itßmer AnMr Mzeige- und Umtsökaü für den Kreis Kießen Nr. 103. Donnerstag den 1. September 1870 Gießen, am 30. August 1870. mein ganzes und 3668) Leere Stück-, Fuder- und Halb- ftück-Faß verkaufen Gebr. Ebel. (3746) I. A. Busch Söhne. [em Ausdruck «ine Zustim- mchs in den diese Ehe im irnniß bis zu schonendster eilen dürfen, dem Schritt 3786) Große und kleine Kisten bei Gg. Röbcr, am Kreuz. Freitag den 2. September d. I., Morgens 9 Uhr: 2 hellbraune Stutenpferde, 2 zweispännige Geschirre, 1 einspänniges Geschirr, 1 viersitzige Droschke (zum Ein- Zweispännig-Fahren), 1 zweispänniger Schlitten [ttBeilte, daß billigte Ihr tage dasselbe i Frankreich! Feilgebotenes. 3798) Für Militärs empfehlen wir wollene Jacken im Preise von 1 fl. (i kr, 1 fl. 12 kr, 1 fl. 18 kr. rc ic , ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten. I. A. Busch Söhne. 3507) Gothaer (Zervelatwurst empfehlen I. A. Busch Söhne. , . Regenröcke, Flanellhemden, Unterjacken, Unterhosen, Leibbinden und Socken in reicher Auswahl bei Carl Wenzel. > Capelle des 1. Und jetzt, ihrend ich die en laße. Marguerite, seinen Günst- 'ück, als die 3523) Eieöig’s Slepprnmilch (Kumys) = heilt = Brust- und Luligenleiden. Nach dem Ausspruche der medicini- schen Autoritäten heilt die Steppenmilch — genannt Kumys — rascher und sicherer, als alle anderen bisher in Deutschland angewandten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Bronchialkatarrh, Anämie (Blutlosigkeit) in allen ihren Formen und Folgezuständen, Scorbut, ChlorosiS, Hysterie, Hypochondrie und Körperschwäche. (ES* Pr- Flasche 15 Sgr., nebst Gebrauchsanweisung und Attesten von den berühmtesten Aerzten. In Kisten, ä 4—12 Flaschen, zu beziehen durch Das General - Depüt von Liebigs Steppcnmilch (Kumys) Berlin, Tcltowerstr. 55e. PretS vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Versteigerungen. Versteigerung von Bauholz, Holz- abfällen und Zimmerspanen. 3801) Donnerstag den 1. September 1870, von Nachmittags 2 Uhr an, ; soll das von bei Errichtung von Lazareth- Baracken übrig gebliebene Holz, sowie Holzabfälle und Zimmerspäne, auf dem Bauplatz an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 29. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Grummetgras- Versteigerungen bei dem Großh. Rentamte Gießen. 3830) Das diesjährige Grummetgras auf ben Großherzoglichen Domanialwiesen wird «versteigert: 1) Montag den 12. September, a. Morgens um 9 Uhr von 22 Morgen in der Gemarkung Alt-Buseck. Die Hafer-, Klee- und Grummet-Erndte in den Oberförsterei - Gärten wird gleichfalls mitversteigert werden, (bei Wirth Ph. Krämer HI. daselbsf) b. Vormittags um 11 Uhr von 25 Morgen der Sorauwiese in der Gemarkung Staufenberg, (bei Wirth Walther zu Daubringen.) 2) Mittwoch den 14. September, a. Morgens um 9 Uhr von 135 Morgen in der Gemarkung Wieseck, (bei Wirth Dorfeld daselbst.) b. Nachmittags um 3 Uhr von 142 Morgen der Weid-, Burg-, Ochsen- und Besondere Bekanntmachung. Oeffentliche Aufforderung. 3837) Hermann Pugge, Sohn des früher dahier, jetzt in New-Aork wohnhaften Gerbers Hermann Pugge. wird, da sein Aufenthaltsort unbekannt ist, auf diesem Wege aufgefordert, sich binnen drei Monaten über die Antretung der ihm und seinen beiden Brüdern angefallenen Erbschaft seiner, am 21. März 1869 dahier verstorbenen Mutter Elise, geb. Mannberger, bei unterzeichnetem Gerichte zu erklären, widrigenfalls Verzicht auf die Erbschaft angenommen wird. Gießen, den 27. August 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Zur gef. Beachtung. 3811) Meinen Kunden und Freunden zur Nachricht, daß ich meinen Flaschenbier-Verkauf nach wie vor fortbetreibe, und habe ich die Einrichtung getroffen, daß Bestellungen bei Herrn Briefträger L. Franz auf dem Asterweg gemacht werden können, und ist daselbst auch Bier in Flaschen zu jeder Zeit zu beziehen. E. Pansch. Versteigern n g. 3727) Wegen Aufgabe meines Fuhrwesens lasse ich Betreffend: Die Erhebung der Forststrafen bei Großh. Rentamte Gießen vom III. Quartal 1870. Das Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleibeeg Lit. B Nr. 1. öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigern. Ruppertenrod, den 20. August 1870. Philippi, Postexpeditor. ten Abbe zn. ,z, ttüe mich ff (ä vermag! >Tt, mdbrenb -schritt, über mich va*. n Aufenthalt ten bedroh^ n, tcch tau tiefen W feit j» Iß -"dbch (in h ist -s j-hl d>- Weidenstrauch-Wiese in der Gemarkung Gießen, (im Gasthaus zum Pf.m bei Gießen.) 3) Donnerstag den 15. September, ' Morgens um 9 Uhr von 96 Morgen in den GemarkungenLeihgestern, Schiffenberg und Watzenborn, (im Gemeindehause zu Watzenborn.) 4) Freitag den 16. September, a. Morgens um 9 Uhr von 43 Morgen in der Gemarkung Grünberg, (bet Wirth Baist im Taunus daselbst.) b. Nachmittags um 2 Uhr von 28 Morgen in den Gemarkungen Queckborn und Haarbach, (bei der Sommersmühle.) 5) Montag den 19. September. a. Morgens um 9 Uhr von 23 Morgen in der Gemarkung Lindenstruth, (bei den Wiesen daselbst.) b. Vormittags um 11 Uhr von 71 Morgen in den Gemarkungen Göbelnrod und Saasen, (am Morensee.) 6) Mittwoch den 21. September, Morgens um 10 Uhr von 9 Morgen 27'/4 Klftr. in der Gemarkung Butzbach, (bet Gastwirth Adam Joutz daselbst.) Steigliebhaber können sich vorher die Wiesen von den betreffenden Wiesenwärtern ' zeigen lassen. Gießen, den 30. August 1870. Großherzogliches Rentamt Gießen. L y n ck e r. an sämmttichc Grosthrrzoglichrn Mrörrmetstt-reikn des RciilamtslirMs. Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Bezahlung rubricirter Strafen bis zum 15. September l. I. zu geschehen hat, widrigenfalls Mahnung erfolgt. 6 0 ' __________________________________ _____ L y n ck e r. ... . k „ Gießener Anzeiger nebst Beilagen können noch für den Monat September bei den zunächst gelegenen Poststellen oder bei den Landpostboten gemacht werden. Die Expedition des Gießener Anzeigers. 3839) Incarnat-, Luzerner und deutscher Klecsaamen bei Emil Pi stör. 3826) Frühbirnen und Erdbeer-Pflanzen werden im Küchler'schen Garten ab- gegeben. Unsere geehrten auswärtigen Uöonnenten düng der Bergen von jZ ab weg " Edbndm Betrag nachzahlen; für alle übrigen Abonnenten fällt die seitherige Znsen- Auch neue Abonnements auf den 3627) Alten Malaga, Portwein, Tokayer, sowie gute, unverfälschte Nothweine, em» pfehlen I. A. Busch Söhne. 3829) Incarnat-Kleefaamen, angekommen bei I. G. D. Bapst. Cigarren - Änsverkau^ ^^ " 3827) Wegen Einführung der Formenarbeit verkaufe ich meine durch Handarbeit gefertigten, von Qualität ausgezeichneten Cigarren um rasch damit zu räumen, zum Fabrikationspreise. Moritz Wallenfels. Niederlage und Detail-Verkauf bei Herrn Hcinr. Rübsamen auf der Mäusburg. >16« K rath fiff KZ «M sLDallm-' 5 ft ü.82fL f Pr. P. 0 Fr br. Ob, A. Nan- ^fl., BL 2 fl Ecking 20 fl/ genannt 1 fl' ZA’ Dt W- Pros. «3 ff. 30 fr., ff'^men i tolgl.) Gestöhn 2 fl., Schmidt 10 fl. l>-'Post- '•Wer 5 ff., ' banzleirath 'stcassier Hoffet 1 fl., Ungi- , Hofger.-Adv. inenionn 5 fl. r81ff-, R-N. ff-. 3-Kohler >Dr- Braubach Adv. Labroisse • Rumpf 4 fl, Th- Brum- 3 ff-, striedr. 5- Vogel 1 fl., fl., Kaufmann 'chcr Schneider lts. folgt.) 3821) Neue Häringe und Sardellen bei Carl Hoffmann. Neue holländische Vollhäringe empfehlen ver- 1 fl. 36 fr. w 825 fl. 9 fr. 46 96 42 30 48 CO GO CO 15 10 2 19 5 3 194 50 65 11 24 14 15 53 88 2 4 33 15 40 30 58 45 14 18 12 22 46 V ■J 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) H) 12) 13) 14) 15) 16) 17) 18) 19) 20) 21) 22) 23) Gedörrte Zwetichcu. Gießen, den 29. August 1870. 3804) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- mtetben und fann alsbald bezogen werden bei Bäcker Kuhn, am Kreuz. 3803) In meinem Nebenbau ist eme Familienwohnung zu vermiethen uud sogleich beziehbar. Ziegler Wißner, vor dem Neuenweger Thor. 3833) Das Grummetgras aus memem Garten und von einem Theil der Bleiche, woraus nicht gebleicht wird, ist zu verfall- fen bet ®“1 J”;!, mittlere Bleiche. Namens des Vorstandes: Dr. Goldmann. wieder eingetroffeu Lei I. A. Busch Sohne. Wlssverein für verwundete Soldaten. Wochenbericht. A) Geld. Nach unserem letzten Wochenbericht war bis einschließlich 21. Aug. eingegangen : 7668 fl. 34 fr. 2. Von auswärts. Alsfeld. 12 Hemden, eine Anzahl leinene Binden von verschiedener Breite und Länge, eine große Quantität Eharpie. b Launsbach (2. Sendung.) Eharpie, Binden, Verbandlappen. M ' Allendorf (3. Sendung.) 50 Hemden, 2 B-Müch^ V-rbanbl-pp-n, Eharpie, Binden, Com^sten^ 8 Nemden 5 Kissenüberzüge. 2 Betttücher, 16 Unterlagen, 100 Compressen, 110 Stück Gittercharpie, 6 Binden, 11 Pfund Eharpie. Leih gestern (3. Sendung.) 99 fSpmben 1 Betttuch, Eharpie, 2 Handtücher, ein Pack Lappen. 22 Hemden, 1 /ei n - Li n d en (2. Sendung.) 12 Nemden 150 Compressen, 6 dreieckige Tücher, 1 Paar Strümpfe, 26 Binden, 4 Handtücher, 1 Paar Unterhosen, Eharpie. J Alb ach (2. Sendung ) 1 K°rb Eharpie. Annerod (3. Senbuug.) 5 Hemden, 2 Betttücher, Verbandsachen, 1 Kissenüberzug, Eharpie. J Von W. fi- £>■ in Klein-Linden und von S- in Trohe. 325) Für die Vaterlanliischc Feuer - Verstcherungs - Artlen- Gelelilchaft pi Elberfeld vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr ? billigen und festen Prämien. girm®' F/r-Wm anm Bermiethungen. 3825) In unserem neuen Hause am Seltersberg ist eine Mansarden-Wohnung von 5 Rimmern, Küche, Keller re. zu vermre- Ihen und fann sogleich bezogen werden. Adami & Schwaab. Beiträge in Summa 8493 fl. 43 fr- B) Naturalien. 1. Aus Gießen. Von einem Ungenannten eine Quantität Caffee. Von Frau Bracht eine Quantität Kaffee. Non Herrn Julius Wallach 10 Pfund gedorrte Zwetschen. Von Frau Bock am Wallthor 3/10 Kistchen Cigarren, 1 Flasche Himbeersaft und ein Von Frau Uhrmacher Schmidt eine Quantität Kaffee und Zucker. Von Herrn Moritz Wallenfels 1000 Stück Cigarren. Von Frau August Heß 9 Flaschen Himbeersaft. Von Herrn Emil Pistor eine Quantität Tabak. Herr Tapezier Brück stellt eine Bettstelle mit Matratze und Kopfpolster zur Verfügung. Von Fräulein Schleidt ein Quantität Fleischbrühe, Schleim und Eier. Von Herrn Spengler Hilgardt ein Blechtrichter-. Von Herrn IK. A- Mettenheimer eine kleine Apotheke zur Benutzung auf dem Bahnhof. Von Herrn Oberstaatsanwalt v. Buri 200 Stück Cigarren- Non Herrn Witzenbacher 100 Stück Cigarren. Von Herrn Kaufmann Burkhardt 10 Packete Tabak - y4 Pfund. Von Frau Hermann Homberger 60 Stück Milchbrode. Von Frau Kaufmann Hoffmann eine Quantität Salz. Von Herrn Hermann Homberger eme wollene Decke. Von Herrn Heinrich Schirmer 50 Pfund Tabak. Von Herrn Emil Pistor frisches Obst. . Die Redaction der Tribüne feobfiLtci nnegsdauer mehrere Exemplare --^^rhre^Blattes, welche in die verschiedenen Lazarethe vertheilt werden. Von Herrn Lehrer Rahn frisches Obst. Non terrii BuchbinderbSpeng^^Briescouverts, Briefpapier und Notizbücher. Von Herrn Dr. Mettenheimer ein Quantum Kamillen. «Aprrn Kaufmann Jughardt 100 Stück Eier. Von Herrn FoHtwart Schlag im Baumgarten einen Schinken und ein Laib Brod. Non Frau Lunker auf dem Schiffenberg einen Schinken und drei Laibe Brod. g>nn einem Ungenannten eine Quantität Birnhonig. Herr Hofmricht^srath Kornmesser stellt mehrere Matratzen zur Verfügung. (Serrn Georg Fulda 15 Flaschen Wein. Aon Herrn Hirsch Sohn 6 Flaschen Bordeaux-Wein und 4 Flaschen Himbeeressig. Non Herrn Georg Chr Spruck 17‘A Pfund Melis und 15 Pfund Reis. Von Herrn Gebrüder Kaufmann 1 Faß Schmierseife. Von Frau Blumenthal 6 Flaschen Wein. Von fterrn August Weidig 500 e>tucf Cigarren und 5 Flaschen Wein. Von Frau Goebel im Lindenhof 4 Flaschen Bordeaux-Wein, 1 Flasche Citronen- Non Herrn "Kauimmm Fischbach 2 Flaschen Himbeer-Syrup und 2 Flaschen Malaga. Von Herrn Kaufmann Schwaab 6 wollene Leibbinden. Von Herrn Louis Koblermann Haarbürsten, Spiegel und Kamme. Von Herrn Kreisassessor Gros 100 Stück Korrespondenzkarten. Von einer Ungenannten 2 Würste. ELngegangene Gaben. Groß-Buseck, 2te Gabe Leihgestern, 2te Gabe „ „ „ Heuchelheim, 2te Gabe . ' Beitrag aus der Gememde-Casse zu Beuern . Sammlung in der Gemeinde Watzenborn-Stemberg „ dem Pfarrhaus zu Stembach für die Verwundeten der deutschen Armee - • Sammlung im Cafö Ebel, 2te Gabe . . „ in der Wirthschaft des Herrn Lenz , • Rückzahlung eines nicht verwendeten Betrages für das Krieasmlmmern der Gartclllaube. » WtW Beitrags fflS Levm Schuckmg. (Foitsetzung.) in Düsseldorf. Nach der Natur auf- Erster Brief. Düsseldorf. — Der Schutz unserer deutschen Küsten. Von rKÄ Saßer unterer $eeve. Son 21^ »on ßorDin. 31 Jriife£co Quf bcm $aI)n; Rapport Nr.1. - Bla"er und B^ütyen^^ Componisten Carl Wil- 6“tl" Restauration liaEenstein. 3765) Guten Mittagstisch, sowie Localität nebst Besorgung für Familienfeste empfiehlt bestens V. Werminghoff. 3828) Die Verlustlisten über die Verluste der Großherzoglich Hessischen Division, sowie die preußischen Verlustlisten, liegen in dem Bureau des Hulss- vcreins in der Wohnung des Unterzeichneten zu Jedermanns Emstcht offen. Gießen, den 30 A'w"^ 0 . *- • '' Georg Noll, im Müller'schenHause am Seltersberg. 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabl- net, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. )as Nähere bei der Exped. d. Bltts. 3836) In ein Manufaetur-Waaren- Geschäft, in einer Kreisstadt Oberhessens, wird, mit den nöthigeu Schulkenntmssen, ein junger Mann in die Lehre g^ucht. Nähere Auskunft bei der Exped. d. Bltts. 3228) Die Scheuer im Ziußer'schen Garten ist zu vermiethen. Bekanntmachung. aus PaM aWieftne deutsche tüchtige Möb-lschreiner finde., Dauernd lohnend.. und hübsche Be. unterstützen. t & MOäLltltt, Hoflieferanten I. K. K. H. H. des GroßheyvgS *vpii Baden und des Kronpr.nzen von Prenpen. CarlSruhe, Gropherzogthum Baden. 3815) Ein Mädchen, welches gute Zeugnisse hat, im Kochen, sowie in aller Hausarbeit erfahren ist, wird auf Michaeli in Dienst gesucht von Prof. Stahl. 3822) Ein tüchtiger Pferdeknecht wird zum alsbaldigen Eintritt gesucht von Max Henkel. Sanitatscorps • - . - ' Sammlung in der Gemeinde Klem-Llnden „ m « Stembach Rückbuchung eines doppelt verrechneten Ausgabepostens Sammlung in der ersten Schule zu Trais a. d. Lumda „ „ Gemeinde Leihgestern, 3te Gabe Gabe'einer armen Frau zu Hausen . Sammlung in der Lotz'schen Wirthschaft Aus Gießen liefen Beiträge ein .... Vom 22. bis einschließlich 28. Aug. ging weiter ein: Sammlung in her Wirthschast des Herrn L°ny • n „ Gemeinde Wicseck, Ite Gabe • 100 Beitrag der israelitischen Gemeinde zu Groß-Buseck . Ertrag einer Collecte in der Kirche zu Lang-Gons . Sammlung in der Gemeinde Lang-Gons, 2te Gabe . Trais a. d. Lumda, 2te Gabe 3832') Für die Nothleidenden der Saargegend gingen ein laut Empfangsbescheinigung des Herrn Fr. Lc.b in Gteßen durch .-rrn F Gros aus Kolnhausen bei Ltch: , , 0 1 awßer Wagen diverser Lebensmittel, 172 fl. 39 fr. Geld, nach Abzug nothwendiger Unkosten für Säcke und Jnscratge. bübren im Betrag mit 5 fl. c , Spezielles Gabenverzeichniß liegt bei Herrn Kaufmann H ch. Zimmer in Ltch zur Einsicht offen. _____ Vermischte Anzeigen. 3820) Ein braves Mädchen, welches das Kochen erlernen will, wird für einen hingen Gasthof zum sofortigen Eintritt ge- ucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 3807) Ein tüchtiges Hausmädchen sucht gegen guten Lohn auf Michaeli zu mietheu Ferdinand Gail. 3793) Da wir Montag den 29. August die Nachtarbeit wieder aufnehmen, manche unserer Arbeiter aber zum Militär eiube- rufeu sind, so können sowohl Männer als Frauen und Mädchm bei uns Beschäftigung finden- , . Gailische Wollenspinuerci. 3795) Ein braves Mädchen, welches Hausr arbeit versteht, wird gegen guten Lohn auf Michaeli gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts._______________ _______________________ LademMdchsm! 3835) Für mein Manufaetur-Waaren- Geschäft suche ich eine gewandte Verkäuferin. Georg Dietrich Bücking, in Alsfeld. 3752) Frische Citronen sind ^775) Etn° FamMnwohnung^m-u^ 3787) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich beziehbar Muhlgasse Llt. D. Nr. 78. _____________________ 3823) Ein freundliches Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern nebst allen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Seltersweg Llt. C. Nr. 185._________________________________ 3685) Ein freundliches Mansardenlogis ist zu vermiethen und alsbald beziehbar tn Lit. B. Nr. 101. __________________ 3838) Eine neu eingerichtete Wohnung mit 3 Zimmern, Vorplatz, großem Boden, Aussicht in das Freie, ist zu vermiethen. Ein großes Zimmer davon kann allenfalls möblirt abgegeben werden. Emil Vist or. 3834) In der Sonnenstraße Lit. B. Nr. 103 sind 2 Zimmer, möblirt ober un- möblirt, zu vermiethen. ~8 9fr. «fast und ein ur Sttfüßung. i dem Bahnhof. izbüchn. und fiänjt, ki« । W*' 1L( 26 $tnbd mvsi, irre Exemplare wrbtn. em Laib Brod, übe Brod- igung. • .sümbeeressig. Reis. in. jlaidje Gitronen- Flaschen MalaS°- jril* Sorstondes: Stä-i Aus dem Elsaß, 26. August. Der „B. LvSztg." zufolge hat neuer» dinaS ein badischer Offizier in B- ein ärarischeS Tabaksmagazin aufgefunden, worin 52,000 Gentner Tabak lagern. Es stellt dies einen Werth von über 300,000 fl. dar. . , Brüssel, 30. August. Das belgische ObservatronScorpS concentrut sich mehr und mehr nach der äußersten Grenze hin. Der größte Theil der hiesigen Garnison wird einen Bestandtheil des Observationscorps ausmachen. Die ersten Trupvenabtheilungen rücken schon heute ab. Brüssel, 30. August. Der „Jndependance belge" zufolge ist das Hauptquartier Mac Mahon'S zu Sevan (befestigte Stadt im Departement ArdenncS nahe Der belgischen Grenze), woselbst auch Napoleon mit seinem Sohne sich befinden soll. Paris, 29. August. Ein Erlaß Trochu's vom 28. August ordnet an, daß diejenigen, welche Den mit Frankreich im Krieg befinDlichen Staaten ange- Horen, das SeineDepartement zu räumen und binnen Drei Tagen Frankreich ent- weDer zu verlassen oDer sich in das Loirebepartement zuruckzuziehen haben. Zu- wiDerhandelnde werden vor die Kriegsgerichte gestellt. Die Munizipalbebörde forDcrt die Einwohner zur Berproviantirung für Die Belagerung auf; Die Per- fonen, welche außer Stande sind, dem Feinde Widerstand zu leisten, sollen Paris | verlassen. .AM' GO zu Frankenberg bei Chemnitz, Königreich Sachsen. Maschinenbauschule, Industrieschule, Vorbereitung zum Freiwilligen-Examen, Pensionat, eigene Maschinenfabrik- Bildet in kurzer Zeit Maschinentechniker, .Werkführer, Monteure, Müller, Gewerbetreibende und Industrielle jeder Art practisch und theoretisch aus und sorgt für geeignete Stellen. Beginn des neuen Cursus den io. October. Näheres sagt der Prospekt, welchen gratis versendet die Direktion» 30. August. Der „Karlsr. Ztg." wird aus Wien geschrieben: Die Neutralitätsliga hat es Den einzelnen Paziszenten zur Pflicht gemacht, nicht ohne vorgängige Verständigung Der M'tpaziszenten aus der Neutralität herauszutreten. Wenn ein Vorschlag durchdringt, der Dem Vernehmen nach von Oesterreich ausgegangen ist und von Rußland unterstützt wird, so würden Die Theilnehmer sich auch ver- pflichten, nicht ohne vorgängige Mittheilung zu machen, eine Friedensvermittelung in Angriff zu nehmen. In der stürmischen Sitzung de- Gesetzgebenden Körpers vom 23. August hielt Jule- Favre folgende fulminante Rede: „Unser Unglück ist durch eine ver- hängnißvolle Führung entstanden; Unfähigkeit oder Vcrrath, ich weiß es nicht, das wird sich ausklären. Das aber können wir schon heute sagen: bei dem Heldenmuthe unserer Generale und Soldaten wäre Frankreich unüberwindlich gewesen, wenn es gut geführt worDen wäre. Die Politik Der Regierung ist es, durch Die Das ValerlanD verloren gegangen ist unö es ist Durchaus nothwendig, daß sie gewechselt wird. Dreimal verflucht sei derjenige, der eine Macht auf den Trümmern des Vaterlandes aufrichten wollte, aber wir können deßhalb nicht in dem System aiSharren, das uns Die Verluste gebracht hat (Beifall auf der Linken, heftiger Lärm auf Der Rechten.) Wir können es nicht gestatten, daß man uns sagt: „Die Regierung wacht, das genügt!" Sind wir -Lclaven, Die mit Der Armee eines Tyrannen ins Gefecht ziehen müssen, oDer sinD wir ein freies Volk, das sich für die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit feines Landes schlagt r Nun Denn, gehen wir an Die Arbeit! Man sagt uns: Was Die Fehler betrifft, so werden wir später sehen. Nein, nein, sprechen wir sogleich davon, daS ist ür die Rettung Frankreichs unerläßlich! (Bravo! Heftige Unterbrechungen) Was, meine Herren, Sie wollen dem Volke nicht sagen, wofür es sterben soll. (Tumult.) Für das Vaterland ocer für die Einrichtungen, die an all' unseren liebeln Die Schuld tragen? (Neuer Tumult.) Wie, Der gesetzgebende Körper hat Vertrauen ru diesen Einrichtungen? (Heftiges Murren.) Wenn er Vertrauen hat, so sage er eö; so wage er es, dem französischen Volke zu sagen, daß es sich für die Erhaltung des Kaiserreichs und der Dynastie schlagen soll." (Hier wurde der Tumult so heftig, daß Favre nicht weiter mehr zu verstehen war.) richt dann in die Welt flog. Lebensmittel waren in dieser Nacht sehr knapp in der Umgebung des Königs, desgleichen war es mit Dem Nachtquartier übel bestellt, da alle Dörfer voll Verwundeten lagen. Mit Mühe wurden für Den König einige CoteletteS und später ein Nachtlager beschafft. Der Bundeskanzler hatte sich, nachdem er von ungefähr zu einigen Eiern gelangt, die er am Degenknopf zerschlug und ungesotten verzehrte, aufgemacht, mit seiner Begleitung selbst ein solches zu suchen. Mehrere Häuser, wo er nachfragte, boten, voll Blessirten, kein Unterkommen. Auch ein ferneres sollte nach Aussage Der Insassen voll fein. „Aber da oben ist wohl noch Streu?" fragte der Graf, indem er aus ein dunkles Fenster im ersten Stock zeigte. „Auch voll Verwundete," hieß es. Aber Der Minister ließ sich nicht abweisen, er ging den Dingen, aus Den Grund, besah sich da- betreffende Zimmer und entdeckte, daß es drei leere Betten enthielt, in deren einem er Dann Platz nahm, während der Erbgroßherzvg von Mecklenburg sich in ein anderes legte und der amerikanische General Sheridan, welcher in Der Begleitung des Grafen Bismarck Der Schlacht beigewohnt, sich's auf Dem Boden bequem machte." Wie das „Dr. I." vernimmt, ist Sr. königlichen Hoheit Dem Kronprinzen von Sachsen von Sr. Majestät dem Könige von Preußen nach der Schlacht vom 18. August Da« Eiserne Kreuz verliehen worden. — Die Nachricht, daß Sr. königlichen Hoheit von Sr. Majestät dem Bundesfeldherrn DaS Obercommando einer aus mehreren Armee-CorpS gebildeten neuen 4. Armee übertragen worden fei, bestätigt sich dem obengenannten Blatte zufolge. DaS „Echo du Luxemburg" veröffentlicht folgende Telegramme: Französische Grenze, 26. August 6 Uhr Morgens: Man hat heute während eines TheilS des Tages und selbst während des Regens in der Richtung von Longuyon und Damvillers Kanonendonner gehört. Ohne Zweifel ist es Mac Mahon, welcher dem Feind eine Schlacht liefert, um sich mit Bazaine zu vereinigen. Man spricht von einem Zuge von 3500 Verwundeten, der mit der Ostbahn gegen ^sedan geschafft wird. 26. August, 8 Uhr Abends. Sie können es als sicher ansehen, daß Die Preußen zwischen Longwv und Montmedy an Der äußersten Grenze an- gekomrnen sind. 27. August, 8 Uhr Abends. Die Preußen sind in Tellancourt, einem zwei Meilen westlich von Longwy gelegenen Dorfe. Der „Karlsruher Zeitung" vom 29. August zufolge, hat der Bischof von Straßburg einen Vermittlungsversuch gemacht. Derselbe kam aus Der Festung heraus nach Schiltigheim, wo Namens des Generals von WerDer, Der baDische Generalstabschef Obcrstlieutenaut von LcScinSki mit ihm conferirte. Der Bischof fand das Bombardement kriegrechtswidrig. Er wurde jedoch widerlegt. Der Bischof bat dann um Gestattung des Abzugs der Bevölkerung. Dies wurde abgelehnt. Schließlich bnt Der Bischof um einen vierundzwanzigstündigen Waffenstillstand. Dies wurde angenommen, falls nach Ablauf einer Stunde gemeldet würde, daß der Gouverneur von Straßburg überhaupt unterhandeln wolle. Auch wurde Derselbe eingeladen aus Straßburg herauszukommen und von Den Angriffs- anstalten Kenntniß zu nehmen; auch könne dieß Durch einen Stellvertreter geschehen. Bei seiner Rückkehr wurDe auf Oberstlieutenant Lescinski, obwohl er Die Parlamentärsfahne selbst in Der Hand trug, ein förmliches Rottenseuer er- I öffnet unD Die Fahne von Kugeln durchlöchert. Der Vermittelungsversuch war erfolglos; Das Bombardement Dauert mit kurzen Unterbrechungen fort unD greifen jetzt Geschütze Des schwersten Kalibers ein Die Bewohner von SchlettstaDt schreiben Dem „Constitutione!", sie fürchteten sich nicht vor Den Preußen, ihre Walle seien voll Kanonen, Die Stadt ringsum durch 2 Metres tiefes Wasser geschützt, Promenaden rc. rasirt. Die ersten preufe. Reiter, die sich am 22. August gezeigt, seien sofort abgefangen worden. Die Eisenbahnschienen seien auf genommen, die Ginnetbrücke sei gesprengt, kurz Alles bereit zum Empfange des Feinbes. Gj wird mitgetheilt, daß 734 preußische Gefangene von verschiedenen Truppengattungen, welche in Metz internirt waren, uy Der Nacht vom 24. bis 25 August aus Der Festung geschafft worDen sinD. Sie trafen Nachts 1 Uhr im Lager Der preuß. Armee ein. Nach Aussage Der Leute erhielten Anfangs je 2 Mann täglich ein Brod, in Den letzten Tagen aber je 6 Mann nur ein Brod. Es ist das ein Zeichen, daß ein Mangel an Lebensmitteln in Metz sich bereits anzumelden beginnt. Vom Kriegsschauplatz. Grandpre. 30. August. £)orf Voncq zwischen Vouzier und Attigny, von Infanterie, namentlich Turkos besetzt, hoch und stark gelegen, wurde gestern von zwei abgesessenen Husarenschwadronen erstürmt. Besatzungen gefangen genommen. — -Z^i Garde-Ulanen brachten Abends zwei Generalstabsoffiziere als Gefangene ein. Varennes, 30. August, 2^/2 Uhr Nachm. Die Avantgarde des 12. königl. sächsischen Armeecorps hatte heute Nachmittag ein glückliches Gefecht bei Nouarl mit Truppen des französischen 5. Armeecorps. Die die Verbindung von Thionville mit Paris vermittelnde Eisenbahn ist zwischen Thionville und Mezieres an zwei verschiedenen Stellen durch diesseitige Detachements unterbrochen. Zwei preußische Husaren-Escadrons stürmten, abgesessen, Voncq und machten daselbst viele Gefangene (Turkos, Infanterie und Pompiers). v. P o d b i e l s k t. Der „Schw. Merkur" bringt folgendes Telegramm: Vor StraM.urg, 27. August, Vorm. 10 Uhr. Beschießung gestern Mittag ^it großer Energie wieder ausgenommen. Ganzen Mittag Brand in Straßburg. Um Mitternacht ganze Gegend vom Brande erhellt. Morgens 3 Uhr zeigen große Feuergarben an mehreren Stellen den Fortschritt des Brandes. Beschießung ununterbrochen fortgesetzt. Morgens 5 Uhr sieht man trotz eingetretener Tageohelle auf zweistündige Entfernung Die Flamme. Mehrere Verwundete, worunter 2 badische -- »'» •'"•“■‘S'm. SLI.LI, ole .m IS. August im H°Mr«k- um Metz stuiifuud, toben'tie Sachsen sich durch die heldknmüthigc Tapferkeit dw wir an ihnen (eben wiederhol, bewunderten, hervorgethan und sehr wesentlich dazu beige ragen, dasi der ßroetf de« Tage« deutscherseits erreicht wurde. In der Absicht, d-n lebdaft-n Wunsch dieser braven Truppen, bald auch vor den Femd zu kommen, mo üichsi rasch und in geeigneter W-ise zu erfüllen, hat,-man d.e -lb.n nach dem äußersten linken Flügel, der sich bi« in die Nähe der Mosel «orschob, dm- und dazu war-» mn 17., sowie am nächsten Tage sehr starke Marche erfor, erlich. ^Troh dieser Stravaffcn aber griffen diese musterhaften Solcatln, als sic sich den Franzosen gegenübersahcn, mit größter Energie und rnschest m Uagestum an, warfen , zum Theil durch Bayonne! - Angriffe den F-md kräftig rurück und erfüllten ihre Aufgabe, die darin bestand, den Franzosen da« Durch- brechen aus der Straffe nach Thionville zu verlegen und sie von dieser Rötung iurückzutreiben, in vollkommenster Weise. Leider hatten sie vabe, auch fthr starke B-rluste, die sich im Ganzen aus 2200 Mann an Todten und B.rwund.rten belaufen. Interessant wird noch Vielen sein, daß da« Telegramm di« König aus dem Mvouak, welche« den Sieg vom 18. meldete, de« >Ra*tS wm ©raftn Bi«marck beim trüben Schein eine« Wachtfeuers, dem au« der Nachbarschaft ein brennendes Hau« leuchten half, nie°e,geschr,eben wurde, und zwar in die LiUst. tasche eines Beamten, der eben angekommen war und gemeldet datle, raff er die Tclcgraphenleitung bis Gorze hcrgestellt, auf der tue betr-ffende Siegesnach. lejentgen, we Lazarcth-Baracken als Krankenwärter oder Krankenwärterinnen verwendet werden wollen, werden aufgefordert, sich bei dem Unterzeichneten zu melden. Gießen, den 28. August 1870. Namens des Vorstandes des Hülfsvcrcins: Haberkorn, Regierungsrath. litcvvcty htuwut. 38 , - -*■ * * “ v lU»Wl 4/. Von Fanny Lcwald. (Aus der Köln. Ztz.) t/vitr Deutsche Frauen und gefangene Franzosen. 24. August 1870. ES sind mir in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten drei anonyme Briefe von Männern zugegangen, die mich aufforderten, es den Frauen vorzuhalten, wie manche von ihnen in ihrem Verkehr mit den gefangenen Franzosen die Gränze des Angemessenen nicht einzuhalten verständen. Ich bin diesen Aufforderungen aber bis heute nicht gefolgt, weil ich erstens dieses Eingeständniß weiblicher Unvorsichtigkeit und Tactlosigkeit nicht gern durch die Zeitungen, durch den Mund unserer eigenen deutschen Zeitungen verbreitet zu sehen wünschte, in einer Zeit, in welcher viele Tausende von deutschen Frauen es mit Leistungen und Vorsorgen für die im Felde stehenden Männer, für die Verwundeten und für die zurückgebliebenen Familien derselben deutlich und großartig erweisen, wie auch die Frauen dem Vat.rlance Kriegsdienste zu leisten haben; und zweitens mochte ich der Sache nicht erwähnen, weil ich nicht selber an den Orten ge- wesen bin, an welchen solche Tactlosigkeiten vorgegangen sind, weil ich sie nicht selber habe begehen sehen. Aber alle Zeitungen, die mir zu Händen gekommen sind: die Kölnische, die Neue Stettiner, die National-Zeitung, die Vossische und die Norddeutsche Allgemeine, erheben denselben Vorwurf, und heute erhalte ich aus Würtemberg einen von einer mir ebenfalls fremden Hand geschriebenen Brief, den ich der Redaciion beilege und aus dem ich den Schluß hierher setzen will. Er lautet: „Es bedarf ost nur eines Winkes, um uns von dem falschen Geleise zurückzuführen, und diese sentimentale Barmherzigkeit und Schönthuerei an und mit gesunden Gefangenen ist ein Abweg. Es wäre doch schmählich, wenn nach be- endeter Gefangenschaft die Franzosen und TurcoS in ihrer Heimath ihren ge- rechten Spott über das sich wegwerfende deutsche Frauengeschlecht loslassen könnten, und mit gutem Fug. Nicht denken kann ich es mir, daß französische gebildete Frauen sich dazu verstehen, die deutschen Gefangenen, deren Zahl hoffentlich gering bleiben wird, mit Zuckerbrod und Wern zu speisen, und denselben zu erlauben, so in der Nahe mit ihnen zu verkehren. Helfen Sie dazu, daß jene deutschen Frauen zur Besinnung kommen, und es wird Ihnen von Herzen dankbar sein — eine deutsche Frau!" Nun denn! wenn deutschgesinnte Männer und Frauen, wenn unsere Presse, in Hochschätzung weiblicher Würde, darüber einig sind, daß in dem Verhalten mancher deutschen Frauen gegen die französischen Gefangenen etwas verkehrt und dem gesunden Empfinden widersprechend ist, so ist es nicht überflüssig, sondern nothwendig und geboten, es ist dies wie mir scheint um so zweckmäßiger, als wir voraussichtlich noch für eine Zeit lang die gesunden und die verwundetrn Gefangenen in unserem Vaterlande behalten und damit Gelegenheit zu neuen Unvorsichtigkeiten für diejenigen Frauen geboten sein wird, denen der Anreiz des Augenblickes das Nachdenken zu nehmen pflegt. Denn nur solche können jene Unschick.ichkeiten begangen haben und nur auf diese ist es mit diesen Erinnerungen abgesehen, die man sich überhaupt sparen könnte, wenn nicht gerade in diesem Falle die Thorheit Einzelner von den ohnehin oberflächlich urtheilenten und übermäßig eitlen Franzosen der Gesammtheit zur Last gelegt werden könnte. Es ist im Grunde ein alter Schade, der in diesem Gebühren zu Tage kommt: cs ist die kindische und müßige Lust an allem Fremden, das Spielen und Schönthun und Sichbrüsten mit demselben, das ich schon früher bei verschiedenen Anlässen in diesen Blättern gekennzeichnet habe, die sich so bereitwillig dazu herbeigelassrn haben, uns ihre Spalten für die Vertretung der Frauenrechte darzubicten. Bald war es eine blinde Nachbeterei französischen Wesens, bald blinde Bewunderung ter Engländer, und es waren hier vor Allen die kleinen Höfe und die vornehme Frauenwelt in den Kleinstaaten, welche die Eitelkeit der Fremden auf Deutschlands Kosten groß gezogen. Sie haben dafür in den französischen Romanen und vor Allem in Tyackeray's unvergleichlichem „Markt der Eitelkeit" ihren grausamen und wohlverdienten Lohn empfangen. Nichtsdestoweniger haben viele Frauen — und nicht bloß in den Kleinstaaten und in den kleinen Städten, sondern bei uns und überall — ein wahres Gelüste nach allem Fremdländischen behalten, und eine Leidenschaft, damit zu prunken. Französisch und Englisch wie dort Eingeborene zu sprechen, war ihnen ein Ehrgeiz, Während sie ihre Muttersprache nur zu oft in nichtswürdiger Weise vernachlässigten. Das 1 mouillee und die Zusammenstellung von gn nicht ganz mit französischem Accent zu sprechen, war ihnen anstößig, aber sich „furchtbar zu freuen", eine Sache „schrecklich nett" zu finden und die Ausdrücke, in welchen der Ueber- muth junger Männer sich in den Wirtbsstubcn erging, in die Sprache der gebildeten Familien aufzunehmen, trugen sie kein Bedenken; und wo es den Umgang mit Ausländern betraf, waren jene Frauen ost eben so wenig wählerisch wie manche deutsche Höfe, die in England dafür bekannt und verspottet waren, Mr. Robertson und Mrs. Brown in ihren Sälen zu empfangen, denen die Säle ihrer heimischen Gesellschaft sich nicht öffneten. Es war so „ungeheuer amüsant" mit Fremden zu verkehren, in verschiedenen Sprachen zu sprechen; es knüpften sich hier und da in den kleinen Orten, wo cs wenig Manner in der Gesellschaft gibt, allerlei Hoffnungcn daran, — man wollte den Fremden zeigen, wie gebildet man sei, man wollte den Fremden gefallen — und gewöhnte sich dabei, im Vcikehr mit den Fremden für erlaubt zu halten und ihnen zu erlauben, was man den Landsleuten nicht zugestano. Das war schon zu Göthe's Zeiten so — ist immer so geblieben — und rächt sich jetzt, wo mißverstandene Menschenliebe und übel angebrachte Großmuth das Uedel ärger machen. Schon bei dem Kriege von 1866 wurde dieselbe Klage laut. Damals galt dos unnüJC „Getbue" den Oesterreichern, deren Sprache so fremd klang, den Ungarn und Eroaten, die gor nicht Deutsch konnten; und ein Herr von Rcizenstein, ein preußischer, die Gefangenen bcwachcnder Officier, der dürstend auf seinem Posten stand, während schöne Hände mit freundlichsten Blicken den Oesterreichern die Gläser füllten, fand sich berufen, jenen Frauen zu sagen: „Vergessen Sie nicht, meine Damen! daß wir es sind, die Ihnen mit unserem Blute dieses Spielzeug erkauft und hergebracht haben!" " war dir ^pvryeit weniger oedenkitch und weit weniger übel angebracht als jetzt. Unsere österreichischen Landsleute und auch die Ungarn bilden sich nicht ein, die unwiderstehlichen Besieger der Frauen zu sein. Die Sitten der österreichischen Deutschen, ihr Verhältniß zu den Frauen ist dem unseren ziemlich gleich; — bei den Franzosen und vor Allem bei den französi- schen Soldaten ist das nicht der Fall. Ich spreche hier nicht von den Turcos und Zuaven, mit denen schön zu thun nur der völligen Narrheit in den Sinn kommen konnte und mit deren unsauberer Begrüßung sich wohl kaum eine oder die andere Frau lächerlich gemacht haben kann; ich spreche von den französischen Officieren, denen vielleicht am ehesten Gelegenheit geboten werden könnte, in deutsche Familien zu kommen — und vor dieser Gesellschaft möchte ich Sie warnen, wie bereits eine solche Warnung von Seiten einer Frau eben in der Kölnischen Zeitung ausgesprochen worben ist. Der französische Officier ist daheim nur ausnahmsweise in der Gesellschaft gelitten, lebt meist mit Frauen, die er aus einem Standquartier in das andere mitschleppt, in freien Verhältnissen, und seine Formlosigkeit und Sittenlosigkeit sind so sehr anerkannt, daß Louis Napoleon selber, als ein Mitglied der englischen Gesandtschaft sich über die Formlosigkeit beklagte, welche ein Officier gegen eine Dame begangen hatte bei Hofe, achselzuckend die Antwort gab: „Was wollen Sie? sie sind Alle so, sie fom- men aus Afrika!" Ja freilich, sie kommen aus Afrika! und eben weil sie und weil die Franzosen iw Allgemeinen sittenlos sind, erscheint kein junges Mädchen, erscheint keine junge Frau jemals in Frankreich unbegleitet auf der Straße, kommen junge Mädchen fast niemals in die Gesellschaft von Männern, am wc- nigsten in einen so zufälligen Verkehr mit Soldaten, wie er jetzt für unsere Frauen bei den Bewirthungen auf den Stationen Statt gefunden hat. Bedenken Sie also, daß jeder französische Soldat, der die sichere Freiheit sieht, mit welcher Sie Sich vor und in den Reihen unserer Landsleute, unserer Soldaten bewegen, etwas erlebt, wofür ihm jeder Maßstab fehlt. Er kennt die Zusammensetzung unseres Heeres, er kennt unsere Sitten nicht; er weiß nicht, wie ungefährdet, wie geachtet wir sind, wenn wir hinausgehen, diejenigen zu erquicken, die davon ziehen, mit ihrem Blut und Leben uns vor der unfreiwilligen Bekanntschaft mit den Franzosen zu bewahren; — er weiß nicht, wie dankbar und wie ehrfurchtsvoll die Hülfe angenommen wird, welche Sie den Männern leisten, die verwundet von den blutgetränkten Siegesfeldern wiederkehren. Unsere Heere bestehen aus Bürgern, deren Familienleben mit dem unseren zusammenhängt; das ist bei den Franzosen nicht der Fall. Jeder Franzose, der Frauen sich in der deutschen Freiheit bewegen sieht, die gesitteten Frauen zukommt, hält sie eben keßhalb nicht für gesittete Frauen, und wofür er sie hält, wenn sie ihm besondere Freundlichkeiten angebeihen lassen, das sprechen Sie Sich nach dem Gesagten selber aus! Aber abgesehen davon, haben Sic seit drei, vier Wochen die Zeitungen nicht mehr gelesen? Wissen Sie nicht, daß an 60,000 deutsche Männer, die Feder sträubt sich und es rieselt Einem kalt durch alle Glieder, wenn man es niederschreibt, daß viele Taufende deutscher Männer auf den Schlachtfeldern von Frankreich gefallen sind, um die herausfordernden Prahlereien, um die Raubgelüste der Franzosen nach deutschem Grund und Boden in ihre Schranken zurückzuweisen , um Sie alle vor dem Elend zu bewahren, das ein Einfall der Franzosen in Deutschland über uns gebracht haben würde? Haben Sie es nicht gelesen, wie die Redacteure des „Gaulois" es ausgesprochen haben: daß die TurcoS sich schon „die Schnauze leckten, wenn sie der Wagen voll Frauen ge- dächten, die sie nach Frankreich bringen würden?" Haben Sie nicht gelesen, wie Herr v. Ring, der als französischer Gesandtschafts - Sccretär in Berlin in manchem deutschen Hause ehrliche deutsche Gastfreundschaft genossen hat, das Wort niedergeschrieben hat, daß unter gewissen Umständen „selbst die Frauen und Kinder nicht verschont werden würden?!" Ist Ihnen entgangen, wie Girardin sich berühmt hat: „daß man die deutschen Armeen" — Ihre Väter, Gotten, Söhne, Brüder, Freunde — „mit Kolbenstoßen in den Rücken über den Rhein zurückjagen werde?" Haben Sie nicht erfahren, daß der Herzog von Ioinville die Bauern als gute Patrioten belobte, die unherausgefordert auf Ihre vorüberkommenden Landsleute schössen? Daß 68,000 Ihrer Landsleute mit ihren Frauen und Kindern urplötzlich aus Frankreich ausgetrieben und vorher noch mißhandelt worden sind? Daß französische Blätter es unumwunden aussprechen: „Alles, was der verwundete Feind zu fordern habe, sei, daß man ihn vom Wege fort und an den Rand des Grabens werfe, an dem er umkommen oder nicht umkommen könne?" Aller der Gräuel nicht zu gedenken, die von Franzosen an unseren armen Verwundeten auf den französischen Schlachtfeldern verübt worden sind! Gewiß! die üble Angewohnheit, sich mit Kleinigkeiten zu beschäftigen, die üble Angewohnheit des sich „Nieblichmachens" hat Sie verblendet. Denn wenn wir uns auch nicht zu dem alttestamentarifchen „Äug' um Auge, Zahn um Zahn" bekennen wollen, hat- doch selbst das christliche „segnet, die Euch fluchen!" seine Gränze in der wirklichen Welt, und Sie wären der diutschen Männer, die für uns und unser Vaterland im Felde stehen, nicht werth, wenn Sie es auch nur in einem Augenblicke und mit einer Miene vergessen könnten, wer die Urheber des furchtbaren Unglücks find, das über Hundcrttaufente von Deutschen heraufbeschworen wordcn, wenn Sie vergessen könnten, was Sie dem Andenken unserer gefallenen Helden, was Sie dem Schmerze der Trauernden, was Sie Ihrem Vattrlande, was Sie uns anderen Frauen, was Sie Ihrer eigenen Würde schuldig sind. Wir dürfen in dem Gefangenen, in dem Verwundeten, in dem Franzosen ben Menschen nicht vergessen, aber wir dürfen und wollen es nicht vergessen, daß er in diesem Augenblick unser Feind und der Feind unseres Vaterlandes ist. Mag er zu Haufe einst Zeugniß davon geben, daß wir barmherzig sind und baß wir wissen, was sich ziemt und was wir uns selber schulden. Es sollen und dürfen den Feinden nicht Belege zu den Carricaturen geboten werden, mit denen französische Eitelkeit und Sittenlosigkeit auf Kosten deutscher Frauen schon im voraus die Tornister der Soldaten angefüllt. Was uns obliegen wird, wenn uns das Glück des Friedens wiederkehrt, davon sprechen wir dann später. Gießen, 31. Aug. Sr. Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Ludwig wurde von Sr. Majestät dem Könige von Preußen wegen seines tapferen Verhaltens in der Schlacht von Metz das eiserne Kreuz verliehen. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen