Preis vierteljährig 1 ff- 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expeditione Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Mmtsöück für den Kreis Hießen. 1870. Sonntag den 2. October Nr. 117. 83 560.) 561.) 562.) 563.) 564.) Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Verleihung des Charakters als Generalkonsul an den Konsul in Serajewo. Ernennung eines Konsuls zu Paramaribo. Ernennung eines Vicekonsuls zu Lulea. esgleichen zu Jaffa. Desgleichen in Pizzo. (Nr. (Nr. Republik. (Nr. (Nr. (Nr. (Nr. 565.) (Nr. 566.) ,...... r . n~A Gießen, den 26. September 1870. Truppen in die Festung Toul »orfommen sollte, mit der ganzen Garnison nach dem Belieben (ä la merci) Sr. königl. Hoheit des Großherzogs von Mecklen- bürg deiff h tjß;£n yom 25. September: „Bezüglich des künftigen Vcrhaltniffes Oesterreichs zu Deutschland ist die Meldung nicht ohne Interesse, daß von Bapein und Wachsen eine Revision des Prager Friedens, der formell der Reconstruirung Deutschlands im Wege steht, in Anregung ge- bracht worden sein soll. Mannichfache Anzeichen sprechen für d,e Richtigkeit dieser Meldung, und man darf hieraus wohl die Hoffnung schöpfen, »aß aus Grund d°r vollzogenen Thalsachen Formen für ein säuerndes Fr-undsa>a,l-banv zwischen 'Drütschiand und-Oesterreich werden g.sucht werden. General Favejeff hat in der russischen „Borsenzrg. .men Arlikel unt.r der Ueberschrist: „Di- Verhältnisse Rußlands nach dem deutsch.französischen Kriege" veröffentlicht, der eenen tiefen Blick in die Abstchlen und Bestrebungen der immer selbstbewußter und kühner auftretenden russischen Panslavisten . Partei thun läßt und daher für Europa und namentlich für Deutschland in vielfacher Hinsicht lehrreich ist. Der eifrige Vorkämpfer ter russisch-panslavistischen Idee beklag, die Einigung der deutschen Stämme unter der Führung de- mächtigen Preußen die nach der Niederwerfung Frankreichs sich ungevlnderi vollziehen werde, als ein für Rußland unheilvolles Ereigniß und zwar aus dem doppelten Grunde, weil Frankreich, auf dessen Bundesgenossinschait Ruß and für seme pan° flavistischen Plane allein rechnen konnte, au- dem Ries-nkampf- mit Deut chland zu sehr geschwächt und das vereinigte Deutschland, der Hauptgegner des russischen PanslaviSmuS, zu mächtig hervorgehen werde. „Oestiilkich bemerkt Fede, ff - konnte nicht mit Preußen, das 17 Millionen Einwohner zahlte und Frank- reich kann nicht mit dem deutschen Bunde, der 40 Millionen Einwohner zahlt, f-rtia werden; Rußland aber, wenn es nach der Niederwerfung Frankreichs an die Reihe kommt, wird es mit einem Deutschland, das 60 (?) Millionen Einwohner hat, zu thun haben 1" Als den Z-itPUN-t de« Kampfes, den Rußland gegen das vereinigte Deutschland werde zu bestehen habeni, bezeichnet Fade-ff den Tag, an welchem Rußland die Losung der slavischen Frage, die für daffelb- eine Lebensfrage sei, fassen und entschieden in die Hand nehmen werde. Dieser von allen Russen ersehnte Tag werde erschienen sein, sobald -S Rußland gelungen sei, sich di- Sympathien all.r slavischen Stamme zu gewinnen, wa« da- Haupt- ziel aller seiner Bestrebungen ftiu müsse. Den Kampfplatz, auf den, die slavische Frage zur Entscheidung kommen werde, verlegt Fadejeff nach dem Komgreiche Polen, in da« Dreieck zwischen Weichsel, Narew und Bug. „Siegen wir in diesem Kampfe", fährt er fort, „f° werden unsere Heere in einigen Tagen in Berlin oder Wien stehen; unterliegen wir, so werden sie, wenn der Feind au» nur von einer kleinen polnischen Partei unterstützt wird, im Königreich Polen ihr Grab finden." Vom Kriegsschauplatz. Lllon verlangt, als Vicehauptstadt Frankreichs statt Tours anerkannt zu werden. Die France antwortet auf einen Artikel des Salut Public in diesem Sinne: „Lyon sei in jeder Hinsicht dazu geeignet, aber da es die Fahnder rothen Republik aufgepflanzt habe, so erwecke es ernstliche Bedenken. Dl- Patrie, die in Poitiers erscheint, meldet vom 25. September: „An dem 17. September haben wir zum letzten Male den pariser Börse,icours erhalten. Es ist das wohl der schlagendste Beweis, wie luftig die vielen.Nachrichten sind, die von Tours und anderen französischen Städten aus >»er Paris verbreitet werden. „Ohne indiscret sein zu wollen" macht die France über die finanziellen Hoffnungen, die man in Tours hegt, folgende Bekenntnisse: „Ha. ben wir, wenn es zum Frieden kommt, eine Kriegsentschädigung an Preußen 4)1. Ociober. Die „Darmst. Zig." schreib,: Di- U-bcrgab- Straßburgs wird zugleich auf die Bevölkerung von Pans ernüchternd einwirken. 'Straßburg galt den Parisern als leuchtendes Vorbild der Vertheidigung. Der Widerstand blS zum A-uß-rst-n ist nich, nach dem G-schmack aller Pariser, w>- d,e Schauren der descrii,enden Modilgarken und die zahlreichen Execu,Ionen wegen Verweigerung des militärischen Gehorsam« beweisen. Nachdem die tapferen Vcrtheidiger Straßburg« die Waffen gestreckt, wird französische Selbstüberhebung einigermaßen zur Besinnung gelangen, und allgemeiner wird da« Verlangen werden, vom Kampfe 618 "“unteTc'cn maM-n^Waffenstillstandeb-dingungen, die Graf Bismarck ge- stellt, war b-kanniiich die Auslieferung Straßburg« die wichtigste, obgleich seme Einnadme, gleich der von Toul, mit Sicherheit nahe bevorstand. Von den geforderten Festungen befindet sich nur noch Verdun, das die Verbindungslime der Deutschen vor Paris mit der Heirnath nicht bedroht, ,n französischen Händen. P alzbur das nach F-vr-'S Angabe gefordert sein soll, liegt abseits der Bahn von Weuvenheim nach Nancp und wird uns in Zukunft nicht wehr belästigen, als bisher Herr Favre wird neue Combinativneu bieten muffen, um einen Waffenstillstand zu erlangen. Was bisher nur französische Luge gewesen, wird ME« Wahrheit werden. Man wird nickt allem Einräumung de Lrl ™Dn( Balerien, man wird den Einzug in Pan« verlangen. Und ganz Deutschland wird dieser Forderung zustimmen, denn da« deutsche Heer tarf #or den Thoren von-Pari« nicht umkehren, °er Chauvmi-mu-muß ,n seiner eigent- lieben Brutstätte gcdemüthigt werden. h T.ut, W ^trofebura ist wieder geworden, waS es war: eine deutsche Stadt. -Leut ff SAIBSÄ'Ä land dast-hen, um das wievergewonnene R-ichSland gegen neuen frevlen Angriff fräf%U dluffcheu Heere haben in der kurzen Zeit von zwei Monaten unter den französischen Festungen und befestigten Städten schon tuntig aufge- räumt Es wurden belagert und genommen: Straßburg, Toul, Lutze ' » bera Mit Sturm genommen: Weißenburg. Nach kurzem M^nt'm^VV- 'Nicht belagert, sondern nur beobachtet, resp. cernirt sind, m0Cr0h Aire HeSdin, Bethune, Eambray, Peronne, St. Quentln. Das Protocoll, betreffend die Uebergabe von T o u l lautet dem Ws nach riemlich gleich jenem der Capitulation von Sedan. Nur findet sich da Laon ereignete, wird bestimmt, daß, wenn Aehnliches beim Einzug- deutsche sj>r 36 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 23. September 1870, enthält: Bero d,mn7 b7r-On7?° Aufhebung de« unterm 20. Juli b- 3- -rlasf-nen Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von G-tr-,d- u. f. w. über d.e Grenze "" Ou°r- tierleiftung G-schäfisträg-r des Norddeutschen Bundes bei der Regierung der gmannten werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch (Mit den Grefzenee Miljergee bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. zu zahlen? Und wie Viel V Wenn es bald zum Frieden käme, so werden wir dieser Nöthigung nicht entgehen; wenn der Friede aber verzögert wird, wenn Preußen sich Niederlagen aussetzt, wenn es durch die rauhe Jahreszeit decimirt und in seinen Ansprüchen bescheidener geworden, so werden wir vielleicht — und wir sind zu dieser Hoffnung berechtigt — das Recht in Anspruch nehmen, gar nichts zu zahlen und mit dem Feinde ans vollständig gleichen Füßen unterhandeln. Auf jeden Fall ist es nicht wahrscheinlich, daß Preußen auf diese secundäre Frage viel Gewicht legt, und wir halten eine Milliarde für die wahrscheinliche Abfindungssumme; doch müßten wir auch das Doppelte zahlen, so würden Frankreichs Hülfsquellen auch darum nicht versiegen. Allerdings würden eine oder zwei Milliarden, auf den Markt geworfen, nicht leicht untergebracht werden." Die Patrie schlägt daher nach Muster der Ame- ricaner Bons von 2, 3, 5 und 10, d. h. rückzahlbar in 2, 3, 5 und 10 Jahren, vor. Tours, 27. Sept. Der Rückzug der Negierung auf einen mehr südlichen Ort ist unmittelbar bevorstehend, weil Tours von den Preußen besetzt werden wird. Die Regierung ordnet die energischsten Maßregeln der Natio- nalvertheidigung an, einbegriffen den Aufstand in Masse. Chauny, 28. Sept. Die Preußen häufen sich vor Soissons an. Die Besatzung der Stadt wirft Kugeln und macht Ausfälle seit Samstag. Der Feind hat eine Brücke über die Aisne geschlagen und einige Gebäude in den Vorstädten in Brand gesetzt. Beauvais, 28. Sept. Dreihundert Preußen sind hier gestern durch die Mobilgarde zurückgeschlagen worden; sie sind aber mit Artillerie zurückgekehrt, haben mehrere Dörfer niedergebrannt und die Mobilgarde hat sich zurückgezogen. Der Feind ist in Clermont eingezogen. London, 29. September. Berichten aus Tours zufolge verbreitet die Regierung ein Telegramm des französischen Consuls in Basel vom 28. d. Daffelbe dementirt kategorisch die Nachricht von der Capitulation Straßburgs und versichert , daß drei Sturmversuche unter großen Verlusten des Feindes zurückgeschlagen worden sind. Aus Orleans vom 26. September, Abends: Die Stadt ist von den Franzosen geräumt, die preußischen Truppen sind aber noch nicht eingerückt. Späteren Nachrichten aus Amiens zufolge haben die Preußen Orleans besetzt und wenden sich gegen Blois. Ihre RecognoscirungStruppen sind bei Beaugency erschienen. Aus AlllienS meldet man: „Die Preußen haben nicht allein mehrere Orte im Orleanais, wie PithivierS und Malesherbes, besetzt, sondern ihre Plänkler sind bereits durch die Stadt Orleans gekommen und marschirten auf Blois; ihre Spitzen stehen in Beaugency. Der General - Einnehmer Magne, Sohn des ehemaligen Ministers, und der Postdirector von Orleans haben sich mit den Caffen auf Tours zurückgezogen. Die Brücke in Orleans ist von den Franzosen in Vie Luft gesprengt worden, um die Landstraße nach Bourges zu schützen." Bei der Ankunft der Deutschen in St. Germain en Laye (bei Paris gelegen) ging die Nationalgarde mit gefälltem Bajonnet vor. Drei Kugeln, welche in die Stadt geworfen wurden, machten dem Widerstande aber ein Ende. Die Stadt bezahlte 100,000 Fr. Kriegskosten. Durch St. Germain waren in fünf Tagen 20,000 Mann Deutsche gekommen. Aus Versailles, 27. September, wird dem „Echo du Parlement" gemeldet: „Der Kronprinz von Preußen hat im Hofe des Schlöffe- eine Muste- rung gehalten und an die Offiziere und Soldaten Medaillen vertheilt. Der Kronprinz hatte sich am Piedestale der Statue Ludwig'- XIV. aufgeMtt^ Die Franzosen befestigen Vslizy. Der Herzog Max von Mecklenburg wurde bei den Vorposten in St. Cloud verwundet. Das Wetter ist schön. Man steht über Paris Luftballons aufsteigen." Marly, 27. September, Morgens 10 Uhr. Heftiges Kanonen-, Mi- trailleusen- und Kleingewehrfeuer zwischen Fort Quelen und unseren Batterien in Mercy-le-Haut. Ein Dorf dazwischen, wohl Grigny, steht in Flammen. Das Fort Quelen ist in Rauch gehüllt. Auch von Thibaut werfen unsere Batterien Granaten nach Quelen. Der Kampf entwickelt sich vor unseren Augen immer stärker. In Papeterie haben unsere Jäger (Reserve-Recrut Grün der 3. Compagnie) gestern Abend einen Sergeanten des 84. französischen Infanterie-Regiments im Wäldchen erschossen, diesen Morgen einen zweiten Franzosen, worauf jedesmal die übrigen Mannschaften der französischen Patrouillen die Flucht ergriffen. (Köln. Z.) Ferneres, 29. September. Se. Maj. der König recognoscirte am 28. die feindlichen Verschanzungen von St. Denis bis Fort Romainville. Bei der Armee nichts Neues. Tours, 30. September. Aus Cherbourg wird untcrm 29. d. gemeldet: Die französische Flotte ist wieder hier eingetroffen. Zum Schutze des französi» schen Handels und der Meeresküsten sind zwei Escadres in der Nordsee und dem Canal zurückgeblieben. Brussel, 30. September. Der hier eingetroffene „Constitutionnel" meldet: „Rochefort hat FlourenS zur Unterstützung bei der Organisation der Barrikadenaufstellung, welche am 27. September begonnen hat, berufen." Karlsruhe, 28. September. Aus Straßburg vom 29. September, Morgen-, schreibt die heute erscheinende „Karlsruher Zeitung": Viele französische Offiziere, welche auf Ehrenwort freigelassen wurden, sind nach der Schweiz ab- gereist; unter ihnen befindet sich General Uhrich. Die Mobilgardcn, lauter Elsässer, werden in ihre Heimath entlassen. Der Andrang von Fremden ist bereits ein sehr großer, jedoch ist es noch schwer, in die Stadt zu kommen. Karlsruhe, 28. Sept. Ein Telegramm des „Schw. M." von hier meldet die Capitulation von Straßburg mit dem Zusatz, daß dabet „angeblich" 1400 Geschütze in die Hände der Sieger gefallen seien. In der Festung soll, ebenfalls „angeblich", Munitionsmangel geherrscht haben. Demselben Blatt te- legraphirt man aus Kork, daß als die weißen Fahnen auf der Citadelle, dem Münster ic. aufgehißt wurden, die deutschen Regimentsmusiken um ganz Straßburg gespielt haben. Loudon, 29. Sept. Die „Times" enthalten folgende Depesche aus Lyon vom 29. September: „Gestern wurde eine regierungsfeindliche Demonstration versucht, General Cluseret erzwang sich Eingang in da-Stadthaus und haran- guirte da- Volk. Die Nationalgarde stellte die Ruhe wieder her. Cluseret sammt den anderen Rädelsführern wurde verhaftet. Blutvergießen fand nicht statt." Vor Metz, 26. Sept. Während gestern Vormittag die nördlich von Metz belegenen Truppen de< zehnten Armeecorps ihren Felbgottesdienst abhtelten, ertönten in der Ferne von den westlich der Festung gelegenen Forts Kanonen- schüsse. Dieselben dauerten von 9 Uhr bi- gegen Mittag. Auch heute bei Tagesanbruch und später bi- gegen 9 Uhr wurde daselbst wieder geschossen. Eine ernstliche Bedeutung haben indessen diese Kanonaden nicht. Ich erwähne dieselben auch nur, um mitzutheilen, daß hier in den letzten Tagen keine entschei. dende Dinge vorgegangen sind. Gerüchte über eine bevorstehende Waffenruhe, welche seit gestern mit verschiedenen Versionen in Umlauf sind, will ich ebenfall- nur andeuten. Das Wichtigste, was ich von hier mittheilen kann, ist, daß die gute Witterung fortdauert und in Folge dessen der Gesundheitszustand der Truppen sich bessert. (Wes.-Z.) Berlin, 27. Sept. Die „Kreuz. Zeitung" schreibt: Die jüngst von der Kölnischen Zeitung gebrachte Mittheilung von CapitulationS-Anerbietungen, welche Marschall Bazaine gemacht haben sollte, stellt sich dem Vernehmen nach al- irrthümlich heraus. Heber die Gründe, die den Marschall vorzugsweise bestim- men, in seiner mißlichen Lage auszuharren, sind — abgesehen vom Punkte der militärischen Ehre — natürlich nur Vermuthungen möglich. Eine Hoffnung, sich durchzuschlagen, wird er bei der Stärke der Cernirung-armee und bei der festen und befestigten Stellung, die sie inne hat, kaum ernstlich noch hegen. Die ge- legentlichen Ausfälle sollen mehr dazu dienen, seine Truppen in kriegerischer Der- fassung zu erhalten und sie vor den üblen moralischen Wirkungen andauernder Unthätigkeit zu bewahren. — Bazaine weiß auch gewiß, daß selbst das Ge- lingen eines Durchbruches uns zwar allerlei Störungen und Opfer verursachen, ihn aber im offenen Felde bald in eine noch üblere Situation bringen würde, als seine jetzige ist. Wenn wir uns nicht täuschen, hofft er, daß das Ende des Krieges nicht mehr fern sein werde, und gedenkt bis dahin auszuharren, um sowohl sich und seinen militärischen Rus, als auch seine Armee möglichst unversehrt zu erhalten. Ob er dabri mehr an sich als an den Kaiser Napoleon denkt, in dessen Namen und Auftrage er noch sein Oberkommando führt, lassen wir dahingestellt. Jedenfalls würde nach dem Friedensschlüsse die jetzt in Metz ein- geschloffene Armee der einzige größere militärisch fest organistrte HeereSkörper in Frankreich sein, und an ihrer Spitze würde Bazaine bei der Neugestaltung der politischen Verhältnisse des unruhigen Landes eine gewichtige Nolle spielen können. Hamburg, 27. Septbr. Wangeroog und Helgoland avlsirten gestern die Anwesenheit einer größeren Anzahl französischerSchiffe. — Die „Börsen- halle" empfing folgende telegraphische Nachricht aus Cuxhaven von heute Mittag : Eine Helgoländer Expreßschaluppe des Gouverneurs meldet, daß die Franzosen gestern Nachmittag nach Frankreich absegelten. (Weser-Ztg.) Darmstadt, 29. September. Die erste Kammer trat in ihrer heutigen Sitzung dem Beschlüsse der zweiten Kammer bei, die Negierung unter der Anerbietung, die erforderlichen Mittel zu bewilligen, um Beschaffung der für die hessische Division nöthigen, nicht etat-mäßigen Bedürfnisse zu ersuchen. Kriegs- Minister Dornseiff sprach der Kammer seinen Dank aus und erklärte, daß man bereits 1500 wollene Hemden nach dem Kriegsschauplatz geschickt habe und das Bedürfniß nach anderen Gegenständen durch amtliche Erhebungen festzustellen suche. Darmstadt, 30. Sept. Seine Majestät der König von Preußen haben des Weiteren nachbenannten Officieren und Mannschaften der Großherzoglichen Division das eiserne Kreuz II. Classe zu verleihen geruht: Vom II. Infanterieregiment dem Oberlieutenant Heydacker, Lieutenant und Regimentsadjutant Hof, den Corporalen Joh. Peppel, Aug. Steinbach, den Musketiers PH. Laub, Friedr. Veith und Konr. Schwalb. Berlin, 29. Septbr. Die Nachrichten verschiedener Zeitungen von einem angeblichen Mordversuch des Kaisers Napoleon auf Wilhelmshöhe sind vollständig erfunden. Berlin, 30. Sept. Die Stadtverordneten-Versammlung nahm einstimmig den Antrag Lirchow's an, den Magistrat zu ersuchen, sich an die Spitze eint» Ausrufs zur Hülfe für Straßburg zu stellen. Stuttgart, 30. Septbr. Der „Staatsanzeiger" sagt: Die Münchener Ministerconferenz wurde am 22. Septbr. eröffnet und am 27. Sept, geschlossen. Im Gegensätze zu Unterhandlungen, welche auf Grund von Vollmachten gepflogen werden, wurde der Charakter von Besprechungen unter Feststellung schriftlicher Anhaltspunkte allerseits gewahrt. Der Gegenstand der Besprechungen war die Gründung einer Bundesverfassung zwischen den norddeutschen und den süddeutschen Staaten, zunächst von diesen Bayern und Württemberg. Die den letzteren durch ihre Verhältnisse für geboten erachteten Bestimmungen wurden hierbei erörtert. Der Verlauf der Besprechungen soll von den Betheiligten al- ein befrie- digender betrachtet werden. Zunächst scheint nun eine Kundgebung der preußischen Regierung entgegengesehen zu werden, wonach erst die wirklichen Unterhandlungen folgen können. Boutt, 29. September. Nachdem bereit- Bischof Martin von Paderborn mit dem Berspiele vorangcgangen ist, hat nun auch für unsere akademischen Der- hältnisse die Frage, welche augenblicklich die katholische Welt bewegt, eine praktische Gestalt angenommen. Der Herr Erzbischof von Köln hat nämlich den hiesigen^ Docenten der theologischen Fakultät dieser Tage einen Revers hinsichtlich ihre- Standpunktes jener Frage gegenüber zur Unterschrift vorgelegt, wodurch voraussichtlich dieselbe Katastrophe, die ehedem Gießen durch das Vorgehen de- BischofS von Mainz betroffen hat, über die katholisch-theologische Fakultät in Bonn ehesten- eintreffen wird. München, 29. September. Staatsminister Delbrück hat gestern Abend München wieder verlassen. Aus Salzschlirf, 28. September, wird uns mitgetheilt: „£)tute Früh kurz vor 4 Uhr wurde hier ein nur gegen 4 Sekunden dauernder, aber heftiger, gleichsam aus der Tiefe aufsteigender, das Haus stark erschütternder Erdstoß wahrgenommen." Wieu, 29. Sept. Dem „Neuen Wiener Tageblatt" wird telegraphisch aus Petersburg gemeldet, daß gestern Thiers von Gortschakoff und dem Groß- fürsten Thronfolger empfangen worden ist. Graz, 25. Sept. Man schreibt der Grazer „Tagespost" aus Bruck an der Mur vom 23. Sept.: „Seit heute Morgen kireuliren Gerüchte über ein Attentat, welches angeblich gegen den von Graz nach Wien zurückkehrendea Kaiser beabsichtigt war. Es sollten zu diesem Zwecke an einer bestimmten Strecke der Südbahn die Schienen aufgerissen und dadurch der Hofzug zum Entgleisen gebracht werden. Thatsache ist, daß in der Nacht vom 22. auf den 23. Sept, eine Abtheilung Jäger vom hier garnisonirenden 10. Bataillon zur Ueberwachung der Eisenbahnstrecke commandirt worden ist. Man glaubt hier, daß das Gerücht von verfassung-feindlicher Seite au-gesprengt wurde und daß cs ganz und gar eines jeden Halts entbehre." w jo tinjhmmig Spitzk tintl tn von einem nt icWvig rer heutigkv nttr der An- J der für di, ?tn. 5mgs. ti M »« Ft habe unb ungtn fefju. revtzen haben 'ihrrzogliehe« n IL Znfail' tiMjutoni 1U rin beseitig der pr* tn Unterh°°k. ’M« tonnen. H*rn bii „Börsen, tute Mittag: 1e Sranpfen it Münlhem ' >t geschlossen ttn gepßogei g schriftlicher igen mx die ten fubbeut* ; den Irijttnn 0B Paderbce« temiW Die- Ät, eine F' : ito»» ui tieeßchllich legt. Iorgeblli eei zaknltät >° gestern Hw» B Srtf'i » W‘Ä It wM .„I Sruif«« M if >n " N'» ’Ä y"--1 s,*> °Ä J "K tz von b(, n9fI1/ deich, ‘nN all W b* "■ Die 8(, !'*$&, d«j .Mfoi ”8« (Dürft, 81 6«ft itj um ö"chß unvtk' polkon benli, ' lasen vii 'n Metz ein. teettör^er j» Genua, 24. September. In Marseille und andern Städten Frankreichs hat man in cer Wuth auch die Italiener ausgetrieben. Heute kamen hier 600 auf einem Schiffe an. Auch 754 päpstliche Zuaven, meist mit der Mentana» medaille geschmückt, wurden in den hiesigen Forts untergebracht. Einige junge Leute von hier wollten nach Frankreich unter die Garibalvi'sche Legion gehen, wurden aber von der italienischen Gränzwache zurückgewiesen. Einige Leute von hier gaben ihnen Geld und den Rath, auf heimlichen Wegen die Gränze zu überschreiten, allein die Polizei erhielt Nachricht und ließ die ganze Bande verhaften. Garibaldi hat seine Insel noch nicht verlassen. Antwerpen, 29. September. Heute Nacht brach hier eine furchtbare Feuersbrunst aus. Die Zuckerraffinerie von Meens ist vollkommen abgebrannt, die anstoßenden Gebäude stehen in Flammen. Die Feuersbrunst bauert in heftigster Weise fort. Antwerpen, 29. Sept., Mittags. Es gelang, der feit heute Nacht wü- thenden Feuersbrunst Herr zu werden. Petersburg, 28. Sept. Das Journal de St. Petersbourg bedauert, daß die deutschen Waffenstillstands-Vorschläge verworfen worden seien, und hält zu einem endgültigen Frieden für nothwendig, daß die französischen Nheinfestungen bis über die Mosel geschleift werden. Frankreich sei das Opfer seiner Fehler, Jrrthümer und Mißverständnisse vor und nach dem Kriege geworden; Deutschland habe dafür zu sorgen, daß es ihm, wenn es Sieger bleibe, nicht eben so gehe bei einem mit schlechten Bedingungen abgeschlossenen Frieden. Krakau, 27. September. Nach einem Telegramm der „Presse" wurde Herrn Thiers in Mazcki (russische Eisenbahnstation) ein prachtvoller Salonwagen zur Verfügung gestellt. London, 26. Sept. Die „Neue fr. Pr." hat folgendes Telegramm: In Folge des Mißlingens der Verhandlungen mit Jules Favre tritt in der preußischen Diplomatie abermals die Neigung hervor, die napoleonische Regent- schäft mit Rücksicht auf den künftigen Frieden wieder in den Vordergrund treten zu lassen. Der Anstoß hiezu ist von Wilhelmshöhe ausgegangen, und es heißt, bonapartistifche Unterhändler hätten dem Könige Wilhelm vorgeschlagen, Namens Napoleon's und der Regentschaft an Bazaine in Metz und Uhrich in Straßburg den Befehl zur Uebergabe der Festungen gelangen zu lassen, wenn Preußen mit der bonapartistischen Regierung Frieden machen wollte. Das Ansinnen soll von Seite des Königs nicht abgelehnt worden fein. Konstantinopel, 28. Sept. Die Pforte hat den Befehl ertheilt, daß die Commandeure der in Bosnien stehenden Truppen sofort eine Jnspection aller Festungen und Grenzschanzen vornehmen und eine genaue Untersuchung des Kriegsmaterials anstellen sollen. (Berl. B.-Ztg.) Telegraphische Depeschen. Ferrieres^ 30. September. (Ofsiciell.) Heute früh sind starke Massen französischer Linientruppen gegen unser sechstes Armeecorps aus Paris hervorgebrochen und wurden gleichzeitig Vortruppen unseres fünften Armeecorps durch 3 Bataillone angegriffen, während eine Brigade gegen unser elftes Armeecorps demonstrirte. Nach nur 2 stündigem Gefechte und ohne daß die diesseitigen Reserven einzugreifen brauchten, zog sich der Gegner in großer Eile unter den Schutz der Forts zurück. Verluste des Feindes sehr bedeutend, die unserigen noch unbekannt, jedoch nicht bedeutend; beim elften CorpS nur 8 Mann. Mehrere Hundert Gefangene in unseren Händen. v. Podbielski. Versailles, 30. September. (Qfficiell.) Heute am Geburtstage der Königin hat das sechste Armeecorps mit großer Bravour einen Ausfall, welchen der größte Theil des Corps Vinoy gegen den Süden unternahm, glänzend zurückgeschlagen und über 200 Gefangene gemacht. Der Kronprinz war während des ganzen Gefechts zugegen. Auch gegen das fünfte Corps fand ebenfalls ein feindlicher Ausfall nach Süd-Westen statt, welcher mit geringen diesseitigen Verlusten zurückgewiesen wurde. Karnatz. Lokal-Notizen. Gießen, am 30. Srptember 1870. Während der Dauer der mit dem 3. October l. I. beginnenden Schwurgerichts < Sitzungen werden nachbemerkte Anklagefälle zur Verhandlung, beziehungsweise Aburtheilung kommen: Montag den 3. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Kohler's Wittwe von Gleimrichhain, wegen KindeSmordS; Vertheid.: Großh. Hofg.-Adv. Diery. Denselben, Nachmittags 2 Uhr, gegen Andreas Buchhaupt von Dirlammen und Konrad Hauser von Frischborn, wegen Meineids, resp. Anstiftung zu diesem Verbrechen; Vertheid. für Ersteren: Großh. Hofg.-Adv. Engelbach II., für Letzteren: Großh. Hofg.-Adv. Kraft. Dienstag den 4. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Lehrer Göbel von Nieder-Erlenbach, wegen Verführung zur Unzucht; Bertheid.: Großh. Hofg.-Adv. Rosenberg II. Mittwoch de- 5. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Photograph Hugo Perger von Elberfeld und Schneider Georg Wagner von Gießen, wegen Fälschung von StaatSpapreren im Complott; Vertheid. für Ersteren: Großh. Hofg.-Adv. vr. Reatz, für Letzteren: Großh. Hofg.- Adv. Dr. Eckst ein. ________________________________________ Evangelische Gemeinde. a. b. Katholische Gemeinde. Nichts angemeldet. Kopulirte. Den 24. September. Dr. Jakob Karl Zöppritz, Großherzoglicher Professor dahier, des Bürgers und Fabrikanten zu Heidenheim in Würtemberg, Karl Adam Zöppritz, ehelicher Sohn; und Sophie Julie Wilhelmine Will, des Großherzoglichen Professors, sowie auch der Zeit Rectors der hiesigen Universität, Dr. Heinrich Will, eheliche Tochter. Den 29. September. August Karl Ludwig Martin Möhl, Bürger und Metzger dahier, des verstorbenen Bürgers und Metzgermeisters, Konrad Christoph Karl Julius Möhl, ehelicher Sohn; und Marie Pansch, des verstorbenen Bürgers und Wirths, Eberhard Pausch, eheliche Tochter. Getaufte. Den 25. September. Dem Ortsbürger in Hachenburg-Münster und Maschinenbauer dahier, Johann Peter Giehl, eine Tochter, Anna Karoline Elisabeth, geboren den 2. September. Denselben. Dem Bürger und Weinhändler, Georg Ebel, eine Tochter, Karoline Georgine, geboren den 17. August. Denselben. Eine uneheliche Tochter von hier, Luise Henriette Bertha Emilie Karoline, geboren den 23. August. Denselben. Dem Ortsbürger in Lollar und Bahnhofsarbeiter dahier, Philipp Klinkel, eine Tochter, Eleonore, geboren den 11. September. Denselben. Dem Bürger und Schriftsetzer, Theodor Loos, ein Sohn, Maximilian, geboren den 30. August. Denselben. Dem Sergeanten im Großherzoglichen II. Jnfanterie-Regimente dahier, Philipp Michael Diehm, eine Tochter, Marie, geboren den 2. September. Denselben. Dem Bürger und Drechsler, Heinrich Schäfer, ein Sohn, Heinrich, geboren den 21. August. Den 28. September. Dem Bürger und Gelbgießer, Ludwig Haubach, ein Sohn, Johann Zacharias Ernst, geboren den 10. September. Denselben. Ein unehelicher Sohn von hier, Karl, geboren den 9. September. Den 29. September. Dem Bürger und Kaufmann, Karl Theodor Adolf Noll, ein Sohn, Eduard, geboren den 7. Juli. Beerdigte. Den 23. September. August Hildebrand aus Granov, Musketier im 5. Brandenburgischen Jnfanterie-Regimente Nr. 48., Ritter des eisernen Kreuzes, alt 30 I., gestorben den 22. September. Denselben. Anton Hedtler, Buchführer an der Oberhessischen Eisenbahn dahier, alt 46 I., gestorben den 22. September. Den 25. Septemb er. Jakob Tesch aus-Unzenberg, Kreis Simmern, Regierungsbezirk Frankfurt a. d. Oder, Musketier vom 40. preuß. Infanterie-Regiment, alt 29 I., gestorben den 23. September. Den 28. September. Johannette Dorothea Vogt, geborne Plank, des verstorben Bürgers und Metzgermeisters, Peter Vogt I-, Wittwe, alt 67 I. 10 M. 9 T., aestorben den 26. September. Denselben. Wilhelm Ludwig Karl Bernhard Rudolf Plank, deS hiesigen Bürgers und Kaufmanns, Ludwig Plank, ehelicher Sohn, alt 7 M., gestorben den 26. September. Donnerstag den 6. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Jakob Knaf von Büdingen, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheid.: Großh. Hofg.-Adv. Hirschhorn. Freitag den 7. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Matthäus Oßwald, Sparkasserechner und Gemeinde-Einnehmer von Herbstein, wegen Veruntreuung im Dienste, Unterschlagung und Schriftfälschung; Vertheid.: Großh. Hofg.-Adv. Baist. Samstag den 8. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Johannes Alt von Melbach, wegen Meineids; Bertheid.: Großh. Hofg.-Adv. Curtman. Denselben, Nachmittags 2 Uhr, gegen Hartmann Kick von Alsfeld, wegen mehrerer Diebstähle; Bertheid.: Großh. Hofg.-Adv. Hensler. Gikßen, 1. October. Heute Mittag 12 Uhr kamen circa 300 gefangene Franzosen hier an und wurden in der Caserne einquartiert. Dieselben gehörten den verschiedensten Waffengattungen an Unsere Garnisonstruppen kamen zum Theil bei den Bürgern in's Quartier. Auszug aus den Kirchenbüchern der Gemeinde Gießen. Btirsennachrichteii. 30. September 1870. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 3621/2 Ludwigsh.-Bexbach 162i/2 Wechsel. Amsterd. k. S. 1001/4 Augsb. k. S. 993/4 Berlin k. S. 1043/4 Bremen k. S. 97 Cöln k. S. IO41/2 Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. S. 104’/2 London k. 8. 119*/8 Lyon k. 8. — Paris k. 8. — Wien k. 8. 947/g Disconto 40/g G. Preuss. 4i/2% Obi. — Frankf. 31/2% Obi. 80 Nass. 41/2% Obi. 901/4 Kurh. 40/0 Obi. 823/g Hess. 4o/g Obi. b. Roths. 921/, „ 31/2% do. do. 88 Bayer. 5% Obi. 961/4 „ 41/2% 1jährige 913/4 n 4% Vzjährige 86 Würtemb. 41/2% Obi. 893/4 Baden 41/2% Obi. 0. E.L. 893/4 Oestr. 5% b. R. 53% „ 5% National 741/2 » 5% Metall. Obi. — „ 5°/o M. steuerf. — Amor. 6% 1882r Bds. 941/2 „ 6% 1885r 93 Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 1213/8 Hess. Ludwigsbahn — 30/o östr. Stsb.-Prior. 551/2 3% östr. s. Lombard. 461/4 30/0 Livorneser 303/4 50/g Toscaner 49 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 77i/4 do. II. Emiss. — Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 56-58 Pistolen . . 9 42-44 „ doppelte 9 42Gld.fehl Holl. fl. 10 St. 9 55 Ducaten . . 5 32-34 20 Frankenst. 9 29-31 Engi. Souver. 11 51-55 Russ. Imper. 9 43-45 Doll, in Gold 2 25-27 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 611/4 Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 171 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 431/4 4% bayr. Präm. Anl. 105 40/g badische Loose 1033/4 Badische fl. 35 Loose 57% 1858r Prioritätsloose 154 1860r Loose 741/4 1864r „ IO91/4 Aetien. Frankf. Bank 128i/2 Oester. Bank 678 „ Creditact. 2421/2 Darmst. Bankaot. 3221/2 Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachung UNd 600 500 fl. gut gerittenes brauchbares Offiziers-Reitpferd öffentlich versteigert werden. Dasselbe kann zwei Tage vorher im Universitäts-Marstalle eingesehen werden. Gießen, den 27. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Berfreigerrmgen. Versteigerung von Zwetschen Kirschbaum-Stämmen. 4259) Mittwoch den 5. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, Bekanntmachun g. 4216) Bei der diesjährigen planmäßigen Verloosung der für 1870 zur Abtragung kommenden städtischen Schuldverschreibungen auf Inhaber sind die nachfolgenden Nummern gezogen worden: nr r , 1) Von dem 3Vrprocentlgen Anlehen. Lit. A. Nr. 70 und 161 i 1000 fl.......... 2000 fl. B. „ 44, 57, 83, 120, 134, 222, 233 u. 241 ä 500 fl. 4000 „ " E. * 159, 180, 202, 225, 283 und 371 ä 100 fl. . """ 2) Von dem 4procentigcn Anlehen: UeilgeboLeneS. Mmmnatimis-Mmpchen zum Aufstellen und Annageln bei Gg- Petri, am Neuenweg, (4258) Parfümeriehandlung. 4209) Cement, frische Sendung, Stucca- turgypö bei Emil Piftor- Lit. B. Nr. 7 - C. H 71................100 „ Die Besitzer "dieser Schuldverschreibungen werden eingeladen, ihre Capitalien bis zum Schlüsse dieses Jahres bei der hiesigen Stadtkasse in Empfang zu nehmen, weil Lie Verzinsung nur bis Ende December 1870 stattsindet. Gießen, den 27. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. wird die Zwetschen-Erndte, sowie 4 Kirschbaum-Stämme, zu Werkholz geeignet, auf den sog. Wallstücken der Zeughaus-Kaserne zu Gießen, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Gießen, den 1. October 1870. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. _____________Kalbfleisch.__________ 4189) Montag den 3. October d. I., Vormittags 11 Uhr, wird in hiesiger Universitäts-Reitbahn ein jUdrtffei an der zweite Theil unserer pfehlen I. A. Busch Söhne. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gietzen. rühmlichst verehrten October, Ernst Hermes, Materialist. billigst bei (4223) 4248) Ein kleines Logis ist im Hause der Fr. Vogt's Erben zu vermiethen. 4233) Bei Maurermeister Schmitt in Heuchelheim können mehrere Maurergesellen und Steinhauer Beschäftigung erhalten. 4203) Ein gebildeter junger Mensch, welcher sowohl in der doppelten, als einfachen Buchführung ziemlich bewandert und der französischen Sprache mächtig ist, sucht eine Stelle als Commis. Näheres bei Ausg. d. Bltts. Bormierhtt ngest 4150) Ein Logis von 4 Zimmern, 2 Ca- bineten und allen dazu nöthigen Räumen ist durch den Wegzug des letzten Miethers n»ch Frankfurt anderweit zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Ehr. Reiber, am Kreuz. Allen Frauen, deren Manner; allen Eltern, deren Söhne; allen Familien, deren Angehörige vor dem Feinde stehen, dringend znr Beachtung em- 4268) Der Mitnehmer eines am 29. v. Mts. an der Wohnung Nr. 94 in der Wolkengasse stehen gebliebenen Stockes wird bei Vermeidung seiner Namhaftmachung gebeten, denselben in der genannten Wohnung abzugeben. 4254) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen und alsbald beziehbar bei C. Keck Wittwe. 4264) Dem Herrn Ernst R . zu seinem 24. Geburtstage ein dreifach donnerndes Hoch, daß das ganze Wallthor zittert. Es lebe der Geburtstagsheld, So lang' ihm's Backen wohlgefällt! SeineFreunde. 4215) Wollene Hemden, Unterjacken, Unterhosen, Socken, Leibbinden empfiehlt in reicher Auswahl H. R n b s a m e n. 3843) Eine kleine möblirte Stube ist zu vermiethen. Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. rorps c Loire fi Nrikuo Dortru' nach s Die AbgeoN Aus Hinweisen oder form! deraujrich anderrrsei ausgesetzt als den Mission daß Hr. in welch! ftiminter moralisch Wort zu Di den des mit eine daß cur gen der Staat sischeu Q was der Frankrei daß St dein toi jetzt seil begönne unwögli schlagen Grenzkn civilisirti Hasses z drrlätzli. Blauen Kupfervitriol gegen den Brand des Walzen Ocfeu und Herde i 36L7f Allen Malaga, Port- -u Holz- und Steinkohlenbrand, F-uc- wein, Tokayer, |omie gute, rungs Requisiten und alle Arten unverfdlMte Rothwelne 6t$\T 3- »■ D,Bapst, pf-hleu I, A. Busch S, Electrische und Lulldruck-Schellen-Anlngen, | sowie Staats-Eisenbahn-, Fabrik-, £<»tcl= und Haus-Tcirgraphen ' liefert billigst in solider Ausführung und unter Garantie die mechanische Werkstätte und Telegraphen-Bau- Anstalt pon Paul Rudolph Meller in Coln, Etgelftern 8^-.__ Nachmittags 4 Uhr, die erste große Vorstellung stattfinden wird. Der Schauplatt befindet sich im Oßwald'schen Garten. — Preise der Plätze: Erster Platz 18 fr.; zweiter Platz 12 fr.; außerhalb dem Circus 3 kr. _______________________________ | 4266) Bei N. Rosenthal in den Neuen- bäuen ist ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, 1 Mansarde, sowie Küche und Kellerraum, sofort beziehbar, zu vermiethen. Kunstanzeige! 4269) Die durch ihre unübertroffenen Leistungen bekannte Künstlergesellschaft Kramer beehrt sich, einem Publikum ergebenst anzuzeigen, daß heute Sonntag den 2. 8 Ausverkauf 7on Herrenfilz-, sowie von Stoffhüten, Knabenhüten und Knabenmützen. Ich mache darauf aufmerksam, daß in Kopfweite, eng sehr schöne Herrnhüte in Filz wie Kork zu haben sind. I. K ö d l er, Seltersweg. 4257.) Bei dem Licher Frauenverein gingen vom 6. Sept, bis zum 1. Oct. fernerem: von Langsdorf, 3te Sendung, 4 Hemden, 3 Halstücher, eine Parthre Binden, Compressen, Charpie, an Geld 30 st. - Von Hof-Gill, 3te Sendung, Io Paar wollene Strümpfe. — Von Oberbessingen 62 fL 30 kr. Von Bell en ha u f e ir 13 fl. — Von der Berg ermühle 6 fl. — Von Eberstadt 15 fl. und 12 Paar wollene Strümofe. — Von Lich, aus einer Verloosung der Frau Kohler: 26 fl. — Von Münster 160 fl. - Vom Albacher Hof 4 fl. 40 kr. - Ungenannt 46 fl. 30 kr. — Für verkaufte alte Leinwand 2 fl. 42 kr. „ Mit Anfertigung und Versendung von Jacken, Hosen, Hemden, Strümpfen wurde, wie schon früher mitgetheilt, fortgefahren. Da von nun au der Zwecke Theil unserer Thätigkeit, die Unterstützung der Jnvalidgewordenen und der Hmterblleoenen, immer mehr in den Vordergrund tritt, so soll das etwa übrig bleibende Geld und das von nun an hinzukommende, hierzu verwendet werden, und der Frauenoerem spricht die Hoffnung aus, daß durch fernere Zusendungen ihm die Möglichkeit gegeben werde, eine, unseren Verhältnissen nach, recht bedeutende Summe an den sich gründenden Jn- validenfond abliefern zu können. Vermischte Anzeigen. 4262) Da ich von heute ab das Lazareth in der Turnhalle verlassen muß, so sage ich sämmtlichen Aerzten und meiner treuen Pflegerin, Fräulein E. Henkelmann, sowie allen Bewohnern Gießen's für die freundlichen Unterstützungen hiermit herzlichsten Dank und Lebewohl. Gießen, den 30. October 1870. W- Liebich __________ vom 58. preuß. Jnf.-Regiment. 4265) Ein Geldbeutel mit einigem Geld ist verloren worden. Bei der Exped. d. Bl- abzugeben. Was bedürfen unsere siegreichen Truppen jetzt am nöthigsten? Welchen Entbehrungen dieselben ausgesetzt sind, ist hinlänglich bekannt und wird diesem Hebet auch oon den ComitS's zc. durch Zusendungen aller Art möglichst abzu^ helfen gesucht. Was aber weniger bekannt fem dürfte, ist, daß unsere braven Soldaten durch die in Metz au -.gebrochene Cholera jefct ber Gefahr ausgesetzt smd, ebenfalls von dieser schrecklichen Seuche heimgesucht zu werden, und durfte deshalb für alle unsere Krieger ein Mittel am nöthigsten fem, das sie vor btefer Seuche schützt eoent. solche schnell beseitigt. Unsere Armeeverwaltung thut alles Mögliche, um sofort einem solchen Hebel energisch entgegentrcten zu können, sie kann aber bei der ungeheuren Truppenzahl unmöglich lebeneinzelnen So baten miteinem derartigen Präservativ versehen und ist cs deshalb wohl die Pfercht.der betr Angehörigen, für cin solches zu sorgen. - Wir hatten nun früher schon Gele- aenheit in Dr. Radways Ready-Relief ein Mittel kennen zu lernen, das sich nicht allem gegen Cholera, sondern auch als probat auf Märschen bei Ohnmächten, Mm-odigkeck, wunden Füßen, leichten Wunden 2c. glänzend bewahrt hat und begrüßen daher reudig die von dem General-Depositair desselben Herrn F. Kbolpb getroffene Einrichtung, das Relief feldpostmaßig zu verpacken^und den Truppen nachzusenden *), nicht zweifelnd, daß diese günstige Gelegenheit von Allen, denen das Wohlbeftnden ihrer in Feindesland stehenden Angehörigen am Herzen häufig benutzt werden wird. ’ *) Vergleiche die bezügliche Annonce in heutiger Nro. . 4260) Elektrische und Luftdruck- Haus-Lklegraphen- Anlage» billigst uitfer Garantie durch die Telegraphenban - Anstalt von Paul Rudolph Meller in Cöln. Äostenan schlage gratis______________ 4195) Ein sehr gut dressirter Jagdhund ist zu verkaufen bei Wilh. Schm all 11. (Gartenfeld.) 3507) Gothaer (Zervelatwurst empfehlen I- A- Busch Söhne. 4263) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Louis Petri II., Neuenweg-______ 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. ___ 4226) In meinem Nebenhause ist ein freundliches Logis, am 15. October beziehbar, zu vermiethen. Wilhelm Flett. 4049) Im Cafe Kuhlmann sind möblirte Zimmer an ledige Herren zu vermiethen und sogleich zu beziehen.___________ 4229) Eine freundliche Mansarden-Woh- nung am Seltersberg Nr. 83 ist an eine stille Familie zu vermiethen und sogleich beziehbar._ pfohleu! Vor den todtbringenden Geschossen des Feindes gibt es keinen ,Schutz, wohl aber vermag schnelle und geeignete Hilfe die theuren Angehörigen vor den bedeutend größeren Gefahren der j;tzt in Metz ausgebrochenen Ek olera — dieser schrecklichen Seuche, die 1866 so viele, von den feind t lidien Kugeln verschont gebliebene, thcure Leben dahlmnffte — zu fcbutzen. — Das seit 23 Jahren rühmlichst bekannte »r. Kadway s Ready- Helief ist ein ^pecialmittel gegen diese Seuche und wird, fofort nach Vorschrift angewandt, in fast jedem Fall den Patienten retten. Wao aber noch wichtiger ist, der tägliche Gebrauch des Ready-Rehef »pr jebem Anfall der Cholera, rother Ruhr, die jetzt za gerade.bei den deut,chen Truppen, in Folge des vielen Obstes, grassrren soll, Drarrh o« 2c. Mit Wasser verdünnt, ist dasselbe ein vollständiger Ersatz des Branntweins und bester w e alle Magenbitter 2C- Hieraus geht hervor, daß das Relief jebem einzelnen Sol- dateii unentbehrlich und diesen viel willkommener wie Geld ist, denn m ; fast allen besetzten Städten Frankreichs kann man für Geld nichts mehr haben ! Autzer von Tausenden Privatpersonen wurde die außerordentliche Wirksamkeit des Ready-Relief auch von vielen hohen Militärs, unter Anderen von den Generalen Grant, Shermann, Mr. Chellan 2c. 2c. rühmlichst flnCTu!nnnun einem ^edcn Gelegenheit zu bieten, seinem vor dem Feinde, stehenden Verwandten oder Freunde schleunigst dieses bewahrte Mittel zugänglich machen zu können, habe ich je eine Fläche Ready-Rehel se ldpoft mäßig in Lcincn-Evuverts verpacken lassen und versende lolches gegen Eustendung des Betragt per Postanweisung (Ist. 12 kr.) sofort an die Armee ab, wobei es aber nöthig ist, daß die Adresse des betr. Militärs ganz genau angegeben wird und muß ich um gef. ganz ausführliche Adresse um so dringender bitten, als ich in Folge der täglich einlaufenden Nachbestellungen ) und außerordentlich zahlreichen neuen Bestellungen keine Zeck für Anfragen wegen mangelhafter Adressen verlieren darf. Da ich den Herren Auftraggebern stets über erfolgte Absendung PostaHittung einsende und außerdem Herr l)r Radway in New-York für den Erfolg garantirt, so dürfte dadurch wohl oon vornherein jeber Zweifel m die Reellität des Relief beseitigt sein. Wer helfen will, der helfe aber schnell, denn wie leicht kann nichtvon dem früheren Eintreffen das Leben eines theuren Angehörigen abhängen ? F. Adolph Richter in Duisburg a. til)., Gencral-Depositair des Ready Relief. P. S. Von den hunderten Briefen hier nur einer: Hilden, Rheinprovlnz, 13. Sept. 1870 Aus der Leitung ersehe Ew. Wohlgeboren schönes und patriotisches Unternehmen per Feldpost Bestellungen Ihres ausgezeichneten ]R<.ady-«eH/2'; Gewicht 30 Pfund; Breite Herr Professor Schlagintweit hat dem Comite zur Unterstützung der Familien ausmarschirter Soldaten ein sehr werthvolles, colossales Hirschgeweih, das größte in Europa, übergeben, um dasselbe zu verwerthen und den Erlös im Smncdes Gebers für Soldaten und deren Familien 2c. zu verwenden. Es wurde beschlossen, dasselbe zu verloosen, und sind Loose hierauf ä 30 fr. pro Stück bet dem Unterzeichneten »u haben. Im Auftrag des ComitS's: ö F. Hoffmann: 4246) Schloffergesellen können dauernde Beschäftigung erhalten. Auch kann ein Zunge in die Lehre treten bei L. Weber, Schlossermeister. 4181) Drei jüngere Mädchen können sofort in meiner Kautabakfabrik Beschäftigung finden. Fabrikant Loder. 4194) Ein zuverlässiges Kindermädchen wird sogleich gesucht. Näheres bei ber Exped. d. Bltts. 3798) Für Militärs empfehlen nur wollene Zacken im Preise von 1 fl. 6 kr., 1 fl. 12 fr., 1 fl. 18 kr. rc. rc , ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten. I. A. Busch Söhne. 4267) Flanellhcmden, Unterjacken, Unterhosen, Shawls, Handschuhe, Hosenträger, Nianschetten, Halsbinden, Shlips, Papierkcagen und Chemisetten empfiehlt billigst Emil Orbig, Neuenweg. 4208) Oefcn und Herde zu Holz- und Steinkohlenbrand, Ofenrohr, FeucrungS- Geräthschaften, Ofenschirme rc. em- pfiehlt ___________Emil Pistor. 4224) Gebrochene Acpfel verkauft Georg Reiber (Neue Anlage.) 4199) Zwei Thorschlöffer nebst Schlicß- klobcn und Schlüssel zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.