Preis vierteljährlich 36 fr mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr Gichmcr Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. V Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. 1870 Dienstag den 8. Februar Nr. 17 ■ 19 zu Eichen: Buchen Erlen: Hofger.Advocat. 3t/2 „ Nadel- „ 3100 Wellen Buchen - Reisholz Nadel- Wagenbach. 16 12 65 Nadel- „ Buchen-Stockholz 13'/r 2 180 Vr 3/4 23 1V4 Vr 109 86 Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Wellen „ Reisholz, Stecken Ulrnen-Prügelholz, „ „ Stockholz, Wellen „ Reisholz, Stecken Eichen-Prügelholz, „ „ Stockholz, Wellen „ Reisholz, Stecken Nadel-Stockholz, bikfuß. Alsdann wird nächsten Dienstag den 15. d. Mts-, um 9 Uhr, dierselbst folgendes Brennholz versteigert: 167 Stecken Buchen-Scheidholz, hrerbel auch Hainbuchen-Rundholz, 99 Stecken Eichen-Prügelholz, wobei auch zehnsüßiges starkes Nutzholz, 150 Stecken Buchen- und Eichen-Stock- holz und M , , , 10930 Wellen desgleichen Reisholz. Lich, den 7. Februar 1870. Fürstliche Oberforsteret Lich. Eigenbrodt. tenberg. Annerod, den 3. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. Mühlen-Versteigerung. 414) Mittwoch den 9. Februar l. I., Nachmittags um 1 Uhr, soll die Weißmühle bei Großen-Buseck einer abermaligen und letzten Versteigerung im Schulsaal mit dem Bemerken ausgesetzt werden, daß die Masse dem Käufer dafür Garantie leistet, daß den Kindern erster Ehe ein Ueberwandlungsrecht nicht zusteht. Großen-Buseck, den 28. Januar 1870. Der Massecurator: Balthasar Stephan. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Garbenteich, am 3. Februar 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Garbenterch Schwarz. Nutzholz mit zusammen 100 Cubikf-, Stämme Nadel-Bau- und Werkholz mit zusammen 37 Cubikfuß, Wiener Kaffeesurrogat empfiehlt Emil Fischbach, (502) Seltersweg. Feil geböte »cs 495) Steinkohlen, Braunkohlen, Cokes, in Ladungen und kleinen Par- tieen, bei Emil Pist0r. 126) Ein Hauten guter Mist ist zu verkaufen im Darmstädter Hans. Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, den 3. Februar 1870. C. Fuhr, 318) Dienstag den 8. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die der Ehefrau des Elias Meyer dahier gehörige Flur Nr. lDKlstr. _ i/564 18 Hofraithe auf dem Seltersweg, , , unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 22. Januar 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Sem ml er, Ortsgerichtsmann. Holzversteisteruncl im Anneröder Gemeindewalde. 480) Mittwoch den 9. Februar L I., von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Distrikten Altenberg und Wolfskaut, nachverzeichnete Holzsortimente öffentlich versteigert werden, als: 1 Stecken Eichen-Scheidholz, 403 4 „ „ Prügelholz, 31 „ ,, Stockholz, 1035 Wellen „ Reisholz, 23/4 Stecken Vuchen-Scheidholz, V- " Piügelholz, 2 „ „ Stockholz, 516) Montag den 14. Februar 1870, von Vormittags 9 Uhr an, , soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Bruderwinter, Ameisenkopf, Strangswiese und Bruch, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden , als: Stecken Buchen-Prugelholz, ,, „ Stockholz, 60 Wellen „ Reisholz, 171 Stämme Eichen-Bauholz bis Zoll Durchmesser und 65 Fuß Länge, mit 5600 Cubikfuß. 91 Eichen-Stangen mit 244 Cubikfuß. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Credit bis zum 1. September d. I. gestattet. Die Zusammenkunft ist im Distnct Al- 725 „ Nadel- „ e 3 Stämme Cichen-Bau -, Werk- und 4059 Wellen „ Reisholz, 4 Ulmen-Stämme mit 164 Cubikfuß, 3 Eichen- „ „ 23 „ 405 Nadel- „ „ 9053 50 Eichen-Stangen „ 80 „ 1952 Nadel- „ „ 10143 450 Fichten-Nutzgerten mit 7 Die Zusainmenkunft ist am Steinbacher Weg (Strongswicfe.) Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juni 1870 gestattet. Bemerkt wird, daß sich die Nadel- Stangen zu Gerüststangen für Weißbinder und Maurer sehr gut eignen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 5. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vogt. Besondere Bekanntmachung. Die Spar - und Leihkasse zu Lich betreffend. A7m QU d-r alljährlich abzuhaltenden Hauptversammlung werden hiermit.alle Mitglieder und/dte Rechte der Mitglieder besitzende, Gläubiger der hiesigen Spar- und ^'^Äomierftag den 3. März L I-, Morgens 10 Uhr, .. zeichneten schriftlich eingereicht worden sind. Namens des Aufsichts-Ausschusses der Spar- und Leihkasse zu Lich. V 0 l p. Versteigerungen. Große Eichen- rc. Ban-, Werk- rc. Holzversteigerung in der Königlichen Oberförsterei Roßberg, Forst'nspectwnsbAirk Marburg, Dienstag und Mittwoch, den 15. und 16. Februar 1870, jedesmal von Morgens 9 Uhr an, . 45 " Haser Holzversteiqenmq. en Mittwoch den 9. d. Mts., 517) Mittwoch den 9, d. Mts., auf babiefißTmSlaul1 eigner öffentlichen sollen in dem AlttmBnsecker Gemeindewald, werden- Prügelholz, — 3 I versteigert werden. Fruchtvcrstetgerung. Die Zusammenkunft ist iM Ort 483) .Die, dem Kaufunger Stiftsfonds ^Oppenl-ob'Bürgermeisterei Oppenrod. 518) Künftigen Montag den 14. d. Mts-, --- soll im Distd«iULn der Lich-r Hostvcrsteitierunq. Strobe soigendes Stammholz versteigert 48t) Dvnn-rst^ den^°. F-bruor , 6 «uchen-Werkholz-Stämme-M „ 15 LindL-Werkholz-Stamme - 224 --Steckew zu 8 fl- 12 fr.) bittet man im „Gasthaus zum Schwanen" abzugeben- Heinrich Fey, von Roßberg- 468) Auf der Posthalterei in Grünberg sind einige Pferde zu verkaufen. 482) Ein mit guten Ol'stbäumen bepflanzter Garten am Rodt ist zu verkaufen L su v-rpoch.cn. Mh^b-.Frou^ 470) Eine Wiese und ein Garten, unmittelbar unter der Heßschen Btauerei liegend, ist zu verkaufen oder auf 6 Jahre zu verpachten. Romer, Lehrer. 496) Häckselmaschinen, Wasser - und Iauchepumpen, Krippen und Tröge m Sand - und Lungstein, bei Emil Pi stör. 477) Täglich frische Kuchen, Kreppe! und Blätterteig, Torten und sonstige Backwaaren empfiehlt zur geneigten Abnahme F- Appel Wittwe. Neustadt, Eck des Oswald'schen Gartens. 442) In unserer Fabrik wird Putz- und ^innlauae, der Zuber voll zu 3 fr., abgegeben ; Seife wird jedoch daselbst nicht en detail verlauft. Gebrüder Kaufmann ______________ (Seifenfabrik.) 478) Gute Holzheimer Kar- löffeln verknust W. Nagel, Brandmasse. im^Wirthshaustbzu^R°bb-rg 6ubjrfu6j DOn 8 bi§ 39 Fuß Läng- und 8'/- bis 32 Zoll mittlerem Durchmesser, Isä Ä IC - 6 Klafter starke Hainbuchen-Werkholzprügel, für Muller brauchbar, Gemeindewalde. 31/, „ Scheite, 3/4 Schock Zopfreis, 4'/z Schock geringes Reis, 51m Freitag den 11. Februar, 12 „ grünes Erdstockholz und 9-/2 Klafter Anbruchho z; von Morgens 10 Uhr an, 1 Abschnitt zu Röhren, 19 Cubikfuß, 19 Fuß lang, 13 /r Zoll nun- im piefigen Gemeindewalde, District li/^Klafte"r Scheites Vr Klafter Stammprügel, 3/4 Schock Stammreis und Eichbusch Nadel - Prügelholz, 1 ' „ grünes Erdstockholz. iöt/2 „ „ Stockholz, Das hier aufgeführte Gehölz lagert in den Waldorten Eitzenberg1. Abch. 900 Wellen „ Reisholz, b (Buschhorn) Abth. d (Lauserle) und Trift am Eltzenberge, und find die Unter- 64 Fjchten- und Tannen-Stamme, 1115 Erster Milchsack zu Roßberg und Koch zu Wermertshausen angewiesen, Kauflieb- Cubikfuß enthaltend, von 0 bis 10Vr Kadern dasselbe auf Verlangen Montag den 14. Februar,1870 vorzuzelgen. ^oll Durchmesser und bis zu 65 $ Die Verkaufsbedingungen werden im Termine veroffintlicht robben. Zoll Länge, Roßberg, am 31. Januar 1870. Der OberförsterI 162 Fichten-Stangen, 549 Cubikfuß ent- 419) Westen Aufgabe der Oeconomie bin ich Willens, meinen Wagen nebst Zubehör zu verkaufen. Conrad Ferber. 524) Am Neuenweger Thor sind mehrere Bauplätze zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d- Bltts- 466) Ein neuerbauter Stall ist auf den Abbruch zu verkaufen bei Max Henkel, 523) Ein Haus in schönster Lage der Stadt, zu jedem Geschäft sich eignend, ist zu verkaufen. Bei wem ? sagt die Exped. d. Bltts. 'S e t- M isth r« » g e a. 7) Ein kleineres und ein größeres Familienlogis ist zu vermiethen bei M- Weißbäcker. 526) In Lit. B- Nr. 186, Neuenweg, ist im dritten Stock ein Zimmer zu vermiethen. 435) Ein Familienlogis, bestehend aus 4 aneinanderstoßenden und 3 Mansarden- Zimmern, ist bis zum 20. April, oder auch früher, zu vermiethen. L. Busch Wittwe. 441) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Neuenweg Lit. B. Nr. 194. 461) Zwei Mansarden-Zimmer, mit oder ohne Möbel, sind zu vermiethen Seltersweg Lit- C- Nr. 22. 1) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d- Bltts. Vermischte Anzeigen. 511) Nachdem sich ergeben hat, daß für das hiesige akademische Hospital, seit Jahren, von Privaten, Gemeinden, öffentlichen und Gewerkskasscn, für die Verpflegung und Behandlung ihrer Angehörigen, vielfach größere Beträge erhoben, als mit der Kasse der Anstalt verrechnet und abgeliefert worden sind, so sehen wir uns veranlaßt, die Bedingungen bekannt zu machen, unter welchen heilbare Kranke in dem hiesigen Krankenhause jederzeit Aufnahme finden können. Für Kranke, welche kein besonderes Zimmer für fich in Anspruch nehmen, wird berechnet: für die gesammte Verpflegung und Behandlung täglich 18 kr. (5 Sgr.) Wenn der Aufenthalt der Kranken sich über 100 Tage hinauszieht, die Kosten also 30 fl. erreicht haben, stellt das Hospital von da ab keine weitere Forderung, wenn die Beendigung der Behandlung einigermaßen in naher Aussicht steht. Im entgegengesetzten Falle wird man es dem Kranken und dessen Angehörigen frei stellen, einen neuen Vertrag einzugehen, oder das Hospital zu verlassen. Jedenfalls wird ohne diese Voraussetzung keine höhere Rechnung gestellt werden. Für ein noch nicht einjähriges Kind mit Wärterin wird bezahlt täglich 24 kr. (7 Sgr.) Das Hospital trägt keine Kosten für Transport oder für Bekleidungsgegenstände, welche den Kranken außerhalb des Hospitals mitgegeben werden müssen. Die Kosten der Beerdigung müssen von den Angehörigen getragen werden. Für die Behandlung der Krätze wird, ohne Rücksicht'auf die Dauer, berechnet: 5 fl. Personen, welche ein Zimmer für sich allein in Anspruch nehmen, zahlen pro Tag 1 fl. (17 Sgr.) Der Verwalter ist verpflichtet, für jede Vorlage oder definitive Zahlung eine Quittung auszu- stellen, auch wenn sie nicht verlangt werden sollte. Die Directoren der Abtheilungen find ermächtigt, theilweisen oder völligen Nachlaß zu bewilligen. Man erwartet der Regel nach bei dem Eintritte der Kranken, entweder eine Anzahlung, deren etwaiger Ueberschuß bei dem Austritte zurückgegeben wird, oder die Beibringung einer Bescheinigung, welche die Zahlung sicher stellt. Gießen, den 1. Februar 1870. Die Direktion des akademischen Hospitals. Di’. Wernher. Dr. Seitz. Norddeutsche polret-Besörderungs-(6cseilIcha tt lallette, Reinecke, Rändel ergefd)äft habe ich käuflich übernommen und werde ich dasselbe in der seitherigen Weise fortbetreiben. Das dem Verstorbenen geschenkte Vertrauen bitte ich auf mich übertragen zu wollen. Mein Geschäftslocal befindet sich in dem Hause des Herrn M. Heß, Lindenplatz. I. Weitzenkorn. Cafe Leib. 499) Dienstag den 8. Februar: 3. Abonnements-Concert, ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf - Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn D. Reifert. Programm. Erste Abtheilung: 1) „Erinnerung an Petersburg", Marsch von C. Faust. 2) Ouvertüre zur Oper: „Tancred" von Rossini. 3) „Wo still' ein Herz von Liebe glüht", Lied für Trompete von Melchert. 4) Jntroduction aus der Oper: „Giani di Parigi“ von Donizetti. 5) Violin-Solo aus der Oper: „Der Zweikampf" von Herold; vorgetragen von Hautboist König. 6) „Ein Strauß von Strauß", Nachklänge an I. Strauß von Haslinger. Zweite Abtheilung: 7) Ouvertüre zur Oper: „Die weiße Dame" von Boieldieu. 8) „Orion-Klänge", Quadrille von Franz Schubert. 9) Memoiren aus der Oper: „Lucia de Lammermoor" von Reifert. 10) „Hymensfeierklänge", Walzer von Joseph Lanner. 11) Finale aus der Oper: „Maritana" van Walace. 12) Militair-Galopp (neu) van Lumbye. Anfang 7 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten a Person 15 fr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. (Es wird höflichst gebeten, nicht zu rauchen.) 2 Viertes Concert im Winter-Abonnement des Gießener Conceri-Vereins Mittwoch den 9. Februar 1870, Abends präcis halb 6 Uhr, im Club-Saale unter gütiger Mitwirkung der Fräulein Marie Krebs, Köttigl. Sächf. Kanunervirtuosin aus Dresden und des akademischen Gesangsvereins. Der Anfang des Coneertes mußte, da dasselbe wohl etwas mehr als 2 Stunden wegnehmen wird, auf 5‘/2 Uhr bestimmt werden. Der Vorstand des Coneertvereins. B Epileptische Krampfe (Farifticht)^N heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Dort- O. Hillisch in Berlin, Mittelstraße 6. — Bereits über Hundert geheilt- 458) Das Getreide - und Landeöproducten - Geschäft von M. Rosenthal befindet sich im Hause der Frau Keil in der Neustadt. Mehl-Verkauf en detail. Concordia. Morgen Abend 8 Uhr. (513) Der Vorstand. 509) Ein freundliches Familienlogis von 3 ä 4 Zimmern mit 2 Mansarden und Gartenvergnügen, zum Preis von 180 bis 200 fl., wird auf den 1. April zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 512) Ein braves, anständiges Mädchen, in allen häuslichen Arbeiten erfahren, wünscht sich in einem hiesigen Hause zu plaeiren und könnte der Eintritt sogleich oder auch nach Belieben geschehen. Zu erfragen bei Dienstmann Heil, Neustadt Lit. D. Nr. 182. 515) Ein braver Hausknecht gesucht von Ehr. Wall enf els. 507) Ein tüchtiger Steindrucker erhält sofort dauernde und lohnende Stelle in der lithogr. Anstalt von August Richter, in Dillenburg. 514) Ein Mädchen sucht entweder zur Führung eines kleinen Haushaltes, ober auch eine andere ähnliche Stelle. Gute Zeugnisse stehen zu Gebot. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 521) Ein braves Mädchen wird gegen hohen Lohn in Dienst gesucht. Auch kann sofort ein gewandter Zapfjunge eintreten. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 469) Clavierunterricht für Anfänger wünscht zu ertheilen Emma Römer, bei Herrn Kirchendiener Knoll 355) Zwei brave Mädchen, die mit allen häuslichen Arbeiten vertraut sind, werden bis zum 25. März in Dienst gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 525) In einen hiesigen Gasthof wird ein Kellner-Lehrling gesucht. Zu erfragen bei der Erped. d. Bltts. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem ? sagt die Exped. d. Bltts. Real lehr er. 532) Es wird ein erfahrener Lehrer gesucht, welcher Deutsch, Latein, die Arithmetik, die Geschichte und Geographie tüchtig lehren könnte. Näheres bei der Direction des Internatio- nal-Lehrinstituts in Bruchsal (Baden). 527) Im Damenkleidermachen empfiehlt sich Frau G. Flett, Neuenweg 186, 3. Stock. 528) Meinen geehrten Abnehmern zeige ich hierdurch ergebenst an, daß ich meinen Flaschenbier-Verkauf nach wie vor fortbetreibe. E. Pausch, auf dem Lenz'schen Felfenkeller. 529) Ein guter Arbeiter findet dauernde Beschäftigung bei H. Haßler, Schuhmacher, Wallthorstraße. Jede» Bandwurm entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollständig, schmerz - und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Doigt, Arzt zu Crop- penstedt (Preußen). (531) 530) Es wird ein Kindermädchen für einige Stunden des Tages gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Blattes. Gesucht wird ein kleines, bald beziehbares Familienlogis. Näheres bei Schneider H. Frech. (429) Da b lck»- tlklisivigenv- Der ! hi beanlwc 9 Er en ner W?' Hin gtW Der i fl*. Daker Me hören, Got unD ihn z" Der a „Seil tvegung i'1' ein Ente n Dinge h>ne Aber glaub feit vielen Vater Als r ihn am Na „Unv .„Die Abenl Sande »Es 0 gen Stiller Dir siehe, s mit bann 1 Der v ..Sie „Aber Oief der Welt i mehr spielt. Der 8 „Wem M mtty.1 - »l- »Es il Briefe zu [i -.C Mit [e Sein f Gespräch mi Er far Nachde »Sagt schlechten $ gelungen. Adolph Sti den Zweifel öenachrichß «'nen ihm ^ber Sand, Sie hatte fänden brec illachm und toaste Selbstp ner Steuniii Elara macht fltge nach $ Re fe Hlvci- r dii durch tz A । "J««8 II ult s f( Saplrr,.0,n wx herau F e«i l ibgehe*' Die Geheimnisse einer jungen Mamsell. 1 heilbare (Fortsetzung.) Da bei dem alten Herr» eine Art von Interesse für seine von ihm ver- et; lassene Familie erwacht war, so richtete er in Betreff derselben verschiedene Fragen an den Sohn, sich nach dem vergangenen Leben seiner Gattin er erkundigend. Reicht Der junge Mann zögerte nicht, diese Fragen so beredt als möglich Wandlung zu beantworten. m dessen Er entwarf seinem Vater eine Schilderung der ganzen Vergangenheit fei- jcbcnfAffd ner Familie, von der Zeit an, wo Sander sich frevelhaft von seiner Frau |tiU0 getrennt hatte. Sein Mund floß über im Lob der theuren Mutter. Er . „zählte, wie diese ihr Schicksal mit der edelsten Resignation getragen und ihr einziges Glück in ihren Kindern gefunden habe. welche den • „Aber mir hat sie wohl geflucht?" murmeite der Alte, „und Euch mich Haffen gelehrt?" Der Sohn verneinte. „Das Herz meiner Mutter, Ihrer Gattin, kennt keinen Haß gegen den Pater Ihrer Kinder," betheuerte er. „Wohl aber habe ich sie oft leise beten .17 Sgr.) hö^n, Gott möge die Seele dessen, der sie so schwer betrübt, mit Reue erfüllen, Ng ante und ihn zu seiner Pflicht zurücksührcn." Der alte Sander faßte rasch die Hand des jungen Mannes. • .*. . Seit gestern hat der Himmel ihr Gebet erhört," sagte er mit der Be- ' nutzen. wegung zitternder Stimme. „Armes Weib, gute Kinder! Eure Leiden sollen deren rin Ende nehmen Laß mir nur Zeit, mein Sohn, mich in die neue Lage der Einigung, Dinge bineinzufinden und Du sollst mir keinen Vorwurf mehr zu machen haben. Aber glaube mir, es hält schwer, sich von dem loszumachen, woran man sich ;xt^ seit vielen Jahren gewöhnt hat, und gleichsam ein neues Leben zu gewinnen." Vater und Sohn blieben eine ganze Stunde beisammen. Als der junge Mann sich verabschiedete, sprach der Alte den Wunsch aus, ihn am Nachmittage wiederzusehen. „Und warum nicht- diesen Abend, mein Vater?" fragte der Jüngling. „Die"Abendstunden sind so geeignet zum traulichen Gespräche." Sander senior schüttelte den Kopf. „ES geht nicht," versetzte er. „Ich habe durch die HauSmamsell den jun- gen Stiller zu mir bestellen lassen. Er darf mich nicht so, wie ich jetzt vor 6 Uhr, Dir stehe, sehen. Vor Dir aber möchte ich stets nur als Vater erscheinen, da mir dann Dein Herz aufrichtig entgegenschlägt." Der junge Mann drückte ihm die Hand. r „Sie machen mich glücklich, mein Vater, durch diese Worte," sagte er. iervirtuo|llt „Aber" dieses Glück würde den höchsten Gipfel erreichen, wenn Sie auch vor ls. tzer Welt die falsche Maske ablegten und vor allen Dingen, wenn Sie nicht n1a 9 (Khm, mehr spielten. Sie besitzen ja Vermögen genug." Der Alte streichelte ihm die Backen. ?in$' „Wenn wir erst zusammen in Dresden sein werden, dann spiele ich -------- nicht mehr." . — „Wie, mein Vater, Sie wollen —?" — „In wenigen Tagen reisen wir zusammen." lCh — „Vater, lieber Vater, Gott segne Sie für diesen Entschluß." ' : „Es ist gut, mein Sohn, verlaß mich jetzt. Ich habe noch verschiedene zt, Briefe zu schreiben. Auf heute Nachmittag." — „O, ich werde nicht ausbleiben." rwine der Mit selig klopfender Brust verließ der junge Sander die Stube. Sein Herz drängte ihn, Clara aufzusuchen und derselben das eben geführte Gespräch mitzutheilen. Er fand das fleißige Mädchen unten in der Gaststube. ___ Nachdem er ihr Alles erzählt, versetzte sie lächelnd: Gasthof wirb „Sagte ich Ihnen nicht, Herr Sander, daß ein guter Sohn auch einen 3u'erfragen schlechten Vater zu bessern im Stande sei. Zur Hälfte ist es Ihnen schon _______ gelungen. Die andere Hälfte wird nachkommen. Wenn er sich so gegen ^Twirblü Adolph Stiller benimmt, wie ich wünsche, dann hege ich auch nicht den gering, ienit gesucht. ften Zweifel mehr an der Wandelung seiner Gesinnungen." ). Clara hatte Adolph, ehe dieser in sein Comptoir gegangen war, schon benachrichtigt, daß der Abendgast geneigt sei, mit ihm über seine Spielschuld ef« einen ihm günstigeren Contrakt einzugehcn. Daß der geheimnißvolle Mann aber Sanver's Vater und ein angehender Greis sei, hatte sie ihm verschwiegen. I,ft,hte’und Sie hatte ja dem Alten das Wort gegeben und wollte es unter keinen Um* t *nnte. ständen brechen. Yinternatio- Nachmittags erneuerte sich die Zusammenkunft zwischen Vater und Sohn ftl (Baden) und währte noch länger als am verflossenen Morgen. --Selbstverständlich wurde von dem jungen Sander auch dies Gespräch sei- ner Freundin mitgetheilt. J :j Sto-k. Clara erfuhr, daß das Gefühl der Reue in der Brust des Abendgastes immer mächtiger zu wirken begönne, und daß er seinem Sohne sogar das Ver- ntbmern W frechen gegeben, nicht mehr zu spielen und die kommenden Abende bis zur Ab- ' Xtbe; reise nach Dresden in seiner Gesellschaft zuzubringen. Wie sehr sich die Gesinnungen dieses früher so gewissenlosen Mannes in ^Felseukellcr- fcfr kurzen Zeit geändert, davon sollte Clara noch denselben Abend einen neuen -—Beweis erhalten. Um die neunte Stunde erschien Adolph Stiller bei ihm. Sander hatte '2.^sttaße- ihn durch Clara bitten lassen, zu ihm zu kommen. 2-2--—' Er trat dem jungen Manne wieder in jugendlicher Toilette entgegen, die er, so lange er noch in Hamburg weilte, nur vor seinem Sohne ablegen wollte. . vollstan- Er hieß Adolph freundlich willkommen und lud ihn ein, auf dem Sopha ^ebenso W Platz zu nehmen. - hechten Der junge Stiller dankte und brachte das Gespräch sogleich auf den dem ;U W) Spieler ausgestellten Schuldschein. „Die Sache ist schon abgemacht," versetzte der Abendgast lächelnd. "2Xd?tr. ft „Wie so, mein Herr?" fragte Adolph verwundert. — „Nun, der Schein ist schon bezahlt." — „Nicht möglich! von wem?" — „Das ist mein Geheirnniß. Sehen Sie selbst." v i r v Ex ging an den Sccretair und nahm ein in zwei Hälften zerrissenes . Papier heraus. ;t> I e t o n. „Da, junger Mann, nehmen Sie und verbrennen Sie es. Und dann befolgen Sie meinen Rath: Spielen Sie nie mehr. Ich werde dasselbe thun." Aoolph war wie aus den Wolken gefallen. „Diese Güte, mein Herr," rief er, darf ich sie annehmen? Nein, nein, ich bin bereit, Ihnen einen andern Schein auszustellen." Der alte Sander zuckte die Achseln. ? 1 „Wie Sie wollen. Aber er würde wieder zerrissen in Ihre Hände gelangen." I I — „Aber, mein Herr, diese nicht zu begreifende Großmuth —" Der Abcndgast lächelte auf'6 Neue. „Sie wird Ihnen nicht mehr so erstaunlich erscheinen, wenn ich Ihnen bekenne, daß ich gestern Abend im Lebensspiele einen so großen Gewinn erlangt habe, daß Alles, was ich früher gewonnen, dagegen in Nichts zerfällt. Verlangen Sie nicht zu wissen, worin Der Gewinn besteht. Ich würbe Ihre Neugier doch nicht befriedigen. Vielleicht wird aber die Zeit offenbaren, was ich Ihnen jetzt verschweigen muß." Adolph stand eine kurze Zeit stumm vor dem Abendgaste da, die zerrissenen Papiere in seiner Hand zerknitternd. Die Großmuth dieses Mannes, den er noch vor Kurzem Clara gegenüber einen falschen Spieler gescholten, trieb ihm das Blut der Beschämung in's Antlitz. Sander bemerkte die Verlegenheit des jungen Mannes. Er faßte freundlich seine Hand. „Spielen Sie nicht mehr," sagte er, „dann werde ich die Vernichtung des Schuldscheins nicht bereuen. Adieu, junger Herr, ich liebe es nicht, viele Worte über eine Sache zu hören, die abgethan ist. Noch einmal, der Gewinn, der mir plötzlich zu Theil geworben, würde mich dann noch reich entschädigen, wenn Der zerrissene Schein auf Hunderttausende gelautet hätte." Diesen Worten war Nichts mehr entgegen zu setzen. Mit Der Versicherung ewiger Dankbarkeit entfernte sich Adolph von dem großmüthigen Spieler. Er suchte sogleich Clara auf, zog sie bei Seite und vertraute ihr, was zwischen ihm und dem Abendgaste vorgegangen. Auch das junge Mädchen war erstaunt. „Das ist mehr, als ich von dem Manne erwartet habe, sagte sie. „Ja, es geschehen wunderbare Dinge in dieser Welt. Der neue Saulus ist plötzlich zum Paulus geworden." If „Was wollte er aber mit dem großen Gewinn sagen, den er gemacht hat?- fragte Adolph. „Wie ich weiß, hat er gestern Abend seine Zimmer nicht verlassen." I „O, den Gewinn kenne ich!" rief Clara lächelnd. 1 — „Und worin besteht er?" — „In Fleisch und Blut." — „Aber, Cousione, Daß sind neue Räthsel." — „Die ich Dir auch nur mit Bewilligung des Herrn Hantelmann lösen werde. Warte also die Zeit ab." Sie kehrte ihm lachend den Rücken. Adolph sah ihr erstaunt nach; fand aber in Der folgenden Nacht den gewohnten festen Schlaf wieder. War doch seinen guten Eltern jetzt der Kummer über feinen Leichtsinn erspart. Noch drei Tage vergingen. Jeden derselben verlebte Der alte Sander in Gesellschaft seines Sohnes, zu dem ihn sein Herz mit der Allmacht der Natur hinzog. | Am vierten Tage verlangte er seine Rechnung, mit der Bemerkung, daß ■ er abreisen wollte. Sie wurde ihm gebracht und sogleich berichtigt. Das geschah natürlich Abends im Gastzimmer, wo er im jugendlichen Glanze erschien. Dann begab er sich wieder auf sein Zimmer und beschied seinen Kammerdiener vor sich. „Jean," sagte er, „wir müssen und trennen. Nach unferm Contrakte haben Sie einen halbjährigen Lohn im Voraus zu fordern. Ich zahle Ihnen die Summe und zugleich erhalten Sie noch eine Gratifikation für geleistete treue Dienste, besonders aber für Ihre Verschwiegenheit. Sie sind eine Perle von einem Kammerdiener und werben leicht eine andere Herrschaft finden." Der Kammerdiener schlug erstaunt die Hände zusammen. „Mais, Monsieur! Wie woll Sie leb ohn' mir? Wer soll mak die alte Mann jong?" Herr Sander lächelte schmerzlich. „Das wird in Zukunst nicht mehr nöthig sein. Der alte Mann, der morgen früh dies Hotel verläßt, wird hinsühro nur noch als alter Mann erscheinen. Hier, nehmen Sie Ihr Geld und das Zeugniß, das Sie als treu und geschickt empfiehlt." Jean drückte die Hand seines Herrn an die Lippen. „O, Monsieur, dieser Kütigkeit. Moi, ick werd jamais verkeß solker Err!" Er strich seufzend das Geld ein und steckte es mit dem Papier zu sich. Die kommende Nacht schlief er zum letztenmale in Der Kammer neben seinem großmüthigen Herrn. An demselben Abende hatte auch der junge Sander die Miethe für sein Zimmer bezahlt unter dem Vorgeben, daß er am nächsten Tage von Hamburg abzureisen gedenke, ob aber allein, oder in Gesellschaft und wohin, das wußte Niemand als Diejenige, der er fein ganzes Glück zu verdanken hatte. Der alte Sander, der den Namen Hantelmann Dem Wirthe gegenüber natürlich beibehalten hatte, wollte um Die zehnte Stunde des Morgens abreifen. Sein Sohn hatte feine Abreise eine Stunde später angesetzt, damit Niemand Verdacht schöpfte, daß er mit Herrn Hantelmann zusammen reif’te. Auf einem Dampfboote, das damals noch nach Magdeburg fuhr, wollte Der Vater den Sohn erwarten. Als es neun Uhr schlug, schickte er Jean zu Clara hinunter. „Mademoiselle soll ab der Küte zu komm zu meine Err," sagte Der Franzose zu Dem Mädchen. „Er will sak die Dcmoisclle Adieu. Mais kanz allein." Clara beeilte sich, diesem Wunsche Folge zu leisten. Sie verfügte sich rasch nach oben. Der alte Herr empfing sie in seiner natürlichen Gestalt. (Fortsetzung folgt.) Hungers werden. 6. Februar. zufricccn 5. Februar. Die Nachricht, daß den hannoverschen Legionären rurch einen Awnestieoct neuesten Damms tie Ruck- kehr in die Heimatb ermöglicht werten sei, türfte, wie die „Hannov. Zig." sagt, sehr zu wodificiren sein. „Tie Eisahrungensagt VoS officiose Blatt, „welche sich an die früheren Gnotcnaete knüpfen, worin wohl nicht gecigntt, eine Wi.tnhclung kcr- felbcn atijurütten. Tagkg-n ist der pre^sch. Bot- schaster in Paris ermächtigt worden, dcnienigen fluchtigen Hannoveranern, welche sich bei ihm melden, um tie straffreie Rückkehr nach dem Daterlande zu erlangen, eine möglichst milde Behandlung in AusOesterreich. Wien, 3. Febr. In der heutigen Sitzung deS Abgeordnetenhauses stellte der Ministerpräsident Hasner das neue Ministerium vor. Ders.lde betonte in Uebereinstimmung mit der Adresse, daß der Ausgangspunkt für die Thätigkeit deS ViinisteriumS die Verfassung fei. Taffttbe weide damit daS Streben verbinden, den inneren Frieden durch Gewährung berechtigter Wünsche zu bewahren. Tie Lucken im NeligionSge- setze seien auSzufullen, die Gewissensfreiheit, sowie die Rechte des Staates zu wahren. Tas Ministerium werde stets eingedenk bleiben, daß es auS dem Parlamente hervorgegangen. Prag, 1. Febr. Gestern Nachts wurden illustnrte Placate in czechischer Sprache aufrührerischen Inhalts aufgesunden. Die Illustration stellt die Minister Giekra, Herbst und Hasner am Galgen bangend dar. Frankreich. Paris, 2. Febr. Der KriegsmtNlster bereitet gegenwärtig ein Project vor, welches die groß.n Militär- commanros abschofft und bestimmt, daß in Zukunft kein Militär , einerlei, welche Posten er bekleidet, mehr als 60,000 Franken jährlichen Gehalt beziehen darf. Dem „Moniteur" zufolge hat Herr Marfori soeben Paris veilassen, um sich in Marseille nach Portugal einzuschiffen. Die Ungnade des ehemaligen Intendanten der Königin von Spanien ist vollständig, und man glaubt, daß in Folge seiner Entfer. nung die bervorrogenden Persönlichkeiten der spanischen Emigration nunmehr von ihrer Zurückbaltung ablassen und ssch um die entthronte Königin und ihren Cobn, den Prinzen AlphonS, schaaren werden. Eö wird ferner versickert, daß die Königin Isabella in wenigen Tagen ihre Thronentsagung zu Gunsten ihreö Sohnes publiciren wird, um die Auesichlen, die demselben noch auf den spanischen Thron verbleiben, zu erhöhen. Paris, 3. Febr. In der heutigen Sitzung des gesetzgebenden Körpers inteipellirte Gambetta die Regierung wegen der Freiheit deö Buchdrucker- und BuchhändlergewerbeS. Der Minister des Innern erwiderte, die Regierung habe noch nicht Zeit gehabt, sich mit dieser Frage zu b.schästtgen. Damit war der Zwischenfall erledigt. ____________________ 3n ter Sitzung ter bäurischen Abgeoidnetenkam- Wer vom 3. Fcbruor antwortete gelegentlich ter Adrißtebatte Fürst Hohenlohe auf eine in letzter Sitzung gelhane Aeuß-rung des Abg. Kolb, er habe gewünscht, Voß tte Regierung tie Bedingungen tcS Eintritts in den Nordbund von Preußen zu erfahren gesucht hätte, etwa wie folgt: Auf von mir kinge- leitete Veranlaffung hat Preußen nicht erklärt, daß es den Eintritt Baierns in den Nordbund verlange oder daß es die Verbindung mit ihm in dieser Form des Bundes erstrebe; es stellt und anheim, ob und wann wir diesen Eintritt wünschen wollen, und eS sieht unseren Vorschlägen entgegen. Nun glaube ich, daß es nicht in süddeutschem Interesse läge, wenn Baiern einseitig vergehen wollte, abgesehen davon, daß in unserem FriedenSvertroge vom 22. August 1866 Baiern die Nikolsburger Präliminarien anerkannt hat und diese nur von einer gemeinschaftlichen Verbindung der Südstaaten mit dem zu gründenden Nordbund wissen. Ecrreet ist aber, daß erst dann, wenn die vier Staaten südlich des Mains sich ver- stäntigt haben, Schritte zu einer Annäherung geschehen. Ich habe schon neulich erwähnt, daß ich eine Einigung mit Würtcmberg und Baden mit allen Kräften anstrebte. Unter dieser Sachlage, welche einseitige Verhandlungen BaiernS ausschließt, kann ich keine Auiklärung darüber geben, welche Bedingungen uns mochten gestellt werden. Man liest im „Memorial Diplomatigue" : „Augsb. Allg. Ztg." veröffentlicht ein Telegramm, welches meldet, daß der Papst sich geweigert hat, eine von 137 Bischöfen unterzeichnete Adresse entgegenzunehmen, die sich gegen die Desinition deS Dogmas der Unfehlbarkeit auespricht; was aber dieses Blatt nicht sagt und was hervorzuheben nöthig ist, ist, daß der heil. Vater ebenfalls sich geweigert hat. das von 430 Bischöfen unterzeichnete Postulatum zu empfangen, welches um die soscrtige Desinition dieses Dogmas nachsucht. P'us IX., welcher entschlossen ist, in dieser wichtigen Frage eine strrete Neutralität zu beobachten, hat die Eimn wie die Anderen vor ö Eoneil beschieden, welches allein competent sei, dieses über die Hurrahruse, mit denen sie empfangen werden. Es bleibt nur das Eine zu unserer Rettung übrig, daß wir unsere Herren erwürgen wie Hunde, ohne Gnade und Barmherzigkeit. Sie müssen alle mit Stumpf und Stiel ausgerottet werten, ihre Städte müssen verbrannt und das Land durch Feuer gereinigt werden. Da unsere Tyrannen Geschütze und Eavallerie baden, tie unS fehlen, so können wer sie nur durch Feuer siegreich bekämpfen. Haben wir Ne Mauern, hinter denen sie sich verbergen, in Asche verwandelt, so müssen sie eine schmähliche Beute deS sicht zu stellen." Dos „Siecke" lenkt tie Aufmerksamkeit seiner i Leser auf die äußerst heikle Frage, welche in der letzten Sitzung des ges'tzgebenten Körpers Herr von ' Keratry vorgebraät hat. Dieser Deputirte verlangte । bekanntlich Aufschluß darüber, ob gewisse, sehr wichtige historische Dceumrnte, die in den Nattonal-Ar- chiven drponirt genesen, daraus verschwunden seien. Seit einiger Zeit bereits waren Gerüchte über diese Sache im Umlauf. „Ist cs wahr" — faßt das „Siecke" — „daß tie Eortcns, we'che Dokumente bezüglich ter Geschichte ter Bonapartes enthalten, ,um Marschall Varllant gebracht Worten sind, tem Minister des kaiserlichen Houses und der schönen Künste, um dort einer Sichtung unterworfen zu wer- Den ? Ist es wahr, daß verschiedene Briese Napo- leon's 1., die er an seine Brüter oder an seine Mi- nister gerichtet hatte, durch diese Sichtung unterschlagen und Jemandem übergeben worden sind, der nicht gut ein Anderer als das Staatsoberhaupt^ sein kann? Ist es wahr, daß dieselbe Unterschlagung stattgrsunken hot m>l verschiedenen Dokumenten der allgemeinen Polizei von der Zeit der Revolution und des ersten Kaiserreichs her? Ist es wahr, daß sieben authentische Original-Dccumente auS den gerichtlichen Acten bezüglich der tragi-comischen Expedition LvuiS Napoleons in Boulogne versäwunden sind? Ist cö wahr, daß verschiedene andere Aktenstöße dem Prinzen Napoleon zur Verfügung gestellt worden sind? Ist eS wahr, daß diese verschiedenen Unterschlagungen zum Zwecke gehabt haben, die öffentliche Meinung daran zu hindern, sich jemals aufklärrn zu können über Ereignisse, die der Geschichte anIehören? Herr Maurice R.chord, der jetzige Minister der schonen Künste, hat das formelle Versprechen gegeben, in dieser Angelegenheit eine Enquete vorzunehmen. Die Frage ist wichtig vom moralischen Gesichtspunkte aus und vom Gesichtspunkte ter heiligen Interessen der Geschichte. Es handelt sich darum, zu wissen, ob die Erben ter napoleonischen Legente, nicht tamit zufrieken, ihren Zeitgenossen den Mund geschlossen zu haben, die Diktatur dazu benützt haben, auch zu versuchen, tie Nach Welt daran zu hindern, in der Geschichte der Bonapartes hell zu s'hen." Die revolutionären Proclomationen, die, wie schon erwähnt, in Rußland massenhaft unter daS Volk geworfen wurden, enthalten unter Anderem folgenden Passus: „Unsere Vorfahren kannten weder Atel noch Priester, weter Kaufleute noch Steuereinnehmer', sie waren frei und glücklich. Aber von jenseits des Meere.- kamen fremte Fürsten, und in ihrem Gefolge waren Adel, Beamte, Steuereinnehmer. Sie unter- jochten unser Volk, nahmen uns unsere Felder weg und lebten von der Frucht unserer Arbeit. Nachdem sie das Land unterjocht hatten, bauten tie Eroberer Stätte, von denen aus sie uns noch jetzt untertiüden. Ihnen verdanken wir die strengen Gefttze und die schweren Abgaben, die uns in's äußerste Elend stürzen, während sie sich von unserem Brote mästen und herrlich und in Freuden leben. Ihre Städte sind so stark befestigt, daß wir feinen anderen Angriff auf sie unternehmen können, als daß wir ihnen den ro- then Hahn auf's Doch setzen." Es folgt dann eine haarsträubende Schilderung der angeblichen Unbilden, die das russische Landvolk unter dem Ezaren-Deepo° tismus erleiden müsse, und durch die es zum Vieh herabgewürdigt werde. Es heißt hierauf weiter: „Es gab in unserer Geschichte einen Zeitpunkt, wo wir Hoffnung hegen durften, ter Czar und seine ganze Familie stürben aus. Zum Unglück berief der Adel einen kleinen Fürsten aus Deutichland, welcher ter Stammvater einer ganzen Reihe von Tyrannen geworden ist. Diese deutsche Fürstenfamilie bot sich so sehr vermehrt, daß tie Popen alle ibre Glieder tn ter Kirche kaum herzählen können. Sie zehrt Alles auf, und noch mehr verschlingen ihre Hostinge. -ivir sind Dummkopfe, tie Deutschen regieren uns und suchen nur ihre Taschen zu füllen. Unser Ezar und die Großfürsten sind unfähig zur Regierung; sie treiben sich Inbrr auf den Landstraßen herum und freuen fich gewichtige Problem zu lösen." Der Wiener Correspondent der „Karlsr. Ztg. berichtet: Dem Vernehmen noch ist von den türkischen Grcnzbehöiden der Ausbruch eines bedrohlichen Ausstandes der Miriditen in Albanien signol.sirt, und dürste deßhalb österrrichischer Seils ein beträchtlicher Theil der dalmatinischen Truppen an die albanestsche Grenze dirigirt werden. Die Pforte bot ihrerseits sofort die umfassendsten militärischen Vorkehrungen getroffen. , Der „Levant Herold" meldet, daß tic türkische Regierung beschlossen habe, dem Dicekönig von Egypten die abzuliefernden Panzerschiffe und Hinterlader nicht zu bezahlen, sondern zu verlangen, daß selbe untentgeltlich übergeben würden als Strafe sür deren Anschaffung ohne früher eingeholte oberherrliche Be- willigung. _____ Prcnstcn. Düsseldorf. 1. Febr. DaS hiesige Apella- tionegerichl hat das Ur th.il deS Zuck tpolizeigeuchtS gegen den Reiche tagü Abgcorrnet.n Fritz M.nde wegen der Gladbacher Tunruttgefchichle bestätigt; dersttbe ist demnach zu 1 Jahr ver- Bayern. München, 3. Febr. Tie obenangesuhrte kon. Entsck'tlel'ttng laut,t: T.e Adr.sie der Reickeralhekammer bot du ich ihre principielten Angriffe aus den ®ifanmubdlonb deS gegenwärtigen Ministeriums ohne jede thatsäckliche ob r g-setz- l,ch greifbare Begründung b.m Geiste der Versöhnung nicht entsprochen, welchen Ich in der Thronrede der Londeevei tietuug enlgcgeng.brockt habe ntrb hi.rbu,ch die MögUck seit ihrer Annahme für Mich ausoeick losten. llebrigenS werde Ich deeholb nicht ermüden, d.nr Laiche die durch dos Uebernioß der Partei- b.wequng gestörte Ruhe wüderzugeben. Von di.ser Meiner Eutsmließung ist der erste Präsident der Reichsrathekammer sofort Ui verständigen, (ge;): Ludwig. München. 2. Febr. Die Zeitungsnachricht bezüglich der königl. Prinzen bedarf einer Rrchtigstellnng dahin, daß Seine Majestät der König dem Prinzen Luitpold und dessen beiden Söhnen, den Prinzen Ludwig und Leopold, mittbeilen ließ, daß sie vom Besuche des kön'gl. Hofe« bis auf Weiteres diepensirt seien; den Prinz.n Otto und Adalbert, welche beide in der königl. Rksidenz wohn.n, ist eine solche Mrtthe.lung nicht zrrge- gangcn. Vermischtes. Gießen. Es ist dem hiesigen Eoncertverein gelungen, sich für daS nächste Eoncert bie Mitwirkung einer sehr heivorragen- ben Künstlerin zu sichern. Fräulein Krebs. Tochter les Hos- kapellmeisterS Kr.bs in Dresden, ist schon in ihrem zwölften Jahre in mehreren Eoncerten in London aufgetreten und hat daselbst durch die große Fertigkeit und Feinhet ihres Elavier- spiels allgemeine Bewunderung erregt. Wir ersehen auS den Zeitungen, baß die junge Künstlerin vor Kurz.m auch wilder in Berlin und Frankfurt gleichen Beifall geerntet hat. Frankfurt, 30. Ion. Ter gutprädicirte EommiS Weniger auS Wiesentheid (Bayern) hatte mit einer Tochter deS Caffet.erS Dender ein Verbältnrß angeknupft, daS nach einigem Zögern der Eltern des Mädchens zu einem Derlöbniß führte.^ Die Brautleute machten darauf (als Mann und Frau) eine längere Reise durch Bayern, und schon war der Hochzeitstag festgesetzt, daS LogiS gemiethet k., als eS der Braut eiufiel. das Verhält- N'ß zu lösen, ang.blich. weil sie von ihrem Bräutigam auS Eisersucht förmlich lyrannisirt würbe. Weniger thot wiekerholte, doch vergeblick e Schritte, daS Ve.hältniß wieder anzuknupfen. Außer sich vor Verzweiflung, begab er sich hierauf, nachdem er sich durch Abrasiren deS Ba.teS, Aufsetzen einer Brille ?c. unkenntlich gemacht, mit einem doppelt geladenen Pistol in daS Easu Bender, paßte den Moment ab. wo Fräulein Bender allein am Buffet faß. und sckoß ihr den einen Lauf der Pistole inS Gesicht. Fräulein Bender hatte glücklicher Weise die Be- wegung seines Armes bemerkt, wendete deßbalb rasch den Kopf, und so streifte bie Kugel bickt an ihrem G.sickte vorbei, daS jerock Zeit ihres Lebens durch bie eingebrungenen Pulverkörner entstellt bleiben wird. Die G.sckworenen bejahten bie That- fraae verneint.n aber, baß er mit Ueberlegung gehanbelt. worauf ibn der Gerichtehof unter Iubelruf b.S überaus zahlreichen Auditoriums freisprach. Weniger wurde hierauf (Mitternacht) von einer großen Menschenmenge im Triumphzuq nach seinem Gasthof gebracht, nnb auch sein Vertheidiger (Dr. Mayer) er» h.elt eine Ovation. Der ganze Stabttheil war in Aufregung. — Ter zweite Fall Mufft bn schließt bie Folge in sick, baß alle auS ihnen hervorgegangenen Kinder bis auf Weiteres als illegitim anzu, sehen sind. . * * Eine gute Antwort. Em junger Arzt, der zur Hochzeit seiner Schwester auf einige Tage verreisen wollte, be« nackrichtigte von dieser Absicht einen seiner Patientey, intern er hinzi.sügte, daß ihn während seiner Abw'seuheit dfi durch Bor- nirth.it bekannter Eollege vertreten werde. Hieraus antwortete ihm bet witzige Kianke aus dem Stegreif: „Ich aönne Dir auf drei Tage Zeit Bis Tu bie Sck wester dem Gatten gefreit. Du lässest den Freund mir als Burgen; Er wird mich statt Deiner — erwürgen."