*Hf«t lau«but, J *<5 hi. S 1851 !n«flluna le Trirt- 1?* Mtn 1 Kt- Der finb , 7'" lassen. fUEftn übet: * f’ine lebten itai Glasen 14 Aeußerea ^lchvee mir^ '/hMn.- 3t< l'M eift 'or>» in Ei«- '9f”ber nimL- vorsene "es Näh^: ’W« Nation nb au« hei 'n. tz« soll Tin» und mit "er- mit den tnnittelt met- 'S brr natio- G< soll aber i!t Magyaren n Böllern ber Kendtlunz beS Morgen haben besonnen und besuche abge- m hn lebten lät. Wie ge- l'e mit Frauen en Lchsen bk- nebst Musik- ja Pserd und aerung) bilden ml überall aus it, bet, einigt lei und einige ^schäften ent; hafaicarmial .Zmparcl'al" m ^ü'amanbe Siatrichten rette „Cneiba" ’fer „Lowbay* Perjonm er- [üttoflje wirb Familie nach türkische Ge- Floren; rersetzt achnchten über . Loper verließ Eer Srafv. <8u ^schloß mit 48 **£ •i’p* ° * -°S 4< r ' 1U der- ’<“*L nf*' jrf.ff16 Preis vi-erteljährlick 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 ft. Gießener Anzeiger Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. 23. Nr. 1. Anzeige- und Kmtsölatt für den Kreis Hießen. 7"^ " ' Samstag den 5. März 22/,1 20/180 16/29iabi§301 Neisholz, Reisholz, 659 5Va Wellen 230 Versteigerung von Straßenarbeiten . . * > it.. 1___f. . Y1. ■a k rt v kXIa Aid n und zwar: 125 44 1318 Flur Nr. 1/1181 12/4 l3/4 39>/r 56VZ 2908 36 24«/2 1771 Acker, 1- Klasse, auf die Chaussee, hinter der Pulvermühle (wegen der Nahe der Stadt sehr zur Backsteinfabrikation geeignet), 541 Wiese im Heegstrauch, 542 Acker links des Wiesecker OJtlftr. 5 Hofraithe in der Sandgasse, 148 Garten auf dem Nahrungsberg, Flur Nr. nfllftr. 22- 238 gibt 411/z fr. Grundrente, 28/2ooin§202b 670 gibt 2 st- 15 fr- „ 3o/16O 224 gibt 15V4 kr. 2i/i32bis,34 1755 1/3 Acker, 2/g Wiese, gibt 1 113 3 st. 252/4 fr Grundrente. Gießen, den 4. März 1870. Fr. Müller. 1) Donnerstag den 10. Marz: 132 Eichen- und Buchen-Stämme von b bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 45 Fuß Länge, 120 Fichten-Stämme von 6 bis lo Zou Durchmesser u. 40 bis 70 Fuß Lange, 60 Birken- und Weichholz-Stämme von 6 bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 30 Fuß Länge, 1070 Eichen-, Birken- und Fichten-Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und 15 bis 50 Fuß Länge; 2) Freitag den 11. Marz: 80 Stecken Buchen-Schcidholz, 300 „ Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Prügel, 190 Stecken desgl- Stockholz, 9000 desgl. Wellen. _ Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr am Hattenröder Vicinalweg. Lich, den 26. Februar 1870. . Großherzogliche Bürgermeisterei Lich- Helm. 922) Die zur Concursmasse des Gast- wirths Karl Henkel dahier gehörigen Mobiliargegenstände, namentkich 20 Commoden, 1 Schreibsecretär, 11 Schranke, 18 Sophas, 50 diverse TW-. 180 Stühle, davon 40 ge- volstert, 35 Spiegel, 23 Wasch- und 20 Nachttische, 1 Billard, 1 Clavier, 3 Wanduhren, 35 Bettstellen mit Bettwerk, 27 Teppiche, 65 Tischtücher, 100 Betttücher, 137 Servietten, 75 Handtücher, sodann vieles Glaswerk, Porzellan- und Silbergeschirr und alle sonstigen Wirthschafts-, Haus- und Küchengeräthschaften u- t iv. werden den 9., 10. und 11- Marz d. I., jedesmal von Morgens 8 Uhr ab, im Hotel Henkel, öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung ver- fteigert» Bad Nauheim, am 2. März 1870. Grobherzogliches Ortsgencht Bad Nauheim. ! Schutt. Weges. . Gleichzeitig werden die der Frau Marre Nestel in Darmstadt gehörigen Flur 1 Nr. 1 bis 6, 1483 OKlftr. Acker und Wie am Schlangenzahl zur Versteigerung aus- Die Versteigerung eines Hauses auf den Abbruch. 796) Dienstag den 8. März d. I., des Morgens 9 Uhr, soll ein der Stadt Gießen gehöriges zweistöckiges Haus, 34 Fuß lang, 17 Fuß t -f, auf dem Rathhaus dahier an den Mcstl- bietenden auf Abbruch versteigert werden. Gießen, den 25. Februar 187» Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. .9 Wellen „ Relsho z 6V4 Stecken Nadel-Prugelholz, 866) Montag den 7. März 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Hochwart, Wann, Brauhof, Oberwald und Annaberg, nachverzeichnetes Holz ostent- 3?/67b lich versteigert werden, als: 39/199 I. Brennholz: 753/4 Stecken Buchen-Scheidholz, 1 Prügelholz, Stockholz, Versteigerung von Straßenarbeiten. 912) Die zur Unterhaltung der Staats- straßen in dem Baubezirk Gießen sür das -)ahr 1870 erforderlichen Arbeiten, beste hend in dem Brechen, der Bestuh^ dem Aussehen und dem Zerschlagen der Otcme, fallen an den nachbenannten Tag Orten wenigstfordernd versteigert «erden, II. Donnerstag >den 10. März in dem Hause des Wirths Earle zu Laubach, für die Straße Hessenbrücken-Ham- mer — Gedern, von Nr. 116 bis Nr. 162. III. Freitag den 11. Marz in dem Hause des Wirths Hofmann zu Freienseen, für die Straße Gießen — Hersfeld, von Nr. 98,9 bis Nr. 110; und für die Straße Flensungen — Laubach von Nr. 110,07 bis Nr. 153,98. IV. Montag den 14. März in dem Rathhause zu Grünberg, für die Straße Gießen - He-sseld, von Nr. ,54 bis Nr- 98,9; und für die Straße Grun- berg — Hungen bis Nr. 97. V. Dienstag den 15. Marz in dem Hause des Wirths Müller zu Geilshausen, sür die Straße Grunberg — Marburg, von Nr. 87,5 bis Nr. 141,8. VI. Mittwoch den 16. Marz in dem Hause des Wirths Philippi zu Ruppertenrod, für die Straße Gießen — Hersfeld, von Nr. HO bis M. 156; und für die Straße Ruppertenrod — Ulrichstem bis Nr. 140. VII. Donnerstag den 17. Marz in dem Hause des Wirths Pfannsttel zu Ulrichstein, für die Straße Ruppertenrod- Ulrichstein-, von Nr. 140 bis Nr- 180,46 und für die Straße Herbstem — Nidda, von Nr. 175 bis Nr. 185. VIII. Montag ben 21. Marz in dem Hause des Wirths Leng zu Atzenhain, für die Straße Grunberg — Lehrbach, von Nr. 98,9 bis Nr. 156- IX. Dienstag den 22. Marz in dem Hause des Wirths Schweiker zu Homberg, für dieselbe Straße, von Nr. 156 bi§ Nr. 196,4. X. Mittwoch den 23. Marz in dem Hause des Wirths Dürbcck zu Krr- torf, für die Straße Marburg — Fulda, von Nr. 0 bis Nr. 32. XI. Donnerstag den 24. Marz in dem Hause des Wirths Nathes zu Wahlen, für die Straße Kirtorf — Neustadt, von Nr. 31,2 bis Nr. 66,9. Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Grünberg, den 28. Februar 1870. Großherzogliches Kreisbauamt Grünberg. Dr. Dieffenbach. Versteigerungen. 842) Dienstag den 8. l- Mts-, Vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die dem Kü^r Louis Loos zustehenden Immobilien, nämlich. Besondere Bekanntmachungen. Dberhtssifche Eifenbahn-Gefelifchast. Dritte Einzahlung. vom 11. bis 19. April 1810 e.nschl.eßltch S - >-'» 920) Donnerstag den 10. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigcm Rathhause auf freiwilliges Ansuchen der Frwdr. Zulch Wittwe die derselben gehörigen Grundstücke versteigert oder, im Falle kein annehmbares Ge- Brodpreise vom 5. 12 Ä)karz 1870, 923) Samstag den 12. März, Vormittags 11 Uhr, läßt Herr August Balser nachverzeichnete, ' in hiesiger Gemarkung liegende Grundstücke auf dem Ortsgerichts-Büreau einer srerwil- ----- “ Rißen öffentlichen Versteigerung aussetzen und Holzversteigerung im Gießener weichen Steiglwbhaber hierzu emgeladen. Stadtwalde. • Alur- r v* 0 Gießen, den 4. Marz 1870. Großherzogliches Ortsgencht Gießen- | _____________K. Vogt. 1863) Montag den 7. März, Nachmittags 2 Uhr, soll der dem Herrn Prof. l)r. ^Hering aehörige Garten am Seltersberg,, 5 Morgen • haltend, mit sehr guten Obstbaumen be- t pflanzt, in mehreren Abtheilungen im Gar- ten selbst an den Meistbietenden verpachtet werden. In Auftrag: rocrDei Fr. Müller. Wer die ausgeschriebene Einzahlung ) Qn urt^ eine ^onoenttonab wS SÄ® ünfen und C°n°-ntt°nalstr-.f° bmn n rwn Mvnattn n°q «»u, ^uffoA nachträglich zu l-ist-n. Solche ^icht vollständig n°chgck°mm-n s-.n w,rd rung vor Ablau der ^«'teren aroct -U t iftetcu Einzahlungen aber, fowie alle ÄttSS “Ä'Ä . U»' >*« : eichen wozu Formulare bei den Zahlungsstelleu ausgegeden werden. - " ' Herrn M. Köuigowartcr, '■ ’sSlL'SiR.Wfe * Darmstadt bei Herrn Moritz Äolfskchl, „"Gießen bei unserer Hauptkasse. Gießen, den 21. Februar E AZcrwaltUNgsvath - Baron Erlanger, S-dinand Jürst^n Bs-nburg XXXHI/2Z7U [ rzrb \ meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. ____ Wellen „ Neisholz, Stecken Eichen-Prugelholz, „ „ Stockholz, „ Stockholz, । juseuen „ Reisholz, 3/4 Stecken Erlen - Prugelholz, „ Stockholz, Aspen-Prügelholz. II. Bau-, Werk- und Nutzholz: 140 Eichen-Stämme mit 2041 Cubikfutz, 369 0 28 Nadel- „ 3 Erlen- „ 2 Aspen- „ 448 Etchen-Stangen „ i-vr>,>r.uerr.»» --------------------- ■SÄ*** >5-^-1 ,Ä ” äSÄnti" » ’& Zahlungsfrist bis 1. Ang. 187« gestattet, h-nd in. . Di- Großh. Bürg-rme.ster-i-n der um- 1 Steinschlagen und ih?m Gemeinden b^annt machen zu lassen. an^dm°n°chbmannt-n Tagen und Holzvcrsteigcrung. IlnL S;> i'inhrrn " Hunaen, von! N7orgend l0 uh , Nlirtbs »> i 6W-. w;te Ä,ä s W». « “ g1”"«,.“ & 6*5 leSiÄw. - »W Oberhessische Eisenbahn-Gesell- ... schäft. Bekanntmachung. 895) Vom 1. April 1870 an werden zwischen unseren sämmtlichen Stationen Abonnements-Karten für Erwachsene und Schulkinder mit einer Ermäßigung von 50 bis 80 pCt. ausgegeben. 1 Die reglementorischen Bestimmungen nebst Tarif sind auf dem Büreau unserer Central- Verwaltung zu Gießen, sowie auf sammt- lichen Stationen, gratis zu haben. Gießen, den 1- März 1870. Der Derwaltungsrath. Wetzlar, von Gießen gegen Rodheim, von Gießen bis Abtheilungsnummer 10 gegen Reiskirchen und von Gießen bis Abtheilungsnummer 35 gegen Steinbach. II. Mittwoch den 9. März, Morgens 10 Uhr, zu Lich in dem Gasthaus zum Engel für die Straßen von Steinbach über Lich gegen Langsdorf und von Hessenbrücken-Hammer über Lich bis Hof-Gill. III. Donnerstag den 10. März, Nachmittags 1 Uhr, au Lang-Göns in dem Gemeindehause für bie Straße von Großen-Linden über Lang- Göns bis zur Kirch-Gönser Gemarkungsgrenze. III. Freitag den 11. März, Morgens 10 Vr Uhr, zu Lollar in dem Gasthaus zur Krone für die Straße von Gießen nach Marburg. V. Samstag den 12. März, Morgens 10 Uhr, auf der Gansenburg für die Straße von Gießen gegen Grünberg. Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 3. März 1870. Groß.-erzogliches Kreisbauamt Gießen. .___________H olzapfel.___________ 860) Mittwoch den 9. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Louis Noll am Wallthor: Korn, Waizen, Hafer, Stroh, Dickwurzeln, eine Fegemühle, Wagen, Egge, Pflug und sonstige Oeconomiegeräth- schaflen gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 1. März 1870. 896) Mittwoch den 9. März, Vormittaqs 11 Uhr, lasse ich eine ansehnliche Partie Haferstroh, ganz besonders zum Füttern sich eignend, sowie eine Partie Dickwurzeln, beides Prima- Qualität, centnerweise öffentlich meistbietend versteigern Zugleich empfehle ich meinen ausgezeichneten Früh- und Spät-Saathafer. Gg. Heinr. Lony, Mühlgasse. Fußboden-Anstrich. Fußbodenlack, sofort trocknend, Leinölsiccatif zum Einölen, Oelfarbcn, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (915) Seltersweg. Billige Cigarren. 754) Ambalema-Ausschuß mit feiner Einlage, pi-. Stück 1 fr., pr. Mille 16 fl., empfehlen I. A. Busch Söhne. Empfehlung. 613) Den allgemein als ein hoch- geschätztes Hausmittel bekannten Bern- i) ard schenAlpenkräuter-Liqueur (feinster Magenbitter) von Wallrad, Otmar Bernhard in München halte ich fortwährend auf Lager und empfehle denselben gelegentlichst. Preis der y2 Flasche 36 kr. Ernst Hermes in Gießen. sei) Branermalz, beste Qualität, stets vorräthig in der Malzfabrik von E. Pitthan. 8 Briefwaagen, unentbehrlich für jeden Geschäftsmann, besonders für die Herren Bürgermeister und Beamten auf dem Lande, solid gearbeitet und praktisch, empfehle zu nachstehenden Preisen: Nr. 1 (bis 20 Loth wiegend) 1 fl. 12 kr. Nr. 2 (bis 8 Loth wiegend) 30 „ Bestellungen nach auswärts werden gegen Einsendung des Betrags und 7 kr. Porto prompt ausgeführt. Wiederoerkäufer erhalten angemessenen Rabatt. Butzbach. Wilh. Weickhardt, Buch- u. Papierhandlung. Feilgebotenes. 887) Unterzeichneter empfiehlt?seinen Vorrath von Grabsteinen, Grabdenkmälern, Grabeinfassungen, sowohl um einzelne Gräber, als um Familiengrüfte. Auch werden Grabsteine, Grabdenkmäler, Monumente nach Zeichnung in Marmor, Granit, Sandstein und allen sonstigen Stein-Gattungen angefertigt. Adam Kalbfleisch, Steinmetz, B- 150, vor dem Neuenweger Thor, hinter der Decker & Löber'schen Fabrik. Ulionese entfernt in 14 Tagen alle Unreinigkeiten und Falten der Haut, beseitigt Scropheln, Flechten und gelbe Flecken. Garan- tirt! ällein ächt in Gießen zu haben bei Carl Frech (891) s Künstliche Dünger: Aufgeschlossenen und rohen Guano, Knochenmehl , Phosphat, rohen Phosphorit (ä 2 fl. pr. Ctr.) bei Emil Pi stör. Aerztliche Empfehlnng. 890) Die Stollwerck'schen Brust- Bonbons haben vor allen andern gegen Heiserkeit, Husten rc. empfohlenen Mitteln den ganz besonderen Vorzug, daß sie, nur aus Zucker und Pflanzensäften bestehend, vom Körper leicht afficinirt werden und die Verdauung nicht stören. Sie werden nebenbei von Kindern und zarten Personen gerne und mit Erfolg genossen, wie ich mich selbst durch Versuche in dem unter meiner Leitung stehenden Hospital überzeugt habe. Breslau, 21. Februar 1847. »r. Bürkner, prüft. Arzt, Wundarzt rc. Man findet die Stollwerck'schen Brust- Bonbons ächt in versiegelten Packeten mit Gebrauchsanweisung ä 14 fr. auf Lager in Giessen bei C. W. Dietz, L. Frohn- häufer u. Hofcond. Ed. Lind; in Allen- r. Hesse genommen, hat mich von meiner Nerven- und Brustkrankbeit geheilt. P. Herbrand, Buchhändler. — Bacharach, 30. September 1869. Von zwei Bekannten, die Ihr Heilmittel mit Erfolg verwandten und selbst von meinem Arzt darauf aufmerksam gemacht, ersuche um sofortige Zusendung von 25 Flaschen Malzextract. I. W. Reinhard. — Bochnin, 19. Noobr. 1869. Ihre Fabrikate: Malzextract, Malz-Chocolade und Brust-MalzbonbouS — haben so ausgezeichnet gewirkt, daß der Lungenhusten beinahe beseitigt ist; der übelriechende Athem ist behoben, der nächtliche Schweiß beseitigt; statt der Abmagerung ist Fleichzunahme eingetreten rc. Knesset!, k. k. Beamter. Des Hoflieferanten Johann Hoffs Filiale in Köln. Niederlage bei Julius Wallach, 889) am Markt in Gießen. Vorläufige Anzeige. .892) Hierdurch zeige ich einem geehrten Publikum ergebenst an, daß ich dieser Tage in hiesiger Stadt mit einem reichhaltigen Lager aller optischen und physikalischen Instrumente zum Detail-Verkauf eintreffen und einige Tage hier verweilen werde. — Alles Weitere erlaube ich mir bei meiner Ankunft mitzutheilen. I. Pohl, Fabrik und Lager aller optischen und physikalischen Instrumente aus Frankfurt a. M., (Roßmarkt Rr. 7, neben dem Englischen Hof). 690) Zur gefälligen Beachtung für Gicht- und Rheumatismus-Leidende! „Der Lairitz'schen Waldwollwaaren-Fabrik in Remda, Thüringen, gehen aus den höchsten Ständen zahlreiche Bestellungen auf deren so ausgezeichnete Fabrikate zu, so schreibt u. n. Ihre Durchlaucht die Frau Prinzessin von Arenberg: „Ich ersuche Sie, die Gefälligkeit zu haben, mir eine kleine Sendung Ihrer Produtte zu machen ; 12 Tafeln Watte, 12 Flaschen Oel und 12 Flaschen Spiritus." Dtese so vorzüglichen und in allen Kreisen der Gesellschaft sich bewährt und Eingang gefunden habenden Lairitz'schcn Waldwoll-Produkte sind für Gießen allein ächt zu haben bei Fr. Bieler, am Kreuz. Schweizer Kräuter-Magen-Elixir! Schweizer Kräuter-Brust-Cararnellen! Fabrik ä Genöve (Schweiz) nach allen berühmten Klosterrecepten angefertigt. 26) Durch ärztliche, chemische und Prioatbescheinigungen ist ersteres das Magen-Elixir besonders Denjenigen, welche mit Magen, sowie Unterleibsbeschwerden und den daraus entstehenden weiteren Zuständen behaftet, sowie zweites die Brujt-Caramellen allen an Brustaffectionen, als: Husten-, Heiserkeit- rc. Leidenden angelegentlichst empfohlen und weise ich auf den bei mir, sowie in den Niederlagen unentgeldlich in Empfang zu nehmenden Pro- spect hm. Preis des Magen-Elixirs pro Flasche 42 fr., der Brust-Caramellen per Dose 21 fr. Gustav Handscheck, Churfürstcnstraße Rr. 48 in Berlin, General-Depositär für Deutschland, Oesterreich, Rußland rc. Haupt-Depot für Baden, Hessen und die Pfalz bei I. Gg. Schröder rn Darmstadt, wohin man sich wegen Uebernahme von Niederlagen franco wenden wolle. Depot in Gießen bei Julius Wallach. 8 Asphalt - Dachpappen -Fabrik von I. P. Scbmenger in Offenbach a. M w£ WftKta'Ä’ “«*■«»-*—. Mi,.» « $Sr ■“ ” - * w 712) Mein Lager in Herren-Wäsche, als: Hemden in Leinen und Shirting, Kragen, Manschetten und Chemisetten ist wieder auf's Reichhaltigste assortirt und empfehle ich solches zu sehr billigen Preisen. ________________ H. Rübsamen. 856) Lungftein-Quader, Ecksteine, Schichtsieine u. s. w. können von dem Unterzeichneten zu annehmbaren Preisen bezogen werden. Kesselbach, den 28. Februar 1870. _________B. Weber, Steinhauermeister. 840) Eiserne Bettstellen, Flaschenschränke, Waschtische, Kinderwagen, Gartenmöbel, Haushaltungsmaschinen zum Flaschenfüllen, Fleischhacken, Schneeschlagen, Dampskoch- töpfe empfiehlt__________Emil Pistor. 925) Ein Haufen guter Kuhmist ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. dieses Blattes. Papier-Kragen, Manschetten und Chemisetten unterhält stets großes Lager H. Rübsamen. Wiederverkäufer erhalten solche zu Fabrikpreisen. § Sonnenschirme f 4 in sehr großer Auswahl und zu auf- H fallend billigen Preisen empfiehlt I © Julius Landauer. ® 686) Eine Partie Korn- und Wai- zenstroh, sowie auch Kartoffeln, habe ich zu verkaufen. H. Becker, Neue Anlage. 928) Veredelte starke Obstbäumchen, als: Aepfel-, Birn-, Reineclauden-, Mirabellen-, Elerzwetschen-, Kirschen- (in 4 Sorten) und 80 Stück gewöhnliche Zwetschen- Stammchen, sowie gelbe Setzlingsmeiden, verkauft L. Hartmann, . _________________in der Schanz. 933) Zu bevorstehender Saatzeit empfiehlt die Samenhandlung von Carl Deines ihre Sämereien in bester und keimfähiger Waare. — Verkaufslocal: Mäusburg bei Herrn Seiler Hil- gardt._______________________ 931) Eine große Auswahl Krausen von 7 kr. an, Manschetten, Kragen, Spitzen, Blonden, weiße Waaren, Bouguets, Federn, Band, sowie meine übrigen Artikeln, empfehle ich zu den billigsten Preisen. ________________H. Heß, Lit. A. Nr. 64. 868) Gereinigten Medicinal-Leber- thran empfiehlt Emil Fischbach, _____________Seltersweg._____ 934) Oberndorfer Runkelrübensamen in vorzüglicher Qualität in der Samenhandlung von Carl Deines. 845) Zwei noch im besten Zustande befindliche zweispännige Wagen nebst allem Zubehör, sowie ein Pfuhlfaß, stehen zu billigem Preise zu verkaufen. __L. Kämmerer. 905) Die Erben der Fräulein C. Hast sind gesonnen, ihre in der Schloßgasse gelegene, geräumige, zu jedem Geschäft passende Hofraithe zu verkaufen und wollen sich deßhalb Kaufliebhaber baldigst bei dem unterzeichneten Bevollmächtigten melden. K- Dornseiff. M ich dieser ? phhftkalt- w verweilen öytrorb, *“a- ■fr?» '»•ja -?r ’b" atm,: n Köln. l°d), 'egen. lente aus ide! ?tn- gehen aus te Fabrikate zu, Endung Ihrer 'wen Spiritus." Währt und Gn- t m Kreuz. en ersteres das interleibs- ihaftet, sowie >: Husten-, e ich aus dm imenden Pro- amcOcn per clht, i, Rußland rc. Lcbröder i franco wm- rllach. Dl. ig mit Garantie unbdOOOW nbäumcken, als: hm-, Mirabel- lhen- (i*1 t?,ov üiche Zwettchen- Seylingswttöen, i r t m a nn, her Schanz. _ m Saatzeit ung von Carl , in bester und VerkausslocaU n Seiler Hll- ■—Han ^Aeschäst Ä N' ^[itn fi*” n unv 7^ uH' Siiciff- Jbl M Berlin sehr oft zu Gesicht kamen. Nachbem ber kleinere Geschäftsmann ohne weitläufige Schreiberei seine Anzeigen gebrückt erhielt (ein Brief an das Institut genügte für alle Zeitungen, deren er bedurfte), nachdem er die Belege frei erhielt und die Post- Nachnahme-Gebühren wegfielen, wurde er regelmäßiger Kunde. Zwei Jahre nachyer, 1867, konnte schon der Central Punkt des deutschen Buchhandels, ber Verlagsort unzähliger Zeitungen und Zeitschriften, in ben neuen Geschäftskrers hluerng ezo g en wer- den. Von hier aus, vom Mittelpunkte des geistigen Lebens, ging bie Verbreitung des Annoncen-Geschäftes über Laub unb Meer. Nach allen Lanbern verienbet und ber internationale Verkehr, ben das Etablissement dadurch erleichterte, daß es di Ueberfetzungeu in fremde Sprachen übernahm, that seine Wirkung. Jetzt konnten Geschäftsverbindungen aus weiter Ferne bequem angcknüpft werden. Ein großer Aufschwung wurde die Folge, und 1869 sahen sich bie Geschäfts-Inhaber m drei Haupt-Plätze in der Schweiz, bie benachbarte Residenz des Königreichs -Euiterw- berg und die beiden größten Provinzialstädte des Königreichs Preußen in den Bereich ihrer Thätigkeit zu ziehen. Es waren dies Genf, Zurich, St. ^^en, Stuttgart, Breslau, Köln und kurz vor dem Jahresschlüsse haben sammtliche Mols Etablissements die neueste zehnte Auflage des Zeitungs-Verzeichnisses ausgegeben, das, nach Ländern und Provinzen eingetheilt, mit übersichtlichen Karten illustriit, em Vademeeum des Geschäftsmannes bildet. Das kleine Werk kann von allen zwölf Comptoiren unentgeltlich bezogen werden- I Heiterkeit! 938) Sonntag den 13. März, Nachmittags 3 Uhr: Parthie mit Musik auf die Heuchelheimer Mühle (im neuerbauten Sälchen). Karten für Nichtmitglieder werden bei Herrn Paul Weitzel (Neustadt) abgegeben. Der Vorstand. Allacmcine Arbcikr-Versammlung- 944) Sonntag den 6. d. Mts., Nachmittags 4 Ul)t findet im Saale des Promenadehauses eine allgemeine Arbeiter-Versammlung ftatt — Tagesordnung: Die sociale Frage. — Fremde Redner: Herr I. Schneider ans Frankfurt a. M. und Herr W. Wolf aus Homburg. — Zu zahlreichem Besuch ladet ein y Reuter. y Theater in Gießen. (Caf6 Leib.) Sonntag den 6. März 1870. Erste Vorstellung: Der Störenfried. Engels - Stiftung. Am 24. März werden bie Zinsen ber von bem Stadtvorstand zum ehrenden Andenken d7s Geh. Kirchenraths Dr. Engel gemachten Stiftung cm 10 arme und wur- Me"ümCitC &U'beibL WnXm ffÄWS’Ä b£n Ubn6Cn ‘ Geschäfts-Empfehlung. Borfomin^bcn Slrbeiten b-st-ns -mps-hic, -»sprech- ich prompt- und reell-Bedienung, und bitte deßholb um recht zahlreiche g-n-igt- Schmalz wohnhaft H-r!7 MessÄm^ Reinig, Seltersweg Lit. C. Nr. 45. Vacauz 939) Am lutherischen St. Petri-Dom zu Bremen ist die Stelle eines Dom-Can- didaten als Hülfsprediger zu besetzen Meldungen von Eandidaten der Thelogie, welche einer lutherischen oder unirten Landeskirche angehören, werden entgegen genommen von dem p. t. verwaltenden Bauherrn der St. Petri-Domkirche, Herrn Senator Friedr. Grave in Bremen. Das Gehalt des Dom-Candidaten betragt 500 Mir. Gold. Eine Beschleunigung der Anmeldungen ist erwünsci t, da die Besetzung der Stelle aus der Wahl des Domconvents hervorgeht. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. b. Bltts. HauerWr flefaiiflncrem. 787) Sonntag den 6. März: Aliendunterhilttnnli, unter Mitwirkung des hiesigen Blech-Sextetts im Chr. Lonlfschcn Saale. Entree für Herren 9 kr., für Damen 6 kr. Karten sind bei Herrn Emil Gail, Mäusburg, und Abends an Kasic zu l>abm. 7 lU)c. _ Anfang präeis 8 Uhr " Der Vorstand. Todesanzeige. 940) Freunden und Bekannten die; schmerzliche Mittheilung, daß heute morgen mein lieber Manu, Justus Göbel, nach längerem Leiden sanft verschieden ist. Gießen, den 4. März 1870. Louise Göbel. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag um 4 Uhr statt. 936) Am Sonntag ist im Schützenhof ein junger Hund abhanden gekommen. Man bittet ben jetzigen Eigenthümcr, denselben daselbst wieder abzuliefern. — Vor Ankauf wird gewarnt.__ 941) Ein Halstuch und ein Gürtel von einem Mantel sind am letzten Sonntag im Lcib'schen Saale liegen geblieben und können gegen Erstattung ber Jnseratgebühren im Expreß-Bureaux in Empfang genommen werben. Künftigen Montag den 7. März, Mittags um 1 Uhr: Lehrer-Conftreuz in Staufenberg.__________________________ 882) Ein ordentlicher Zapfjunge wird gesucht. Von wem? sagt bie Expeb. dieses Blattes. Kischliäcker zu diesen. I Sonntag den 6. März. Louis Kammerer auf dem Seltersweg. Daniel Rühl am Rathhaus. Carl Steinberger in der Löwengasse. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Hemeinde zu Hießen. Gottesdienst. Am 6. März. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pfarrer Landmann. Passions - Gottesdienst in der Hospital-Kirche. Mittwoch den 9. März, Nachmittags um 4 Uhr: Pfarrer Landmann. Getaufte. (Hierzu eine Beilage.) Meilage zu Ar. 28 des Kießener Anzeigers Die Geheimnisse einer jungen Mamsell. dem mit Sie alter R. 3* vor Sie stm Woche tl Rath gegeben habe, die Portraits Deiner guten Eltern zu malen, und daß ich । von dem Gelingen das Beste für Deine Zukunft erwarte." Als Clara mit dem jungen Manne vor dem Bilde stand, schlug ite froy- „Die 'artin, alt Februar. )äger aus »den ben Sotbarine Dilhclur i Scharben Valentin sterben den ?arl Sppcl, 3 3-1S». ^rvrg, ze- ^nstgürt- H 6M, rg Marimt- aanng, Fer- 1 I. 5 M. zust Binau, tarl Binau, l L, gestor- Tockter von 2 ). 4 M. Gehen Sie jetzt nur wieder an vuv, was Sie hier gesehen, bis der Die Guten sollen mit diesem Bilde lich die Hände zusammen. „Wie aus dem Spiegel gestohlen!" rief sie. «Zug vor Zug ähnlich, aber nicht blo« selavisch ähnlich, wie so viele andere Bilder sind, nein, au« di-l-n Gesichtern leuchtet auch der Charakter Deiner Eltern lebensvoll hervor, ja, ja, so freundlich und gütig blickt Dein Vater aus den ehrlichen Augen, wenn er sich im Kreise der ©einigen befindet. Da« ist das herzliche Lächeln De Mutter, wenn die Gäste ihr ein Compliment über ihre treffliche Kochkunst machen. O, Du hast nicht blo« mit dem Pinsel, Du hast auch mit tem.Her- zen gemalt, und folglich hat Dein Bild mehr al« gewöhnlichen Werth und wird nicht nur den Beifall Deiner Eltern, sondern auch den der Kenner neue Gr- Dvrzuhkben, : neue Ana el- und ge- nnlmadning viel tausend i blifi'mtnß rflung unb xxotiuxi MV Mrm in ladiisseinents roncen-Cxpe- t nach dem dc Co., be- e einer ganz ia) mühsam g einer Ver- e, das neue /gemein ins n Hamburg bkcil erprobt ibn gebrochen Deutschlands in der alten senden 6)e- xeiiehungen t bestanden, c Lagespreise die Zeitungen lion autineri- |61861«"* ne, °lli°E Zeitung^, -L« ^un drang ,«n Bequem- , „gelmaW 'Er- igeiogen § -S i^S 1.6 hrt W’ Serclch '"Lttgart, ,n. naa) ßmpto,ren ...... gute Nase und rieche all, was im Werke iS. Na, daß ich den Mund halte, darauf können Sie sich verlassen. Mamsell Clara weiß was von meine Verschwiegenheit zu erzählen." Christian Bork hielt auch Wort und Niemand von den im Hotel Wap tigten Leuten erfuhr auch nur eine Silbe von der Ueberraschung, welche Herrschaft von Konrad an ihrem Hochzeitstage werden sollte. Endlich mußten nur noch zwei Tage vergehen, dann stieg die Co Festmorgens für die wackere Familie Stiller empor. Die Anstalten, den Tag vom frühen Morgen an b»s um Mitternacht zu verherrlichen, wurden von den beiden Söhnen Adolph und Konrad und der dankbaren Nichte ihrer Eltern berathen. Clara wurdemit der Hauptleitung des Ganzen beauftragt; denn der „älteste Sohn ^"nt g nicht vom Comptoir wegbleiben und der jüngere überließ seiner wackeren Couj gern die Freude, die hauptsächlichsten Anordnungen zur Feter zutreffen. An diesen Tagen war das junge Mädchen dte Geschäftigkeit selbst, sowohl in als außer dem Hause. (Forts, folgt.) tern muthig entgegensehen." .. x M ,, __ „Thu' bas, Deine Hoffnung wird nicht getauscht werden. Mit' diesen Worten verließ Clara ihren Cousin. - - m Noch zehn Tage mußten verfließen, ehe der erwähnte festliche Tag herankam. Diese Zeit wurde von Konrad und Clara benutzt, einen schonen Gold- rahmen zu kaufen und denselben, als es eintraf, wie Clara vermuthete, daß Herr Stiller und Frau Abends eine ihnen befreundete Familie besuchten, ms Haus denAn- 'o ivür- kniß be- n2 dem chandks „Da, sehen Sie, ehrlicher Freund," versetzte sie, auf das Bild deutend, „wozu der Rahmen bestimmt ist." Christian Bork riß Augen und Mund gleich weit auf. „Herr Je!" rief er, „das is ja der Herr und die Madam. Und sie sehen mir an, als wenn sie springlebendig wären. Ne, was doch Nlknschen- Hände machen können. Der muß ja einen großen Künstler sein, der daS gemalt hat." , Clara blickte lächelnd nach Konrad hin, der daber stand. „Vox populi vox Dei!“ sagte sie. „Auch Herr Christian halt Dich für ein großes Talent, lieber Cousin." Jetzt wuchs das Erstaunen des Hausknechts noch umtzemige Grave. „Was, Sie, Sie, Herr Stiller, haben das Ding da gemalt, nef er. Konrad nickte. Ja lieber Bork." , — „Ne, iS das die Menschenmöglichkeit! Hör'n Sie mal, wenn Sie so was verstehen, dann können Sie ja was ganz anderes werben , als jo n Gastwirth, wie Ihr Herr Papa ist, einen großen Mann, über den dte- Leute tu die Blätter schreiben werden, daß er seine Vaterstadt Ehre macht. Ja, wenn ich so was fabriziren könnte, da würde ich auch nicht Hausknecht blewen und ; die Gäste ausklopfcn und wichsen." , ' r Konrad und Clara lachten herzlich über diese Aeußerung, gaben Herrn ' Martin ■aufmann, i» 9ebc:tn $ Der Brief schloß mit Versicherungen unwandelbarer Freundschaft und stellte ein Wiedersehen in nicht zu ferne Aussicht. Clara brückte das Papier mehr als einmal an die Lippen. Mag er mich immerhin bis jetzt nur Freundin nennen," murmelte sie. „Ich 'weiß doch, daß sich hinter diesem Namen ein noch zärtlicherer versteckt. Der wird schon beim Wiedersehen zum Vorschein kommen." Im Begriffe, den Bries in ihre Kommode zu verschließen, hort sic eine Stimme hinter sich „Clara!" rufen. Sie wandte sich rasch um. Ihr Cousin Konrad, der unbemerkt eingetreten, stand vor ihr. Seine sonst etwa» bleichen Wangen waren geröthct. Seme Augen glanzten in höherem Licht. u r t Clara legte Sande?- Brief rasch in die Schublade und sagte dann: „Ei, Cousin, Du siehst ja heute aus, als ob Du das große Loos gewon- ntn hättest." Konrad Stiller faßte ihre beiven Hande. Nicht eine Million," sagte er, „würde mich so glücklich machen, als die Vollendung meines Bildes, an dem nun nichts weiter, als ein breiter, prachtl- ger ^Dtrna^enfC^-r heimlich in'- Haus schaffen lassen," versetzte Clara. „Es wird sich schon eine Stunde dazu des Abends finden, wo die Eltern irgend eine Gesell^asi^besuchtti^ ßfara< Aber nun folge mir in mein Atelier hinaus und überzeuge Dich, daß ich Recht habe, fröhlich wie ein Kind um müV«gnügen, lieber Cousin Du weißt, daß ich Dir den ersten Bork aber vollkommen Recht. , „Ja, lieber Bork," sagte der junge Mann, ich will Ihren Rath auch be- folgen und ein Künstler zu werden suchen. Ihr Geschäft und schweigen Sie über das, Hochzeitstag meiner Eltern erscheint. Di? überrascht werden." Der Hausknecht lachte pfiffig. * „Aha, merkst Du was! Ich habe eine (Fortsetzung.) „Und darf man fragen, was bas ist?" versetzte die Wlttwe lächelnd. Das Mädchen nickte. _ k , Gern: denn für Sie braucht es kein Geheimniß zu sein. Ich gedenke einem" jungen Manne, Den Sie in unfern Hütei gesehen haben, meinem Cousin Konrav, dazu zu verhelfen, daß er von rem Geschäfte eines Oberkell- nees, da« ihm völlig mißbehagt, io«kommt und sich der schonen Malerkunst wivmen darf, die er längst im Geheimen mit Talent betreibt. Noch kurze Zeit, dann erscheint der Tag, der meinem lieben Cousin da« neue Gluck bringen dürste. G« ist nämlich der Hochzeitstag seiner guten Eltern. SBir feiern ibn liefe« Jahr, wie immer. Herr Stiller giebt dann grofie Gesellschaft. Wenn Alles versammelt ist, dann - aber e« ist unnothig, ^nen >etzt noch gewinnen. Bild sieht und sx-ä; ä-st - * —** -- - nehmen, die dem Herzen re« jungen Manne« entströmen wird. einer muen auf °ha z Zweifel? Ich sagte Dir schon früher, daß Menschen sind Ihnen Dank. Dein 6ift, Dir gelänge,1-de« Hindernis da« sich Deinen Wünschen barteir schuldig Was aber wird denn Ihr Lohn fern für alles Gute, was S.e entgegenstellt,^^^^em^Lege raumen wer Hochzeitstage der El- so energisch bezweckt habend" . 1 " Ein holdes Lächeln überflog Clara's Züge. . Ihre Gedanken flogen in die Ferne, nach dem schönen Dresden hin, wo der Liebling ihrer Seele, der junge Sander weilte. Sie sah ihn im Geiste auf einer der herrlichen Anhöhen der sächsischen Schweiz stehen unv die Arme lednsuchtsvoll nach Norven ausbreiten. Sie glaubte, ihn flüstern zu Horen: Ich komme, ich komme, ehe Du daran denkst, um bas Glück, das Du mir beratet, mit Dir zu thcilen, und Dich der theuren Mutter und den lieben Schwestern zuzuführen, die Dich schon zärtlich lieben, ohne Dich je gese- zu brmge ^^r, denen die Neugier angeboren ist, bestürmten »w«*. .......«. —- SÄnzM**'*’ *" * ?' 7' res*«!«*..•...... *• «<».»«■* Diese- Schreiben de« jungen Sander enthielt M.Itheilungen, die ihr Herz wa- damit sE mit tief£[n «ackeren Manne, der ihr feit einiger »«und-, waren von ihrer Krankheit durch geschickte | Z-^in i« v°°bringen, so redlich und klug e.stand Da sie seine Verschwiegenheit kannte, führte sie ihn selbst in Konrads Aerzte vollständig geheilt worden. Die halberblindete Mutter hatte Hoffnung, vermittelst emes berühmten Augenarztes ihre Sehkraft soweit wieder zu erhalten, daß sie die Aussicht über die häuslichen Geschäfte ouf'S Neue übernehmen konnte. Auch über seinen Vater berichtete Sander Gutes. Er hat gehalten, was er in Hamburg versprochen," schrieb er. Verleihung meiner sanften Mutter und die Liebe seiner Töchter haben sein gan- .(d früheres Wesen verwandelt. Er ist jetzt der liebevollste Gatte, der zart- lichste Later, den man sich denken kann. Auch seiner Eitelkeit, die der erste Hebel zu dem Unglück seiner Familie wurde, hat er entsagt, und wenn ibn Wiedersehen werden, theure Freundin, dann wird Ihrem Auge em Mann erscheinen. Da mein Vater ein beträchtliches Vermögen besitzt, so leben mir Alle sorgenfrei in einem hübschen, bequemen Hause, das er käuflich für fid? und uns erworben. Ich bin jetzt in den Stand gefetzt, meine Musik wahrhaft künstlerisch, unv nicht als bloßen Broverwerb zu treiben. Seit einiger Zeit habe ich mich auch in der Composttion versucht. Einige Lieder haben, m Privatkreisen gesungen, sogar den Beifall der Kenner empfangen. Ich beabsichtige, sie im Druck erscheinen zu lassen. Dann, liebe Clara, werden Sie mir erlauben, daß ich meine CompvsitionS-Versuche der besten Freunvin meines Lebens widme. Ich nenne keinen Namen; aber wer das ist, wird Ihnen Ihr eigenes 3. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Wenn die national-liberale Presse und mittheilt, daß ihre Partei dem Bundeskanzler die Freundschaft aufgekündlgt habe, so würde dies auf Gegenseitigkeit beruhen, wenn man nicht besser sagen müßte, daß die Partei die ihr gewordene Kündigung angenommen hat. Denn man kann wohl aus der Rede des Grafen Bismarck entnehmen, daß die Ueberzeugung längst bei ihm festgestanden, daß er aus einer im Großen und Ganzen so unzuverlässigen Partei eine Majorität nach constitutionellen und parlamentarischen Prinzipien nicht bilden könne. Wenn er sich auf eine solche Partei, wie dieselbe es verlangt, stützen wollte, so hieße dies nichts Anderes, als seine Stellung als Bundeskanzler und Minister des Auswärtigen aufgeben. Ob liberal, ob national liberal — auch diesmal werden wir also den Versuch des Liberalismus, zu einer staatsmännischen Geltung zu kommen, an den beiden alten Grundübeln dieser Partei scheitern sehen: der Doctrin, die dem praktischen Staatslcben keine Rechnung trägt, und der aus derselben entspringenden Selbstüberschätzung. Der „Köln. Ztg." wird heute weiter aus Paris geschrieben: „Als ich auf Grnnd zuverlässiger Angaben die Mittheitung machte, daß und warum Graf Daru es abgelehnt, dem neuen Beust'schen Vorschlag eines gemeinsamen diplomatischen Schrittes in Rom beizutreten, glaubte ich nicht, daß die hier vertraulich mitgetheilte Rote des österreichisch-ungari» schen Reichskanzlers an Graf Trautmannsdorff in Rom doch das französische Amt veranlassen würde, gleichfalls in ähnlicher Weise, wenn auch auf eigene Hand und mit separater Begründung, beim Papst in Concilsangelegenheiten zu interveniren. Und dennoch steht binnen ganz kurzer Zeit eine derartige Intervention bevor, und zwar in Form einer vom Grafen Daru an den Marquis Banneville zu richtenden Note, die dem Cardinal-Staatssectretär Antonelli vorgelesen und ihm in Abschrift hinterlassen werden soll. Diese Note wird sich freilich nicht mit der Unfehlbarkeit beschäftigen, da alles, was in gewissem Sinne Gewissens-Angelegenheit, vom fran- zösischen Cabinct nicht berührt werden mag. Dasselbe beschränkt sich lediglich auf praktische Fragen, und zwar soweit sie im Zusammenhang stehen mit dem Verhältnisse zwischen Kirche und Staat in der Art, wie dasselbe durch das Concordat vom Jahre 1801 geregelt worden ist. Der Ausgangspunkt der Daru'schen Intervention ist nun das zuerst von der „Allg. Ztg." veröffentlichte Schema, welches die negativen Sätze des SpllabuS von 1864 in positive Form kleidet und in dieser Form z. B. die Civil- ehe verurtheilt, den Clerus allein für den legitimen Leiter des Unterrichts erklärt und was dergleichen Ausstellungen mehr sind, die mit dem mehrerwähnten Concordat nicht zusammenreimen. Graf Daru hat die Absicht, die Aufmerksamkeit des Daticans in osfi- cieller Weise auf diesen Umstand zu lenken und ihn so gleichsam davor zu warnen, durch die Annahme des positiven SpllabuS das Band zu zerreißen, wel- ches in Frankreich noch Staat und Kirche zusammenhält. Schon soll in anderer Weise der Curie zu verstehen gegeben werden, in wie weit die neue französische Regierung als ^clerical" betrachtet wer- den dürfe. Ollivier, als CultuSminister, hat soeben dem Kaiser als Nachfolger des Msgr. Donald, Erzbischofs von Lyon, den Erzbischof von Grenoble, Msgr. Genouilhan, vorgcschlagcn, der ein eifriger Gallicaner ist. Ebenso haben Daru und S^griS in der Renan'schen Sache nachgegeben. Letzten Mittwoch faßte der Ministerrath den Beschluß, die Sache reglementsmäßig zu ordnen. Nächsten Sonntag wird das College de France einberufen, um einen Nachfolger für den Lehrstuhl Munck's zu desi- gniren, der natürlich nur Renan selbst sein kann, und am folgenden Freitag wird diese Designirung der Akademie der Inschriften zur Bestätigung vorgelegt." Der „Allg. Ztg." wird aus Belgrad geschrieben: Die Pforte fährt fort in der Herzogewina, Albanien, Bulgarien und Bosnien militärische Rüstungen der ernstesten Natur vorzunehmen. Die Antwort der Pforte, daß an den montenegrinischen Grenzen blos 15,000 Mann Truppen concentrirt seien, kann Serbien nicht beruhigen. Denn erstens sind die Trup- pen die auserlesensten der ganzen türkischen Armee, zweitens genügt ein solches Corps um gegen Montenegro zu operiren, welches im besten Falle nur 10- bis 12,000 Mann in das Feld rücken lassen kann. Aber die Zahl, welche Aali Pascha angibt, ist auch entschieden zu niedrig gegriffen. Redaction, Druck Der „Bresl. Ztg." wird aus Warschau geschrieben: „Dem hiesigen Stabe ist aus Petersburg der Befehl zugegangen, sämmtlichen im Königreiche Polen weilenden Beurlaubten die Weisung zukommen zu lassen, unzögrrlich zu ihren entsprechenden Regimentern sich zu begeben. Der Befehl empfiehlt die Vermeidung jedes Aufsehens, indem er ausdrücklich untersagt, die Einberufung durch Bekanntmachung in den Zeitungen oder durch Circulare zu bewerkstelligen. Vielmehr soll durch Vermittlung der Polizei jedem einzelnen Beurlaubten das Nöthige mitgetheilt werden, und das ganze Verfahren hierbei, so schwierig es auch ist, ein mündliches sein." 4. März. Der Bundesrath des Zollvereins wird, wie jetzt mit Bestimmtheit in Aussicht genommen ist, in der letzten Märzwoche einberufen werden. Als Vorlagen für das Zollparlament hört man nach wie vor nur den erwähnten Vertrag mit Mexiko und den Zolltarif nennen, über dessen Inhalt und Umfang jedoch ein bestimmter Beschluß nicht gefaßt zu sein scheint. Die „Provinzial-Corresp." veröffentlicht einen Artikel, um Vie „irrthümlichen Auslegungen" der Rede des Bundeskanzlers Graf Bismarck in der Debatte über den Antrag Lasker zu widerlegen. Es heißt darin: Es wird behauptet, durch die Erklärungen des Grafen Bismarh wurden die Freunde der Einigung Deutschlands in Süddeutschland entmuthigt. Aber die wahren Freunde der nationalen Sache werden bald erkennen, daß der Bundeskanzler den scheinbaren Fortschritt der nationalen Entwickelung nur darum abweise, um nicht den naturgemäßen sicheren Verlauf der Gesammteinigung Deutschlands gefährnen zu lassen. Die „Patrie" zählt in einem Leitartikel die von preußischer Seite angeordneten Festungsbauten aus badischem Gebiete auf und fügt hinzu: Preußen gerirt sich, als gehörte ihm schon Baven. Preußen. Berlin, 28. Febr. Das Marine-Ministerium beabsichtigt die Erbauung eines eisernen Wasserfahrzeuges, das nach Eröffnung des WilhelmShafenS den auf der Rhede liegenden Schiffen frisches Wasser zuführen full. Es soll 80 Tuns Wasser einzunehmen in der Lage sein. Die Kgl. Schiffbaudirection zu Milhelmshafen ist ermächtigt worden, wegen deS Baues dieses Schiffes Unterhandlungen anzuknupfen — Von Seiten des Handels-, des Finanz-Ministeriums und Ministeriums des Innern ist eine Eollectivverfügung ergangen, die sich auf die Regelung des HausirverkehrS der Ausländer im Jnlande bezieht. B erlin, 1. Mörz. In der heutigen Reichstagssitzung wurde die Debatte über Beibehaltung der Todesstrafe fortgesetzt. Bundeskanzler Graf Biemarck sprach sich heule in längerer Rede für Beibehaltung der Todesstrafe aus und erklärte: Das Strafgesetzbuch werde schwerlich im BnndeSrathe dse Majorität erlangen, wenn das Hauö die Todesstrafe verwerfe. Preußen werde mit allen Stimmen für Beibehaltung der Todesstrafe stimmen und seinen ganzen Einfluß in diesem Sinne aufbieten. — Trotz dieser Erklärung wurde die Aushebung der Todesstrafe gemäß den Anträgen der Abgeordneten Kirchmann und Fries mit 118 gegen 81 Stimmen beschlossen. Königsberg, 25. Febr. 3m Haff herrschte heute ein furchtbarer Sturm. Ein Boot mit 8 Mann ist im Eise verunglückt. 7 Mann sind ertrunken. Bayern. München, 28. Febr. Nachdem nun Graf Bray seine Geneigtheit, das angebotene Ministerportefeuille zu übernehmen, ausdrücklich ausgesprochen hat, sieht man seiner Hieherkuuft in den nächsten Tagen entgegen. Der Posten eines bäuerischen Gesandten in Wien, den sich, wie wir hören, Graf Bray für den Fall eines baldigen Rücktrittes Vorbehalten hat, soll vorläufig nicht besetzt und die Geschäfte durch einen interimistisch abgeordneten Ehargö d'affaireS besorgt werden. München. Der Eizb.schof von München und mehrere andere deutsche Bischöfe haben von Rom aus eine Erklärung ergehen lassen, aus welcher die A. Z. Folgendes mittheilt: „Bei den vielen und vielfach IheilS falschen, theils wahren Nachrichten, welche öffentliche Blätter sowohl über das Wirken des allgemeinen ConcilS als auch über die Gesinnungen der einzelnen Bischöfe verbreiten, und bei den zahlreichen Adressen und Zuschriften, durch welche man von mehreren Seiten bemüht ist, auf die Entscheidungen der Bischöfe einen drängenden Einfluß zu üben, fühlen wir unS ein- für allemal zu nachstehender Erklärung veranlaßt: daß wir solche öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen nur mit großem Schmerz betrachten können, weil dadurch nicht nur die vom Anfänge des Eoncils an künstlich hervorgerufene Aufregung gesteigert wird, sondern auch zahlreiche Gläubige in ihrem Gewissen beängstigt werden; daß wir ferner solchen Demonstrationen nichts entgegensetzen weiden, als Schweigen, und daß wir Keinem ein Recht einräumen, aus diesem unserem Schweigen Schlüffe auf unsere Aeußerungen und Gesinnungen, sei eS nach der einen oder anderen Seite hin, zu ziehen." , Rußland. Petersburg. Der bereits vor 2 Jahren angeregte Plan, in Sibirien eine Universität zu errichten, ist neuerdings wieder ausgenommen worden. Es haben sich von den in Irkutsk, Tobolsk und Omsk freiwillig zurückgebliebenen Verbannten mehrere zur Uebernahme von Lehrerstellen erboten, unter ihnen zehn Literaten, die auf deutschen Universitäten fiudirt haben, und acht Priester, die im Seminar ihre Ausbildung erlangten. Warschau, 24. Febr. In Rußland scheint gegenwärtig, wahrscheinlich in Folge der Entdeckung der socialistischen Verschwörung, eine strenge amtliche Kontrolle der der Post zur Beförderung übergebenen Briefe geübt zu werden. Von verschiedenen Seiten werden nämlich Klagen darüber laut, daß aus deck Auslande eingegangene Briefe auf der Post geöffnet md Verleg 8er Brühl'schen Unio.-Druckerei (Fr.^Chr. 9 und dann durch ein AmtSfiegel wieder verschlossen den Adressaten zugestellt worden seien. Diesen Klagen schließt auch die Redaction deS Katkoff'schen Organs „MoSk. Wied." sich an, indem sie mittheilt, daß ihre Pariser Correspondenz ihr in letzter Zeit wiederholt mit erbrochenem S egel und unter Verschluß eines Petersburger Polizeistegels zugegangen sei. — Wie verlautet, soll die mit großer Enrrgie geführte Untersuchung gegen die Theilnehmer an der socialistischen Verschwörung am 13. k. Mts. beendigt und das Ergebniß alsdann zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden. Krakau, 25. Febr. Barbara Ubryk ist gestern im Hciligengeist.Spitale gestorben. DaS Leichenbegängniß soll aus Furcht vor Demonstrationen geheim flattfinden. Amerika. Die „ Newyorker HandelSztg." meldet einen Vorgang, welcher ernste Folgen haben könnte. Aus den Straßen von Havana wurde auf vier Amerikaner gefeuert, weil sie blaue Halsbinden trugen. Zwei von ihnen wurden getödtet, die Anderen verwundet. Der Generalkapitän ist außer sich, und Herr Fish verlangte Erk.ärungen. Wollte man Krieg, so wurde eS nicht an Gründen fehlen. Vermischtes. Gießen, 3. März. Gestern Abend brannte eS in dem i/z Stunde von hier entfernten Dorfe Wieseck. DaS Feuer zerstörte in kurzer Zeit 5 mit Stroh und Heu noch ziemlich angefullte Scheunen. — Wie bei ziemlich allen Bränden auf dem Lande sah man auch gestern wieder eine große Zahl der Ortseinwohner gemüthlich dem Feuer zuschauen, ohne irgend welche thatkräflige Hülfe zu leisten, so daß es sogar an den nothwendigsten Gefäßen zum Waffertragen mangelte. Desto rühmender müssen wir dem raschen und präcisen Handeln der Gießener Feuerwehr, namentlich der freiwilligen städtischen, unser Lob spenden, indem durch ihr energisches Arbeiten das Feuer möglichst auf feinen Herd beschränkt blieb. Mögen die Braven den Lohn dafür in ihrem Herzen finden! Gießen, 3. Marz. Wir hatten am vergangenen Sonntag Abend Gelegenheit, im Cafö Leib der carnevalistischen Abendunterhaltung der durch ihre frohe, gernüthliche Geselligkeit und gediegenen präcisen Gesangsleistungen gleich ausgezeichneten Gesellschaft „Sängerkranz" beizuwohnen. Selten noch find uns die Stunden so rasch und unmerklich verronnen; erst spät nach Mitternacht verließen wir den Saal und mußten uns gestehen, daß unsere in Erinnerung an frühere vortreffliche Leistungen deS bewährten Vereins ziemlich hochgespannten Erwartungen bei Weitem übertroffen worden waren. Die einzelnen Piecen des sehr passend entworfenen Programms wurden durchweg mit größter Präcifiorr und Sicherheit, namentlich aber die Solovorträge, Tuette u. s. w. mit einer für Dilettanten ungewöhnlichen Vollendung durchgeführt. Von den Ehören wären „Galopp von Genöe" und die Schneider-Ballade, die die größte Heiterkeit erregte, ganz besonders hervorzuheben. Den Emdruck des englischen Duetts, des im Fach der komischen Musik unübertrefflichen Suppö, wußten die beiden aireführeuden Herrn durch Eostüm und Spiel wesentlich zu erhöhen. Auch das Quartett der Chinesen wirkte gewaltig auf die Lachmuoktln des Publikums. In dem Duett „die gestohlene Gans" entfalteten die Herren M. und F., zwei alt berühmte Glieder des Vereins, sowohl in Gesang als Durchführung der äußerst originellen Pisce überhaupt, abermals ihr reiches Talent für Gesangskomik in glänzender Weife. Die „Entstehung deS ersten Kusses von Kiahnert", ein ur-urgeschichtlicheS Bild anö der Schöpfung, erntete in reichem Maaße verdienten Applaus. 3um Schlüsse wurden die Anwesenden noch durch das Auftreten einer von Mitgliedern des Vereins dargestellt.n bohrni, mischen Mufikbande überrascht, die durch Ausführung eines von dem Dirigenten Herrn Steiner für Geigen, Schrllo, Flöte und Harmonika besonders arrangirtem Quodlibets sich als so ungewöhnliche Bande bewährten, daß der Beisallösturm kein Ende nehmen wollte. Der Sängerkranz hat an diesem Abend wieder bewiesen, daß er viele vortreffliche Kräfte in seiner Mitte zählt, noch mehr aber was mit solchen bei so vorzüglicher Leitung, wie sie der Verein in Herrn Steiner besitzt, zu erreicheis ist. Nur die rastlose Mühe, die aufopfernde Thätigkeis eines so talentvollen Dirigenten vermögen in jedem einzelnen ©liebe eines Vereins die Hingebung zu erwecken, wie sie für ein harmonisches Zusammenwirken nothwendig ist. Frankfurt, 1. März. Frankfurt hat am 16. Juli 1866 seine Freiheit, am 15. August 1867 seinen „Pathorn", am 1. März 1870 gar seine „Blätter für Geist, Gemülh und Publicität" verloren! Die „DiboSfolia", die traute Heimath der „Schmeicheldichter", wie Franz in den „Jungfern Köchinnen" sagt, die einem „mitte durch s Herz und wieder eiauS redde", hat ihren altehrwürdigen Titel verloren — sie ist zu einem ganz modernen „Belletristischen Beiblalte deS Frankfurter Journals" — Frankfurt aber um eine „berechtigte Eigenthüm- lichkeit" ärmer geworden. (Fr. Z.) Darmstadt. Man erzählt sich hier eine empörende Handlung, welche sich ein Offizier bei den Reitübungen gegen einen Soldaten erlaubt haben soll. Es heißt, d.r Offizier habe feinem Untergebenen mit der Klinge einen Hieb von solcher Wucht über den Rücken versetzt, daß dieselbe daS Bandelier der Patrontasche und die Kleidungsstücke durchdrang und in dem Rücken deS Mannes eine große Wunde zurückließ. Der Soldat soll fich in ärztlicher Behandlung befinden. — Aus Dünaburg wird geschrieben, daß zu Ende der verflossenen Woche zwei neue Unglücksfälle auf der Petersburg- Warschauer Bahn stattgesunden haben. Ein Güterzug stieß mit einem gemischten Zuge zusammen, welcher Arrestanten und unter den Gütern auch einige Fässer mit Spiritus tranSpor- tirte. Die Fässer wurden zertrümmert. Die Arrestanten konnten der Versuchung nicht widerstehen, sie betranken sich an Spiritus von 90 Grad, und die Folge davon war, baß neun auf der Stelle todt blieben. Einige Tage später sollte sich Nachts zwischen Düna'onrg und Wilna ein Courierzug mit einem Wagrnzug kieuzen. Der Maschinist, der zwischen Tender und Lokomotive gerathen war, wurde furchtbar verstümmelt hervorgezogen und starb nach neun Stunden; seinem Gehilfen waren beide Beine abgerissen; auch ein Mann deS Dienstpersonals soll getödtet worden fein. etsch) in Gießen. Extra-Beilage zu Nr. 28 des Gießener Anzeigers. Eine Bitte an das Herz aller Lehrer, sich mit besonderer Treue der armen, schwachen und verwahrlosten Kinder anzunehmen. was schrecklich wär-, mit Missmuch behandelte. Es wird nicht unpassend sein, wenn ich jetzt nochmals di- Frage aufwerf-: Ist die obige Bitte bezüglich der armen Kinder gerechtfertigt? Sie werden Alle mit nur aus vollem Herzen em 3n ! aussprechen. Aber mit dem Ja dürfte c« nicht genug fein. Darum bitte ick: Wackeres Lehrerherz, sei treu, männlich und stark den armen Kindern gegenüber! Schaue der Armuth recht tief in's Auge I Zeige neben dem männlichen Ernste diesen Armen alle Deine Freundlichkeit und schaffe ihnendas Oefuhl, das; die Schul- eine Stätte ist, wo man nicht Arm, nicht Reich kennt und wo überhaupt alle äusseren Borzüge des L-b-ns in Hintergrund treten. 3«8'- »“B dein Herz einem Vaterherzen gleicht, das alle feine Kinder nut ßteteber L e umfasst. Hüt- Dich, mit ungleichem Maaße zu messen, damit du nicht in diesen jugendlichen Seelen „die Milch der frommen Denkungsart in gahrend Drachengift verwandelst." Werde nicht müde, diese Armen aufzumuntern, ihnen nachzuhelfen, sie zu stärken und zu heben. Werde nicht müde in deiner Strenge unb >n deiner Liebe gegen sic. Und w Ust du ermatten, so wärme dich an dem Feuer der Begeisterung deines grossen Meisters Pestalozzi, der diesen Armen, fast nur den armen Kindern Alles, Alles was er an geistigen und irdischen Gütern besaß, opferte. So möge denn dieser heilige Jammer, den Pestalozzi über die armen Kinder empfand, auch in Ihren Herzen erraten unb taufenbli«linge grud; e tragen. Und in der That hat uns die Geschichte aller Zeitalter zahlreiche Be - spiele ausbewahrt, daß durch die Treue und das Wohlwollen freundlicher Lehrer aus armen Knaben für die Wissenschaft und den Fortschritt Kann« emporaestiegen sind. Jener Vater, der »ns den unsterblichen Mozart gab, erhielt al/ sehr armer Knabe seinen ersten Unterricht im Biolinspielen »unfeinem Schulmeister ind-ssenfrei-n Stunden. Haben nun auch die armen Kinder bezüglich ihres Schullebens, wie wir gesehen haben, mit mancherlei Schwierigketten zu kämpfen, ist manches in ihrer Eifcheinung geeignet, das Interesse für Cieju »erringen, fo hat ihnen ihr gütiger Schöpfer doch häufig Eines verliehen, wo- durch sie ber Aufmerksamkeit ihrer Lehrer schon ganz allem naher treten . nämlich ihre häufigen guten Anlagen, und darum sich eines großen Vorzugs erfreuen vor den schwachen, von denen ich jetzt reden will. In der That beriiisachen d schwachen Kinder, die nur schlechthin so mit dem Namen Dummkopfe belegt werden ihren Lehrern mannigfache Qualen. Mitten in seinem Feuerm-r wirken sie auf'ihn wie ein faltet Regenschauer auf den fröhlich gestimmten Frühlings- Wanderer: wie Bleigewichte hängen si- sich bei ,edem kühnen Anfluge, den e> seinem vorgesteckten Ziele entgegennimmt, an seine Seele und drangen ihn unerbittlich nach rückwärts. Berzweiselnd an jeglichem Erfolge ferner That'gkeit st bet Lehrer diesen Schwachen gegenüber nur zu leicht zu dem Ausspruch- geneigt . ist Hopfen und Malz verloren, und mochte diese geistig armen ihrem weiteren Schicksale Überlassen. Freilich die anfänglichen Aussichten auf Erfolg sind oft wenig verlockend, den Schwachen nachhaltig b-izugehen; andererseits sind d e Anforderungen an die Leistungen des Lehrers so kategorisch gestellt, bass er nm ljch mcht v?el auf Umwegen gehen bars, wenn er ben Aufgaben, die ihm gestellt werben, gerecht werden will. ' Gar leicht haschet bet Lehrere>n-r' Aenqstlichkeit nach feinem Ziele, bas er natürlich nur nut ben befähigten Kopf n erreicht indem er dagegen aber die Schwachen weit links liegen laßt. Es ist däh» nicht läugnen" daß ben schwachen Kindern gegenüber her & rer um leichtesten Gefahr läuft, untreu zu werden, und zwar in einer ttoblmcßcnben, rechtfertigenden Absicht. Man kann geteilter Ansicht darüber sein, vbder Lehrer nicht eine größere Untreue begehe, wenn er diesen Schwachen Mh » 8 e geht und dabei bi- Fähigeren etwas langsamer marschireu laßt, statt diesen letz ttren in ihrem Laufe zu folgen unb jene gleichsam als A«>ör-garde zubehaw dein. So scheint es denn als ob diese Schwachen in " Schule > moralische Nothwendigkeit verurtheilt seien, in ihrem unglücklichen Dunkil zu verharren und die Fesseln geistiger Beschränktheit fort und fort zu tragen. Toch, verweilen wir noch einen Augenblick bei diesen Unglücklichen und betrachten uns das möaliche treulose Verhalten eines Lehrers gegen die schwachen Kinder im Lichte unserer Religion und des reinen MenschenthumS. Die Schule ist in erster Linie ein T-mp-1 christlicher Humanität. Wäre es nun nich e.n S-nzUch V- laugnen ber erhabenen Menschenwürbe, wenn man diesen Armen die Thore, die in tai Reich höherer göttlicher Erkenntniß fuhren, darum verschliessen। wollte, weil sie langsamer auf ihren. Weg dahin wandeln. Ware -S nicht weh als Rohheit sondern Barbarei, wenn man die schwachen Kmder nur als den Aschen- brövel der Schule ansehen wollte, dem der Lehrer nur so seinen geistigenAbfll al« Speise reichen wollte? Brennt in diesen schwachen Kindern nicht auch die, wenn auch gleich wohl schwächere Flamme des Shttl'chenGechcSundaiinstdu Lehrerherz die Grausamkeit über dich geroinnen, anstatt diese Flamme d-S Geist non bem \>arüberliegenhen Schutt zu befreien, sie noch Nestr begraben zu^helfen. , Begreifst du die unchristliche, unmenschliche Harte, die du begehst, wenn ' : Armen statt Brod des geistigen Leben- zu reichen, nur tobte Sterne u «m • i ES ist ein weiser Zug der gütigen Vorsehung, bem ® "i" „ . leib gegeben zu haben unb so sehen wir, baß, wo uns im 9 ein Unglücklicher, ein Hülfsbedürstiger entgegentritt, die Schleuß n unf .• J in dem Maatze seines Unglücks und seiner Hulfsbedurft.gke t sollte nicht auch diesen armen, schwachen Kindern gegenüber fcinen Lehrerherzens reger werden und ein heißer Drang rn ih »»traaen können. Schätzen gerade diesen Schwachen so viel mitzutheilen, ™ , rillen recht 3a tiefe Schwachen wollen recht genau erkannt werden, ch« A"lagens^rM ÄÄSÄÄ ^LreS^eLuen und reichliche Zu- Wenn die Treue, die vornehmste aller Lehrertugenden, schon an und für i fidi von jedem Glied- des LehrerstandeS mit Recht gefordert wird, fo konnnte -S i djeinen als ob eine Bitte, wie die hier in Red- stehende, etwas ganz und gar . Unzulässiges enthalte, oder doch mindestens überflüssig fei; denn wenn der Lehrer die Treue im volle» Sinne des Worts im Allgemeinen fernen Schulern gegen- i über übt, bann hat er auch an den armen, schwachen und verwahrlosten Kindern > getban, was er konnte und sollte. Wäre dem nicht fo bann musste ibn. ja bie ; Treue abhanden gefommen sein; oder soll er dc» größten ^()c't fe'"er 3et* Kraft auf diese drei Kategorien von Kindern verwenden und den übrigen Tyeu seiner Schüler en passant behandeln? Dann wäre er nicht^nur weniger al reu, sondern offenbar ungerecht. Gewiss hat unsere hochlobl. .KreiS-Schu -Com- ’ bei Aufgabe der an Sie zu richtenden Ditte am wenigsten an diese letz- e k Äuff ssun?/-dach' sondern vielmehr an die Gefahren, denen der Lehrer bs. allen guten Vorsätzen und dem besten Willen ausgesetzt ist, maulten ferne« 8 ■ rufe« von der Treue gegen arme, schwache und verwahrloste Kinder abzuweichen. Wenn ich daher unternommen habe, eine Bitte, wie die Eingang« gesprochen, au Sie zu richten, so werden Sie auch jugeben, daß ich die Gefahren vorher zeige, und die« will ich versuchen, indem ich zunächst mit den armen Kindern beginne. Es ist eine Sache der täglichen Erfahrung, daß das arme 51 mb schon ein Mitq-nosse all der Leiden ist, welche sich im Gefolge ber SIrmutb finden. A ber Kummer unb bie Sorgen um bas tägliche B.od, welche bie «Urne Baters unb ber Mutter in büst-r- galten legen, lagern sich auch um das zugenb- liche Kindesherz, trüben seine Lebenslust unb werfen em Tiopflern Jßermutl) n ten Ser einer ersten Freuden. Die Zurückf-tzung-ii, die Vater und Mutter im fociakn und büigerlichen Leben erfahren, bilden den ersten Schlagbaum, an bem feine naiven LebenSanfchauung-n wibe,prallen unb ihm eine Kluft jetgen, »oTber es mit Wehmuth zurückweicht. Der Kampf um die Existenz macht ben Baier hartherzig, bie Muller verdrießlich, da soll auch da« Kind schon an seinem Theil, nach feinen Kräften und häufig über feine Strafte hinaus zur Unterhaltung »er Familie beitragen. Nie erhält es Zeit zu Haufe ferne Ausgaben zu Urnen seine auch noch so kleinen Schularbeiten zu besorgen, -S muß nach dem Willen »er eitern schon schaffen unb streben, sich quälen und Plagen und dem Verdienste nachjagen. Mil Stummer legt sieh ein solch arme« Kind zu Belle, mH Sorge fteht c« auf, -S möchte gerne pünktlich für die Schute arbeiten, aber kaum graut Morgen da treibt die Härte der Eltern, bie freilich au« ber Noch erwachst, »as Kind in das Fabrikgebäude, oder auf Wi-f-n, Felder und Walder, und wenn es dann, wie häufig, die Schule nicht »erfäuml, fo kommt es doch als abgenutzt- lebendige Maschine, oder als abgemattetes, abg-quall-S Geschöpf über die Schwelle »cs Schulsaals, wo ihm der Schlaf und die Müdigkeit sehr bald die Augen zu- drücken Unb wie sieht es au« mit den Lehrmitteln bei dem armen Kinde ? Da ,oll ein Buch angeschaffl werden, ein neue« Schreibheft, die Schiefertafel bestehl nur noch aus einzelnen Stücken, da ist Herzeleid in der Seele de- armen Km- »c« Sein Wunsch um Anschaffung dieser Gegenstände kann nur auf Umwegen vor da« Ohr des Vater- gebracht werden. Di- Mutter benutzt einen günstigen Augenblick, die Verlegenheiten des Kindes dem Vater vorzutragen, verdr ss ch, ab/r doch gibt er nach und eine lange schwere Sorge walzt sich ab von der Seele de? Kinde-. Aber ber Lehrer forbert auch Reinlichkeit m äusseren «rfA.itiiina feiner Schüler und wie siebt -s da bei dem armen Kinde auä < Bielleicht ist fein Körper an und für sich leidlich reinlich, aber feine Kleider sind Mmnhln erriffen und zerlumpt bis zum Eckel. Das Kind mochte gern in reinen und ganzen Kleidern erscheinen, aber wer soll ihm dazu verhelfen? ®» °ft «« auch den Ellern sein Anliegen offenbart, fo geben sie ihm doch kein Geh°r f°" dern entschuldigen sich mit der theuren Zeit unb dem ungenügenden Berdienste. So befiel sich denn eine Sorge um Vie andere an die Seele des armen Kindes, und wir sehen dasselbe in der Schule als eine geistig gedruckte, körperlich e t- ftellte Erscheinung, wenig geeignet, das Auge des Lehrers an sich heranzuzieh . Wie ganz anders gestaltet sich doch bie Lage des Kindes eines reichen Mannes . No» all den lausend Dualen und Plackereien, mit denen das arme Kind zu kämpfen hat, wird das reiche Nichts gewahr. Ihm fließen die Tage in feilere ou(i »abin und auch die Schule, wenn es mit normalen Anlagen ausgestaltet iÜ, bereitet i m X erbeblid.cn Sorgen. Wie oft stehen ihm m Hmsich d r Schule noch ganz besondere freundliche Bilder vor der Seele. Sem Vater ist SSt ein Freund, ein Gesellschafter seine« Lehrers, di- Mutt-r e,ne Freundin der Lehrersfrau und es selbst ein aus naheliegenden Ursachen in der Familie de« Lehrers a-rn ä-sebener Gast. Und wer wollte -S läugnen, daß der Besitz oder bisser ber Reich hum auch in der staatlichen Gesetzgebung eine solche Anerkennung a n ,6t bafi fdbll ein Äinb berauefüblt, der Boden auf dem es st-b-, muss-dem Lehrer'imponiren? Und ist ber L-br-r in feinen abhängigen, finanziell«! Behältnissen nicht manchmal wiber sein besseres Wollen genotbigt, d'-sem B fi C » tfffionen zu machen? So verbreitet benn bie Stellung beS reichen Kindes dicht um sich während da« arme neben ihm im dunklen Schatten steht. Das Auge de« Menschen wendet sich aber naturgemäß lieber bem Lichte zu als dem ^chat- blumigen Gestalten und darüber jene ankere, deren Dnsein sich steren^unscheinbaren Hülle verbirgt, vergässe, mit Gleichgültigkeit, mit Ka , Eine Conkerenz-Arbeit, vorgetragen von Herrn Lehrer Funk zu Steuern in der General-Conf-renz ber Lehrer b-s Kreises Gi-ß-n. fuhr von Nahrung die Freude eines reichen Erndtesegens erwirbt, so möge auch das Lebrerherz nicht ermüden, das schwach glimmende GeisteSfünklein im schwachen Kinde anzufachcn, zu beleben und zu nähren. Und wie oft wird nicht diese Treue sehr bald belohnt! Haben wir nicht Beispiele, daß sehr bedeutende Größen aus dem Felde der Wissenschaft in ihren Kinderjahren zu den Schwachen und Beschränkten zählten? Muß nicht das Gold und alle die edlen Metalle vom Schutte befreit aus dem tiefen Schacht der Erde gegraben werden? Fürwahr es gewährt göttliche Freuden für den Lehrer, in den schwachen Kindern das kümmerlich leuchtende Fünklein des göttlichen Geistes zur hell lodernden Flamme anzufachen und wollten wir auf diese Freuden verzichten? Die Geschichte der Pädagogik erzählt uns, daß jener menschenfreundliche Abbe de l'Epee Thränen der Freude weinte, als cs ihm gelungen war, einigen taubstummen Kindern die ersten religiösen Begriffe zum Bewußtsein gebracht zu haben. Unsere Arbeit mit den schwachen Kindern ist leichter, dcr Erfolg sicherer. Darum, muthig den Schwachen in's Angesicht schauen, mit dem Geiste freudiger Hingabe jeden Zweifel an Erfolg, jeden aufsteigenden Mißmuth niederdrücken, und trägt auch unser Saatkorn nicht immer sechzigfältige Frucht, so ist es doch schon ein großer, göttlicher Gewinn, auf dem Boden Früchte zu sehen, den man sonst nur gewohnt war, als dürre Haide zu betrachten. So scheide ich denn von den schwachen Kindern mit der Bitte, daß sie Ihrem Herzen recht warm empfohlen sein möchten. Noch bleibt mir übrig, Ihre Herzen zu entzünden mit dem Feuer der Liebe für jene dritte Klasse von unglücklichen Kindern, nämlich für die verwahrloste n. Wenn man von verwahrlosten Kindern redet, so ist man nur zu geneigt, an die Kinder der ärmeren Volksklassen z>. denken, die, wie wir vorhin gesehen haben, aus mancherlei Ursachen den Anforderungen der Schule nicht ganz gerecht wer- den können, oder auch an die schwachen, die allerdings in Folge von Verwahrlosung seitens ihrer Lehrer in den Zustand geistigen Schwachseins hincinwachsin können. Doch die verwahrlosten Kinder im eigentlichen Sinne des Worts treten uns nicht nur aus der armen Bevölkerung entgegen, sondern wir treffen sie in allen Schichten des Volkes. Sie entwickeln sich in der Hütte des TaglöhnerS wie auf dem Hofe des Großbesitzers, in der ärmlichen Kammer des Fabrikarbeiters wie in dem prunkenden Salon des reichen Kaufmanns, in dcr W-rkstätte des bescheidenen Handwerkers wie auf Parquetboden des hochstehenden Beamten. Es gehört nicht zu meiner Aufgabe, zu untersuchen, wie und wodurch die verwahrlosten Kinder zum Vorschein kommen, meine Ausgabe constatirt, daß sie wirklich da sind und der Trerre ihrer Lehrer empfohlen werden sollen. Doch ist es hier zuständig, daß ich diese Verwahrlosten charakterisire, denn wenn man Jemand der Aufmerksamkeit eines Dritten empfehlen will, so ist es nöthig, die Eigenschaften des Ersteren dem Letzteren vorzuführen. Diese verwahrlosten Kinder sind, um sie in einem biblischen Gleichmß zu betrachten, jene, bei denen der ausgestreute Samen auf den Weg oder das Steinigte fällt. Sie sind öfter mit Fähigkeiten ausgestattet, allein es fehlt ihnen der sittliche Ernst, ihre Gaben in dem Dienste der Schule zu verwenden. Diese Kinder sind sittlich moralische Krüppel, an denen die Auswüchse ungezügelter Sinnlichkeit wuchern und ihnen das Mark des gediegenen sittlichen Wollens aussaugen, so daß, wenn sie auch einen Anlauf zu einem geregelten ernsten Streben nehmen, sie bald aus moralisch sittlicher Erschöpfung wieder am Boden liegen, es sind diese Kinder, die C;ne wechselnde Lichtscheibe zeigen, dem Lehrer bald Blumen zu pflücken geben, bald ihn mit Dornen verwunden, bald das Herz des Lehrers anziehen, bald ab- stvßcn. Man sieht, daß diese Verwahrlosten schon an und für sich der Gegenstand d.s lebhaftesten Interesses von Seiten des Lehrers sein können und man sie dcßhalb dcr Treue ihrer Lehrer nicht erst zu empfehlen brauche, da dieser oft genug gereizt wird, ihnen näher zu treten. Aber gerade deßhalb, weil sie dem Lehrer so viele Täuschungen bereiten, weil sic so oftmals noch dazu mit frevelnder Hand die junge Saat, die cr hoffnungsvoll streute, wilder zerstören, darum zieht sich das verwundete Herz des Lehrers gern von diesen Jrrlichterscheinungen zurück und der Lehrer ist in Gefahr, untreu an ihnen zu werden. Doch was sagt unser hochverehrter Dichter Herder? Eine schöne Menschensecle sinden, ist Gewinn, ein schönerer Gewinn ist, sie erhalten, doch der schönst' und schwerste ist, sie, die schon verloren war, zu retten. Und fordert uns nicht auch das schöne Gleichniß vom verlorenen Schäflein auf, diesen Verwahrlosten nachzugehcn, bis wir sie fest erfaßt und zur Heerde zurückgebracht haben? An diesen verwahrlosten, unter die Mörder gefallenen Naturen hat der Lehrer Gelegenheit, Sama- riterdienste zu verrichten, die seinem bescheidenen mitunter freudlosen Dasein eine Glorie verleihen, um welche ihn der siegreiche mit dem Lorbeerkranz bedeckte Feldherr beneiden möchte. Und wer möchte auf solchen Kranz verzichten. Darum treuer Lehrer, werde nicht müde, deine verwahrlosten Schüler, so oft sie auch strauchtln, wieder auszuhcben, so oft sie dich täuschen, fasse sie wilder aufs Neue; so manchmal sic dein Herz verwunden, laß den Quell deiner Liebe nie gegen sie versiegen und gelingt es Dir auch nicht in allen Fällen, das verwahrloste Kind auf den rechten Pfad zu bringen, so ist's doch ein großer Gewinn, wenn auch nur ein einziges Schäflein durch deine Treue umkehrt auf den Weg des Lichts. Lange Jahre nach dem Tode des sinnigen, zärtlichen Dichters Gellert, trat ein Mann auf sein Grab, kniete nieder und bekannte unter Thränen des Dankes, daß er in seiner Jugend durch die liebevolle Treue dieses Lehrers aus den Sümpfen des Lasters gezogen worden sei. Wem es gelingen möchte, über seinem Grabe ein solchem Bekenntniß zu erzeugen, würde er nicht alle Mühen, oße (fnb täuschungcn, kurz den Jammer eines ganzen Lehrcrlebens freudig dagegen setzen? Bleiben wir dabei, Freunde und Collegen: die armen mit der Treue eines Pestalozzi, die schwachen mit der feurigen Hingabe eines Abbö de lEpee und die verwahr! osten Kinder mit der heiteren Liebe eines Gellert anzu- faffen, dann wird die Verheißung, die uns der größte Kindersreund, unser Heiland Jesus Christus, hinterlassen hat, diesseits und jenseits nicht mangeln: Die Lehrer werden leuchten wie des Himmels Glanz. Vrühl'sche Univ.-Druckerci (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.