Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durck die Post bezogen vierteljährlich 4Q fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dret mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. V. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 2O. Dienstag den 8. März 187«. V1077 ge- 3 fl. 253/4 kr Grundrente. Stockh. Stecken 1493/4 53 4 Flur Nr. 16/294a6i§301 33 93 52 81 und Reisholz Wellen 4700 1300 200, Stecken 63/4 41 Vz 4‘/2 32/67b 89/199 Holzversteigerung im Fürstl. Solms- Braunfels'schen Walde bei Langsdorf, District Schweinahl. Fichtenbaum versteigert: Scheidh. Prügelh. oHlftr. 1771 Acker, 1. Klasse, auf die Chaussee, hinter der Pulvermühle (wegen der Nähe der Stadt sehr zur Backsteinfabrikation geeignet), 541 Wiese im Heegstrauch, 542 Acker links des Wiesecker geboten. Gießen, den 4. März 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. 966) Flanellhemden, Shawls, Handschuhe, Hosenträger, Halsbinden, Papier- kragen, Chemisetten rc. rc. empfiehlt billigst Emil Orbig, Neuenweg. 6 Hofraithe bei der Kirche, gibt 4*/z kr. Grundrente. Billige Cigarren. 754) Ambalema-Ausschuß mit feiner Einlage, pr. Stück 1 fr., pr. Mille 16 fl., empfehlen I. A. Busch Söhne. Gießen, den 7. März 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 952) Künftigen Montag, den 14. d. Mts., Morgens 9 Uhr, soll im District Langberg, zunächst dem Nonnenröther Feld anfangend, folgendes Bauholz versteigert werden: 707 Stück schöne Fichtcn-Baustämme von 20956 Cubikiuß, 2278 Stück starke Tannen - Stangen von 12537 Cubikfuß. Gießen, den 4. März 1870. Fr. Muller. Holzversteigerung in der Oberförsterei Königsberg. 953) Montag den 14. März l. I., Vormittags 9 Uhr, werden in dem Königlichen Staatsforst „Großer Schnittenberg": 35 Stück Eichenstämme von 15 bis 35 Zoll mittlerem Durchmesser, mit 3598 Cubikfuß, 40 Stecken Eichen-Scheidholz, 26 „ „ Prügelholz, 58 „ „ Reisig, 55 „ „ Stockholz, 4Vz „ Buchen-Prügelholz, 27 „ „ Reisig, unter den im Versteigerungstermin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich dem Meistgebot ausgesetzt. Zusammenkunft im Holzschlage bei Nr. 1 des Stammholzes. Zahlungsfrist bis 30. September 1870. Heuchelheim, den 3. März 1870. Der Königliche Oberförster: Neuenhagen. sodann 63 Eichenstämme mit 1770 Cubikf., 3 Buchenstämme mit 84 Cubikf. und 5 Nadelstämme mit 121 Cubikf. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr am Kirchberg nächst dem Vicinalweg von Gießen nach Hausen. Credit bis zum 30. Juni l. I. Gießen, am 2. März 1870. Grobherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. 862) Holzversteigerung. Freitag den 11. März werden in den Domanialwaldabtheilungen Kirchberg und Stecken Buchen 6 Eichen 60 Nadelholz 5 mischtes Scheitholz, 225 Stecken desgl. Prügelholz, 693/4 „ „ Stockholz, 12 Schichten und 434 Stecken desgl. Reiser öffentlich verkauft werden. Hungen, den 4. März 1870. Fürstliches Rentamt- Demme. Für Oeconomen empfehle ich meine Niederlage gemahlener Palmkuchen, pr. Ctr. 3'/- fl- m neuen Original-Säcken von 106 Psd-; bessere und billigere Fütterung als Rapskuchen. Bei Abnahme von 100 Ctrn. ä 3 fl 15 kr. frei ab hier (in "Waggons-Ladung bedeutende Fracht-Ei sparniß). Ph. Schaffner, Göthcplatz 13, (871) Frankfurt a. M. Weges. Gleichzeitig werden die der Frau Marie Nestel in Darmstadt gehörigen Flur 15 Nr. 1 bis 6, 1483 lüKlftr. Acker und Wiese am Schlangenzahl zur Versteigerung aus- 920) Donnerstag den 10. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhause auf freiwilliges Ansuchen der Friedr. Zülch Wittwe die derselben gehörigen Grundstücke versteigert oder, im Falle kein annehmbares Gebot erfolgen sollte, solche auf 6 Jahre verpachtet werden, als: Flur Nr. □•«Iftr. 23/ 1 238 gibt 41 Vr kr. Grundrente, 2»/rol.bisro2b 870 gibt 2 fl. 15 kr. „ 30/ 60 224 gibt 15>/4 kr. „ 3i/132bi§134 1755 Vs Acker, 2/3 Wiese, gibt Versteigerungen. 923) Samstag den 12. März, Vormittags 11 Uhr, laßt Herr August Balser nachverzeichnete, in hiesiger Gemarkung liegende Grundstücke auf dem Ortsgerichts-Büreau einer freiwilligen öffentlichen Versteigerung aussetzen und werden Steigliebhaber hierzu eingeladen. Dienstag den 15. d. M-, Morgens 10 Uhr, ebendaselbst: 156V4 Stecken Eichen-, Buchen - und 956) Montag den 14. d. M-, Morgens 10 Uhr, soll in unterzeichnetem Districte: 108 Eichen-Stämme, zus. 1611 Cubikfuß, „ Stangen, „ 108 Hainbuchen-Stämme, zus. 1392 Nadelholz- „ , 779 „ Stangen, „ 380 Besondere Bekanntmachung. Bberhessische Eisenbahn - Gesellschaft. Dritte Einzahlung. 861) In Gemäßheit des §. 4 der Statuten wird hiermit eine dritte Einzahlung auf die zum Bezug von Actien der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft berechtigenden Jnterims-Certificate, und zwar von zwanzig Procent des Nominalbetrages der Actien, als mit 70 Gulden oder 40 Thaler per Stück auf die Zeit vom 11. bis 19. April 1870 einschließlich l eitaesetzt» Bei dieser Einzahlung werden die Zinsen auf die bereits eingezahlten 40 Procent für die Zeit vom 19. October 1869 (incl.) bis (excl.) 19. April 1870 im Betrage von fl. 2. 27 kr. oder Thlr. 1. 12 Sgr. per Stück vergütet, und sind daher auf jedes Interims-Certificat effectiv zu zahlen fl. 67. 33 fr. oder Thlr. 38. 18 Sgr. Die weitere Verzinsung der Jnterims-Certificate mit dritter Einzahlung lauft vom 19. April 1870 an. In dem nämlichen Termin kann statt der Theil- auch Vollzahlung geleistet werden. Wer die ausgeschriebene Einzahlung nicht leistet, hat von dem Betrag derselben sechs Procent jährlicher Verzugszinsen vom 19. April 1870 an und eine Conventional- strafe von fünf Procent zu zahlen und wird unter Angabe der Certificat-Nummer während der ersten vier Wochen nach Ablauf des Zahlungs-Termins durch dreimalige Bekanntmachung aufgefordert, die rückständig gebliebene Einzahlung sammt Verzugszinsen und Conventionalstrafe binnen zwei Monaten nach Ablauf des Zahlungstermins nachträglich zu leisten. Solche Jnterims-Certificate, bezüglich deren dieser Aufforderung vor Ablauf der weiteren zwei Monate nicht vollständig nachgekommen sein wird, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Einzahlungen aber, sowie alle Anrechte daraus, verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Es sind die Interims - Certisicate vorzulegen und mit denselben nach der Reihenfolge der Zahlen geordnete Nummern-Verzeichnisfe in doppelter Ausfertigung einzureichen, wozu Formulare bei den Zahlungsstellen ausgegeben werden. Die Zahlungen haben zu geschehen: in Frankfurt a. M. bei Herren Gebrüder Bethmann, „ „ „ „ von Erlanger L5 Söhne, „ „ „ Herrn M. KönigSwartcr, „ Berlin bei Herrn Jos. Jaques, „ Stuttgart bei der Württemborgischen Vereinsbank, „ Darmstadt bei Herrn Moritz WolfSkrhl, „ Gießen bei unserer Hauptkaffe. Gießen, den 21. Februar 1870. Der Verwaltungsraty: Baron R von Erlanger, Ferdinand Fürst zu Ysenburg, Präsident. Vice-Präsident. 951) Dienstag den 19. April d. I., Nachmittags halb 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die der Friedrich Karl Julius Orth Ehefrau gehörige Hofraithe versteigert werden, als: Flur Nr. mKlftr. 958) Montag den 14. März d. I-, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Petri'schen Hause in der neuen Anlage, Lit. C- Nr- 3u : Mobilien, besonders ein Schrcibpult mit Bücheraussatz, ein Waschtisch, Bettladen, Bettwerk, ein Kinderwagen, Waschbütten und sonstiges Hausgeräthe wegzugshalber versteigert werden- Gießen, den 7. März 1870. In Auftrag: _________Semmler, Ortsgerichtsmann. Riildenversteigerung. 957) Samstag den 12. März, Morgens 11 Uhr, wird in dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten das dicßjährige Rindenergebniß eines 18jährigen Elchenstockschlags im Do- manialwalddistrict Franzenwald, veranschlagt auf 300 Ctr., öffentlich versteigert- Der Großherzogliche Forstwart Menges zu Großen-Linden ist beauftragt, den Schlag auf Verlangen vorzuzeigen. Gießen, am 1. März 1870. Großherzogliche Oberförstern Schiffenberg. Dr. Draudt- Feilgebotenes Frankfurter Pserdkloose, a 1 fl. 45 kr., zu haben bei (831) Julius Wallach. 8 Düngemittel der Chemischen Fabrik Griesheim in Frankfurt a. M. Sauere phosphorsauere Kalke (Superphosphate) zur Du^auna des Getreides, ür Rüben, Wiesen, Gemüse, Futtergewächse, Reps u- s. id. in drei Sorten. Phosphorit-Phosphat, das rohe Knochenmehl ersetzend, Hülfsdünger. Gedämpftes Knochenmehl (guanisirt), in feinem und gröberem Pulver, für Getreide u. s. w. (zur Maschinen- und zur Handsaat). Griesheimer Guano (Kali - Dünger), feines Pulver, für Getreide, Reps, Tabak, Kartoffeln, Hopfen u. s. w. Weinberg-Guano (Weinberg - Dünger). Wiesen-Dünger (Kali-Dünger). Peru - Guano - Phosphat. (Gesäuerter Peru-Guano). Peruanischer Guano. Baker-Guano. Mischungen von Superphosphaten mit Kalisalzen. Futterknochcnmchl. SodagyPS, fein gemahlen. Reichthum an Gehalt. Vorzügliche Löslichkeit. Billige Preise. — Preislisten, Gebrauchsanweisungen und Analysen gratis. — Garantie der Analysen. — Controle der landwirthschaftlichen Vereine.______________ Salinen-Koch- u. Viehsalz in V25 und Vi-Ctr.-Säcken, Lein-Saamcn- und Palmkuchen zu den billigsten Preisen empfiehlt (964) Ehr. Wallenfels. 934) Oberndorfer Runkelrübensamen in vorzüglicher Qualität in der Samenhandlung von Carl Deines. Versteigerung von Straßenarbelten. 912) Die zur Unterhaltung der Staatsstraßen in dem Baubezirk Gießen für das Jahr 1870 erforderlichen Arbeiten, bestehend in dem Brechen, der Beifuhr, dem Aufsetzen und dem Zerschlagen der Steine, ollen an den nachbenannten Tagen und Orten wenigstfordernd versteigert werden, und zwar: I. Mittwoch den 9. März, Morgens 10 Uhr, zu Lich in dem Gasthaus zum Engel für die Straßen von Steinbach über Lich gegen Langsdorf und von Hessenbrücken-Hammer über Lich bis Hof-Gill. II. Donnerstag den 10. März, Nachmittags 1 Uhr, zu Lang-Göns in dem Gemeindehause für die Straße von Großen-Linden über Lang- Göns bis zur Kirch-Gönser Gemarkungsgrenze. III. Freitag den 11. Marz, Morgens IOV2 Uhr, zu Lollar in dem Gasthaus zur Krone für die Straße von Gießen nach Marburg. IV. Samstag den 12. März, Morgens 10 Uhr, auf der Gansenburg für die Straße von Gießen gegen Grünberg. Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien weiden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 3. März 1870. Groß'-erzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Alsdann wird Dienstag den 15. d. Mts-, um 9 Uhr, Hierselbst folgendes Brennholz versteigert: 53 Stecken Buchen-Prügelholz, 120 „ „ und Tannen - Stockholz und 8100 Wellen bergl. Reisholz. Lich, am 7. März 1870. Fürstliche Oberförsterei Lich. ______________Eigenbrodt.______ 896) Mittwoch den 9. März, Vormittags 11 Uhr, lasse ich eine ansehnliche Partie Haferstroh, ganz besonders zum Füttern sich eignend, sowie eine Partie Dickwurzeln, beides Prima- Qualität, centnerweise öffentlich meistbietend versteigern Zugleich empfehle ich meinen ausgezeichneten Früh- und Spät-Saathafer. Gg. Heinr. Lony, Mühlgasse. Feuereimer an die Wem wohl hie und da Einer .1 leicht aus Schrecken odt G efucht 855) (932) H- Heß, am Lindenplatz. vermiethen bei M. Weißbäcker. W echselgeschäft. (564)’h man sich gef. an Obigen. und Bremen Liverpool Hamburg Havre Bremen Baltimore. New-Orleans- 898) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen. Auf Verlangen kann auch die Kost dazu gegeben werden. Zu erfragen bei der Exped- d. Bltts. 906) Ich nehme unter günstigen Bedingungen jetzt, oder auch spater, einen Lehrling an. Ehr. Jung, Mechanikus. Lustspiel in 5 Akten, nach dem Spanischen des Moretto von C. A. West. Preise der Plätze: Erster Platz 36 fr. Gallerie 9 fr. W. de 9t o 11 e, Theaterdirector. Abgehend r Teutonia von Hamburg 970) Auf den Artifel in Nr. 28 des Gieß. Anz. über den Wiesecker Brand können wir nicht umhinj das Nachstehende zu bemerken. ES steht richtig, daß es an den nöthigen Gefäßen zum Herbeischaffen des Wassers gefehlt hat, was wohl darin seinen Grund haben mag, daß Wieseck nur im Besitze von 100 Feuereimern ist, obwohl es über 400 Ortsbürger zählt, von denen Jeder bei seiner Aufnahme 3 fl. für einen Feuereimer an die Gemeindekasse alsbald zu zahlen hat. Auch das mag sein, daß " " uib du Sinei, wie man dies wohl auf dem Lande nicht allein findet, viel- _______Schrecken oder Bestürzung müßig dem Feuer zugeschaut hat, übrigens fanden diese Wenige unter den massenhaft aus der Stadt zur Hülfe Eilenden manchen Gesellschafter. Die Leistungen der Gießener Feuerwehr müssen wir dankend anerkennen, daß es jedoch derselben erst gelungen wäre, dem Feuer seinen Herd anzuweisen, müssen wir entschieden in Abrede stellen. Unsere beiden jungen, leider nicht durch ihr Verschulden noch mangelhaft ausgerüsteten Feuerwehr-Corps waren es, welche vereint mit vielen Ortsbürgern alsbald auf der Brandstätte eine solche Thätigkeit entfalteten, deren wahrhaft erstaunlichen Leistungen nach einem einstündigen Kampfe mit dem verheerenden Elemente es gelang, vor dem Eintreffen der Gießener Feuerwehr dem Feuer längs der Brauhausgasse und auch jenseits derselben eine Grenze zu ziehen und fanden dieselben in dem Erscheinen der Gießener Feuerwehr eine willkommene und kräftige Unterstützung. Möge unser Ortsvorstand Anlaß nehmen, für alsbaldige gründlichere Ausrüstung unserer Feuerwehr Sorge zu tragen, an deren Leistungsfähigkeit nach dem Wahrgenommenen wohl nicht mehr zu zweifeln sein dürfte. Wieseck, den 7. März 1870. Mehrere Ortsbürger. Rhein „ China „ Allemannia „ Atalanta „ Leipzig Frankfurt „ Passagen wende INeuestes Prämien - Anlehen | der Stadt Venedig. im Betrage von nahe | 12 Millionen, | genehmigt durch Hönigl. H« .Beeret I8ß9. Original - Staats - Prämien- A <9Ijoose sind überall zu kaufen® 949) Heute, Dienstag den 8. März, ynd die folgenden Tage, ist im Oswatd'schen Garten das Wunder des lebend sprechenden Kopfes zu sehen, welcher spricht, ißt, raucht und trinkt, und jede an ihn gerichtete Frage aufs Genaueste beantworten wird. Auch ist daselbst eine Elektrisir-Maschine aufgestellt, womit man Kopf- und Zahnschmerzen sofort beseitigen kann. Um zahlreichen Besuch bittet höflichst der Besitzer. Theater in Gießen. en Tage, ks de an ihn Wit um rer. Sranb föimtn es an den 1 darin seinen t, obwohl es 1 sl- für einen tag sein, baß l.findet, viel- übrigens fanden manchen nkend anerftte ib anjunjtifen, nicht durch ihr welche vereint eil entfalteten, mit dem verebt dem Feuer iehen und san- itne und ktas; balbige grunb- iftungsfähigkeit bürget. LW 2 WS MMhMB . in Cassel. ■ d ausländen. (914) t , das sofort ein; i, Leltersweg. ndmzum Waschen d Färben zu dm inten bei im tlmden-M- g, Nechanikus- StiT Rörz 1679.' ji West- . niei Platz 36 kr- c Nolte, atadirector- ^20 Ziunden- .rrlea^' Ljiort Cingesandt. Nachdem wir seit einigen Jahren so manches herrliche Tonwerk der berühmtesten smpiffer bl7r ZU hören Gelegenheit hatten, wird sich den früheren Aufführungen in diesen Taa n die des von Mozart und des 42. Psalm von Mendelssohn-Bartboldy anreihen. Wir zweifeln nicht, daß auch die Aufführung dieser Werke, wie die Xr trüberen eine gelungene sein und jcbem Be ucher des Concerts euren hohen geistigen ®enu6 beregn wirb. Jnsbrsondrr- muß bie ©eelenmeffe bes unft-rbUch-u Meisters Mo,art auf alle Zuhörer bie ergreifendste Wirkung üben und einen bauernden Eindruck h-rvorbringen, umsomehr wenn man dabei der Umstande gedenkt, unter denen das Werk entstanden ist. Ein unbekannter Bote, mit ernstem Gesichtsausdruck und aus- fallendem Acußcrn, fo daß er ganz geeignet war, einen befremdenden Eindruck auf den damals schon kränkelnden Mozart zu machen, brachte ihm in einem anonymen Briefe, worin des Meisters künstlerischer Leistungen IN anerkennendster Weise gedacht war den Auftrag, eine Seelenmesse und zwar in möglichst kurzer Zeit zu fertigem Mit Be- aeisterung ging Mozart darauf ein, auch in dieser Gattung von Tonschopfunacn seine St ,u versuchen und - wie er sagte - ein Werk zu schaffen, woran nach seinem Tode Freunde und Feinde »och studiren sollten. Ohne Säumen schritt er zur Arbeit; mit jedem Takte schien sein Interesse daran zuzunehmen; aber auch immer mehr versank ev in tiefes Sinnen und Nachdenken, immer mehr wurde er still und IN sich-ge^ kehrt und hörte trotzdem, daß ihn einigemal während seines Schaffens Ohnmächten überfielen, auf keinerlei Zureden zur Mäßigung in seiner Arbeit, bis sich endlich zeigte und er selbst zugestand, daß er infolge der räthselhaften Art und Weise der Bestellung und des geheimnißvollen Dunkels, das über der ganzen Sache schwebte, jenen Boten für einen solchen aus dem Jenseits hielt und nicht bezweifelte, daß er mit einem Werke zu seiner eignen nahen Todesfeier beschäftigt sei. Seine Ahnung ging leider in Erfüllung. Wenn auch mit allem Wesentlichen des Werkes, doch aber mit der Ausarbeitung desselben noch nicht vollständig fertig, ereilte ihn der Tod, und blieb die Vollendung der letzten Nummer seinem Schüler Süßmayr überlassen, der durch vielfache Unterredungen mit dem Meister in dessen Intentionen genügend cingeweiht war. Erst später stellte sich heraus, daß ein Graf Walsegg das Requiem zur Todesfeier seiner kurz vorher verstorbenen Gemahlin bestellt hatte. . Es ist uns nicht möglich, hier auf eine Besprechung dieses Tonwerkes ms Einzelne einzugehen, wir können aber nicht umhin, ihm dieselbe hohe künstlerische Vollendung zuzugestehen, welche Mozart in den größten Schöpfungen seiner letzten Jahre erreicht hat. Es offenbart uns dieselbe Tiefe der Empfindung, denselben Adel der Schönheit, dieselbe Meisterschaft der Form, welche des großen Meisters Werke überhaupt auszeichnen. Es ist der wahre, echte Ausdruck seiner auf das Höchste gerichteten künstlerischen Natur, sein unvergängliches Denkmal! — — ll —. Feuilleton. Die Gehriminstr einer jungen Mamsell. (Fortsetzung) 3n der ersten Etage des Hötels befand sich ein Salon, der an Geräumigkeit den im Parterre liegenden Speisesaal noch an Breite und Länge über- traf. Für gewöhnlich wurde er nur dann gebraucht, wenn irgend ein begüterte- Brautpaar seinen Polterabend darin feiern wollte, oder wenn er von reichen Hamburgern zu irgend einer anderen Festivität gemiethet wurde. Diesen Salon ließ Clara am Vorabende des Festes mit so viel Blumenschmuck, als in der späten Jahreszeit aufzutreiben war, dekoriren. Der alte, stattliche Kronleuchter wurde aufgeputzt und mit mächtigen Wachskerzen bedeckt ; vie Tyüren mit Guirlanden bekränzt, über welchen der aus frischen Blumen gebildete Namenszug des Hausbesitzers und seiner Gattin prangte. Inmitten des Salons hatte Clara eine kleine Tribüne errichten lassen, worauf links und rechts zwei kleine, sauber angcstrichene Pfeiler standen, die dazu bestimmt waren, rwei große silberne, mit Wachskerzen versehene Armleuchter aufzunehmen. Zu welchem Zwecke Clara diese Tribüne bestimmt hatte, da- wußten nur Konrad und der ehrliche Christian Bork. Eine große Gesellschaft, aus Verwandten und Freunden der Familie Stiller bestehend, war von den glücklichen Gatten ringe- laden, und auch die Mehrzahl der Gäste, die sich seit Jahren täglich an der table d’höte einfanden, waren gebeten worden, an der Abendmahlzeit und dem darauf folgenden Balle, wozu ein kleines Orchester engagirt war, Theil Ihre letzten Worte, ehe sie bie Mitternacht den nöthigen Schlummer finden. Sie will da- das gute etwas geöffnet t! Hand nach der Thür winkend. Augen schloß, waren: , K . „Lieber, guter Gott, laß es mir noch gelingen, dem wackeren Konrad fein ersehntes Glück zu verschaffen, dann wird der morgende Tag einer der schönsten meines Lebens sein!" Der erste Sonnenstrahl eines heiteren Herbsttages erweckte das junge Mädchen. , p , Sie hatte kaum ihre Toilette beendigt, welche an diesem Festtage mehr Sorgfalt als sonst erforderte, und den Kaffee zu sich genommen, als sie auch schon nach oben hüpfte, um die Ausschmückung des Salons noch einmal in Augenschein zu nehmen. Sie fand Alles wohlgeordnet und Nichts mehr hinzuzufugen. Indem sie den festlichen Schmuck mit vergnügter Miene betrachtete, fühlte sie ihre Schulter leise von hinten berührt. Sie wandte schnell den Kopf. Der ehrliche Hausknecht Christian Bork stand vor ihr. „Mamsell Clara," sagte er, „nehmen Sie es mich nicht übel, wenn ich Ihnen gestört habe." — „Durchaus nicht, lieber Christian. Was haben Sie auf dem Herzen < — „Was Ihnen Pläsir machen wird, Mamsell." — „Und das wäre?" — „So eben is ein guter Freund von Sie angekommen. iU H Clara konnte die Nacht vorher vor freudiger Aufregung erst '-spät nach öwIP.J war. Sehen Sie da nicht ein Stück Gesicht hereinkieken? sagte er, nut der Clara horchte hoch auf. Eine freudige Ahnung durchbebte sie. Aber es war ja doch möglich, daß sie sich täuschte. Sie suchte sich daher zu fassen und fragte anscheinend ruhig: „Ein guter Freund? Wer kann das sein?" Der Hausknecht lachte pfiffig und wiederholte ihre Worte: „Ja, wer kann das sein?" Dann nickte er mit dem Kopse und fügte hinzu: „Ich weiß es. Und wenn Sie ihm gesehen haben, dann wissen es auch." — „Lieber Bork, lassen Sie die Dummheiten. Wer ist es, ich es wissen." — „Ja, das kann ich Sie doch nicht sagen." Clara wurde ungeduldig. „Warum nicht, Sie närrischer Patron?" — „Weil er das selbst thun will. Er hat mir man vorau-geschickt, mit Sie sich nicht zu stärk verschrecken sollen." — „Sie sehen, ich bin ganz ruhig, Herr Bork." — „Na, na, mich scheint denn doch, daß Sie vorhin ein bischen soll kommen." . Christian wandte sich um und deutete nach der Thure des Salons, die Bebern gekriegt haben." — „Aber um des Himmels willen, kommen Sie zu Ende." — „Wie Sie befehlen, Mamsell. Erlauben Sie man, daß der , Freund Sie guten Morgen sagt, dann geh' ich meine Wege. Ein solches Wie- berschen wird ein vernünftiger Hausknecht nicht stören." — „Ja, ja, der gute Freund, der mir selbst seinen Namen sagen will, Clara blickte mit hochklopfendem Herzen hin. Die Thür öffnete sich weiter. Ein junger Mann in nobelm Reisekleide stand auf der Schwelle. Die Hausmamsell jauchzte laut auf. „O, mein Gott, Sander, Sie! Sie!" — „Ja, ja, ich bin es, Clara, liebe, theure Clara!" Der junge Mann stürzte mit ausgebreiteten Armen auf sie zu und preßte ie zärtlich an sich. „ „ , Clara, der die Freude fast den Athem versagte, sträubte sich nicht eher, als bis ihr Blick zufällig auf Christian fiel, der sich vergnügt die Hände rieb. Dann entzog sie sich sanft der Umarmung, reichte Sander die Hand und ;ieß ihn mit herzlichen Worten willkommen. „Nun ist Zeit, daß Du Dir zurückziehst/ brummte der Hausknecht. „Ich weiß ja auch, was die Zwei sich zu sagen haben." Er entfernte sich mit leiten Schritten, blickte aber in der Thur noch einmal um und gab seine Theilnahme an dem fröhlichen Wiedersehen der Lieben- den durch ein neues Kopfnicken zu erkennen. Clara und Sander waren jetzt allein. Wenn auch die Umarmung nicht erneuert wurde, fo ruhten doch Beider Hände in einander. Viele Fragen wurden gegenseitig gethan und rasch beantwortet. Sie garstiger Mensch," sagte Clara, ihrem Freunde lächelnd mit dem Finger drohend, „mir nicht vorher brieflich anzuzeigen, daß Sie heute kommen würden. Dann hätte ich mich schon einige Tage vorher auf das Wiedersehen freuen können, und der frohen Augenblicke kann man niemals genug haben. Sander drückte ihre Rechte an seine Lippen. „Sie werden mir verzeihen," sagte er, „wenn Sie erfahren, wen ich mit nach Hamburg gebracht habe." Das Mädchen sah ihn erstaunt an. „Mein Himmel, wär' es möglich!" „ , — „Ja, ja, gute Clara. Unten im Gastzimmer beenden sich — meine theure Mutter und die Schwestern. Sie wollen den Dank für die Le- benörettung des geliebten Sohnes und Bruders Ihnen persönlich überbringen. Der Vater aber ist nicht mitgekommen. Sie können wohl errathen, weshalb; doch sendet er Ihnen durch uns die herzlichsten Grüße." Diese Mittheilung beseligte das junge Mädchen so, daß sie für den Au- aenblick die Zurückhaltung, welche die Sitte jeder Dame gegen den Geliebten auferlegt, der noch nicht ihr Verlobter, bei Seite setzte und Sander um Den Hals fiel. Aber eben so schnell machte sie sich wieder los und lief so geschwind zum Salon hinaus und die Treppe hinunter, daß Sander ihr kaum zu folgen vermochte. Beide langten gleichzeitig im Gastzimmer an. Der junge Mann faßte die Freundin bei Der Hand und führte sie einer ältlichen Dame und zwei hübschen jungen Mädchen entgegen. „Theure Mutter, liebe Schwestern!" rief er, „hier, hier, schließt sie fest und innig in Eure Arme, der Ihr alles Glück zu danken habt, womit Der Himmel Euch gesegnet." Diese Bitte brauchte Sander nicht zu wiederholen. Clara flog aus einer Umarmung in die andere, und den Liebkosungen, welche sie erhielt, mischte» sich °ie Thräncn der Ü-sergriffenen Mutter be. und benetzten, heilige Tropfen des Dankes, da- Antlitz des wackeren Mädchens. Dann endlich lösten sich auch Die Zungen, welche Die Freude anfangs gefesselt hielt. Clara erhielt taufend zärtliche Namen und gab viele zurück. Und nun," sagte Frau Sander, nachdem der erste Jubel verrauscht war, „weisen Sie mir ein Zimmer an, liebes Mädchen. Ich muß mich erholen die Reise und die eben verflossenen Minuten haben mich angegriffen. Dann aber schenken Sie mir noch eine kurze Zeit Ihre Gegenwart." „O, für solche Gäste haben wir die besten Zimmer tm Hause bereit, rief Clara. „Ich bitte, mir nur zu folgen." Sie führte Alle nach dem ersten Stocke hinauf und in die prächtigen Zimmer, die noch vor Kurzem Master Wmdsorth bewohnt hatte, und die jetzt zufällig leer standen. „Hier mögen Sie wohnen," sagte und die Ihrigen in Hamburg weilen, und wie Sie am Fenster sehen können, Sie zu Frau Sander, „so lange Sie Die Zimmer sind elegant und groß, gehen sie auf Den Stolz Hamburgs, auf damit ich Dich rufen kann, wenn ich Dich Dem Wunsche wurde gehorcht. Die Mädchen entfernten sich zuerst, bittenden Blick auf Clara richtete. ihren Töchtern und dem Sohne — Ich möchte eine Viertelstunde mit mein Sohn, bleibe im Nebenzimmer, nöthig habe." dann Sander, indem er einen innig (Fortsetzung folgt.) den herrlichen Alsterspiegel hinaus." „Den ich mit inniger Freude betrachten werde, versetzte Frau Sander, „weil er mich an die traulichen Tage Der unbefangenen, h^"n.Ju^end„erinnert. Doch nun" — sie wandte sich zu „geht und beseht Euch die Schlafzimmer, dem lieben Mädchen hier allein sein. Du, 4 I Politische Rundschau. 4. März. Der „Constitutionnel" behandelt in einem Leitartikel das Abrüstungsthema. Er erinnert an die von der sächsischen Kammer in dieser Richtung ge- äußerten Wünsche und spricht die Hoffnung aus, daß der König Wilhelm und Graf Bismarck dieselben unbefangen in Betracht ziehen werden. „Die öffentliche Meinung Europas," fährt er fort, „ist schon lange peinlich berührt von der Thatsache, daß in Folge der Ereignisse von 1866 alle Regierungen ohne Ausnahme sich gewissermaßen für die Rüstungen solidarisch machten; nun das Bedürsniß des Friedens allgemein anerkannt ist, fragt sich die öffentliche Mei- nung, ob die Völker nicht, nachdem sie in ihren Rüstungen gewetteifert, auch in der Abrüstung soli» darisch verfahren wollen. Frankreich ist stark genug, um sich nicht durch Rücksichten der Eitelkeit aufhaltcn zu lassen, wenn es sich darum handelt, einen Beweis seiner Willfährigkeit für die Meinung des gebildeten Europas zu geben. Allein eS muß darauf aufmerk- fam gemacht werden, daß der Armeestand Frankreichs keineswegs außer Verhältniß zu dem Umfange seines Gebietes, der Ziffer seiner Bevölkerung und den Ansprüchen seiner Stellung in der Welt ist. Unsere militärische Stärke ist ungefähr dieselbe geblieben, die sie unter der Juliregierung war, obgleich wir jetzt drei Departements mit einer Million Einwohner mehr als im Jahre 1848 zählten. Man kann also sagen, daß die kaiserliche Regierung, indem sie für 1871 eine Herabsetzung des Jahreöcontingents mit 10,000 Mann vorschlägt, damit den Beweis gibt, wie sehr es ihr am Herzen liegt, der öffentlichen Meinung in Frankreich eine Genugthuung zu geben, während sie damit ferner constatirt, daß die auswärtige Lage sich in dem friedlichsten Lichte zeigt. Indem Frankreich so eine Probe seines guten Willens gibt, wird es, bevor es auf dieser Bahn fortfährt, erwarten dürfen, daß sein Beispiel Nachahmer finde. In erster Reihe steht, wenn eS sich um Abrüstung handelt, noch immer Preußen als Präsidialmacht des norddeutschen Bundes. Nun ist cs allbekannt, daß Die Bundesverfassung den Armeestand des Bundes bis zum 31. Dcccmber 1871 fixirt hat und demnach das Berliner Cabinet bis dahin keine Veränderung an einem Sy- stem vornehmen kann. Aber wir sind nicht mehr weit von dem Zeitpunkte, da das preußisch-deutsche Contingent von 1872 durch ein neues an Stelle des Artikels 64 der Bundesverfassung tretendes Gesetz wird festgestlllt werden müssen. Der Augenblick rückt also heran, in welchem Preußen zeigen kann, ob es geneigt ist, die militärischen Kräfte des Bundes mit den friedlichen Wünschen der deutschen Staaten in Einklang zu bringen. Die Entschließungen des Der- lincr Eabinets werden für den Lauf der Ereignisse in Europa ein bedeutendes Gewicht in die Wage legen." Dem „Pesther Lloyd" wird aus Belgrad, 24. Febr., telegraphirt: „Zufolge einer Verordnung der Regentschaft und in Gemäßheit eines RefcriptS des KriegS- ministeriums vom 7. Febr. werden die serbischen Juden zum Militärdienste im stehenden Heere und in der Nationalgarde hcrangezogen. Diese Verordnung ist Seitens der jüdischen Bevölkerung mit großer Freude ausgenommen worden." Die Florentiner „Monarchia Nationale" sagt, Die Differenzen zwischen Egypten unD der Türkei seien keineswegs gelöst; sie spricht von Engagements für Egypten gegen 500 Francs Handgeld. Der osficiclle „Moniteur" von Port au Prince berichtet ausführlich über den Prozeß, den Die neue provisorische Regierung dem eingefangencn (unD seitdem Hingerichteten) (^Präsidenten Salnave machen ließ. Die Anklageakte ist ein einziges langes Sündenregister. Salnave — heißt cs darin wurde nach dem Sturze des Gen. Geffrard zur Mitbethei- ligung an den Arbeiten der damaligen provisorischen Regierung berufen. Sofort nach (einer Ankunft in Eap Haytien ließ er seine persönlichen Gegner tödten; einige Tage nach seiner Ankunft in Port au Prince annullirte er Die provisorische Regierung unD procla- mirte sich als Protektor Der Republik, eine Suliung, der er durchaus nicht gewachsen war. Den Rath der aufgeklärten Patrioten verschmähend, umgab er sich mit unwissenden, brutalen, verdorbenen Leuten, meist aus der Hefe des Volkes. Trotz ter Vorstellungen der Volksvertreter ließ er gewaltsam den Ge- neral MontaS festnehmcn, in einen dunklen Kerker sperren und dann stranguliren. Am 14. Oktober 1867 schickte er eine Bande Sträflinge und Dirnen unter Führung seiner Söldner in das Local der Kammer und jagte mittelst ihrer die Deputirlen auseinander. Am 22. Apnl 1868 zerriß er die Een» stitution, die er wenige Monate rorprr beschworen hatte. Gegen diese Gewaltacte erhob sich nach und nach das ganze Land. Salnave wurde schließlich von den Truppen der Revolution nach Port au Prince zurückgedrängt und dort belagert. Um sich seine Gegner vom Halse zu schaffen, ordnete tr überall Plünderungen, Brandstiftungen und Affasstnate an; eine Banden überfielen sengend und brennend die wehrlosen Städte und machten Alles nieder, was nicht für ihn war. Die Küstenstädte bombardirte er von seinem Dampfer aus; entsetzlich wüthete er namentlich gegen Miragoane. In Port au Prince ließ er vier seiner ehemaligen Anhänger, die ihm verdächtig geworden waren, im Gesängniß erwürgen und als er sah, daß er sich nicht mehr halten konnte, versuchte er Die Stadt an verschiedenen Punkten durch ein Gesindel in Brand zu stecken. — Das revolutionäre Gericht fand natürlich alle diese Anklagen begründet und verurtheilte Salnave zum Tode, welche Strafe denn auch mittelst Erfchießens am 15. Jan. an ihm vollstreckt worden ist. Preußen. Berlin, 2. März. In der heutigen Sitzung des Reichstag« ging das Haus über den Antrag deS Abgeordneten Schulze, den Reichstags Deputirten Diäten zu gewähren, zur Tagesordnung über. Die Debatte war kur; und brachte nur wenig neue Momente. EtaatSminister Delbrück hielt den früheren Standpunkt der Regierung aufrecht. Berlin, 3. März. Von Seiten einer Anzahl Mitglieder deS Reichstages wird eine Interpellation über das definitive Schicksal des Strafgesetzbuch Entwurfs vorbereitet, um unfruchtbare Debatten zu vermeiden. — In dem bekannten Proceffe wegen Beseitigung des Denkmals in Celle ist daS Er- kenntniß der zweiten Instanz ergangen. Dasselbe nimmt die Strafe gegen das GarnisonScommando zurück, bestätigt aber das Urtheil gegen das Generalcommando in Hannover. Hoffen. Darmstadt, 3. März. Nach einstündigen Debatten beschloß die zweite Kammer — in Uebereinstimmung der ersten Ständekammer — mit allen gegen 10 Stimmen, daß an Stelle der seitherigen Personalsteuerkapitalien nur die halben Ginkommensteuerkapitalien zur communalen Besteuerung zugezogen werden sollten — entgegen ihrem früheren Beschlüsse, welcher auf Zuziehung deS ganzen Einkommensteuerkapitals ging. — Dagegen beharrte die Kammer auf der Verschmelzung der zweiten und dritten Steuerklasse zu einer einzigen. Bayern. München, 2. März. Der König richtete an den Stiftsprobst Döllinger anläßlich seines Geburtstages ein eigenhändiges Handschreiben, worin er die Hoffnung auS- spr cht, Döllinger werde nicht ermüden, in dem begonnenen Kampfe zum Heile des Staates und der Kirche muthig auS- zuharren. Oesterreich. Wien. Die telegraphische Meldung von dem Tode der Barbara Ubryk stellt sich als eine Sensationsnachricht heraus. Wie man der Wiener „Presse" schreibt, befindet sich die Ernonne körperlich im besten Wohlsein, während ihr Geistesleben nach wie vor zerrüttet ist. Wien, 2. März. Ein Telegramm der „Allg. Ztg." meldet unter'm 3. d.: Bei Presioka in Dalmatien hat ein neuer Conflikt zwischen den Montenegrinern und der Besatzung deS Fort« ftattgefunden. Beiderseits wurde geschossen. Ein Montenegriner blieb todt. Die Jägerpatrouille bei Kompac wurde angefallen und ein Mann getödtet. General Graf Auersperg begab sich mit dem achten Zägcrbataillon nach Castellostua und fand den Conflict beendet. Die Montenegriner haben sich zerstreut. Die Truppen sind, nach erfolgter Aufforderung an die Pastrovicianer nicht zu provociren, in ihre Orientiere zurückgekehrt. Graf Auersperg setzt die Jnspicirung fort. Frankreich. Paris, 28. Febr. Wie man erfährt, ist die Wiederanstellnng Renan'S als Professor der hebräischen Sprache im College der France eine fest beschlossene Sache. — Herr Brown, der englische Secretär der chinesischen Gesandtschaft, welcher sich augenblickl ch in Petersburg aushält, rst an Burlingame'S Stelle zum Chef derselben ernannt worden. Hr. Brown befand sich in der letzten Zeit in Peking, ist aber gegenwärtig auf der Rückreise nach Europa begriffen. — Dumon, Fmanzmimster unter Louis Philippe, als Guizot Ministerpräsident war, ist im Alter von 77 Jabren gestorben. Italien. Genna, 1. März. In Siena ist bet einer A'beitervereins-Versammlung der Boden deS Versammlungö- Lokales durchgebrochen und sind 150 Personen verunglückt. Florenz 26. Febr. In den Sturz der neapolitanischen Sckwindelbanken werden eine Menge Existenzen hineingezogen. Seit dem 15 d. MtS., wo die Regierung gegen die erste solcher Banken, welche mit dem Verlprcchen ungeheurer Prozente daS Kapital anzulocken wußten, einschritt, sind bis zum 24. ds. über 60 Personen verhaktet. Die unmoralische Cpeculation muß Mitschuldige und Helfershelfer in allen Klassen gehabt haben. Namentlich werden auch viele hohe Jnstizbeamte, Marineoffiziere, Geistliche als Collectenre für jene Danken bezeichnet. Viele Damen von hohem Stande sind gleichfalls compromittirt. Man befürchtet, daß aus den öffentlichen Kaffen viele Gelder in jene Banken gewandert seien, und die darüber eingeleitete Untersuchung soll bereits bedenkliche Resultate ge- li.fert haben. Der Scln.ck.n, die V.rwirrung ist allgemein. Viele mit Verhaflung Bedrohte halten sich versteckt, die römi- scr e Gränze wird sckarf bewacht. Die Obrigkeit hat Mühe, die Beiheiligten vor der Volkewuth zu schützen. Türkei. Belgrad, 18. Februar. Zwei wichtige Nachrrcht.n kamen dieser Tage auS Ctambul an: eS soll nämlich im Rathe des Sultans b.scl losten mord.n sein, erstlich: die bulgarische Kirchenfrage im Sinne der bulgarischen Wunsche zu erledigen, und ferner d e Christen deS ReickS zu persönlichen Kriegedienstleistungen anzuhallen Die Tragwlite dieser Nachrichten ist natürlich eine grundverschiedene, während die Bestätigung der elftem dem oSn anisck'en Staat unläugbar nutzen wird, durste die Auehcbung der Christen zur großher.licken Armee eine sehr bedenkliche Stimmung in der ganzen europäischen 2 m fei her vorruf. n. Allerdings wäre die Conscription nur die Erfüllung e ner betreffenden B.ftimnrung des Hatti- Humajum von 1856, allein die Bulgaren, die Serben, die Armenier, die Hellenen würden sich fragen: warum die kaiserl. Regierung jene Punkte desselben Manifestes nicht erfüllt, welche den Christen Rechte einröumen? Warum wird in den türkischen Gerichten noch immer kein christliches Zeugniß angenommen? Warum wurde das Versprechen der Gewährung gleicher bürgerlicher Rechte für alle Untertanen deö Sultans nie gehalten ? Selbst der beschränkte Unterthanenverstand eines Rajah ist fähig, solche und ähnliche Fragen sich aufzuwerfen. Amerika. Washington,!. März. Das Repräsentantenhaus nahm mit 107 gegen 48 Stimmen eine Resolution an, daß die Interessen des Landes einen solchen Einsuhrzolltarif erheischen , der die heimische Industrie schütze, ohne die Staatseinkünfte zu schädigen. Die Staatsschuld hat im Februar um 6,484,811 Dollars abgenommen. Vermischtes. Groß-Gerau, 28. Febr. Der „Köln. 3tg.N wird berichtet: Die Erschütterungen mehren sich wieder in auffallender Weise. Am 26. um 12 Uhr 29 Minuten und am 27. um 1 57 Minuten Mittags erklirrten plötzlich die Wände, Thüren, Fenster und Geräthe in ähnlicher Weise wie am 22. Abend«, so daß nunmehr seit dem 20. Februar bereits 10 Erschütterungen und fast die doppelte Zahl an Donner und Rollen Statt gefunden haben. Die Erschütterungen vom 26. Mittag« wurde, wie bereits gemeldet, auch im badischen Oberland und, wie wir nachträglich erfahren, auch in Darmstadt verspürt. Mainz. Dem „Fr. I." wird von hier geschrieben: Endlich scheint in unserer berüchtigten Octroi-Angelegenheit das längst Erwartete eintreten zu sollen. Gutem Vernehmen nach find nämlich am 22. v. M. der Gemeinde-Einnehmer, der Octroiober- und Octroiuntercontroleur vom Amte suSpendirt worden. Der in der Gemeinderalhssitzung vom 21. zum Vortrag gelangte zweite Theil deS Berichte« der vereinigten fach- und gcmeinderäthlichen Untersuchungscommission brachte abermals so unerhörte Dinge an den Tag, daß der Gemeinderath einstimmig den Beschluß faßte, sofort durch eine Octroi-Com- mission eine Liste aller Derjenigen aufstellen zu lassen, welche alsbald aus dem Dienste der Stadt zu entlassen feien und die Bürgermeisterei oufzufordern, daß sie der StaatSprocu- ratur sofort Anzeige mache und deren Einschreiten herbeiführe, da in der ganzen Angelegenheit sich eine solche Masse Indiciea von planmäßiger Fälschung, Betrug, Bestechung und Unterschlagung gehäuft habe, daß jene vor Gericht ihren AuSgang finden müsse. Auch eine Anzahl Bürger sind durch diese letzte Untersuchung stark compromittirt. Mainz. Der „M. Anz." schreibt: Den Ruhm, in der hiesigen Octroifrage eine besonders hervorragende Rolle zu spielen, theilten mit den Kohlenhändlern -bie Wildprethändler. Wie die Acten der Octroicommission innerhalb der Octroilinien ein Steinkohlenbergwerk für die Kohlenbesitzer nachwiesen, so weisen dieselben Acten für die Wildprethändler einen Wildpark innerhalb der Octroilinien nach. Der Wildprethändler Rathgeber hat 1423 Hasen und 373 Rehe mehr au« - al« einge- führt, der Wildprethändler Veit figurirt mit einer Mehrausfuhr von 1180 Hasen und 142 Rehen, Mackeldey und Kühner ditto 1097 Hasen und HO Rehe. Diesen Herren gelang eö auch, ein Wildschwein oder einen Hirsch (der Octroibericht läßt daS zweifelhaft) zu züchten. Dann kommt Herr Dichmann, der sich durch seine außerordentliche bescheidene Einfuhr auSzeichnet. Er hat in 18 Monaten nur 12 Hasen und 3 Rehe eingeführt, dagegen 451 Hasen und 93 Rehe ausgeführt. Der fünfte der Herren, Herr Bielefeld, hat 6 Hasen und 36 Rehe mehr auS- alS eingeführt. JnSgesammt sind demnach 4147 Hasen und 754 Rehe mehr auS- als eingeführt worden, die also innerhalb der Mauern gezüchtet wurden. Diese Zahl vermehrt sich natürlich noch um alle die Hasen und Rehe, die hier verzehrt wurden. Auch die Welschcnzuckt ergab ein ähnliches für unsere Viehzucht sehr erfreuliches Resultat. ES wurden 400 Welschen ein- und 1499 ausgeführt. K ir chhofen (Amt Staufen), 27. Febr. Gestern zwischen 12 und 1 Uhr deS Mittags verspürten wir hier einen von dumpfem Getöse begleiteten Erdstoß, dessen Schwankungen in der Richtung von Süden nach Norden etwa 4 Sekunden anhielten. — Diesem Erdbeben folgte heute ein Ereigniß, daS wahrscheinlich mit ersterem im Zusammenhänge steht und leicht großes Unglück im ©«folge hätte haben können. ES fiel nämlich währenddes vormittägigen HauptgotteSdienste« ein ziem- l.ch großes Stuck Mauer von der Decke de« hiesigen Kirchen- chorS. Eine ansehnliche Zahl Knaben befand sich im Chore, von denen jedoch glücklicher Weise nur einer, und zwar nicht lebensgefährlich. von den herabstürzenten Steinen verletzt wurde, fljian kann sich den Schrecken und die Aufregung denken, in welchen die versammelte Pfarrgemeinde durch diese Begebenheit, wobei eine größere Anzahl von teueren Angehörigen in so augenscheinlicher LcbenSgesahr schwebte, versetzt wurde. Säckingen, 26. Februar. Diesen Nachmittag 12 Uhr 18 Minuten verspürte man hier einen kräftigen Erdstoß in der Niel tung von Südwesten nach Noidosten unter eigenthümlichem Getöse. Blankensee, 22. Febr. Von hier wird folgender Un- glückösall gemeldet: Vorgestern früh wurde ein unbekannter, sehr gut gelleideter Mann mit dem Hute auf dem Kopfe stehend im Eiü der Elbe erfroren gefunden. Er war beim Pasfiren ber Elbe in eine sogenannte Waake (dünne Stelle) gerathen und zwar da, wo sich eine Sandbank gesetzt hatte; er war in bem Sande stecken geblieben und hatte sich nickt wieder befreien können Daö Eis reichte ihm bis an die Achsel und in di,Fr traurigen Stellung war der Unglückliche gestorben, die Arme waren aut die Ränder des Eises auSgeftreckt, die Fingernagel bei den Versuchen zur Rettung blutend abgerissen. DaS Gis mußte erst um den Körper aufgehauen werden, um ihn herauszuziehen. Wie angst- und schmerzvoll mag dcr Bekla- genSwerthe nach Hülfe gerufen haben. Triest, 25. Febr. Der Llovddampfer „Pluto" von 652 Tonnen und 400 Pferdekrcüt, ist vorgestern bei Varna gestrandet. Von Konstantinopel ging sofort nach Eintreffen der Nachricht der Lloyddampfer „Stadion" zur Hülfeleistung ab, welch.m tS gelungen ist, die Passagiere zu retten. Der gestrandete Dampfer befindet sich in ernstlicher Gefahr. Redaktion, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.