Prei- vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dret- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. V Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 26. Dienstag den 1. März 1870. MMrlicA» e Bekannt Msrchrrngen. Gießen, am 24. Februar 1870. Vetressend: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Privatpersonen für 1870. Das Großherzog liche Kreisam 1 Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Gendarmerie-StatiouS-CommandoS des Kreises. Wir benachrichtigen Sie, daß der untersuchte Privathengst des Pachters Puth zu Londorf, von Farbe Schimmel, 9 Jahre alt, zum Bedecken von Stuten für 1870 tauglich befunden und deshalb mit Erlaubnißschein zum Bedecken versehen worden ist. 0 Sie wollen darüber wachen, daß neben diesem Hengst keine weiteren Hengste von Privatpersonen zum Bedecken von Stuten für 1870 verwendet und die Elgenthümer solcher Hengste, welche nicht mit Erlaubnißschein versehen sind, demohngeachtet aber ihre Hengste zum Bedecken benutzen, zur Anzeige gebracht werden. In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreisassessor. Gießen, am 22. Februar 1870, Setressend: Uebersicht über den Stand der landw- Fortbildungsschulen im Winter 18G9/70. Das G r o ß h e r z o g l i ch e A r e i s a m 1 Gießen an die cvang. Schulvorstände des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 8. l. Mts. im Rückstände sind, erinnern wir an deren Vorlage binnen 3 Tagen. Dr. G o l d m a n n. Das Zweig'ComitS des Frauenvereins für Krankenpflege hat es für zweckmäßig erachtet, eine öffentliche Vorlesung zu veranstalten, in welcher Herr Geheime Medicinalrath Dr. Wernher einen Vortrag über den Einfluß einer zureichenden oder mangelhaften Sanitätspflege auf den Verlauf eines Kriegs zu halten die Güte haben wird. Die Vorlesung findet Freitag den 4. März, Nachmittags 3^2 Uhr, im Saale des h i e si g e n G e se l l sch a ft s - V e r e i n s statt, und es ist dem Vereine die erfreuliche Aussicht eröffnet, daß Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Ludwig dieselbe mit Ihrer Anwesenheit beehren wird. Der Besuch ist frei; den Mitgliedern des Frauenvereins werden Karten zugestellt, und außerdem können von Allen, welche sich für den Verein interesstren, Karten bei den Vorstands-Mitgliedern: Frau Professor Milbrand, Frau Hofgerichtsrath von Lepel, Fran Geh. Medicinalrath Wernher, Frau Decan Landmann, Frau Fabrikant Gail, Frau Fabrikant Homberger, Frau Bürgermeister Vogt, Frau Provinzial- Director Gold mann, sowie bei dem Clnbdiener Sack, unentgeldlich bezogen werden. Indem der Vorstand dies zur öffentlichen Kenntniß bringt, bittet er um zahlreichen Besuch, und empfiehlt die hochwichtige Aufgabe, welche der Verein sich gestellt hat, Organisation einer sachgemäßen, den Anforderungen der Wissenschaft entsprechenden Krankenpflege wiederholt der Theilnahme der Bewohner unserer Stadt. Gießen, den 26. Februar 1870. Namens des Vorstandes der Geschäftsführer: Dr. Goldman n. Besondere Bekanntmachung. 832) Vom 1. März c. ab werden bei dem Post-Amte in Gießen außer den bereits gegenwärtig zum Verkauf gelangenden Sorten noch Bundes-Wechsel-Stempel- Marken und gestempelte Wechsel -Blankets zum Stempelbetrage von 22V2 Groschen ausgegeben werden. Darmstadt, den 25. Februar 1870. Der Bundes-Ober-Postdirector: V a h l. Versteigerungen. Arbeitsversteigerung. 795) Mittwoch den 2. März, Vormittags 10 Uhr, sollen in der Synagoge zu Alten-Buseck die zur Einrichtung derselben erforderlichen Arbeiten öffentlich an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden, als: Schreinerarbeit, veranschl zu 200 fl. 26 fr., Glaselarbeit, „ „ 14 „ 42 „ Weißbinderarbeit ,. „ 74 „ 27 f, Ueberschläge und Bedingungen werden rm Termin eröffnet. Rödgen, am 24. Februar '870. In Auftrag: L. Hahn, Bezirksbauaufseher. 842) Dienstag den 8. L Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die dem Küfer Louis Loos zustehenden Immobilien, nämlich: Flur Nr. otilftr. V1181 5 Hofraithe in der Sandgasse, XXXIII/232a / 148 Garten auf dem Nah- 232b j rungsberg, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Die Versteigerung eines Hauses auf den Abbruch. 796) Dienstag den 8. März d. I., des Morgens 9 Uhr. soll ein der Stadt Gießen gehöriges zwei- stöckiaes Haus, 34 Fuß lang, 17 Fuß tief, auf dem Nathhaus dahier an den Meistbietenden auf Abbruch versteinert werden. Gießen, den 25. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt- Mobilien-Versteigerung. 747) Mittwoch den 2. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung der verstorbenen Georg Eiff's Eheleute die zu deren Nachlaß gehörenden Mobilien, bestehend in Kleidung, Bettwerk, Weißzeug, Schränken, Tischen, Stühlen und sonstigem Haus- 1111 b Küchengeräthe u. s. w., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden- Gießen, den 21. Februar 1870. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Brodlioferung. 818) Mittwoch den 2. März d. I-, Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung des Brodes für das 2. Jnfanterie-N-.gimcnt auf das 2. Quartal 1870 mittelst Soumission vergeben. Die Lieferungs-Bedingungen liegen auf dem Büreau der Garnison-Verwaltung zur Einsicht offen. Gießen, den 25. Februar 1870. Großherzogliches 2. Infanterie - Regiment. Kraus. Verkauf von Pferden, Chaisen und Geschirren. 550) Donnerstag den 3. März d. I., Vormittags 10 Uhr, lasse ich in der Gastwirthschaft des Herrn Frohnhäuser zu Ludwigshütte bei Biedenkopf : 1 Victoriawagen mit Glasverdeck, 1 Sommercalesche, 1 Schlitten, 4 Pferdegeschirre, 2 Sättel, eine Anzahl Zäume, Putzaeschirr, 1 Schrotmühle und 2 Pferde (Füchse), öffentlich versteigern. Die Gegenstände, welche sämmtlich gut erhalten sind, können in meiner Wohnung eingesehen werden. Georg Noll, auf Ludwigshütte bei Biedenkopf. Holzversteigerunq. 797) Mittwoch den 2. März, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Di- strict Teufelspfütze: 50 Stecken Buchen-Schcidholz, 90 „ „ Prügelholz, 45 „ „ Stockholz, 2437 Wellen „ Reisholz, 6 Stecken Eichen - Prügelholz, 5 „ „ Stockholz, 46 Eichen-Stämme von 952 Cubikfuß bis zu 14 Zoll Durchmesser und 55 Fuß Länge, 15 Nadel-Stämme, 311 Cubikfuß enhalt., 10 Eichen-Stangen, versteigert werden. Das Bau und Werk- Holz kommt von Mittags 12 Uhr an zur Versteigerung. Wieseck, den 24. Februar 1870. Grotzherzogliche Bürgermeisterei Wieseck- Lang- Feilgebotenes. Frankfurter Pferdctoose, ä 1 fl. 45 fr., zu haben bei (831) Julius Wallach. Billige Cigarren. 754) Ambalema-Ansschuß mit feiner Einlage, pr. Stück 1 fr., pr. Mille 16 fl., empfehlen ______I. A. Busch Söhne. Z Künstliche Dünger: Aufgeschlossenen und rohen Guano, Knochenmehl , Phosphat, rohen Phosphorit 838) Ein Mikroskop mit einem System und zwei Okularen ist in Lit. C- Nr- 30 zu verkaufen.______________________ 753) Spierlinge, kleine Seefischchen, ohne Gräten, zum Backen, pr. Pfd. 5 fr., empfehlen I A- Busch Söhne. 826) Allein ächt bei Carl Frech in Gießen zu haben: Zahnschmerz l Chemisches Laboratorium von Adolph Conrad in (Haftel a. Rhein. B s= a 1 = -E e f£ Vermischte Anzeigen Z Gesucht wird ein Mädchen, das Kochen und die häuslichen Arbeiten versteht, auf den 1. oder 25. März. Näheres bei der Exped- d. Bl- Höchst wichtig für Bruchleidende! "Släkc 828) Wer die bewährte Heilmethode des bekannten schweizerischen Brucharztes, Krüsi- Altherr in Gais, Kt- Appenzell, kennen lernen will, kann bei der Exped- d. Bltts. ein Schriftchen mit Belehrung und vielen 100 Zeugnissen in Empfang nehmen. 836) Ein braves Dienstmädchen kann zu Ende März bei mir in Dienst treten. La br oisse. Stelle-Gesuch. 835) Ein junger Mann, mit dem Eisen- und Colonialwaarengeschäft vollständig vertraut, sucht bis zum 1. Mar eine passende Stelle. Franco-Offerten unter Nr- 432 befördert die Exped. d. Bltts. 823) Ein Mädchen aus hiesiger Stadt sucht Beschäftigung im Bügeln sowohl m als außer dem Hause. Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________ 786) Vorige Woche ist vom Seltersweg bis auf den Bahnhof ein goldenes Medaillon verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine Belohnung bei der Exped. d. Bl. abzugeben. 816) Ein Mädchen, das kochen kann und in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, wird auf den 25. März in Dienst gesucht- Von wem? sagt die Exped. d. Bltts- 785) Ein reinliches Mädchen kann eine Schlafstelle erhalten in Lit. C- Nr. 65, j Seltersweg.__________________ 834) Ein braves Dienstmädchen wird zum 25. März in Dienst gesucht. Die Expedition sagt von wem- _______________ 840) Eiserne Bettstellen, Flascheiischranke, Waschtische, Kinderwagen, Gartenmöbel, Haushaltungsmaschinen zum Flaschenfüllen, Fleischhackcn, Schneeschlagen, Dampskoch- töpfe empsiehlt Emil Pi,tor. 804) Sehr schöne Capaunen bei Ehr. Lony, Bierbrauer. 567) Ein zuverlässiger Junge von braven Eltern kann bei gutem Gehalt gleich eintreten bei G- Schmehl, Specereihändler u. Wirth am Brand. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped- d. Bltts. 846) Ein Haufen Pferdemist ist zu verkaufen- G- A rn old, im deutschen Hof- 845) Zwei noch im besten Zustande befindliche zweispännige Wagen nebst allem Zubehör, sowie ein Pfuhlfaß, stehen zu billigem Preise zu verkaufen- L- Kämmerer. VsrmiethungeK 837) In einem neu erbauten Hause ist die mittlere Etage mit Mansarden-Woh- nungen entweder im Ganzen oder auch getrennt zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d Blattes. ______________ 827) Ein gut möblirtes Zimmer ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Expedition dieses Blattes. ______________________ 839) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei E- Eichenberg. 7) Ein größeres Familienlogis ist zu vermiethen bei_______M. Weißbäcker. 736) Ein schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Christian Zinßer, Wallthorstraße. 833) Ein gewandtes Dienstmädchen, welches alle Hausarbeit versteht, gut kochen kann und mit Kindern umzugehen weiß, wird gegen 60 fl. Jahreslohn gesucht. Näheres bei der Exped. d Bltts. unter E. F. Beachtenswerth! 76) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Spezialarzt I>r. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz). 762) Ein hiesiger Schneider beabsichtigt, Arbeit außer dem Hause anzunehmen, und verspricht prompte und reelle Bedienung. Näheres bet der Exped. d. Bltts. Theater in Gießen. 843) Unterzeichneter erlaubt sich, ein hochverehrtes Publikum ergebens! daraus aufmerksam zu machen, daß er im Laufe dieser Woche mit seiner Gesellschaft in Gießen eintreffen und Sonntag den 6. März die erste Vorstellung geben wird. Ansbach, den 26. Februar 1870. Hochachtungsvoll W. de Nolte, Theaterdirector. § Auswanderer nach Amerika ^beförbert wöchentlich vermittelst Dampf-, und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die bestelluskunst zu ertheilen. ?. 8. Wechsel für Amerika werden zum Tagescourse baldigst besorgt. r Fünftes Concert im Winter-91 bonnement des Gießener Conrert-Vereins Mittwoch den 2. März 1870, Abends 6 Uhr, im Club-Saale Q11 a r t e 11 - S o i r e e der Herren O. von Köniqslöw, Concertrneister, G. Japha, Concertrneister, Fr. Dercknm und I. Rensburg aus Cöln. Programm: 1) Quartett (G-dur) von . . - I. Haydn. 2) Quartett (D-moll) von . • - Fr. Schubert. 3) Quartett (B-dur) op. 18 Nr. 6 von . L. v. Beethoven. Der Vorstand des Concertvererns. ■ Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt brieflich der Speclalarrt für Epilepsie Doct. O. RlIHseh in Berlin, Mittelstraße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Cafe Leib. 793) Dienstag den 1. März: 6. Abonnements-Concert (Militär-Concert), ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf. - Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn V. Reifert. Programm. Erste Abtheilung: 1) Amazonen-Marsch von Conradi. 2) Ouvertüre zur Oper: „Stradella" von Flotow. 3) Baß-Arie und Chor aus „Belisar" von Donizetti. 4) Reminiscenzen aus der Operette: „Zehn Mädchen und kein Mann" von Suppe. 5) „Am Meer", Lied von Schubert. 6) „Der musikalische Steckbrief", Tongemälde von Zulehn er. Zweite Abtheilung: 7) Ouvertüre zu „Dichter und Bauer" von Suppe. 8) „An der schönen blauen Donau", Walzer von Strauß. 9) Nachruf an C. M. von Weber, Phantasie von Bach. 10) Souvenir de Sadowa, Galopp von Lieder. 11) Duett und Finale aus der Oper: „Ernani" von Verdi. 12) „Der Liebes-Bote", Polka von Köneman n. Anfang 7 Uhr. — Entröe für Nichtabonnenten ä Person 15 fr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. (Es wird höflichst gebeten, nicht zu rauchen.) Die im Oswald'schen Garten befindliche Menagerie ist heute, Dienstag den 1. März, zum letztenmale zu sehen. Kleeberg's grche Menagerie. 730) Der weltberühmte Thierbändiger Kleeberg, durch feine Unerschrockenheit in ganz Europa „König der Wüste" genannt, wird die Ehre haben, dahier täglich mit seinen Raubthieren zwei Vorstellungen zu geben, welche kein Thierbändiger im Stande ist nachzumachen. Erste Vorstellung Prämien-Aiilellie der Stadt Bari (Italien). 829) Jede Obligation im Nominalbetrag von Lire 100. — muß mir Lire 130. — ober ca. Rthlr. 40. — im Laufe der Ziehungen rückoerloost werden. Außerdem nimmt jede Obligation an 180 Prämien-Ziehungen Antheil, wobei die Prämien von 500,000,. 300,000, 150,000, 20mal 100,000, 70,000, 60,000, 50,000 Lire u. s. s. gewonnen werden müssen. Nächste Ziehung am IO. April d. Is. Durch die bis jetzt bei keinem anderen Loos-Anlehen bestehende Plan-Einrichtung, daß jede Obligation, selbst wenn sie schon mit Lire 150. — rückgezahlt worden ist, dennoch an allen weiteren Prämienziehungen Theil nimmt und mithin eine unbeschränkte Anzahl Gewinne erlangen kann, bietet dieses Anlehen einen bisher noch nicht dagewesenen Vortheil. Original-Obligationen zu fl. 39. oder Rthlr. 22. 10 Sgr. (Pläne gratis) empfehlen Morst Stieb ei Sohne, Bank- und Wechsel-Geschäft in Frankfurt a. M. ! An- und Verkauf aller Anlehens-Loose, Staatseffecten rc. zum Börsencourse. mit Fütterung sämmtlicher Raubthiere Nachmittags 4 Uhr. Zweite Vorstellung mit Fütterung sämmtlicher Naubthiere Abends 7 Uhr. Entree: Erster Platz 18 fr. Zweiter Platz 9 fr. Militärs 6 fr. Das Uebrige besagen die Austrag- und Anschlagzettel. R Le d ensv er sich erun gstiank f. U. in Gotha. Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1869 waren überaus günstiger Art. Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (3182 Personen mit 6,620800 Thlr.), welcher erheblich größer war als in irgend einem der früheren Jahre, ist . die Zahl der Versicherten auf 35150 Pers., die Versicherungssumme auf 65,050000 Thlr., der Banffonds auf etwa 16,300000 Thlr. gestiegen. Bei einer Jahreseinnahme von 3,000000 Thlr. waren nur 1,340000 Thlr. für 780 Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurückbleibt und den Versicherten eine abermalige hohe Dididende in Aussicht stellt. In diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Drei Millionen Thaler vorhandene reine Ueberschüsse an die Versicherten vertheilt. Die im Jahre 1870 für das zum Theil von schweren Ereignissen helmgesuchte Verstcherungsiahr 1865/66 zur Verkeilung kommende Dividende beträgt 34 Prozent. Versicherungen werden vermittelt durch: _ . , Buchhändler A. Nicker, Haupt-Agent in Gießen. Domänenpfandmeister Müller, ebendaselbst. Ortseinnehmer Louis Hohler in Büdingen. Lehrer H. H. Walz in Lich. Oscar Ehrhardt in Marburg. Durch erlaubt JW rrgebenst e ,Hel weiß, H rin iß, u> in der A Verwandt den Sie „3" 61a durchgese M ttn lau ihrer El Si „d Dorwai Hem l V die har des Da 6i S 4 dem rec W Richtigh Krauen Beutel Louisd'o „r „8 Sie Der Si .S pfang,1 es gehl Trab h m Fr Tesühl tnHjoben banht ( Le ■t dadurch, Er Le > "5 vere e Mehr ii Et Tegenv eavrinkn A (fll N ein Mefiü Sri ®adern Elazahl Vorläufige Anzeige CO Tinrrfj eine Subscriptionsliste, welche in den ersten Tagen in Umgang gesetzt wird, erlaubt sich der Mrtgeb7r, ein Ehrliche« Publikum vah.er zu C°n-°rt°j ergebenst einzuladen. für Sopransolo, Chor, Orchester und Orgel, componirt von F. Äsendetssohn, unter gütiger Mitwirkung des akademischen Gesangvereins. des akademischen Musikdirectors W. Mickler, ^reitaa den 11 Marz 1870, Nachmittags halb 4 Uhr, o in der Stadtkirche. I. ..Requiem^ Missa «W* W n $S wieder gesehen, und es war auch keine Hoffnung vorhanden, daß es r) geschehen werde, dn sie wußte, daß Wiesel den todtlichsten Haß gegen sie und die Klndcr im Herzen nährte. Balv aber sollte sie Etwas über ihn Horen. „ Eines Tages trat Clara bei ihr ein. Sie hatte der Wittwe bezüglich desselben eine schlimme Neuigkeit rnitzutheilen. Diese Nachricht bestand darin, daß Herr Wiesel trotz seiner Schlauheit sich von dem dicken Engländer, Master Windforth, der bekanntlich rm „Goldenen Stern" für einen Millionair gehalten wurde, hatte in fast unbegreiflicher -weife bC‘rU6r hatt?nämlich von Windforth ein paar Wechsel gegen hohen Gewinn gekauft. Diese Wechsel aber waren gefälscht. Ehe Herr Wiesel aber die Fal- schuna entdeckt, war Master Wmdforth mit seiner mageren Ehehälfte, den fern- meldlonden Töchtern unv seinem Taugenichts ^" S°hn, nachdem er seme Rechnung im HÜlel bezahlt, plötzlich aus dem Gasthofe und weiter auch aus Camburg verschwunden. Wohin er sich mit ferner Familie begeben, wuß e Niemand. Wahrscheinlich war er mit einem der letzten Schiffe, die tm Spat- Nicht »ermiß,. Erst drei Tage nach dessen Abreise war ihm zufällig von dem, zuweilen auf sein Zimmer kommenven Kellner Vie Nachricht geworden, daß ver sogenannte Mylord mit seinen Angehörigen in aller Stille Hamourg verlassen ha^be. Das erweckte den Argwohn ves Wucherers. Er rannte zur Börse und ließ die Wechsel, welch? Vie runve Summe von vreißrgtausenv Mark betrugen, durch ein paar ihm genau bekannte Kaufleute prüfen, die Mit den Hausern, welche Vie Wechsel ausgestellt, in Geschäftsverbindung standen. Sie erklärten Vie Handschrift der in London wohnenden Aussteller für nachgemacht. Master Windsorth war also nichts mehr, noch weniger, als ein gemeiner, “uet ®e' trimer, gegen Den man ras Gericht zu Hülfe rufen mußte. Herr Wiefel leitete I j-(nn auch die nöthigen Schritte zur Verfolgung des Schurken ein. v.a man aber vor dem großen Brande in Hamburg noch keine elektrischen Telegraphen hatte, Vie jetzt die schlimmsten Feinve aller Spitzbuben find, unv der Engländer einen Vorsprung von mehreren Tagen hatte, so ^rdc er bald überzeugt, v ß er dessen schwerlich >emals habhaft werden wurde, da es Master Windforth leicht sein mußte, sich in irgenv einer ver bevölkertsten Städte Englands unter einem fremden Namen zu verbergen. Hatten ihm schon die dreitausend Mark, die er, aus Clara S Antrieb, seiner armen Schwägerin auszahlen müssen, Vie Galle ins Blut getagt, so «füllte ihn rer neue Verlust von drcißigtausend Mark mit einer solchen Wuth und Veriweisiuna daß sein abgcmagerter Körper darunter erlag und er lange Zeit das Krankenbett buten mußte. In ver Zeit, wo ^^"^Ebandl^na^ines Frau Wiestt erzählte, befand er sich noch in dem Hütel in Behandlung eines Im Voraus vertrauen wir dem Leser, daß der getauschte Wucherer, sobald er wieder etwas zu Kräften gekommen, dm Gasthof „Zum goldenen Stern verließ, sich eine Privatwohnung miethete, und sich verschwor, temals wieder eine Sängerin mit Champagner zu traktiren, noch sich von einem listigen Gauner - SÄÄrsÄi" «*i **.**,-* eine andere an Fräulein Florini und Tante Dunst hatten schon wenige Tage, nachdem sie »on Clara bei ihrem nächtlichen Zusammensein mit Wiesel über- rascht worden, das Hotel verlassen und sich 'n einem anderen Gasthofe e.nquar- tilt wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Leben in gleich ehroarer Weise fort'führten und nur alten, ehrwürdigen Theaterfreunden Zutritt zu sich gestatteten. Sie sehen, beste Freundin," sagte Clara, „daß es eine Gerechtigkeit des Himmels gicbt, der Niemand, auch der schlauste Bösewicht, nur selten entrinnen wird Um ru strafen und zu belohnen, wählt sich Gott ost die unscheinbarsten Werkzeuge um' Beispiel, wie ich ein- bin. O, ich fühle mein Herz von heißer Dankbarkeit gegen ferne Güte ausschwelleu, wenn '» bedenke, was '»ir in wem- gen Monaten Alles gelungen ist. Mir wurde das Gluck zu Theil, einen brav n jungen Mann, der sich aus Verzweiflung dm Tov geben wollte, k m. Wien ju mhalim unv ihm einen Vater zu verschaffen, ver vaS schwere Unrech, auf seinem Gewissen lastete, vurch wahre Reue wieder gutzumachm strebt. l habe' vazu beigetragen, vaß Vie ihrem Vater entflohene 3»d.» ß» Leichtsinne brkehrt und mit dem alten Manne, der sic Ver aufs ch Heimath zurückgereis't fist. Endlich habe ich ^hnen, wur g Hand eine sorgenfreie Existenz verschafft und w"de auch * nichch^M tragen, daß diese nicht wieder gefährdet werde. 2ch s S . H^^el^ksM mich zu rühmen, nein, um Ihnen nur zu beweisen, w g 5 Aewnui meiner Wünsche frön-n soll." (Sortfet}un9 |ol9t.J vem rechten Flecke habe." , Wiesel las jedes Papier aufmerksam, durch. Er konnte _ Richtigkeit derselben einwmven. Einen Blick des todtlichsten Hasi^eS aus be de Frauen schleudernd, öffnete er seine Schatulle, nahm einen mit Gold gefüllten Scutel heraus, öffnete ihn und zählte die verlangten dreitausend Mark in LouiSd'or auf den Tisch. , Da ist das Geld, sagte er. Und nun sind wir fertig mit einander. „Für immer," erwiederte Clara. Jbre Blicke überflogen die Summe rasch. Sie verstand vortrefflich zu rechnen und sah, daß Nichts daran fehlte. Sie wandte sich zu der Wittwe: . „ „Nehmen Sie, würdige Frau, das Geschenk dieses edlen Herrnin En- pfang, das er Ihnen aus Liebe zu seinem verstorbenen Bruder gewahrt-> O, es geht doch Nichts über brüderliche Liede! Sie dauert ost bis übers ^'^Fmu Wiesel strich Vas Geld ein. Ihre Angst hatte sich in ein freudiges Gefühl verwandelt; denn sie war nun aller Sorge für die nächste Zukunft enthoben. Ihre Augen füllten sich mit Freudenthränen. Gegen Clara s Willen dankte sie ihrem Schwager im Namen ihrer Kinder. Der Wucherer aber schnaubte sic an: * , Sparen Sie Ihre Worte, Frau. Den besten Dank erweisen Sie dadurch, wenn Sie mich Ihres Anblicks überheben." Er wandte ihr und Clara den Rücken. Das junge Mädchen zog die Wittwe mit sich fort. „Für's Erste sind Sie geborgen, hebe Freundin, sagte sie. „Das dere wollen wir dem Himmel und der Zukunft überlassen. Er hat Ihnen beigestanden; er wird es auch ferner thun." Verdiente Strafe. Familienfreuden. Ein Besuch aus der Fremde. Schon die nächsten Tage wurde Frau Wiesel mit ihren Enkelkindern n d, mehr im Hütel „Zum goldenen Stern" gesehen. 9 Clara hatte sich für sie um eine kleine, aber freundliche Wohnung in einer Gegend ver Stadt bemüht, wo zu der Zeit die Mietpreise noch nicht zu der enormen Hohe, wie jetzt, gestiegen waren. kleine Zimmer wann f und sauber moblirt worden. Auch hatte sich die Beschützerin dies F nach einer guten Schule für die Kleinen umgeschen, die geistig aufgeweckt und ihrer Enkel. . Sie zeigte Clara sämmtliche Papiere. „Vortrefflich," sagte tiefe, „so nehmen wir Ihrem Herrn Schwager jeven Vorwanv, sich auf'S Neue gegen Ihre gerechte Forverung zu strauben. *rilf Ubr traten Clara unv vte Amerikanerin bei Die Geheimnisse einer sungen Mamsell. (Fortsetzung.) , Heute over morgen, wenn Die Frau mir ihre Papiere »erlegt untbe. U,elst "vaß sie wirklich mit meinem Bruver verheirathet war und keine Betrügerin ist, was Venn voch nicht außer ter Möglichkeit läge." — Sie haben Recht, Herr Wiesrl. Es giebt so viel schlechte Menschen in der Welt, daß Vorsicht stet« am Platze ist. Sie sollen die JMiere Ihrer Verwandten prüfen. Sie soll morgen srüh zu Ihnen kommen. Mir aber wer- dm Sie erlauben, als Zeugin bei der Verhandlung gegenwärtig zu sein. „Jn's Teuf- in Gottes Namen. — „Schön, ich tanke Ihnen, großmulhtger Herr Wiesel. Clara verbeugte sich tief, schritt sröhlichm Herzen«, daß sie ihren Plan durchgesetzt, au« dem Zimmer und begab sich unverweilt zu der Wittwe. Glücklicher Weise besaß Frau Wiesel, was ver Herr Schwager verlangte, dm Taufschein ihre« seligen Gatten, ihren Trauschein und die GeburtSzeugmffe Herrn Wiesel ein. „Ihre Papiere, Madame," sagte der Wucherer kurz. — Hier sind Sie, Herr Wiesel." Mit'ritternden Händen überreichte die Wittwe ihm das Verlangte; denn die harte Miene des Mannes, der vor vielen Jahren ihrem Gatten die Liebe des Vaters geraubt, flößte ihr Angst ein. Clara bemerkte ihre Besorgnrß. „Muth/ vergessen Sie nicht, daß ich da bin und Herz und Zunge auf Politische Rundschau. 27. Preußen. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 8. 9. 10. 11 12. jenen Banken Erfahrung an aus reden, wie es mir eine 20jährige die Hand gibt." Berlin, 23. Febr. Die der nationalen I. Ergänzungs-Geschworene: Georg Sack, Metzger, Dr. Anton Rosenberg, HofgerichtS-Advocat, Dr. Ferdinand Reatz, Hofgerichts-Advocat, Georg Nenzel, Maschinenfabrikant, Dr. Adolph Mettenheimer, Apotheker, Evuard Spier, Leinwandhändler, Bernhard Kühne. Restaurateur, Karl Heinrich Schwan, Liqueurhändler, Alexander Meyer, Kurzwaarenhändler, Friedrich Christian Pietsch, Buchdrucker, Friedrich Muller, Speeereihändler, Richard Scheel, Ellenwaarenhändler; sämmllich in Gießen. II. Haupt-Geschworene: 29. Friedrich Maurer, Rentier in Gießen. 30. Seligmann Reiß, Kaufmann in Herbstein. Gießen, 28. Febr Vergangenen Samstag brannte eS m der im Oswald'scheu Garten befindlichen Menagerie. Durch Unvorsichtigkeit beim Pfannkuchenbacken geriet!) daS Fett in Brand. Um die Flamme zu ersticken, schüttete man Wasser in dasselbe, worauf denn dieselbe erst recht in die Höhe schlug, so daß das über dem Coaksofen zum Trocknen bestimmte Stroh gleich eine Flamme war, welche sich durch das Zeltdach Luft machte. Der Kaltblütigkeit der Wärter gelang es indeß, des entfesselten Clementes ohne weiteres Unglück Herr zu werden, so daß, als die Gail'sche Spritze ankam, die Gefahr beseitigt war. Von den Insassen der Menagerie ist keines beschädigt, nur bedurfte es längerer Zeit, um die erschrockenen Thiere zu beruhigen. Möge man sich in Zukunft ein wenig vorsichtiger benehmen. Groß-Gerau, 23. Febr. Der „Köln. 3tg.N wird berichtet: nach einer vierwückeutlichen Pause, der ersten so lange dauernden, hat sich wieder eine sehr rege Thätigkeit eingestellt. Zwar war diese Panse nur an seltenen Tagen ganz frei von Etschütterungeu. Seit dem 18. mehrten sich diese erheblich und fast in jeder Nacht traten leichte Erschütterungen ein, bis gestern Abend, einige Minuten vor halb neun Uhr, durch einen plötzlichen Ruck Fenster, Thüren und Balken klapperten, dem sogleich ein zwei'er schwächerer folgte. Der Herd dieses Stoßes scheint sich unter dem nordöstlichen Theile von Groß-Gerau zu befinden, so daß fast überall in den unteren Stockwerken nur ein vertikaler Ruck beobachtet wurde. Der Stoß wird aber ganz besonders dadurch interessant, daß von stehenden Personen ein deutliches Weichen in die Tiefe und plötzliches Ausstößen des Bodens beobachtet wurde. Den meisten dieser Personen schien dieses Ausstößen eine dem Hinabsinkcn folgende aufwärts gehende Bewegung zu sein. In den höheren Stockwerken wurde zugleich ein Schwanken der Häuser nach der Seite bemerkt. Die gegenwärtige Steigerungsepoche brachte auch wiederum die Gegend von Mainz in den Bereich der Erschütterungen, welche längere Zeit ganz davon verschont geblieben war, indem sich seither das G'schulterungSgebiet mehr nach Darmstadt nnd dem sogenannten Ried, in der Richtung nach Mannheim zu, ausgedehnt batte. Pfungstadt, 22. Febr. Am vergangenen Freitag kam hier ein 29jähriger junger Mann, Messerschmied Löhr, auf eine höchst tragische Weise umS Leben. Es kommt bei den Messerschmieden manchmal im Winter vor, daß die nassen Schleifsteine, in deren Poren sich Feuchtigkeit sammelt, einfrieren. Werden dieselben wieder in Gang gesetzt, so ist die Erwarmung in Folge der raschen Umdrehung — eS werden häufig Pferde zum Drehen des Schleifsteins verwandt, und auch in der Löhr'schen Werkstätte war dies der Fall — eine sehr bedeutende, so daß die Steine öfter springen. Auch bei Löbr ereignete sich dieses am vergangenen Freitag, und zwar spiang von dem 26 Pfund schweren, auf das Rascheste rotiren- den Schleifstein ein 23/4 Pfund schweres Stuck ab, das Löhr mit der gröft.n Heftigkeit ein den Kopf, zunächst dem linken Auge geschleudtrt winde. Löhr war augendl cklich todt. Frankfurt, 25. Febr. Auf dem von Holzhausen'schen Jagdreviere b.i Crb winde bei dem letzten Treiben ein Capi- talkeuler im Gewicht von 230 Psd. geschossen. Partei angehörigen Mitglieder deS Reichstages beschlossen, für die dritte Lesung deS RecktehülfevertrageS mit Baden folgende Resolution vorzuschlagen: Der Reichstag erkennt die nationalen Bestrebungen des badischen Volkes und der badischen Regierung an und betrachtet als Ziel dieses Strebens den möglichst ungesäumten Anschluß an den bestehenden Bund. Bayern. München, 24. Febr. Die hiesige Fortschrittspartei im Verein mit der Mittelpartei wählte mit einer durchschnittlichen Majorität von 60 Stimmen auf'ö Neue die bisherigen 6 Deputirten der Fortschrittspartei, sowie den Staatsanwalt Wülfert. Frankreich. Paris, 24. Febr. Ollivier erklärte im Gesetzgebenden Körper, die Regierung werde bei den Wahlen die strengste Neutralität beobachten. Die Minister seien überzeugt, daß die größten Gefahren für die Negierung erwachsen würden, tuenti dieselbe das frühere Verfahren beibehalten würde. (BeisallSbezeigungen besonders von der Linken. Die Rechte verharrt in Stillschweigen. Die Sitzung wird für einige Augenblicke aufgehoben.) Bei Wiedereröffnung der Sitzung erklärt Pinard, Angesichts der Erklärung OllivierS sei eS unmöglich, das Cabinet zu unterstützen, er schlägt folgende Tagesordnung vor: Die Intervention der Regierung bei den Wahlen ist manchmal eine politische Nothwendigkut. LhierS beschwor hierauf die Kammer, zur einfachen Tagesordnung überzugthen. Ollivier erklärte, das Cabinet acc'ptire einzig und allein die einsache Tagesordnung, worauf Picard und Favre erklärten, die Linke werde für das Ministerium stimmen. Bei der Abstimmung wurde die einfache Tagesordnung mit 188 gegen 56 Stimmen angenommen. (Lebhafte Bewegung.) Paris. Ziemliches Aufsehen erregte kürzlich der Umstand, daß ein Ball in den Tuilerien noch in letzter Stunde obbestellt wurde. Ein englisches Blatt berichtet nun, eS sei am Diorqen deS TageS, wo der Ball stattfinden sollte, der Polizei zu Ohren gekommen, daß ein Complott gegen das L b.n des Kaisers Abenvs zum Ausbruch kommen solle. Eine Anzahl von Verschworenen sollte in Livreen sich unter die Bedienten auf dem Caroussellplatzr mischen und auf ein gegebenes Zeicben die leicht entzündbaren Wagen mit brennenden Schutern in Flammen setzen, sowie gleichzeitig Bomben unt r die Pferde werten und dadurch eine entsetzliche Verwirrung Hervorrufen. Dadurch winde man die Massen der Bedienten aus dem Pa aste gelockt haben, um die Ordnung wiederherzustellen unv mittlerweile auch einem Dutzend anderer Verschworenen ermöglicht haben, sich alö Ballgäste einzuschleichen und den Kaffer zu ermorde«. Italien. Rom. Nachrichten von hier melden, daß in den letzten Tagen nun auch ein spanischer Bischof gestorben und der vom Schlag getroffene Bischof von Trient in den letzt.n Zügen liege. Tie Zahl der während deS Concils Gestorbenen hat jetzt schon fünfzehn erreicht, nnv auch die G'sundesten fangen an, daS Klima RomS zu verabscheuen. Im Palast Coidoni, wo viele Prälaten zusammengedrängt wohnten, und wo die Luft am schlccht.sten ist, haben zwölf ihre Koffer gepackt und sind abgereist, wahrscheinlich zur Nimmerwiederk.hr. Spanien. Madrid, 21. Febr. H.ute fand eine friedliche Kundgebung mehrerer tausend Arbeiter statt, welche vom Ackerbauminister Arbeit verlangten. Morgen findet abermals ein Meeting statt. Vermischtes. Gießen, 25. Febr. Die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen vom II. Quartal l. I. werden Montag den 4. April, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestimmten Großherzoglichen Hofgerichtö-RathS Herrn Dr. Müller bezw. des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen HosgerichtS-RathS Herrn Muth eröffnet werden und es sind demzufolge in der heute ftattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts dieser Provinz die Haupt- und ErgänzungS-Geschworneu in folgender Ordnung ausgeloost worden. 11. 12. 13. 14. 1. 2. 3. 4. 5. 6. Georg Schul, Leinwandfabrik.int in Schlitz 28. Heinrich Stöpler II., Fabrikant in Lauterbach. 1. 2. 3. 4. 17. Philipp Scheuermann, Landwirth in Echzell. 18. Dr. Hermann Hoffmann, Professor in Gießen. 19. Heinrich Müller, Landwirth in Weid-MooS. 20. Jacob Pflanz, Landwirth in Unter-Wegfurth. 21. Friedrich Möller II., Müller in-AngerSbach. 22. Wilhelm Seibold II., Bürgermeister in Vilbel. 23. Heinrich Simon, Landwirth in Fleschenbach. 24. Johannes Alt, Geldwechsler in Lauterbach. 25. Johannes Jöckel V., Schildwirth in Grünberg. 26. Heinrich Conrad Schaubach, Oeconom in Nieder-Florstadt- 8. Johannes Oehl, Mehlhändler in Grünberg. 9. Franz Voit, Fabrikant daselbst. 10. I --- - - “ 25. Februar. Don Carlos wurde auf dem Wege nach Spanien in Lyon, wo er mit dem aus Rom kommenden Herzog von Modena eine Begegnung gehabt hat, ange- halten und aufgefordert, sich nach dem Departement du Nord zu begeben; er zog es jedoch vor, nach der Schweiz abzureisen. Die Gerüchte, die spanische Regierung beabsichtige einen Staatsstreich und Proclamirung des' Herzogs von Montpensier zum König, erklärt „Gaulois" nach Privatinformationen für unwahr. , 26. Februar. Die bei dem gestrigen Schluß des sächsischen Landtages erfolgte Thronrede erkennt das befriedigende Resultat der Verhandlungen an, dankt dem Landtage für seine entgegenkommende Haltung bei der Ordnung des Staatshaushalts, namentlich bezüglich des Baues des neuen Hoftheaters, und sagt weiter: Daß auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der inneren Verwaltung Umfassenderes nicht geleistet werden konnte, lag in den Zeitverhältnissen und bekannten Gründen. Die Thronrede zählt die erledigten Gesetze auf, verheißt für die nächste Session eine umfassende Reform des Systems der direkten Steuern, ferner Vorlagen in Betreff der Organisation der Verwaltungsbehörden, des Gemeindewesens und einer Reform der Volksschulen, und schließt: Möge denn der alte sächsische Geist der Besonnenheit und der Treue für das engere wie für daS weitere Vaterland, der auch auf diesem Landtage sich nicht unbezeugt gelassen hat, auch ferner mit Gottes Hülse über Volk und Regierung, sowie namentlich über unsere Verhandlungen, walten. Dem „Corr. v. u. f. Deutschl." wird aus Wien geschrieben: Diplomatische Sondirungen, die in Paris von preußischer Seite erfolgt sind, lassen keinen Zwei» fel darüber zu, daß man sich in Berlin in Betreff NordschleswigS gerne zu einer entgegenkommenderen Haltung herbeiluffcn möchte, wenn in Paris in Be> treff der süddeutschen Angelegenheiten das Gleiche geschähe. In den Tuilcrien hat man aber das Augenmerk gerade darauf gerichtet, daß Preußen nicht auf die eine oder andere Weise eine Erweiterung seiner Machtsphäre in dieser Richtung sich ver- schaffe. Wie der „Karlsr. Ztg." ossiciös aus Wien geschrieben wird, sollen aus den Donaufürstcnthümern sehr ernste Nachrichten eingegangen sein, die Existenz einer weitverzweigten und unmittelbar gegen die Herrschaft des Fürsten Karl gerichteten Conspiration soll constatirt und von Seiten einer dem Fürsten näher stehenden Macht bereits die Frage zur Erörterung gestellt sein, ob nicht der Fall als eingetreten zu erachten in welchem, „wenn die innere Ruhe in den Fürstenthümcrn bedroht oder gestört erscheint, die Pforte sich mit den übrigen Mächten des Pariser 'Vertrages bezüglich ter zur Ausrechthaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung zu ergreifenden Maßregeln in's Einvernehmen zu setzen" habe. Die Russischen Blatter berichten noch immer von politischen Verhaftungen, welche in verschiedenen Gegenden des weiten russischen Reiches vorgenommen werden und hauptsächlich durch Geständnisse der in Untersuchung befindlichen und streng inquirirten Mitglieder der nihilistischen Verschwörung veranlaßt sind. Wie die „Mosk. Ztg." meldet, haben bereits 60 in- haftirte Verschworene umfassende Geständnisse abgelegt, die über den Ursprung, Umfang und Zweck der Verschwörung genügenden Aufschluß geben sollen. In Folge dieser Geständnisse sind neuerdings auch unter den Studenten in Kasan zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. — Erwähnung verdient eine Mit- theilung, die dem „Golos" aus Bulgarien gemacht wird und die einen Beweis dafür liefert, daß die revolutionäre Propaganda unter den Slaven der Türkei noch immer mit regem Elfer betrieben wird. Nach dieser Mittheilung ist der bulgarische Bandenchef Chadzi - Dimitry, der sich, um der Verfolgung der türkischen Behörden zu entgehen, auf rumänischen Boden geflüchtet halte und Ende vorigen Jahrs in Bukarest verhaftet wurde, aus dem Gefängwß entflohen und befindet sich mit 30 — 40 Gefährten im Balkangebirge, wohin er seine Landeleute zum Kampfe gegen die Feinde ruft. Auch den dalmatinischen Aufstand halten die ultrarussischen Parteiorgane noch keineswegs unterdrückt; sie sprechen vielmehr auf Grund her aus jenen Gegenden ihnen zugegangenen Nachrichten die Ueberzeugung aus, daß die aufständischen Bocchesen, oder wie sie von ihnen genannt werden, Morlacken, nachdem sie über Winter neue Kräfte ge» sammelt, sich zum Frühjahr wieder erheben und neue kampfbegierige Schaaren gegen Oesterreich in's Feld werden. Auch rechnen die genannten Partei- Konrad Kromm VI., Metzger in Schotten. Heinrich SuppeS, Landwirth in Maar. Wilhelm Ros, Branntweinhändler in Lauterbach. Karl Jughardt, Zeugfabrikant in Gießen. 5. Johann Wilhelm Kurz, Kaufmann daselbst. 6. Conrad Dietz II., Bürgermeister in Heisters. 7. Johannes Hofmann III., Landwirth und Müller in Altenschlirf, Johannes Schrimpf I., Landwirth in Schlechtenwegen. Heinrich Diefenbach XL, Landwirth in Berstadt. Christian Suber L, Bäcker und Oeconom in Gießen. Albert Kraatz, Commissionär daselbst. Georg Stark II., Landwirth in Harbach. 15. Philipp Zinßcr, Färber in Grün berg. 16. Louis Kloch, Pachter in Bilklar. Organe darauf, daß diese Vorkämpfer der Slavischen i Freiheit Seitens der Bosniaken unv Montenegriner > nachhaltige Unterstützung finden werden. > 27. Februar. t Die vorgestrige Verhandlung im Norddeutschen > Reichstag über den Antrag Laskers, der die Aufnahme Badens in den Norddeutschen Bund forderte, ? hat kein unmittelbares Resultat gegeben. Der An- ! trag wurde vor der Abstimmung zurückgezogen. > Nach den Bemerkungen des Abg. Miquel, daß die / ^Erklärungen deS Herrn Bundeskanzlers dahin gingen, er wolle Süddeutschland ganz oder gar nicht, seine Absicht habe keinen anderen Sinn, als die deutsche ' Frage ad Graecas Calendas zu vertagen; diese Absichten entsprachen in keiner Weise der durch die Geschichte vorgezeichneten Politik Preußens; gerade die । Feinde der nationalen Einigung waren es bisher, die von einem stückweisen Vorwärtsgehen nichts wissen wollten; die Hohenzollern'sche Politik dagegen ergriff die Gelegenheit, wo sie sie fand, die Einigung so weit die Verhältnisse es eben erlaubten, durchzuführen, sie war es, die die provisorische Maingrenze schuf und die jetzt durch die Erklärungen des Bundeskanzlers im Stiche gelassen wird, erklärte Graf Bismarck weiter: „Ich habe es von Anfang an für bedenklich gehalten, das ich es mir gefallen lassen sollte, über Fragen der auswärtigen Politik in dieser Weise öffentlich interpellirt zu werden, daß ich dem Mißbrauch Vorschub leisten sollte, daß ohne einen äußeren Grund bei einer beliebigen Gelegenheit, wie sie hier der Iurisdictionsvertrag geboten, die große Frage nicht allein der deutschen, sondern der europäischen Politik zum Gegenstand der öffentlichen Discussion gemacht wird. Ich kann das ja n'cht hindern. Aber daß dabei der Leiter der auswärtigen Politik gegenwärtig sein soll, daß von ihm verlangt wird, er solle sich in gleicher Weise auS- sprechen, ist ein unberechtigtes Ansinnen," und schloß: „Verstehen Sie die Sache besser als ich, dann müssen Sie Bundeskanzler werden, denn die öffentliche Politik Deutschlands muß von diesem Platze aus geleitet werden; ich aber will dann über die Politik von Gr nun Abscklui bei Rechnuni W' nackenden '21 Messe M 1. Quart Das va wW di zu haltet Sii Are statt, un Am Ai Der den Bere sowie bei 3nt welche bi wiedelho Eie ^gesetzt. l. Bei bi die Ai 12.27 ft * fe A den ft*?* SfrX verirr A ’S bl; ft** PteriN-n mit