt 30 fr, Martin Lenz 2 fl., Geschwister Beil 30 fr., Conrad Vogt 4 fl., August Oeser 5 fl., H. F. Reit 30 fr., Ed. Plank 1 fl., Pimper II. 36 fr., Gebr. Landauer 5 fl-, G-C-Spruck 8 fl. 45 fr., F. Barth 5 fl-, Ehr. Wallenfels jun. 4 fl., S- Flörsheim 3 fl. 30 fr-, H. E- Jughardt 3 fl. 30 fr., Hultsch 3 fl. 30 fr., W- Herbert 1 fl. 45 fr., Schlund 1 fl., v. St- George 8 fl., Advokat Fuhr 3 fl., Eduard Ottmann 1 fl. 30 fr., Louis Ottmann 1 fl., M- Euler 1 fl. 45 fr., I. Fromm 1 fl. 30 fr., Frau Stumm 12 fr., Grünebaum 1 fl., Gerbode 30 fr., Mühlbeck 2 fl., Ehr. Weidig 30 fr., Dr. Kehrer 5 fl. 30 fr-, G- Schmehl 1 fl. 45 fr-, A. E- 1 fl-, Univ.-Gärtner Müller 3 fl-, Rentamtmann Lyncker 15 fl-, Hofgerichts-Diener Schellmann 1 fl., Ehr- Wallenfels sen. 7 fl, v. Gremp 5 fl., Wegerle 18 fr.; zusammen: 688 fl. 45 fr. 8) Abgegeben bei Herrn Ricker: von M- Rosenthal 1 fl. 45 fr., 3£. P. 1 fl-, Wittwe Brühl 3 fl. 30 fr., Prof. Zöppritz 3 fl. 30 fr.; zusammen: 9 fl. 45 fr. 9) Gesammelt durch Herrn Hanstein: von Chr. Löber I. 3 fl. 30 fr., Gebr. Ebel 10 fl., Sergeant Faßold 1 fl., E. Pistor 5 fl.; zusammen: 19 fl. 30 fr. 10) Gesammelt durch Herrn Uhl: von A. Rcuning 10 fl., N. N. 10 fl., Ferdinand Gail 20 fl., Prof. Seitz 10 fl., Prof. Streng 10 fl., Ludwig Keßler 1 fl. 45 fr., Obertelegraphist Horn 3 fl., Inspektor Gabriel 2 fl., Werfführer Seibert 2 fl., Dr. Rosenberg II. 3 fl., G- Renzel 2 fl., Prof- Dr. Heinzerling 5 fl., Postdirector Lochmann 2 fl., Prof. Schilling 3 fl. 30 -fr., Louis Bücking 25 fl., Schreiner Karl Seip 3 fl. 30 fr., Balthasar Emmerich 2 fl., Adv. Dr. Muhl 3 fl., Rentier Friedrich Maurer 20 fl., Adolph Roll 25 fl., Eduard Silbercisen 3 fl. 10 fr., Prof. Wernher 10 fl., Geh. Rath Weber 15 fl., Hofger.-Rath Zimmermann 3 fl. 30 fr.; zusammen: 194 fl. 45 fr. 11) Gesammelt durch die Herren Retter und Balser: von H. F. 2 fl., A. Faber 2 fl., Frau Spengel Wittwe 2 fl., Fr. Berg 2 fl. 20 fr., Carl Berg 1 fl., Seiler Hilgardt 30 fr., Metzger Planf 1 fl 30 fr., Sack 24 fr., L. Kohlermann 1 fl., K- G- 1 fl. 45 fr-, E- Gail 1 fl-, Gebr- Adami 5 fl., H. Rübsamen 1 fl. 45 fr., Kaeß 5 fl., Ehr. Reiber 3 fl. 30 fr., Roßmann 2 fl., S. Weimersheim 7 fl., M- Engel 1 fl. 30 fr., Ad. Weidig 2 fl., H. Kuhn 1 fl-, Ad. Schmidt 1 fl. 10 fr., Dr. Hempel 6 fl., Landger.-Assessor Bramm 3 fl., Aug. Weidig 3 fl.; zusammen: 57 fl. 24 fr. 12) Vorläufiger Ertrag der auf Kosten des Herrn Pfarrers Dr. Seel gedruckten Buß- und Bettagspredigt desselben 82 fl. Diejenigen Einwohner, welche bei der Einsammlung der Beiträge nicht zu Hause angetroffen oder aus Versehen etwa übergangen worden sind, roerben gebeten, ihre Beitrüge freundlichst an Herrn Ricker, oder an ein anderes Comitemitglied abgeben zu wollen. ö906) Zur Unterstützung der hülfsbedürftigen Angehörigen der ins Feld ausgerückten deutschen Soldaten sind ferner eingegangen: 7) Gesammelt durch die Herren Ferd. Hoffmann und Dr. Diehl: von Wittwe Bamberger 1 fl. 10 fr., von den Dienstboten Eleonore Schleuning 18 fr., Margarethe Jäger 18 fr., Henriette Weingart 30 fr., Emil Roth 8 fl. 45 fr., Landrichter Rayß Wittwe 1 fl. 45 fr., v. Heimbrachts Wittwe 2 fl., Ungenannt 1 fl., H. Brief 1 fl. 10 fr., Haberforn 3 fl., S. Bock 10 fl., G. und A. Bock 1 fl. 45 fr-, Baltzer 2 fl., G. Heinr. Schirmer 20 fl., Frau Louis Roll 3 fl., Völcker 5 fl., Dienstmädchen Marie Müller 20 fr., Stadtrichter Muhl 4 fl., F. Koch 10 fl-, M. Homberger 5 fl., Loewe 5 fl., Dr. W. Diehl 2 fl. 42 fr., C- Emme- lius 5 fl., Dr. Wilbrand 5 fl., Pfarrer Sander 2 fl., Georg Fulda 17 fl., Landrichter Bötticher 3 fl., Arnold Müller 10 fl., Lehrer Franz 1 fl. 10 fr., Dr. Bindewald 5 fl., H. Scheid 5 fl., Landgerichts-Assessor Hellmann 4fl., E. Wim- menauer 2 fl. 30 fr., C. Roloff 6 fl., M. Hassdenpflug 1 fl., Dienstmädchen Anna Ebener 18 fr., C- L- Balser 2 fl., I. Hanau 5 fl., Heinr. Weißgerber 5 fl. 15 fr., Dr. Roack 1 fl-, H. Geisel 1 fl-, Emil Loos 1 fl., Fräulein Hoffmann 12 fr-, Kleinböhl 1 fl., L- Flach 1 fl., K- Elermann 1 fl. 45 fr., L- König Wittwe 2 fl., Dr. Winckler 3 fl., Dr. Engelbach 7 fl-, Engelbach 5 fl., v. Herff 5 fl., Dr. L. Wittmann 1 fl., I. Wallenfels 5 fl., Th. Baist 3 fl. 30 fr., A- Uhrig 30 fr., Lehrer Hch. Schmidt 2 fl., Ph. Lampus 2 fl., Hofger.-Adv. Steinberger 5 fl., B- Blumenthal 2 fl., David Katz 3 fl., Balthaser Malkomesius 1 fl. 30 fr., S- Walther 30 fr., Karl Grüneberg 2 fl., Wittwe Flett 1 fl. 10 fr., PH- Leib 2 fl., H. Zimmer 2 fl-, L- Roth 5 fl., Wittwe Binzer 3 fl. 45 fr-, M. Mink, Dienstmädchen bei Wittwe Binzer 18 fr., W. Buff 8 fl. 45 fr., Werner Otto 1 fl.. Job- Christ 1 fl., W. 1 fl-, C- Peil 18 fr-, Moses May 12 fr., Friedrich Schmidt 12 fr., H. Simon 30 fr., Zulauf 30 fr., Bäcker Vogt 1 fl. 45 fr-, Pitthan 2 fl., Kauf 1 fl., K Weil 12 fr., Metzger K- Schneider 30 fr., H. Hartmann 12 fr, Ungenannt 18 fr., Georg Leib 3 fl. 30 fr., Fr. Leib 3 fl. 30 fr, O- Kempff 10 fl., Kempff 10 fl., L Flett 5 fl., C- Jughard HI. 3 fl. 30 fr., Gebr. Michel 5 fl., Rt. Weisbäcker 1 fl., Wilh. Löber 10 fl., Heinr. Klein 1 fl., Rühl 30 fr., Friedrich Kühne 2 fl. 30 fr-, Joh. Fischer 10 fl., F. E- Winter 1 fl. 45 fr., C- Vogt Wittwe 1 fl., L- Herring Wittwe 1 fl., Hch. Schmidt 3 fl., Baer & Bamberger 3 fl. 30 fr., Hcrm. Spieß 1 fl., C. Wallenfels 3 fl. 30 fr., D- M. Hügel 2 fl., G- Röder 1 fl., C- Habenicht 3 fl. 30 fr., R. R- 1 fl. 10 fr., H. Mühlich 24 fr., CH. Henckel 12 fr., O- Schulz 12 fr., L- Best 24 fr., CH. Weiß 30 fr-, E- Gärth Wittwe 24 fr., Brück 30 fr-, Arnoldt 30 fr-, E- Wallenfels 5 fl., C. F. Semmler 3 fl. 20 fr., Schnur 30 fr-, Roloff I. 1 fl. 45 fr., Landger.-Diener Fischer 1 fl. 10 fr-, Frau Lang 36 fr., Frau Ufer 3 fl., L. Kauffmann 5 fl. 50 fr-, Schildköter 3 fl., Carl Hensel Wittwe 10 fl., Louis Treff 5 fl., Eduard Spier 1 fl., Chr. Frutig 42 fr., C- Ludwig 1 fl-, E- Junfer 2 fl., Sam. Katz 1 fl., Ploch 6 fl-, Dr. Ploch 3 fl., Th. Rühl 35 fr., W- Wortmann 3 fl., F. Gerbode 1 fl., G- Weidig 2 fl., Postillon Wagner 24 fr., Dienstmagd Katharine Schüler 6 fr., Chr- Dörr 12 fr-, Heinrich Krämer 12 fr-, Ph. Braun 12 fr., Joh. Schneider 33 fr., Buchheim 5 fl., Klingelböffer 2 fl., Ludwig Franz 30 fr-, G. Rügener 30 fr., Briefträger Trapp 1 fl. 45 fr., Brieftr. Todt 1 fl., Carl Deines 2 fl. 30 fr., L- Böger 1 fl. Dr. Köhler 1 fl. 45 fr., Zugführer Roack 30 fr-, von einer Gesellschaft durch Dr. W. Diehl 10 fl., A. Steinberger 1 fl. 45 fr., S. Hirsch Sohn 5 fl., Metzger G- Sack 5 fl., L- Textor 1 fl., Joseph Stern 48 fr., Th. Geismar 2 fl. 30 fr., H. Mahler 30 fr-, Chr. Zinßer 30 fr., F. Witzenbacher 1 fl. 10 fr., H. Schmoll 1 fl., Ph. Schneider 18 fr., Ph. Walther 2 fl. 30 fr., I. Göbel Wittwe 1 fl. 45 fr-, Bergmann 1 fl., Martin Fuhr 1 fl-, Dienstmagd Maria Schmidt 18 fr., Peter Hubeler 30 fr-, Johannette Ferber 24 fr., Stadtger.-Dtener Schäfer 1 fl., Dr. H. Weber II. 8 fl., Schneidermeister Loth 3 fl. 30 fr., Hainer 1 fl., W- Nagel 3 fl., Dienstmagd Katharina Brück 30 fr., Chr. Jughardt 2 fl., Ernst Jughardt 1 fl. 45 fr., L- Petri I. 2 fl. 30 fr., Verwalter Bauer 1 fl. 45 fr., A- Stein 1 fl., S. Goldenberg 2 fl., Assessor Limpert 2 fl-, Wilh. Hensler 1 fl. 10 fr-, Politische Rundscho«. 6. September. Der „Schlesischen Ztg." wird aus Petersburg, 27. August, geschrieben: „In Kreisen, Die für unterrichtet gelten dürfen, will man hier mit Bestimmtheit wissen, daß zwischen dem hiesigen und dem Wiener Kabinet ein definitives Ein- verständniß dahin erzielt ist, baß beide Kabinette im geeigneten Augenblicke den kriegführenden Parteien gemeinschaftlich ihre Vermittelung zur Wiederherstellung des Friedens anbieten und für Die Geltendmachung gleichlautender, vorher von ihnen festzustellender Friedenspropositionen eintreten wollen. Die Anregung zu den betreffenden Verhandlungen, die hier in Petersburg eingeleitet und in Wien zum Abschluß gebracht wurden, soll vom Kaiser Alexander II. selbst ausgegangen sein. Eben so wird cs in den genar nten Kreisen als verbürgte Thatsache betrachtet, daß der Kaiser Alexander II. dem Kaiser Franz Joseph in einem durch den österreichischen Gesandten Grafen Chotek ihm übersandten Schreiben die Vcr- sicherung gegeben Hot, daß Preußen keine feindseligen Absichten gegen Oesterreich hege, und daß letzteres, im Falle cS dennoch wider alles Erwarten durch Die preuß. Waffen bedroht werden sollte, sich jeder Hülfeleistung von Seiten Ruß- lands versichert halten dürfe. Schon diese schriftliche Versicherung, Die offenbar die Befestigung Oesterreichs in seiner neutralen Stellung bezweckt, dürfte ein Fingerzeig dafür sein, daß die von Rußland beabsichtigte diplomatische Intervention einen den preußischen und deutschen Interessen keineswegs ungünstigen Charakter haben wird. Nach der in den hiesigen Hof- und diplomatischen Kreisen herrschenden Stimmung ist sogar anzunehmen, daß Rußland sich der Wiedervereinigung der ehemals deutschen GebietSlheile Frankreichs mit dem deutschen Mutterlande, falls sie von den deutschen Fürsten mit Entschiedenheit gefordert wird, nicht allzu sehr widersetzen wird." u . ,n = < Der belgische Minister des Auswärtigen hat an den Knegsminister folgendes Schreiben gerichtet: Der Krieg zwischen unfern Grenznachbarn kann Eventualitäten herbeiführen, gegen welche Vorkehrungen zu treffen sind. Das Gebiet Belgiens ist unverletzlich, keine fremde Kriegsmacht darf eindrtngen oder es ohne unsere Erlaubniß durchziehen, und wenn ein derartiger Versuch gemacht werden sollte, so würde unsere Armee sich im Falle legitimer Verthcidigung befinden, und mit allen ihr zu Gebot stehenden Mitteln den Angreifer zurück- zutreiben haben. Allein abgesehen von einem solchen Vorfall, der, wie ich glaube und wünsche, nicht eintreten wird, muffen wir erwarten, daß einzelne Soldaten oder Truppenkörper von dem Feinde auf unser Gebiet getrieben werden. Solchen Soldaten oder Truppen zu erlauben, in ihr Land zuruckzukehren, wurde ihnen gestatten, den Kampf wieder zu beginnen, während sie, wenn unser Land ihnen nicht eine Zuflucht geboten, zu Gefangenen gemacht worden waren. Wir würden daher indirect die Armee eines oder des andern Kriegführenden verstärken, was gegen die Verbindlichkeiten wäre, die wir als Neutrale zu erfüllen haben. Tritt ein solches Ereigniß ein, so haben wir, selbst mit Gewalt, Die bei uns eine Zuflucht suchenden Banden zu entwaffnen, Soldaten und Unter- osfiziere nach dem Innern des Landes zu bringen, und nur den Offizieren freie Bewegung zu gestatten, wenn sie ihr Ehrenwort gegeben haben, nicht die Grenze ju pafsiren. Die Waffen dürfen erst nach Abschluß des Friedens zuruckgsgeben werden. Geben Sie den Truppencommandanten auf Grundlage dieser Pnn- cipien, welche mit dem Völkerrecht übereinstimmen, die nöthigen Befehle. Gegenüber den Meldungen Wiener Blätter von einer bedingten oder unbedingten Abberufung des Fürsten Metternich aus Paris, versichert das Wiener Telegraphen- Correspondenz- Bureau , daß Fürst Metternich für den mittlerweile eingetretenen Fall einer Aenderung in Der Regierungsgewalt Frankreichs, positive, Den diplomatischen Usancen entsprechende Instructionen in Händen hatte, dahin lautend: seine für die frühere Regierung lautende Creditive allerdings für erloschen zu betrachten, die Geschäfte der Botschaft jedoch ungebindert fortzuführen und mit Der faktischen Regierungsgewalt zu diesem Behufe gegebenen Falls in officiöse Verbindung zu treten. Ein militärischer Correspondent schreibt Der „Ztg. f. Nordd." : Wie verlautet, geht man deutscherseits mit der Absicht um, den deutschen Feldarmeen eine Anzahl von Revolverbatterien beizugeben. Nach übereinstimmenden Nachrichten vom Kriegsschauplatz soll namentlich die Batterieverwendung der französischen Mitrailleuscn, allerdings nur für gewisse gegebene Verhältnisse, eine weit wirkungsvollere gewesen fein, als früher vorausgesetzt worden ist, und erschiene die Einführung dieser Geschütze wohl schon wegen des moralischen Eindruckes vortheilhaft, welche deren auch auf deutscher Seite erfolgende Anwendung nicht verfehlen dürfte auf die jungen französischen Soldaten auözuüben, deren Vcr- wendung in nicht zu ferner Frist in Aussicht steht. Daily News erhält Depeschen aus Paris, Deren wesentlicher Inhalt lautet: „4. September, 6 Uhr Nachmittags. Unbeschreiblicher Enthusiasmus! Ueberall Rufe: Es lebe die Republik! Alle kaiserlichen Abzeichen werden begeistert abgerissen, Büsten Napoleon's fliegen massenweise aus den Fenstern und in die Seine! Rochefort im Triumphe nach dem Rathhause getragen! Ueberall Lachen und Weinen vor Freude, Umarmen und Händeschütteln!" Vom Kriegsschauplatz. Der französische Minister des Innern gibt bekannt, daß sich am 5. Aug. preußische Plänkler zu Fismes zwischen Reims und Soissons gezeigt haben. Das Armeecorps Dinoy bewerkstelligt feinen Rückzug nach Laon. — Eine weitere Depesche theilt Die Ankunft des Generals Vinoy mit seinem Corps in Laon mit, meldet zugleich, daß derselbe sich weiter zurückzieht. Aus Poix, 2. Sept., wird der „Jndependance belge" geschrieben: „Sie wissen, daß die von unserer belgischen Armee gefangen genommenen Franzosen nach Poix geführt wurden, um von hier die Offiziere nach Hasselt, die Soldaten nach Dem Lager bei Bcverloo zu schaffen. Der erste Wagenzug brachte 120 Mann, Zuaven, Turcos, Cuirassiere, Artilleristen, Cavalleric aller Art, Marinefoldaten, Freischützen, Infanterie von den Regimentern Nr. 1, 18, 27, 45, 56, 79 ic. Fast alle gehörten dem Corps de Failly, das Den linken Flügel bilDcte, an. Bald darauf trafen zu Wagen etwa 30 französische Offiziere ein, welche vom General Sapin mit der größten Cordialitat empfangen wurden; kurz darauf erschien ein endloser Schwarm von französischen Gefangenen unter Escorte belgischer Infanterie. Die Turcos und Zuaven bildeten die Mehrzahl. Der linke Flügel unter de Failly war gerade beim Abkochen der Morgen- suppe, als mitten in den Artilleriepark eine preußische Kanonenkugel einschlug. Die Soldaten liefen zu Den Gewehren, aber Der Feind hatte sich im Walde verdeckt aufgestellt, während die Kartätschen in die französischen Reihen einfchlu- gen; um 8 Uhr Morgens war der linke Flügel bereits aufgelöst und nach der belgischen Grenze zurückgetrieben. Die erste Bitte der französischen Soldaten war Papier, um den Ihrigen zu schreiben. Einer derselben, ein Elsässer, für den ich einen Brief schrieb, meldete seiner Frau, „er habe auch nicht den Schatten von einer Wunde und noch dazu seinen Tornister und seine Mitrailleuse gerettet", er meinte damit seine Kaffeemühle! Um 61/2 Uhr wurden die Ge- fangcnen mit der Bahn weiter befördert. Alle anwesenden Personen (die Belgier) zeigten sich entblößten Hauptes." Vom Oberrhein, 31. August, schreibt man der „Augsb. Allg. Ztg.": Lassen Sie mich vor allen Dingen von der Brust Ihrer Leser einen Alp hinwegnehmen, den Ihnen ein Bericht Ihres Correspondenten vor Straßburg aufgewälzt hatte. Das Straßburger Münster ist unversehrt, und es ist vor allen Dingen einfach schon deßhalb nicht ausgebrannt, weil dies eine Sache der Unmöglichkeit ist. Das Innere des Münsters enthält nur höchst Unbedeutendes an Holz, ein paar Altäre, einige Capellchen, sowie dergleichen Dinge und Stühle, denn es sind darin n'cht einmal feste Kirchenbänke. Das Dach aber ist dicht mit Platten gedeckt und noch unversehrt. Wenn also Einiges davon in Brand gerathen wäre, so hätte es höchstens die Mauern etwas schwärzen, nimmermehr aber dieselben angreifen oder erschüttern können, wie am Frankfurter Dom mit seinem schwerfälligen Holzdach und der Menge von Holzverkleidung, Treppen u. dgl. UeberdieS sind gestern wieder Leute gebildeter Stände von Straßburg herauS- gelangt, welche die vollständige Unversehrtheit des Münsters behaupten. Ich und andere Zuschauer haben auch oft genug gesehen, wie man beim Schießen und Bombardiren immer den Augenblick abpaßte, wo das Münster erhellt erschien, und man das Ziel so fassen konnte, daß die Kugeln dasselbe nicht erreichten. Bei anderen Gebäuden war dies freilich nicht möglich, und daher ist vieles Werthvolle zerstört worden. Privatbriefen von der französischen Flotte in der Nordsee entnimmt ein pariser Correspondent der Shipp. Gaz., daß die Flotte große Noth hat, sich mit Kohlen zu versehen, und daß dies so viel Kosten verursacht, daß man sich schon die Frage vorgelegt hat, ob nicht Frankreich eben so viel Schaden von der Blo- cade habe, wie Deutschland. Die Flachheit der Küsten und die Schwierigkeiten, welche durch die Entfernung der Lichter und Zeichen entstehen, das Fahrwasser zu finden, so wie die überall errichteten Vertheidigungswerke machen es ganz unmöglich, irgend etwas zu thun. Das sei ein trauriges Ende einer so großen Expedition von Panzerschiffen, aber es sei einmal nicht anders. Der Generalgouverneur von Benin erläßt an die Bewohner Lothringens eine Proclamation, in welcher er, unter Bezugnahme auf die königliche Procla- mation vom 11. August, den friedlichen Bürgern Sicherheit der Person und des Eigenthums verspricht und die Erwartung ausdrückt, daß seine Befehle von den Behörden und den Einwohnern beobachtet und genau befolgt werden. Der Generalgouverneur erklärt, er würde sich bei Widerstand gezwungen sehen, alle Mittel zu ergreifen, welche zur Aufrechthaltung der Autorität ihm zu Gebote stehen. Darmstadt, 6. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 26. August den Professor, Geheimer Iustizrath Dr. Wasserschleben zum Rector der Landes-Universität für die Zeit von Michaelis 1870 bis dähin j871 zu ernennen. Cassel, 4. Sept. Die Dauer der hiesigen Industrie-Ausstellung, welche sich bisher der lebhaftesten Theilnahme des Publicums und des ungetheilten Lobes aller Sachverständigen erfreute, durch den plötzlich ausbrechenden Krieg jedoch in der letzten Zeit bedeutende Einbuße erlitten hat, ist bis zum Schluß dieses Monats verlängert worden. Dabei sind alle bisherigen Anordnungen beibehalten, und werden von jetzt ab Partoutkarten zum Preise von 1 Thlr. ausgegeben; der Preis des einmaligen Besuchs ist stets ein außerordentlich geringer. Die von Sr. Majestät dem König für die Ausstellung erbetene Mitrailleuse ist, nachdem ein bereits gemeldetes Telegramm dieselbe zugesagt, vorgestern hier eingetroffen und in einer mit der Büste des Königs geschmückten besonderen Halle aufgestellt, wo sie seit gestern — gerade am Tage der Gefangennahme des Kaisers Napoleon und der Armee Mac Mahon's! — ein zahlreiches Publicum herbeizieht. — Auch die Lotterie mit 100,000 Loosen ä 1 Thlr. und über 5000 Gewinnen, unter diesen die hervorragendsten Gegenstände der Ausstellung, erfreut sich eines lebhaften Zuspruchs. Anerkennung verdient, daß der Vorstand 5000 Thlr. von diesem Einkommen den Vereinen zur Unterstützung der Familien der verwundeten und gefallenen Krieger mit dem besonderen Wunsch zugewiesen hat, daß für diese Summe den Wittwen und Waisen der Gebliebenen zu Weihnachten eine kleine Freude bereitet werde. — Heute wird nun auch Napoleon hier eintreffen, um in Wilhelmshöhe, wo einst sein Onkel die schönsten Jahre seines Lebens verbrachte, der Bestimmung des Königs gemäß, seinen Aufenthalt zu nehmen. So bietet denn Cassel dem Touristen im Augenblick mancherlei Interessantes. Wiesbaden, 3. September. Ein hiesiges Handlungshaus, dessen Reisender von einem Hause in Rouen im Juni dieses Jahres eine Bestellung erhielt, empfing heute von dieser französischen Firma einen Brief, dessen wortgetreue Ueber- setzung hier folgt. (Das französische Original hat der Redaction des Rhein. Kur. vorgelegen.) Mein Herr! Ich nehme keine Artikel an, welche von so einer schmutzigen Nation wie die Ihrige kommen; — man müßte nicht einen französischen Blutstropfen in den Adern haben, um eine Nation, welche nicht das Mittel findet, in ihrem Lande zu leben und welche immer Frankreich nöthig hat, um feine Produkte abzusctzen, leben zu lassen. Preußen muß sehr arm sein, um nicht zu Hause leben zu können, ohne zu uns zu kommen und uns auSzubeuten. Ich kann selbst nicht begreifen, wie Sie die Idee haben konnten, mir in einer solchen Zeit zu expediren; — dieses beweist, daß Sie herzlose Menschen sind, welche nur von Frankreich leben. Schande und Schmach (Honte et malädiction) auf Euch Alle, schmutzige Race von Preußen, welche zu uns kommen, uns auszubeuten und uns zu bestehlen. Sie können mit Ihrer Waare machen, was Sie wollen- aber nie wird dieselbe über meine Schwelle kommen. Ich grüße Sie, weil die Höflichkeit es mir gebietet, aber mit der Ihnen gebührenden Achtung. Berlin, 2. September. Aus der „Etoile belge" vom 28. August erhält man die interessante Nachricht, daß Frankreich dem neutralen Nachbarstaate Belgien fast sein ganzes Eisenbabnbctriebsmaterial entwendet hat und es auf den französischen Bahnen zu militärischen Zwecken benutzt. Es waren nämlich gegen 2500 Waggons mit Getreide k. von Belgien nach Paris spedirt worden, aber die leeren Wagen sind nicht wieder zurückgelangt, trotz der energischen Reklamation von Seiten der belgischen Behörden. In Folge dessen haben schon viele Fabriken in Belgien ihre Arbeit einstellen müssen, und die Kohlenproduktion bei Charleroi ist vollständig lahm gelegt. Man würde die Mittheilung der Et. b. kaum glauben, wenn sie nicht Tags darauf durch den amtlichen Moniteur belge bestätigt worden wäre. (Schw. M.) München, 6. Skpt. In Folge des Sieges hat der König alle wegen der Traunsteiner und Deggendorfer Rekrutirungsexcesse noch Inhastirten begnadigt, mit Ausnahme des wegen Todtschlags verurtheilten Revierförsters Kracher. (Fr. I.) Stettin, 5. September. In Folge Befehls vom Kriegs-Ministerium werden die gefangenen französischen Mannschaften in Zukunft statt des Commis- brodes Weißbrov erhalten, weil sie das ihnen ungewohnte «Schwarzbrot» nicht vertragen können. — In Fort Wilhelm sind zwei große Casernen in Fachwerk zum großen Theile mit Hülfe der Gefangenen erbaut, in welche diese beim Eintritte kalter Witterung quartiert werden sollen. Nach dem Kriege sollen diese Gebäude als Casernen für unsere Besatzung benutzt werden. Prag, 31. August. Dreißig französische Gefangene sind aus der Festung Neiße entsprungen und haben die österreichisch-böhmische Gränze überschritten. Brüssel, 6. Sept. Das Gerücht, daß der Papst Rom verlassen haben soll, gewinnt an Boden. — Die belgischen Truppen kommen wieder von der Grenze zurück. Ein Theil der hiesigen Garnison ist wieder in Brüssel eingerückt. (Fr. I.) Paris, 4. Sept., Abends. Das Militär fraternisirt mit den Massen der Republicaner, die kaiserlichen Flaggen werden überall herabgerissen, die Büsten des Kaisers zertrümmert. Nachdem das Volk in die Tuilerien eingedrungen, besetzte die Mobilgarde dieselben. Volksmassen führten Rochefort jubeln nach dem Stadthause. Paris, 6. Sept. Das „Journal officiel" veröffentlicht eine Proklamation der Regierung an die Armee. Dieselbe sagt, die Abschaffung der Dynastie, welche für das Unglück verantwortlich ist, sei ein großer Act der Gerechtigkeit und des öffentlichen Heils. Um sich zu retten, braucht die Nation nur sich selbst wieder zu finden, um auf ihre Entschlossenheit und Euren Muth zu rechnen.— Ein Decret hebt den Stempel für Zeitungen und für Veröffentlichungen auf.— Die Beamten sind des Diensteides entbunden, der politische Eid ist abgeschafft. Die Gesandten in London, Wien und Petersburg sind abberufen. Alle Deutsche, welche keine Specialerlaubniß besitzen, sind verpflichtet, binnen vierundzwanzig Stunden die Departements Seine und Seine-Oise zu verlassen, widrigenfalls sie der kriegsrechtlichen Behandlung verfallen. Das „Journal officiel" publicirt ferner Ernennungen von Präfccten. — Der Feind nähert sich Paris. — Ein Circular Gambetta's sagt, die neue Republik sei keine Negierung für Zwistigkeiten und kleinlichen Parteihader, sondern eine Regierung der nationalen Ver- theidigung, des KampseS gegen die fremden Eindringlinge. (Fr. I.) London, 5. Sept. Die Deutschen in America und England sind allenthalben im größten Siegesjubel. Vermischtes. Mainz, 1. September. Ein Delegirter der nach Düffeldorf fahrenden Krankenschiffe erzählt, daß ihn einige Bewohner eines Dorfes, woselbst Wasser eingenommen wurde, gebeten hätten, das Schiff besteigen zu dürfen, um einmal auch einen Turco zu sehen. Unser Dele« airter,' welcher an diesem Tage zwar keinen Turco an Bord hatte, benutzte indessen diese Anfrage auf'S beste und im Interesse aller Verwundeten, indem er dem betreffenden Bäuerlein zu verstehen gab, daß er gegen Ablieferung von Wein und Eigarren einen Turco zur Ansicht auS- stellen wolle. Schnell waren die Neugierigen verschwunden, um das Nöthige zu besorgen, und beeilte man sich in der Zwischenzeit, einen leichtverwundeten, witzigen sächsischen Landwehrmann mit einigen Leintüchern zu behängen und als Turco an den Radkasten zu placiren. Die zurückgekehrten Landbewohner besahen sich mit Verwunderung dieses Unthier, welches durch sein Grunzen seinen Unmuth gegen alles Deutsche zu erkennen gab, und verließen daS Schiff mit großer Befriedigung. Der Spaß hatte 45 Krüge Wein und 400 Cigarren eingetragen. O selig, o selig, ein Turko zu seyn! Motto: Wer nie statt Brodes Rüben aß, Wer nie beschmutzt, zerlumpt, zerhauen Auf seinem Stroh als Turko saß , Der kennt euch nicht, ihr himmlisch milden Frauen. Frei nach Göthe. (Nach der Melodie: Der Papst lebt herrlich ,c. In Bahnhofen und Lazarethen zu fingen.) Der Turko lebte, wie man hört, Als Vieh mehr, denn als Mensch bis Wörth; Dort zog man ihn gefänglich ein — Ich möcht' kein solcher Turko seyn. Doch wird er d'rum nicht sehr gehaßt: Manch holdes Mädchen küßt ihn fast, Wie streicheln ihn die Hündlein fein! — Ich möcht« doch ein Turko seyn. Er lebt bet uns in Saus und Braus, Weiß kaum, daß er aus Frankreich drauS, Französisch hört er ja allein — Ich möcht' d'rum doch kein Turko seyn. Die Wunde zärtlich zugedeckt, Reicht jede Jungfrau ihm Konfekt, Orangen, Blumenkränze, Wein — Ich möcht' halt doch ein Turko seyn. Weil unsanft uns'rer Brüder Faust Hernieder auf sein Haupt gesaust, Entschäd'gen ihn der Schwestern Reih'n — Und doch möcht' ich kein Turko seyn. Ich wünsche eines Turko Glück Mir dennoch keinen Augenblick. — Doch lieber noch ein Turko seyn, Als solch ein deutsches Mägdelein! Dem Ewigweiblichen aller turkoliebenden Damen in bekannter Hochachtung gewidmet von Einem, „der kein Turko ist." Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.