Gießener Anzeiger Anzeige- und Mmtsötatt für den Kreis Kietzen. 187V. Donnerstag den 3. März lt, Nr. 27. fol9t in Erscheint wöchentlich brck mal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg Lit. V Nr. 1. Pens vierteljährlick 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post dezogen vierteljährlich 49 Er. t** ach. in in Alün- Gitßcn, am 25. Februar 1870. betreffend: Den Termin für den Abschluß und die Einsendung der Gemeinderechnungen für 1869. D LS an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Gemeinde-Einnehmer des Kreises. 3Ür1lbSnnA”r°nJtänun™n ‘an bie ’“Ä *"« MS» b..-.hungsE .ne Unterlassung .er d-hsalls zu machenden^Anzcigen^'MscipNnarstrafen 'und M -lwa =rforbernd)y1nnn, wurde. Kekuls, Kreisassessor. 'lnavegrn. adt. Tirßrn. *L rg- xt-fttoiMt )• ff»111 1 J wküra L-rti. """ ? R - (in< gaUM b««» liefe erheb!'« ngtn ein, bi- rf rurch eine" 'd'perte-.^ • diese- Eto- , s,oßGnau , giolkweikcn Stoß wirb iibeuden Per- Fereich u\ .„a veischont gebiet mehr \en Einffust einer zureichenden oder mangelhaften Sanitätspffege aus den Verlauf eines Krieg zu halte» die Gute haben wird. ^tH U a^bni ^*4 »ti Nachmittags 3‘/2 Uhr, im Saale des h i e s i g e n G e s e l l t ch a ft s - V e r e i n s statfi und e/ ist dem Vereine die erfreuliche Aussicht eröffnet, daß Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Ludwig dieselbe mit h Di r' B esu ch' tj st ft ei' den ^Mitgliedern des Flauenvereins werden Karten zugestellt, und außerdem können von Allen, welche sich für V-,°m I**». ... »--» «* ®>“ D--°" Landmann, Frau Fabrikant Gail, Frau Fabrikant Homberger, Frau Bürgermeister Vogt, Frau Provinzial- Dlrector Gold mann, f°WieIndem'der^Vorstand dies ^zür" öffentlich!» Kennlniß bringt, bittet er um zahlreichen Besuch, und empfiehlt die hochwichtige Aufgabe, welche der Veleiu 'einer sachgemäßen, den Anforderungen der Wissenschaft enlfprechenden Krankenpflege wiederholt der Thcilnahme der Bewohner unserer Stadt. Gießen, den 26. Februar 1870. Namens des Vorstandes p der Geschäftsführer: Dr. Goldman n. Edictalladun g. 865) Ausweislich des General - Wahrschafts- und Hypothekenbilchs von ^reis a d. Lda. haben Johann Martin Geiß Eheleute von da unterm 18-Äanuarl845 von Wirch Johannes Wolf dortselbst ein ui 5 pCt- verzinsliches Kapital von 150 Thalern entliehen und zu dessen Stche- ruun eine Hofraithc und verschiedene Grund- stücke Dreiser Gemarkung verpfändet. Die Löschung dieses Psandcintrags ist beantragt und die Nückzahlung des Darlehntz wahrscheinlich gemacht worden, die Hypothekur Gläubiger - Aufforderung. 851) Alle, welche an den Nachlaß des verstorbenen Schuhmachermeisters Ludwig Back von Lollar irgend welche Ansprüche zu bilden haben, werden hiermit aufgefordert, ihre deßfallsigen Forderungen sogewiß bis zum 15. März l. I. bei unterzeichnetem Gericht einzureichen, als dieselben sonst bei Negulirung des genannten Nachlasses nicht werden berücksichtigt werden. Gießen, den 22. Februar 1870. Grobherzogliches Landgericht Gießen- Bötticher. Besondere B e k a n n t m a ch n n g e n. Bberheffffche Eisenbahn-Gesellschaft. Dritte E i n z a h l n rr g. 8611 Gemäkbeit des S. 4 der Statuten wird hiermit eine dritte Einzahlung auf die zum Bezug^von Actien der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft bend)hg^u Jnterims-Certificate, und zwar von zw anzig Proceut des Nonunalbetrages der Act,en, als mit 70 Gulden oder 40 Thaler per Ltuck auf die Zett vom 11. bis 19. April 1870 einschließlich f ^Bn dieser Einzahlung werden die Zinsen auf die bereits eingezahlteii 40 Procent für die Zeit vom 19. October 1869 (incl.) bis (exc.) 19. Stpril 1870 tm Betrage von fl. 2. 27 kr. oder Thlr. 1. 12 Sgr- per Stück vergütet, und sind daher auf ledes Jn- terims-Certificat effectiv zu zahlen fl. 67. 33 kr. oder Thlr. 38. 18 Sgr- Die weitere Verzinsung der Jnterims-Certificate nut dritter Einzahlung lauft vom Jn"dem^nämlichcn Termin kann statt der Theil-auch Vollzahlung ßeleiftet werben. Wer die ausgeschriebene Einzahlung nicht leistet, hat von dem Betrag b er ft Iben sechs Procent jährlicher Verzugszinsen vom 19. April 1870 an und eine Conventtonal- strafe von fünf Procent zu zahlen und wird unter Angabe der Certlficat-Nummer während der ersten vier Wochen nach Ablauf des Zahlungs-Termms durch dreimalige Bekanntmachung aufgefordert, die rückständig gebliebene Einzahlung ^mmt Verzugszinsen und Conventionalstrafe- binnen zwei Monaten nach Ablauf des Zahlungstcrmm nachträglich zu leisten. Solche Jnterims-Certificate, bezüglich deren dieflr Aufforderung vor Ablauf der weiteren zwei Monate nicht vollständig nachgekommen sein wird, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Einzahlungen aber, sowie a t Anrechte daraus, verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Es sind die Jnterims-Certificate vorzulegen und mit denselben nach« der Rechen folge der Wahlen geordnete Nummern Verzeichnisse tn doppelter Ausfertigung ernzu reichen, wozu Formulare bei den Zahlungsstellen ausgegeben werden. Die Zahlungen haben zu geschehen: in Frankfurt a. M. bei Herren Gebrüder Bethmann, „ „ von Erlanger &* «ohne, * ” „ Herrn M. ^önigswarter, Berlin bei Herrn Jos. Jaques, „ Stuttgart bei der Württemb.rmschcn VercruSvanr, „ Darmstadt bei Herrn Moritz Lsolsskehl, „ Gießen bei unserer Hauptkasse. Gießen, den 21. Februar 1870. Der Verwaltungsraty: Baron N von Erlanger, Ferdinand Fürst zu Isenburg, Präsident. Vrce - Vrandent. Wellen 5Vr Stecken Eichen - Prügelholz, Wellen Stecken Nadel-Prügelholz, Wellen 36 Eichen-Stämme mit 310 Cubikfuß, 2 Birn- 956 Nadel- ollen Griin- 80 Vogt. Dasselbe ist bereits in 72. Auflage werden. 689) 300 Dachschiefer, co 87 Eichen-Baustämme von 7 bis 28 Zoll 788) Nah- 1752 6i sodann Eichenstämme mit 1770 Cubikf., 3 Bu- versteigert werden, cbenitämme mit 84 Cubikf. und 5 Na- Krofdorf, den 1. März 1870. 63 Eichenstämme mit 1770 delsiämme mit 121 Cubikf. Wellen Stecken Stockholz, Reisholz, Wellen Stecken Wellen Stecken 5 129 Prügelholz, Stockholz, Reis Holz, Stockholz, Reisholz, 18 47 536 Prügelholz, Stockholz, Prügelholz, Stockholz, Reisholz, In Auftrag: Fr. Müller. Reisholz Wellen 4700 1300 200, 2 3857 4975 4 Knüppel, Reiser und Stöcke theils zu Küferholz geeignet, 9-/4 Klafter Scheit, Nadel- Eichen-Stangen Dienstag den 8. März d. I., von Morgens 10 Uhr an: Stück Eichen-Bau- und Werkholz- Stämme von 10 bis 40 Fuß Länge und 12 bis 30 Zoll Durchmesser, 878) f über 3 Di zum 15. d G W den. Gl 855) wird ein fahren ffl steht. N. Nadel- „ Erlen- a Aspen- „ Eichen-Stangen Nadel 369 125 44 1318 325 auf der 736) ® ju verittlckh 11 3 14‘/2 4000 Eichen-Forstwellen, 7 Stecken Nadel-Scheidholz, und Ver- Holzversteigeruncz. Donnerstag den 3. März I. I., von Morgens 9 Uhr an, im Garbenteicher Gemeinde - 7? ©eitet« bem A 24V4 ioy4 3475 An O' das @eneri Stockh. Stecken 1493/4 53 4 DÄlftr. 5 Hofraithe in der Sand- Stecken 6-V4 . 41 2 4>/2 erschienen und hat, lt. allen Regierungen vorgelegten Denkschrift, in 4 Jahren über 15,000 Personen ihre Gesund- $rad)tbricfe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie Bau-, Werk- und Nutzholz: Eichen-Stämme mit 2041 Cubikfuß, (zu Bohnenstangen geeignet). Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1870 gestattet- Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde im District Bergwald, Abtheilung Ziegenberg. Rödgen, am 1. März 1870- Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. Jnd erth al- Rath und Hilfe für Alle, die sich geschwächt haben, bietet in vollkommen reeller Weise das Buch: Dr. Rctau's SrUMrwchrung mit 27 pathol--anatom. Abbildungen. 875) E mieten be 18-/2 295 4V4 künde selbst kann aber von den Interessenten nicht vorgelegt werden und auf Antrag werden darum Alle, welche Ansprüche an diese Urkunde zu bilden haben, aufgefordert, sogewiß binnen einer Frist von 8 Wochen von heute an solche bei dem un-! terzeichneten Gerichte anzumelden, als sonsten ohne Rücksicht auf dieselben gedachte Hypothekurkunde für erloschen erklärt und der betreffende Pfandeintrag im General- Währschafts- und Hypothekenbuche gelöscht werden wird. Gießen, den 24. Februar 1870. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. 53 „ 40 „ 3500 W.llcn FeilgsboLerres 867) Extrafeines Birnen Gel^e empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr am Kirchberg nächst dem Vicinalweg von Gießen nach Hausen. Credit bis zum 30. Juni L I. Gießen, am 2. März 1870. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. Gleiberg auf hiesigem Rathhause 6 Eichcnstämme von 88—17 Cubikfuß, 839) 6 Sabintt ist Holzversteiaerunq. Montag den 7. März, Vormittags 1/29 Uhr anfangend, 0) V) <0 "erden n Wb erft Bur gaffe, 148 Garten auf dem rungsberg, versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Wege von Gießen nach Odenhausen vor dem District Buchkopf. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird bis zum 1. September d. I. Credit gegeben. Allertshausen, den 21. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Allertshausen. R ö m e r. Ä" 853) Ei in ocrmut ziehen bei Die Berfteigerung eines Hauses auf den Abbruch. 796) Dienstag den 8- März d. I., des Morgens 9 Uhr, soll ein der Stadt Gießen gehöriges zweistöckiges Haus, 34 Fuß lang, 17 Fuß tief, auf dem Rathhaus dahier an den Meiste bietenden auf Abbruch versteigert werden. Gießen, den 25. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Fichtenbaum versteigert: Scheidh. Prügelh. 2 137 1 2-74 965 Flur Nr. V1181 XXXHI/232a I 232^ \ „ Prügelholz, Nadel- Buchen-Stockholz, steigerung kommen, als: 3 Stecken Eichen-Scheidholz, 39 7r 56-/, 2908 36 24-/2 659 6-/< 5-/4 230 3/4 l3 4 l3/4 Holzversteigeruiiq. 862) Die Versteigerung vom 24. und 25. Februar ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 8. bis 22. März bei Großh. Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueberweisnng des Holzes findet Mittwoch den 9. März, Morgens 8 Uhr, statt. Freitag den 11. März werden in den Domanialwaldabtbeilungen Kirchberg und Weichholz-Prügel, 190 Stecken desgl. Stockholz, 9000 desgl. Wellen. Der jedesmalige Anfang ist-Morgens 9 Uhr am Hattenröder Vicinalweg. Lich, den 26. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Versteigerungen. 842) Dienstag den 8. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die dem Küfer Louis Loos zustehenden Immobilien, nämlich: 349) Frankfurt a. M Uoihnagel'sche Fabrik unk Handlung. Reichhaltige Auswahl in Tapeten, Bordüren, Goldleisten und Fensterronleaux 15 bis 50 Fuß Länge; 2) Freitag den 11. März: 80 Stecken Buchen-Scheidholz, Buchen-, Eichen-, Nadel- und 25—35 Fuß Länge = 34 Cubikfuß enthaltend. Stück Nadel-Stangen von 1—5 Zoll Durchmesser und 10—35 Fuß Länge = 1495 Cubikfuß enthaltend. H o l z v e r k a u f. 869) Montag den 7- d. Mts-, um 9 Uhr, werden aus dem Geineindewalde Krofdorf- II. 140 28 ‘ 3 2 448 101 Holzvtl steigerung. 849) Im Licher Stadtwalde, Districten Speierlingskopf und Eisenkaute, kommen den 10. und 11. März d. I. folgende Holzsortimente zur Versteigerung: 1) Donnerstag den 10. März: 132 Eichen- und Buchen-Stämme von 6 bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 45 Fuß Länge, 120 Fichten-Stämme' von 6 bis 13 Zoll Durchmesser u. 40 bis 70 Fuß Länge, 60 Birken- und Weichholz - Stämme von 6 bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 30 Fuß Länge, 1070 Eichen-, Birken- und Fichten-Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und „ Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Eichen-Pcügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Nadel-Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Erlen - Prügelholz, „ Stockholz, Aspen-Prügelholz. Trotz d tati W.,! |5 Dieses Die Zusammenkunft ist berger Straße an der Happelswiese. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Aug 1870 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 1. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. meistbietend ... Gießen, den 1. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen V o g t. 837) 2 die mittlei imgen enl trennt zu, Exped- d : "Sjl miethen be 1500 Wellen Astreisholz, Nadel-Durchforstungs-Reisholz. Stück Nadel-Stämme von 6 Zoll soll Markwalde nachverzeichnetes Holz zur Stecken Buchen 6 Eicben 60 Nadelholz 5 ,S Künstliche Dünger: Aufgeschlossenen und rohen Guano, Knochenmehl, Phosphat, rohen Phosphorit (ä 2 st. pr. Str.) bei Emil Pistor. (für Wagner sich eignend), Buchen-Stangen mit 10 Cubikfuß, 852) In dem Firmen-Register des unterzeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden, und zwar: I. am 10. Februar 1870: Die Firma „I. W- Buderus Söhne" zu Lollar ist aufgelöst und befindet sich in Liquidation. Die Liquidatoren sind die seitherigen Inhaber: 1) Georg BuderuS zu Hirzenhain, 2) Friedrich BuderuS zu Au- denschmidte und 3) Richard Buderus, auf der Christianshütte bei Schupbach; jeder derselben ist berechtigt, die zur Liquidation gehörigen Handlungen vorzunehmen; II. am 26. Februar 1870: Die Liquidatoren der vorgenannten Firma haben den Verwalter G. Stahl in Wetzlar zum Procuristen bestellt; 111 am 28. Februar 1870: Bergrath Georg Buderus zu Hirzenhain und Richard Buderus zur Christianshütte bei Schupbach haben seit dem 1. Januar d. I. eine offene Handelsgesellschaft unter der Firma „Gebrüder Buderus" mit dem Hauptsitze zur Main-Weserhütte bei Lollar und mit Zweigniederlassungen: 1) zu Hirzenhain bei Ortenberg, 2) zu Neuschnnede bei Wächtersbach und 3) zu Christianshütte bei Schupbach errichtet und 1) den Georg Buderus jun. zur Main - Weserhütte bei Lollar, 2) Hugo Buderus zu Hirzenhain, 3) Friedrich Schiele zu Hirzenhain und 4) Fritz Spies zu Hirzenhain zu Procuristen der Gesellschaft ernannt. Jeder der Gesellschafter und der Procuristen ist berechtigt, die Firma für sich zu vertreten.. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. Oeffeiitliche Aufforderung. 431) Die zum Universalerben des am 20. December 1869 dahier verstorbenen Großherzoglichen Professors Dr. Leopold Schmid eingesetzte Kreis-Schmid-Stiftung zu Scheer int Königreich Würtemberg hat die Erbschaft unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten. Es werden deshalb alle Diejenigen, welche Ansprüche an den Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Gerichte binnen sechzig Tagen anzumelden, widrigenfalls dieselben bei Ordnung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. Gießen, ben 26. Januar 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 866) Montag den 7. März 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Districten Hochwart, Wann, Brauhof, Oberwald und Annaberg, nachoerzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: I. Brennholz: 752/4 Stecken Buchen-Scheidholz, ablungsfrist bis 1. Septbr. d. I. gestattet- Garbenteich, den 24. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Formulare, sind zu haben bei Der Bürgermeister: Golnot. ' Wilhelm Klee, Marktstraße. meistbietend versteigert werden. Die Herren Bürgermeister werden mit dem Erbieten zu Gegendiensten ersucht, dieses rechtzeitig in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Oberwalgern, am 28. Februar 1870. Bepperling, Bürgermeister. 863) Montag den 7. März, Nachmittags 2 Uhr, soll der dem Herrn Prof. Dr. Jhering gehörige Garten am Seltersberg, 5 Morgen haltend, mit sehr guten Obstbäumen bepflanzt, in mehreren Abtheilungen im Garten selbst an den Meistbietenden verpachtet 12 „ 3-/4 . Holzversteiqerunq. 870) Freitag den 4. März L I., des Morgens um 9 Uhr anfangend, sollen folgende Holzsortimente in den hiesigen Gemeindewaldungen, Districten Bergwald und Altenfeld, meistbietend versteigert werden, als: 8-/4 Stecken Buchen-Scheidholz, Durchmesser und 15 bis 36 Fuß Länge, 2138 Cubikfuß enthaltend. Die Zusammenkunft ist um die bestimmte Stunde im Johanneshölzchen am Vicinal- —.........n- -v - 0 , weg von Garbenteich nach Lich, woselbst sollen in den Allertshäuser Gemeinde-Wal- mit dem Bauholz der Anfang gemacht wird, düngen, Districten Langenbruch, Buchkops Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird und Burghain, nachverzeichnete Holzsortt- ~ <■ - r. .... mente zur Versteigerung kommen: ' 48-/4 Stecken Buchen-Scheidholz, 854) : fluten Lo! nsroyen Neustadt, 879) Seltersb tiges M arbeit gi 567) Den Ate ^treten Spec Asbaldig Bon mem Iheit verschafft. Verlag von G. Poe- nicke's Schulbuchhandlung in Leipzig und dort, sowie in jeder Buchhandlung für 1 fl. 45 fr. zu bekommen. (78) a5aA&a>tfgidfcttea±ilMWi’|i'iwrl|y, 856) Lungstein - Quader, Ecksteine, Schichtsteine u. s. w. können von dem Unterzeichneten zu annehmbaren Preisen bezogen werden. Kesselbach, den 28. Februar 1870. B- Weber, Steinhauermeister. 838) Ein Mikroskop mit einem System und zwei Okularen ist in Lit. C. Nr. 30 zu verkaufen. Garbenteich. __________Schwarz.____ 860) Mittwoch den 9. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Louis Noll am Wallthor: Korn, Waizen, Hafer, Stroh, Dickwurzeln, eine Fegemühle, Wagen, Eage, Pflug und sonstige Oeconomiegeräth- schasten gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 1. März 1870. Bauholz-Verkauf. 850) Im Oberwalgerner Gemeindewalde Ver» N N CD wird ein! lidjen Nr 25- Mar; sehr haltbar, fest und schön blau, aus einer immer größeren Tiefe gewinnend, in verschiedenen Sorten, sind wieder auf der Grube „Maria" hier zu den billigsten Preisen zu haben. Gladenbach, den 28. Februar 1870. Die Diery'sche Schiefergruben-Gesellschaft zu Gießen. ________I. V.: Verwalter Krug.________ 859) In Lit. C- Nr. 112 in der Löwengasse ist ein gut gehaltener Kleiderschrank zu verkaufen._______________________________ 761) Ohngesähr 8 bis 10 Ctr. Heu sind zu verkaufen in Lit. E. Nr. 26 auf dem Seltersberg. __________ 845) Zwei noch im besten Zustande befindliche zweispännige Wagen nebst allem Zubehör, sowie ein Pfuhlfaß, stehen zu billigem Preise zu verkaufen. L. Kämmerer. 846) Ein Haufen Pferdemist ist zu verkaufen. G- Arnold, im deutschen Hof. 861) Meine Eckener mit Stallung, sowie ein gut gewölbter Keller, sind auf mehrere Jahre zu verpachten. Louis Noll, Walltbor. 858) Ein mit guten Obstbäumen bepflanzter Garten am Rodt ist zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres bei Frau Dr. Haust ein. _____________ Billige Cigarren 754) Ambalema-Ausschuß mit feiner Einlage, pr. Stück 1 fr., )?. Mille 16 fl., empfehlen _____I. A. Busch Söhne. Für Oeeonomen empfehle ich meine Niederlage gemahlener Palmkuchen, pr. Ctr. 3-/2 fL in neuen Original-Säcken von 106 Pfd.; bessere und billigere Fütterung als Rapskuchen. Bei Abnahme von 100 Ctrn. ä 3 fl 15 fr. frei ab hier (in Waggons-Ladung bedeutende Fracht-Ersparniß). Ph. Schaffner, Götheplatz 13, (871)__________Franffurt a. M.___________ § Lrauermalz, beste Qualität, stets vorräthig in der Brauerei von Fr. Textor, ____________auf der Hardt bei Gießen. 868) Gereinigten Medicinal-Lebcr- thran empfiehlt Emil Fischbach, _____________________Seltersweg._____ 840) Eiserne Bettstellen, Flaschenschränke, Waschtische, Kinderwagen, Gartenmöbel, Haushaltungsmaschinen zum Flaschenfüllen, Fleischhacken, Schneeschlagen, Dampfkoch- töpfe empfiehlt___________Emil P ist o r. sssaismawmM— »i n .uimb Vorläufige Anzeige 'V ZZermieLhuttgen. GO MÄÄÄ« « 0 25 's 30 „ j Theaters,yeige. u jllter Schwede H Theaterdirector. Maße. 12 48 24 Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 B; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13; Place du Molard, 2. Zilfe haben, Kiese das Buch: ludljrung lbbildungen. Stt: &«n», wäpiotit 839) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bet E- Etchenb erg. 877) Zum 1. April wird eine möMirte Stube in freier Lage von einem einzelnen HAASENSTEIN * VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, n Reftierun- m 4 Iah- ihre Gesund: n G. Poe- ng in Lcip- t Buchhand: nm en. (78) 855) wird ein Mädchen, welches im Kochen er fahren ist und di- häuslichen Arbettenver^ steht. Näheres bei der Exped. d. «ltts. er, . blau, aus einer nnenb, in ver- jitber aus btr den billigsten mar 1870. iben-GksMast zu vermiethen und Anfangs April zu be- ziehen bei Jaseuh Mohl's Wittwe, W allthorstraße._________ Bekanntmachung. 878) Alle Gegenstände, welche bet mir über 3 Monate versetzt sind, bitte ich bis zum 15. d. Mts. gefälligst zu prolongtren, als sonst dieselben öffentlich versteigert werden. Gießen, den 2. März 1870. K. Grunebaum. y n ber Braue- or, d Gießen. cinal-Leber» iischbach, tcrsweg. l'chenschranke, Ganenniöbel, slaschemüllen, > Dampikoch: il Pistor. deS akademischen Musikdirectors W. Mickler, Freitag den 11. März 1870, Nachmittags halb 4 Uhr, in der Stadtkirche. I. „Requiem“ Missa de defunctis, für Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel, componirt von 28. 21. ÄRozart II. Der 48S=e Psalm, 212) D t e Kunsttärberei, Wollen - und Seidenwascherel von Frau Marie Pietsch, wohnhaft bei Hrn. Friedr. Graf, Nahrungsberg, empfiehlt sich im Waschen und Färben von wollenen und seidenen Kleiderstoffen, Bändern in Seide und Sammt, Shawls und Halstüchern. Handschuhe werden nach der neuesten Methode gewaschen und in allen Farben gefärbt, Federn gewaschen, gekräuselt und in allen Farben gefärbt. Herrenk leider werden gewaschen und von Flecken gereinigt. Aufträge nimmt Herr T h e o d o r B r u m m e r am Kreuz entgegen. fr., fr., Geschäfts-Empfehlung. 885) Einem geehrten Publikum zeige ich hierdurch ergebenst an, daß ich mich dc^ hier als Schuhmacher etablirt habe. Indem ich mich daher in allen tu meinem Fach vorkommenden Arbeiten bestens empfehle, verspreche ich prompte und reelle Bedienung, und bitte deßhalb um recht zahlreiche geneigte Auftrage. wohnhaft bei Herrn Messerschmied Reinig, Seltersweg Lit. C- Nr. 45. MS' rroule^ Vermischte Anzeigen 8 Gesucht wird ein Mädchen, das Kochen und die häuslichen Arbeiten versteht, auf den 1. oder 25. März- Näheres ber der Exped- d. Bl. Ziehung 16. MätH 5. [Francs. Mailander IO Francs - Obligationen ä fl. 4. 40 fr. oder Thlr- 2. 20 Sgr. per Stück inelusive regelmäßiger Zusendung ber Liste nach jeder Ziehung bei ,7 18734 I. G. Lustmann, Frankfurt a. M., Zell 47. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten (?. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Mnion", welches am.12. Febrmr von Bremen abgegangen war, ist am 25. Februar, 6 Uhr Abends, wohlbeh 90tt DasPastdampfschiff d-s Nordd. Lloyd „Frankfurt» Ist am 26. Februar wohlbe- Balten von Bremen via Havanna in New-Orleans angekommen. ^-briiar die zweite?iesjä?H g e s!^nach Vh’ei^fln^®ot*S*** aU6eV Da?Postd0a0mMM ^esVdd. Lloyd° L)hi^, welches. am 9^ ^bruar von Bremen abgegangc» war, ist nach einer schnellen Reste von 12 -agen m ^auinwie angekommen. rlriold' MnLL— - 2'^««'L [ sind aus o»i,bälß#w grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Neuerwall, 50; , Eckstein:, T.tn von dem :tn Preisen be- ir 1870. ihiuermeister. nit einem Sy- ift in Lit- C- H. C. Rullmann. Friedberg „ I. A. Windcckcr. An Orten, wo sich noch keine Niederlagen befinden, werden solch- errichtet durch das Generaldepdt uon I G Schröder. Darmstadt. Br.ese franco. (121) Sein Fabrikat brr lleiueit bat in so kurzem Zeitraum einen so »rohen Erfolg auszuweisen. wie das Brustbonbons, Arabische Gummi - Kugeln, bereitet von W Stnppel in Alpirsbach. Trat, der in »roher Anzahl aufgetauchten Nachahmungen behaupten diese Fabrikate ihren guten Rus und erobern sich von Tag zu Tag mehr und mehr die tstnnst Rauer'scher MaiMerein. 787) Sonntag den 6. März: Abendunterhsltung, unter Mitwirkung des hiesigen Blech-Sextetts im Chr. Lony'schen Saale. Entree für Herren 9 fr., für Damen 6 fr. Karten sind bei Herrn Emil Gail, Mäusburg, und Abends an der Kasse zu haben. „ , Kasseöffnung 7 Uhr. — Anfang pracis 8 Uhr. Der Vorstand. 5rU___.— . in ber Löwen- Kleibcrschrnnk üsS L steh-n iu bei I. Wallach. „ H. C. Bingmann. „ Ernst Krause. 884) Ich erlaube mir, dem hochgeehrten Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, «!daß Sonntag den 6. März die Bühne hier eröffnet wird- Hochachtungsvoll W. de Nolte, Generalversammlung. 779) Auf Sonntag den 6. März d. I-, Nachmittags 4 Uhr, werden die Mitglieder der Leichenkaffe - Gesellschaft zu einer Generalversammlung in den Gasthof zum „Prinz (^arl nn dem Wunsche eingeladen, sich recht zahlreich einzufinden. Tagesordnung: 1) Abhör der Rechnung pro 1869. 2) Ergänzungswahl des Borstandeß. Gießen, den 24. Februar 1870. Für den Vorstand: Georg Schmitt. für Sopransolo, Chor, Orchester und Orgel, componirt von F. Mendelssohn, unter gütiger Mitwirkung des akademischen Gesangvereins. Das Orchester wird durch Hinzuziehung auswärtiger Kräfte verstärkt. Eintrittskarten für einen nummerirten Platz im Schiff der Kirche und für einen nicht nummerirten Platz ebendaselbst und auf der ersten Emporbühne . - • • ' ' ‘ ' für die zweite Emporbühne • - - • , „ •. " zur Hauptprobe (am Tage des Coneerts, Vormittags um halb 10 Uhr) — „ » und Text der Gesänge ä 3 fr. sind in den Buchhandlungen der Herren I. Ricker und W- Ferber zu haben. (Die Kirche ist geherzt.)__________________ Geschäfts - Anzeige. im Hause erri‘@ineSei6c von Jahren in den »roßten GMäften Deutschlands conditionirmd bin ick in den Stand gesetzt, allen Anforderungen Genüge zu leisten, und werde nur durch reelle und prompte9 Bedienung das Vertrauen meiner geehrten Abnehmer zu erwer- bCn Reparaturen werden schnell und bestens ausgeführt. Gi-b-n. den 1. März 1870. sSÄer. in | U l i 1 werden nach einer untrüglichen Methode in circa 14 Tagen sicher geteilt. Honorar wird erst nach erfolgter Heilung beansprucht. Prospecte, Attcstauszu» Burgsteinsurt, in Westfalen.__________jc^ucitrup. Epileptisck>e Krämpfe j Fallsucht) des Publikums. Dieses Brustbonbon fft zu haben: , tn y) t e b e n „ Lich „ Alsfeld „ Büdingen Als Apothekerlehrling wird für fommenden April oder Mai in eine frequente Apothefe gesucht ein wohlerzogener, braver junger Mann, welcher die erforderliche Schulbildung besitzt. Es wird fein Lehrgeld verlangt, dem jungen Manne genügende Ausbildung garantirt, ja bei voller Zufriedenheit schon vor beendeter Lehrzeit ein Heiner Gehalt zugesagt. Herr Fr. Peppler ertheilt Auskunft. (880) 857) Ein Schmiedgeselle und ein Lehrling werden gesucht von Schmiedmeister Unverzagt. 881) Es ist Jemanden ein junger schwarzer Pinscherhund mit weißen Flecken re. zugelaufen, und kann derselbe gegen Entrichtung derJnseratgebühren wieder verabfolgt werden. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 834) Ein braves Dienstmädchen wird zum 25. März in Dienst gesucht. Die Expedition sagt von wem- ______ ren iN mit 'M 1 fr lieg ' -ohne. «len ' gemahlen ln neuen 'll-; bessere ipsfudjen a3fl 15fr. nng bebeu: ^ah 13, 883) Bei meiner Abreise von hier nach London sage ich meinen Freunden und Bekannten in hiesiger Stadt ein herzliches Lebewohl. Gießen, den 3. März 1870. Georg Euler 833) Ein gewandtes Dienstmädchen, welches alle Hausarbeit versteht, gut kochen kann und mit Kindern umzugehen weiß, wird gegen 60 fl. Jahreslohn gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. unter E. F. 882) Ein ordentlicher Zapfjunge wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. dieses Blattes._____________________________________ 785) Ein reinliches Mädchen kann eine Schlafstelle erhalten in Lit. C- Nr. 65, Seltersweg. 837) In einem neu erbauten Hause ist die mittlere Etage mit Mansarden-Woh- nungen entweder im Ganzen oder auch ge- trennt zu vermiethen. Näheres be: der Exped. d Blattes.___ 876) Ein möblirtes Stübchen ist zu ver- mietben bei Dienstmann Karl Herl, Sandgasse. 854) grvei Pferdeknechte werden gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Näheres zu erfragen bei Herrn Wilhelm Ockel am Neustädter Thor.___— 879) In das Gail'sche Haus auf dem Seltersberg wird zum 25. Marz em tüchtiges Mädchen gesucht, welches alle Haus- arbeit gründlich versteht.____________________ 567) Ein zuverlässiger Junge von braven Eltern kann bei gutem Gehalt gleich eintreten bei G- Schmehl, Specereihändler u- Wirth am Brand. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 875) Ein kleines Stübchen ist zu vermiethen bei B- Walther, ___Schuhmacher- 736) Ein schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Christian Zinßer, * Wallthorstraße. Politische Rundschau. 27. Februar. AuS der Provinz treffen mehr und mehr Adressen ein, in welchen die Unterzeichner Zustimmung und Freude über den Gang des CabinelS Ollrvier aus- sprechen. Manche dieser VertrauenSzeichcn enthalten auch Beschwerden über Vie Verworrenheit vieler Köpfe in der Hauptstadt und beklagen, daß sich die Wirkungen der Pariser Gossenscenen bis in die fernsten Theile des Landes bemerklich machen. Auch mit der „Decentralisation" beschäftigt man sich lebhaft in der Provinz. Bisher war man in Frankreich nicht glücklich bei Versuchen dieser Art, weil die Provinzialen nichts dazu thun wollten. Man ist in Frankreich zu sehr gewöhnt, Alles von oben herab zu erwarten und decretirk zu sehen. Der Wiener Correspondent der „KarlSr. Ztg." schreibt: Die Dinge in Rom reifen der Entscheidung zu, der moralische Bankerott des Concils fcheint unaufhaltbar. Der geistig bedeutendste österreichische Bischof, der Cardinal Fürst - Erzbischof von Wien, hat die Mahnungen der letzten Depesche des Grafen Beust auf das dringendste unterstützt, und doch ist bekanntlich gerade er der Haaptbetbeilrgte des in Trümmer zerfallenen ConcordatS. Wenn nicht bestimmte Garantien für ein rasches und gründliches Einlenkcn der Kurie geboten werden, dürften noch im Laufe des Monats März alle österreichisch-ungarischen Bischöfe (mit sehr vereinzelten Ausnahmen) Rom verlassen haben. Mehreren deutschen Blättern, ebenso der „Agence Havas", ist aus Bern auf telegraphischem Wege die Nachricht zugegangen, d>e dortige russische Gesandtschaft habe an den schweizerischen BundeSratd das Begehren gestellt, den wegen Verschwörung und Mordes verfolgten und nach der Schweiz entwichenen Russen Netschajew an Rußland auszulicfern. Wie der „Köln. Ztg." aus ofsiciellec Quelle versichert wird, ist diese Nachricht vollständig unrichtig. Wenigstens ist es Thatsache, daß dem schweizerischen Bundespräsidenten, Herrn Dr. Dubs, ein solches Begehren bis zu diesem Augenblicke noch nicht gestellt worden ist. 1. März. In Betreff der Dänenversammlung, weiche Herr Krüger am 11. d. Mts. in Rcisby arrangiri hatte, berichtet jetzt die „Dannevirke ', daß der Genannte eine Darlegung gab über eie „Wirksamkett ter Nord- schleswig'schen Mitglieder des Abgeordnttenhauses für die Förderung ter Nordschlisw.g'schen Sache", sowie über die „große Adresse und ihr Schicksal". Lcr Redner gab es darauf als seine Absicht zu erkennen, im Norddeutschen Reichstage zu erscheinen, wo er jetzt für seine „gerechten Forderungen" willigere Ohren zu finden glaubte, als bisher. Sollte auch diese Hoffnung feblschlagen, würden noch andere Aussichten offen stehen, er vermöge sich aber noch nicht darüber zu äußern, was er in einem solchen Falle thun würde. Der Wiener Corresp. ter „KarlSr. Ztg." schreibt: Der französische Botschafter in Rom ist angewiesen — und vielleicht hat er im Sinne dieser Weisung bereits gehandelt — nach dem Vorgang Oesterreichs die römische Kurie in ernstester Weise von einem weiteren Vorgehen auf dem eingeschlagenen Wege obzumahnen. Ein Collectivschritt ist nicht beabsichtigt, wenigst ns für jetzt nicht. — Auch der „Moniteur" deutet an, daß in den Tuilerien neue Schritte beab- sichkigt werden, um den päpstlichen Stuhl und das Concil von Beschlüssen abzuhalt.n, welche dem französischen Staatsrecht zuwiderlaufen. Die in dem französischen gesetzgebenden Körper vom 23. Februar gehaltene Rede des Grafen Daru schloß mit folgenden Sätzen: „Gestatten Sie mir, mit zwei Bitten oder, wenn Sie wollen, mit zwei Rathschlägen zu schließen. Vor Allem verlangen Sie nicht von ter Regierung, daß sie die Welt durch Aufsehen erregende ThaUn in Erstaunen setze. Die Zeitungen, sagt man, brauchen eine Idee per Tag. (Heiterkeit.) Die Völker, welche arbeiten, Lnnen dieses Bedürfnis nicht. Die politische Bühne ist kein Schauplatz für Effectstücke und Ueberraschungen. Dtt freien Völker wollen befragt, aber nickt überrascht fein. (Sehr gut!) Und zweitens lassen wir die Vergangenheit und ihre Händel in Frieden ruhen und denken wir an die Zukunft. Meiden wir die Fragen, welche spalten oder Zeit rauben, verschonen wir einander mit Versicherungen des Mißtrauens; das Land könnte sonst am Ende finden, daß wir zu viel sprechen und nicht genug handeln. Drängen Sie uns: das ist Ihr Recht; aber geben Sie uns die Mittel, zu handeln : wir fühlen die Nothwendigkeit der Thal stärker als Irgendwer. Und nun steht es bei Ihnen, meine Herren, sich über die Poltt k des Cabinets zu erklären." (Langer und stürmischer Beifall.) Der montenegrinische Grenzstreit wird, wie verlautet, durch eine aus den Consuln der Großmächte zusammengesetzte Local-Commission entschieden werden. 2. März. Die „Z. C." berichtet: „Wie man in maßgeben- den Kreisen hört, gewinnt der Gedanke immer mehr Anhänger, daß die auf dem Gebiete ter Gesetzgebung beabsichtigten Reformen mehr wie bieder als ein Ganzes behandelt werden müssen, und daß es sich deßhalb wohl empfehlen möchte, zur Vorbereitung dieser Re- formen ebenso wie in den zwanziger Jahren eine Immediatcommission ad hoc nieterzusetzen. Namentlich soll in den Kreisen des Herrenhauses der Gedanke Anhänger gewinnen, daß eine Reform der Kreisordnung kaum ohne gleichzeitige Reform der Steuergesetzgebung uud der Provinzialvertretungen in's Leben zu führen sein dürfte, und daß außerdem die Erwägung geboten sei, mit jenen Reformen auch die Seitens ter Grundbesitzer neuerdings angeregten Institutionen in Verbindung zu setzen." Die „Weser-Ztg." schreibt: „Man wird wohl nicht irren, wenn man die Erklärungen des Bundeskanzlers bei der Debatte über die Lasker'sche Resolution auf Motive zurückführt, die in den Verhandlungen selbst nur sehr schwach anklingen. Es sind nicht Gründe der inneren Politik, welche den Bundeskanzler zu der so entschieden abweisenden Haltung dem Eintritt Badens gegenüber veranlaßten, sondern Erwägungen, die der allgemeinen Lage Europas entnommen sind. Man mag dies tadeln, mag cs allzu vorsichtig finden; aber man wird wohl thun, sich Über die Sache selbst nicht zu täuschen. Graf Bismarck, welcher im Jahr 1866 kein Bedenken trug, ohne die Unterstützung der öffentlichen Meinung, ja im entschiedenen Widerspruch gegen dieselbe, einen großen Krieg zu unternehmen, weigert sich jetzt, wo er die Sympathien der überwiegenden Mehrheit auf seiner Seite haben würde, einen Schritt zu thun, der, wenn auch nur indirekt, die Gefahr eines Krieges herbeiiühren könnte. Er will den Main nicht überschreiten, so lange nicht Süddeutschland selbst, das ganze Sürdeutschland, ihm die Hand entgegen- streckt. Badens Einladung allein genügt ihm nicht; Baiern und Württemberg müssen sich anschließen, wenn er den entscheidenden Schritt thun soll. Daß tiefer Schritt einmal geschehen müsse, daß man ihn täglich im Auge behalten, ihn vorberciten und er- leichtern solle, erLnnt er an; auch die letzte Thronrede hat es wiederum stark betont; ab-r für den Augenblick bleibt es bei dem Anvahnen und Zu- wartcn. Die Stunde hat noch nicht geschlagen, die Zeit ist noch nicht erfüllet. Große Umwandlungen müssen noch vor sich gehen, bevor alle Stamme Deutschlands sich in demselben Bundeshause zusam- menfinden, Umwandlungen, welche nicht durch Resolutionen zu bewirken sein werden. Seltsam genug, der Liberalismus dringt auf Thaten, Graf Bismarck rechnet auf „moralische Eroberungen". Die Rollen sind ausgetauscht." Vom La-Plata-KriegSschauplatze wird gemeldet: Lopez verließ Panaders mit Zurücklassung der Kran- ken. General Camara schlug 600 Paragruten bet Concepcion, wohin der Oberbefehlshaber der brasi- lianischen Armee, Graf D'Eu gleichfalls abgegangen ist. Die „Kreuzztg." schreibt: „Die Nachrichten aus Rom, welche von der Wahrscheinlichkeit einer Vertagung des Concils sprechen, weiden UNS zunächst als unglaubwürdig bezeichnet: die Maßregel der Vertagung, welche von französischer Seite angeregt worden ist, hat, wie uns versichert wi-d, bei Der Kurie nicht een mindesten Anklang gefunden." Die „Agence Havas" schreibt: Gegenüber ien Behauptungen gewisser Journale kann versichert werden, daß vollständige Uebereinstimmung zwischen den Ministern und dem Kaiser, sowie zwischen Den einzelnen Ministern herrscht. Preußen« Berlin, 26. Febr. Di« Reiä-Sfraction der Eonservativen, Freiconservativen und Nationalen beriethen über die Todesstrafe. Tie Nationalen beschlvffen einstimmig den Antrag, die Worte „mit dem Tode" aus dem erst.» Paragraphen de« Strafgesetzentwurfes zu streichen. Die Conservativen find gänzlich dagegen, die Freiconservativen geiheilter Meinung. Berlin. 28. Fsbr. In der heutigen Reichstags-Sitzung | begann die Debatte über den die Todesstra,e betieffenden PafiuS | des Strafgesetzbuches. Für die Beibehaltung der Todesstrafe I sprachen hauptsächlich ReichenSperger und dec Justizminisier i Leonhardt, welcher ausfuhrte, daS Volk sei von der Berwerf- j lichkeit der Todesstrafe keineswegs überzeugt, und der Gesetz- ' geber müsse den Rechtsanschauungen drS Volkes folgen. Gegen die Beibehaltung ergriffen der rönigl. sächsische BundeScommissär Klemm, Prinz Handjery, Schwarz und Lasker das Wort. Die Rede des Letzter»» wurde sehr beifällig ausgenommen. Kiel, 24. Febr. Infolge eines Herzleidens starb gestern in Tüsterbrook der Landtags- und Reichstags - Abgeordnete Staaterath Dr. Francke. Mit ihm scheidet einer der hervorragenden Träger der schleswig-holsteinischen Erhebung in den Jahren 1848 bis 1850. Er verließ damals bekanntlich sofort seine Stellung als Drputirter in der schleSwig-holftein-lauenbur« gischen Kanzlei in Kopenhagen und trat anfangs als Präsident der schleswig-holsteinischen Regierung, dann als Finanzchef hier ein. Nach Wiederherstellung d