Preis vierteljährig 1 fl. 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Rr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Freis Hießen. Nr. 172. Dienstag den 6. Dcccmbcr 1870. 5. December- Die Pariser haben im größeren Maßstab den Versuch wiederholt, die Ein- schließungsarmee zu durchbrechen und sich über Fontainebleau mit der Loirearmee in Verbindung zu setzen. Der letzte Ausfall scheint gleichzeitig von den Fort« Nogtnt, Vincennes und Charenton unternommen worden zu sein, und es scheint der Kampf auf allen Punkten des weiten Bogens gewüthct zu haben, den die Marne von Dllliers bi- Creteil beschreibt. Augenscheinlich ist General Trochu auf dieser Seite mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften vorgerückt, denn das Schlachtterain ist ein sehr ausgedehntes und es ergibt sich schon aus der Auf. zählung der von der Belagerungsarmee im Feuer gestandenen Corps und Divisionen, welch bedeutenden Raum die Operationen um 30. Nov. und 2. Dez. beanspruchten. Nach achtstündigem Ringen wurden die Belagerten wieder hinter ihre Forts zurückgetrieben und damit ist hoffentlich der letzte Versuch der Pariser zur gewalt- samen Befreiung aus ihrer Lage vereitelt. Ihre offenkundigen Hoffnungen auf die Unterstützung der Loirearmee haben sich nicht erfüllt, der militärischen Ehre ist Genüge gerhan und nun werden die schon früher laut gewordenen Wünsche auf Unterwerfung unter das Unvermeidliche mit ganz anderem Nachdruck sich vernehmen lassen können. Bei den Gallomanen außerhalb Paris wird freilich die Ernüchterung noch etwas länger auf sich warten lassen. Mit der Besetzung von Amiens durch unsere Truppen ist zwar die Eisenbahn-, nicht aber die Telegraphenverbindung zwischen Tours und Belgien unterbrochen, es besteht nämlich eine Telegraphenlcitung ter Küste entlang, und „Jndep. belge", „Etoile belge" und Consorten können sich demzufolge noch immer das wohlfeile Vergnügen bereiten, Telegramme aus Tours zu veröffentlichen, welche der Wahrheit geradezu ins Gesicht schlagen. Sie wollen die Depeschen aus Tours vom 29. Nov. durchaus nicht gelten lassen, daß ein Theil der Loirearmee am 28. bei Beaune la Rolande eine derbe Schlappe erlitten hat, im Gegentheil, sie behaupten, wenn auch mit auffälligem Lakonismus, das die französischen Truppen den Feind an der Front der Loirearmee zwischen Pithi- viers und Montargis an verschiedenen Punctcn zurückgeschlagen hätten, wobei zahlreiche Gefangene und eine Kanone in den Besitz der Franzosen gefallen seien E>'ne zweite Depesche aus Tours vom 29. v. M. wendet sich gegen das osficielu Telegramm aus Versailles, 27. Nov., und sagt, es sei nicht zutreffend, daß die Franzosen in den Scharmützeln bei Ladon und Mezieres zurückgebrängt worden seien; die französische Aufstellung sei am 25. bei 45 Kilometer hinter den Punkten gewesen, bis zu welchen sie am 26. vorgedrungen seien. Auch sei kein französischer General in Gefangenschaft gerathen. Die Wahrheitsliebe der französischen Bulletins ist zu weltbekannt, um über den Werth der eben citirten Angaben auch nur ein Wort zu verlieren. Nach französischen Berichten sind französische Soldaten immer siegreich, und wenn sie auch auf Hunderte von Meilen zurückgeworfen, in Festungen gedrängt und zur Capitulation gezwungen oder ganz und gar zersprengt werden, wie kann es also Wunder nehmen, wenn sie auch nach den letzten Schlägen mit Siegestelegrammen um sich werfen. Den Tourensern wird es allerdings einigermaßen sonderbar Vorkommen, daß die Regierung am 30., also zwei Tage nach dem angeblichen Siege, das Ausbleiben ofsicieller Depeschen von der Loirearmee ankündigt, denn auf derartige Ankündigungen ist bisher in Frankreich erfahrungsgemäß das Geständniß einer Niederlage gefolgt; warum aber die letztere schon jetzt eingestehen, so lange der Feind nicht unmittelbar vor den Thoren steht? Ist dies der Fall, dann wissen die guten Franzosen ohnehin, daß es mit den errungenen Vortheilen sein besonderes Bewenden gehabt habe, die Regierung findet aber bis dahin noch immer Zeit, einen anderen Schauplatz ihrer Thä'tigkeit und neue Gläubige für ihre Lügen aufzusuchen. Hinsichtlich der Bewegungen de- deutschen Heeres melden die Telegramme aus Tours, daß die in der Richtung auf diese Stadt vorgeschobenen preußischen Abteilungen sich neuerdings bei Chateauvun zu conccntriren scheinen. Im Westen von Paris, in der Umgegend von Evreux, hätten die Deutschen das Eurethal fortwährend mit einer gewissen Stärke besetzt, am rechten Seineufer sei ein preußischer Angriff auf Villers im Vexin zuerst von den dortigen Mobilgarden zurück- gcwiesen worden, nach Ankunft preußischer Verstärkungen hätten sich dieselben aber zurückziehen müssen. Im Generalstab der an der Loire versammelten französischen Streitkräfte ist mittlerweile noch vor deren vollständiger materieller Vernichtung ein Personen- wechsel von einiger Bedeutung vorgenommen worden. Herr v. Keratry hat am 28. in einem Briefe an Gambetta angezeigt, daß er sein Commando nieverlege und am 30. ist er persönlich, vielleicht zu unmittelbarer Berichterstattung, in Tours eingetroffen, während an seiner Stelle General Bourbaki den Befehl über die zum 19. Armeekorps umgetaufte bretonische Armee übernommen hat. Die Gründe der Demission des Herrn v. Keratry dürsten wohl auch in seinem Zerwürsniß mit Herrn v. Chatelineau, dem Commandanten der Franktireurs der Bretagne, zu suchen sein, und man kann nun wohl einigermaßen neugierig darauf sein, wie General Bourbaki sich mit dem legitimistischen Parteigänger vertragen werde. Als neuer Organisator ist inzwischen in einem anderen Theile von Frankreich, in dem von Abenteurern und Glücksrittern ä la Garibaldi, Cluseret u. dergl. m. mit Vorliebe frequentirten Rhonethale der bekannte General Mieroslawski aus- getaucht. Derselbe ist, wie ein von dem „Moniteur" veröffentlichtes Dekret des Lyoner Präfekten und außerordentl chen CommiffarS der Negierung zeigt, zur Errichtung eines mobilen Lagers höchst eigener Erfindung autorisirt worden, und alle Civil- und Militärpersonen sind angewiesen, ihn dabei zu unterstützen. „Je länger der Abend, desto schöner die Gäste", heißt es ja nach einem alten Sprüchworte. lieber die Vorgänge bei Amiens können die französischen Berichte sich nicht so unverschämte Lügen gestatten, wie über andere Ereignisse, denn die Besetzung von Awiens ist eine Thatsache, die sich mit allen Sophismen nicht hinwegläugnen läßt. Aber gelogen wird darum doch immerhin mit eiserner Stirn. Zunächst meldet ein Telegramm aus Rouen, General Goeben sei mit 70,000 Mann in Amiens eingerückt, und am 28. werde die Schlacht von Neuem beginnen, was beides eine Lüge ist. Ferner heißt es, der Rückzug der bei Amiens geschlagenen Franzosen habe sich in bester Ordnung, unbelästigt vom Feinde in der Richtung auf Doullens und Arras vollzogen, während die Flüchtigen notorisch nicht einmal eie Zeit hatten, die Geschütze aus den von ihnen aufgeworfenen Schanzen in Sicherheit zu bringen. Was die ferneren Absichten des Ueberrcstes der Nordarmee anbelangt, so soll, wie die „Jndep. belge" mittheilt, deren Commandant sich mit der Idee tragen, in dem nördlichen Festungsviereck (es scheint Douai, Lille, Cam- broy und ValencienneS gemeint zu sein) Posto zu fassen, und von dort aus, wo seine Stellung eine „unangreifbare wäre", bei günstiger Gelegenheit wieder zur Offensive zu übergehen. Leider kennen wir noch immer nicht mit Bestimmtheit den Namen des Generals, welcher so schöne Luftschlösser zu bauen versteht. Die Telegramme aus Tours, vom 29. Nov., also vom Tage «ach dem Gefechte, das in Prinz Friedrich Karl'S Meldung als „eine wahre Niederlage des größten Theils der Loirearmee" bezeichnet ist, wollen nur von „einigen ziemlich lebhaften Gefechten auf der Front der Loirearmee zwischen Montargis und Pithi- vieres" w ssen, tri welchen „der Feind nach und nach, mit fühlbaren Verlusten, auf verschiedenen Punkten zurückgeschlagen worden sei und zahlreiche Gefangene nebst einer Kanone in den Händen der Franzosen gelassen habe" ; das preußische Detachement, das im Südwksten von Vendome, in Chateau Renault, 27 Kilometer von TourS, am 27. November erschien, wurde in einer Depesche vom 28. aus Torrs mit der classischcn Bemerkung beseitigt: „Man glaubt, daß es in Folge d s Nebels seinen Weg verloren habe." Eine Depesche aus Tours vom 29. Nov. kommt darauf mit der Behauptung zurück: „Es wird bestätigt, daß das südwestlich von Dendome signalisirte preußische Detachement ein isolirtes Detachement war, das seinen Weg verloren hatte." Die „Jndependonce'' tröstet sich damit, daß Tours bis jetzt nicht in Gefahr sei, daß die Deutschen auf die Umzingelung der französischen Stellungen hätten verzichten müssen, daß der linke Flügel der Franzosen noch weniger bedroht sei als der rechte u. s. w., ferner, daß die Nordarmee sich „in guter Ordnung und ohne vom General Manteuffel verfolgt zu sein, auf Doullens und ArraS zurückgezogen habe und wahrscheinlich in dem durch die Festungen des Nordens gebildeten Quadrilatere eine uneinnehmbare Stellung nehmen werde, welche die Wiederaufnahme der Offensive gestatte, sobald die militärische Situation es erfordere." So tief hat sich dieses Blatt nach und nach in die französische Blindheit hineingearbeitet! Keratry Hot sein Commando im Lager von Conlie bei Le Mans ausgegeben und Bourbaki den Oberbefehl der „Armee der Bretagne" übernommen. Charette und Chatelineau wollten unter ihm nicht dienen, weil sie weder seiner kirchlichen noch politischen Farbe trauen; ob Bourbaki glücklicher sein wird, muß die Folge lehren. Im Norden hat Bourbaki unter den gegebenen Verhältnissen gewiß das Mögliche geleistet und cs gehört die ganze Verblendung Gambetta's dazu, daß er von jenem wichtigen Posten in dem Momente entlassen wurde, wo General von Manteuffel auf Amiens im Anmarsche war. Paris, das gibt auch die „Jndependance belge" jetzt zu, ist nunmehr seinem Schicksale überlassen; sie klagt: „Die strategischen Bewegungen, die zwischen Paris und Orleans stattfanden, gestatten nicht mehr, zu hoffen, daß die Loirearmee einen Ausfall von Paris unterstützen könnte. Um dieses Ziel zu erreichen, hätte diese nach ihrem Siege bei Orleans voranmarschiren und durch die Normandie der Nordarmee, die nun bei Amiens geschlagen ist, die Hand reichen können. Heute legt sich eine durch die Uebcrgabe von Metz verfügbar gewordene Truppenmacht zwischen sie und die Belagerer. Ihre einzige Aussicht ist, entweder diese Streitkräfte in Schach zu halten oder den Widerstand dadurch zu. verlängern, daß sie ich hinter die Loire zurückzieht." Auch diese Aussicht dürfte nach den neuesten Depeschen bereits verschwunden sein. Der „Bote" von S. Leopol do, Rio Grande do Sul, vom 5. Oktober zeigt an, daß die Deutschen in Brasilien schon 22,000 Thlr. für die deutschen Verwundeten in diesem Kriege zusammengebracht und an den Centralverein ein- gesanbt haben, und daß noch weitere Beiträge gesammelt werden. Die folgenden Zeilen aus dem Urwalde, und dessen abgelegensten Winkeln jeder deutsche Colo- nist seine Spende nach Kräften einsendet, dürften gerade jetzt den wenigen Verirrten unter uns zur Beschämung dienen: „Das Eintreffen der ersten Siegesnachrichten versetzte hier Alle in die freudigste Erregung und ließ die deutschen Herzen höher und stolzer schlagen. Auch wir Deutschen im Auslande sind bei diesem Kampfe mitbetheiligt, auch unser ferneres Schicksal ist mit dem AuSgange verknüpft. Es kann uns nicht gleich- giltig sein, ob unser theures Vaterland wieder in die alte Schwäche zurückgeschleudert wird, oder ob es groß und herrlich vor der Welt dasteht. Im ersteren Falle bleiben wir die über die Achsel angesehenen „AlemoeS" (Deutschen), ohne Schirm, ohne Schutz jeder Laune einer fremden Regierung preisgegeben. Im zweiten Falle respectirt man uns auch in der Ferne als die Glieder eines mächtigen Volkes, das seine Angehörigen auch im fernsten Viertel der Erde zu schützen weiß. Wir müssen stolz darauf sein, Deutsche zu sein und zu heißen, und müssen einig zusammenstehn, wie es jetzt unsere Brüder im fernen Vaterlande thun. Sollte es aber unter uns Deutschen einige ehrvergessene Buben geben, welche Heute Nacht Batterieen erbaut, aus Fontaine, 3. Dec. Nach Eröffnung der Sitzung theilt der Vorsitzende der Versammlung mit, daß nach dem Ergebniß der durch die ernannte Commission im Frühjahr L I. vorgcnommenen Faffelochsen-Besichtigung, das Fasset wesen im Kreise Gießen als in erfreulichem Fortschritt begriffen erscheine. Die Rechnung des Bezirksvereins pro 1869, welche mit einem Kaffevorrath von 11 fl. 28 fr. abschließt, in welcher jedoch ein von der Aachen- Münchener Feuerversicherungsgesellschaft zu erwartender Beitrag noch nicht vereinnahmt ist, wird zur Einsicht während der Dauer Der Sitzung offen gelegt und soll als richtig angenommen werden, wenn keine Bemerkungen dagegen gemacht nahm die nöthigen Positionen und vertheidigte sie mit großer Bravour, von Treskow. Colonnen des General Feldmarschalls Prinz Friedrich Karl den Feind über Chilleurs-aux-Bois und Chevilly hinaus in der Richtung auf Orleans zurück. Das 3. und 9. Armee-Corps nahmen dabei je 1 Geschütz. Diesseitiger Verlust nicht bedeutend. Vor Paris brach der Feind die dem Gefechtsfelde vom 2. Dec. gegenüber geschlagenen Brücken bei Brie am 4. ab, und zog sich hinter die Marne zurück. Bei Aufräumung des Schlachtfeldes von Amiens fanden sich noch 9 feindliche Feldgeschütze und ein bedeutendes Kriegsmaterial vor. von Podbielsky. Versailles, 4. Dec., 12 Uhr Nachts. Der Königin Augusta in Berlin. Nach zweitägiger Schlacht der 2. und Mecklenburgischen Armee hat das Corps Manstein die Vorstadt St. Jean und den Bahn- Hof von Orleans heute Abend genommen. Die andern Corps stehen bereit, morgen die Stadt zu nehmen. 30 Geschütze, über 1OOO Gefangene. Verlust mäßig. Division Wrangel verlor am meisten. Hier heute alles ruhig. Wilhelm. ganzen Ehre hervorgehen. /X Brüssel, 2. Dec. Der Petersburger Correspoudent der „Indep. sch relbt über die Beziehungen Preußens zu Rußland in Betreff der Pontusfrage: „Preu- ßen scheint von dem Zwischenfall überrascht worden zu sein, wenigstens was der von dem Fürsten Gortschakoff für seine Erklärung gewählte Zeitpunkt angeht. Mit Gras Bismarck soll über diesen Punkt kein Uebereinkommen stattgefunden haben. Die Angelegenheit wäre im Princip zwischen Preußen und Rußland seit dem Beginne des Krieges festgesetzt gewesen; nur hatte nach der Ansicht des preu- ßischen Diplomaten, Rußland den definitiven Sieg Preußen» abwarten sollen, um sich frei von seinen Verbindlichkeiten zu erklären. Der russische Kanzler war hin- gegen entgegengesetzter Ansicht. Indem er sich gewisser Unterhaltungen zu Biarritz vor dem Beginn des österr.-preuß. Krieg» erinnerte, hat es Der Fürst Gortschakoff vorgezogen, nach der Capitulation von Metz, ein Fait accompli zu schaffen und seine Erklärung erlassen, ohne vorher Den Kanzler des norddeutschen Bundes davon zu unterrichten. In Versailles zeigte man sich anfangs Etwas verstimmt, allein dieser Anflug übler Laune scheint rasch verflogen zu sein. △ Brüssel, 3. Dec. Der Berliner Specialcorrespondent Der „Jndepend." telegraphirt, daß die Nachrichten über den Abschluß eines angeblichen Vertrags zwischen dem Exkaiser und Preußen als bonapartistische Manöver betrachtet wer- den, um die Regierung in Tours gegen eine Teilnahme an der bezüglich der Pontusfrage vorgeschlagenen Conferenz einzunehmen. Der Correspoudent fügt hinzu, daß FriedenSverhandlungen vor dem Falle von Pari» unwahrscheinlich feien. 4 Brüssel, 3. Dee. Der „Moniteur belge" sagt, daß Die Desertionen in Der belgischen Armee jetzt nach Verhältniß roieDer zahlreicher sind, als in früheren Zeiten. — Die Festung ArraS ist zur Vertheidigung entschlossen, nachdem fie Schiffskanonen von großer Tragweite erhalten hat. — In TourS ist ein Leeret Gambetta's erschienen, welches Die Organisation von acht Lagern zum Massenaufgebote in Frankreich anorDnet. Wie in Den Zeiten Der ersten Republik soll Den Commandanten Da» Requisitionsrecht verliehen werden. /X Brüssel, 3. Dec. Paris, 30. Nov. Alle Fleischwaarcn bei Privat- Personen müssen auf Dem Hotel de ville abgegeben werden. △ Brüssel, 4. Dec Aus Tours liegen seit Freitag Nachts keine Nachrichten vor. Ein Rundschreiben des Londoner Hofes bestätigt Den gcmclDetcn Besuch Der Königin Victoria bei Der „Kaiserin Der Franzosen". (Wortgetreu.) △ Brüssel, 4. Dec. Depeschen aus Tours vom 2. d. M. bringen Den Wortlaut von Keratry’S DemissionSschreibcn an Gambetta. Kcratry droht mit gerichtlicher Verfolgung Der Beamten des Krieg», und Marineministeriums und mit Enthüllung höchst gravirender Documente. bieten mit Dank an _ m Sodann bemerkt Der Vorsitzende, daß ein Schreiben des Herrn Präsidenten des Provinzialvereins cingelaufen sei, welchem der amtliche Bericht über die im letzten Winter zu Berlin st a 11 g e h a b t e V e r sa m m l u n g von Delegirten für die Organisation einer landwirthschaftlichen Interessenvertretung beiliege. Dieser Bericht liege zur Einsicht offen. Zu den Gegenständen der heutigen Tagesordnung übergehend und zwar zu- werden. _ , Der Vorsitzende macht sodann Mittheilung von einem Schreiben des Sekretärs Der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, wonach den Mitglieoern des Bezirksvereins die Bibliothek dieser Gesellschaft zur Benutzung offerirt wird. Die Versammlung nimmt dieses Aner- Versailles, 4. Decbr. Der Königin Angnsta in Berlin. Gestern hat Prinz Friedrich Karl mit Dem 3. und 9. Corps Den Feind bei Chevilly und Chilleurs in den Orleans-Wald geworfen und 2 Kanonen genommen. Wilhelm. Versailles, 4. Dec., 10 Uhr Abends. Am 3. warfen die Officielle militärische Nachrichten. Versailles, den 3. December. Der Königin Augusta in Berlin. Heute kein Gefecht von Erheblichkeit, doch scheint sich der Feind vor Vincennes noch zu verstärken. Treskow's Division hat gestern 7 Kanonen genommen, 1800 Gefangene gemacht, darunter 1 General, 20 Offiziere. Wilhelm. Versailles, 3. Dec. Die feindliche Armee von Paris hat heute keinen neuen Versuch zum Durchbruch unternommen. von Podbielsky. erhalten. 2 Der Chefredakteur de» Blattes „Union de la Sarthe", 1 Nordez, wurde wegen mißliebiger Kritiken Gambetta's und des Präsecten Der Sarthe verhaftet. - Nach einer vom „Moniteur de Paris" veröffentlichten Sta. tistik sind von 79 beim Ausbruch des Kriegs angestellten Generälen nur noch 13 im Dienst. Der Nest ist gefangen, todt oder blefsirt. △ TourS, 2. Dec., Abend« 11 Uhr. Totale Nachrtchtslosigkeit über das Schicksal von Ducrot's Ausfallarmee. △ Arras 3. Dec. Eine Proklamation des Generalcommandanten im Departement Pas de Calais kündigt an, er werde den Platz bis auf'S Aeußerste halten und droht Den Feiglingen mit Dem Kriegsgericht. / △ Paris, 29. Nov. (per Ballon.) Das „Journal universelle De la rcpublique ftaneaise" schreibt in seinem Situationsbericht: „Wir wissen hier noch nicht, ob Europa da draußen sich entschließen werde, Frankreich die Mittel zu gewähren, daß cS eine Versammlung einberufe und zwar unter solchen Bedingungen, Die Die Freiheit Der Wahl unD das Gewicht der Gewählten verbürgen. Mag immerhin das Gemetzel fortdauern, wenn Europa die» zulaffen und Die preußische Regierung darauf bestehen will. Was immer jedoch geschehen und kommen mag, Frankreich, welches Den Krieg nicht gewollt, welches Überhaupt keinen Krieg mehr will, wird aus diesem Gemetzel unverkleinert mit seinem ganzen Gebiete und seiner Telegraphische Depeschen. Darmstadt, 2. Decbr. Nach den hier eingelausenen Feldpostbriefen vom 27. v. M. cantonnirt die hessische (25.) Division seit dem 22. bei Toury und Chauffy (4 bis 5 Stunden nördlich von Orleans). Sie bildet den rechten Flügel Der Armee des Prinzen Friedrich Karl, und war das Gros bis zur Zeit des Abgangs der Briefe in Gefechte von irgend welcher Bedeutung nicht verwickelt. 6 Escadrons der Reiterbrigade dagegen sind zum 10. ArmeecorpS commanvirt, haben sich bei den Aufstellungsgefechten bei Ladon und MeziereS am 24. betheiligt und waren am 27. noch nicht bei Der Division wieder eingetroffen. Man ver- muthet daher, daß sie in Der Schlacht bei Beaune la RolaDe am 28. v. Mts. mltgestntten haben.^ Depesche Der „Frankfurter Presse" meldet: Berlin, 2. Dec. In Der gestrigen Sitzung De« BunDesrathS hat Der Vertrag mit Bayern wegen Beitritts zum Deutschen BnnDe nur etwa 2/a der Stimmen nächst zu Der Frage über I. Verwendung der dem Vereine zur Verfüguug stehenden Mittel beantragt Der Vorsitzende, Die Entfcheldung hierüber Dem AuS,chusse zu überlassen, jedoch Dem M.tteloeutschen Garttnbauvercin für Die im Herbste diese» Jahre« für Gießen in Aussicht stehende Ausstellung von Erzeugnissen de« Obst- und Garten» baue« einen Prei» zur Verfügung zu stellen. . Nach ftattgehabter Discussion, insbesondere über Die Frage, ob dieser Preis nur an Aussteller au« dem Kreise Gießen, oder wenigsten« Der Provinz Ober- Hessen, zu verleihen sei, wie namentlich Der V «Präsident Dr. Gros und b-zie- hnngsweise der Vorsitzende befürworten, oder ob eine Beschränkung in Bezug auf Den Ort Der Erzeugung der für preiSwürdig erkannten Produkte nicht ein treten solle (Ansicht des Freiherrn von Rabenau) beschließt die Versammlung: die Summe von 20 fl. zur Anschaffung eines Preise«, bestehend in einem von den» Ausschuß auszuwählenden geeigneten Gegenstand, zu bestimmen und Die Frage über Die etwaige Beschränkung hinsichtlich de« Ort« Der Erzeugung Der zu prämiiienven Produkte Dem Ausschüsse zu überlassen. Allseitig war man Damit einverstanden, daß Der Bezirks- Vereinspreis nur für Obst oder. Gemüse zu ertheilen fei. Der Vorsitzende macht sodann Mittheilung von einem «schreiben des Comite'S für Gründung einer landwirthschaftlichen Gontrol- und Versuchsstation, durch welches der Bezirksverein Gießen um Verwilll- gung eines Beitrags zu Den Kosten dieser Anstalt eingegangen wird. Es bemerken hierzu , Der Herr Generalsekretär Dr. Krämer, indem er an Die letzte Bezirksvereinssammlung in Groß-Buseck erinnert: Bei Den in Frankfurt im November v. I. versammelt gewesenen Delegirten sei Die Ansicht verfochten und angenommen worden, daß eö sich nicht blo« um eine Control-, sondern zugleich um eine Auskunft«-, eine Versuchsstation handeln müsse. In erster Linie habe man jedoch die Gründung einer Controlstation in’« Auge gefaßt, Diejenige einer Versuchsstation für später vorbehaltend. Demgemäß seien die Mittel noch so weit in Der Weltgeschichte zurück sind, daß sie noch nicht wissen, Da& , „ . P„ußen und Deutschland heutzutage ein Begriff fmo, und sich nicht entblöden, benen Belfort jetzt, 8 Uhr, beschossen wird. Regiment Ostrowsky Sympathien für französischen Uebermuth zur Schau zu tragen, so ist e« unsere - - - - - - .....- —®------- Pflicht, sie mit gebührender Verachtung zu bestrafen." An der kanadischen Küste, bei Der britischen Station Charwtte-town auf der Prinz Evwardinsel, hat der englische Dampfer „Plover" Den nach Gloucester, Staate« Massachusetts, gehörigen Schooner „Friend" wegen Verletzung Der Fischerei- aesetze gekapert. Der Capitän unD die Mannschaft De« Schooner« werDen al« Gefangene sestgehalten. Gloucester liegt im Congreßbezirke de« Generals Butler, Der sich erst vor einigen Tagen wieDer durch eine in Boston gehaltene heftige Rede gegen England bemerklich gemacht hat. Protokoll über die am 30. Mai 1870 zu Steinbach stattgehabte Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Gegenwärtig: Der erste Director des Bezirksvereins, Dr. Goldmann, al» Vorsitzender, sowie der Herr Präsident des Provinzialvereins der Provinz Dberbefpn, Graf zu Sol ms-Laubach, Erlaucht, der General - Sccretär der landwirthschaftlichen Vereine, Herr Oeconomierath Dr. Krämer und zahlreiche Mitglieder des Bezirksvereins und Dem Verein nicht angehörige Landwirthe. de-, Rücksicht varauf, 1) daß die Abschaffung des Schmeerviehs ohne gesetzliche Vorschriften nicht ausführbar, 2) daß aber nur bei gemeinsamen Vorgehen mit den Nachbarstaaten Erfolg zu erwarten ist, 3) daß übrigens, was die Provinz Oberhessen betrifft, nach Art. 4 pos. 15 der Verfassung des Norddeutschen Bundes die Ergreifung von Maßregeln in Sachen der Veterinärpolizei zur Compctenz des Bundes gehört: an das Präsidium des Provinzialvereins die Bitte zu richten, geeigneten Ortes Anträge auf gemeinschaftliche Maßregeln zur Beseitigung des Schmeerviebs zu stellen. Der Herr Präsident de- Provinzialvereins theilt sodann noch mit, daß die Aachen-Münchener Feuerversicherung-- Gesellschaft au- den Ergebnissen ihre- Geschäftsbetrieb- in 1869 dem Provinzialverein den Betrag von 600 fl. überwiesen habe und daß auf den Bezirksverein Gießen hiervon die Summe von 106 fl. 30 fr. entfallen werde. Es wird schließlich beschlossen, für die nächste Generalversammlung die Frage über die Bedeutung der Schafhaltung auf die Tagesordnung zu setzen und die Bestimmung des Ort- dieser Versammlung dem Ausschuß zu überlassen. Zur Beglaubigung: Dr. Goldmann. körn oder Buchwaizen in Stoppeln zur Sprache gebracht, verbreitet sich Herr Oeco- nomierath Krämer in einem längeren Vortrag über die vorliegende Frage und nimmt dabei Veranlassung ebenfalls die Feldregulirung und Anlage von Feld» wegen als unbedingte- Erforderniß der von dem heutigen Stand der Landwirth- schaft gebotenen Ausdehnung des Futterbaues dringend anzurathen. Redner macht insbesondere darauf aufmerksam, daß oh e genügende Feldweganlagen, welche dem Landwirth den jederzeitigen Zugang zu seinen Grundstücken ermögliche, eine Erweiterung de- Futterbaues sich nicht durchführen lasse. Und doch sei der Futterbau heut zu Tage das Losungswort für den Landwirth; der Getreidebau werfe nicht mehr die gehörige Rente ab. Im Einzelnen bemerkt Redner noch Folgen- was in Bezug auf die bermalige Futlernoth zu berücksichtigen fei: Der Buchwaizen empfehle sich wegen feiner Wohlfeilheit und des Umstandes, daß er in 8 bis 10 Wochen reife. Thieren, die nicht an Buchwaizen gewöhnt, solle man etwas Wicken darunter geben. M>t Vortheil lasse sich, und zwar auch in hiesiger Gegend, jetzt noch Grünmais pflanzen; dabei seien aber, damit die Pflanzen nicht zu bald holzig würden, die Körner nicht zu weit auseinander zu legen; an jeden Punkt lege man 2 bi- 3 Körner. Wenn auch der Grünmais in Rücksicht auf feine chemischen Bcstandtheile eine- der stickstoffärmsten Nahrungsmittel fei, so würden doch mit demselben coloffale Erträge erzielt und eS lasse sich bei Untermischung von Luzerne, Rothklee oder Oelkuchen jenem Mangel ab» Helsen. Wenn dies auch kostspielig scheine, so sei es in der That doch wohlfeil. Den Jncarnatklee betreffend, so sei derselbe, wenn auch keine Grundlage für die Viehhaltung, doch immerhin ein Lückenbüser und alS solcher bei leichterem Boden, wo er besser gedeihe, zu beachten. Beim Anbau von Futteroggen, welchen Redner ebenfalls empfiehlt, dürfe am Samen und Pfuhl nicht gespart werden. III. lieber landwirthschastliche Buchführung hatte eine aus den Herren Lehrer Funk von Beuern, Pachter Brennemann zu Winnerod und Pachter Güngerich zu Groß-Buseck bestehende Commission schriftlichen Bericht erstattet. Derselbe wird von Ersterem verlesen und knüpft sich hieran eine kurze Discussion, bei welcher sich der Herr Präsident des Provinzialverein-, der Herr Oeconomierath Dr. Krämer und Herr Lehrer Funk betheiligen und bei welcher auf die Schwierigkeit der Aufstellung eines Schemas für die landwirth- fchaftliche Buchführung des kleinen Landwirth- hingewiesen wird. IV Der vierte Gegenstand der heutigen Tagesordnung: Erscheint es wünschenswerth, daß das Halten des reinen Schasdiehs und die Abschaffung des Schmeerviehs gesetzlich angeordnet und durchgesiihrt wlrd? wird von dem Vorsitzenden mit der Bemerkung eingeleitet: tue Frage sei schon vielfach in den Vereinen erörtert worden und viele Gemeinden hätten das Schmeervieh bereits abgeschafft. Vor etwa iy2 Jahren habe die Regierung zu Wiesbaden die Sache behufs gemeinsamen Vorgehens wieder in Anregung ge- bracht, seines Wissens sei aber von dem Ministerium eine Entschließung bis jetzt Gros wird entgegnet: , m , Die vorliegende Frage stehe durchaus in keiner Beziehung zu der» jenigen, über die Gründung einer polytechnischen Schule, sic sei viel älter, als diese und die Versammlung in Frankfurt, bei welcher jede Provinz durch drei Landwirthe vertreten und kein Mitglied der polytechnischen Schule betheiligt gewesen, sei ganz ohne Rücksicht auf diese schule zusammengesetzt worden; übrigens sei über die Localfrage keineswegs definitiv entschieden, man sei aber in der Commission der Ansicht gewesen, daß es zweckmäßig sei, die Anstalt an den Sitz der landwirthschaftlichen Centralstclle zu legen, wie denn auch in Rheinpreußen die ähnliche Rücksicht und nicht diejenige auf die Universität zur Gründung der Versuchsstation in Bonn geführt habe. In irgend einer Stadt muffe die Anstalt errichtet werden und wenn Freiherr v. Rabenau in dieser Beziehung besondere Vorzüge anführen könne, welche die Commission für die Wahl einer anderen Stadt, als Darmstadt, hätten bestimmen sollen, so möge derselbe solche Vorgänge namhaft machen und die Generalver- sammlung alsdann in den Statuten darüber bestimmen. Nach weiterer Discussion wird schließlich beschlossen: pro 1870 25 fl. zu fraglichem Zweck zu bewilligen. . II. Ucber den weiteren Gegenstand der heutigen Tagesordnung Ist der Anbau des Jncarnatklees in dem Bezirk Gießen rathsam? Namens der aus den Herren Professor Dr. Pflug von Gießen und Oeco- nom Rohr von Lich gebildeten Commission erstattet der Erstere über die vor- liegende Frage eingehenden Bericht, aus welchem Folgendes hervorgehoben wird: Da- Schmeervieh, bemerkt Redner, sei krankes Vieh, auf dessen Haut sich eine kleine Milbe, die sogenannte Krätzmilbe, gebildet habe, welche- nur durch Ansteckung weiter verbreitet werde. In Bezug auf die Fleischproduction sei diese Krankheit, namentlich dann, wenn durch fortgesetzte Behandlung dem allzustarken Umsichgreifen der Milbe gesteuert werde, von geringerem Einfluß. Bei der Wollproduction dagegen müsse auf Reinheit der Wolle und Quantum derselben gesehen werden; die Wolle leide aber durch das beständige Jucken und Reiben der Thiere Noth und von Seiten der Fabrikanten werde die Wolle au- Schmeer- vieh-Gegenden nicht so gerne gekauft, weil sie sich nicht so gern färben lasse. Diese Nachtheile seien nun zwar an und für sich bei zuverlässigen Schäfern nicht von sehr erheblicher Bedeutung, tatsächlich aber sei der Handel mit Schafvieh im Großherzogthum im hohen Grade dadurch beengt, daß in den Regierungsbezirken Wiesbaden und Kassel, sowie in Württemberg, Baven und Bayern das Schmeervieh ausgeschlossen sei. Seines Erachtens sei übrigens unsere Regierung für Oberhessen mit Rücksicht auf die Bestimmungen der Bundesverfassung zu einem Vorgehen in fraglicher Hinsicht nicht competent. Mit der Abschaffung beziehungsweise Heilung des Schmeerviehes müsse im Frühjahr nach der Schafschur begonnen werden, weil da Die Behandlung der Schafe eine leichtere sei und, während die Thiere im Freien übernachteten, die nothwendige DeS- infection der Ställe rc. vorgenommen werden könne. Der Herr Präsident des Provinzialverein- und Freiherr Rabenau theilen die Ansichten des Vorredners, daß in Rücksicht auf 4 pos. 15 der Norddeutschen Bundesverfassung das zu erstrebende Ziel nur im Weg der Bundesgesetzgebung zu erreichen sei und beschließt die Versammlung nach einigen weiteren Bemerkungen, insbesondere des Herrn Oeconomierath Dr. Krämer, welcher die zu ergreifenden Maßregeln auch auf die Südstaaten ausgedehnt zu sehen wünscht, auf Antrag des Freiherrn von Rabenau und mit auf Klee schlecht feien. Herr Pfarrer Müller von Watzenborn: Gegen die Luzerne herrsche vielfach, selbst bet großen Oeconomen, noch ein ungerechtfertigtes Vorurtheil und die Ansichten über deren Er- traglfähigkeit seien vielfach noch sehr unrichtige. Es rühre dies aber dah-r, Dafe man meist für den Anda» der Luzern- den schlechtesten B°. den auswähle; einer Pflanze aber, welche, wie die Luzerne, den kand- mann auf eine Reihe von 6 bis 10 Jahren von aller Arbeit und Dung- nachhülfe befreie, solle man nicht den schlechten, sondern gerade den besseren Boden anweisen. Die Luzerne gedeihe besser auf leichtem, als auf schwerem Thonboven. Auf dem Münzenberg-Gut sei in letzterer Zeit die Luzerne viel und mit gutem Erfolg cultivirt worden, was zur Nachachtung seitens der dortigen Bauern geführt habe. Der Herr Präsident des Provinzialvereins Graf Solms-Laub ach Erlaucht erklärt sich mit dem Vorredner im Wesentlichen einverstanden, hebt aber bervor, daß der Boden, wie in Münzenberg, Kalk enthalten müsse, wenn auf auten Ertrag gerechnet werden solle. Das hauptsächlichste Hindermß für den Anbau der Luzerne bestehe in der mangelnden Feldregulirung. Auch der Incarnat- klee habe übrigens etwas für sich, indem er, im Frühjahr au-gefät, noch in dem- (eiben Jahre sicheren Ertrag liefere. Nachdem Herr Pfarrer Koch von Groß-Linden die Aussaat von Haide- vorerst geringer bemessen worden und werde später weiter gegriffen wer- 1 Den müssen. — Man sei ferner von der Ansicht ausgegangen, daß das Unternehmen zunächst von den Landwirthen selbst in die Hand genommen werden solle und daß dann erst die Vereine anzugehen seien. ES sei dann den Letzteren eine beständige Einwirkung auf die Anstalt zuzuge- stehen insbesondere jedem Provinzialverein die Berechtigung zur Ernen- nung'eineS Mitglieds der Direction zu ertheilen. Nach den Vorschlägen der Commission solle die Anstalt ihren Sitz in Darmstadt haben. Redner bemerkt sodann, daß nicht bloS die Provinzialvereine, son- dem auch andere Stellen, insbesondere die Staatsregierung, sich zur Leistung von Beiträgen bereit erklärt hätten; so hätten die Stadt Darm- stadt und die Bank für Handel und Industrie je 200 fl. jährlich und die betreffenden Fabrikanten selbst circa 1000 fl. gezeichnet. Die Be- livUoereinc Friedberg und Offenbach hatten je 25 fl., Großgerau 40 fl., Darmstadt und Dieburg je 50 fl., Erbach, Neustadt und Lauterbach je 10 fl. verwilligt und es sei deshalb zu hoffen, daß die Anstalt noch im Laufe dieses Jahres werde in's Leben treten können. Freiherr von Rabenau mißbilligt, daß man die OrtSfrage vor Anhörung der Bezirksoereine entschieden habe und glaubt, daß die Wahl von Darmstadt denselben Erwägungen zu verdanken sei, welche bei der Gründung des Polykech- nikumS daselbst bestimmend gewesen seien. Seiner Ansicht nach gehöre die Anstalt nach Gießen, als den Sitz der Landesuniversttät, wie auch die Rhelnpreuß'tche Centralstation in der Universitätsstadt Bonn errichtet worden sei. Er sei erstaunt, daß man die OrtSfrage entschieden habe und jetzt erst mit einer Geldforderung an den Verein herantrete; er beantrage deßhalb, die Beschlußfassung über einen Beitrag des Bezirksvereins zu einer landwirthschaftlichen Versuchsstation in so lange auszusetzen, bis über den Ort an welchem dieselbe errichtet werden solle und alle damit zusammenhängenden Fragen ein schriftlicher Ausschußbericht erstattet sein werde Seitens des Herrn Oeconomierath Dr. Krämer und Viceprasident Dr. bemerken: Herr Vicepräsivent Dr. Gros, als Referent: Er fasse sich absichtlich sehr kurz, weil viel competentere Beur- theiler dieser Frage anwesend seien und weil er wünsche, daß vorzugsweise von Dem Bauernstände sich hierüber geäußert werden möge. Der Jncarnatklee habe zunächst das gegen sich, daß das Vieh ihn nicht gern fresse und daß er auch einen gelingen Futterwerth habe; auch liefere er nur einen Schnitt; dagegen beständen seine Vorzüge darin, daß er eine zweite Erndte nach Raps oder Runkelrüben zulasse, er könne also im Frühjahr oder im Herbst gesäet werden und finde Die Erndte ersteren Falle« im Juli, andernfalls aber im künftigen Mai statt. In einem schweren, nassen Tyonboden gedeihe Der Jncarnatklee nicht, er verlange vielmehr eine mittlere Bodenqualität. Herr Katz von Steinbach bestätigt, Daß das Vieh den Jncarnatklee nicht aern fresse. In schlechten Jahren liefere auch Der Jncarnatklee keinen Ertrag, in auten habe man auch anderen Klee. Er empfehle Den Anbau Der Luzerne. Herr Lehrer Schlapp von Rödgen spricht sich ebenfalls gegen den In- carnatklee aus und empfiehlt den Anbau der Luzerne, welche nur t-arum bisher nicht in vollem Maße ergiebig gewesen sei, weil man ihr Die richtige Behandlung Nicht habe zu Theil werden lassen. Auch Mais und Saradella seien für unsere vo n Gegend nicht geeignet und mit Winttrsamm würden die Aecker nur verdorben; Art dagegen solle man mehr Futterkorn bauen, welches der Gefahr, zu Grunde zu!.m - gehen, nicht ausgesetzt sei und welchem, wenn es auch einmal schlecht stehe, durch llfberüiüttuna mit Jauche, die gerade aufs Blatt wirke, leicht nachgeholfen w-rd-n l"nn7 Man säe deshalb Fnittrragzen, wenn im H-rbst Oie An.stch.en Allgemeiner Anzeiger. Feilgebotenes äugen, angejogene Puppen mit Trachten, -wr im Voidtr-, die andere im Hinterhaus- ° ... n r ti n n I r m fnfnrt 11t n^rnitpfn^n befindlich, sofort zu vermiethen. vermiethen bei I. Mann berg er. pr. Flasche fl. Daheim GZ f) 'S. 1. 24 n if n in guter abgelagerter Waare (6000) Gebr. 6028) Kalbfleisch. 1. 36 1. 45 1. 12 - Möbel einzeln und Garnituren, Porzellangeschirr im . Einzelnen, Küchengeschirr, amerikanische Kochherde, Puppen- u ff " Ö3 kr. u II Vermiethnnge« 6022) Zn meinem Hause in der Löwengasse sind zwei Familienwohnungen, die 5.» Franz Peppler & Eomp., empfehlen Z- A. Busch Söhne. Madeira Ia Malaga Ia Num Arrac de Batavia Cognac vieux 6013) Bestellungen an Krautschneider Rüdiger bittet man im„DarmstädterHaus" abgeben zu wollen. 6012) Große Täuflinge mit Frisur und Glasaugen, Porzellauköpfe mit Glas- Danksagung. k n Denjenigen, welche unsere )j c Gattin, Mutter, Schwie- tter und Großmutter, Clise )] , geborne Schneller, zu ihrer /j Ruhestätte begleitet haben, \1 wir hiermit unseren tiefge- 1 . Dank. I en, den 5. December 1870. 3 Die trauernden Hinter- (i bliebenen 6021) Mittwoch den 7. December l. I., des Morgens 10 Uhr anfangend, will ich die von Georg Gräf II. gekauften Gegenstände einer freiwilligen Veistei- gerung aussetzeu, nämlich: 1 zweijähriges Fohlen, 2 Ochsen, 4 Kühe, 1 Mutterkalb, 2 , %jährige Schweine, sämmtliches Heu und Stroh, 1 Wagen, 2 Pflüge und Egge, sowie sonstige Geräthschoften. Harbach, den 3. December 1870. H e inrich Klös II. Preis pro Nummer 2' 2 Sgr. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Unio.-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. 1. 45 „ empfehlen Ebel. Besondere Bekanntmachung. 6027) Diejenigen hiesigen Einwohner, welche im Laufe des Jahres Hunde an- oder abgeschafft haben, werden hiermit benachrichtigt, daß die desfallsigen Declarationen bis zum 31. December d. I. auf unserem Bureau schriftlich oder mündlich abgegeben werden müssen, wenn solche bei Ausstellung der Hundesteucrliste für 1871 Berücksichtigung finden sollen. Gießen, den 2. Dec. 1870- Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. fllmhessische Gesellschaft für lUtur- und Heilkunde. Mittwoch den 7. December, Abends 6 Uhr, // fr Frische Egmontcr Schellfische treffen, so lange keine stürmische Witterung, wieder ! wöchentlich dreimal ein. Für Cablrau^n, Zungen und Turbots erbitten wir uns Stuben und -Kuchen, feines Obst am____________________________________ Christbaume, sowie die neuesten Spieles 4372) Ein Logis im Nebenhause von empfiehlt bestens Georq Nvber, Zimmern rc. ist an -ine stille Familie - zu vermiethen und alsbald zu beziehen bet Flick 6 Kröll. Petroleum-Lleftrung. 5094) Mittwoch den 7. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung des Petroleums für die Garnison-Verwaltung Gießen auf das erste Halbjahr 1871 mittelst Soumission vergeben und können auf dem Bürcau derselben die Lieferungs-Bedingungen eingeseben werden. Gießen, den 2. December 1870. Versteigerungen. Brod tiefer ung. 5095) Mittwoch den 7. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung des Brodes für die Garnison Gießen einschließlich der Kriegsgefangenen auf das I. Quartal 1871 mittelst Soumission vergeben. Die Lieferungs-Bedingungen liegen auf dem Büreau der Garnison-Verwaltung in der Zeughaus-Kaserne zur Einsicht offen. Gießen, den 2. December 1870. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Kalbfleisch. Vortrag des Herrn Dr. Laubenheimer: „lieber die Verwendung des Theers." Aufträge mehrere Tage vor Gebrauch. — Heute frische Schellfische. NB. Da jetz! wieder größere Parthieen von Schellfischen eintreffen, so haben wir, zu '/•. zr. ' ----- so lange keine stürmische Witterung cintritt, Großherzogliche Garni'on-Verwaltung. den Preis auf 12 fr. pr. Pfund festgesetzt. Kalbfleisch. I. A. Busch Söhne. Die Nr. 10, die neueste Kriegs- HK nummer, enthält: s = Eine Vorpostenüberraschung. Mit Illustration ^gestörtes Abkochen" von W. Simmler. — Auf falscher Fährte. Criminalgeschichte. (Fortsetzung.) — Der Artillerist. Militärische Skizze von G- Hiltl. Mit Illustration „der Kanonier" von A. Toller. — Eine Nacht auf Feldwache unter den Kanonen des Mont Valerien Von Dr. Hans Blum. — Der Vermißte. ~ ' ' “ '" 6024) Ein freundliches Logis mit 6 heiz- Sorten,~ou§. betJ'unftmüile ber Herren auf Wunsch auch ein Stückchen Grabgartcn abgegeben werden kann, ist zu vermiethen „ - Originalzeich- nun0 von C. Schweitzer. — Am Fomilien- tisch: Vom Tode erstanden. — Aus der Bildermappe des Schlachtenmalers. Mit 5 Bildern von Wold. Friedrich. — Die mobile Mannschaft des Daheim. — Fech- ners deutsch-französischer Krieg. Mit Jllu- ftration von Thumann. Vermischte Anzeigen 6018) Ein braves, tüchtiges Mächen, welches bürgerlich kochen kann und alle häuslichen Arbeiten versteht, wünscht alsbald eine Stelle. Näheres bei der Erped. d. Bltts. 6026) Ein braves Mädchen, gesetzten Alters, welches die Küche und alle Hausarbeiten gründlich versteht, wird gegen guten Lohn auf Weihnachten in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Markus Engel, am Kreuz. 6023) Ein großes Familienlogis ist zu | M a r o n e n (süße italienische Kastanien) sind wieder eingetroffen. ____________I- A. B u s ch S ö h n e. 6020) Ein rusfischcr Schafpelzrock ist zu verkaufen. Neue Anlage E. 31, im vier-. ten Stock._____________________ 5097) Ein noch neuer Sccrctär, sowie ein Sopha, sind billig zu verkaufen bei K. Grünebaum, ___________________________Schloßgasse. 6025) Feinstes Blüthenmchl bei K- Wallenfels, Wettergasse. ___________________auf dem Kreuz. 6017) Crtrafeine, gesiebte Raffinade, sowie feinstes Blüthcnmchl und andere und am 20. Februar 1871 beziehbar im Körner'schen Garten, Neustädter Thor. 5087) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen bei Buchbinder C- Orth, Kirchenplatz. 5085) Ein neu erbautes Familienlogis ist zu vermiethen bei Karl u. Franz Plank, Neichensand. 4933) Ein möblirtes Zimmer mit Ca- binet (mit 1 oder 2 Betten) ist zu vermiethen. Seltersweg Lit. C- Nr. 2. 1 Weihnachts-Ausstellung zeige ich hiermit an und empfehle solche zur geneigten Ansicht. Georg Röder am Kreuz. Z Kein KüNiKlü ihr Neuzeit hat in so kurzem ZeüraumZeinen so großen Erfolg aufzuweisen, wie das Brustbonbons/ EK Arabische Gummi-Kugeln, bereitet von W Stuppel in Alpirsbach. Trotz der in großer Anzahl aufgetauchten Nachahmungen behaupten diese Fabri-! 'h^n 6utcn Ruf und erobern sich von Tag zu Tag mehr und mehr die Gunst : des Publikums. Preis: % Cchacktel 14 fr., >/2 Schachtel 7 fr. Tiefes Brustbonbons ist zu haben in Gießen bei Julius Wallach« I BeaehtenSwcrth. .. ,^llf bevorstehende Weihnachten bringe ich mein auf das Reichhaltigste ^ager in Herren-, Damen - und Kiuderhüten, sowie auch ^'llzfcvuyen, zu B^eihnachtsgefchenken sehr geeignet, in empfehlende Erinnerung. Bemerkt wird, daß jede bei mir. gekaufte nicht convenirende Waare nach dem Fest umgetauscht werden kann. 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Vereins-Kasse 101 Darmst. Bankact. 320 Wien Bankactien 700 Galizien 231% Actien. Oest. Creditact. 238V, 5% östr. F. St. E. B. 3681/4 Lombard. Bahn 170% Ludwigsh.-Bexbach 163% Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 124 Hess. Ludwigsb.-Act. 134% Alsenzbahn-Actien 85% Oberhessen „ 66 Vz Prioritäten. 3% öster. Stsb.-Prior. 55% 3% öst. s. Lombard 46 Vs 3% Livorneser 31% 5% Toscaner 49% 5% Elisabeth.-Prior. 77% do. II. Emiss. 74% Anleiienslooee. Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 fl. 38% 4O/o bayr. Präm.-Anl. 1063/4 Ansbacher 7 fl. — 4% badische Loose 105 Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v. 1839 — 1858r Prioritätsloose 152Vr 1860r Loose 751/2 1864r „ — Braunschweiger 16% Stadt Madrid 21 Vg Wechsel. Amsterdam k. S. 100% Augsburg k. s. 99% Berlin k. s. 1043% Bremen k. 8. 97 Cöln k. S. 104% Hamburg k. S. 88 Leipzig k. S. 1O4'%6 London k. 8. H9% Lyon k. 8. Paris k. 8. — Wien k. 8. 96% ditto m. 8. — ditto 1. 8. _ Disconto 4% G. Geldsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 44*5/16-45 Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 45—46 „ doppelte 9 45—46 Holl. fl. lOSt. 9 55 Ducaten . . 5 36—38 20 Frankenst. 9 33% Engi. Sover. 11 57—59 Buss. Imper. 9 48—50 Dollar in Gold 2 26%-27% Temperatur in Gießen, November 1870 : niederste ................— 4,0° Remittiert .................4- 3,19 „ Mittel früherer Jahre............-f- 2,47 w höchste.................4- 10,4 „ Niederschlag: an 13 Tagen.......... 1,71 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre: an 16 Tagen . . 1,64 „ „ 5 D t e Theehandlung brr I. A. fl u | d) Söhne empstehlt srifche 2cndnng von chinesischem Thee nm er Enidte, in den beliebtesten Sorten, Souchong, Conjou, Peeeo mit Blüthen, Gunpowder, Haysan und Imperial. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schcn Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Prrts vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger Erscheint täglich, mit A»t- «ahme MontagS. Expedition; Canzletb«r§ Lit. B. Rr. 1. Anzeige- und Mmtsblatl für den Kreis Kießen. Nr. 173 Mittwoch den 7. Dccember 1870. Amtlicher T h e i l. Generalversammlung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberheffen. Die Generalversammlung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen soll Montag den 12. December d. I., Vormittags 10 Uhr, zu Nidda im Gasthaus zum Stern abgehalten werden, zu welcher ich die Mitglieder des Vereins, sowie alle Freunde der Landwirrhschaft, hiermit ergebenst einlade. Nach der statutenmäßigen Rechenschaftsablage sollen folgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 1) Die Unterstützung der durch den Krieg überlasteten deutschen Grenzlande. 2) Der Ausfall der diesjährigen Kcrrtoffel-Erndte, insbesondere die Verwerthung der faulen Kartoffeln und die Behandlung der zum Stecken für kommendes Frühjahr zu verwendenden Kartoffeln. 3) Die Frage, ob und unter welchen Verhältnissen jetzt noch der Betrieb von landwirthschaftlichen Brennereien rathsam sei oder aber, welcher Ersatz für die Fütterung unserer Hausthiere am zweckmäßigsten an Stelle derselben einzutreten habe? 4) Die Frage, ob nicht für die Folge die landwirthschaftliche Unterrichtsfrage für die Bestrebungen der landwirthschaftlichen Vereine in erste Linie zu stellen und der landwirthschaftliche Unterricht und überhaupt die Verbreitung landwirthschaftlicher Kenntnisse vor Allem aus Vereinsmitteln zu unterstützen sei? 5) Besprechungen über die Maßregeln, welche zur Verhütung der Weiteroerbreitung der Rinderpest getroffen sind. 6) Auf welche Weise lassen sich die bestehenden Schäfereiverhältnisse mit der fortgeschrittenen Bodencultur in besseren Einklang bringen? 7) Wahl des Präsidenten und Vicepräsidenten, sowie des Ausschusses für die Jahre 1871—1873 incl- 8) Bestimmung des Ortes für Abhaltung der nächstjährigen Generalversammlung. Nach 8- 33 der Statuten muß jedes Mitglied des Vereins, welches in der Versammlung einen Vortrag zu halten wünscht, dies vor Beginn derselben dem Präsidium anzeigen; schriftliche Mittheilungen für die Versammlung müssen demselben geringstens einige Tage vorher gemacht werden. Laubach, am 16. November 1870. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen: Otto, Graf zu Solms-Laubach. Politischer Theii. 6. December. Die Pontusfrage und der Congreßgedanke. Die von Ruß- land plötzlich, wenn auch nicht ganz unerwartet angeregte Pontusfrage, die bei ihrem ersten Auftauchen alle Cabinete mit Schrecken erfüllte, wird seit etwa einer Woche von rem Publikum und den Regierungen mit größerer Ruhe als im ersten Augenblick betrachtet. Man ist zu der Ucberzeugung gekommen, daß die russische Regierung hinter der Kündigung des betreffenden Vertrages keinen weiteren Hintergedanken versteckt, und daß sie es namentlich nicht darauf abgesehen hat, die Neutralisirung eine^Theil- der europäischen Mächte durch den deutsch-französischen Krieg zur Herbeiführung eines bewaffneten Zusammenstoßes mit der Türkei zu benutzen. Liegt aber der Versuch, zu einer gewaltsamen Lösung der orientalischen Frage zu schreiten, nicht in Rußlands Absicht, so ist augenscheinlich die Möglichkeit einer DiScussion der russischen Ansprüche und einer friedlichen Auseinandersetzung über dieselben vorhanden. Die ganze Angelegenheit verliert den umfassen- den, welterschütternden Charakter, den man ihr anfänglich beizulegen geneigt war; es handelt sich vielmehr nur um die Lösung einer einzelnen, scharf umgrenzten Frage, die allerdings für den Orient von hoher Bedeutung ist, die aber doch, selbst wenn ihre Lösung ganz nach den Wünschen Rußlands erfolgt, die Integrität des türkischen Reiches unangetastet läßt. Rußland fordert ja eben nur ein natürliches Recht zurück, es verlangt die Beseitigung der künstlichen Schranken, die es an der Ausführung dieses natürlichen Rechts hindern. Es hat diese Forderung in einer die Intervention der Garantiemächte herausfordernden eigenmächtigen und willkürlichen Weise gestellt. Wenn es sich aber nachträglich zu dem Versuche einer Verständigung mit diesen Mächten bereit erklärt, so wird cs auch seinerseits ohne Zweifel auf ein Entgegenkommen dieser, sowie sämmtlicher europäischen Großmächte und auf eine unbefangene Prüfung seiner Ansprüche rechnen können. Daß namentlich die englische Regierung, die anfangs dem russischen Vorgehen am schärfsten gegenüber trat, in der letzten Zeit zu dem Entschluß gekommen ist, alle Schritte zu vermeiden, die einen Krieg unvermeidlich machen würden, ist ersichtlich. Viel mag dazu das gespannte Verhältniß zu Nordamerika beitragen, da- in hohem Grade lähmend auf Englands Action einwirkt; auch Oesterreichkühle, durch Beust'S früher an Rußland gerichtetes Anerbieten einigermaßen be- stimmte Haltung kann nicht gerade einen crmuthigenven Einfluß auf Lord Granville ausüben. Auf Frankreichs Mitwirkung ist aber gegenwärtig gar nicht zu rechnen, und Italien kommt kaum in Frage. Es ist daher für das englische Cabinet von größter Wichtigkeit, sich nut Preußen ins Einvernehmen zu setzen. Der Versuch einer Verständigung mit Preußen hat aber den Wunsch einer friedlichen Erledigung der ganzen Angelegenheit zur Voraussetzung, da Lord Granville natürlich nicht daran denken kann, Preußen zu einem kriegerischen Auftreten gegen Rußland zu be igen, in einer Angelegenheit, welche die deutschen Interessen in so geringem Maße berührt, wie die Pontusfrage. Somit wird also jeder Versuch einer Annäherung Englands an Preußen als ein friedliches Symptom anzusehen sein, da der Wunsch Preußens, die entstandene Verwickelung einer friedlichen Lösung zuzuführen, al- unzweifelhaft zu betrachten ist. Von Preußen, wie es scheint, ist denn auch der Vorschlag, die Angelegenheit einer in London zu versammelnden Conferenz zu unterbreiten, auS- gegangen. Dieser Vorschlag ist in London und Wien im Princip angenommen worden und hat nach den neuesten Nachrichten auch m Petersburg eine sehr günstige Aufnahme gefunden. Selbstverständlich werden die Verhandlungen der Conferenz sich auf die Pontusfrage zu beschränken haben, und namentlich laßt sich wohl mit Sicherheit voraussetzen, daß der Herr Bundeskanzler gegen jeden Ver- such, die deutsch-französische Angelegenhkit vor das europäische Forum zu ziehen, im Voraus ein«u festen Riegel vorgeschoben haben wird. Es soll eine Conferenz ad hoc sein, und gerade qlS solche scheint sie wohl geeignet, die Hoffnung auf Beseitigung der Gefahr eines allgemeinen Weltbrandes zu stärken. Denn das bloße Zustandekommen der Conferenz würde beweisen, daß die Garantiemächte den Gegensatz ihrer Auffassung der Verhältnisse zu den russischen Ansprüchen nicht als unversöhnlich anfebyi; und sehen sie ihn nicht so an, so ist er es nulürlicy auch Tn Wirklichkeit nicht. Daß Oesterreich im Princip den russischen Forderungen keineswegs unbedingt feindlich gegenüber steht, ist bekannt. Oesterreich hat es selbst erklärt und wird nicht umhin können, die Consequenzen seiner früheren Erklärungen zu ziehen. Auch England muß von dem Standpunkt der starren Negation zurückgekommen sein; denn wenn es auf diesem Standpunct verharrte, so müßte es sich aufs Entschiedenste gegen den Vorschlag einer Conferenz erklären, die sich doch naturgemäß nur damit beschäftigen kann, eine Ausgleichung der streitigen Ansprüche zu suchen: eine Ausgleichung aber auf einer andern Grundlage als der einer Anerkennung der russischen Ansprüche in ihren wesentlichen Puncten ist undenkbar. Es mögen neue Garantien für die Sicherheit der Türkei gesucht und gefunden werden; aber die Rußland auferlegten Beschränkungen dürften sich schwerlich stricte aufrecht erhalten lassen. Daß der Türkei der Vorschlag einer Conferenz, deren bloßer Zusammentritt ein ihr bequemes Verhältniß in Frage stellt, unangenehm und verdrießlich ist, läßt sich nicht bezweifeln. Aber wenn die Türkei das Bevürfniß empfindet, ihr Dasein durch den Schutz europäischer Garantieen sicher stellen zu lassen, so wird sie nichts Ernstliches einwenden können, wenn die europäischen Mächte die ihr gebotenen Garantieen einer erneuten Prüfung unterziehen, eventuell dieselben den Bedürfnissen der Gegenwart gemäß gewissen Modifikationen unterwerfen. Wenn es eine unbestreitbare Thatsache ist, daß die Existenz der Türkei von dem ihr von den europäischen Mächten gewährten Schutze bedingt ist, so muß es den Schutz- Mächten auch frei stehen, jeder Zeit mit einander über die zur Erreichung des angestrebten Zweckes erforderlichen Maßregeln zu berathen und zu beschließen. Weigerte sich die Türkei, den Beschlüssen Evropa's sich zu fügen, so würde sie ja damit erklären, daß sie des Schutzes der Mächte nicht bedürfe. Daß sie aber Neigung haben sollte, sich den Consequenzen einer derartigen Erklärung zu unterziehen, wird man wohl bezweifeln dürfen. Die Aufgabe der norddeutschen Postverwaltung in Frankreich ist zur Zeit eine dreifache: 1) die Feldpost für die Armeen und deren Branchen; 2) die de- finitive Organisation de- deutschen Postwesens im Elsaß und in Lothringen und 3) die Administration der Posten in den von uns occupirten und noch zu occu- pirenden Provinzen. Für alle drei Zwecke sind im gegenwärtigen Augenblick auf dem seither französischen Gebiete bereits 247 stabile und 82 mobile deutsche Post- Anstalten unLr den Ober - Postdirectionen in Metz, Straßburg, Reims und dem Feld-Ober-Postamt zu Versailles in Thätigkeit; das unter den Wirren und Verheerungen eines furchtbaren .Krieges geschaffene Postcoursnetz umsaßt über 1000 deutsche Meilen; der nördlichste Punkt desselben ist AmienS, der südlichste Dijon, der westlichste Chartres. Bi» zu diesen Stationen erstreckt sich von Berlin aus mit Präcision und Regelmäßigkeit die Wirkung der Verfügungen der Centralstelle. Eine weitere Vorschiebung dieser Endstationen und erhebliche Ausdehnung des Netzes der deutschen Postverbindungen in Frankreich dürfte demnächst noch be- vorstehen. In der Sitzung de- Anklagesenat- zu Berlin kam am vergangenen Mittwoch die jetzt abgeschlossene Voruntersuchung wider den Banquier Güterbock beim Kammergericht zur Verhandlung. Nach dem Beschluß desselben ist nunmehr nach §. 69 de- StrafrechtS die Anklage wegen Landesverraths zu erheben, und sind die Acten dem Ober-StaatSanwalt zur Anfertigung derselben zu übergeben. — Die Untersuchung, welche wegen derselben Sache gegen die frankfurter Banquiers schwebt und die man mit der vorstehenden Sacke verbinden wollte, ist noch nicht geschlossen. Die Sache wider Güterbock wird daher allein verhandelt werden. Wir entnehmen einem Schreiben aus Brüssel vom 3. December: „In den letzten Tagen war vielfach die Rede davon, daß Preußen mit dem Gefangenen auf Wilhelm-hohe einen Frievensvertrag unterzeichnet habe oder unterzeichnen werde. Diese Gerüchte wurden von Berlin sowohl al- auch vom Fürsten de la MoScowa, Adjutanten des Ex-Kaisers, widerlegt. Sie waren durch eine Intrigue hervorgerufen worden, welche dieses Mal der Prinz Napoleon, der die Bonaparte wieder ans Ruder bringen möchte, angesponnen hatte. Dieses Mitglied der bona, partistischen Familie kam nämlich vor einigen Tagen nach Brüssel, um sich mit dem General Changarnier wegen der Restauration des Kaiserreichs zu verständigen. Natürlich war weder die Rede davon, den Kaiser wieder auf den Thron zu setzen, noch die Regentschaft der Kaiserin wieder herzustellen; derselbe wollte einfach die Ernennung des kaiserlichen Prinzen zum Kaiser unter einer Regentschaft, an deren Spitze General Changarnier zu stellen sei. Der General erklärte dem Prinzen, daß er sich auf solche Intriguen nicht einlassen könne. Nach seiner Unterredung mit dem Prinzen sandte Changarnier, der sich wahrscheinlich nicht compromittiren wollte, an Frau James v. Rothschild mit der er bekanntlich sehr befreundet ist, per Brieftaubenpost folgende Depesche: „Le gönöral Changarnier est ä Bruxelles bien porlant, appartenanl ä aucun parti et plein de devouement pour la France.“ In seiner Unterredung mit Changarnier gab der Prinz Napoleon sein Vermögen auf 150,000 Fr. Rente an. Ihm zufolge besitzt der Kaiser keine sechs Millionen! (KZ) Das schon erwähnte Schreiben des Grafen de K^ratry an Gambetta lautet: Angers, 28. November 1870. An den Kriegs-Minister in Tours. Herr Kriegs-Minister! Durch Decrct vom 22. October d. I. haben Sie mich zum Ober-Commandanten der mobilisirten Streitkräfte der fünf Departements der Bretagne ernannt. An diesem Tage existirte nichts. Dank dem Patriotismus meiner Landsleute und der Aufopferung meiner Officiere war am 22. November das Lager von Conli gebildet und uneinnehmbar gemacht. 47 mobilisirte Bataillone Bretagner, 7 Compagnieen kühner und disciplinirter Franctireurs waren auf meinen Aufruf vollständig ausgerüstet herbeigeeilt; 9 Batterien, alle vollstän- dig so weit, erwarteten nur das Sattelzeug, um mit Nutzen zu manöveriren. Dieses Schauspiel war einzig in Frankreich und am 24. November, nachdem 8 erbrigave ZnltlO auflicht'g renßtnbf» ,oN(ö 11- "S । rer W -uE ffriebr'ch . ^crnn* ' id),^ baten i“ von da nach Nancy, einer der größten und schönsten Städte in Frankreich. Wir hatten dort einen Ruhetag und kamen in eine Vorstadt zu liegen, unser zwei Mann, bei der reichsten Herrschaft im Ort. Daselbst war eine der größten Angorakatzen, die ich gesehen, mit 6 Zoll langen Haaren wie von Seide. Sie hatte einen Kopf wie ein Kind und war gutmüthig wie ein Schaf. Die Familie bestand aus dem Hausherrn, feiner Frau, drei Söhnen und einer Tochter von 18 Jahren, die Söhne noch älter. Einer ist Capitän bei den Jägern in Paris, einer Kammerherr bei Napoleon in Kassel, der dritte war noch zu Hause. Sie sprachen geläufig Deutsch und waren sehr gutmüthig. Des Nachmittags sind wir zusammen nach und durch Nanzig gefahren, haben Wein in den ersten Hausern getrunken, was der Herr bezahite, und es wurde uns das Merkwürdigste der Stadt gezeigt. Der Hauptmann und der Oberst begegneten uns und haben Nase, Mund und die Lorgnetten aufgesperrt, daß wir Beide, die Tochter, Sohn und Herr im offenen Wagen mit zwei Pferden, Kutscher, — die Katze auf dem Schooße der Tochter und ein sehr großer Neufundländer nebenher, durch die Stadt fuhren. Mein Nebenmann war ein Sachse." London, 1. Dec. Aus Calais sind Mittheilungen eingegangen, wonach daselbst per Luftballon folgende Nachrichten aus Paris vom 30. v. M. anlangten: General Trochu und General Ducrot erließen unterm 29. eine Proklamation. General Trochu wirft die Verantwortlichkeit für das vergossene Blut auf Diejenigen, deren Ehrsucht die moderne Civilisation und Gerechtigkeit mit Füßen tritt. General Ducrot schwört, daß er Paris nur todt oder siegreich wieder betreten werde. Die Angriffsoperationen begannen gestern Morgen durch Nationalgarden, welche den äußeren Bahnhof von Choisy besetzten; gleichzeitig wurde l'Hay angegriffen. Heute und in letzter Nacht anhaltende Kanonade. Die Schlacht begann auf verschiedenen Punkten. Ducrot überschritt heute Morgen die Marne und besetzte Mont Mesly, welcher Ort Mittags wieder geräumt wurde. Zwischen Champigny, Brie und VillierS war der Kampf besonders heftig. Unsere Truppen überschritten die Marne auf acht Brücken. General Trochu brachte zu verschie- denen Malen den Kampf wieder zum Stehen, indem er die Linien-Jnfanterie durch seine Anwesenheit zu entschiedenerem Vorgehen veranlaßte. Der Kampf wurde durch formidables, unaufhörliches Artilleriefeuer, welches rings um Paris durch die Forts unterhalten wurde und fämmtliche Positionen des Feindes bestrich, unterstützt. Ebenso griffen die Kanonenboote auf der Seine und Marne, sowie gepanzerte Eisenbahnwaggons in den Kampf ein. Nachmittags zog sich das Gefecht nach Epinai, dessen sich General La Nonciere bemächtigte. Der Kampf wird morgen auf der ganzen Linie fortdauern. General Renault, Commandirender des zweiten Corps, sowie General La Charviere sind verwundet. Im Süden von Paris hatte General Vinoy ein bedeutendes Gefecht engagirt. Unsere Verluste an Verwundeten betragen etwa 2000 Mann. London, 3. Dec. Ein hier veröffentlichtes Telegramm des Fürsten von der Moskowa dementirt die Nachricht von dem angeblichen Friedensvertrage zwischen dem Könige von Preußen und dem Kaiser Napoleon. Telegraphische Depeschen. ch Darmstadt, 5. Dec. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer legte Ministerpräsident v. Dalwigk den Bundesvertrag vor. Das KriegSministe- rium reichte schriftlich eine Anforderung von 3,622,000 fl. behufs Weiterführung des Krieges ein. /V Berlin, 5. Dec. Wie man aus gutunterrichteter Quelle erfährt, ist man der Ueberzeugung, daß der König von Preußen auf Wunsch der deutschen Fürsten/ indem er den Titel eines Königs von Preußen fortführt, den Kaisertitel als Bezeichnung der höchsten Würde in Deutschland annehmen werde. Die Regierung soll jede sachliche Abänderung der Verträge mit den süddeutschen Staaten als eine totale Verwerfung betrachten und zurückweisen. — Bezüglich der vorausgesetzten Betheiligung Frankreichs an der Conferenz vernimmt man, daß die Regierung in Tours eine eigne förmliche Anerkennung nicht verlange. £ Berlin, 5. Dec. Das Schreiben des Königs von Bayern an den König Wilhelm lautet wie folgt: „Nach dem Beitritt Süddeutschlands zum VerfassungS- bündniß werden die Ew. Majestät übertragenen Präsidialrechte über alle deutschen Staaten sich erstrecken. Ich habe mich zu deren Vereinigung in einer Hand in der Ueberzeugung bereit erklärt, daß dadurch den Gesammtintereffcn des deutschen Vaterlandes und seiner verbündeten Fürsten entsprochen werde, zugleich aber im Vertrauen, daß die dem Bundespräsidium nach der Verfassung zustehenden Rechte der Wiederherstellung eines deutschen Reiches und der deutschen Kaiserwürde als Rechte bezeichnet werden, welche Ew. Majestät im Namen des gesummten deutschen Vaterlandes auf Grund der Einigung seiner Fürsten ausüben. Ich habe mich daher an die deutschen Fürsten mit dem Vorschläge gewendet, gemeinschaftlich mit mir bei Ew. Majestät in Anregung zu bringen, daß die Ausübung der Präsidial- rechte mit Führung des Titels eines deutschen Kaisers verbunden werde. Sobald mir Ew. Majestät und die verbündeten Fürsten ihre Willensmeinung kundgegeben haben, werde ich meine Regierung beauftragen, das Weitere zur Erzielung der entsprechenden Vereinbarungen einzuleiten." △ Mannheim, 5. Dec. Auf dem hier versammelten Fabrikantentag sind nur Zolloereinsfirmen vertreten. Das Präsidium führen Moll und Eminghaus. Allgemein macht sich das Verlangen eines neuen französischen Handelsvertrages auf paritätischer Grundlage geltend. ch Dresden, 5. Dec. Ein Telegramm des Prinzen Georg an den König von Sachsen meldet den am 4. d. erfolgten Rückzug des Feindes hinter die Marne, sowie die Räumung von Brie und Champigny. . Eine weitere Offensiv- bewegung sei unwahrscheinlich. Der Gesammtverlust am 30. Nov. und 2. Dec. betrage 76 Offiziere 2100 Mann. Bologna, 25. Nov. In der Aemilia verspürt man heftige Erdstöße; sehr viele Landbewohner flüchten vor dem Erdbeben in die Nachbarstädte. Der Haupt- Herd desselben ist zwischen Forli und Cesena, die Ausdehnung erstreckt sich bis Casteibolognese und Rimini. In Forli sind mehrere Häuser eingestürzt; es herrscht außerordentliche Bestürzung und Furcht vor einer längeren Dauer des Erdbebens, weil ein sehr hoher Thermometerstand beobachtet wird. Officielle militärische Nachrichten. Versailles., 5. Dec. Der Königin Augusta in Berlin. Orleans ist noch in dieser Nacht besetzt worden, also ohne Sturm. Gott sei gedankt. Wilhelm. Versailles., 5. Dec. General-Feldmarschall Prinz Friedrich Karl hat nach dreitägigen stets siegreichen vorschreitenden Kämpfen und nach Erstürmung des Bahnhofes und der Vorstädte von Orleans am Abend des 4. und in der Nacht zum 5. die Stadt Orleans besetzt. An 40 Geschützen und viele Tausend Gefangene befinden sich bis jetzt in unseren Händen. Der Feind wird unausgesetzt verfolgt. Dicffeitige Verluste verhältnißmäßig gering, von Podbielsky. Argueil, 5. Dec. Von der ersten Armee hat das 8. Armee- Corps am 4. verschiedene glückliche Gefechte nordöstlich Rouen gehabt. 1 Geschütz und 400 unverwundete Gefangene genommen. Diesseitiger Verlust 1 Todter und 10 Verwundete. von Sperling. Privatdepesche des Gießener Anzeigers. Brüssel, 6. Dec. Das „Echo du Parlament“ meldet aus Tours, daß bei den Sonntagskämpfen drei Viertheile der Papst- zuaven aufgerieben wurden. Die Loire-Armee wich bis Blois zurück. General Manteuffel hat Rouen besetzt._______________ Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. (Sine schwere, aber überaus glückliche Rettung Schiffbrüchiger ist durch das Boot der Station Baltrum am 14. v. M. ausgeführt worden. Morgens 7 Uhr wurde im Westdorf bekannt, daß ein Schiff mit Nothflagge in den Scheben, nämlich auf der Höhe nordwestlich von Baltrum auf der f. g. Tello-Plate sich befinde. Das ganze Dorf war durch das gegebene Signal in fünf Minuten beim Station-schuppen versammelt; mit Hurrah gingS dem West- ftrande zu und um 7i/2 Uhr war das Boot schon zu Wasser gelassen. Das Boot (20' lang) wurde mit 8 Mann bemannt; so ging es zum Schiffe hinaus. Die Seen liefen sehr hoch bei Ebbezeit und stürmischem SW.-Winde; der erste Theil der Fahrt verlief ziemlich gut; aber ungefähr 1000 Schritt Entfernung vom Schiffe stand Vie Brandung so hoch, daß es nicht möglich war, eine Handbreit vorwärts zu dringen; dazu schlugen alle Wogen in das Boot, dasselbe war halb voll Wasser. „Wir beriethen uns, so meldet der Vormann, ob es wohl menschenmöglich sei, weiter vorwärts zu kommen, aber Niemand wagte den Ausschlag zu geben; wir sahen ja die Schiffbrüchigen mit offenen Armen uns erwartend. Immer aus's Neue legten wir uns in die Riemen und thaten," -m Vertrauen auf Gott, unser Bestes. Um 9 Uhr waren wir denn auch beim Schiffe, wir warfen den Draggen aus und ließen uns so fieren, den Schuner unter Lee. Mit großer Vorsicht nahmen wir die Besatzung von 8 Personen in'S Boot. Jeder mußte auf sein Commandowort gespannt achten, sonst waren wir sämmtlich verloren. Alles ging gut; aber als wir unter Lee an dem Schiffe vorbei kamen, hatten wir noch eine furchtbare Brandung auszustehen. Keiner von den 16 Personen, die im Boote waren, glaubte, daß wir das Leben retten würden, aber es gelang." Um 10y4 Uhr wurden die Schiffbrüchigen am Strand von Baltrum gelandet, alle wohlbehalten. Gegen 111/2 Uhr trieben schon Schiffstrümmer und Ladungstheile an den Strand. Kurze Zeit darauf war das Schiff vollständig wrack. Das verunglückte Schiff war die holländische Schunerbrigg „V e r w i ss c l i n g", Kapt. Tap. Dieser Kapitän, sowie der Steuermann, bezeugen, daß sie und die Ihren das Leben, nächst Gott, der Mannschaft der Baltrumer Station zu danken haben, die mit außerordentlicher Schnelligkeit und Energie Hülfe gebracht und unter den schwierigsten Umständen mit der Brandung gerungen habe. Das Gleiche bezeugt die Verwaltung de- ostfriesischen Bezirksvereins, eine außerordentliche Ehren* gäbe für die «Station Baltrum beantragend. Börsennacbrichten. 5. December 1870. Aetien. Oest. Creditact. 2403/4 50/0 östr. F. St. E. B. 373 Lombard. Bahn 174Vr Ludwigsh.-Bexbach 163 Va Maxbahn IO8V4 Bayer. Ostbahn 124*/2 Hess. Ludwigsb.-Act. 134 Alsenzbahn-Actien 86 Oberhessen „ 67 Prioritäten. 30/g öster.Stsb.-Prior. 555/$ 3°/0 öst. s. Lombard 46 30/g Livorneser 311/4 5% Toscaner 49 5% Elisabeth.-Prior. 773/4 do. II. Emiss. 74Vr Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 fl. 383/4 40/g bayr. Präm.-Anl. 106V 4 Ansbacher 7 fl. 113/4 40/g badische Loose 106 Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v. 1839 — 1858r Prioritätsloose 152Vr 1860r Loose 76Vs 1864r „ — Braunschweiger 167/s Stadt Madrid 22 Wechsel. Amsterdam k. S. 1003/g Augsburg k. S. 997/g Berlin k. S. 104,5/16 Bremen k. S. 96J/fi Cöln k. S. 1047/s Hamburg k. S. 883/16 Leipzig k. S. 10413/16 London k. S. 1197/16 Lyon k. S. — Paris k. S. — Wien k. S. 96?/g ditto in. S. — ditto 1. S. — Disconto 40/g G. Geldaorten. Pr. Cassen-Sch. 1 443/<—45 Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58V2-59V2 Pistolen . . 9 47—49 „ doppelte 9 48 — 50 Holl. fl. lOSt. 9 54—56 Ducaten . . 5 37—39 20 Frankens!. 9 33 — 34 Engi. Sover. 11 56—12 Russ. Imper. 9 48—50 Dollar in Gold 2 27—28 Preuss. 4>/zO/o Oblig. 91 '/z Frankf. 3 Vs % Obi. 78y2 Nass. 4Vs°o Obi. 91V« Kurhess. 40/0 „ 83 Gr. Hess. 5% Obi. — n n 4O/o „ 925/8 n „ 3>/s% , - Bayer. 5% „ 95>/r „ 4Vr 0/0 jährige 911/2 n 4% Vz jährige 85 V« Würtemb. 4Vz % Obi. 903/< Baden 4 V2°/o Obi. c. E. L. 91 Oesterr. Silberrente 54 „ Papierrente 46 „ 5% M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881 r 96 Vs „ „ 1882r 945/8 _ „ 1885r 93% „ „ 1887r 933/s Spanier, neuest. 30/g 30Vig Aetien. Frankf. Bank 131 Vs Frankf. Vereins-Kasse 101 > 4 Darmst. Bankact. 322 Wien Bankactien 702 Galizien 234V< Allgem einer An zeig e r. Besondere Bekanntmachungen. 6030) Die Auslassung der Haupt- und Ergänzungs-Geschworenen für das Schwurgericht der Provinz Dberhessen vom ersten Quartal 1871 soll Montag den 12. December l I., Vormittags 11 Uhr, in öffentlicher Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts in dem Hofgerichtsgebäude vorge- noinmen werden. Gießen, am 5. December 1870. In Verhinderung des Präsidenten Großh. Hofgerichts der Provinz Oberhessen: Weber. ▼t. Scharmann- 6031) Herborn- Der Weihnachtsmarkt wird Freitag den 23 d. Mt s. und der Neujahrsmarkt Freitag den 30. d. Mts. dahier abgehalten. Herborn, den 3. December 1870. Der Bürgermeister Todt. 5044) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leih- fasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 1) Mittwoch den 7. December, 2) Donnerstag „ 8. „ 3) Samstag „ 10. „ den 13- December, fl- 3- - fr- n n n II Suisse. aufge- daher en V fr. bis fr. fl- Geringere pr. Flasche ii rr srr. II 2. 20 1. 24 ii sowie 1. 45 Stockholz, 23 d. Bltts. cAi q\ Restellunaen an Krautschneider den- Näheres auf portofreie 3ufd)rift bei G. K.B-rnh-rdt, Snfpector m D°rm- ftabt. Ludwigsstratze 12. Rcd°cti°n, Druck unt> Verleg der Brühl'scheu U«t-.-Druckerei (gr. Chr. Piets») in Gießen. 14) Donnerstag 15) Samstag ii ii 1. 36 1. 45 1. 12 Ruin Arrac 48 36 48 1. 45 1. 12 1. 24 Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch n ii 2. 48 2. 36 3. — 8 ) 9) 10) 11) 12) 13) fr. ii ii O ^■’Wv ’S» « Madeira Ia Malaga Ia Rum Arrac de Batavia Cognac vkux 4) Dienstag 5) Mittwoch 6) Donnerstag 7) Samstag 6039) Zu bevorstehenden Weihnachten erlaube ich mir mein Lager in 6042) In einem neuerbauten Haus auf dem Seltersberg sind zwei Logis von 4 bis 5 Zimmern, sowie ein Logis von 2 dis 3 Zimmern mit allen dazu gehörigen Räumlichkeiten zu vermiethen und sofort zu beziehen. Näheres bei Herrn August Werdig in dem betreffenden Hause. Vermischte Anzeiger.. 6026) Ein braves Mädchen, gefetzten Alters, welches die Küche und alle Hausarbeiten gründlich versteht, wird gegen guten Lohn auf Weihnachten in Dienst gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts. Ptti- »le,t mit «ring' Post W in empfehlende Erinnerung zu bringen. Heinrich Burger, Neustadt. ^re Zufti, unb freien ünir R bie tt begkben, < c,ner 5ütl P utib tntfen Ä Auf Wer mieth« «gen. 6037) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei ^-Goldenberg, Löwengasse. In Delbru Akrhältnif lchn, Oq t Hoh. di bw König W laul fahn Die habe ich : Irautn, dc wirb. 3d mit mir b unter Dem 6041) Ein kleines Logis ist zu nermie: then bei Gebr. Wenzel. R Üdiger bittet man im „Darmstädter Haus abgeben zu wollen. stimmt sino. . Die Herren Bürgermeister werden erlucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28 November 1870. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. Versteigerungen. Holzversteiaerung im Gießener Stadtwalde. 6038) Montag den 12. December d. I., von Bormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde. Distric- ten Strangswiese und Brudeiwinter, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 11 Stecken Nadel-Prügelholz, Neu eingetrolTen: Filzschuhe und Stiefel Die noch nicht bemnad) n ttr deutsch lintli W als man i Demzufolge ' 3nzt November* breitet. Q schämteßen eine Reihe brochkner ' Auszeichnu reichen Kä aber diesen lassen, in unter Gen wird Gen Sieger bei Gan um durch machen: an eurer Loirearam Stellung, reichen Di verlieren ' Angst mtl Schivur, Tranlreich werde: 's Es lebe von Gon. Hügel, a einer Me wurden d Arrac , ,, Extrait cFAbsyntlie Frische Egmonter Schellfische treffen, so lange feine stürmische Witterung, wieder wöchentlich dreimal ein. Für Cabliauen, Zungen und Tnrbots erbitten wir uns Aufträge mehrere Tage vor Gebrauch. — Heute frische Schellfische. NB. Da jetzi wieder größere Parthieen von Schellfischen eintreffen, so haben rotr, so lange feine stürmische Witterung emtntt, den Preis auf 12.fr. pr. Pfund festgesetzt. I. A. Busch Söhne- 5046) Die Weihnachts - Ausstellung meines !! Spielwaaren Lagers !! empfehle zur gefälligen Ansicht. I» 8 Uhr in guter abgelagerter Waare empfehlen (6000) Gebr. Eb el. pr. Flasche fl. 1 45 „ feine Liaueure und Punsch - Essenze. Gebr. Agenten-Gesuch. 4952) In allen Städten und Orten von Oberhessen werden geeignete Personen, die für das Derficherungsgefchäft thätig sein wollen, als Agenten zu enga- ßiren gesucht. Für Feuer-, Hagel-, Transport-, Renten- und Lebensversicherungs- Anstalten, sowie für Auswanderung können Agenturen, nach Wunsch auch einzeln, unter vortheilhaften Bedingungen dargeboten wer- Extrait «FAbsynthe „ „ von Bouvier freres ä Neuchatel UeiigebvteueÄ. Stearinlichter, das Paquet 24 u. 28 fr., Weihnachtölichter, Lichthaltcr (5038) empfiehlt Carl Hoffmann. -}*• : 17. „ 20. „ 21. „ 22. : | :: 3?: werden mit Filz-, Leder- und Doppel-Sohlen, mit und ohne Besatz, in der besten Qualität, zu den billigsten Preisen. W. Seillillg, (Neuenbäuen.) n n 6040) Wir empfehlen in ganz vorzüglicher Waare: Aechten Cognac, fine Champagne, pr. Flasche ziHTiiiigci, um u ju iuuiu> » res bei der Exped. d. Bltts.__ | 6018) Ein braves, tüchtiges Mädchen, welches bürgerlich fachen fann und alle häuslichen Arbeiten versteht, wünscht alsbald eine Stelle. Näheres bei der Exped. Die Interessenten ----- .... fordert, die Zahlung an diesen Tagen m Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Dienstag, Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtigen be- btl ^l-ss-s llitttr h( ®Non! o^tshirx Jhrt un' ^UUtlkh ! bon $t|, Ln D..b! M o ®t9t 5043) Puppenstuben, -Kuchen, Puppenmöbel - Garnituren, einzelne Stucke, Porzellan-Service, Kochherde in allen Größen, sowie Küchengeräthe aller Art; schöne Auswahl Porzellan - und Wachs- Köpfe und Gestelle; fertig gekleidete Puppen von den billigsten bi^_3U^ den ifeinften, empfiehlt ™„w stisch- ch.«°«sch-m «« mit Blüthen, Gunpowder, ^»ayslin und ^mpertai. Mein Tuch und Bukskin-Lager zu billigen und f e ft c n greifen und bestens a s s o r- 11 r t bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Ludwig Lang, Marktstraße Lit. D. Nr. 25, vis-ä-vis dem Herrn Kaufmann (4554) Emil Pistor. Fleisch - und Brodliefeiung für das Garnisons-Lazareld Gießen. 6029) Dienstag den 13. l. M., Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung des Fleisches und Kran- fenbrodes, sowie der Semmel und Zwiebacks für das Jahr 1871 für das Garnison- und Reservelazareth in der Turnhalle mittelst Soumission vergeben und können die Lieferungsbedingungen täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis 5 Uhr Nachmittags auf dem Geschäftszimmer des Garnison-Lazareths eingesehen weiden, wo auch die Soumissionen bis zum 13. d M-, Vormittags 1/z 10 Uhr, versiegelt abgegeben sein müssen. Gießen, den 5- December 1870. Großherzogliche Garnison - Lazareth- Eommission. 5068) Für die Weihnachts-Saison empfehle billigst und stets frisch: Citronat, Pommeranzenschaalen, verzuckerte, Geylon-Zimmet, ganz und gestoßen, Nelken, beste, ,, „ „ Anis, gesiebten, Citroncn, Ammonium oder Hirschhornsalz, Mandeln, süße, Corinthen, Nosincn ohne Stiele, Vanille, f äringe und Sardellen. ucker, weißen, feinst gestoßen, Ernst Hermes, Materialist, Mäusburg. Sorten Cognac pr. Flasche Rum „ „ 5053) Das von Frau vp. Ko ch bewohnte, 6036) Ein Klavier, zum Gebrauche für Logis ist anderweitig zu vermiethen. Anfänger, wird zu kaufen» gesucht. Nahe- 0 Th. Heerz Wittwe :* Allerneuestes •: § Amerikanisches 4950) Eine kleine Wohnung von zwei Zimmern, Küche, Kammer u. f. w. ist an eine stille Familie zu vermiethen; auch ist ein möblirtes Zimmer vacant. Wo? sagt die Exped. d. Bltts._______ 6022) In me'nem Haufe in der Löwengasse sind zwei Familienwohnungen, die eine im Vorder-, die andere im Hinterhause befindlich, sofort zu vermiethen. Markus Engel, am Kreuz. 956 Wellen „ Reisholz, 209 Nadel-Stämme mit 6704 Cubiffuß, 109 „ Stangen „ 689 „ Zusammenkunft ist an der Strangswiese. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1- Mai k. I. gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 5. December 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. S Zurückgesetzt sür Weihuachts- Geschenke: Gestreifte Seidenstoffe, circa 3uO Kleider, ü fl. 18, fl. 20, fl. 22 und ft. 24 das Kleid, sowie alle sonstigen Seidenstoffe in großer Auswahl, Sammet zu Paletots, zu ungewöhnlich billigen Preisen. Seidenwaarenhandlung von Theodor Beer, Neue Kräme Nr. 32 in Frankfurt a. M. ^033)DieHamb urger Zwrschen- act-Zeitung sagt: Die ausgezelch- neten drei Walrerr ^Jugendtraume" (Preis-Gompofition) vonO.Hubner- Trams. — ^Burschcntänze" von Johannes Schondorf. — ^ruhlrngs- reigen" von Jul. LammerS find leicht gesetzt und alle barocken Sprunge moderner Tanzcompofitionen vermie mtedcn. - Preis pro Opus (4 Bogens stark) nur 12>/r Sgr. Zu beziehen. ! von Robert Apitzsch in Leipzig und- «durch alle Buch- und MufikaUen-H Handlungen I - _____ .._.rMraMRMflnC alle Sorten •: Glanz-Stärke- $ ? 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Emil Pistor. 6034) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Wilhelm Meinhardt, Neichensand Nr- 133. 6032) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen Neuenweg B. 117.______________ 4921) Bei Wirth Kahl an der Klein- Lindener Chaussee ist ein Familienlogis zu vermiethen und sogleich zu beziehen. 5051) Wärmeflaschen von Marmor bei__________________Carl Frech. 6033) Neueste Lichthalter für Christbäumchen empfiehlt Wilhelm Orbig, ___________ Neuenbäuen. 6017) Ertrafeine, gesiebte Raffinade, sowie feinstes Blüthenmehl und andere Sorten, aus der Kunstmühle der Herren F-ranz Peppler S» Comp., empfehlen ' I. A. Busch Söhne. 5074) Schellfische, fortwährend frisch, sowie russische Sardinen, Sardellen nnb marinirte Ostsee-Häringe, empfiehlt Bäcker Vogt, Wallthorstraße. Neuenweg. 5010) Ein Logis von 4 Zimmern, Küche und 2 Kabinetten ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Chr. Reiber, am Kreuz.