1870. Gießen, am 2. Moder 1d70. Betreffend: * 3. Oktober.' »ar der ganze Grimm der niederen.B-boUerung, inttm- ,in badischer SS!&?**• «7 «’JSÄÄÄ S*ÄS- ä" ä <» — * * rühmliihst i verehrten . October, !, — Preise außerhalb Abonnenten, welche r®. Damit unsere getroffen, daß » Dallthor b, lgMt' unde. ^fcOcn ßung er« krscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1- 29. b, das gro?>e bU»* S»r Mte's- n jtf* mitt und •'un’ w ’nn m t cin^ dtlb^Aelk- "CwW 1, ireublfl «Hui** '"ben rrup^ hB Die Erhebung von 3 o meister. können so- ----— dermädcken $ bet ber ^reiS vierteljährig 1 ft. 12 ft. - «it Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. .cbmitt in nirtrfleitütn erhalten. Cct ferner ihie Binden, z, 15 Paar lknhausen nö 12 Paar r: 26 fi. - mannt 46 fl. W wurde, lheil unterer men, immer ind das von n spricht die eben werde. Senden Zn- WHh?rTna°ii'ckFWTntarnt Gießen an fimmUW - - 15 6' ** Di- H,»„--«,«» -» d!- E-d- S-MM»« !-«>»-» H-A-a». I, ohne Mahnung bezahlt werden. Vom Kriegsschauplatz. D» »ln-E K SÄ sL «’S corps gehen in der Richtung auf H « « « Außenregierung. Dort war Loire über Orleans gegen Tour», den toi« besitzt; hier waren die Clermont, zwischen Compiögne un ö STJÄ.»* - s-~ ----------- , T-,, 5,inD nach keiner bestimmten Seite Paris, 29. September. Der Fein ch^l ^^^,j,^,golinlen außerhalb angreif-nd vorgehen i' «* ®J Aiit die Höhen in großer Entser. Kanonensedußwnte von den Fort aing > ü obet Recognoscerungen de- nung besetzt. So °N man 1reffen meisten» glücklich. Der merk:, »erden Granaten gewor^n, un ck aj(1£ä ^in an unv Feind l-gt ein »MchanzttS Lager nach bleiben. In einigen schei"' SJorfcbtungen NaM>nalgarve haben, jede» »on, 1500 SS: Tn Lieg-rach wird für die Nationalgarde eingesetzt, wie ,ur "'""Der General Trochu ha. eine Proclama.ion erlassen gegen Verletzungen bk» Hausrechts unv andere Unordnungen. Franzosen in der um. Bachcrauvillc (bei $erbun), Seant«! gemacht, schloffenen Festung haben ß-utenoch e Trommeln und Pfeifen meh. Gegen 11 Uhr Morgen» marschlrten 8 Richtung vor und griffen die rcre Compagnien aus der 6ttal“ e 'J! liw*Ce 10. Compagnie de» 65. Linien, aus dem lmken Maasuser auf Borpost @ranaten in den Waid, den Regiment» an. Zugleich flogen «u« ^^n haben. Dem Feind ruckte Der. die Unserigen besetzt hielten und t pf 8 9^^ {flm a„g,sprengt. Inzwischen stärkung nach und selbst französische unserer dortigen Feldwache, aber waren auf dem «»ten Ufer d Fff in die feindlichen > Lust zum weiteren Vorrucken »erging. Un° französische Cavallerie vor einer neben ihr > chre Front veränderte und den nächsten ttnltpiaßenvui r*~v— - - '' fomm£n- Die ganze Affaire dauerte Weg nach dem Orte suchte, woher fi>9 , : Uhr sauste als Abschiedsgruß bis 4 Uhr Nachmittags; doch. noch umn JCc^Cn fn’U Ablösung begriffen iS. SÜW»! T?ÄÄ »MM «* » * Organisation ist den Präfekten ube trag KriegS-Minister sie reelamrr . 35 Jahren verbleiben in c 6b^‘Vaticnal9arte die Waffen abuehmen, Vie Die Präfecten können der seßhaften rcauiriren. Die FrancttreurS sind Mobilgarde damit bewaffnrri und W Di-ciplinar-Verordnung für iui Disposition des Krieg-'Minister g I die Mobiigarve ist auch für sie gult'g- .Meldet: „Die Der- TourS, 30. Sept- Au^Chartte» Ein Luf.fchiffer mit Depefchcn"ist angekommen und '^ff»^'»^ Tour« ( ^abtn , stal.gefunden, .l. VE Erg°bniß die Abstellung d^r^ Wahlen zu bUrach.en^^^^^ der nfÄe S 8«,«« *ÄiÄ eroberten Hauptstadt des Elf affe > ’ „ fcer deutschen Truppen ^l^e'Grtmi^de^iUeddren Bevölkerung, bie wirklich Die „Kreuzztg." fW« Hinweisen zu cütfen, daß Herr Aufgabe haben, in St- Petersburg oder sörmliche Verhandlungen z . , no(jh^em man dort einerseits der ein wenig günstige« fin e - g9^pat^en entgegenbringt al« der Wie- «venluellen Republik unbedingt weniger ( iintr andern Dynastie, derausrichtung der bish-rigen „ Garantiesorderungen - .'”.mtt ”ot' anverersetts aber Die von Preußen gttir f -6fifcbe Berfion die richtige ist — 7u-gesetzt, daß Vie preußisch- «.» A' flbet gedachten als den Umständen nach maß Aussicht zu stehen, wenn es sich bestätigt, Mission um so weniger e.n E f-l m Aussteht^zu $ »orsinve , daß Hr. Thiers in Ct. Petersvu g . Mxaieruna nochmals, und be* 5S. Ä Ä «1“' ‘ ß- » «■ ’-ÄtÄ -“Ä was der hervorragende p"u^!che { __ sind wir keineswegs überzeugt, Frankreichs geschrieben sag ' « Plätze umgewanvelt, Frankreich hin- daß Straßburg und Metz, tn einen Krieg zu beginnen. Der dern würden, allein oder mit wurde mit einer solchen Leichtfertigkeit jetz, seinem Ende sich zuneigende K 8 (ein Schluß gerechtfertigt und begonnen, daß von W mehr, zu Deutschland ge- unmöglich sei, anzunehm , 6 Patriotismus verhindern könnten. Nicht schlaaen, den Ausbruch krlegensch n Patriotismus v fischen zwei Grenon, io gut bewacht sie। auch> se.en,^g S££(d)n>l4ügung des gegenseitigen Srten Nationen; dies "»'etunien wäJen aber nur der fühlbar e «nt Ä‘» ®Si Ä« - -- — “l" •""* ®“' '* anzuspornen." ______ Dienstag den 4. Oktober Ne. US „ . Serben noch fortwä^b fo»»M B-stÄm.g-^f «-Ä?«»‘SMÄT..... “* d.» »|«9« bell» &'*U Strolche sofort standrechtlich erschossen worden sind, ohne Lebensgefahr es wagen, in der Stadt herumzugehen. Das Standrecht ist proclamirt und ave Waffen sind weggenommen worden. Einige Stadttheile, namentlich in der Nähe der Finkmatt und der zuerst weggenommenen Lünetten 52 und 53, sind arg mitgenommen , und in diesen viele ganz in Trümmer geschossene Häuser, nur wenige ganz unbeschädigt. Dagegen sind andere Stadttheile fast ganz vom Bombardement verschont geblieben. Die Citadelle ist ganz in Trümmer geschossen, so daß sich der Commandant allerdings nicht länger halten konnte und dem in zwei bis drei Tagen beabsichtigten Sturm nicht hätte widerstehen können. Natürlich wäre die Stadt dadurch nur noch mehr ruinirt worden. Das Münster hat allerdings einige Beschädigungen erlitten, doch sind sie im Verhältniß zu diesem kolossalen Bau unbedeutend. Die Orgel ist durch eine Bombe zerfetzt, einige Fenster ein» gerissen und am Thurme, wo einige Granaten geplatzt sind, einzelne Stücke aus- gerissen, was aber nicht so schwierig zu repariren sein dürfte, wenn erst einmal das Gerüste dazu fertig und angebracht ist. Das Theater ist ganz ausgebrannt. Das schöne Cafe am Broglieplatz ist ebenfalls stark mitgenommen. Viele Waffen sind von den Franzosen vor der Uebergabe in die III geworfen und von da gestern von badischen und preußischen Soldaten herausgesischt worden. Ein großer Theil derselben war noch dazu zerschlagen und zerbrochen. Die Gefangenen wurden größtentheils schon gestern herausgeschafft und nach Rastatt dirigirt. Einige kleine Trupps sah ich noch auf den Straßen von preußischer Garde-Land- wehr transportiren. Es waren Leute aller Waffengattungen, darunter auch Turkos und Zuaven. Offiziere sah ich noch viele mit ihren Säbeln und Degen; doch heißt es, daß sie ihnen heute abgenommen werden sollen, da Mißbrauch getrieben worden sei. Von der BelagcrungSarmee wurden noch gestern einige Theile, die nicht zur Besatzung von Straßburg verwendet werden, zum Aufbruch nach Paris beordert. Die herrliche Allee von Kehl nach Straßburg, aus mehr als 100jährigen Bäumen bestehend, ist leider ein Opfer des Krieges geworden. Die französische Zerstörungswuth hat die Bäume gefällt und den Weg damit verrammelt, während die ganze Umgegend (das niedere Terrain) unter Wasser gesetzt wurde. Man hoffte dadurch die Deutschen abzuhalten, denen aber ihre Kugeln den Weg gebahnt haben. Kehl Stadt ist arg zusammengeschoffen. Davon stehen keine 6 ganz unbeschädigten Häuser mehr. Die Hälfte ist aber ganz demolirt. Kehl Dorf, das entfernter liegt, ist weniger mitgenommen. Seit gestern und vorgestern kehren die Einwohner allmählig zurück und bringen ihre Habseligkeiten wieder mit, denn auch die Bewohner von Kehl Dorf waren größtentheils fort und in die benachbarten Orte gezogen, das Ende der Belagerung abzuwarten. Ebenso ist es in Straßburg, wo es den ganz.cn Tag einwandert zu Fuß, zu Roß und zu Wagen. Durch das Austerlitzer Thor ist eine wahre Wallfahrt. Es ist durch preußische Garde-Landwehr besetzt. Die badischen bei Kehl aufgestellten 5 Batterien, 2 Mörserbatterien, 2 12-Plunder und eine 24-Pfünder, werden sehr viel von Neugierigen besucht. Sie sind in hohem Grade interessant. Bis jetzt ist der Verkehr über den Rhein nur durch Fähren möglich, doch sind die badischen Pionniere schon zur Ausschlagung einer Schiffbrücke angelangt. Rastatt, 30. September. Gestern Abend nach 4 Ubr sind die Straßburger Kriegsgefangenen in der Stärke von etwa 15,000 Mann, escortirt von badischen Truppen, hier eingetroffen. Gießen. Von befreundeter Hand wird UNS folgender Aufruf aus Mexico mrtgetheilt, welcher Zeugniß gicbt von dem hohen Werth, welchen unsere Landsleute auf ein geeinigtes deutsches Vaterland legen. Mögen Ihre Hoffnungen, welche Sie auf uns gesetzt haben, nicht durch kleinliche Zwistigkeiten bei Con- stituirung des künftigen deutschen Reiches zu sehr herabgrstimmt werdcn. Der Aufruf lautet: An sämmtliche in Mexico lebende Deutsche. Landsleute! Der große entscheidende Moment ist endlich da! Deutschland rief seine Sühne zu den Waffen und setzt das Höchste ein für seine Ehre. Alle künstlichen Scheidelinien, die Verblendung und unglückliche Verkettung von Umständen zwischen seinen Stämmen gezogen, brechen mit einem Schlage zusammen vor dem überwältigenden Gedanken: das gemeinsame Vater« land ist in Gefahr! — Da fühlen sie Alle, in Nord und Süd, daß sie fest daran halten müssen, mit ihrem ganzen Herzen, fest zusammen stehen und siegen müssen, damit die Welt erfahre, was Deutschland kann, wenn alle seine Söhne einig find und ernstlich wollen. Schon hat der Feind, der uns zu provociren wagte, das deutsche Schwert gefühlt und siegreich dringen unsere Armeen vor. Nicht Allen indeß ist eS vergönnt, activ am Kampfe Theil zu nehmen; aber Alle können in ihrer Sphäre helfen und ihre Ehrenschuld ans Vaterland und Die welche Gut und Blut für dasselbe eirgetzcn, abtragen. — Unsere verwundeten und sterbenden Brüder haben das Recht zu erwarten, daß der, der nicht an ihrer Seite kämpfen konnte, für sie und ihre Hinterbleibenden sorge und fein Opfer zu groß erachte, um dies in vollstem Maaße, würdig der großen Sache die uns bewegt, zu erreichen. — Das ist das Feld, auf dem der Deutsche im Auslande wirken kann und wirken muß, wo er seinen Patriotismus, seine Liebe zum großen schönen Vaterlande, wovon er so oft gesungen, durch die That beweisen kann. — Zeigen auch wir in Merico, daß die große Zeit kein kleines Geschlecht gefunden, daß wir den ganzen Ernst der Situation begreifen und unsere Pflicht thun wollen im weitesten Sinne des Wortes. Nie ist ein solcher Mo- ment, es zu bethätigen, dagewesen wie jetzt und nie wird er wiederkommen — gern und freudig muffen wir geben, damit wir selbst und Andre in spätem Tagen, wenn Deutschland einig, groß und stark dasteht, mit Stolz und Zufriedenheit sagen können: „auch die Deutschen in Merico waren 1870 auf der Höhe ihrer Zeit." Der Vorstand des Deutschen Hauses glaubt im Sinne aller Landsleute zu handeln wenn er sich an die Spitze des patriotischen Unternehmens stellt, Gaben für die verwundeten Bruder und die Hinterbliebenen der Gefallenen zu sammeln. Voll festen Vertrauens und sicherer freudiger Hoffnung wendet er sich daher an Alle in der Hauptstadt und im Innern Merico'S lebende Deutsche, mit der Bitte um Zeichnung und Einsendung reichlicher Spenden. . . « öffncn toir uns're Herzen und uns're Börsen unter dem ganzen Einflüsse deS Gedan^nS, daß Die, denen wir helfen wollen. Alles hergedcn, um das beleidigte Vater- land Zu rachen, seine schönsten Provinzen vor feindlichen Gelüsten zu schirmen und seinen Namen v mtVUnd gebietend zu machen, drüben und überall; — sie sterben, bluten und opfern Hab und Gut ja auch für uns. Das Eonsulat des norddeutschen Bundes, die Herren Gerardo Warnholtz & (So. sowie die unterzeichneten Mitglieder des Comite'S nehmen Beiträge von hier und auswärts, entgegen und werden deren Verzeichniß s. Z. durch em verbreitetes Journal veröffentlichen. zr , n- u on „ Merico im August 1870. (Jarl Felir. ^tto Schlesinger. Joachim Flebbe. Hermann Stiegler.' Carl Fredenhagen. Carl von der Becke. Herman Bietsch. Mar Boker. B. Desebrock. A. Hölscher. Aug. Hoch. Darmstadt, 28. September. Von einem mehrtägigen Aufenthalt bei unserer Division zu Ars sur Moselle zurückgekehrt, halte ich mich zu oer öffentlichen Mlttheilung verpflichtet, daß dem Nothstand unserer Truppen, unter welchem dieselben bei dem schlimmsten Wetter in den Bivouaks bei Rezonville schwer gelitten hatten, nunmehr genügend abgeholfen ist. Ich hatte Gelegenheit, einen großen Theil der Division bei einem Feldgottesdienst zusammen zu sehen und war erstaunt, über den guten Zustand, tn welchem sich die Kleidungsstücke noch befinden. Dem Bedürfniß nach wollenen Unterkleidungsstücken ist durch die frei, willige HülfSthätigkeit für den Augenblick schon ziemlich Genüge geleistet, und die von den Landstänten bewilligten Anschaffungen werden das Fehlende noch ergänzen und voraussichtlich selbst bet einer noch Monate fortdauernden Cerui. rung von Metz den jeweiligen Bedarf decken. Die Verpflegung ist nach mir Re. wordenen vielfachen Versicherungen von Offizieren und Soldaten dermalen durch, aus geregelt und gut, ja an manchen Gegenständen, z. B. Cigarren rc., ist zeitweise solcher Ueberfluß, daß die herbeigereisten Spekulanten ihre Waare nicht los werden können. In ArS selbst schaffen die Kaufleute, Metzger, Bäcker und Wirthe, nachdem sie gesehen, daß Alles baar bezahlt wirb, genügende Vorräthe herbei, so daß man einen großen Theil des Bedarfs dort kaufen kann. Die dcrmalige Lage unserer Division, von welcher stets ein Theil in Quartieren lie^t gicbt also tn Ansehung ihres Standortes und der Verpflegung dermalen zu keinerlei Besorgnissen mehr Veranlassung, scheint vielmehr so gut zu sein, als dies unter den gegebenen Verhältnissen überhaupt möglich ist. Ich gebe deßhalv allen Angehörigen und Freunden von Soldaten den Rath, in weiteren Sendungen an dieselben nicht voreilig zu sein, vielmehr die durch den raschen Postverkehr sehr erleichterte Anforderung abzuwarten und sich bei Sendungen jeden- falls auf notbwendige oder zweckmäßige und dem Verderb nicht ausgesetzte Gegenstände zu beschränken. Durch diesen Rath entspreche ich vielfachen Wünschen von Soldaten und Offizieren. A. Ohly, Hofgerichts-Advocat. Frankfurt, 1. Oct. Die Kronprinzessin Victoria überreichte dem Polizei- Präsidenten Madar tausend Thaler für Straßburg. Mainz, 30. Sept. Auf den öffentlichen Plätzen und den Militärge- bauden, den Casernen rc. sind heute wieder die Siegesflaggen aufgezogen; die Stadt dagegen zeigt wenige oder keine Zeichen der Freude. Sie ehrt zwar den Erfolg der deutschen Waffen; aber sie ist mehr wie jede andere in der nicht beueidenswerthen Lage, die coloffalen unverschuldeten Opfer zu würdigen welche Straßburgs Bürgerschaft erwachsen sind. — Gestern Nacht ist der erste der für mehrere folgende Nächte angekündigten starken Züge Kranker hier durchpassirt. Diese Züge laufen direct von Pont-d-Mousson ab, und werden gegen 7000 Kranke von den Truppen vor Metz heimwärts befördern. Dieses sind gerade keine erfreulichen Zeichen, und stimmt schlecht zu den Versicherungen, daß dort jetzt kein Uebelstand und keinerlei Mangel unter den Truppen herrsche. Eines läßt sich freilich constatiren, nämlich Das, daß unter diesen Kranken allerdings nicht viel Chargirte angetroffen werden. — Das vor etwa drei Wochen von Metz hierher verlegte 67. preußische Infanterie-Regiment wird wieder zur mobilen Armee, und zwar nach dem Elsaß, abgehen, wo es zur Besatzung von Straßburg stoßen soll. — Auch hier werden die bisher zu Lazareth- oder anderen militärischen Zwecken verwendeten Räume des Gym- nastums, der Realschule und der Volksschulen mit dem nächsten Montage ihren eigentlichen Bestimmungen wieder zurückgegeben und der Unterricht wird allgemein nach zweimonatlicher Unterbrechung wieder beginnen. — Der Dnrch- zug der päpstlichen Armee hat begonnen; morgen werden 3000 Zuaven von derselben erwartet. Coblenz, 29. September. Die eingezogenen Landwehrleute verschiedener Truppengattungen, welche 1852 bis 1853 eingUreten, sollen in ihre Heimatb cntlüfj'en werden. Dagegen hat ein Theil unserer FestungSartillerie, jüngere Jahrgänge, Marschordre erhalten zur Verstärkung des Be'.agerungscorpS bei Paris. Nach Miitheilung eines Soldaten vom Metzer BelagecungScorpS vom 27. September muß in der Festung schon bedeutender Mangel an Lebensmitteln Herrschen, indem die Vorposten Nachts häufig von großen Schaaren Franzosen beunruhigt werden, welche sich jedoch nur für den Bestand der Kartoffelfelder tnteressiren und dann eiligst mit ihrer Beute in die Festung schlüpfen. Ebenso sollen deutsche und französische Truppen sich Morgens um das Kaffecwasser prügeln. — Heute früh ging eine seltene Ladung nach dem Zeltlager der gefangenen Franzosen auf der Wahner Haide von hier ab: man spcdirte nämlich eine große Schafherde per Schiff rheinabwä'rts. Fulda. Die Fürsten Löwenstein-Wcrlhheim, Isenburg -Birstein, Cajus Graf ^lolberg-Stolberg rc. fordern, angesichts der Bedrängniß des Papstes, die Katholiken Deutschlands zu einer Wallfahrt nach dem hier befindlichen Grabe Bonifacius auf. Die Wallfahrt soll am 12. Oc,ober staitfinden. Nach der soll, wie der Aufruf sagt, eine vertrauliche Besprechung der wichtigsten rengt^en Fragen stattfinden, welche erforderlichen Falls an den folgenden Tagen fortgesetzt werde. Berlin, 28. September. In diesen Tagen passirte durch Berlin die M^E-B-esenkEve, welche, nachdem sie 1867 auf der Pariser Ausstellung Aller Blicke auf sich gezogen, nach Schleswig-Holstein zur Küstenbefestigung ge- schickt wurde. Dem Monstrum war es nicht vergönnt, eine Probe gegen die französische Flotte abzulegen, und so macht es jetzt zum zweiten Male den Weg nach Jhriß, um dort seinen gewaltigen ehernen Mund zu öffnen. , Berlin, 1. Oct. Der Hausminister v. Schleinitz hat auf Befehl des Äonigö 5000 Thlr. zur Merstütznna der Straßburger Nothleidenden abgesandt. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" dementirt das Gerücht von der Abberufung des Frhrn. von Arnim. , , .EEN, 1. Oct. Der Kaiser von Rußland hat dem General v. Moltke den höchsten rtissischen Orden, den Georgsorden (2. Cl.), übersendet. Stuttgart, 28. Sept. Der Staats-Anzeiger sagt: Die Münchener Mi- mster->Conferenz wurde am 22. September eröffnet, am 27. September geschlossen. ' 3m Gegensatz zu den Unterhandlungen auf Grund von Vollmachten wurde der Charakter von Besprechungen unter Feststellung schriftlicher Anhaltspunkte aller- stlts gewahrt. Der Gegenstand der Besprechungen war die Gründung einer Bundesvttfassung zwischen den Nordbundstaaten und den süddeutschen Smaten, zunächst Baiern und Württemberg. Die von den letzteren als durch ihre Verhältnisse geboten erachteten Bestrebungen wurden hierbei erörtert. Der Verlauf der Besprechungen soll von den Betheiligten als ein befriedigender betrachtet werden. Zunächst scheint nun einer Kundgebung der preußischen Regierung entgegengesehen zu werden, wonach erst die wirklichen Unterhandlungen folgen können. Oct. Der Kriegsminister v. Suckow ist aus Frankreich zuruckgekehrt. Derselbe überbrachte dem Könige ein Schreiben des Königs von Preußen. D tu NlUNberg, 1. Oct. Der Magistrat beschloß die Ueberweisung von 35,000 Gulden für die National-Victoriaftiftung. Freiburg i. B., 29. September. Commandant Uhrich, der auf das Ehren- wprt, vorerst nicht mehr gegen Deutschland die Waffen zu führen, entlassen ist, hat soeben unsere Stadt passtet, um über die Schweiz nach Frankreich zurück- 1 ,q«n. n i“ f«n, j; dG rülfyn fe ’^gen j^i MeGrg. Dmsihrkl in dvocat. t(« $01i|b 1 Militärs Wzm; e ehrt ibcre in ju würdig ist der erfe ^ranker und Werbe ein. Diese- erstckerlingeii 'Pen berrsti es'e>l Krankc 'i etwa bitj ziment toifi , wo es jur ie bisher zu e des EliM 'en Mockze lterricht wirb Ter Diirck- Znaven von vttslbiedcntt btt fyiiutb r bei ry- vom 27. LkbenSlniiltln :tn grenpitn KarlchM pftn. Ebech Nifff pfügek r gfiangenei! - tint groß! M, Capi PaBi. ^ik tichm $tabt en. Nach in er wichligÜN! pnetn Tagr» d Berlin W t AuSstkllW kstßlgvNg gl' bt gegen Vie [alt den Weg ([1»r «M I* । Befehl ter rtnren N' 601 alv.Mke Lvchtner *' btr geschloßen »urrevtt lyovkte ober' rünrund tltllt A.n SiaaleNi r,r »erlauf „ betrat1’1 tjreruna [ Ä6«i9‘ .0,35,0(0 zukehren. Don der Besatzung Straßburgs werden in den nächsten Tagen 6000 Mann nach preußischen Festungen adgeführt werden. Rom, 24. September. Der „Aschaff. Ztg." wird geschrieben. „Dor dem Einzug der italienischen Truppen versuchte das diplomatische Corps zu Gunsten des Papstes einzuschreiten und auch bei der Uebergabsverhandlung anwesend zu sein. Cadorna berief sich aber auf seine Instructionen und bemerkte, daß die Kapitulation lediglich einen militärischen Charakter an sich trage, in Folge dessen sie unverrichteter Dinge abziehen mußten. Nach der wörtlich vorliegenden Kapitulation vom 20., abgeschlossen in der Villa Albani, wurde die Stadt Rom, mit Ausnahme des rechts der Tiber gelegenen leoninischen Stavttheils, mit allem Kriegövorrath übergeben. Die Besatzung zieht mit Kriegsehren, Fahnen, Waffen und Gepäck aus und regt sie dann auf Commando ihrer Offiziere ab, welche ihren Degen, Pferde und Eigenthum behalten. Bezüglich der Penstonsberechti- gungen wurde es dem Willen der italienischen Regierung anheimgestellt, ob sie die etwa erlangten Berechtigungen in Betracht ziehen will oder nicht. Bei der Uebergabe von Civitavecchia wurden auch olle Schiffsgegenstände mit übergeben, mit Ausnahme des päpstlichen Dampfers „Immacolata Conceptio", welcher zur Verfügung des heiligen Vaters bleibt." Rom, 26. September. Die Stimmung der hiesigen Bevölkerung charakte- risirt sich durch folgende Detailfchilderung, welche die „Allg. Z." vom Einzuge der Italiener gie'ot: „Nachdem sich beim Einrücken der Sieger der lange verhaltene Groll der Menge in Verfluchungen des bisherigen clertcalen Regiments ermüdet hatte, ging es an die persönlichen Beschimpfungen des Papstcs. Dieser hatte noch am Tage vor dem Angriffe gesagt: die Italiener würden nie in die Stadt kommen; ich weiß, daß auf diesen Grund hin selbst sonst verständige Geistliche und Laien fest daran glaubten. Sobald die ersten Züge des 41. Regiments einrückten, schrie das Volk: „Ecco Finfallibilitä del Papa! Abbasso Pio Nono! Morte ai Preti!“ Nun ging es an das Herunterreißen der päpstlichen Wappen von allen öffentlichen Gebäuden und den Palästen des Adels; die unter endlosem Geschrei heruntergeriffenen Wappenschilder wurden gewöhnlich von einem Keulenträger zersplittert, die Gassenjugend tanzte um sie herum oder nahm sie unter die Hacken., Industrielle und Lavenbesitzer, die, wie Tabaks- Händler und Salzverkäufer, das päpstliche Wappen auf dem Schilde des Ge- schäftS hatten, eilten, es zu überkleben Die königl. Soldaten werden, wo sie sich zeigen, auf den Händen getragen, die päpstlichen, trotz aller Protection, verhöhnt, auch mißhandelt. Ein Haufe von vielen hundert Patrioten zog vorgestern aufs Capitol, die Freilassung aller politischen Gefangenen fordernd; sie erfolgte gestern; am Abend durchzog man mit ihnen unter klingendem Spiele die Straßen." Rom, 27. Sept. Antonelli bemüht sich zwischen dem Papst und dem General Cadorna bessere Beziehungen anzubahnen. Der Papst besuchte die Ver- mundeten beider Theile. — Man hat eine Subscript'on zu Gunsten der in Freiheit gesetzten politischen Gefangenen, etwa hundert an der Zahl, begonnen. — Nach einem Tagesbefehl Cadorna's sind dem Papst die Ehren eines L>ouveräns, den Cardinälen die von königlichen Prinzen zu erweisen. — Der österreichische Gesandte Graf Trauttmansvorff ist wieder dahier eingetroffen. Cardinal Antonelli hat den päpstlichen Beamten bekannt gegeben: es stünde nichts entgegen, daß sie Den italienischen Behörden Dienste leisteten. (Allg. Ztg.) Rom, 30. Sept. Die provisorische Giunta setzte das Plebiscit definitiv auf den 2. Octoder fest. Die Abstrmmungsformel lautet: v8ßir wollen unsere Vereinigung mit dem Königreiche Italien unter monarchisch-constitutioneller Regierung des Königs Victor Emanuel und feiner Nachfolger.^ In der Procla- mation heißt es ferner: „Ueberlassen wir Der italienischen Regierung tue Aufgabe, Die Unabhängigkeit unD geistliche Autorität des Papstes sicher zu stellen." Eine römische Deputation wird Das Resultat des PlebiscitS dem Könige überbringen. __________________ 3 Telegraphische Depeschen. Mundelsheim, 31. September. — Nach dem heute Morgen erfolgten Einzug in Straßburg fand feierlicher Gottesdienst in der Thomaskirche statt. — lieber 500 französische Offiziere unterzeichneten die Ehrenwortscheine, 50 bis 100 gingen in Gefangenschaft. Die Zahl der Gefangenen ist noch nicht festzustellen, da noch fortwährend deren eingeliefert werden. Die Kriegsbeute ist sehr bedeutend, worunter 1070 Kanonen; außerdem wurden 2 Millionen Francs Staatseigenthum in der Bank ermittelt. Von weiter vorgefundenen 8 Millionen Francs ist der Eigenthiimer noch zweifelhaft. Bedeutende Munition und besonders viele Tuchvorräthe fielen in unsere Hände. Leszinsky. Reims, 30. September. — Die Landwehr-Bataillone Landsberg, Woldcnberg (5. Brandenb. Rgt. Nr. 48), Frankfurt a/O. (1. Brandenb. Rgt. Nr. 8) vom dritten Armeecorps, haben am 28. September wiederholte Ausfälle der Garnison von Soissons blutig zurückgewiesen. Die Garnison erbat sich Waffenruhe zur Abholung der Verwundeten und Todten. Diesseitiger Verlust gering. Krensky. Wiener Briefe. (Orig. Correspond.) Der Schlag von Sedan, d. h. Napoleon in deutscher Gewalt, dessen Fall in Wien wie ein Donnerschlag wirkte, — er tritt bereits wieder in den Hintergrund und das Mitleid und die Theilnahme an den horrend großen Opfern welche dieser Kampf auf beiden Seiten bereits gekostet, mehren sich in allen Schichten der hiesigen Bevölkerung. Man wünscht hier allgemein das definitive Ende dieser in großem betriebenen Menschenschlächterei und einen baldigen, dauernden Frieden, dem auch entsprechend den Opfern auf volksthümliche freiheitlichem Wege gerechte Sühnung und Belohnung deutscher Tapferkeit, — deutschen Heldenmuthes dargebracht werden muß,— soll die deutsche Einheitsidee, die nun so nahe am Ziel, — in Wirklichkeit treten. — Dann „hoch das einige Deutschland!" Der Mensch soll int Glücke auch nicht seinen Freund, seinen besten Nächsten vergessen, — weiß er doch eben nicht wann und wie bald schon er dessen Unterstützung bedarf. Wien ist, offen und ehrlich gestanden, vom Beginn dieses Krieges bis jetzt in zwei Lager: in ein deutsches und Friedrich Leidenfrost. I864r 109 Börsennachrichten. 1. October 1870. Wechsel« Amsterd. k. 8. 100Vs Augsb. k. S. 99% Berlin k. 3. 1O43 4 Bremen k. S. 97 Culn k. 8. 104Vs Hamburg k. 8. 88 Leipzig ir. 8. IO41/2 London k. 8. 119 Vs Lyon k. 8. — Paris k. S. — Wien k. 8. 95 Disoonto 4% G. zweifelt. — Durch Nacht zum Licht! Wien, 26. September 1870. Prioritäten. 5O/o östr. F. St. E. B. 3631/4 Ludwigsh.-Bexbach 162 Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 121 Vs Hess. Ludwlgsbahn 134 3% östr. Stsb.-Prior. 551/2 3% östr. s. Lombard. 457/8 30/g Livpmeser 30:ii 4 5% Tos caner 49 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 771/2 do. II. Emiss. — französisches getheilt, von welchen jedes seine Ansichten und Politik verfolgt. Daß es nun mitunter in derlei gemischten Gesellschaften nicht glatt abgeht, läßt sich denken. Kommt nun zufällig unbekannterweife ein Fremder oder Neutraler in ein unrechtes Lager, so läuft er Gefahr gemaßregelt, oder wie der Wiener sagt: „geliefert" d. h. hinausgegangen zu werden, was sich bereits vielfach ereignete. • Der Eigenthümer eines hiesigen Vierhauses kam in Folge der in seinen Lokalitäten sich häufig abspielenden Excesse und „Lieferungen" auf die gute politische Idee seine Räumlichkeiten in Wirklichkeit in zwei Lager d. h. in zwei Zimmer zu theilen; er selbst stellte sich Abends vorm Eingänge auf und fragte jeden Eintretenden sogleich: „Sind Sie deutsch oder französisch gesinnt?" worauf er je nach der Politik den Betreffenden auf ganz separirtem Wege in sein Lager zeigte, und so Ruhe — und gute Geschäfte machte. „Politisch muß man sein, sagt der Wiener, nachher geht's Geschäft." — Von der Kriegs- zur Friedenspolitik ist nur ein Schritt, freilich wohl mitunter auch ein sehr langer. Auch im inneren Lager Oesterreichs drohen schwere, verhängnißvolle Kämpfe die bisher errungenen Freiheiten und Prärogativen zum Sturze und die reaktionäre Fäulniß an die Oberfläche zu bringen. Die Ingredienzien aus denen das Wiener Ministerium zusammengesetzt, ist wienerisch gesagt: „zu gemischt!" Die wahren Volksmänner konnten und wollten den gegen sie fort und fort von einer finstern Partei ausgehenden Verdächtigungen und Schmähungen nicht länger Stand halten, und mußten nun eben dieser gemischten Gesellschaft das Feld überlassen, in dem System- losigkeit und Willkühr das Programm und Motto bildet. So wird ein paradiesisch gesegnetes Land; so werden arbeitsliebende und tüchtige Völker, deren Banner mit: „Frieden und Einigkeit" geschmückt, zu „Unfrieden und Uneinigkeit gereizt," und vermehren so durch das Ministerium geleitet, die Opposition im Lande. Unheimlich trübe und kühle Tage ziehen über Wien und entsprechen ganz der Stimmung der sonst „kreuzfidelen" Wiener. Die deutsch - französischen Kämpfe, sie scheinen in Form von Nebelbilder?, von kalten, pfeifenden Winden melodramatisch begleitet, gleich Wandeldekorationen vor unfern Augen fich aufzurollen, um ebenso schnell wie sie gekommen, nur mehr gespenstiger zu verschwinden. Die sonst lustige lärmende Zeit der Herbstfeste, verfließt unter wechselndem Regengeriesel oder kalten, schneidenden Winden, die dem Wiener um diese Zeit etwas ungewohntes, sehr unangenehmes sind. Den einzigen Rettungsanker bieten ihm dafür die acht Theater und die zahlreichen luxuriös ausgestatteten Bierhallen, in denen derselbe auf einige Stunden im Kreise Gleichgesinnter sich angenehm zerstreut. — Die Wohnungs- und Lebensmittelpreise sind fortwährend im Steigen, trotzdem fort und fort gebaut und Vik- tualien in Menge zugeführt werden; wozu übrigens auch der gegenwärtig starke Fremdenbesuch nicht wenig beiträgt. In Folge der neu-konfessionellen Umgestaltung haben hier bereits mehrere von den Klerikalen viel verlästerte „Zivilehen" stattgefunden,. welchen Akt der Wiener Bürgermeister Dr. Felder unter großer magistratischer Assistenz und mit einfach bürgerlichem Pompe anstandslos vollzog. Zahlreiche neue Zivil-Eheaufgebote prangen, affichirt an den Thoren der Bezirks-Gemeinde- Häuser und am Rathhause, welche stets ein zahlreiches lesendes Publikum und eine günstige Beurtheilung finden, während die Klerikalen durch ihre Organe Pech und Schwefel regnen lassen über die vom Glauben abfallenden Schafe und über den unfehlbar kirchlichen Eingriff des bürgermeisterlichen Procura- tors. Da mein Brief einer altrenommirten Universitätsstadt gilt, so glaube ich auch nicht unerwähnt laffen zu dürfen, daß der Wiener Unterrichts Minister Dr. v. Stremayr nächste Woche hier eine Enquete von Fachmännern in Angelegenheit des Gymnasialunterrichtes veranstaltet. Zweck derselben ist einerseits die Besprechung mehrerer meritorischer, auf die Erweiterung des Gym- nasial-Lehrkreises bezüglicher Fragen, anderseits soll dieselbe auch der endlichen gesetzlichen Formalisirung der für das Gymnasialwesen maßgebenden, theils dem Organisationsentwurfe für die österreichischen Gymnasien und den beige- gcbenen Instruktionen, theils in späteren Verordnungen enthaltenen Normen Vorschub leisten. Sämmtliche Landesschulbehörden sind aufgefordcrt worden Delegirte zur Theilnahme an diesen Verhandlungen namhaft zu machen, und zwar so, daß sowohl die humanischen als auch die realistischen Fächer vertreten sind. — Schließlich will ich noch den Austritt aus dem Verbände der katholischen Kirche des Piaristenordenspriesters und als tüchtigen Gymnasial- Professor bekannten Karl Grözinger erwähnen, welcher zur evangelischen Religion übertrat. Man vermuthet daß derselbe die römische Unfehlbarkeit be- (»eldüiorten. Pf. Gass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 56-58 Pistolen . . 9 42-44 * „ doppelte 9 42 Gld.fehl Holl. fl. 10 St. 9 55 Ducaten . . 5 32-34 20 Frankenst. 9 29-31 Engi. Souver. 11 51-55 Rass. Imp er. S 43-45 Doll, in Gold 2 25-27 ÄnlettensIooHe. Kurh. 40 Thlr. Loose 61 Vs Nassau ft. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 171 Gr. Hess. fi. 25 b. R. 431/4 4O/o bayr. Präm. Anl. 105 40/g badische Loose 1035 s Badische li. 35 Loose 57>/8 1858r Prioritätsloose 154 1860r Loose 74 Preuss. 41/2% Obi. 913/4 Frankf. 31/2% Obi. 80 Nass. 41/2% Obi. 893/4 Kurh. 40/o Obi. 83 Hess. 40/o Obi. b. Roths. 92 Vs „ 31/2% do. do. 88 Bayer. 5% Obi. 963/s « 41/2% 1jährige 91 Vs „ 40/o Vsjährige 85 Wörtern b. 41/2% Obi. 90 Baden 41/2% Obi. c. E.L. 90 Oestr. 50/0 b. R. 53V4 „ 5% National 741/2 e 50/tz Metall. Obi. — „ 50/0 M. steuerf. — Amer. 6% 1882r Bds. 941/2 » 60/g 1885r 93yg Aetlen. Frankf. Bank 1281/2 Oester. Bank 678 „ Creditact. 242 Darmst. Bankact. 322 Temperatur In Gießen, September 1870 . niederste ................4- 0,5° R. mittlere.................+ 9,76 „ Mittel früherer Jahre............4- 10,73 „ höchste............. . - -4-19,7 „ Niederschlag: an 11 Tagen.......... 2,24 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre: an 12 Tagen . . 1,74 „ „ BerMieL Hungen Besondere Bekanntmachung. in in Nationale Einheit!" ZKS W Nedaction, Druck und Verla« der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) m Gießen. 03 GO billigst bei (4223) 4274) Rroei freundliche Parterre-Zimmer «u? vuu in der Nähe der Eisenbahn , sind mit oder ohne Möbel sogleich zu oermiethen bei K. Hensler, Pfarrer, im Peppler'schen Hinterhause Von dem Civilgouverncur im Elsaß. Herrn Regierungspräsidenten vo n Kühlwetter, erhalte ich soeben die Benachrichtigung, daß ich autonfirt bin, für die in Hagenau erscheinende Zeitung plare rechnen können. Mainz, im September 1870. 37 98) Für Militärs empfehlen nur wollene Jacken im Preise von Ifl fr., 1 fl. 12 fr, 1 fl. 18 fr. rc. rc, ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten. I. A- Busch Söl>ne. empfiehlt sich in Anfertigung von Marmor-Arbeiten aller Art, namentlich auch von Cheminees, Grabdenkmälern etc. BerftsigeermHSK« 4275) Donnerstag den 6- October, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Wilhelm Plank Möbeln, worunter ein Schreibsecretar, Bettwerk, Weißzeug. Küchen- und Haus- geräthe gegen bante Zahlung versteigert werden. Gießen, den 3- October 1870. i Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Lersteigenulg von Zwetschen und Kirschbaum-Stämmen. 4259) Mittwoch den 5. d. Mts-, Vormittags 9 Uhr, wird die Zwetschen-Erndte, sowie 4 Kirschbaum-Stämme, zu Werkbolz geeignet, auf den sog. Wallstücken der Zeughaus-Kaserne zu Gießen, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Gießen, den 1. October 1870. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Kalbfleisch. 4272) Eine von Paris ausgewiesene deutsche Frau sucht eine Stelle. O' ist in allen häuslichen Arbeiten c und spricht geläufig französisch. Näheres bei der Exped. d. Bltts. HsilgebsteKsH. Blauen Kupfervitriol gegeil den Brand des. Bekanntmachung. 4270) Mit dem 1- Octobcr d. I. kommt aus fc'.n unter unserer Verwaltung stehenden Babncn das Betriebs - Reglement für die Eisenbahnen innerhalb des Norddeutschen Bundes zur Anwendung und tritt von diesem Tage an das Vereins-Reglement vom 1. März 1865 außer Kraft, wodurch indessen die Spezial-Reglements und Tarife, sowie das Waaren-Verzeichniß keine Abänderung erleiden. Das neue Betriebs-Reglement ist auf unseren sämmtlichen Stationen, sowie auch auf dem Büreau unserer Central- Verwaltung zu Gießen, käuflich zu haben- Gießen, den 30. September 1870. Der VcrwaltungSrath. Das Marmor-Geschäft von J. F. Rossbach in Mainz 4245) Zwei freundliche Familienwohnungen sind in meinem vor zwei Jahren neu erbauten Hause zusammen oder getrennt zu oermiethen Gärtner Schaum, vor dem Seltersthor Warnung Denjenigen, welche vom 29. auf den 30. vorigen Monats mir meine Wohnung böswilligerweise mit Jauche beschmierten, diene zur Nachricht, solches fernerhin zu unterlassen, ansonst ich die Thäter im Anzeiger veröffentlichen und ihre weitere Strafe gerichtlich beantragen werde. (4280 Adolph Schmidt. N finden durch die „Mainzer Zeitung" die größte und Unsere verehrlichen auswärtigen Abonnenten ersuchen vnr, ihre A'\ Bestellungen bei dem betreffenden Postamte rechtzeitig zu erneuern, damit I® bt der Zusendung keine Unterbrechung erfolgt und sie auf vollständige Erem- Ernst Hermes, Materialist Kriegsmunmern der Gartenlaube. Die Nr. 39 bringt folgende Beiträge: Aus eigener Kraft. Erzählung von W- v. Hillern, geb- Birch. (Fortsetzung.) - Ein Füsilier vom Regiment Nr. 64. Gedicht von Wilhelm Petsch, Unteroffizier. Mit Abbildung: „Ein Blatt au^ seinem Taschenbuch." Nach einer Skizze von Fritz Schulz, Maler im Hauptquartier der zweiten Armee (Prinz Friedrich Karl). - Unter dem rothen Kreuze. Von Bittona- — Bei den Kanonen. Aus dem Tagebuch eines Artilleristen. — Im Lager unserer Heere. Von A- o. Corvin. Vierter Brief. Als Spion. — Ein sächsisches Bivouac auf dem Schlachtfeld von St- Marie aux Cheves. Von unserem Specialberichterstatter I. Z—r. — Blätter und Blüthen: Aus den Tagen von Spiche- ren und Saarbrücken. Mit zwei Abbildungen: In der Kirche von Spicheren. Nach der Natur aufgenommen von Chr. Sell. Am Bahnhof St- ^ohann- Saarbrücken nach der Schlacht von Spicheren. Nach der Natur ausgenommen von Chr. Sell Die ersten Mitrailleusen in Berlin. Mit Abbildung: Die Einbringung des ersten erbeuteten Adlers und der Mitrailleusen in Berlin. Nach der Natur aufgenommen von Prof. Dopler. — „Unter ftrik" der Führer der dritten Armee. Mit Abbildung von Prof. W- Camphausen'in Düsseldorf. — Für die Verwundeten und die Frauen und Kinder unserer unbemittelten Wehrlcute- Rettig - Bonbons von Joh. PH. Wagner & Comp. Mainz, und Brust-Bonbons von Franz Stollwerck & Söhne Cöln, empfiehlt Carl Munch, (4283)am Kreuz. werden, so oft wichtige Nachrichten einlaufen, ausgegeben und an unsere Course^und Börsenberichte sind in b/r, »Mainzer Zeitung" regelmäßig enthalten, ebenso volks- und landwirthschaftüche Berichte. Die Zeitung kostet: In Mainz pro Quartal fl. 1- 30. Durch die Post bezogen fl. 1- 53. Mmnimllilms-Lämpchkn zum Aufstellen und Annageln bei Gg- Petri, am Neuenweg, (4258)Parfümeriehandlung- s Anikiak — Nachtrag. Da ich erst Freitag Mittag von hier zu unserer Division abreise, so können Päckc und Kisten noch am Donnerstag, Briefe noch Freitags an mich abgegeben werden. ' O. Weidig, Hofg.-Advokat- Abonnements - Einladung. Mit dem 1. October beginnt ein neues Abonnement auf die täglich in großem Format erscheinende I 4271) Zur Unterstützung der hülfsbedürftigen Angehörigen der ins Feld ausge- 'iückten deutschen Soldaten gingen ferner ein: o „ . i 24) Durch Herrn Dr. Diehl von Frau Chr. Kuchler 8 fl- 45 kr-, Herrn Lynker auf dem Schiffender« 1 fl. 30 fr., Herrn Bierbrauer Textor 3 fl. §ran Pr°f. S^ l fl. 45 fr-, Ungenannt 2 fl. 42>/z fr. Herrn fcarl @at( 30 fl., Herrn Arnold Müller im Griechischen Stübchen gesammelt 28 fl 57'/- kr., zusammen 76 fl 40 fr. Sodann erhielt Herr Dr. Diehl eine Parthie ftmberfletber, welche an hülssbc-. durstige Familien abgegeben worden sind, und dort große Freude bereitet haben. Weitere derartige Gaben werden von den Herren Dr. Diehl und Georg Plank (in der Neustadt) in Empfang genommen und nach dem Willen der freundlichen Geber verwendet. Das Comitd. pour le gouvernement general del'elsace d ^Diese"ein?ig"e 'i s atz"srscheinende amtliche Zeitung wird je nach Bedürfniß mehrere Male in der Woche, zugleich in deutscher und sranzostscher Sprach- berausaegeben. Dieses Blatt enthalt auch einen nicht amtlichen politischen rheil, und °s soll demselben sobald die Verhältnisse cs gestatten eine größere Ausdehnung gege- txpY\ niorbcu *1 il v P l I" wl D i 1 C , oen weroei officteHer Agent sämmtlrcher Zeitungen Zeil 45. Franfsurt a M. 45 Zeil. Frachtbriefe für die Maw-Weser-, Mn-Minderrer und Ären Oberhesstsche Eisenbahn, sowie sa'mmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, Marktstraße. 4199) Zwei Thor schlosser nebst Schließ flobcn und Schlüssel zu verkaufen. Nähe res bei der Exped. d. Bltts. ____________ 4195) Ein sehr gut dressirter Jagdhund ist zu verkaufen bei Will). Schmal! II. (Gartenfeld.) 4279) Nicht allein Pros I. Mo-Ä schelcs, sor:der« auch andere Autorität n haben sich über die bedeutendsten Walzer der Jetztzeit: „Frühlings reigen" von Julius Lammers. — -Burschentänze" von Iohs. Schon ? dorf — „Iug< ndtraume" (Preiscvm-^ Position) von O. Hübner - Trams« luchst ancrfenncnd ausgesprochen. —I Preis pro Opus (4 Bogen starf)» nur 12* 2 Sgr. Zu beziehen von! Nobert Apitzsch in Leipzig und durchl Lite Buch- n. Mnsifalienhandlungen 8 M „Politische und religiöse Freiheit!", M wird unser Blatt fortfahren, für diese höchsten Güter der Nation zu kam- M M pfen Zahlreiche Mitarbeiter stehen uns hierin zur Seite, denen wir hiermit M M unseren Dank sagen, in der Hoffnung auf ihre fernere gütige Unterstützung. M - - Vom Kriegsschauplätze bringen wir zum Theil m Specmlberlch- M ten, wiNn telegraphischen Depeschen stets die neuesten und interessantesten, M ausführlichen Mittheilungen. . . S 4278) Das von Herrn Controleur Mickler bewohnte Logis von 4 Zimmern und Zubehör ist auf 1. Januar 1871 zu vermiethen ________W. F e bcr, Buchhändler. 3843) Eine kleine möblirte Stube ist zu oermiethen. Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. 3707) Das von Herrn Oberlieutenant Winter bewohnte Logis, bestehend aus 4 Zimmern, 1 Mansarde, 2 Kammern, Küche, Keller rc., ist zu vermiethen und den 20. October zu beziehen. ______________Ehr. Löber, Fabrikant 4207) Bei Eduard Ottmann in der Schloßgasse ist ein möblirtes Zimmer zn vermiethen._______________________________ 4256) Ein gut möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei C- W- Dietz, am Markt- im Winter-Locale. Sonntags dagegen, Ivie gewöhnlich, im Biersaaie. Gießen, den 3. October 1870. Chr. Lony, Bierbrauer. 4277) Ein im Rechnen und Schreiben, sowie int Verwaltungswesen geübter Mann sucht entsprechende Beschäftigung. Näheres bei der Exped. d. Bltts._________________ 4233) Bei Maurermeister Schmitt in Heuchelheim können mehrere Maurergesellen und Steinhauer Beschäftigung erhalten. | C. G. Dhnacker (Geometer), wohnt bei Herrn B. Katzenstein vor dem Wallthor (im Garten.)_________ Vermischte Anzeigen || 4273) Von heute an beginnt meine w Wirthschaft in den Wochentagen wieder M 4098) Ein Familienlogis im Vorderhause, Mitte December beziehbar, sowie ein Familienlogis im Nebenhause, Anfangs October beziehbar, zu vermiethen bei ____________________Flick & Kroll. 4226) In meinem Nebenhause ist ein freundliches Logis, am 15. Ocrober beziehbar, zu vermiethen. , Wilhelm Flett. 3507) Gothaer Cervelatwurst empfehlen I- A- Busch Söhne. 4281) Schellfische, frisch aus der Noid fee, in regelmäßigen Sendungen empfiehlt Bäcker Vogt, Wallthor. 36^7.1 Allen Malaga, Portwein, Tokayer, sowie mite, unverfälschte Rothweine, empfehlen I. Ä- Busch Söhne. Amtliche Nachrichten für das General-Gouvernement Elsaß NOUVELLES OFFIZIELLES 7? Oberhessische 4^/4) Zwei jicuu L Eisenbahn - Gesell- °»f schäft. 4150) Ein Logis von 4 Zimmern, 2 Ca- bineten und allen dazu nöthigcn Raumen ist durch den Wegzug des letzten Miethers noch Frankfurt anderweit zu oermiethen und fogleich zu beziehen. ___________Chr. Reiber, am Kreuz. 4263) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Louis Petri II., Neuenweg. 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 4266) Bei N- Rosenthal in den Neuen- bäuell ist ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, 1 Mansarde, sowie Küche und Kellcrraum, sofort beziehbar, zu vermiethen. 4049) Im Cafe Kuhlmann sind möblirte Zimmer an ledige,Herren zu vermiethen und sogleich zu beziehen. 4282) Ein Familienlogis nebst Zubehör ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. H. M. Iughardt.