•lefia“ Nna.. '"grrt. I tvti'ß.- Fort- btn h»t '-ttiqen ial >ie n*in ähn.- iommif.- Idungen m, Vox Jfitung" lemmtn, 'tiSmuS« it Later Söbnt « Dick.- ’n - bat tung der )ÜiU bt: töfli ift und soll ligtt alt m, auch r, jedoch lirt sein, c für die an aut- a wollte, itfrd ge- a> Selbe, n Mund i Dechiel rate an nb bereits 1X601. ichKebend turne heran einer uttxv Heid irte bie-- id sich die me ergoß eise befand er hatte vorgefun- wenigßen- ie Mutter Lampe ge- im Äugm- i auf die -er Muller itte. Auch tjate, der festgestellt, . t! hatte dem leeren ge, als die trplübirtfn. her Btt-v i ter Nähe i ein Äot)5 •n wurden NaLdem teil# ®k no-tl n'cht w zweiten jlen mehr j,!ui her- ■jij.rfrout’ nicht von en 'st. "" zelvst l fld) h'ntr stba finf , ra- m eine« lUw 3“'n' 4 *tbtixt * P.ßoleN- $ stole teeund- "inne bin' 106 f ,s er. / mit Brmgerlohn. Durch die ■ ■ B WF B M Bz B B B/ B I I f B^ | I I B/ B stags und Samstags. — Post bezogen ^vikrteljährlich ||(|, Mnzeige - und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 3. ” Donnerstag den 6. Januar 1870. Amtliche BekanntMÄchungerr Gießen, am 30. December 1869. Betreffend: Die Taubstummen-Statistik im Großherzogthum Hessen. Das G r o ß h r r r o g l i ch e K r r i s a in l Gieße» an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, an baldige Erledigung unserer Verfügung vom 7. Septbr. 1857. Dr. G o l d m a n n. Ausstellung von selbftverfertigten Arbeiten der Handwerker und Fabrikarbeiter. Im Frühjahr 1870 soll in Darmstadt eine Arlsstellung selbstversertigter Arbeiten von Handwerkern und Fabrikarbeitern abgehalten werden, für welche alle Erzeugnisse der Klein-Gewerbe, der Fabrik-Industrie, der Kunstgewerbe, sowie landwirthschaftliche Maschinen und Geräthe zugelassen werden, wenn solche in einer inländischen Werkstätte angefertigt worden sind und von den Verfertigern, unter Angabe ihres Namens, ausgestellt werden wollen. Es können sich bei der Ausstellung Fabrikanten, Meister, Gesellen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge betheiligen und ist nur bei jedem Ausstellungsgegenstand anzugeben, ob der Aussteller den Gegenstand allein selbst verfertigt hat, oder welche Theile von ihm und welche Theile von Anderen verfertigt wurden. Der Termin für die Anmeldung begann mit dem 1. December und läuft mit dem 15. Februar 1870 ab. Die auszustellenden Gegenstände müssen bis rum 15. Avril 1870 fertig und zur Absendung nach Darmstadt bereit sein. Die Transportkosten übernimmt der Großherzogliche Gewerbverein. Ueberall können sich Local-Comics von Gewerbtreibenden und Arbeitern bilden, welche die Ausstellungsangelegenheiten in ihren Kreisen betreiben und mit der Großherzoalichen Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewcrbverein dieserhalb in Verbindung treten. , Alles Weitere besagt das Programm für diese Ausstellung, sowie eine gedruckte Erläuterung des Ausstellungsplans. Beide Drucksachen, sowie Anmel- dunasformularien, können sowohl von uns als wie von den Vorständen der Localgewerbvereine und beu Local-Comites der Arbeiter kostenftei bezogen werden. Wir laden zu zahlreicher Betheiligung an dieser Ausstellung, welche geeignet sein wird, ein übersichtliches Bild über den Stand der Gewerbe und die Einzelleistungen der Arbeiter im Großherzogthum zu liefern, ergebenst ein. Darmstadt, den 20. December 1869. Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. Schleiermacher._________Fink. in und Hilfe «rt 94) Allerlei Möbeln, sowie zwei Kochherde , sind zu verkaufen bei Heinemann Hermann, Neuenwegs 79) Nachdem über den um 201 fl. 42 fr. überschuldeten Nachlaß des Johs> Keil XL zu Ettingshausen und das um 193.ft 58 fr. überschuldete Vermögen seiner Wittwe, Katharine Elisabethe, geb. Römer, der förmliche Concurs erfannt morden ist, wird Liquidationstermin auf Donnerstag den 3. März 1870, Morgens 9 Uhr, ' bestimmt, in welchem alle Ansprüche an die Masse, welche nur auf 221 fl. 91 fr. taxrrt ist, bei Meidung des stillschweigend erfolgenden Ausschlusses davon anzuzeigen und zu begründen sind. „ In demselben Termin soll ein Gläubiger- Ausschuß und Curator gewählt werden, weßhalb von nicht persönlich erscheinenden Gläubigern Mandatare mit darauf gerichteten Vollmachten zu schicken sind, indem sonst der Ausbleibende der Mehrzahl der Wählenden beistimmend angenommen werden wird. Lich, den 19- December 1869. Großherzogliches Landgericht Lich. Sartorius. Besondere Bekanntmachungen. 87) Von heute ab befindet sich die Telegraphen-Station Gießen in dem Hause: Schulstraße B 18. Frankfurt a. M., 5. Januar 1870. Telegraphen - Direktion. Ludewig. 6) Wasch- und Ringmaschinen, zwei verschiedene Constructionen, Wasch- Mangcn, in jedem Zimmer sehr leicht zu handhaben und sehr gute Arbeit liefernd, Häcksclschneidmaschincn, anerfannt die besten, die jetzt existiren, für deren Gute ich ga- rantire, Rübcnschncidcr von 14 fl. an bis zu 60 fl., Oelkuchenbrecher, Grunmalz- quetsche und Schrotmühlen für Bierbrauer, empfehle ich zur geneigten Abnahme. Gg. Renzel. 93) Ein am Schiffenberger Weg gelegener Garten, Va Morgen groß und m sehr gutem Zustande, ist zu verfaufen. — Näheres bei der Exped. d. Bltts. Zur Annahme von Bestellungen empfehlen sich: Ferber’sche Univ. - Auchhandlung. sowie die übrigen Buchhandlungen in Giessen. für Alle, die sich geschwächt haben, bietet in vollkommen reeller Weise das Buch: Dr. Rctau's JSclbflüciualjtimg mit 27 pathol.-anatom. Abbildungen. Dasselbe ist bereits in 72. Auflage erschienen und hat, It. allen Regierungen vorgelegten Denkschrift, in 4 Jahren über 15,000 Personen ihre Gesundheit verschafft- Verlag von G. Poe- nickc's Schulbuchhandlnng in Leip- ria uno dort, sowie in jeder Buchhandlung für 1 fl. 45 fr. zu bekommen. (78) Encyclopädie der Rechtswissenschaft. 86) Im Verlage von Duncker & Humblot in Leipzig erscheint: Encyclopädie der llechlswisseiisc'iaft. In systematischer und alphabetischer Bearbeitung. Unter Mitwirkung vieler namhafter Rechtsgelehrter herausgegeben von Prof. Dr. Franz von Holtzendorfi. In 3 Bänden (zusammen 17 tl. 30 k r.) oder 35 Lieferungen a 42 kr. Ein ausführlicher Prospectus kann in jeder Buchandlung eingesehen werden, lieft 1 und Band I (Systematischer 1 heil) liegen vollendet vor. Bberhkfllsche Eisenlmhn-Gkseltschaft. 56) Mit dem 29. December 1869 ist der Betrieb auf den Ober- hessischen Eisenbahnen, auf den Strecken Gießen - Grünberg und Gießen - Hungen, für den Personen- und Güterverkehr eröffnet worden. Die'Auflieferung der Güter, sowie die Abnahme derselben erfolgt aus der Guter- expedition der Cöln-Gießener Bahn dahier. Tarife ü 9 fr-, sowie die allg. ^glemen- tärischen Bestimmungen ä 3 kr., sind auf umeren Stationen Lich, Hungen, Grunberg und Großen-Buseck, sowie auf dem Büreau unserer Central-Verwaltung hier zu haben. Gießen, im December 1869. Der Vcrwaltungsrath. 97) Eine Kaute voll Mist ist zu uer; kaufen bei I. Pitzer, Hintergasse. 90) Dreißig Stück Jährlings-Hammel sind zu verkailfen bei Johs. Becker In Holzhausen, bei Fronhausen.__ Feiigebotenes 72) Eine sechspferdige Dampfmaschine sammt Kessel und vollständiger Armatur wird billig abgegeben. Näheres durch C- Geilfus auf der Aurorahütte bei Gladenbach. 71) Ein Frachtschlitten ist zu verkaufen bei H- M. Jughardt. Vermicthu»rge«. 96) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei _________ Eduard Ottman n. 68) Zwei Familienlogis zu vermiethen bei I. Friedel, Reichensand. 91) Zwei sehr gute Zugpferde (1 Grau- und 1 Rothschimmel), 9 und 10 Jahre alt, mit sämmtlichem Geschirr, sowie ein schwerer Wagen mit allem dazu Gehörigen, sind zu verkaufen bei , Johs. Becker in Holzhausen, bei Fronhausen. 80) Eine tragende Hirschkuh und ein Hirsch (Rothwild), Vk Jahr alt, sehr zahm, sind billig zu verkaufen. Bei wem ( sagt die Exped. d. Bltts. ___ 62) Ein Geschäftshaus nebst Scheuer, Stall und Hofraum, an einer Haup'straße in der Nähe der Kaserne gelegen, ist wegzugshalber zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 12) Im dem Brühl'schen Hause am Brand ist ein möblirtes Zimmer zu ver- micthen.____ 98) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Schreiner Bergmann, __________am Lindenplatz. H9) Ein Logis von 3 Zimmern, wovon zwei nach dem Kirchenplatz, Küche und Zubehör ist sogleich zu vermiethen. W. Ferber, Buchhändler, ______________________Kirchenplatz B- 6._______. 1) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 59) Mehrere Familienwohnungen, sowie Lagerräume, sind zu vermiethen in der früher K a tz e n st ei n'schen Besitzung. Reslcc- tanten wollen sich gef. an mich wenden. P. Katzenstein, Neuenweg 139. 51) Bei I. Becker Wittwe, Neuenweg B. 195, ist ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen- G.L.JANSEN Frankfurta/M. mit Die Kleinkinderschule haben ferner alle Herr GcldsorUn. 45-451/4 IIP, ^SrseiiaachricbteB. 4. Januar 1870. 9 9 9 9 5 9 1 r. Gass. Seh. Div. Caes.-A. Pr. Friedrdor. riiitolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankcnsu. 63) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei , H. Rübsamen, Mausburg. 89) Ein kleines Familienlogis ist zu ver- miethen bei Karl Gerlipp, Krrchenplah 57-58 49 48-50 54-56 36-38 271/2-281/. 53-57 48 50 27-28 Eisenbahn, sowie sa'mmtliche zoNaMtlichen Form« lare, sind zu hüben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. HAASENSTEIN&VOGLER Zeitmigs-Annoncen-Expedition., in Frankfurt am Main, WechaeL Amsterd. k. 8. 1007 16 Augsb. k. iS. 997/ti Berlin k. 8. 105 Bremen k. S. 973/8 Cöln k. 8. 104Pi6 Hamburg k. 8. 883/6 Leipzig k. S. iO43/4 London k. 8. 119 Vs Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 95s/a Disconto 4:Vr G. Zentner Peters, Professor Dr. Kehrer, Mitprediger-Vikar Drescher, Justizrath Balser, Schulinlpector Vigelius. F. C N. Professor Dr. Glaser, Gymnasiallehrer Dr. Weiffenbach, Gymnasialdirector Dr. Geist, Vollständige Umzüge MÖbdTransport H^per Bahn oder auf der Landstraße, einzelne Möbelfuhrcn ~ über Land, sowie das Abholen von Möbeln aus den Eisenbahn-WaggonS in Frankfurt a. M., besorge bet Garantie prompt und billigst, mittelst großer, geschlossener Federwagen. Bestellungen oder Frachtbriefe erbitte Bron- nerstraße 17, Frankfurt a. M. Im Verlage von I. Schneider in Mannheim ist soeben erschienen usd durch Buch Handlungen zu beziehen : „ Leipzigerstrasse, 46 ; Stxiinz.nhprjT, 29 : Stadt, Neuer Markt, 11 ; Markt, 17, Königshaxis; Kronprinzstrasse, 1 B; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasso, 13 ; Place du Molard, 2. „Einigkeit? 95) Samstag den 8. Januar, Abends 8 Ubr: Generalver sammlnnq. Tagesordnung: Vorstandswahl. Rech- uungsablage.Der Vorstand. Engi. Souver. 11 liuss. 1 ai per. 9 Doll, in Gold 2 Vermischte Anzeigen 83 Meili Unterricht im Zuschneiden und Ansertigen von Damenkleidern hat begonnen und lade ich zur Theilnahme ergebenst ein. Gießen, den 4. Januar 18/0. Frau Rothenberger, am Lindenplatz. Wohnungs - Veränderung. 88) Meinen geehrten Kunden zeige ich hierdurch ergebenst an, daß ich meine seitherige Wohnung verlaßen und jetzt in dem früher Lauer'schen Hause in der Kaplansgafse wohne. Hermann Schelper, Schuhmacher. ♦ ihren Gaben bedacht: Lcindrichter Bötticher, ----------------- ” “ ~ ~ . |, M Creditact. 2411/- für die Moin-WeseL - unb äuindener || uarm.^ p.ankact. 320 Hierdurch beehren wir uns zur Anzeige zu bringen, dass wir unter der Firma: , Haasenstein A* Vogler nunmehr auch eine Z w eig - Niederlass ung in Breslau, Ring l^o. 5« Hambäirg, Berlin, Leipzig, hanklurt a. M., Stuttgart, Wien, Basel, Zürich, Genf and 8t. Gallen bereits bestehenden Aiiaionceii- Expeditionen errichtet haben. Hamburg, im November 1869. ISeutsenstein «$• Vogler. Prämien™ Anleihe der Stadt Bari (Italien) von 9 Millionen, rückzahlbar mit 27 Millionen 350,009 Lire (28 kr.) Nächste Ziehung am 10. Januar 1870. 49) Jede Obligation im Nominalbetrag von Lire 100. — muß mit Lire 150. - oder ca. Rthlr. 40 — im Laufe der Ziehungen rückocrloost werden. Außerdem nimmt jede Obligation an 180 Pramien-Ztehungen AntheU, wo- bCI b50(L()00,n 300,000, 150,000, 20mal 100,000, 70,000, 00,000, 50,000 Sire u. s. f. gewonnen werden müssen. Durch die bis jetzt bei keinem anderen Soo§ - Anlehen bestehende Plan - Einrichtung, datz jede Obligation, selbst wenn sie schon mit Lire- 1L0. — rückaezahlt worden ist, dennoch an allen werteren Ptamrenzie- Hunnen Theil nimmt und mithin eine unbeschränkte Anzahl Gewinne erlangen kann, bietet dieses Anlehen einen bisher noch nicht dagewesenen ^b^Or/ginal-Obligationen zu fl. 39. oder Rthlr. 22. 10 Sgr. (Wäne gratis) empfehlen MoriZ Stickel SÖhlt«, Bank- und Weck)sel-Geschäft in Frankfurt a. M. . An- und Verkauf aller Anlehens-Loose, Staatseffecten, Actien, Cou- pons 2C. besorgen wir zum Börsencourse. für religiöses G e nr ü t h s l e b e n von Johann Philipp Glökler. „säST Zweite Auflage. o ath 94 Sar -- 1 fl. 24 kr. rhein — Eleg. geb. 1 Thlr. — 2 fl- 12 kr. thein. Wr empfchlen diese, von ächt religiösem Geiste durchwehte , Sieber = Sammlung auch in der neuen Auflage als ein vorzügliches Festgeschellt. Hamburg, Berlin, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Prioritäten. 5O/o östr. F. St. E. B. 395 Ludwigs!).- Bexbach 176'/g Maxbahn 1071/.! Bayer. Ostbähn 1221/2 Tices. Ludwigs bahn 142 Vs 3% öetr. Stsb.-Prior. 557/fc 3U/O östr. s. Lombard. 49 3°/o Lüorneser 32 Toscaner 50*/4 Frankf. Hypoth.-Banh — Frankf. Vereins-Kasse 95 V2 5% EILiabeth-Prioi — do. 11. Emiss. AwleiieBaaloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56* 4 Nassau fi. 25 b. Roth. — Ix. tkeo. Ü. 50 b. R. 177 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 45 Vs 4'J,u bayr. Präm. Anl. 105 4u/o badische Loose 1047 Badische fl. 35 Loose 56 Vg 1858r Prioritatsloose 1603/4 I86O1 L-'jose 82V,6 I Preuss. 4V2% Ob! 923/5 I Frankf. 31/2°/o Obi. 81 Vs j Nass. 41;'2% Obi. 92 Vr ? Kurh. 4o g Obi. 84 Ü Hess. 4O/o Obi. b. Kothß. 93 j „ 31/2% äo. do. 88 Bayer. 5Vo Obi. 101’ s i „4t 2% 1jährige 91 Vs i „ 4Vzu/o 1/2jährige 91’/2 ! Würtemb. 4i/j% Obi. 91 */s ; Baden 4V2^/o Obi. c. iJiL. 92 Vs I Oestr. 50/0 L. K. — „ 5% National — „ 5'vö Metall. Obi. - „ M. steuerf. — Ainer. 6,J;o 1882r Bds. 933/8 „ 60,'y 1885p 90',b i Frankl. Bank 122 5, Oester. Bank 717 Meyer Rothenberge^ Gießen, Neuenweg, kauft hessische Urkunden, Papiere, Manu- scripte und sonstige Scripturen, die cuf Hessen Bezug haben. Bitte Besitzer dieser Art, wenn sie auch nickt käuflich diese zachen abgeben wollen, mich davon gef. brieflich oder mündlich zu benachrichtigen. — Auch kaufe ich alte Standuhren. (15) 66) Ein Kapital von 10,000 r'L wird ueaen genügende Sicherheit zu leihen gesucht. Näheres bei der Exped. b/ Bltts. 92) Schriftliche Arbeiten aller Art werden rasch und sehr correct besorgt. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 85) Mein Nebenbaus nebst Zubehör ist iu vermiethen und Anfangs März zu beziehen. L. König Wittwe. 70) Neue Anlgge Lit. C- Nr. 28 sind in den ersten Tagen des Monats März k. I. zwei unmöblirte Zimmer in der dritten Etage zu vermiethen. Näheres im unteren Stock.______________________________________ 82) Ein unmöblirtes Parterre-Zimmer ist zu vermiethen bei PH. Weller, Wolkengasie. 81) Ein Laden nebst daranstoßender Stube ist zu vermiethen und kann sogleich bozogen werden Seltersweg Lit. C- Nr. 184. 4) Ein braves Mädchen für häusliche Arbeiten wird auf sogleich gesucht- Das Nähere bei der Erped. d. Bltts. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. . 69) Ein älterer Herr sucht Zimmer mit Cabinet, womöglich unmöblirt, für letzt ■ oder Ostern. Näheres unter Preisangabe bei der Exped- d. Bltts. ______________ 36) Auf eine Ziegelei wird für die Dauer von sechs Jahren ein mit der Ziegelbren- in-ivt iiinprlniftoei? Rtann, welcher gute Zeugnisse besitzt , gOUchT _ Der- selbe erhält in der Ziegelei freie Wohnung, । etwas Land zu seinem Gebrauch, und außerdem noch Futter, um einiges Vieh halten zu können. Alles Uebrige nach Ueberem- kunft. Franco - Offerten werden von der Erped. d. Bltts. entgegengenommen.________ „ August Heß, „ Professor Dr Köllner, „ Musikdirector Mickler, „ Professor Dr. Phoebus, „ Kaufmann Pistor, „ Adoocat Dornseiff, ., Oberftlieutenant Gandenberger, „ Geh. Justizrath Dr. Wasserschleben, „ Obereinnehmer Schuster, Frau Geheimerath Dietz, Herr Georg Wortmann, „ Geheimerath Weber, „ Georg Reiber, „ Fabrikant Haustein, „ Realschuldirecror Dr. Stein, „ Rcchnungsintendant Reuning, „ Bürgermeister Vogt, Fräulein von Haxthausen. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten b. W. Drctz. des Nordd. Lloyd >ain", welches am 18. December 1869 von B^nwnd^^gou?geN waro Ä 31. December, 9 Uhr Morgens, wohlbehalten in ^et^Bork^ang^^^,^ beg Nordv- Lloyd „Deutschland", welches am 23. December 1869 von Newyork abgegangen war, ist am 3. ^anuar 1870, 7 Uhr Abends, wohlbehalten in Southampton, unweit Eowes, emgetroffen und hat um 9 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt. __________________________________________________ Das Hamburg-New-Yorker Postdampfschiff „Cimbria", Capitain Haack, am 21. Decbr. von Newyork abgegangen, ist nach einer Reise von 9 Tag. 16 St. am 31. Deebr. 6 Uhr Abends in Plymouth angekommen, und hat, nachdem es daselbst die Verein. Staaten - Post, sowie die für England bestimmten Pasiaglere gelandet, um 9 Ubr Abends die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt. 7d Passagiere, 98 Briefsäcke, 1300 Tons Ladung, 40,279 Dollars Contanten. Hamburg, den 1. Januar 1870. grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Neuerwall, 50 ; Linsen. Erbsen Spelz. Gerste. Auf dem LDiTtO Markt Ipreis Markt preis fl^kr. .r L \L\tx kr. fl- fl. fr. fl. kr. fr fl. M M. M. M. M. M. 32 4 4 Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. 8 40 7 6 7 7 3 2 Auf dem Markt M. 1 1 M. 1 Mü.- preis M- 1 39 2 3 MM preis Mt.- preis Aus^Eem Markt Auf dem Markt M. 1 2 9^30 9 50 Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Wicken. | Kartoffeln, j Auf dem Mit.- Auf dem lMit.- o IdT Hafer. Auf dem Markt Mit.- preis auf- gef- ’S «■ kr. M. — —— -- — 5 5 5 10 _ 25 5 3 15 10 5 34 — 22 5 27 Fruchtmärkke. Decbr. Waizen. Korn. Auf dem Markt Mt^ preis Auf dem Markt Mst.- preis e: ö verk. fl. fr. Z « fl. fr. Gießen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz 18. 18. 18. 17. § 1 g 1 1 1 M- 12 105 _ 306 r. 10 — 10 30 54 — 51 M. — 15 4 M- — 15 51 1 206 | 00 00 Ci 1 2 l(i 54 len l eine jl.ll. llflD ras Aib fle|l< Es' leist W sollt unv taue W Vitl $10 trief tert selb ?au fein Sli Dl Ei bei »Pf in den w m Si 31 daj gen hei mö au fltf nei W fi« £E de fit no B fie un lei TU « g fl be zu gr fic ai de D Hi de ai ai 3 !l|il au, früher r, '•fuhren bett Arge bei 'ch'ossenex te Brön- usd durch I - N r- rhein. Sammlung vir unter start, haben. ller. cember 1869 soh/behaltm 3. Tecember nb§, wohl- sr die Reise Haack, am El- am 31. , daselbst die lelanbd, um : 75 Passa- Eie ”/8 ' 16 Ä 19l;s z 57-58 d 49 4 48-50 u 54-56 y 27'/r-E I 53-57 3 48 50 \ 27-28. Feuilleton Weibe Liebe der stolzen der unserige. 4. Januar. die sein junges Beatrice Pisano Tod Giovanni'S das Leben dieses je von der Liebe Die Blummverkäuftrin der del Plrbiseito. Novelle von F- Klinck- Leben geknickt. Man sprach in ganz Neapel von für ihren Verlobten Man bewunderte ihre größten Tollheiten hatte er und sie endlich 3. Januar. Unter den revolutionären Schriftstücken, welche bei den in Petersburg und in Moskau neuerdings ab- gehaltenen polizeltichcn Revisionen in Beschlag genommen worden sind, befindet sich auch eine von Bakunin unterzetchnele Proclamation. „An die jun- gen Brüder in Rußland", in welcher es heißt: Für uns Russen und Die Mehrzahl der polnischen Patrioten, namentlich die katholijche Adelspartei, Der Die russische Tagespresse Den größten Einfluß auf unsere Jugend zuschreibt, gibt es nur ein gemeinsames Gefühl und Ziel: der Haß gegen den Alles verschlm- genven russischen Staat und Der feste Entschluß, mit allen Mitteln Die schleunigste Zertrümmerung desselben herbeizuführen. In diesem Punkte treffen wir zusammen: einen Schritt weiter, und ein tiefer Abgrund thut sich zwischen un- auf. Wir erstreben die gänzliche Aushebung alles Staatslebens in- und außerhalb Rußlands, während sie (die Polen) von dem Wiederaufbau Des polnischen Staates träumen. Die Träume Der polnischen Staatsmänner sinD schädlich, Denn jedes Staatswesen, und wäre es noch so demokratisch nnd liberal, lastet mit (Zentnerschwere auf dem Volksleben. Diese Träume lassen sich aber auch unmöglich verwirklichen, da es Ausgabe der Zukunft ist, die Staaten zu zertrümmern, nicht auf- a $$♦ Meine Herren, verdanke, sowohl denen, welche die Armee zu Siegen geführt als denen, welche sie lange Jahre zu so großartigen Erfolgen ausgebildet und vorbereitet haben. Ein in Rovigo erscheinendes Blatt, die „Voce del Polesine" will wissen, Die österreichische Regierung sei geneigt (?), Der italienischen eine Summe von 8 Millionen Francs als „Ersatz jur Den in den Kriegen vor 1866 verursachten Schaden" auszu- 'zahlen. Die Unterhandlungen seien schon nahezu beendet, und man werde bald zur Auszahlung Dieser KriegsentschäDigung schreiten. Oer österreichische A ent v. Zulauf in Bukarest hat der fürstlichen Regierung officiell mitgetheilt, daß Oesterreich bei der Pforte Die Anerkennung Des Titels „Rumänien" statt „Donaufürstenthümer" beantragte. Eine schwerwiegenDe Anklage gegen Rußland findet sich in Der „Triester Zeitung". „Die Panslamsten unD Die Führer Der revolutionären Partei in Der Herzegowina" , schreibt das genannte Blatt, „wendeten sich vor einiger Zeit nach Petersburg, und von Dort aus wurde auch in geschickt diplomatischer Redewendung dem Fürsten Der schwarzen Berge eine ukasübliche Deutung gegeben, Die Aufständischen jin Dalmatien) zu unterstützen, wobei zwischen den Zeilen zu lesen war, daß von der politischen Haltung des Bei dem NeujahrS-Empfange der Generalität in Berlin hielt Wrangel die Ansprache, worin er den Stolz Der preußischen Armee wegen Verleihung DeS russischen Großknuzes des GeorgS-^rdenS an den König betonte. Der König erwiederte: Ick) vanke Ihnen für D e Namens Der Anwesenden ausgesprochenen Gesinnungen. Da Sie aber Der Auszeichnung erwähnen, welche Se. Maj. Der Kaiser Rußlands Mir hat zu Theil werden lassen, so muß Ich hier aussprechen, daß Ich diese sowohl als die Worte des Kaisers, welche dieselbe begleiteten, nur Ihnen, zubauen. Die polnischen Politiker verurtheilen durch ihre dem Volke verhaßten Träume ihr Vaterland zu neuem Verderben, und sollte es ihnen. mit fremder Hülfe z. B. gelingen, den polnischen ^taat auf den Grundlagen der Adelsprivilegien und des persönlichen und erblichen Grundeigenthums wieder aufzubauen, so würden sie insofern unsere Feinde werden, als sie die Unterdrücker des eigenen Volkes waren. Wird dies der Fall fein, so werden wir ihnen den Krieg erklären im Namen der allgemeinen nationalen Frei- heit und Lebensentfaltung. Bis dahin sind wir^achte Freunde und Gehülfen; denn ihre Sache, Den Sturz des russischen CzaarenthumS, ist vor Allem auch die die schöne Beatrice Pisano, die Geliebte Ded. armen MusiklehrerS. War es ein Wunder, daß Nicolo Porpera einige Augenblicke schwankte? Aber dann wandte er* sich von dem verführerischen Anblicke ab, der Gedanke daß dieses Weib ihn wenigstens anfänglich betrogen, gab ihm seine Ruhe wieder ^.Nur^inige Minuten dauerte es, dann erhob sich Beatrice. Sw sprach kein Wort mehr, sondern zog Den Schleier über ihr scbones, bleiches Ant tz und verließ Die Stube und gleich darauf das Haus des Maestro Porpera, um Diese Liebe, Die Den nicht ertrug7'ab!r'Niemand fand den Faden, der sich durch glänzenden, jetzt erloschenen Sternes zog — Niemand hatte der schönen Beatrice für den armen Musikmeister gehört. Als Nicolo Porpera von dem Schritt Der Signora Beatrice vernahm, tie unter dem Namm Schwester Giovanna in den da« Kloster zum Herzen crcfu etnaetreten war, durchzuckte ihn ein tiefer aufrichtiger Schmerz. Ob sie ibn dennoch so geliebt, daß sie nicht von ihm lassen konnte. Dann sah er sie vor sich die herrliche Gestatt mit dem seinen edlen Gesichte und den herrlichen Locken und ein wahnsinniger Schmerz preßt- sein Herz zusammen. War denn ihre Sünde so groß gewesen — größer als ihre Liebe < , Wie ein finsterer Schatten zog sickf die Erinnerung an Beatrice Durch Porpem'S ferneres Leben; denn als er zwei Jahre spater eines Tages den Kwchbof betrat, fab er einen frisch aufgeworfenen Grabhügel ohne einen Kranz, ohne eine Blume, ohne irgend welches Liebeszeichen. Nur ein einfaches Sand- stein-Kreuz trug den Namen: „Schwester Givvanna. War cä Beatriaee Pisano, die dort Rahe gemnden. cs nie wider zu betreten. So hatten Denn jene Singübungen ihr plötzliches Ende erreicht. Beatrice sprach zu Giovanni kein Wort davon, wie es gekommen, sie sagte ihm nur, daß sie nie mehr hingehen wurde. Da flog ein glückliche« Lächeln über sei bleiche« Antlitz und er gab sich kurze Zeit der sußm Hoffnung hin, dass nun noch Alle« gut werden wurde, aber wenn er dann di- bleichen Wan- aen feiner Beatrice sah, dann wußte er, daß feine Ahnung ihn nicht betrogen, laß der Maestro Porpera ihre Liebe verschmäht hatte und sie sich nie mehr von diesem Schlage erholen würde. * , , _ u . Nein, sie konnte sich nie mehr von diesem Schlage erholen. Trotz der auSaereichnetsten Aerzte, trotz der weiten Reisen, die ter Marchese Pisano für die Gesundh >t seiner Tochter unternahm, wurden ihre Wangen immer bleicher, ihr Auge matter. Da gab e« keine Hülfe, leiste Rettung, und wenn d,e Aerzte es dem Vater sagten, daß ein geheimer Kummer an dem Herzen seines Kindes nagt dann lach e Beatrice hell auf. Aber es war nicht das silberne Lachen von vordem, sondern hart und rauh, als habe ein eisiger Nord ihr Organ aestreist Sie leugnete jeden Kummer, selbst vor Giovanni, der ,etzt oftmals bet' ihr war und seine leisen, wehmüthigen Klänge der Mand°l>ne erl°nen l,-ß, dann weinte Beatrice, dann flössen die Thrarwn stromwei« »berühre Wangen, unv sie dankte Giovanni für seine Liebe und Gute. Aber alles Bitten seinerseits, ihn doch noch einmal eines ,ener sußenLie- der Horen zu lassen, die sie ihm früher so oft gesungen, blieben erfolglos - ^°'u"d^doch einmal sang sie noch, als Giovanni starb. Bon 'hrer sußen Stimme einqeschläfert, schloß er müde die Augen, und als sie geendet Hütte, da borttle chn leise sagen - „Meine Beatrice!" Dann war es still in dem Gemache, nur ihr laute« Schluchzen wurde gehört — sie Ware doch woh a’üSer geworden, wenn sie niemals den Maestro Porpera gesehen hatte. 8‘ Nicht^lange nach dem Tode Giovanni'« trat Beatrice als Nonne m den O-den zum Herzen Jesu. W-d-r die flehenden Bitten noch di- Drohungen ibres Safer« hatten sie von diesem Schritt zuruckzuhalten vermocht — sie sagte nur das könne sie heilen. Und Beatrice mochte wohl Recht haben. See übtte sich nach Giovanni'« Tode unendlich einsam und verlassen; er war ihr A als Baker und Bruder gewesen. Für i- Tollheiten batte er eine Entschuldigung gehabt, ihre Launen mit Geduld erttagen getröstet, obgleich sie cs zum Thei7 mit gewesen war, gegenüber^ mjr fElbp JU sagen, Signora Pisano? Ihr kommt selbst "mir zu sagen, daß Ihr mich betrogen habt, daß ich een Spielball Eurer Launen gewesen bin? Ihr sagt es selbst, daß eine Lüg- in Euren Augen für f'inC Beatnc?war .odteubleich geworden. Wankend erfaßte sie die Lchne eine« ^"""Nic7°!^stöhn.Ne."' „Ist das Deine Liebe, di- Du mir gelobt's" "Ihr irrt, Signora," entgegnete Nicolo falt, „meine Liebe galt ter armen Blumenverkäuferin Violetta - Ihr, die mir rein und u"^u^v°llwieein (Snael acacnübcrtrat. Violetta habe ich geliebt, Wie je cm Weib ge lebt wer bei? konnte, ihretwegen hätte ich mit Freuden mein Leben, meine Seligkeit ge- nufert — die stolze Beatrice Pisano kenne ich nicht." „Stolz," murmelte Beatrice mit einem bitteren Lächeln. „Er nennt mch in tiefem Augenblick stolz, wo ich, eine Bittende, vor ihm stehe. O, OTicolo, denke an den Augenblick, wo Du mir sagtest, nicht Himmel, nicht Holle solle Un6 ^Himmel und Holle trennen uns nicht," entgegnete Nicolo kalt, „uns trennt" die Lüge — da« Erbärmlichste, was zwei Menschen trennen kann. Geht, bflbt weni(; an rer Liede eine« armen Singm-isterS verloren, 'Xbt werdet Ersatz in einer andern Liebe finden und Euch dann glücklich schätzen, daß meine Kattblütigkeit Euch fernere Reue ersparte. Wer «tr habt Jhr Alles genommen, nicht allein meine Violetta, auch meinen Glauben an die Mensch heit — da« Höchste, was ich bis jetzt mein eigen nannte. Ich »ergebe Euch, •**ÄS6ÄS?* *> ™" '»»»!' s™6" tz- auf da« Sopha zurück; der Schlag gegen ihren Stolz unv ihre Liebe zugleich gesuhtt, war zu b«>. Weib, was je feine Augen sahen, schö- ner al« seine Violetta in dem kurzen Röckchen, die das blonde Haar, da« fessello« in Ringeln über Beakriccns Nacken floß, in zwei Flechten zusammen, genestelt trug Es bedurfte nur eine« Wortes von ihm, und |te war v,e ferne, (Schluß.) Der Abend dämme.te Herrin; der Mond sandte feine gespenstischen Schatt een durch die Straßen von Neapel. Dicht an den Häuserreihen entlang glitt eine Fraiiengestalt und hielt endlich vor dem Hause de« SingmersterS Porpera still Sie öffnete cie Thür, stieg behutsam die engen knarrenden Treppen hinan uno b ell endlich athemloS vor der Thur an, die zu dem Arbeitszimmer Meisters führte. Einen kurzen Augenblick zögerte sie und preßte die Hand au, TxAä mitb voebenDe Herz uno Dänn Irak fik ein- Das Rauschen des schweren Seidenkleides ließ Nicolo Porpera von seiner Arbeit aufieyen, und verwundert blickte er auf die dichtverschleierte Frauen, ji !r b,(C Kfat langsam ihren Schleier zurückichlug. Ein leichter <5d)ru ent* fcblüvfte Nicolo's Lippen, er erkannte seine Schülerin, aber auch Beatrice Prsano. L fliitte und flimmerte ihm vor den Augen. Was bedeutete dies? N.ch die leiseste Ahnung des richtigen Zusammenhanges tauchte in ihm auf, ein wildes Chaos von Gevanken war Alles, was sein Gehirn Durchwühlte. Nioleita!" sagte er endlich leise. "Nicht Violetta, sondern Beatrice," hauchte diese, indem sie ihren wcidjen, „ollen" Arm um seinen Nacken schlang. „Ahnst Du denn nrnjt, daß Violetta UnC ^Bioletia^uiid Beatrice L"' murmelte Nicolo Porpera tonlos, und aillmählig taucktt Die Erinnerung an jenen Tag in ihm auf, wie Die schone S'gnora Pisano zu >hm gekommen war, um feine Schülerin zu werden, und er ihr die ^'“‘iSbt^la^iu^flleidjer Zeit fühlte er mit der ihm eigenen Strenge, daß er das Opfer eines Betruges geworden war, daß cs niemals eine die er aeliebt, gegeben, sondern er Der schonen Signora Bea- irice nur bin Spielball ihrer Launen gewesen. Wild austpringend, schttu- verte er ihnn Arm von sich, unv Dann stand er Drohend Dem schonen----- Fürsten der fernere Bezug der JahreS-Subvention abhängt." (Der Fürst Nikita bezieht von Rußland jährlich 8000 Ducaten.) Der russische Consul in Ragusa, fügt Vie „Triester Ztg." hinzu, habe sich alle Mühe gegeben, den Intentionen seiner Regierung Geltung zu verschaff.n, doch habe ihm der Fürst, von Oesterreich und der Pforte eingeschüchtert, zur Antwort gegeben, „wenigstens vorläufig" müsse Montenegro, wenn eS nicht seine Selbstständigkeit ver« lieren wolle, fich einer stengen Neutralität befleißigen. AuS Konstantinopel wird officiös gemeldet, der Sultan verlange die Auslieferung von 200,000 Gewehren und sechs Panzerfregatten von dein Khedive laut einem-Versprechen desselben. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind, nach dem neuesten Bericht des Kriegsministers, in militärischer Beziehung in 12 Departements und 3 Distrikte getheilt, welche wieder in 4 große Abteilungen zerfallen. Die Armee besteht gegenwärtig aus 25 Regimentern Infanterie, 10 Regimentern Kavallerie, 5 Regimentern Artillerie, 1 Jngenieur- bataillon und dem Cadettencorps. Der comman- dirende General empsiehlt eine andere Organisation der Jnfanterieregicmenter, durch welche die gegenwärtige Stärke der Armee von 52,224 auf 42,650 Mann, die Effektivstärke von 34,842 aus 29,752 Mann vermindert werden würde. 5. Januar. Die „Berliner Börsenztgt." schreibt: Einige Aufmerksamkeit erregt es, daß zum neuen Jahre die diplomatischen^Vertreter Preußens an den Süddeutschen Höfen ihre Beglaubigungsschreiben als gleichzeitige Gesandte des Norddeutschen Bundes abgeben. Bekanntlich wurden, als vor einem Jahre die Preußische Diplomatie im Auslande mit dem Charakter der Bundesdiplomatie bekleidet wurde, eine Ausnahme nur für die Südstaaten gemacht, und wurde dieses Verfahren dahin aufgefaßt, daß Süddeutschland ge- genüber^dem Norddeutschen Bunde nicht der Charakter des Auslandes beigelegt werden sollte. Die Stellung Süddeutschlands zu Norddeutschland sollte in Rücksicht auf die dereinst zu schaffende internationale Verbindung als eine engere betrachtet bleiben. Dem entsprechend wird der Schritt, welcher gegenwärtig geschieht, dahin interpretirt, daß der Norddeutsche Bund den Gedanken der Schaffung eines weiteren oder engeren internationalen Bandes zwischen Norden und Süden einstweilen aufgiebt und zwischen den Südstaaten und dem Auslande fernerhin keinen Unterschied zu machen gedenkt. Andere Conjecturcn kommen zu dem entgegengesetzten Schluffe und wollen in der Beglaubignng der Preußischen Gesandten als Bundcsgesandte ein Anzeichen dafür sehen, daß der Bund für die nächste Zukunft eine aclivere Einflußnahme auf die politischen Verhältnisse der Südstaaten anstrebt. Der Berliner Correspondent der „Elberf. Ztg." hält beide Conjecturen nicht für zutreffend und glaubt, wohl mit Recht, daß der einzige Grund zu dieser Maßregel in den preußischen Etatsverhältnissen zu suchen ist. Da mit dem 1. Januar 1870 der Etat des preußischen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten auf den Bund ü ergeht, so erfordert es ebensowenig die Gleichförmigkeit, als tas Interesse der preußischeu Finanzen, jene Gesandtschaftsposten nicht auf dem preußischen Etat zu belassen. Politische Schlüsse dürfen aus diesem Umstande vorerst nicht zu ziehen sein. Statt eines Rückblickes auf das vergangene Jahr bringt das Siecle eine Uebcrsicht dessen, „was für 1870 versprochen wurde." Diese Zusagen sind: 1) Stellung der Presse unter das einfache gemeine Recht, Abschaffung des Stempels und der Caution: 2) Reform nicht bloß der Preßgesetze, sondern auch des Gesetzes über die Wahlen; 3) Aufhebung des Artikels 75 und Herstellung ter persönlichen Ver- antworilichkeit der Beamten; 4) Ersparnisse im Budget; 5) eine strenge Revision der Finanzgesetze; 6) ein gutes Municipalgesktz; 7) ein wirksames Gesetz über den unentgeltlichen Unterricht mit Schulzwang, damit der schimpfliche Mangel an Volksbildung, der jetzt bei einem Fünftel von Frankreich vorhanden, aushört. Wenn diese Gesetze ehrlich und redlich zu Stande gebracht werden und ins Leben treten, „so kann 1870 noch ohne Stürme vorübergehenim anderen Falle „würde Frankreich sich nothgetrungen dem Unbekannten in die Arme werfen." Wie die Madrider „Polltica", übrigens ein dem Herzoge von Montpensier ergebenes Blatt, versichert, hat Prim eine schriftliche Depesche von Montcmar aus Florenz empfangen, welche die Benachrichtigung enthält, daß der König Victor Emanuel zu der Can- didatur seines Neffen Thomas seine Genehmigung nicht ertheilen könne, indem das italienische Minlste- riumdem Plane einhellig entgegentrete. Die Italien. Pr-sse widmet ihre Aufmerksamkeit zur Zeit vornehmlich dem öeumenischen Concil. Besonders Redaction, Druck i eingehend beschäftigt fich die „Jtal. Corresp." mit dem jüngsten Vorgehen des apostolischen Stuhls, welcher einerseits durch den Erlaß neuer Bestimmungen in Betreff der Exkommunikationen lalae sententiae, andererseits durch Anordnung einer militärischen Revue über die päpstlichen Truppen zu Ehren der in Rom versammelten Kirchenväter den Zorn des hochofficiö- sen Blattes gereizt hat. lieber die neue Bulle Pius IX. urtheilt dasselbe, folgendermaßen: „Dieses Aktenstück hat eine Tragweite, die nicht unbeachtet bleiben darf; es präjudicirt einem Dogma, welches erst verkündet werben sollte, dem von der päpstlichen Unfehlbarkeit, und schmuggelt in den katholischen Glauben die absurden Verurtheilungen des Syllabus ein. Es präjudicirt der Unfehlbarkeit, denn der Papst pro- mulgirt diese neue Constitution „aus eigenem Antriebe, aus seinem untrüglichen Wissen und aus der Fülle seiner apostolischen Machtvollkommenheit. Ist nun dies Alles nicht bereits die persönliche Unfehlbarkeit, vom Papste selbst verkündet?" Der von der Regierung inspirirte Artikel schließt mit folgenden Worten: „Einem Feinde, der mit solchen Waffen vorgcht, muß man mit Waffen derselben Art begegnen. Da er die Theologie zum Angriffsfelde wählt, muß man sich auf demselben vcrtheidigen. Will man Italien durch eine mit dem Modelle asiatischer Despotismen gegründete Kirche vernichten, so gibt es zur Vcrtheibigung nur Ein Mittel: die Gründung der Kirche auf dem entgegengesetzten Principe." „Civilta caltolica" bringt einen längeren Artikel über die Stellung der Regierungen gegenüber jdem Concil, in welchem gegen Rußland die stärksten In- vectiven geschleudert werden. Das Blatt sagt: Die Regierungen haben das Coucil weder begünstigt noch demselben geradezu Hindernisse bereitet, ausgenommen das schismatische Rußland, welches dem einzigen polnischen Bischöfe, der noch nicht ermordet oder nach Sibirien deportirt wurde, verboten hat, nach Rom zu kommen, um von den Leiden einer Nation von Märtyrern zu erzählen. Eine einzige Regierung, die des großherzigen Frankreich, welchem die ganze katholische Welt zu Danke verpflichtet ist, zeigte sich wohlwollend, indem sie in den päpstlichen Staaten die Besatzung ließ, welche eine sehr starke Garantie für die Aufrechterhaltung der Ruhe während des Concils ist. Preußen. Berlin, 24. Dec. Die Stadtverordneten von Berlin haben am 21. b. einen Beschluß von allgemeinem Jntcreffe und großer Tragweite gefaßt, nämlich ihrerseits den Paragraphen der preußischen Verfassung, welcher die Unent- geldlrchkeit deS VolkSunterrichls verheißt, vom 1. Januar 1870 an in s Leben treten zu lassen. Da dieser Beschluß nur die Bestätigung eines von der gemischten Deputation der Com^ munalbehörden unterbreiteten Antrages, der bereits vom Magistrat genehmigt worden ist, so wird vom 1. Jan. an kein Schulgeld mehr für den elementaren Volksunterricht, weder in den Eommunalschulen noch in den Privatschulen Berlin'S, insoweit in dieselben Kinder von den städtischen Schulcommissionen gesandt werden, erhoben werden. Berlin, 29. Dec. In der Frage wegen Zulassung von Realschul Aditurienten zu den akademischen Fachstudien hat vor Kurzem auch die Universität Halle ihr Gutachten abgegeben. Wie verlautet, sind sämmtliche Facultäten derselben einmuthig gegen die Zulassung. DaS Votum dieser Universität enthält namentlich den Ausspruch, daß die auf Realschulen erlangten Kenntnisse meistens lückenhaft seien und daß den Realschülern diejenige allgemeine wissenschaftliche Vorbildung fehle, welche nicht allein für die Facultätsstudien, sondern auch für die spätere Lebensstellung der Studirenden sich als eine Nothwen- digkeit erweise. — Für die Zulassung der Realschul-Abiturienten zu Universiiätsstudien hat sich in Königsberg die medicinische Facultät einstimmig, die philosophische mit großer Majorität ausgesprochen. Innerhalb der letzteren namentlich Prof. LehrS, der bekanntlich einer der ersten jetzt lebenden Philologen ist. Von den anderen bisher bek'unt gewordenen Gutachten der Universitäten lauten die von Bonn und Breslau unbedingt ablehnend; in Greifswald hat sich die medicinische Facultät unbedingt für Zulassung, die philosophische für Zulassung zu dem Studium der mathematischen, Natur-, Staats-, Eameral- und Gewerbswiffenschaften ausgesprochen. Düsseldorf, 26. Dec. Der „Essener Ztg." zufolge ist vorgestern die Verhaftung deS Stabsarztes deS 39. Regiments, Fr-- wegen Betheiligunq an den Bochumer Untersuchungen betreffend Beihulfe zur unerlaubten Befreiung vom Militär erfolgt. Es sollen jetzt im Ganzen 29 Verhaftungen von Militärärzten in dieser mehr wie trüben Angelegenheit erfolgt sein. Württemberg. Waldsee, 2. Jan. Eine VcMSUN- lupfl der deutschen Partei deS oberschwäbischen Gaues, die in Waldsee tagte, hat erklärt: 1) Die nationale Einigung Eüd- deutschlandS mit dem Norddeutschen Bund ist nöthlg zur Sicherung der Zusammengehörigkeit und zur Gesundheit im Innern; 2) mit dem KiiegSdienfigesetz von 1868 ist b:e deutsche Partei völlig einverstanden, weil eS Deutschland sicherstellt und die Rückkehr veralteter Zustände hindert; 3) die Pflicht der Regierung iß eS, unzweideutige Stellung gegen alle undeutschen Bestrebungen zu nehmen. Frankreich. Paris, 31. Dec. DaS „Journal ofsiciel" hat gegen Erwarten noch keine Liste deS neuen Ministeriums gebracht. — Traupmann ist durch den Spruch des Gerichtes zum Tode verurtheilt worden. Paris. Ein Herr E. F. Gambon, früher Richter und nach dem 2. Dec. deportirt, einer der radikalsten Redner der öffentlichen Versammlungen, hat auf eine an ihn ergangene Vorladung ein in den Annalen der Justiz gewiß beispiellos da- st.hendeS Schreiben erlassen, dem wir folgende Stellen entnehmen : — — — Ich werde ebenso wenig Ihrer Vorladung Folge leisten, als dem vorangegangrnen nicht motivirten Be- ld Verlag der Brühl'fchen Unio.-Druckerei (Fr. Chr. P fehl des Untersuchungsrichters, Herrn v. Lucry. Ich liebe weder die geheimen Untersuchungen, noch die Debatten bei verschlossener Thür. — — Als Republikaner stelle ich mich niemals freiwillig den Richtern Louis Bonaparte's, des Meineidigen vom December, deS AufreizerS vom 20. Juni, des Meuchelmörders von Ricamarie und Aubin. So viel Ehrfurcht ich vor den Richtern Frankreichs habe, ebenso wenig neige ich mich vor den Richtern eines Menschen und eines solchen Menschen! AlS Bürger erkenne ich Sie nicht als meine Richter an. Gegenwärtig haben Sie nicht mehr das Recht, Uriheile zu sprechen. Ihre Verfassung hat, nachdem sie von den ergebenen Dienern des Senats verändert, von Ihrem Herrn aber am 26. October zerrissen worden, zu bestehen aufgehört.-- Italien. Florenz, 1. Jan. Auf die Glückwünsche zum Jahreswechsel, welche dem Könige eine Deputation des Parlaments darbrachte, erwiederte der König, er hege den Wunsch, daß die finanziellen Schwierigkeiten durch ein gemeinschaftliches Einvernehmen gelöst werden möchten. In der Deputation war die Linke durch zahlreiche Mitglieder vertreten. Vermischtes. Aus dem Kreise Groß-Gerau, 20. Dec. Die Gemeinde Biebesheim hat 3 Schulen. Die beiden ersten Lehrer find Männer in den 70er Jahren und zählt der ältere — Roth — bereits 56 Dienstjahre, die er zum größten Theile in der Gemeinde verlebte. Nunmehr möchte der würdige Veteran seinen langjährigen und gesegneten Wirkungskreis verlassen und den Rest seiner Tage in Ruhe verleben. Auf eine dieSfallfige Anfrage Seitens des Großh. Kreisrathes erklärte fich der Orts- vorstand sofort und gern bereit, ihrem alten treuen Lehrer Wohnung und vollen Gehalt als Pension zu belassen, wogegen derselbe dem an seine Stelle ernannt werdenden Vikar nur ein Stübchen rinräumen möge.. Ehre der Gemeinde Biebesheim! Möchten sich andere Gemeinden, so lange wir ein PenfionSge- setz entbehren, an ihr ein Vorbild nehmen! W Friedberg. Am 1. Jan. Abends 11 Uhr wurde hier ein . prachtvolles Nordlicht beobachtet, welches etwa 10 Minuten lang, bald stärker, hald schwächer, den nördlichen Himmel in dunkclem Roth beleuchtete; einmal, fast mit dem Glockenschlage eilf, sah man, jedoch nur auf einen Moment, gleich einer entfernten riesigen Rakete, eine Helle Lichtgarbe aus dem dunkeln Roth des Nordlichtes hoch in den Nachthimmel emporstrahlen. Frankfurt, 3. Jan. Am Neujahröabend wurde einem hiesigen Familienvater die Wiege gestohlen; das Kind jedoch wurde vom Diebe nicht annectirt. Am NeujahrSabend prügelte auf dem Judenmarkt ein Mann seine Frau zum JahreSabschied und als Willkomm im neuen Jahre dermaßen durch, daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach das eine Auge einbüßen wird. Die Reue über die That kam zu spät, da eine Untersuchung im Gange ist. — Ist daS ein Neujahrsgeschenk? Paris, 28. Dec. Der Zudrang des Publikums zum Justizpalast, wo heute der Pr«ceß gegen Traupmann begonnen hat, war anfänglich nicht sehr bedeutend. Unter den Personen, welche sich dort eingefunden, befand fich ein Bauer in blauem Kittel. Derselbe begehrte auch Einlaß und erhielt ihn zum Erstaunen Aller, obgleich er nickt als Zeuge vorgeladen war, noch eine Karte hatte. Man berücksichtigte nämlich sein Begehren, weil et eS war. welcher den Acker, auf welchem die schreckliche That verübt wurde, auf Befehl der Justiz umgepflügt hatte. DaS innere deS Saales war schon lange vor 10 Uhr vollständig angefüllt; eine große Anzahl Personen fanden keinen Einlaß mehr, obgleich sie Karten hatten. Beim Eintritt in den Saal fielen sofort mehrere große Tische auf, die sich inmitten deS Saales befanden und auf denen die UeberführungSgegen- stände aufgelegt sind. Man bemerkte die Kleider der Madame Kinck und ihrer seckS Kinder, darunter die der kleinen Hortense, dann das Stück Brod und die Wurst, welches die Kleine noch in den Händen hatte, als man sie aus der Grube hervvczog: ferner die Schaufel, die Art und das Messer, mit welchen der Mörder sein Verbrechen auöübte. Diese Gegenstände, besonders die Kleidungsstücke der sieben oder vielmehr acht Opfer, machen einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden, besonders auf die sehr zahlreich anwesenden Frauen, von' denen viele sich die Thränen aus den Augen wischten. Das Gedränge im Saale wurde nach 10 Uhr furchtbar, besonders als sich eine Anzahl Advocaten mit Gewalt eindrängte. ES entstand ein Tumult, der fich erst legte, als der Hof — eS war halb 11 Uhr — angekündigt wurde. Der kaiserliche General-Procura- tor Grandperret und der General-Advocat Merveilleur Duvig- naur, so wie der Vertheidiger Advocat Lachaud nahmen zu gleicher Zeit ihre Plätze ein. Gegen 11 Uhr wurde der Angeklagte eingeführt. Seine Ankunft erregte eine immense Sensation. Alle Welt erhob sich, um ihn besser zu sehen. Traupmann ist von kleiner Statur, mit schmächtigen und jugendlichen Gliedern. Sein Gesicht ist mager und abgemattet, sein Teint t»otzdem nicht sehr bleich; die Ohren sind an den Rändern ge- rölhet. Sein Blick, ohne scheu zu sein, ist nicht eben fest, da Aller Augen auf ihn gerichtet sind. Am häusigsten läßt er seinen Blick zu den Gesch)vorenen hinüberschweifen. Von vorn betrachtet, steht et wie ein Knabe aus, aber fein Profil zeugt von Energie. Seine feingeschnittene Adlernase springt kühn mitt der gewölbten Stirn hervor und fein Auge ist im Profil von großer Festigkeit. Der untere Theil seines Kopfes ist ordinär. Der Unterkiefer hängt am Kopfe wie der eines wilden Thieres. Sein dichtes Haar ist über die Stirn weg- und hinter die Ohren gekämmt. Auf der Oberlippe sproßt ein wenig Bart, wie auch ein Flaum das Gefickt umgiebt. Gekleidet ist er wie ein Arbeiter, trägt einen etwas abgenutzten schwarzen Ueberrock, eine dunkle Sammtweste und eine Halsbinde mit umgeschlagenem Hemdkragen. Sein Halö ist'stark und ziemlich lang. Sechs GenSd'armen bewachen ihn. Der Greffier lieft hierauf den Anklageakt vor. Der Angeklagte hört denselben ruhig an und bleibt selbst bei den gehässigsten Stellen desselben vollständig gleichgültig. Nur scheint er verwirrt und wird bleich, als von der Jntrigue die Rede ist, die er gemacht, um sich dos Geld auf der Post von Guebwiller zu verschaffen. Die Geschworenen betrachten den Angeklagten sehr aufmerksam, aber derselbe giebt s.lbft nicht einmal ein Zeichen der Aufregung, als von den Einzelheiten der Ermordung der Mutter und der Kinder die Rede ist und erzählt wird, wie die Kleinen „Mama! Mama!" gerufen haben. Nach dem Aufrufe der Zeugen beginnt das Verhör Traupmann'S. (Da wir unseren Lesern die hauptsächlichsten Punkte deS Anklageactes schon mitgetheilt haben, so glauben wir, daß damit daS Gesammtbild der scheußlichen Thaten Traupmann'S genügend gezeichnet ist, und wir im Interesse der Moralität die daS Gemüth nur peinlich aufregenden Verhandlungen übergehen können. Etwaiges Neue, sowie die Endresultate diese« traurigen Prozesses werden wir kurz mittheilen. ietsch) in Gießen-