Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzleiberg Lit. V Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. O.Dienstag den 5. April 187« MMtLiche BeksnntWßrckNNgeM. B e k a n n t m a ch' u n g. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1870 findet zu Gießen im Rathhaussaale an den nachgenannten Tagen, jedesmal von acht Uhr Vormittags an, statt, und zwar Montag den 2. Mai Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Dorf-Gill und Eberstadt. Dienstag den 3 Mai desgleichen der Gemeinden Ettingshausen, Garbentcich und Gießen. Mittwoch den ZL Mai desgleichen der Gemeinden Großen-Buseck, Großen-Linden, Grüningcn, Hattenrod, Hausen, Heuchelheim, Holzheim und Klein-Linden. Donnerstag den S. Mai desgleichen der Gemeinden Lang-Göns, Leihgestern, Lich, Lollar, Mainzlar, Münster, Niedcr-Bessingen und Ober-Besstngen. Freitag den 6. Mai desgleichen der Gemeinden Ober-Hörgern, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Steinbach, Treis a. d. Lda. und Trohe. Samstag den 7. Mai desgleichen der Gemeinden Watzenborn mit Steinberg und Wieseck. Montag den 9. Mai Loosziehung. 1) Zur Musterung haben sich bei Meidung der gesetzlichen Strafen, die aus den nachfolgend abgedruckten Bestimmungen der Militär- Ersatz-Jnstruction für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 zu ersehen sind, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder dem Norddeutschen Bunde angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem anderen Theile des Großherzogthums Hessen oder einem Staate des Norddeutschen Bundes in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaft aufhalten; h) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- und Wirthschaftsbeamten, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehö.ten im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Hessen noch in einem anderen Staate des Norddeutschen Bundes Domicil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1850 geboren sind; ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1869, bezw. 1868 zurückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst erthcilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loosungs- und Gestellungsatteste mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter, Zurückstellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse in dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Kreis-Ersatz-Commission einzufinden. Zurückstettungsansprüche sind vor dem Musterungstermine bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei oder spätestens in dem Termin vorzubringen. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dieß durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. Das Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Kreis-Ersatz-Commission das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtige Militärpflichtige — die auswärts sich aufhaltenden schriftlich — auf Grund der ihnen k. h. wieder zugehenden Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. * r, Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Milltärpflichtigen ihrer Gemeinden anwesend zu fctn und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren zur bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger'wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deßhalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und Vorzügen. Die Verhandlungen über Zurückstellungsansprüche sind von den Großherzoglichen Bürgermeistereien, sowert es noch nicht geschehen, bald thunlichst und spätestens in dem Musterungstermine an Vie Kreis-Ersatz-Commission gelangen zu lassen. Im Anschluß an das Kreis-Ersatz-Geschäft findet Montag den 9. Mai l. I. nach der Loosziehung die Klassificirung^der Reserve und Landwehr-Mannschaften rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt. f f n .. ff ‘ f „ ,f., Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehrmänner, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, auf den bezeichneten Tag, Nachmittags 3 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 30. März 1870. Der Civil-Vorsitzende der Kreis-Ersatz-Commission des Kreises Gießen. In Vertretung: Kekule, Kreis-Assessor. Auszug aus der Militär-Ersatz-Jnstruction für den Norddeutschen Bund. §. 176. Strafe für unterlassene Meldung zur Berücksichtigung der Stammrolle, bezw. für unterlassene Gestellung zu den Musterungsoder Aushebungs-Terminen. 1) Militärpflichtige, welche die im §. 59 vorgeschriebenen An- und Abmeldungen zur Berichtigung der Stammrollen unterlassen, werden auf den Antrag der mit der Führung der Stammrolle beauftragten Behörden mit Geldstrafen bis zu 10 Thalern belegt, welchen im Falle des Unvermögens Gefängnißstrafe zu substituiren ist. 2) Militärpflichtige, welche nach den Vorschriften der §§. 71, 98 und 115 erlassenen Aufforderung, sich zur Musterung oder Aushebung vor die Kreis-Departements- oder Marine-Ersatz-Commission des Bezirks-, in welchen sie nach §. 20 gestellungspflichtig sind, zu stellen, keine Folge leisten, oder bei Aufrufung ihrer Namen im Musterungs- oder Aushebungs-Locale nicht anwesend sind, werden auf den Antrag des Civilvorsitzenden der Kreis- bezw. Dcpartements-(Marine)-Ersatz-Commission mit einer Geldstrafe bis zu 10 Thalern belegt, welchen im Falle des Unvermögens Gefängnißstrafe zu substituiren ist. 3) Unabhängig von den vorstehend ad 1 und 2 gedachten Strafen werden die Militärpflichtigen, welche die Anmeldung zur Stammrolle unterlassen, oder sich nicht vor die Ersatz-Behörden stellen, durch die in den nachstehenden §§. 177 bis 179 enthaltenen Bestimmungen betroffen, über deren Anwendung lediglich die Ersatz-Behörden zu entscheiden haben. §. 177. Folgen der unterlassenen Anmeldung zur Stammrolle, bezw. der unterlassenen Gestellung zu den Musterungs- und Aushebungs-Terminen. 1) Militärpflichtige, welche die im §. 59 vorgeschriebene Meldung zur Eintragung ihres Namens in die Stammrolle unterlassen haben, können je nach dem Grave der Fahrlässigkeit oder Absichtlichkeit, welcher die unterlassene Anmeldung zuzuschreiben ist, unter Verlust: a) der Berechtigung an der Loosung Theil zu nehmen, b) des aus etwaigen Reelamationsgründen erwachsenden Anspruchs auf Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militärdienst, vorzugsweise zum Militärdienst herangezogen werden. 2) Militärpflichtige, welche ohne einen genügenden Entschulvigungsgrund der Aufforderung, sich zur Musterung bezw. Aushebung zu stellen, keine Folge leisten, verlieren: a) die Berechtigung, an der Loosung Theil zu nehmen, b) den aus etwaigen Reelamationsgründen erwachsenden Anspruch auf Zurückstellung bezw. Befreiung vnm Militärdienst. Wer ohne einen genügenden Entschuldigungsgrund bei Aufrusung seines Namens im Musterungs- bezw. Aushebungs - Locale nicht anwesend ist, verliert die vorstehend ad 1 gedachte Berechtigung. Alle diese Militärpflichtigen werden wie unter Passus 1 bezeichneten vorzugsweise zum Militärdienst herangezogen event. als unsichere Heerespflichtige nach Vorschrift des §. 179 behandelt. §. 178. Anwendung der Vorschriften der §§. 176 und 177 auf disponibel gebliebene Militärpflichtige. Militärpflichtige, welche in den Vorjahren ihrer Loosnummer nach disponibel geblieben, sind den im §. 179 enthaltenen Strafbestimmungen unterworfen ; die Vorschriften des §. 177 finden jedoch nur in dem Falle auf |ie Anwendung, wenn sie in dem Aushebungsbezirk, in welchem sie zur Zeit der unterlassenen Anmeldung zur Stammrolle oder zur Zeit der unterlassenen bezw. verspäteten Gestellung nach §. 20 gestellungspflichtig waren, bei dem Zurückgreifen auf die Disponiblen ihrer Altersklasse, ihrer Loosnummer nach in der vorgeschriebenen Reihenfolge ebenfalls zur Aushebung gekommen wären. Sobald sie hiernach zur Einstellung gelangen müssen, gehen sie auch der Vergünstigung verlustig, welche ihnen aus etwaigen Recla- mationsgründen erwachsen würde. Frauenverein für Krankenpflege. Die auf Kosten des Vereins ausgebildete Krankenpflegerin ist nunmehr hier eingetroffen, und hat sich dem Verein zur Verfügung gestellt. Indem der Vorstand dies bekannt macht, bemerkt er, daß diejenigen, welche die Hülfeleistung der Pflegerin in Anspruch nehmen wollen, dies durch Vermittelung de» behandelnden Arztes bei der Präsidentin des Vereins: Frau Professor Wilbrand anzuzeigen haben, da die Pflegerin nur die ihr von dem Vorstand zugewiesene Pflege übernehmen darf. „ ,r £V .. Die Pflegerin darf von der Familie des Kranken keinerlei Verköstigung oder Erfrischung ansprechen, und ebenso tft sie nicht berechtigt, irgend eine Bezahlung für die geleistete Pflege anzunehmen. tr „r., . auf dem Namen des Heinrich Roth, Gerichts- schöff, stehend; Gemarkung Lich: XXII27-, XVllI/)97, auf dem Namen des Adam Metzger stehend. Hungen und Lich, den 17. März 1870. Großherzogliches Landgericht Hungen. Lich. Dr Irle. Sartorius. Oeffmtliche Aufforderunq. 1206) Da die Erbschaft des am 11.1. Mts- dahier verstorbenen Großherzo-flicheii Forst- ineisters Freiherrn Karl v. Bus eck unter der Nechtswohllhat des Inventars angetreten worden ist, fo werden alle Diejenigen , welche Ansprüche an den genannten Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche binnen sechs Wochen bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, widrigenfalls dieselben bei der gerichtlichen Ordnung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 16. März 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen- Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. - 1399) Die Abfuhr des Holzes aus dem Gießener Stadtwalde, District Hochwart, bleibt dec ungünstigen Witterung und der damit verbundenen Unfahrbarkeit der Schneißen halber bis auf Weiteres untersagt Das außer dem oben genannten District gelegene Holz kann dagegen abgefahren werden. Gießen, am 29. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bogt. 1 S°sch-He», "Schäften n ^»Sliter «»Mt zu ^ustnungs- unterlaffcn, Indien Z oder AuS- »iz |tnt>, ju 'rden auf den "lern belegt, zur Stamm- öestimmungen Zs- und Aus- e unterlassen lnter Verlust: »ienst, Aushebung zu lenst. Locale nicht als unsslhere n Strafbestim- -thebungsbezirf^ Gestellung nah >er vorgtschric-! Taigen Recla^ , Vermittelung W Bezahlung f«r $Ä ,.ss,n melden, und Sflti norlJ?»«cin« niil i#S<" „ntenin u«i« > ", K* *1 * 5 •* *0i -> Wellen (Stämme sollen 2072 Cubikf. Mulden: immerplatz, ver- Buchen-Scheidholz, IVi Stecken Wellen Lenz. 210 Dienstag den 12. April L I, bergt Prügelholz, dergl. Stockholz, Stockholz, Reisholz, 29 40 11 54 38 18 6 150 80 25 50 20 36 186 50 56 43 3900 3450 192 7 98 523 130 30 24 9 60 5 100 Reisholz, Stangenholz, Flur Nr. S/84 Astprügelholz, Stockholz 1 5 1 2 1 V/2 16675 100 8475 138 4500 11350 28 den, als: 12 Vz Stecken 36 247 247 a 218 „ Reisig, „ Stockholm Buchen-Scheidholz, Buchen- und Tannen-Prü- gelholz dergl Stockholz, Holzvcrstngenmg in der Fürstlichen Oberforsterei Hohensolms. 1531) Künftigen Donnerstag, den 7. d. M, Morgens 9 Uhr ansangend, soll im District „Eichelsberg", zunächst Hohensolms, solgendes Gehölz versteigert wer- Oeffentliche Aufforderung. 1530) Forderungen und sonstige Am sprüche an den Nachlaß des Heinrich B e ch t h o l d von Allertshausen find soge- wiß binnen 4 Wochen dahier geltend zu mach.n, als sie sonst bei Regelung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden. Grünberg, den 30. März 18/0- Großherzogliches Landgericht Grünberg. Erdmann, Landrichter. „ Buchen- w Cubikf. Eichen-Stammholz, „ Nadel- „ „ Stangenholz; District T o d m a l: Stecken Nadel-Prügelholz, Holz im Districte Heegstrauch zugleich mit zum Ausgebot. Den zweiten Tag ist der Anfang auf dein Burghain, wo nur Brennholz und einige Stangen zum Ausgebot kommen. Beuern, am 30. März 18/0. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern. Otto. n.Rtftr. 336 Acker am Krofdorfer Weg, gibt 1 fl. 44*/2 fr. Grundrente, 381 Garten am untersten Rie- 38 gelpsad, gibt 4s2 kr-Grund- 134' reute. „ Reisholz, „ Eichen-Scheid- u. Prügelholz, „ „ Stockholz, Haufen „ Reisholz, „ Kiefern-Reisholz, Eichen-Bau- und Werkholz-Stamme von 12 bis 30 Fuß Länge und 8 bis Wellen dergl. Rcisholz, „ Buchen-Forstreiser, Stämme Eichen-Baubolz von 12 bis 23 Zoll Durchmesser und 20 bis 50 Fuß Länge = 1779 Cubiksuß. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr im District „Pfaffenmark", Abth. Handschmidts- kohl. Hohensolms, am 1- April 1870. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Förster. Die Sergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 1532) Freitai, bcn 8. April 1870, des Vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben versteigert werden. Die Versteigerung beginnt des Morgens Holzversteigerung. 1456) In dem eine halbe Stunde von Laubach und längs der Schottener Staatstraße gelegenen Gräflich Solms-Laubach'- schen Walddistricte Forst wiese (Brühl) werden Freitag den 8. April l. I.: 400 Stecken Buchen-Scheidholz, Eichen- „ Buchen-Prügelholz, Eichen- „ Aspen- „ Buchen-Stockholz, Eichen- „ Buchen-Reiser (Stamm Reiser bester Qualität), Eichen-Reiser, Versteigeenngen. 951) Dienstag den 19. April d. I-, Nachmittags halb 2 Uhr. . soll auf dahiesigem Rathhaufe die der Friedrich Karl Julius Orth Ehefrau gehörige Hofraiihe versteigert werden, als: Flur Nr. oKlfir. i/in„ 6 Hofraithe bei der Kirche, gibt 4l/z kr- Grundrente. Gießen, den 7- März 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K- Vogt.__ I. A.; L. Hahn, Bezirksbauaufseher. 29 693/4 65 Vz 6 3 13V/z 60 163 45 4 24 32 52 783 65 37 1395) Veloci|»c« Pr«p°ra.) tlbraucht, ersetzt Säuglingen die Mutterbrust. , Seltersmcg. -1 (1480) dergl. Rcisholz, Buchen-Forstrciser, Fichten- und Lärchen-Bau- holz von 6 bis 14 Zoll Durchmesse, und 50 bis 90 Fuß Länge = 5441 Gießen, den 29. März 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Bogt. 6. Anlegung von----- Chaussirarbeit, veranschl. zu 95fl.l2kr., Treis a. d. Lda., den 31. Marz 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. bikfuß, 553/4 Stecken Eichen-Scheidholz, Prügelholz, 1396) Donnerstag den 7. April l. I-, Nachmittags 1 Uhr, lasse ich in meinem Hofe verschiedene Oeco- nomiegeräthschaften, als: mehrere Joche, Leitern, Pflug, Egge, Ketten, 1 Mehl- und Haferkasten, 1 Backtrog, 1 Kelter, 2 Waschbütten, mehrere Kisten, Treberfässer, zu Regenfassern geeignet, sowie eine Partie große und kleine Bierfässer, öffentlich versteigern. . Ludwig Herbert. 1476) Donnerstag den 7. April, Morgens 9 Uhr, sollen in dem Freiherrlich van der Hoop schen Walde bei Rodheim: „ T, , 40 Stecken Buchen-Scherd- u. Prügelholz, Stockholz, Nadel- „ B. Bau- und Werkh 0 lz: 8 Eichen-Stämme von 5 bis 18 Zoll Durchmesser'n. 18 bis 44 Fuß Lange = 138 Cubikfuß, 2 Nadel-Stämmc von 6 bis 10 Zoll Durchmesser u. 50 bis 55 Fuß Lange = 57 Cubikfuß, . oA 184 Eichen-Stangen von 15 bis 30 Fuß Länge = 406 Cubikfuß, 1420 Nadel-Stangen bis zu 5 Zoll Durchmesser und von 20 bis 45 Fuß Länge =» 2867 Cubikfuß, besonders zu Spa- Neuen Hagen. Holzverstcigerunq. / n s e r a t. ,261) D.,tterscdneidmaschinen ncucstcr iinb cinsachstcr Construc- j,! Deilticktanü >n,d (kualand, mit nnr 4Triebrädern im Ganzen gegenüber" 1^4 ' Süick^bl'i "englischcn Ättaschmcu, liefert unter Garantie von 2 "Preise von 48, 55, 59, 66 und 90 fl. für Handbetrieb, 5 * ' 66, 77 und 99 fl. für Rlemenbetneb zu Göpel, Wasser- oder Dampfkraft, ä *♦ trnnrn irhpr Raliustation, das Eisenwerk von P. I. Kurtz sranco jede -n ^j^^ßerg (Station Seckach, Baden). Ns Jede Maschine schneidet aus 3 und 4 Schnittlängcn ohne Diflbcr- ' Tä"» -»■/.“ »•*« 10" breit, 4'11" hoch (badisch). Wicdcrvcrkiinsern entsprechenden Rabatt. 1458) Steinkohlen, Dunggyps, Klce- saat, sowie Vnchen-Scdcidholz unter den Waldpreisen hiesiger Gegend, bet Fr. Gengnagel, in Großen-Buseck. 1526) Kleefaamen, Prima-Qualität, zu haben bei________Eduard Spier. 1326) Gewichte des Norddeutschen Bun- d°S (geeicht) empfiehlt g @ ^apstz „ Reisig, „ Ausbusch-Reisig, (anderes Laubholz), unter den im Versteigerungstermin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich dem Meistgebote ausgesetzt- Steigliebhaber, welche das Holz vor der Versteigerung einzusehen wünschen, wollen sich deßhalb an den Königlichen Waldwarter Seibel in Wilsbach wenden. Die Versteigerung beginnt tin Holzschlage bei Nr. 1 des Eichen-Stammholzes. Heuchelheim, den 1. April 1870. Der Königliche Oberförster: Frische gute Milch erhalten wir täglich von dem Hofe Graß bei Hungen und werden hierzu noch Abnehmer gesucht. A. N o l l im Stern und (1389) H. Noll in der Neustadt. 1542) Frühkartoffeln sind zu oerkau- fcn Reichensand Lit. C- Nr. 133.___________ 1537) Meinen ausgezeichneten Früh- und Spät-Saathafer bringe ich in empfehlende Erinnerung. Georg Heinrich Lony. steigert. j ji in. und IV. Klasse, ■ jiutpmu* ««.. —7 ---/ - _ r 54 bis 40 Fuß Länge und 12 bis sollen in dem Beuerner Gememdewalde fol^ Ä"/ Zoll Durchmesser, im Ganzen gende Holzsortimente versteigert werden. 2gg1 Wikfutz, worunter ein Well-!" A. B r e n n h.° 1.3 bäum und soaenanntes Krummenholz für Mühlenräder, gt/. Klftr. Eichen - Scheitholz, worunter einige Klafter schönes Kuferholz, 31/. Klftr. Eichen-Knüppelholz, 10Vz " " E^olz, Volpertshausen," den 28. März 1870. p Der Bürgermeister. Sämereien^ frisch und in guter Qualität, empfiehlt Th. Loos, Neuenweg. 1461) Mein Lager in Stroh-Decken, geringe und bessere Sorten, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Hermann Dickorö, Neuenbauen. ^Planirarbeit, veranschl. zu 76 fl. 52j kr. Steinbrechen, „ » „ 30 „ Fuhrlohn, n w ö „ du „ Chaussirarbeit, „ » y " . * ^iv ...... _..ö _.o...... Gießen, den 2. Aprii is/u. 9 Ubr im District Buchscheer und wird von Grotzherzogliche Bur«erme,stere, G.etzen. » fortgesetzt. __________________------------- Königsberg, am 1. April 1870. Verstrigrru»o von altem Bettstroh. 1541) Freitag den 8. d. Mts., -----—--------------—--- . c ba4 ÄÄ au?780 Matratzen Arbeitsvcrstelqerung. ^f bem Büreau der unterzeichneten Ver- 1478) Domwrstag den 7. April, Grotzyerzoguaie^ Bedingungen, in Aceord gegeben werden. —--------------- A. Erbauung einer Pfarr)cheuer. zu 1001 fl. 6 fr-, 1228) Dunggyps empfehlen Flick & Kroll. Nicht zu übersehen!! 1463) Bei Abnahme von 20 Pfund erlasse ich Prima - Vorschußmehl Nr. 0 per Pfd. 6 kr-, Blüthenmehl per Psd. 7 fr. M. Engel, am Kreuz. Samstags geschlossen. ______________ 1491) Eine Partie Kartoffeln und Erbsen ist zu verfaufen bei H. Becker, Neue Anlage. meistbietend versteigert werden. Zusammenfunft Morgens 9 Uhr an der Aepfelsbach. Laubach, am 30. März 1870. Thum, Gräfl. Oberförster. Holzversteigerung in der König!. Oberförsterei Königsberg. 1535) Dienstag den 12. April l. I-, Vormittags 9 Uhr, werden in dem Königlichen Staatsforste „Thalberg": 102 Eichen-Stamme von 14 bis 25 Zoll mittlerem Durchmesser, mit 6191 Cu- Feilgebotenes 1227) Alle Sorten Kleesaat, sowie Saatwicken , empf.hleii______Flick & Kröll. 1536) Frische Egmontcr Schellfische, pr Pfund 12 kr., Süße Bratbückinge, pr. Stück 2 fr., empfehlen_______I. A. Busch Söhne. 1525) Gute und schöne Setz-, sowie Eßkartoffeln, Bohnen und Linsen, verkanst Eduard Spier. 1394) Portland - Cem ent empfiehlt I- D- B a pst. 1469) Kisten und Schachteln in allen Größen zu billigen Preisen bei Georg Röber, Kreuz. 1379) Ein Stückchen Land ist -zu verkaufen. Bei wem? sagt die Erped- d. Bl. 1543) Ich beabsichtige, meinen Garten am Wismarer Weg entweder zu verkaufen oder zu verpachten; auch habe ich eine Kaute voll Mist zu verkarifen. Frau Schwan, Sandgaste. 1546) Ein Garten vor dem Neuenweger Thor, V4 Morgen haltend, in gutem Zustande und mit guten Obstbäumen bepflanzt, ist zu verleihen. Das Nähere bei der Exped. dieses Blattes. 1545) Mein Lager in ächt amtriksnischen Nähmaschinen in allen Sorten und Systemen bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. E. Cichenberg. Fvüct-tdkiefe für die Main-Weser-, Cöln-Mmvener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtliche« Formulare, fhtt zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. SR V ttt 1388) Cm braver Junge, welcher das Bäckergeschäft zu ehernen wünscht, kann 1524) Ein kleines, gut möblirtes Zirn- tn die Lehre treten bei mer ist zu vermiethen bei Carl Wallenfels, H. B- Peppler, Seltersberg. ____________________an der Wettergasse. 1544) Gut möblirte Zimmer, mit oder 1547) Allen Denjenigen, welche sich bei ohne Cabinet, sind für nächstes Semester dem am 3. d. Mts. stattgehabten Leichenbe- zu vermiethen bei E- Eich en berg, gangnisse meiner Frau „Christine Frech" ---beteiligten, sage ich hiermit meinen Herz- 1522) Eine Stube ist zu vermiethen Wall- lich sten Dank. thorstraße Lit. A- Nr. 96. Gießen, den 4. April 1870. 1523) Ein Familienlogis ist zu verrnie- --------------——(Sbriftifln Frech. then bei P- Plank, 1529) Eine einzelne Dame sucht ein in der Wolkengasse. Logis von zwei großen Zimmern und fon- 1494) Zwci schöne «roße F°nüli°nl°gis »'«-m Zubehör. NSH.«r bei nebst allem Zugehör sind anderweit zu vermiethen. Chr. Jughardt, Brandgasse. 1528) Bei Dr. Weber I ist der oberste, neugebaute Stock zu vermiethen und sogleich beziehbar. — Stallung sür 1 oder 2 Pferde kann abgegeben werden. Z J5troijl)ütc zum Waschen und Fa^onniren werden angenommen von LouiS Gail, Mäusburg. Vermischte Anzeigen 1527) Bon einem Bauunternehmer werden größere Partieen geschnittene Eichcn- bauhölzer und Bohlen gesucht. Zahlung comptant. — Adressen nimmt die Cxped. d. Bltts. sub 8. entgegen. Jeden Bandwurm entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollständig, schmerz - und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Voigt, Arzt zu Crop- peuftedt lPreußen). (531) 1550) Die Prämien des Lahrcr Hinkenden Voten für 1870 verteilen sich, wie folgt: 1. Prämie 100 Thaler — Nr. 638,768- 2. Prämie 60 Thaler — Nr. 411,562. 3. Prämie 50 Thaler — Nr. 11,597. 4. Prämie 40 Thaler — Nr. 332,760. 5. Prämie 35 Thaler — Nr. 504,124. 6. Prämie 30 Thaler — Nr. 265,033. 7. Prämie 25 Thaler — Nr. 6.06,614. 8. Prämie 20 Thaler — Nr. 535,869. 9. Prämie 10 Thaler — Nr. 503,909. Wilhelm Klee, am Nathhaus. 1549) Ich ersuche den mir bekannten Herrn, welcher am 31. März einen Hand- ziehwagen non meinem Hause weg gefahren Hat , denselben binnen zweimal 24 Stunden an mich abzulitfern, andernsalls ich ihn gerichtlich belangen lassen werde. ______________________Jean Leyerzapf. 1504) Gebrauchte Bellen kauft Meyer Rothenberger, __________________ Neu en weg.__ AuMabcnkramps,VerdMungs- schwiiche 2C. rc. Lcidciidcil wird das fast 50 Jahre segensreich wirkende Dr. med. Doeeks'sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in dir Exp d. Bl. Das Mittel ist nur dirtkt zu beziehen durch Apoth. Doccks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345) 1508) Läuimädchen, für eine Stunde tägliche Beschäftigung, gesucht. Von wem? sagt die Cxped d. Bltts___________________ 1548) Ein junger Mann von auswärts wünscht als Lehrling in ein hiesiges kauf männuckes Geschäft einzutreten. Näheres bei der Cxped. d. Bltts. 1378) Ein ordentliches Mädchen, welches sogleich eintreten kann, wird in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Cxped. d. Bl. 1557) Einen Lehrling sucht L. Weber, Schlofsermeister. ß Daheim!! Mit der nächsten Nr. 27 des H.? laufenden VI. Jahrganges beginnt ein neues Quartal dieses allgemein beliebtn illustrirten Familienblottes. Im Laufe desselben wird der Schluß des höchst interessanten geschichtlichen Romans: ^Eine (£abinrisintrigue" von Georg Hiltl, die vorzügliche Novelle von Paul Heyse: ^Das schöne Käthchm", sowie eine Menge der gediegensten Aussätze und vortrefflichsten Illustrationen unserer ersten Schriftsteller und Künstler zum Abdruck kommen. j Zu Bestellungen empfehlen sich die Fer ber'sche Univ-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. s Thriller in Gielren. (Cafv Leib.) Abonnement- suspendu. Mittwoch den 6. April 1870. Zum Benefiz für graul. Albertine S i eg n e r. Zum ersten Male: Des Teufels Antheil, ober: Die Heren-Eiche. Genrebild in 3 Akten, nach der Oper glei- eben Namens. Musik von Proy. Preise der Plätze: Erster Platz 36 fr Zweiter Platz 18 fr. Gallerie 9 fr. W. de Nolte, Theaterdirector. IIAASENSTEIfU-VOGLER Zeilungs-Annoncen-Expedilion, in Frankfurt am Main, grosse (iallusstrasse 1, im 1. Stock. Hamburg, IVeuerwall, 50 ; Berlin, Leipzigerstrasse, 46 ; Basel, Steinenberg, 29; Wien, Stadt, Neuer Markt, 11 ; Leipzig, Markt, 17, Königshaus; Stuttgart, Kronprinzstrasse, 1 B ; Zürich, Elsassergasse, 1 ; St. Gallen, Obere Grabenstrasse, 13; Genf, Place du Molard, 2. 1540) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von heute nn in den Nenen-Biiuen, ML>im Balsc r'schen Hanse, wohne. Gießen, den 5. April 1870. H Franck, Hofkappenmachcr Wö 1539) Anmeldungen zur Aufnahme in das hiesige Großherzogliche Gymnasium für das bevorstehende neue Schuljahr sind Donnerstag den 21. dieses, Vormittags von 9 bis 12 Uhr. in dem Gymnasialgebäude unter Beibringung von Zeugnissen der bisherigen Lehrer bei der unterzeichneten Behörde zu machen, worauf am 22. und 23. die Aufnahmeprüfung erfolgen wird. Der Unterricht beginnt am 25. dieses. Gießen, am 4. April 1870. Grobherzogliche Direktion des Gymnasiums daselbst. ___________________________________________________________ Dr. G ei st. Von Großherzoqlicher Oberstudien-Direckion concessionirtes Lohr- und Handels-Institut ;u EchM in der Wetterau. H84) Das Sommersemester in unserer Anstalt beginnt den 27. April. Unterricht in philosophischen und kaufmännischen Fachern durch 6 Lehrer. Man beliebe Anmeldungen recht frühzeitig an uns gelangen zu lassen. Prospekte gratis! Bamberger 8>* Heidingsfelder. 1538) Meinen geehrten Kunden hiermit zur Nachricht, daß mein Barbier - und Haarschncide - Cabinet jetzt wieder regelmäßig von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr geöffnet fein wird, und bitte ich um geneigten Besuch. Christian Frech, ________________________________________________ Heilgehülfe, Marktplatz B. 15. Anlehn der israelitischen Religions-Gemeinde Gießen. 1534) Bei der am Heutigen stattgefundenen Ausloosung sind die Obligationen Nr. 2S und 14L2 zur Rückzahlung auf den 1. Juli d. I. bestimmt worden. Die Verzinsung hört mit diesem Tage auf. Gießen, den 1. April 1870. Der Vorstand der israelitischen Religions- Gemeinde Gießen. 1533) Für die unterm 3. März 1870 vom Königlich Preußischen Ministerium conceffionirte Deutsche landwirthschastliche Vcrsicherungs - Gesellschaft für Vieh-, Hagel- und Frostschaden ttt Berlin, in Verbindung mit einer Crcdit-Bank, weiden in dem Großherzogthum Hessen für alle 4 Branchen Agenten, die mit der Dircction dtrcct arbeiten, gegen aute Provision angestellt. D Agenturgesuche sind an den Unterzeichneten franco einzusenden. Marburg, im April 1870. Der General-Agent: ______Georg E ngelhardt. Ein akademisch gebildeter Lehrer, cvangel. Confession, welcher im Unterrichten schon einige Erfahrung besitzt, wird auf 1. Mai für die oberen Classen eines Knaben-Peusionates unter vortheilhaften Bedingungen zu engagiren gesucht. Franco-Offerten mit den nöthigen Belegen einznsenden an C- Schwarz, Director der Handels- und Gewerbeschule zu Ostbofen bei Worms. " (1343) 212) D i e Kunsisärberei, Wollen- und Seidenwascherei von Frau Marie Pietsch, wohnhaft bei Hin. Friede. Graf, Nnhrungsberg, empfiehlt sich im Waschen und Färben von wollenen und seidenen Kleider st offen, Bändern in Seide und S am in t, Shawls und Halstüchern. Handschuhe werden nach der neuesten Melhode gewaschen und in allen Farben gefärbt, Federn gewaschen, gekräuselt und in allen Farben gefärbt. Herren klei- der werden gewaschen und von Flecken gereinigt. Aufträge nimmt Herr Theodor Brummer am Kreuz entgegen. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Bremen", Capitän C- Leist, welches am 16. März von Bremen und am 20. März von Havre abgegangen war, ist am 1. April, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in New Aork angckommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Donau", Capt. G- Ernst, welches am 19. März von Bremen und am 22. März von Southampton abgegangen war, ist am 1 April, 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in New-Kork angekommen. Telegraphischer Schiffsbericht. mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angekommen in New-Tsork: Das Bremer Postdampsschiff Rhein; Nessedauer 11 Tage. „ Hamburger „ Saxonia; „ 12 „ „ ,/ „ Hammonia; „ 10 „ „ Bremer „ Bremen; „ 12 „ „ „ „ Donau; „ 10 „ Angekommen in Baltimore: Das Bremer Postdampsschiff Berlin; Reisedauer 16 Tage. Den 9. ,, 12. „ 13. Abgehendr April Dampfer Weser von Bremen nach Ncw-Aork „ „ Nemesis „ Liverpool „ „ „ „ Cimbria „ Hamburg „ „ „ „ Paraguay von Havre „ „ „ M „ Frankfurt „ Bremen nach New Orleans. „ „ Baltimore „ „ „ Baltimore. Mai „ Criterion „ Hamburg „ Rio de Janeiro. Wegen Auskünften und Passagen wende man sich gef. an Obigen. $emberatuv in Gießen März 1870 • niederste........... . — 5,2» R. mittlere.................4- A.47 „ *) Mittel früherer Jahr«............4- 2.52 „ höchste................4- 11,2 „ Niederschlag: an 12 Tagen......... 0,99 Var. Zoll. „ im Mittel früherer Jabre: an 14 Tagen . . 1,39 *) 1853 betrug die Milteltemveratur d>s März — 1,00. (Hierzu eine Beilage.) vnirtks Kinie ,27- April. Iber, tT und 23 ?rbiet: und ft"» 'l°S Ä. 15. ligions- —--- Ministerium -Gefell- Berlin, lm Hessen für ' gegen gute Agent: lhardt. Erfahrung onates unter tcn mit den andels- unb (1343) tzrci u en en und ) Lammt, i nach der , Federn rrenklest entgegen. Leist, welches iar, ist am 1- t, welches am n war, ist am Anlage zu Ar. 41 des Kießener Anzeigers. F e u i l In der Verbannung. Historisches Zeit- und Sittengemälde aus dem 18. Jahrhundert von Eduard Gottwald. (Fortsetzung.) „Ihr irrt, Herr Maire," entgegnete der Stallmeister. — „Der Herr Graf ist seit zwei Jahren in Folge seiner diplomatischen Missionen außer Landes gewesen, und als wir damals Frankreich verließen, befand sich das Land unter der Regierung des fast geizig zu nennenden Cardinals Fleury wohl und schien sich zu erholen von dem Elende, welches der große Ludwig durch seine Prachtliebe und seine verheerenden Kriege, von der Roth, welche die tolle Wirthschaft des Regenten über dasselbe gebracht hatte." Der Maire wollte antworten, allein der Fremde erhob sich und trat einem Fenster des Zimmers näher, an welches er, wie lauschend, sein Ohr hielt. Die Blicke der anwesenden Bürger folgten ihm neugierig, und bald vernahmen Alle den Hufschlag eines Pferdes, welches im Carriere näher zu kommen schien und nun vor dem Gasthofe hielt, und dessen Reiter jetzt, nachdem sein Roß dem Hausknecht überlassen, die Thür des Gastzimmers heftig aufriß. Es war ein Wachtmeister der Mar^chauffee, bei dessen Eintritt die Bürger überrascht von ihren Plätzen aufsahen, während dieser vom Wirthe ein Glas Wein verlangte und nahe der Thür auf einem Stuhle Platz nahm. Ehe der Maire sich anschickte, den Soldaten anzuredcn, trat Etienne ihm näher, gab den geleerten Becher des Wachtmeisters dem Wirth von Neuem zu füllen, und sprach, auf des Reiters erhitztes Antlitz deutend: „Ihr seid scharf geritten, Wachtmeister!" „Ist auch nöthig," entgegnete dieser, sich den lang herabhängrnden Säbel fester schnallend. „Diese verdammten Hunde von Räuber haben heute Morgen La Frette überfallen und geplündert und sind dann spurlos verschwunden; werden aber wohl wieder aus einem neuen Raubzuge unterwegs sein. Ich muß daher nach Le Gaz, um die dorthin beorderte Schwadron der Maröchauffee von Lyon herbeizuführen." Nach diesen Worten leerte der Wachtmeister das ihm frisch geleerte Glas, und als der Wirth für den Wein die Bezahlung ablehnte, verließ der Reiter dankend das Zimmer, und bald darauf verklang der Hufschlag seines Rosses in der Stille des Abends. „Da habt Ihr selbst gehört," sprach nun der Maire zu dem Stallmeister des Grafen, „daß ich nicht übertrieb, als ich von der Frechheit dieser Räuber sprach, und wir werden heute Nacht noch mehr auf unserer Hut sein müssen, als bisher; denn wenn diese Hunde bis La Frette sich wagen, so haben sie dann auch nicht mehr weit bis zu uns. Daher gehabt Euch wohl, Herr Stallmeister; möget Ihr glücklich das Ziel Eurer Reise erreichen." „Habt Dank," entgegnete dieser und verließ mit den Bürgern das Gastzimmer. Während es nun im Erdgeschoß des Gasthofs leer geworden, waren jedoch die Bewohner des ersten Stockwerks noch wach. Der Graf de Croissy, ein hoher, stattlicher Mann, mit einem edlen, fein gezeichneten Antlitz, in welches aber das Alter, oder auch schwere Sorgen, seine Falten schon zu legen begonnen, saß auf einem Sopha und las in den vor ihm aufgehäuften Schriften, indcß Aim6, seine siebenzehnjährige Tochter, ein Mädchen von blendender Schönheit, aus deren feuchten blauen Augen Seelenadel und Herzensmilde unverkennbar sprachen, mit ihrer Gesellschafterin, einer lebhaften Brünette, die einige Jahre älter als ihre Gebieterin, sich mit dem Ein- und Auspacken der Reisegarderobe beschäftigte. „Aim6," rief der Graf, von seinen Schriften ausblickend, „Du wirst wohl- thun, wenn Du Dich bald zur Ruhe begibst; wir brechen morgen frühzeitig auf, und ich hoffe, daß wir nun bessere Wege finden und bald am Ziele dieser langweiligen Reise sein werden." „Und'willst Du vor Allem Dir nicht auch Ruhe gönnen?" fragte Aimö voll zärtlicher Besorgniß, und näherte sich ihrem Vater, welcher sie lächelnd auf die Stirn küßte, indeß die Gesellschafterin das Zimmer verließ. „Tag und Nacht," fuhr Aimö halb vorwurfsvoll fort, „beschäftigen Dich die Sorgen Deines Amtes, und nur selten hast Du für Deine Tochter eine freie Stunde." „In wenigen Tagen ist auch dies überstanden," entgegnete der Graf, „und wir kehren bald an die lieblichen Ufer der Duranye zurück, wo ich der Erholung leben will, und mir's fern von Hof- und Weltgewühl wieder wohl und froh um'S Herz werden soll." „Ja, wenn das würde, Papa!" rief freudig Aim6, „o, dann würde auch ich mich um so glücklicher fühlen. Aber" — fügte sie seufzend hinzu — „ich fürchte nur, der König wird Dich in seiner Nähe festhalten wollen, und wer weiß, welch* neues beschwerliches Amt Deiner schon wartet." „Ich glaube nicht, daß man mich am Hofe von Versaille gern sehen wird," bemerkte mit einem bittern Lächeln der Graf. „Indcß, mein Kind, verträume Deine Sorgen! Dein Vater ist sein eigener, freier Herr, sobald er es sein will." „Nun denn, gute Nacht!" ries 9ltmä, den Vater umarmend, und verließ das Zimmer. Als der Graf sich allein sah, ordnete er sorgsam seine Papiere, verschloß dieselben in einen nahestehenden kleinen Koffer, und wollte sich ebenfalls zur Ruhe begeben, als es eben leise an der Thür klopfte Forschend blickte der Graf auf den eintretenden Stallmeister und fragte: „Was bringst Du noch?" „Nicht viel Erfreuliches, gnädiger Herr," entgegnete dieser. „Die Räuberbanden des Mandrin hausen auf so bedenkliche Weise in der Nähe dieser Gegend, daß es gerathen sein dürfte, sobald als möglich Lyon zu erreichen und morgen früh mit Tagesanbruch von hier abzureisen," — „Also bestätigen sich die Klagen des Gouverneurs der Dauphinö!" rief unmuthig der Graf. „Marquis Agenois ließ mir gestern, als wir in Beau- l e t & n. voisin hielten, eine ähnliche Nachricht zukommen und rieth mir, eine noch stärkere Bedeckung vom Grenzzollamte aus mitzunehmen. Ich verschwieg dies Dir und meiner Tochter, weil ich mich durch das von Dir und unter Deiner Leitung stehende Geleite gegen einen Räuberanfall hinlänglich gesichert glaubte, und nicht denken konnte, daß ein Haufe verworfenen Gesindels es wagen kann, eine ganze Provinz in Besorgniß und Schrecken zu setzen." „Herr Gras," entgegnete Etienne, welcher früher mit seinem Herrn in der Armee gedient und dem Tov im Schlachtengewühl in'S Auge geschaut. „Ich stehe für die Leute, die ich mir ausgesucht, wie für mich selbst; es sind zuverlässige, erprobte Bursche, und die Schnapphähne dürften bei einem offenen Kampfe wohl wenig gewinnen; aber" — und dabei strich er sich kopfschüttelnd den langen, bis auf die Brust herabreichenden grauen Bart — „ich möchte nicht, daß die junge, zarte Comtesse den Schrecknissen eines solchen Ueberfalls ausgesetzt würde, und daher rothe ich selbst, uns sobald als möglich aus dieser Ge- gcnd zu entfernen.* „Du hast recht," sprach der Graf und reichte dem alten treuen Diener die Hand, welche dieser ehrerbietig küßte; — „brich so früh als möglich auf, Du sollst uns bereit finden; aber mit Entsetzen gewahre ich, wie traurig es im Innern unsers schönen Frankreichs auSsieht, und wie tief es zu sinken droht, wenn nicht bald eine rettende Hand den König von dem Abgrund zurückhält, dem er zueilt." „Und wie mag es am Hofe selbst aussehen? — Gewiß, gnädiger Herr, werden Sie es nicht tröstlicher finden, als zur Zeit, da Sie Versailles verließen," entgegnete der Stallmeister und entfernte sich. Der Graf aber blieb, in ernstes Nachdenken versunken, in seinem Zimmer zurück. Die aufgehende Sonne des anderen Tages fand den Gesandten nicht mehr in Dourgoin, und die Thurmuhr des Schlosses Vcrpilliere, welches drei Stunden von diesem Städtchen entfernt liegt, verkündete eben tie achte Morgenstunde, als ter Reisewagen durch ein kleines Gehölz fuhr, hinter welchem die ärmlichen, zerstreut liegenden Hauser eines Dorfes sichtbar wurden. Der Graf hatte seine Tochter von ter Gefahr nichts ahnen lassen, welcher die Reisenden unter den oben angedeutcten Verhältnissen in dieser Gegend ausgesetzt waren, und sorglos plauderte diese mit ihrer seit Jahren schon zur innigen Freundin gewordenen Gesellschafterin von alle den Ueberraschungen, welche ihrer in Versailles unb Paris warteten; oder theilte ihr flüsternd mit, wie sie noch weit mehr sich, nach jahrelanger Trennung, nach der lieblichen Heimath sehne, dort, wo in den lachenden Gefilden'der Provence, das Schloß Daubonne, von einem schönen, herrlichen Park umgeben, so lange schon der Rückkehr seines Besitzers, des Grafen de Croissy, warte, während dieser, von Atme unbemerkt, ein Kästchen hervorzog und in seine Nahe brachte, in welchem sich zwei scharf geladene Pistolen befanden, und von Zeit zu Zeit die Fenster des Wagens aufzog, um einen Blick auf die Gegend zu richten, durch welche sie fuhren, das bewaffnete Gefolge aber, eben wie in feindlichen Landen, in Vor- und Nachhut eingetheilt, den Wagen begleitete, und Etienne, bald vor bald hinter demselben sich zeigend, den Zug führte. Die Straße, welche bisher menschenleer gewesen, wurde jetzt belebter; Landleute, welche zur Feldarbeit gingen, grüßten die Reisenden und gafften neugierig dem Wagen und dessen Bedeckung nach, und schon hoffte der alte Stallmeister, daß bis hierher, nur wenige Meilen von Lyon entfernt, die Rau- berschaaren sich nicht wagen, und die aufgebotene Maröchauffee dieselben verjagt haben würden, als plötzlich ein starker Haufe bewaffneter Männer von wildem, verwegenem Aussehen aus einem Hohlwege herabstürzte und ein Theil derselben ihre Gewehre auf die den Wagen umgebenden Bewaffneten abfeuerte. Ein Schrei des Entsetzens ertönte aus dem Innern des Fuhrwerks, welcher von dem Hohngelächter zweier Räuber beantwortet wurde, von denen der Eine, mit dem Pistol in der Hand, den Wagenschlag aufzusprengen versuchte, indeß der Andere auf den Kutscher anlegte. Beide aber sanken unter Wuthgebrüll zu Boden, da in demselben Augenblick der herbeisprengende Etienne den einen der Räuber niederhieb, dessen Kugel dicht an des Stallmeisters Ohr vorbeisauste, während der Gras, das Fenster aufreißend, dem andern Räuber die Achsel zer- schmetterke, und der Schwerthieb eines der Bewaffneten, welche nun dichter sich um den Wagen schaarten, ihn zu Boden streckte. Obgleich die Räuber doppelt so zahlreich als die Bedeckung, so war die Dertheidigung doch eine so wirksame, daß bald fünf der Räuber schwer verwundet am Boden lagen, während Ton des Grafen Gefolge noch keiner gefährlich verletzt worden war, und da dem Ueber- fall ein umsichtiger Anführer zu fehlen schien, so zeigte sich bald, daß das Raubgesindel sich diesmal in ihren Feinden getäuscht, und nun zu spät empfand, wie es hier mit tüchtigen Kriegsleuten zu thun habe. Die auf der Straße befindlichen Landleute flohen entsetzt dem Dorfe zu, in dessen Nähe dieser Ueberfall stattfand, und bald ertönte von dorther das Läuten der Sturmglocke. Schon zogen die Räuber sich kämpfend nach dem Hohlwege zurück, als aus demselben ein kavaliermäßig gekleideter Mann in mittleren Jahren, mit stark gebräuntem Antlitz, hervorsprengte, bei dessen Anblick die Räuber laut aufjubelnv brüllten: „Mandrin ist da! Ergebt Euch!" und von Neuem wieder auf die Bewaffneten eindrangen, deren wohlgczieltcn Kugeln uud Schwerthieben sie zu entfliehen im Begriff gewesen waren. Der damals schon berüchtigte und gefürchtete Räuberhauptmann, welcher erst zwölf Jahre später zu Valence unter den Händen des Henkers endete, warf mit Blitzesschnelle einen prüfenden Blick auf die kämpfenden Gruppen und den Wagen, hinter dessen Fenster der Graf, mit Pistolen bewaffnet, zur Vertheidi- gung bereit stand, und sprengte dann auf Etienne zu, welcher neben dem Grafen hielt, während die übrigen Bewaffneten mit Vortheil gegen die nur noch zur Hälfte kampffähigen Räuber sich vertheidigten. Mandrin drückte sein Pistol auf seinen Gegner ab, dessen Kugel des Stallmeisters Hut von dessen Haupte riß, und drang mit gezücktem Schwert auf ihn ein. (Fortsetzung folgt.) stimmen. 2. April. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. CHr. Pietsch) in Gießen. Frankreich. Paris, 29. Marz. Der Prinz Peter Bonaparte ist gestern Morgen um 6V2 Uhr in Paris eingetroffen. Der Befehl, sofort TourS zu verlassen, wurde ihm vom Marschall Daraguay d'HillierS selbst überbracht. Der Prinz fügte sich demselben auch. Um 1 Uhr Nachts kam er mit seiner Familie und Dienerschaft auf dem Bahnhofe an. Namilino (sein Vetter) und de la Bruyöre, sein Intimus, befanden sich ebenfalls in seinem Gefolge. Ein besonderer Waggon war ihm zur Verfügung gestellt. In Paris angekommen, holte der Prinz einige Wagen herbei und fuhr mit seiner ganzen Gesellschaft nach Auteuil. Dort wurde er nicht erwartet und fand Alles in Unordnung. Der Prinz schloß sich sofort in sein Zimmer (in und gab Befehl, Niemanden vorzulaffen. Er empfing aber doch den Prinzen Murat, der kam, um ihn zu beglückwünschen. DaS HauS des Prinzen ist polizeilich bewacht. Im Innern sowie vor demselben befinden fich eine große Anzahl Polizei-Agenten. DaS Gerücht ging nämlich gestern um , daß die FaubourgS nach Auteuil ziehen wollten, um das prinzliche Haus in Brand zu stecken. Dieselben bestätigten fich aber in keinerlei Weise, wie denn in den FaubourgS gestern Abend auch keine besondere Aufregung herrschte, obgleich die Freisprechung dort, wie übrigens überall den alleinigen Gegenstand der Unterhaltungen bildeten. Er hat bereits Befehl erhalten, Frankreich zu verlassen. Es heißt, er werde nach Amerika gehen. Paris, 31. März Der „Agence HavaS" aus Rom zugegangene Nachrichten melden, daß in den Kreisen der Ultramontanen und in der Umgebung des Papstes fich eine besondere Bewegung bemerklich mache; man glaubt die Ideen einer versöhnlichen Haltung als aufgegeben betrachten zu können. Auch scheint die Rückkehr deS französischen Botschafters Marquis de Banneville nicht sobald bevorzustehen. Italien. Rom, 21. März. Neun Bischöfe erhielten von den Judices excusationum die Erlaubniß, auf kurze Zeit in ihre Diöcesen zurückzukehren. Diejenigen Bischöfe, welche fich bis jetzt noch nicht beim Concil einfanden, wurden aufgefordert, ungesäumt die Reise dahin anzutreteo oder die Gründe anzugeben, welche fie davon abhalten. 3m Ganzen fehlen noch 150 Prälaten. — Gin Decret deS heil. Vaters zerstörte die Hoffnung oder Befürchtung der Vertagung deS ConcilS; Niemand denkt weniger hieran als Pius IX. Vermischtes. — (Verbrechen und NemefiS.) Man schreibt der „Drau" aus Darda vom 12. d. M.: 3n wahrhaft erschreckender Weise mehren fich in unserer Umgebung Mord und Todtschlaq. Bet einem dieser Fälle spielte „die Hand deS Verhängnisses" eine beinahe romantische Rolle, indem sie schon während der That daS Amt der Rächerin übernahm und den tödtlichen Streich auf einen der Mörder selbst zurückfallen ließ. Ein Weib auS Derzanica hat in irgend einer Ortschaft der Baranya eine Erbschaft von 250 fl. behoben und sah fich auf dem Heimwege, vom Einbrüche der Nacht überrascht, gezwungen, im Dorfe Daroc; Unterstand zu suchen. Bald wurde fie auch von einem Bauer, der mit seinem Weihe allein daö HauS bewohnte, ausgenommen und gastfrei bewirlhet. Während deS Nachtmahls beging die glückliche Erbin die Unvorsichtigkeit, die Ursache ihrer Reise zu nennen und daS „viele Geld" vorzuzeigen. Durch den Anblick dieses Schatzes gereizt, trat sofort der Versucher an den Bauer; er begab sich in den Hof und berief sein Weib zu sich, wo fie nun den gemeinsamen Beschluß faßten» di« Reisende zu tödten, um sie ihres Geldes berauben zu könne». Der Plan war bald festgestellt. DaS Weib des Bauers sollte wieder zurück in die Stube gehen und die Fremde auffordern, sich mit ihr in ein Bett zu legen, da ihr Mann in der Kammer schlafen werde. Dabei sollte sie jedoch die Vorsicht gebrauchen und sich selbst an die Wand legen, so daß die Fremde, am Rande deS Bettes liegend, sofort vom Manne erkannt werden könne. So geschah eS auch: doch das lange Ausbleiben der Eheleute kam der Reisenden verdächtig vor und fie beschloß daher, nicht zu schlafen und Alles zu beobachten, was um fie her vorging. Nachdem sich die beiden Weiber zu Bette gelegt hatten, ging der Mann in den Garten und grub hier daS Grab für sein Opfer. Nach einiger Zeit stellte sich die Fremde, als wäre fie fest eingeschlafen, da erhob fich die HauSwirthin und ging ebenfalls hinaus, um nachzusehen, ob ihr Mann noch nicht bald komme. Diesen Augenblick benützte die Fremde, der eS ausgefallen war, daß ihre Wirthin durchaus an der Wand liegen wolle, um sich diesen Platz eigen zu machen, und als nun jene zurückkam, fand sie ihren Platz besetzt. Die Fremde aufzuwecken getraute fie sich nicht, da fie fürchtete, daß ihr Opfer dann nicht wieder so fest einschlafen würde, fie legte fich deßhalb an den Rand deS Bettes und beschloß, fich wach zu erhalten, biS ihr Mann käme, um ihn dann auf die Platzverwechselunq aufmerksam zu machen. Doch er kam lange nicht, seine grausige Beschäftigung im Garten hielt ihn zurück und da griff denn „die Hand deS Verhängnisses" strafend und rächend ein und legte sich als bleiernes Gewicht auf die Augenlider der Bäuerin. Sie war fest eingeschlafen, ihr Mann kam, hatte natürlich keine Ahnung von dem Platzwechsel und schnitt nun mit einem einzigen Ruck seinem eigenen Weibe die Kehle durch; rasch packte er sie auf seine Schultern, schleppte sie in den Garten und verscharrte hier die Leiche in dem vorbereiteten Grabe. Entsetzt über daS Gesehene, erhob sich die Fremde, eilte auf die Straße und suchte im nächstbesten Hause, wo sie noch Licht sah, Schutz und Aufnahme. Als ihr geöffnet wurde, erzählte sie in Kürze das Vorgefallcne, man eilte zum Richter und dieser begab sich nun mit anderen Ortsbewohnern und mit der Fremden selbst auf den Thatort. Der Bauer war unterdessen ins Zimmer zurückgekehrt und hatte sein Weib vermißt, allein noch hatte er keine Ahnung von der Verwechslung und glaubte, seine würdige Gesponsin habe bloS Furcht bekommen und sei für die Nacht zu ihren Anverwandten gegangen, um deS Morgens wieder zurückzukehren. Doch da trat auch schon der OrtS- richter mit den anderen Leuten ein und als der Bauer unter diesen die Fremde erblickte, taumelte er zurück und stürzte mit dem Ausrufe: -Jesus, Maria! ich habe mein Weib erschlagen!" zu Boden. Selbstverständlich wurde er sofort der Gerechtigkeit übergeben, als deren wirksamster Anwalt fich diesmal „die Hand des Verhängnisses" erwies. Hessen- Darmstadt, 29. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben am 22. d. M. Allerhöchst geruht: den Obersten und Commandeur deS 2. Reiterregiments Freiherrn von Duchenröber auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen und denselben in Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste zur Suite der Reiterei zu versetzen und ihm daS Comthur-Kreuz II. Elaste des Verdienstordens Philipp deS Großmüthigen zu verleihen; den bisher mit der Führung deS 1. Bataillons 4. Landwehr-Regiments beauftragten Major von Wachter — unter Stellung zur Allerhöchsten Disposition mit der gesetzlichen Pension — zum Bezirks-Commandeur des genannten Landwehr- Bataillons zu ernennen. Württemberg. Stuttgart, 29. März. Herr v. Suckow hat bet Uebernahme des KrtegSministeriumS folgende Ansprache an daS „K. Truppencorps" erlaffen: Der Berufung Folge leistend, welche durch die Gnade und daS Vertrauen Sr. Majestät deS Königs an mich ergangen ist, habe ich am heutigen Tage die Führung deS Kriegsdepartements übernommen, um der Armee unter schwierigen Verhältnissen die Bedingungen ihres Daseins zu bewahren, die Thätigkeit und den Fortschritt in der Armee zu erhalten und vorwärts zu fuhren. — In dieser meiner Amtsführung werde ich der von meinem Vorgänger eingeschlagenen Richtung in allen Stücken unverrückt treu bleiben; ich rechne dabei auf das richtige Verständniß und auf die thätige Unterstützung Aller und ich verspreche meinerseits eine ebenso gewissenhafte als feste Führung der Geschäfte, die Unterstützung und Anerkennung dem Talent und jedem Streben, und die Fürsorge für Alle nach meinen Kräften. Ungarn. Pesth, 29. März. Die theologische Facul- tät der hiesigen Universität beschäftigt sich mit der Abfassung einer HuldigungSadresse an das Concil, welche eine vollständige Unterwerfung unter die Bestimmungen desselben enthält. Pesth, 30, März. Neuesten Bestimmungen zufolge wird der Hof schon in kommender Woche nach Wien übersiedeln und dürfte der Kaiser Montag, die Kaiserin Mittwoch Pesth ver- verlassen. — Die rumänische Negierung bewilligt den Anschluß der rumänischen Bahnen bei Kronstadt und Turnseverin, wünscht aber noch einen dritten Anschluß im Zilthale und hat hierüber eine Note an die ungarische Negierung gerichtet, die bis jetzt zwar noch nicht geantwortet hat, wahrscheinlich aber zustimmen wird. Bigamie, Concubinat oder Ehebruch Niemand als Geschworener sitzen dürfe, der selbst solche Verbrechen für erlaubt halte, fie in Schutz nehme oder gar ausübe. Die Strafe auf Doppel- oder Vielweiberei setzt der 14. Abschnitt auf 1000 Dollars Geldbuße und Zwangsarbeit bis zu fünf Jahren fest. Auch wird das Gesetz aufgehoben, daß nur auf die Klage des Mannes oder der Frau eine Verfolgung wegen Bigamie zulässig sei. Der 20. Abschnitt ist von besonderer Wichtigkeit: jeder in Bigamie, Polygamie oder im Concubinate lebende Bewohner des Territoriums wird von dem Bürgerrechte der Vereinigten Staaten, von dem Stimmrechte, von öffentlichen Aemtern und von den Wohlthaten des Heimstätten- gesetzes ausgeschlossen. Dem Amtseide wird überdies das Gelübde hinzugefügt, daß der Schwörende die Gesetze gegen die Bigamie weder übertrete noch übertreten werde. 3. April. Die Wiener „Presse" erfährt nachträglich über den Austritt der Slaven aus dem Reichörathe noch Folgendes: In der Sitzung des polnischen Clubs, die erst spät Abends zusammenberufen wurde, waren 31 Abgeordnete anwesend. Der Beschluß des Austritts wurde einstimmig gefaßt; von den Polen bleibt nur Dr. Landsberger im Reichsrathe, ein Abgeordneter, der fich den Clubbeschlüssen niemals fügte. Der Beschluß kam überraschend und scheint durch ganz außerordentliche Umstände provocirt worden zu sein. Viel trug auch das Nothwahlgesetz, das heute zur Be- rathung gelangt, bei, wesentlich aber die Ablehnung der Resolution im Ausschüsse und das Verhalten Schindlers, der gestern die Polen mit dem Verspre- chen hinzuhalten suchte, daß er das Ausschußreferat über die Ablehnung der Resolution modificiren wolle in einem Sinne, der für die Polen noch Hoffnungen offen ließe. Die Gewißheit, daß die Resolution verworfen wird, und das Bestreben, an dem Zustandekommen des Nothwahlgesetzes auch nicht durch die bloße Anwesenheit beigetragen zu haben, veranlaßte den schwerwiegenden Schritt, dcm sich die Südslaven und Italiener mit großer Freude anschlossen. Vice- Präsident Hopfen verlas die Erklärungen der Polen und Slovenen, denen sich Petrino und die Südländer anschloffen, unter lautloser Stille. Die deutschen Abgeordneten nahmen die Kunde von dem Austritt schweigend und ohne Zeichen des Mißfallens auf. Gleich nach der Verlesung dieser Erklärungen erhob sich Klun zur Abgabe einer Gegenerklärung Namens der Minorität der Krainer und Guszalewicz Namens der Minorität des galizischen Landtags. Im Ganzen sind gegen 50 Abgeordnete ausgetreten. In den Corridoren des Hauses gab es vor der Sitzung sehr unliebsame Auseinandersetzungen zwischen den AuStretern und den Deutschen. Die „Köln. Ztg." schreibt: In dem Augenblicke der Freisprechung Peter Bonaparte's von einer schwe- rcn Anklage möchte es von Interesse sein, aus die Ansichten dieses Napoleoniden über einen dereinstigcn Rheinfeldzug und zunächst die Luxemburger Frage hinzuweisen. Die militärischen Blätter entnehmen dieselben einem vor Kurzem bei Marquard in Brüssel erschienenen, in der deutschen Militärliteratur „vielleicht nicht mit Unrecht" ganz unberücksichtigt gebliebenen Werke des Prinzen. (Der Titel lautet: „Hypothese (Time Campagne outre-Rhin, dtude militaire, par le Princc Pierre Napoleon Bonaparte.“) Folgende Stelle möchte bezeichnend sein: „Wofern man nicht das erhabene Gefühl, welches den Erwählten des 2. December stets beseelt hat, verkennt, so muß man einräumen, daß seine gebieterische Pflicht die ist, die Sicherheit Der großen Nation, die ihm ihre Geschicke anvertraut hat, zu verbürgen. Die bürgerlichen Zwistigkeiten und außergewöhnlich schwierigen Umstände haben die Kundgebung dieses Gefühls verhindert; aber es wird sich in naher Zukunft Bahn brechen, und wehe Demjenigen der es versuchen würde, die gallische Flut bei ihrem Eintritte in ihr ursprüngliches Bett einzudämmen, welches der Vcrrath und die Feindseligkeit der alten Feudalwelt verändert haben. Frankreich hat gesagt: Luxemburg gehört mir! Zwölfhunderttausend Soldaten bilden das Echo vom Ka- nal bis zur Meerenge von Bonifacio . . . Die Besieger Oesterreichs, wir haben es ausgesprochen, schulden uns Revanche für Waterloo; und sie schulden sie uns um so mehr, als ihr neuer Triumph unsere Empfindlichkeit berührt hat. Wir sprechen damit die Überzeugung tüchtiger und patriotischer Männer aus, die bereit sind, wenn es gilt, mit ihren Leibern ihren Ideen Bahn zu brechen." u. s. w. Aus Der Wüste bet Bengazi ist ein Schwarm von 10- bis 12,000 Beduinen wegen HungerSnoth nach Egypten gekommen. Der Khedive hat ihnen Lebensrnittel geschickt und wird ihnen Ländereien anweisen. Aus Washington melDete dieser Tage das transatlantische. Kabel: „DaS Repräsentantenhaus hat mit 94 gegen 32 Stimmen eine Gesetzvorlage angenommen, welche sich gegen die Mormonen in Utah richtet und auf Die Vielweiberei Den Verlust des Bürgerrechtes, sowie Geld- und Gefängnißstrafe setzt. Die Bestimmung, daß der Präsident ermächtigt wer- Den solle, Truppen nach Utah zu schicken und 40,000 Freiwillige auszuwählen, um das Gesetz, wo nölhig, mit Gewalt durchzuführen, wurde jedoch gestrichen. Die Vorlage geht an den Senat." Aus Den Andeutungen des Telegramms, geht mit vollkommener Gewißheit hervor, daß von der Vorlage des Herrn Cullom aus Illinois die Rede ist. Da fie von eben so großer culturgeschichtlicher wie politischer Tragweite zu sein verspricht, lohnt es sich wohl der Mühe, ihren Inhalt etwas näher anzusehen. Als Vorsitzender des vom Repräsentantcnhause eingesetzten Ausschusses für die Angelegenheiten Der Territorien hatte Cullom Die natürliche Aufgabe, das ©einige zu thun, um die thatfächlichen Einrichtungen des Territoriums Utha in Einklang nicht minder mit Der Verfassung als mit Der öffentlichen Meinung Der Vernnigten Staaten zu bringen. Die wesentlichen Bestimmungen des von ihm zu diesem Zwecke aus- gearbeiteten Gesetzentwurfes beginnen mit dem elften Abschnitte. Derselbe schreibt vor, daß in Fällen von 1. April. Heber den neuesten Stand der türkisch-egyptischen Beziehungen — wird Der Wiener „Presse" aus Alexandrien geschrieben — bemüht man sich, Nachrichten zu Unctren, die nichts weniger als genau sind. Die letzten Eröffnungen aus Konstantinopel tragen einen ziemlich versöhnlichen Charakter, insbesondere zeigte man sich dort entgegenkommend in Betreff des vom Vicekönig in Anspruch genommenen Rechtes, Staatsanlehen zu contrahiren. Dagegen soll man den Wunsch zu erkennen gegeben haben, den Hauptträger des Der Pforte mißliebigen Systems, Nubar Pascha, von seiner einflußreichen Stellung zu entfernen. Ein momentanes Schwanken machte sich in Folge dieses Wunsches bemerklich; Da traten aber Die fremden Consuln für Den Vertreter Der europäischen Ideen in Kairo mit solchem Nachdruck auf, daß von dessen Rücktritt bald keine Rede mehr war. Ob die Reise Nubar Paschas nach Konstan- tinopel, Wien und Paris mit dieser Krisis in Der- bindung stehe, läßt sich gerade nicht behaupten, jeden- falls hat sie aber den Zweck, diese Mächte für die Regelung der Consular-Jurisdiction günstig zu