I »«ibetA: '"»>«„ 77 ^Sii ll ^fc*1 iqutj’äM [ t*rct8 vierteljährlich 36 kr. out Bringcrlohn. Durch die Polt bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger Erscheint wöchentlich dreimal: Dtenstagö, Donner» stags und Samstags. — Expedition: Canzleiderg Ltt. B Nr. 1 Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. S>*3 Äh®*» iigrüfl. ,,lfctn Vicht wr "%.*** - X. ®.) J^nben W„,h.. 1 fl"q,!fllW ltt* . Nr butiiaui “•i; ta ^f^tilung. 36tf V >m SBorhiofli. Mdbtn baltta t btn Jlönig mit I®. ?. B.) Mijm W Mtn in WMM) M-i- ba Honig 1 Vahndoft ter.- ^ iSllg. Zig-) mrt- erfährt-"» ilqarbe bei tOrrr ilianj tinna6®«» ■äff# (Sflub-) . n Ainistrl- 'aV*g. Unter- id r Kiel- Nr. 92. Samstag den 6. August 1870. Brodpreife vom 6. bis 12. August 1870, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod 19 u tt g c « Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldman n. Nr 32 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegebe» zu Berlin am 27. Juni 1870, enthält: (SRv. 542.) Allerhöchster Erlaß vom 24 Juli 1870, betr. dir in Gemäßheit des Gesetzes vom 21. Juli 1870 zur Deckunn des außerordentlichen Geldbedarfs der Militär- und Marineverwaltuna aufzunehmende Anleihe. Gießen, den 2. August 1870. Loeal Reglement Nr. M. d. I. Gießen, bis 2 fl. Strafe verboten, am 29. Juli 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldman n. Auf den Antrag der Local-Polizeibehörde, nach Anhörung des Gemeinderaths und mit Ermächtigung Großh. Ministeriums vom 22. Juli l. I. zu Das Reiten, Fahren (auch mit Schubkarre») und Viehtreiben auf dein schmalen Weg, welcher von dem Hause des Herrn vr. Weber und dem Hause der Wittwe des Barbiers Schmidt bis an das Ende des Schnlhausplatzes (b,s an den Jahrmarktsplatz) fuhrt, ist bei 30 kr. Besondere Bekanntmachung. Aufforderung. 3557) Die Gemeinde Alt-Buseck sucht Mir Bestreitung der Kosten des Vicinalweg- baues Kapitalien aufzunehmen; deßfallsrge Anerbietungen bittet man sofort an die unterzeichnete Stelle portofrei gelangen lassen ni wollen. Alt-Buseck, am 3. August 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Alt-Buseck. Wagenbach. 3360) Sehr schöne gespaltene Erbsen und Linsen, beide gut kochend, sowie gedorrte Zwctschcn, empfiehlt Carl Lony. 3538) Wollene Hemden, Unterjacken, Unterhosen, Socken, Hosenträger und Handschuhe empfiehlt H. Nübsamen. 1484) Frisch gebrannten Kaffee in verschiedenen Sorten empfehlen I. A. B u s ch Söhne. Z Maschillen- und Ofen-Kohlen empfiehlt E. Bergmann, Gießen. Das Lager befindet sich auf dem Bahnhofe. Musikwerke und Spieldosen von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Eastagnetten, Himmelsstimmen, Mandolinen zu on-xros-Preisen, einpfieblt (1647) Georg Schäfer, Uhrenhandlung. & 3500) ist zu Thor- Haus thcilt Vor dem Neuenweger ein schön eingerichtetes vermiethcn. Näheres er- E. Eichenberg, in den Neuenbäuen. Portland - Gement, Luft- und Wasser-Cement, Traß, gebr. GyPs, Asphalt-Dachpappe re. 3jC$r Höchst wichtig für Bruchleidende! TWE. 828) Wer die bewährte Heilmethode des bekannten schweizerischen Brucharztes, Krüst- Altherr in Gais, Kt. Appenzell, kennen lernen will, kann bei der Exped- d. Bltts. ein Schriftchen mit Belehrung und vielen 100 Zeugnissen in Empfang nehmen. Versteigerungen* Den Berkaus von Zimmerspänen bei der Stadt Gießen. beziehbar, ist zu vermiethen 6 L. Todt, Briefträger. 3546) Eine kleine Fainilienwohnung ist zu vermiethen und am 1. October beziehbar bei Georg Stieber, Liebigs Strppenmilch (Kumys) Berlin, Teltowerstr. 33c. 3523) tießig’s Skeppenmikch (Kumys) — heilt = Brust- und Lungenlcidcu. Nach dem Ausspruche der medicini- schcn Autoritäten heilt die Steppenmilch l— genannt Kumys — rascher und sicherer, als alle anderen bisher in Deutschland angewandten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Vronchialkatarrh, Anämie (Blutlosigkeit) in allen ihren Formen und fHolgezuständen, Scorbut, ChlorvfiS, Hysterie, Hypochondrie und Kvr- perschwäche. Cigarren -Ausverkauf. 3537) Wegen Einführung der Formenarbeit verkaufe ich meine durch Handarbeit gefertigten, von Dualität ausgezeichneten Cigarren, um rasch damit zu räumen, zum Fabrikationspreise. Moriz Wallenfels. Niederlage und Detail-Verkauf bei Herrn Heinr. Nübsamen auf der Mäusburg. ______ / CI T CO 1897) AechteS La Pkaks-Fkeischexkract (Extractum Carnis Liebig^ bereitet durch die Herren A. Benites Comp. in Buenos-Ayres, ist zu haben in Gießen bei Herrn Apotheker A. Mettenheimer. 3361) Feinsten Schweizer- und Limburger Käse bei Carl Lony. 3558) Mein Logis ist veränderungshalber anderweit zu vermiethen. Adam Kalbfleisch, uciuv« 3536) Süt einen Herrn -In möblirt-s r, Markistraßc. Zimmer zu vermiethen Ltt. B- Nr- im. Arbeitsversteiqerunq. 3554) Montag den 8. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, sollen im Bramm'schen Wirtbslocal da- , hier die zur Regulirung des Abzugsgra- bens vom Kasernenhof nach dem Schoor- ' graben erforderlichen Arbeiten : 11) Erdarbeit, veranschlagt zu 112 fl. M2) Pflasterarbeit, incl.. Lieferung des Materials, veran- schlagt zu.....ä .* * " ton die Wenigstnehmenden versteigert wcr- r ben. Gießen, den 4. August 1870. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. , 3555) Samstag den 6. August 1870, des Nachmittags 3 Uhr anfangend, werden bei dem Prof. Jh er in g'schen Garten auf dem Seltersberg circa 40 Haufen Kimmerspäne an den Meistbietenden versteigert. Gießen, den 5. August 1870. Großherzogliche Bürgermetsteret Gtetzen. I. V. d. B-: Felsing, lr. Beigeordneter. 3570) Pflaumen, das Hundert 3 fr-, beste Sorte Kochbtruen M,d Kartoffeln Neuenweger Thor Lil. B- Nr. 150. verkauft in Mätzchen und Simmern -------------- E. Loos, Flügelsgasse. 3545) Ein freundliches Zimmer nebst (Sa; ........ binet ist zu vermiethen bet “* " I. Fischer, Lederhändler. Bi 3556) Ein kleines Logis ist zu vermie- tben bei Georg Becker, Wallthorstraße D. 29. 3552) Der obere Stock meines Hauses ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. A. K. Worms, Seltersweg. 3412) Eine freundliche Familienwohnung ist zu vermiethen bei Gärtner Schaum, ________vor dem Seltcrsthor. 3543) In Vit. D. Nr. 201 ist eine kleine Familiemvohnung zu vermiethett und den 1. October zu beziehen. Holländische» Käse, pr. Pfd. 24 fr., empfiehlt (3530) Ehr. Wallenfels. 3565) Vorzügliche Glockenbirnen sind zu verkaufen bei _ 6 Ehr. Löber I., Neustadt. 3564) Ein Kücheuschrank, ein Tisch und ein Fenftcrtritt find zu verkaufen Neustadt D. 48. 3547) Ein neues Familienlvgis, alsbald 3219) Der obere Stock meiiteü Hauses, • - ,ri ' sowie ein großes möblirtes Zimmer, smd zu vermiethen und alsbald zu beziehen bei Heinrich Vogt, Neuenweg. , 3228) Die Scheuer im Zinßer'schen Vermietvungeu Garten ist zu vermiethen. 3507) Gothaer (Servelatwurst empfehlen I- A- Busch Söhn e. 3476) Fässer zum Einmachen von Sauerkraut re. werden abgegeben bei Echternach & Haustein- 3362) Frisch eingemachte Gurken empfiehlt Carl Lony. 3544) Neue Kartoffeln sind täglich zu habeit bei Fritz Heß (Löber's Hvf.) Billige Cigarre». 1154) Ambalema-Ausschuß mit feiner Einlage, pr. Stück 1 kr-, pr. Mille 16 fl., empfehlen I. A. Busch Söhne. 3563) Zwei Logis, das eine mit 3 Zimmern , das andere mit 2 Zimmern, nebst Küche, sind zu vermiethen; auch können solche zusammen abgegeben werden. ____________________H M- Iughardt- 3526) In Lit- B- sJlv. 75, Neuenbäuen, ist ein kleines Logis an eine kinderlose Familie, oder auch, gut möblirt, an einen Herrn zu vermiethen und sogleich zu beziehen. p Cassel. En - gros - Handlung. 8 3553) Das seither von Herrn Ober; ____________ B Lieutenant Winter bewohnte Logis ist , pr qjirtfrf.., ir. (=nr nebstI anderweit zu vermiethen und den 20. Octo- ®eE,§amve€njeunb heften'Z8 »er zu beziehen. Chr. rüber, Fa« ben berühmtesten Aerzten. In Kisten, ä 4—12 Flaschen, zu beziehen durch Das General -Depüf von 3531) Nächsten Samstag, den 6. August, Vormittags 11 Uhr, werden bei unserer Mühle zwei große Par- thieen Pferdemist, sowie mehrere Haufen Noll- ftaub (zu Wiesendünger geeignet) versteigert- Gießen, den 2. August 1870. Franz Peppler & Comp. e i I g e & v t e n e ö Charpie noch sehr zu wünschen ist. 3419) Ein geräumiges Familienlogis ist zu vcrmiethen Lit. B. Nr. 81. haben: s A. Ricker. 7 *9. !^Qä4<äQi.G2eaH billigei; unb festen Prämien. A u Nachmittags präcis 5 Uhr, zu dessen zahlreichem Der Vorstand des Schützen-Vereins. Emil Voos, Goldarbeiter. Gießen, den 1. August 1870. um und Namens des Comits's: Landmann, Pfarrer. & a- 2948) Schwemmstein (ober Kalksand, auch Tuffstein genannt), von 26% 12% unb 8 cm. ober 10, 43,^ unb 3" rhlb. (mit Bicker Wasserkalk unter 60—70,000 Pfd. bargestellt), sowohl für Ausmauerung von Fachwänben, als zur Aufführung massiver Gebäude dienlich, empfiehlt Th. Wurmbach zu Herborn. F. Hoffmann. Firma: Carl Hoffmann. Unsere Lage bei nur ein cinmaligeö Eintrittsgeld von 1 fl. 45 fr. ob. Nächster Schießtag: Montag den 8. August l Besuch eingeladen wird. Gießen, den 4. August 1870. Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. (Kriegsversrcherung.) 3480) Nach einem von dem Vorstande dieser Anstalt gefaßten Beschlüsse können die Versicherungen von Militärpersonen auch während eines von letzteren zu leistenden Kriegsdienstes durch Entrichtung von Extraprämie (Kriegsprämie) m Kraft erhalten werden. Diese Kriegsprämie ist bei Kombattanten auf 6 Proz., bei Nichtkombattanten auf 4 Proz. der Versicherungssumme für ein Jahr bestimmt worden und muß binnen 14 Tagen nach dem Datum der Mobilisirungsordre für den Truppentheil, tn welchem der Versicherte dient, wäre diese Ordre aber bereits ergangen, binnen 14 Tagen von heute an entrichtet werden. Außerdem ist zu bescheinigen, daß der Versicherte feit der Mobilmachung keinen Schaden an seiner Gesundheit erlitten hat. Die weiteren Bedingungen sind aus dem „Regulativ für Kriegsversicherung" ersichtlich, welches bei dem unterzeichneten Büreau und den Agenten der Bank unentgeltlich zu haben ist unb auf welches die betheiligten Versicherten verwiesen werden. Gotha, den 26. Juli 1870. Das Büreau der Lebensverstcherungsbanr. Das nichtswürdige Loigchen des Erbfeii-des unseres theuren Laterlandes ruft jeden deutschen Mann an seine Stelle. Es gilt, für alle Fälle gerüstet zu sein, die Erhebung der ganzen Nation und hierzu ist mindestens erforderlich, daß bei Zeiten Jeder Hand Auge übe, um in Zeiten der Gefahr ein treuer Sohn des Vateilandes zu sein. Der hiesige Schützen-Verein entbietet daher allen waffenfähigen hiesigen Jünglingen und Männern Gelegenheit und er ersucht sie, sich waffenlundig zu machen und an seinen Schießübungen, bei welchen Büchsen frei zur Disposition gestellt werden, Theil zu nehmen: insbesondere ersucht derselbe auch feine früheren Mitglieder um Betheiligung oder eventuell nm leihweise Ueberlassung ihrer resp. Büchsen unter Garantieleistung des Vorstandes. Den Theilnehmenden liegt unter Bef-rtung von allen Vereins-Beiträgen zur Deckung der nöthigsten Ausgaben für Scheiben rc. Das Matcrialicn-Comit« des Hülss-Vcreins macht hiermit bekannt, daß von der nächsten Woche an vorläufig nur die vier Tage: Montag, Mittwoch und Freitag zur Arbeit in dem Universitätsgebäude bestimmt worden sind und das; von den Verbandgegenständen namentlich -K 3573) Ich bringe meine Bohnenschneld- maschine in empfehlenbe Erinnerung. Bestellungen können bei Herrn Georg Larnpus in den Löwengasse unb Herrn Aböls Schmitt auf dem Kreuz gemacht werben. , Helene Zmßer. Ausbruch des Krieges. Vortrag gehalten am 24. Juli 1870 im großen Clubsaale zu Gießen von W. Oncken. Preis 12 Kreuzer. Der volle Ertrag ist zum Besten deS Fonds für Unterstützung und Krankenpflege verwundeter Krieger. Geschäfts - Verlegung. 3574) Einern geehrten Publikum unb meinen Geschäftsfreunden die ergebene Nachrcht, daß sich von heute an mein Geschäft im Hause der Wittwe Kreiling, in dem von Herrn Friseur Brummer inne gehabten Laden, befindet. Ich halte mich bei allen in das Fach der Hutmacherei einschlagenden Arbeiten bestens einpfohlen. Julius Werner, Hutmacher am Kreuz. Indem ich auf vorstehende Bekanntmachung verweise, lade ich zu weiterer Thell- nahme an obiger Anstalt ein, die durch den großen Umfang ihrer in soliden Hypotheken belegten Fonds eben so nachhaltige Sicherheit, wie durch ihre reichlichen Dividenden möglichste Billigkeit der Versicherungskosten gewahrt. Versicherungsbestaub . - 67,800,000 ^chlr. Bankfonds..... 16,600,000 richtet stattung von den Küsten der und Nordjee Sorge grtrugen. P^is pro Quartal nur 15 Ngr. au beziehen durch alle Postämter und Buchhaudlungeu. Leipzig, den 27. Juli 1870. Uctiaction und Expedition ber (Gartenlaube. 3566) Durch die Ferber'sche Univ Buchhandlung in Gießen ist zu beziehen die Knegs-ZeMmg herausgegeben von der AedaKtion der „Militärischen Plätter." Dieselbe erscheint täglich in Berlin um Uhr Morgens unb bringt: 1) Die neuesten Depeschen unb Nachrichten- 2) Eine genaue Orientirung über die Kriegsereignisse, erläutert durch Pläne unb Situation?- Zur gefälligen Beachtung. 3517) Meinen geehrten Knuden und Geschäftsfreunden hiermit die ergebene Anzeige, daß sich mein Geschäft für einige Wochen in dem Hause meines Vaters ^Sonnenstraße B. 53) befindet. 3569) Ein gewandter Scribent sucht Stelle. D s Nähere bei der Exped. b. Bl- 325) Für die Vaterländische Feuer - Versicherungs - Attien- Geftlllcimft ;u Elberfeld vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu j IM°- Deutscher Krieg! I Angesichts des frevelhaften Uebermuthes, mit welchem Frankreich die furcht- | barste Kriegsfackel in den Friedenssegen unseres Vaterlandes schleudert, und getreu | ihrer bewährten nationalen Tendenz: „Deutschland über Alles" wird auch die Gartenlaube | mit allen ihren Mitteln dahin wirken, den aufgenommenen Kampf zu schüren und 8 die in allen deutschen Gauen erwachte Begeisterung gegen den gemeinschaftlichen | Erbfeind in jeder Weise zu nähren und zu kräftigen. Gewandte Berichterstatter und tüchtige Künstler Z sind bereits nach den Hauptquartieren des Kronprinzen und Prinzen Friedrich Karl 8 unb des General von Falkenstein abgegangen, ebenso hat die Redaetion für Be- Vermischte Anzeige». Schneiderarbeit. 3524) Tüchtige unb zuverlässige Schneider werden zur Anfertigung von Milttar- kleidern gesucht; desgleichen Frauen zur Anfertigung von Hemden, Zwilchhosen, Brodbeuteln rc _ Anmeldung hierzu auf unserem Bureau, Neuenbäuen Lit. B- Nr- 77. Gießen, den 1. August 1870. Die Bekleidungs-Commission des 2. Jnfan- rerie-Ersatzbataillons. v. Bechtold._____________ 3549) Einem geehrten Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich mein Bettfedern - ReinigungS - Geschäft nach wie vor fortbetreibe und bitte um geneigten Zuspruch. Henriette Tippet, wohnhaft bei Herrn Conrad Ferber in der Katharinengasse. 3550) Die bei der Renten- und LebenSversscherungs-Anstalt zu Darmstadt Betheiligten können den Geschäftsbericht pro 15569 in Empfang nehmen bei dem Agenten Stuß. xialfet. Zeichnungen. Inhalt: Neueste officielle Depejchcn. Depeschen der Redaktion der „Militärischen Blätter." — Politische Ue'oersicht. — Die Kriegslage. — Vorn Kriegsschauplatz. — Schlacht- und Gefechtsberichte. — Beschreibung einzelner Thatcn rc. Militärische Artikel für ein größeres Publikum bearbeitet. Original- Eorrespondenzen vonOfficieren und drei Special-Berichterstattern. Preis jeder Nummer 9 kr. Abonnements werden am je 4 Nummern angenommen- Druckfehler-Berichtigung. Bohnen Schneidmaschine verleiht, pr. Stunde 6 kr., (3571) Fr. Will). Löber, Schäferei. 3568) Ein Laufmädchen wird gesucht- Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 3548) Zwei Schreinergesellen werden gesucht von Gg- K- Haubach 1 3534) Eine zweitstillende Amme wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Von wem? sagt die Exped- d. Bltts.__ 3567) So eben ist erschienen und in der I. Ricker'scheu Buchhandlung zu L-s Die nächste Nr- O, die erste sA Kriegsnummer, enthält: 3572) Ein freundliches Logis von 3 Zimmern und Küche ist auf 1. October l- I- zu vcrmiethen. Näheres Kirchenplatz Lit- B- Nr. 6.___ 3473) Ein Familienlogis, bestehend au§ 3 Zimmern, Küche rc. und sonstigen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen bei Georg Möhl, Reichenzand. I. Der deutsche Kriegsherr, nut Porträt König Wilhelms. II. König Wilhelm mit seinen Generälen mustert die Garde bu Corvs. Große Porträt- Gruppe. Hl Frankreichs Raub an Deutschland, von Richard Andree. IV. Zwei- Tage au5 dem Leben eines Königs (die Reise von Ems nach Berlin), mit 8 Illustrationen auS dem Leben. V. Der treue Bundesgenosse, mit König Johanns großem Porträt. VI. Der Reichstag in der Srunde der Entscheidung, von Hans Blum- VII. Die Scene in Ems (Benedetti's Niederlage), Portrat- Gruppe). vui. Meine Freunde, die Tur- ko s (nach eigener Anschauung). Preis pro Nummer 2' 2 Sgr. Ju M. 90 Art. Nr 3519 achte Zeit. E- Heinemann, I. Ricker- von oben, muß es heißen: ^ul» siorsennacSrichten. En «“S 4. August 1870. Feier 9 Doll, in Gold 2 22-24 Mit den letz- auf ein Mut- Xi dt r. ■ (Gartenlaube. -.Artini- er[utt P un?et ,.f« I** »etti«6’ nheid) die sullhi- :ubcn, und ftetrm wird auch die Pistolen „ doppelte Boll. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankonet. Ps zu i(büren und gememschaklichen tinjlkr io? firitbriä Sari i'töatiion für Äe- 441/2 55-59 40 rungsbank. 1 ;u weiterer W - n wilden HypM nt 'eichlichm fiu 50/0 Ö8tr. F. St. E. B. 2933/4 Ludwigsh.-Bexbach 130 Stelle. 6H men Zeder & Aktien. L Frankf. Bank 111 Oester. Bank — „ (Jreditact. 194 | Darmet. Banka'1.* 263 55 33 21 39 45 9 9 9 Aus blutiger Zeit. Historische Novelle von Hermann Hirsch seid. M ,l,t Fetner Qll! Kreuz. Engi. Souver. 11 Ruöfi. Imper. 9 Preuss. 4l/z°/o Obi. 81 Va Frankl. 3V2°/o Obi. 74V, Naee. 41/2% Obi. 785/s Kurb. 40/o Obi. 773/4 Hess. 40/.j Obi. b. Rothe. — „ 31/2% do. do. — ' Bayer. 5% Obi. 90 „ 41/2% 1jährige 8O‘/s „ 40/o 1/2jährige 75 Würtemb. 4V,0/o Obi. 78*/» Baden 41/2% Obi. 0. E.L. 83 Oestr. 5V' 0 b. B.. — „ 5% National — B 50/0 Metall. Obi. — _ M. steuerf. — bitli sSJ Cen "anientij ßomite’g: Murrer. ^^chlusie Zu leis^,. .-"^ombQttQror 'und muß binrr 'N/bell. in rocldie pn ^agen Di: Wucherte itit dx D'e weiteren A welche; k * zu haben js, Morgens: Pfarrer Dr. Seel. "Nachmittags: Pfarrer Landmann. (Künftigen Sonntag den 14. August des heiligen Abendmayls.) G e t a u f t c. tz^losion^riadr f H »oifmann. ar^otf^L genannt), vo" 6"-70,0O Zlumihrung lna'l'v' «fc zu rrrborn- (Fortsetzung.) c>n drei Minuten schlägt es Mitternacht, sagte sie langsam. ten Tone wird das Schicksal ihres Geliebten entschieden sein- Marauerite schaute mit irrem Blick um sich- Ihr Auge siel .. äf.-L künstlich von bunt gemaltem Elfenbein in einer Nische des aufflanü. Za tiefem Bilde lchwankte sie unv an ibm’fanf sie in leisem, aber brunftigem Gebete nieber. Nur das Wogen ihrer Nrust nur das rflidte Schluchzen, von dem einzelne Thraneu das bleiche Anüib en ana inu nd zeugten, veirieth die Qual ihres Herzens. ® L m.r8 ein seltsam schauerliches Bild, Vas tiefe beiden Frauen !N tiefer Mitternacht darboten. Mit harten, unbeweglichen Zügen, die Feder an tiefer Mit,er » . grau, die wie ein blutiger «Lleier ter Lurmanttl umhüll.E aus ^ Knieende. So tritt, das Fatum kalt und J h n Sterblichen heran, der vergebens feine Hande ausstreckt nach L'rettenbm Gmius °°» si» ohnmächtig ausiehu. wider de.. Willen des Pr. Gase. Sch. 1 Div. Casa.-A. Pr. Friedrdor. 9 D en 31. Juli. Dem Bürger und Bäckermeister, Friedrich Wilhelm Hartmann, ein Sohn, Otto Karl, geboren den 19. Juni. D e n s e l b e n- Dem Bürger in Hungen und Schuhmacher daher, Heinrich Schmalz, ein Sohn, Karl Martin, geboren den lb. D^enselben. Dem Bürger und Weiß- bindermeister, Christian Petri HL, eine Tochter, Marie Karoline, geboren den 30. Mai- 5. Juli. Den 3. August. Dem evangelischen Lehrer an der höheren Töchterschule, Heinrich Schmidt, eine Tochter, Karoline Luise , Auguste Emma Wilhelmine, geboren den 26. Juni Beerdigte Den 29. Juli. Elisabeth Guckes aus Aumenau in Preußen, alt 42 I-, gestorben den 27. Juli. Den 31. Juli. Juliane Philippme Susanne Friederike Karoline Keßler, geborne Moll, des Bürgers und Postunterbeamten, Andreas Emil Keßler, Ehefrau, alt 25 I. 6 M- 27 T., gestorben den 29. Juli. Den 1. August. Ein todtgeborner unehelicher Sohn von auswärts, geboren den 30. Juli. _ Den 2. August. Johannes Jockel aus Breungeshain, alt 36 I., gestorben den 31. Juli. , ,, , Den 3. August. Eine uneheliche Tochter von hier, Karoline Elisabeth, alt 1 I- 18 T-, gestorben den 2. August. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche! besorgt Pfarrer Dr. Seel-__! 18643- r 89 Regentin Frankreichs, jenen Stimmen des Hasses, sei einst verflucht im Himmel ^Wie eine Heldin stand das junge Mädchen hochaufgerichtet 'n der Mitte des Zimmers, ihr Antlitz war noch todtenbleich, aber ihr Auge strahlte in glühender Begeisterung. Mit kaum verhehlter Bewunderung blickte Pater Ignaz auf die Redende, aber kein Zug veränderte sich im Antlitz der Königin. Ruhig, als ob sie die gleichgültigsten Zeilen niederschreibe,, fugte sie dem Urtheil ermge Worte hinzu, dann legte sie das Papier in Ignaz' Hande. Gebt dieses Urtheil zur schnellsten Beförderung, befahl sie, es tf n^t bfl« erstemal, daß der Geist der Rebellion sich verratyeriscy in die Relycn der Ossi' riere Frankreichs stiehlt. Ein Exempel muß gegeben werden zur abschreckenden Warnung. Raoul de Saverne ist nicht nur des Ungehorsams schuldig, mein königlicher Wille erklärt ihn znm Hochverrätber, und^diese Zeilen, die seinTo- deöurthci' bestäkigen, bestimmen das R«d, nicht das Schwert zum Werkzeug der rächenden Gerechtigkeit. Maraucrit- stieß einen Schrei aus. Erbarmen, rief sie, nur Erbarmen, keine Gnade fordere ich für ihn. Majestät, ivantte Ignaz erschrocken ein, Raoul von Saverne ist königlicher E,„ sicher Unheil würbe Oie Uniform beschimpien. '"'Wenn Raonl tc Saverne königlicher Ofsizier, so bin ich Komgrn von Frankreich, erwieterte Catharina. Folgen Sie meinem Befehle, Herr S"retar. Ignaz verneigte sich unt wanbte sich, um zu gehen. A°er zwischen .hn Unt B^eiben^ Sst^! 'rkf sie,^zerreiß» bas entsetzliche Urtbeil, bessert änblid mein Blut erstarren macht. 3d) füge mich; bei dem Heiligste» hier unt jenfe.t« schwöre ich, Ihnen zu gehorchen. Enblich^sagtt^ fst°halblant vor sich hin, bann fuhr sie fort, Z» Marguerrte aewenbet: Schwörst Du, bei tem Verluste ter Seligkeit, wenn ein falfäer ®iü Deine Seele befleckt, mir blir.ten Gehorsam, schworst Du, ein williges Werkzeug t'ff SÄ ».»..* I. •» °<> »■*•> "« w M.“»««« „».>» “• D<- cument und reichte es Marguerite. wilder Mit einem Schrei des Jubels empfing cs das junge Mädchen. In wilde Gluth icrriß sie das Papier, jeden Buchstaben, jedes Wort, dann aber brach sie mit Einern Wehelaut ohnmächtig zu den Fußen der Königin zusammen. ' Mi. ton SlUrud 0eS Triumphe« wies Cathar.na auf t.e am Bo- te" ^'schmettere ich tie Guifen tarnieter, sagte sie. Jetzt gehen Sie unt bringen mir Paris zur Ruhe. F ü n f t e s K a p i t e l. Die Nacht brach herein, ein erquickender Abend war einem heißen Sommertage gefolgt, Vie Blumen und Blätter richteten sich, ermattet von der Son- nengluth zu frischem Leben empor uub bie verstummten Bogel W««»«“« "« beseelt ihren Abenbhpmnus zum tiefblauen Horizont empor, an tem lang^ uno feierlich ter erste Stern, ein Symbol te« ew,g wachenten Auges te« Un- sterblichen, ^hernuizog^^^^ au69£(iatiften Zimmer, ta« Oer Schein einer von ter Dede bängenten Lampe spärlich beleuchtet, sitzt ein bleicher 3unghng in schwär- jtleibung, ta« Haupt flnnent gestützt. Nur wenige Monate sint verstrichen, aber sie reichten hin, ben lebensvollen, frifdien Oifizier Raoul te Saverne in ein Lilb be« tiefsten Leibens zu verwanbeln. Seme Wangen l)al‘en Cie fable Blässe bes (gefangenen uno feine Augen lagen tief m ten Hohlen, Zeugnife oe« innersten Grames mit zahllos burchwastster Nachte. Wohl auch zu tem bleichen 3unglmg trang rurch bie 9ceff"ltc" g l* oer leichte, erquidente Abeutwinb; aber tue freie Kino her Natur brack siä> an ten eiiernen Gittern, bie einen etwaigen Fluchtversuch Hintern sollten, unt wie " tÄÄÄ»..««*•**• e* gegeben, starr träumte er vor sich hin und nur ab und zu entstieg cm Grauens seiner beengten Brust. fleiucn Ge- Jetzt unterbrach ein Geräusch die. Stille; an der Thur d _ f . maches ertönten Schritte und im nächsten Augenblicke btt'bicn "" forafam in der Tracht eines Dominikaners auf der schwelle , den Emga g torg am hinter sich fchliesimb, unb, wie vom Anblick des 3ungling- uberwul t, lamln» stehenbleibend. <ÜV ’* ' b ®trl,DanSnte vom Louvre oer erste Schlag ter Mitternacht. Die Haltung ter Äbnigin »eränberte sich nicht, aber beifeer, brünstiger warb ta« Sieten oer 3unännerhitili» wie ter Lauf tes Schicksals, tonte es weiter; ter letzte Klang h Un»b'ttllch, w «"-M Füfeen te« Heiligenbilte«, em Mitzsirahl^uckik durch ta« R oer Königin - oa pochte e« leise an bie Dbür des ISabinete«, dreimal in abgemessenen «»lagen. Die Kon-gm f hr Ammen, unwillkürlich schlug sie em Kreuz, aber schon un nächsten Augenblick '* rs? iwä? n*sÄS melden hat. . entleaensten Winkel des Ge- .Ä'ys sävrä - —• w - •» Ä-’iÄ «*“• ihre Königin auu „ernabm ten Namen Catharina'«, von Schimpf. Der Lärm wuchs. ^^^ "«Snigi«.Mutter stant flnnent oa. Ä S iÄi’ a.f «■ «"•*' •" Mi""‘ I Azner. 6O/0 1882r ßds. 847/g II „ 6Q/0 1885r 831/4 v-ayr. Pfäni. Anl. 96 V4 ? i /q b^iiigohe Loose 96 ’Sadigche 6. 35 Loose 55 118581 Prioritätaloose 125 118607 Loose 631/4 Maxbahn 97 Bayer. Ostbahn 1103/4 Hees. Ludwigsbahn 108 30/0 östr. Stsb.-Prior. 50 30/0 östr. b. Lombard. 43 30/0 Livorneser 26 Toecaner 401/2 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/0 Elisabeth-Prior. 73 do. II. Emiss. — Anleleenialoose. Kurh. 40 Thlr. Loose 551/2 |"" -- » — ” ÄK wft S'sä«V'"*“ ÄÄÄ’Ä?™ •" ***** =*- ®* =*■ Dem „C- v. u. f. D-" wird aus Wien geschrieben: Ueber die Haltung Dänemarks werden mir folgende zuverlässige Nachrichten mitgetheilt: Die dänische Regierung hat sich bekanntlich gegen gewisse Zusicherungen zur Neutralität entschlossen. Doch hat dies derselben eine geradezu ihre Existenz bedrohende Lage bereitet. Der französische Vertreter tritt jetzt sehr kategorisch auf und hat hierbei die Massen hinter sich. Er erklärt offen, die nach der Ostsee bestimmte französische Operationsflotte bedürfe unbedingt der freien Verfügung über dänische Häfen und würde sich dieselbe uöthigenfalls zu erzwingen wissen. Eine Ministerkrisis in Kopenhagen ist daher nicht unwahrscheinlich. Der „Rappel" citirt. nicht zur Unzeit, folgende Stelle aus einer Rede, welche Emile Ollivier in der Sitzung des gesetzgebenden Körpers vom 16. Mai 1868 gehalten hat: „Der Krieg — viele Leute meinen, daß er nöthig, und daß eine Ehrensache zwischen Deutschland und Frankreich auszutragen ist. So wird gesagt, geschrieben und verbreitet. Meiner Meinung nach aber wäre der Krieg ein Verderben. Ich spreche nicht im Namen der Brüderlichkeit, im Namen jener Gefühle, mit denen die Politik nichts zu schaffen hat. Die Erfahrung hat jenen Ausspruch Montesquieu's bestätigt: „Die Männer des Krieges sind es, welche Europa ruüüren." Der Krieg hat niemals etwas entschieden, niemals etwas zu Ende gebracht. Vergebens würden Sie siegreich sein, vergebens hätten Sie Deutschland zurückgeworfen und den Rhein erobert; nach dem Krieg würden Sie noch schwerer abrüsten können, als zuvor. Sie würden genöthigt sein, Ihre Armeen noch zu vermehren, und der unbehagliche Zustand würde in der Welt fortdauern. Der Krieg ist also nur eine unpraktische und verderbliche Lösung, ein empirisches Aushülfemittel. Die wahre Lösung ist der Friede, aber der Friede mit der Abrüstung, aber der Friede mit der Freiheit, ohne welche er weder ruhmvoll noch sicher ist." Das „Avenir national" beurtheilt das Verfahren des Herrn Benedetti folgendermaßen: „Der von Herrn Benedetti allgegebene Grund, daß Herr v. Bismarck von ihm die Abschrift des Entwurfes verlangt habe, um ihn dem Könige zu unterbreiten, ist albern. Wenn diese Urschrift nur die persönliche» Ansichten des Herrn v. Bismarck enthielt, so hatte dieser die Beihülfe des französischen Gesandten durchaus nicht nöthig, um dem Könige seine Ansichten mitzutheilen. Die Wahrheit an der ganzen Sache ist, daß Herr von Benedetti sich hat lächerlicher Weise an der Nase herumführen lassen. Herr von Bismarck hatte durchaus nicht die Absicht, uns Belgien anznbieten, er wünschte blos ein Document in Händen zu haben, welches er uöthigenfalls gegen die französische Regierung brauchen könnte. Dieses Document hat Herr Benedetti mit beispielloser Einfalt geliefert. Wer weiß, wie viele Fehler derselben Art Herr Benedetti vielleicht begangen hat!" Die Berliner „Eorresp. Stern" bringt einen gegen England gerichteten Artikel. Sie schreibt: „Glauben die Engländer den Franzosen ungestört Kohlen und Munition zuführen zu können, mit denen sie uns zu vernichten gedenken, und als Lohn dafür von uns, mit unserem Blute, die Erhaltung Belgiens fordern zu dürfen? Wir sagen nicht, daß der Verlust Belgiens für die Grenzen Deutschlands ein geringer sei: wir würden diese Lösung der Frage vielmehr geradezu für eine verhängnisvolle halten; wo es sich aber darum handelt, die Kräfte einer Nation nicht dadurch zu vergeuden, um Kastanien für eincn Fremden — denn die Engländer zeigen sich uns ja als Fremde — aus dem Feuer zu holen, da muß man alle Eombinationen nach und nach in den Vordergrund stellen. Wir sagen den Engländern deßhalb: Belgien ist ein für Deutschland jetzt sich naturgemäß aufdrängendes Compensations-Object, und wir rathen ihnen, ihr Kind selbst zu schützen." Der Artikel schließt Mit den Worten: „Hoffentlich werden die leitenden Staatsmänner Deutschlands dem Treiben der Krämer- Insulaner nicht mehr lange ruhig zuschauen. Mehr Schaden, als uns die Franzosen allein zur See zufügen können, kann uns aus der Feindschaft Englands doch nicht mehr erwachsen; kommt es dann aber einmal zur Abrechnung, so wird der Kanal von Suez und der Weg durch Persien dahin führen, wo Compensations-Objecte für den jetzige« guten Willen Englands anzuweisen sind." (W i e d e r h o l t.) Vom Kriegsschauplatz sind folgende Nachrichten eingelaufen: Aus Berlin, 3. August, wird officiell gemeldet: Am 2. August, Vormittags 10 Uhr, ist bas kleine Detachement in Saarbrücken angegriffen und die Stadt mit 23 Geschützen beschossen worden. Um 12 Uhr wurde die Höhe des Exercier- platzes, um 2 Uhr die Stadt von dem Detachement geräumt und der Rückzug zum nächsten Soutien angetreten. Die Verluste sind verhältnißmäßig gering. Nach der Aussage eines Gefangenen war der Kaiser um 11 Uhr vor Saar- brücken eingetroffen. Ein in Amsterdam, 3. Aug., eingetroffenes Telegramm aus Metz vom 2. meldet, daß Saarbrücken durch die Franzosen besetzt worden sei. Es scheint sich mehr um einen französischen Theatercoup für Paris, als um eine militärische Action gehandelt zu haben. Der Kaiser und der kaiserliche Prinz wohnten der Operation bei. Die Preußen betrachteten von vornherein Saarbrücken als keinen militärisch wichtigen Punkt, da dort nur einige Compagnien standen. L,er Kronprinz von Preußen hat folgenden Armeebefehl erlaffen: Hauptquartier, den 30. Juli 1870. Armeebefehl. Soldaten der dritten Armee! Von Seiner Majestät dem König von Preußen zum Oberbefehlshaber der 3. Armee ernannt, entbiete ich den von heute ab unter Meinem Befehl vereinigten Königlich Preußischen, Königlich Baierischen, Königlich Württembergischen und Großherzoalich Badischen Truppen Meinen Gruß. Es erfüllt Mich mit Stolz und Freude, an der Spitze der aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes vereinten Söhne für die gemeinsame nationale Sache, für deutsches Recht, für deutsche Ehre gegen den Feind zu ziehen. Wir gehen einem großen und schweren Kampfe entgegen, aber in dem Bewußtsein unseres guten Rechts und im Vertrauen auf Euere Tapferkeit, Ausdauer und Mannszucht ist uns der siegreiche Ausgang gewiß. So wollen wir denn festhalten in treuer Waffenbrüderschaft, um mit Gottes Hülfe unsere Fahnen zu neuen Siegen zu entfalten für des geeinigten Deutschlands Ruhm und Friede. (gez.) Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen. Berlin, 4. Aug. Offi cielle Nachrichten. In der letzten Nacht von der Armee elngegangene Details über das Gefecht bei Saarbrücken lauten- Ungeachtet des Feuers einer bedeutenden Artillerie verblieben unsere Vorposten m ihrer Stellung bis zur vollen Entwickelung des Gegners; erst als dieser drei Dtvisionen formirt hatte und vorging, räumte die schwache preußische Vorposten- abthcilung die Stadt und nahm dicht nördlich derselben eine neue beobachtende Stellung. Der diesseitige Verlust in diesem Vorpostengefecht beträgt zwei Offiziere und 70 Mann, trotz der Chassepotö, Mitrailleusen und zahlreichen Artillerie. Der Feittv scheint bedeutende Verluste zu haben. — An demselben Tage den 2. August, ging der Feind bei Reinheim, östlich von Saargemünd mit einer starken Colonne über die Grenze und eröffnete auf die kleinsten diesseitigen Pa- troulllen ein heftiges Tirailleurfeuer ganzer Compagnien, wobei nur ein Pferd gestreift wurde. Vor Anbruch der Nacht ging der Feind wieder zurück. Unsere Truppe n bewährten sich in allen diesen kleinen Gesechtcn herrlich. Aus Metz wird der „Jndependance" „positiv" (?) versichert, daß die erste Begegnung der beiden Armeen zwischen dem 6. und 8. August erwartet werde Darmstadt. Der hiesige Handelsstand wendet sich in einer warmen Ansprache an seine Mitbürger, um vor übertriebenem Mißtrauen zu warnen, das so weit geht, durch überängstliches und übermäßiges Ansammeln der für ein gesundes Geschäftsleben und einen lebhaften Handelsverkehr unentbehrlichen Zahlungsmittel in der doppelt verschlossenen Geldkiste Sicherheit gegen jede Gffahr Mit Recht wird dagegen geltend gemacht, daß wir insgesammt verpflichtet sind, „nicht in kopflosem Schrecken unsere Geschäftsfreunde, Nachbarn und Mitbürger durch übertriebenes Mißtrauen zu schädigen, sondern mit dem alten Vertrauen und in fester Zuversicht auf den glänzenden Sieg unserer ge- rechten Sache unsere Geschäfte fortzutreibcn, unsere Verbindungen aufrecht zu halten, unsere eigenen Verbindlichkeiten zu erfüllen und hiermit, so wie auf sonstige Weise nach Möglichkeit zur Erfüllung fremder Verbindlichkeiten durch Dritte mitzuwirken." .^rlin, 1. August. Wie wir hören, ist der König gestern vor seiner Abreise von Berlin durch eine direkt vom Kaiser von Rußland an ihn gerichtete telegraphische Depesche verständigt worden, daß die Neutralität Oesterreichs unter allen Umstanden als gesichert betrachtet werden könne. Durch eine zwischen dem Czaren und dem Kaiser von Oesterreich über diesen Gegenstand gepflogene Verhandlung ist dieses Resultat erzielt worden. Die nächste Folge davon ist, daß derjenige Theil des fünften und sechsten Armeccorps, welcher bisher noch in Schlesien zu verbleiben bestimmt war, um für alle Eventualitäten diese Provinz zu decken^ nunmehr anderweit verwendet werden kann. (Rh. Ztg ) L B e* l' n , 3. Aug. Se. Maj. der König hat auf die Bundesanleche'eine halbe Million zeichnen lassen, auch die Königin und andere Mitglieder des kö- mglichen Hauses haben sich an dem patriotischen Unternehmen betheiligt An der heutigen Börse fand die Anleihe die lebhafteste Betheiligung. Hamburg, 3. Aug. Hier ist die Bethellignng an der Zeichnung auf die Bundesanleihe bedeutend und erzielt allgemein ein höchst befriedigendes Re- sultat. Man erwartet, daß auch viele kleine Zeichnungen stattfinden. Brussel, 2. August. Bei den Wahlen in den Senat wurden 24 Klerikale und 11 Liberale gewählt. Das Resultat der Wahlen in Brüssel, Lüttich Bruegge und Charleroi ist noch unbekannt, jedoch ist der Sieg der Klerikalen nicht zweifelhaft. Rom, 31. Juli. Cardinal Antonelli empfiehlt dem Papste das Einver- nehmen mit Florenz als einzig mögliche Politik; es herrscht große Bewegung ?°LUur der Franzosen. Der Gesandte Englands bietet dem Papst Malta als Asyl an. Man versichert: der Papst habe abgelehnt. (A. Z.) Telegraphische Depesche vom Kriegsschauplatz. (Officielle Mittheilung.) Glänzender aber blutiger Sieg der Kronprinzlichen Armee unter des Kronprinzen Augen bei Erstürmung von Weißenburg und des dahinterliegenden Geisberges durch Regimenter vom 5. und 11. preußischen und 2. bayerischen Armeecorps. Französische Division Douay vom Corps Mac Ma hon unter Zurücklassung ihres Zeltlagers in Auflösung zurückgeworfen. General Douay todt. Ueber 500 unvcrwundete Gefangene, darunter viele Turcos und 1 Geschütz in unseren Händen. Unsererseits General Kirchbach leichten Streifschuß. Grenadiere vom 50. Regiment starke Verluste. Verwischtes. Gießen, 5. August. Heute Mittag um 2 Uhr find die ersten gefangenen französischen Soldaten worunter sich auch TurcoS befanden, mit preußischer Bedeckung per Eisenbahn hier durchgebracht worden. ' ' Speyer, 25. Juli. Heute Nachmittag um 2 Uhr brach hier einer der arößten Brände aus, die unsere Stadt seit vielen Jahren gesehen. Der ganze Häusercompler M sogenannten schwarzen Nonnenklosters, gegenüber dem Velten'schen Garten, stand, als die Feuerglocke ertönte bereits in hellen Flammen. Die Häuser waren mit Frucht gefüllt und ein starker Ostwind trug die Flammen mit Blitzesschnelle über die Dächer der alten, eng und winkelig gebauten Häuser, ^en heldenmuthigen Anstrengungen unserer wackeren Feuerwehr gelang es trotz des heftigen Windes, das verheerende Element von den ebenfalls dicht bewohnten und meist mit Feldfrnchten gefüllten Nachbarhäusern zurückzudrängen; doch ist der Schaden noch immer sehr bedeutend und rascke Hülfe thut dringend noth. Wenigstens 60 bis 70 Menschen verloren in diesen wenigen Minuten ihr Obdach, ihre Ernte und den größten Theil ihres sonstigen EigenthnmS. Gin Kind wrrd noch vermißt und auch einiges Vieh soll verbrannt sein. . *§.?vrc/n28 Auli. Heute Nacht ist durch eine furchtbare Feuersbrunst ein Quartier unserer Stadt fast vollständig zerstört worden, darunter mehrere große Fabriken. Verluste an Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen; dagegen wird der materielle Schaden so- weit er sich schon jetzt tariren läßt, nicht unter 2 Mitt. FrcS. sein. Die Baumwollenmanufactur des Herrn Merlw-Lefevre, die gleichfalls abgebrannt find, war mit V2 Mitt. Frcs. beim „Phünir" Redaction, Druck unk Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.