P mal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS. - Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. III ! Entführung" von nmi, Walzer von Potpourri (auf Lernst. MuMM (11937) irtage, W tief, güt M bflP'to111, anaefon^'& a' n 1 .naekonnnen- ' "5 v-°h>bK« ■annentW11^ ciude ot Md nBU"te 6«1 »““."n ;':"Sn*c * " b-"b°i tunen und 8U y Mnzeige- und Mmtsötatt für den Kreis Kießen. Nr. 133. Donnerstag den 30. Dccembcr 186». Einladung MM Abunnenient. Mit dem 1 .--Januar 1870 beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den Gießener Anzeiger. Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei iifß Hans geliefert. — Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Poft oder den Landpostboten abvnniren können, beträgt der ^jährige Abovmmcntsvrcis 4Ü9 Kreuzer incl. Poftaufscklags. W Die auswärtigen Abonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß nur dann vollzählige Nummern des Blattes geliefert werden können, wenn fie schon jetzt bei der Post ihr Abonnement erneuern. Den Llbonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im l. Quartal 1870 zusenden und den Abonnenieutbetrag wie seither durch Quittung erheben lassen. Die Expedition des Gießener Anzeigers. Amtliche BekenntM«chungen. """™~~Gießen, am 22. Dccember 1869. Betreffend: Das Einsperren der Tauben während der Saatzeit. Das O r i) i) I) c m o ij I i d) c Kl eisamt diesen an die (ßrn|)l)er?o^Ud)eu WLgermisiereim des Kreises. Der Art. 79 des Feldstrafqesetzes enthalt bekanntlich eine Bestimmung über das Einsperren der Tauben zur Zeit der Saat unb der Reife der Hülsen- ftuchte und des Repses. Neuerdings ist die Frage, ob die Taube in den Feldern schade oder nutze, wieder ailgeregt worden fvergl. die Abhandlung : „Einige Winke zur Bekämpfung der Unkräuter/' abgedruckt in der Zeitschrift für die landwirthschaftlicheu Vereine). In Folge einer Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern fordern wir Sie' auf, sich über diese Frage nach Auhöreu des Gemeinderaths und einzelner intelligenter Landwirthe gutachtlich zu äußern. In Verhinderung des Kreiöraths: Gros, Kreisaffeffor. Ausstellung doti selbstverfertigten 'Arbeiten der Handwerker und Fabrikarbeiter. Am Frühjahr 1870 soll in Darmstadt eine Ausstellung selbstverfertigter Arbeiten von Handwerkern und Fabrikarbeitern, abgehalten werden, für welche alle Erreuanisse der Klein-Gewerbe, der Fabrik-Industrie, der Kuustgewerbe, sowie laudwirthschaftliche Maschinen und Gerathe zugelasseil werden, wenn solche in einer inländischen Werkstätte angefertigt worden sind und von den Verfertigern, unter Angabe ihres Namens, ausgestellt werden wollen. Es können sich bei der Ausstellung Fabrikanten, Meister, Gesellen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge betheiligen und ist nur bei jedem Ausstellungsgegenstand anzugebeu, ob der Aussteller den Gegenstand allein selbst verfertigt hat, oder welche Theile von ihm und welche Theile von Anderen verfertigt wurden. Der Termin für die Anmeldung begann mit dem 1. December und läuft mit dem 15. Fevruar 1870 ab. Die auszustellenden Gegenstände müssen bis rum 15. Avril 1870 fertig und zur Absendung nach Darmstadt bereit sein. Die Transportkosten überstimmt der GroßherzUche Gewcrbverem. Ueberall können sich Local-Eomitös von Gewerblreibenden und Arbeitern bilden, welche die Ausstellungsaugelegenheiten in ihren Kreisen betreiben und mit der Groszherzoalichen Centralstelle für die Gewerbe und den Laudesgewerbverein dieserhalb in Verbindung treten. . . Qr f Alles Weitere besagt das Programm für diese Ausstellung, sowie eine gedruckte Erläuterung des Ausstettungsplans. Beide Drucksachen, sowie Anmel- dungsformularien, können sowohl von uns als wie von den Vorständen der Localgewerbvereine und den Local-Comitös der Arbeiter kostenfrei bezogen werden. Wir laden zu zahlreicher Betheiligung an dieser Ausstellung, welche geeignet sein wird-. ein ^ersichtliches Bild über den Stand der Gewerbe und die Einzelleistungeli der Arbeiter im Großherzogthum zu liefern, ergebenss ein. Darmstadt, den 20. December 1869. . , . . . .. . . , . Großherzoglicbe Centralstetle für dre Gewerbe unb den Laudesgewerbverern. Schleierm ach er.Fink. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über die Portofreiheiten im Gebiete des Norddeutschen Bundes. Das e r o ß I) r t ) u fl l i d) r L a n 6 @ c r i d) t an Gießen, am 28. December 1869. Gießen 1) Donnerstag den 30. December, zeigung der Besondere Bekanntmsichungcrr. 11948) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leib- kasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehend e Ter mine festgesetzt, und zwar: 2) Freitag „ 31. ’ je Interessenten werden daher ansgefov- rvit, oie Zahlung an diesen Lagen in (vmpfüiiß zu nehmen und hierzu durch Bor- die Gwßherp'glichen Brtsgrrichte des Dkprks. Durck das Gesetz des Norddeutschen Bundes vom 5. Juni 1869, bett, die Portofrcihcitcn im Gebiete des Norddeutschen Lundes, ist die settherige portofreie Beförderung der dienstlichen Sendungen mittelst der Post beseitigt worden und vom 1. Januar an auch von diesen Sendungen Porto zu entrichten Die in dieser Beziehung getroffenen Ausführungsbestimmungen haben wir Ihnen unter Couvert zngehen lassen und bleibt es Ihnen auhcnn gestellt, ob Sie »ach dem Systeme der Contirnnq - Seite 3 n 4 der Ansfnhrnngsbestnn.n.mgen - verfahren, oder von dm Dtenstfttm,arten ,n der Sdeye Gebrauch machen wollen, ivic solches auf Seite 4 der Ausführungsbestimmungen vorgeschncbcn ist. Ebenso bleibt Ahnen bei unfranknt eingehenden «cudnugen überlassen ob Sie von der Contirnnq Gebranch machen wotl.en>^der nicht. , . ... Aufmerksam machen wir Sie dabei noch, daß sich die getroffenen Bestimmungen nur ans die Postsendungeu, beziehen, welche re,ne t 'enstl 'chen betreffen, und daß Sie demnach alle Postsendungen, welche Privatpersviien betreffen, vom 1. Januar 1870 zu frankiren und das dafür be,ablte Peitc von den zahlinigspflichtigen Personen zu erheben haben. ( ‘ e r- .mmnniiji. „ r-.-—-j.auini .rnt--_____— 81111 (cidj wird bemerkt, dah die auf beni Die Herren Bürgel meister werben ei sucht, Donnerstag fallenden Zahltage für dieldieses in ihren Gemeinden ans ortsübliche Interessenten der Stadt Giesse», dagegensWeise bekannt machen zu lassen. die auf Dienstag,. Mittwoch Samün •Gi- ssen, am 23. November 1869. fallenden Zahltage für die Auswärtigen 'ne - i Der Rechner der Spar- und Leihkasse: chuldscheine sid) zu legitimiren jstimmt sind. | Kehr. E. Eichenberg in Gießen. Forster Traminer Brauneberger, Ifl- - RüdeSheimer, W- Mosler. 12 Geisenh Katzloch 1 - I. A. Busch Sohne. Feilgebotenes. 11957) Mit heutigem Tage habe ich Hierselbst eine 11999) Die Materialwaaren - Handlung von Emil Fischbach, Seltersweg, Mäusburg. (11991) Krau sch, Posthalter. Wachenheimer, Deidesheimer, Laubenheimer, kaufen. Gießen. 1) 2) 3) Arrae und Rum, sowie Arrac- und Rum- und Paqueten, 11963) 1500 Stück veredelte Birnstämmchen und 100 Stück Pflaumenbäumchen sind im Körner'schen Garten zu haben. M ü h l e n - V e r k a u f. 11971) Die bei Grotzen-Buseck gelegene Weißmühle mit zwei Mahlgängen, einem Schlaggang nebst Mühlgeräthen, sehr gut eingerichtet, — 10 Minuten von der hiesigen Bahnstation entfernt, — soll wegen eingetretenen Concurses Montag den 3. Januar k. I-, Mittags um 12 Uhr, in der Mühle selbst unter günstigen Bedingungen öffentlich versteigert werden. Sämmtliche sehr geräumige Mühl-, Wohn- und Oeconomie-Gebäude sind in sehr gutem Zustande, und es kann in den großen Räumen auch ein sonstiges industrielles Geschäft mit dem besten Erfolge betrieben werden. Außerdem gehören zu der Mühle noch 6331 Klftr. Ackerland, Wiesen und Gärten in bester Lage, welche, falls man darauf reflee- tiren sollte, nur zum Theil oder auch ganz für sich versteigert werden können. Nähere Auskunft ertheilt jederzeit der Unterzeichnete. Großen-Buseck, am 29. November 1869. Der Massecurator: Balthasar Stephan I. len und städtischen Gebäuden, das Anfahren und Kleinmachen des Holzes für die Stadt, die im Taglohn zu besorgenden Fuhren und Handarbeiten Als Agent der Zeche „Königin Elisabeth" bei Essen, die anerkannt eine vorzügliche Kohle liefert, bin ich in der Lage, eine gute stückreiche Waare zum billigsten Preise abgeben zu können, die ich in ganzen Waggon?, wie auch in einzelnen Centnern zur Abnahme bestens empßehle. Bei Aufträgen von mindestens 20 Centnern wird die Kohle auf Verlangen an's Haus geliefert. Gießen, den 20. December 1869. Das Lager befindet sich auf dem Bahnhofe. E. Bergmann, Seltersweg C- 82. eigener Fabrikation, weßhalb für Reinheit garantire, ferner alle Sorten grünen und schwarzen Thee, Ceylon-Zimmet u. Vanille billigst bei Ernst Hermes, Materialist, Versteigerungen. Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 11959) Ich habe den Bernhard'schen Alpenkräuter-Liqueur von Wallrad Ottmar Bernhard in München, über dessen Reellität die Herren Professoren Dr. Buchner Kayser, Wittst ein in München keinen Zweifel lassen, in Verkauf genommen. Derselbe ist von namhaften Aerzten Bayerns als „werthvolles Hausmittel" gegen Verdauungsstörungen, namentlich Appetitlosigkeit, Magen katarrh, Hämorrhoiden, Schlaflosigkeit, nervöses Kopfweh, bewährt erfunden, und per Originalflasche sammt Gebrauchsanweisung ä 36 fv. ächt zu beziehen durch Ernst Hermes, in Gießen. Erläuternde Brochüre des Dr. med. Kranz in München auf geehrtes Verlangen gratis und franco. empfiehlt Batavia-Arrac, Arrac-Pnnsch-Essenz, Cognac, Malaga, Creme de Vanille, Carnfao d’Hollande 18 fr. 24 „ 30 „ 48 „ 48 „ Zum Verkaufe ist beauftragt (11995) pr. Orig.- / Flasche. pr. Orlg.- Flasche. Arrac de Goa, Arrac-Punsch-Essenz, Rum de Jamaica, Cognac, Rum-Punsch-Essenz, * Rum Grog- „ Vanille-Punsch-, Pferde - Verkauf. 11954) Wegen Eröffnung der Oberhessischen Eisenbahnen stehen bei Unterzeichnetem 10 bis 12 gute Zugpferde billig zu ver- 11988) Nachfolgende, für das Jahr 1870 nöthige Arbeiten, nämlich: *' das Reinigen der Oefen in den Schu- 11950) Oefen und Kochherde zu Steinkohlen- u. Holzbrand, Steinkohlenkaften, FeuerungSgeräthschaften, Kochgeschirre aller Art, von Gußeisen, roh und emaillirt, verzinntes sog. Gesundheitsgcschirr, Petroleum-Kochapparate, Steinkohlen und Braunkohlen empfiehlt I. G. D. Bapst. Preisen. Weisie Weine 12007) Eine sechspferdige Dampfmaschine sammt Kessel und vollständiger Ar- ,matur wird billig abgegeben. Näheres durch C- Geilfus auf der Aurorahütte I bet Gladenbach. Punsch-Essenz; Chocolade, i -n v , Gesuudheits- ' - 'v* Gewürz-, Vanille- Cafe Ebel. 11968) Meinen Weinverkauf über die Straße bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung und offerire nachstehende Weine zu den beigesetzten Patent Futter- & Häcksel-Schneid-Maschinen, ganz von Eisen und Stahl, für Wirthschaften von 6—60 Stück Rindvieh und Pferde. Kleinere mit zweierlei, größere mit fünf verschiedenen Schnittlängen ohne Auswechslung der Räder. — Die größte Maschine für Handbetrieb hat einen Einlegeraum von 12 Zoll breit und 7 Zoll hoch, Schwungrad von 4 Fuß Durchmesser 112 Pfund Gewicht. Ein Mann schneidet per Stunde 20 Garben Stroh. Preise sind: 40. - 55. 60 und 80 Gulden franco Bahnfracht. Garantie 3 Jahre. — Probezeit 14 Tage. Man wende sich schriftlich an . jfloritZ Weil junior m Frankfurt a. M. Oeffentliche Aufforderung. 11987) Nachdem die Wittwe des zu Gießen verstorbenen Hofkappenmachers Heinrich Franck von Friedberg mit der Mehrheit der an dessen Nachlaß, beziehungsweise an ihr eigenes Vermögen, Forderungsberechtlgten, soweit wie dem Gerichte bekannt, behufs Abwendung des förmlichen Concursverfah- rens einen Stundungsvertrag abgeschlossen, demzufolge sämmtliche angemeldeten Forderungen in zwölf unverzinslichen Jahreszielen getilgt werden sollen, werden die unbekannten Gläubiger beider Massen hiermit aufgefordert, binnen 4 Wochen, von heute an gerechnet, unter specieller Angabe ihrer Forderungen etwaige Einwendungen gegen fragliches Uebereinkommen bei Mei- dung Ausschlusses vorrubringen Gleichzeitig erhält der unbekannt wo? abwesende Sohn erster Ehe des verstorbenen Hofkappenmachers Heinr. Franck, Namens Georg Franck, hiermit die Aufforderung, binnen drei Monaten, von heute an gerechnet, bei unterzeichnetem Gericht sich über Antritt der Erbschaft seines Vaters zu erklären, widrigenfalls angenommen werde, er schlage dieselbe aus. Gießen, den 15. December 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stammler, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 11958) Wasch- und Ringmaschinen, zwei verschiedene Constructionen, Wasch- Mangen, in jedem Zimmer sehr leicht zu handhaben und sehr gute Arbeit liefernd, Häckselschneidmaschinen, anerkannt die besten, die jetzt cxistiren, für deren Güte ich garantire, Rübenschneider von 14 fl. an bis zu 60 fl., Oelkuchenbrecher, Grünmalzquetsche und Schrotmühlen für Bierbrauer, empfehle ich zur geneigten Abnahme. Gg. Renzel. Jamaica-Rum, Rum-Punsch Essenz, Kirschwasser, Madeira, Creme de Mentlte, Anisette de Bordeaux. 11994) Vom 30. d. Mts. ab werden die zur Entrichtung der Wechsel-Stempelsteuer (§. 13 des Gesetzes vom 10. Juni d. I.) erforderlichen Bundes-Stempelmarken und gestempelten Wcchsel-Blankets zum Werthe von 1, V 2 und 3 Groschen bei sämmtlichen Post-Anstalten in der Provinz Oberhessen und Castel, außerdem bei dem Post-Amte in Gießen auch Wechsel-Stempelmarken und Wechsel-Blankets zum Werthe von 4Vr, 6, 71/2, 9, 12, 15 und 30 Groschen und bei der Post-Expedition in Lich Wechsel-Blankets zum Werthe von 4Vz, 6 u. 7Vr Groschen, zum Verkaufe bereit gehalten. Darmstadt, den 27. December 1869. Der Bundes-Ober-Post-Director: Vahl. Tokayer, „ Oberungar, süßen, Bordeaux, sowie verschiedene Sorten ächte französische und holländische Liqueure Portwein- * » • r ,, in 1/1 und 1/2 Flaschen in bekannter Gute empfehlen Oeffentliche Aufforderung. 11972) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Konrad Müller IX von Lang-Göns den förmlichen Concurs erkannt hat, sind Forderungen und Ansprüche jeder Art an das erwähnte Vermögen Montag den 31. Januar 1870, Vormittags 10 Uhr, bei Meidung Ausschlusses von der Masse dahier anzumelden und nebst etwaigen (andernfalls nicht zu berücksichtigenden) Vorzugsrechten zu begründen. Im Termine soll zugleich Vergleich versucht und über Versilberung der Masse, Bestellung eines Massecurators und Gläubigerausschusses 2c., sowie geeignetenfalls auch über Liquidität und Priorität der Forderungen, Beschluß gefaßt werden und wird von den nicht erscheinenden oder doch nicht gehörig vertretenen Gläubigern Beitritt zu den Beschlüssen der Mehrheit unterstellt. Gießen, den 11. November 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Scriba, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Die Erhebung der Steuern für 1870. 11998) Den hiesigen Steuerpflichtigen die Nachricht, daß die Erhebung der Steuern für das nächste Jahr mit dem 5. Januar 1870 beginnt und daß die Gewerbspatente bei dieser Gelegenheit eingelöst werden müssen. Gießen, den 28. December 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Universal - Magen - Liqueur von Franz von Metternich in Mainz, ein unentbehrliches Hausmittel (nicht zu verwechseln mit gewöhnlichem sog. Magenbitter.) 11993) Erfahrungsgemäß das einfachste und sicherste Mittel gegen vielfache, selbst hartnäckige Magenleiden, Blähungsbeschwerden und Nervenschwäche, besitzt einen feinen aromatischen Wohlgeschmack, stärkt den Magen und die Verdauungs-Organe, belebt den Appetit und bewährt überhaupt seine Wirksamkeit in vielen Fällen, wo es erforderlich ist, die gestörten Funktionen des Magens und des Unterleibes wieder herzustellen. Dieser Liqueur ist zu haben bei den Herren: Ed. Lind, Hofconditor in Gießen, Ph. Dan. Kümmich in Friedberg. 12009) Täglich frische Milch bei Georg Jughardt, Markt. 12006) Knallbomben und Knallerbsen sind zu haben bei F. Appel Wittwe, ______Neustadt (Höpfner's Conditorei). Für Metzger in Stadt und Land. 11979) Alle Sorten trockene und gesalzene Därmen, sehr billig, besonders Hammelscheide, sind zu verkaufen. Näheres im Gasthaus zum Schwanen in Gießen. 11977) Ein gut erhaltenes Schlittengeläute ist zu verkaufen Neustadt Lit. D. Nr. 201. _____________________________ 11990) Neue holländische, sehr fein schmeckende Fett-Häringe, zum Mari- nircn vortrefflich, a 1 kr. pr. Stück, empfiehlt___________Carl Sony. 11980) Rübenschneider, vor- und rückwärts schneidend, empfehlen den Herren Landwirthen zur Abnahme _______________________Flick /2o/o verzinst und auf Verlangen ganz oder stückweise zurückbezahlt werden. Die Anstalt gibt Darlehen zu 5% Zinsen gegen Verpfändung von Liegenschaften in doppeltem Werthe; sie beleiht gegen gleiche Verzinsung solide, börsengängige Werthpapiere mit 2/3 deren Curses, und nimmt auch stückweise Rückzahlungen in Tilgungs- ii975) Frankfurter Lebens - Versicherungs - Gesellschaft. Grund-Kapital: fl 3,000,000. — fr. Reserven: y 2,021,146. 20 v Lebens-, Leibrenten-, AlterSversorgunas- und Aussiteuer-Versicherungen, mit und ohne Gewinn - Betheiligung der auf Lebenszeit Versicherten, werden zu den billigsten Prämien und unter den liberalsten dediNMngeNbabgeschlosfen. I. G. Appel in Gießen. •11951) Ein braves Mädchen für häusliche Arbeiten wird auf sogleich oder auf Weihnachten gesucht. Das Nähere bei der Erped. d. Bltts.__ 11969) Borsten, Schweine- und Pferdehaare werden zu möglichst höchsten Preisen gekauft von , F. E. Winter, Wallthorstraße, in Gießen. f auShaltungS-Kalender, Preis 15 fr. reut Euch dcS Lebens! Tafchen- Liedcrbuch für das deutsche Volk Sammlung der beliebtesten Volks-, Studenten-, Jäger-, Soldaten-, Liebes-, Trinf-, Wander-, Opern- und Gesellschafts-Lieder. 23. Auflage. Preis 27 fr. Beides vorräthig in der Ferber'schen Univ.-Buchhandlung. Zu beziehen durch die Übrigen Buchhandlungen.________(11984) 11949) Der Steinbruch in der Schwarzlach, am sog. Felsen, ist nebst 2 Morgen zugehörigem Feld unter günstigen Bedingungen zu verfaufen. . Louis Petri II. Uational-Vieli-Verhcherungs-Geskllschitft in versichert Pferde, Rindvieh, Schweine und Schafe gegen alle Verluste mcl. Seuchen und Unglücksfälle. Voll-Zahlungen der Schaden. Sofortige Regulirung. Wechsel im Viehstande gestattet ohne Anzeige. Für größere Landwirthe separate Abtheilung. Versicherung ganzer Gemeinden, sowie Rückversicherung bestehender Ortsvereine unter erleichterten Bedingungen. Statuten, Antragsformulare gratis. Auskünfte werden gern ertheilt von allen Spezial-Agenten, sowie von der General-Agentur in Darmstadt: I. Gg. Schroder. An Jedem Orte werden Agenten angestellt! (1197d) Unterrichts-Anzeige. 11913) Den geehrten Damen hierdurch die Anzeige, daß mein schon angezeigter Unterricht im Zuschneiden und Anfertigen von Damenfleidern wegen der herannahenden Feiertage erst Montag den 3. Januar 1870 beginnen wird, und lade ich zur Theilnahme an demselben ergebenst ein. Frau Rothenberger, Lmdenplatz. Cafe Kuhlmann. 12014) Am Sylvesterabend und den 1. und 2. Januar: 12012) Ein Lehrjunge wird gesucht von Schmiedmeister Unverzagt. 11985) Den Finder des am ersten Feiertage verlorenen Kinder - Plüsch ' Pantoffels ersuche ich, solchen an mich abliefern zu wollen, oder sich den andern dazu zu holen. Th. Brucr. Vermiethungen. 11986) Ein gut möblirtcs Zimmer mit Cab inet ist zu vermiethen Lit. A. Nr. 94. 12004) Ein Logis ist zu vermiethen bei _ H. M. Iughardt. 11976) In der Nähe der Eisenbahn ist ein kleines möblirtes Zimmer sogleich zu vermiethen. Näheres hei der Exped. d. -ol. 11983) Ein Logis von 3 Zimmern, wovon zwei nach dem Kirchenplatz, Küche und Zubehör ist sogleich zu vermiethen. W- Ferber, Buchhändler, Kirchenplatz B. 6. 12011) Ein möblirtes freundlich es Zimmer ist zu vermiethen bei Fr. Wilh. Loeber, Erlengasse. 11964) Ein Familienlogis ist sofott zu vermiethen bei Gg. Ehr. Haubach, ___________Kaplansgasie. 11982) Im Brühl'schen Hause am Brand ist ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. 11960) Ein großes und ein kleines Familienlogis sind zu vermiethen bet u M. Wetßbacker. 12010) Neue Anlage Lit. C- Nr^28 sind in den ersten Tagen des Monats Marz f. % zwei unmöblirte Zimmer m der dritten Etage zu vermiethen. Näheres im unteren Stock. __________________________ 11956) Meine Mansarden-Wohnnng, bestehend aus 3 freundlichen Zimmern, 3 Cabineten, Küche und Zugehor, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Carl Kaspar, vor dem NeuenwegerThor. 11947) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern mit 1 Cabinet, J£ ”er: mietben. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 11966) Ein unmöblirtes Zimmer, an der Hauptstraße gelegen ist zu vermiethen. Na- heres bei der Exped. d. Blattes.___________ 11953) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen^ Schuhmacher, Kirchenplatz A. 22. 12017) In« großen Saale des Cafe Leib. Am Neujahrstage: großes Miliiar-Honce rt. Prämien-Anleihe der Stadt Venedig 6 Gewinn-Ziehungen im Jahre 1870. 1. Ziehung 10. Januar 1870 1 L 100,000 1 „ 2,000 3 ä 500 „ 1,500 . 10 ä 100 „ 1,000 25 ä 50 „ 1,250 10 ä 30 300 50 L 106,050 II. Ziehung 31. Januar 1870 1 L 25,000 1 „ 1,000 3 ä 250 „ 750 10 a 100 „ 1,000 25 ä 50 „ 1,250 60 ä 30 „ 1,800 HÖÖ“ L ”30,800 III. Ziehung 30. April 1870 | 1 L 100,000 1 „ 2,000 3 ä 400 „ 1,200 10 ä 100 „ 1,000 25 ä 50 „ 1,250 10 ä 30 „ 300 50 L 105,750 IV. Ziehung 30. Juni 1870 1 L 25,000 1 „ 1,000 3 ä 250 „ 750 10 ä 100 „ 1,000 1 25 ä 50 „ 1,250 60 ä 30 „ 1,800 “TÖÖ L 30^800 V. Ziehung 30. Sept. 1870 1 I. 50,000 1 „ 1,500 3 ä 250 „ 1,050 10 ä 100 „ 1.000 25 ä 50 „ 1,250 60 ä 30 „ 1,800 100 ’ L 56,600 VI. Ziehung 30. Nov. 1870. 1 L 100,000 1 „ 2,000 3 ä 500 „ 1,500 10 ä 100 „ 1,000 25 ä 50 „ 1,250 10 ä 30 „ 300 _ 50 L 106,050 Interims-Scheine, worauf Lire 15 innerhalb des 30. Juni 1870 einzuzahlen sind , 11. 5 Rthlr. 27/8. Vollbezahlte Obligationen ä 11. ST Rthlr. 67/s ,)ei allc ^Veclislern des In- und Auslandes. (11967^ ä 1 n । ! Herzliche Bitte für die Kleinkinderfchule. Die Unterzeichneten erlauben sich vor dem Neujahrsfeste allen lieben. Freunden und Mitbürgern wiederum v.orzuschlagen, statt der üblichen Neujahrsgratulationen die Kleinkinderschule mit einer Gabe von 24 fr. bedenken zu wollen. Wir werden diese Gaben dankbar in Empfang nehmen und alsbald im Anzeigeblatt bescheinigen. Gießen, den 26. December 1869. Dr. Geist, Gymnosial-Director- Dr. Göldmann, Provinzial-Direetor. Landmann, Pfarrer. Dr. Seel, Pfarrer. Dr. Simon, Superintendent. Vogt, Bürgermeister. Web er, Hofgerichts-Director. 11356) Die Vaterländische Feuer - Versicherungs - Attien- Gesellschäft ju Elberfeld, gegründet im Jahre 1823, (Garantie-Capital: 3,500,000 si.), übernimmt Versicherungen gegen Feuersgefahr auf Mobilien, Früchte, Vieh rc. zu billigen und festen Prämien. Die unterzeichneten Agenten ertheilen gern nähere Auskunft und nehmen Versicherungen entgegen. Gießen: F. Hoffmann. Firma: Carl Hoffmann. Steinbach: NicolauS, Kreisbote. P o t i t i s ch e R u n d f ch n u. 24. December. Dem Bunde.rathe ist kürzlich vom Bundeskanzler der früher schon angekündigte Gesetzentwurf über Erwerbung und 23e11uft der Bundes- und Staatsangehörigkeit vorgelegt worden. In den Motiven zu diesem Entwürfe wird u. A. gesagt: die BundeS- angehorigkeit in Norddeutschland sei nicht ein unmittelbares und selbstständiges RechtSverhä'ltniß wie in den Der. Staaten von Nordamerika, sondern habe nach der EinrichtungSart der schweizer. Eidgenossenschaft die Staatsangehörigkeit in einem der Bundesstaaten zur Voraussetzung. Deshalb seien auch für die Erwerbung und den Verlust der Dundesange- hörigkeit die Gesetzgebungen der Einzelstaaten maß- gebend. Nun zeige sich aber mehr und mehr das Bedürfnis, an die Stelle der vielen verschiedenen Vorschriften und VerfahrungSweisen für die Aufnahme in den Verband von Einzelstaatcn, wie für die Entlassung aus demselben gemeinsame einheitliche Nor- wen zu setzen. Demgemäß regelt der erwähnte Gesetzentwurf in einheitlicher Weise die Verhältnisse ter Staatsangehörigkeit, wobei er zugleich diese letztere auch ferner als Grundlage und Vorbedingung für die Bundesangehörigkeit festhält. Aus Cattaro, 21. Dec., wird berichtet: In Folge persönlicher Zusammenkunft des .obersten Befehlshabers, Fürsten von Auersperg, mit einer von den Insurgenten abgeschickten Deputation, ist die gänzliche Unterwerfung der Insurgenten und gütliche PacFi- cirung der aufrührerischen Landestheile wahrscheinlich nahe bevorstehend. Eine neue Besprechung zwi- sch.n dem Truppencemmandantcn und den Bevollmächtigten der Insurgenten wird nächsten Sonnabend stattfinden. Die Entmutigung unter den Aufstau- vigcn wird als eine sehr große bezeichnet. Das Manifest des Grasen von Chambord ist von der „Times" mit kühlem Spot: ausgenommen worden. Dieser Prinz, sagt sie, möge es sehr ernstlich meinen, allein er komme zu spät, denn mit den bloßen Traditions-Monarchien sei es vorüber. ^Die Kunst des Regierens werde von Tag zu Tag schwerer, ohne daß die Monarchen von Tag zu Tag klüger und geschickter werden, und die Völker seien nicht mehr gestimmt an den bloßen Zauber alter Namen zu glauben. Europa habe in der neuesten Zeit eUcrt i Wunderbares erhbt; gleichwohl dürfte der Graf v. Chambord seine Rückkehr nach Frankreich zur Befestigung des Thrones feiner Ahnen als das unwahrscheinlichste aller möglichen Ereignisse betrachten. Piästdent Grant's Botschaftsrede beginnt mit den folgenden charakteristischen Stellen: „Indem ich vor Ihnen zum ersten Mal als erster Beamter dieser großen Nation erscheine, geschieht es mit Dankbar- feit gegen den G der alles Guten für die vielen Wohlthatcn, t>:c wir genießen. Wir sind im Inland mit Friceen gesegnet und haben keine verwickelten Bündnisse im Ausland, welche auf Wirren deuten. Mit einem an Fruchtbarkeit unübertroffenen Gebiete, von einem Flächeninhalt, der für den reichlichen Unterhalt von fünfhundert Millionen Menschen aus- reicht und an jeder Art nützlicher Mineralien Uebcr- fluß hat, in e.ner Quantität, welche genügt, um die Welt auf Generationen hin zu versorgen, mit strotzenden Ernten, mit einer Mannichfaltigkeit des Klimas, die zur Erzeugung jeder Gattung ter Reich- thümer der Erde geeignet ist und zu een Gewohnheiten, Neigungen und Bedürfnissen jedes lebenden Wesens paßt, mit einer Bevölkerung von 40 Millionen freier Menschen, die- alle Eine Sprache sprechen; mit Mitteln für jeden Sterblichen, Bsldung zu erwerben; mit Einrichtungen, welche Keinem die Zugänge zum Ruhm oder irgend einen Segen des Glückes, welcher erlangt werden mag, verschließen; mit Freiheit der Kanzel, der Presse und der Schule; mit einem Einkommen, das über die Bedürfnisse der Regierung hinaus in die nationale Schatzkammer fließt, stellt sich jetzt glücklicherweise die Eintracht innerhalb unserer Grenzen r-.sch wieder her. Manufakturen, die bisher in unserem Lande unbekannt w^ren, quellen allenthalben hervor und erzeugen einen Grad nationaler Unabhängigkeit, welchem die keiner anderen Macht gleichkommt. Diese Segnungen und zahllose andere sind Ihrer Obhut und der meinigen behufs sicherer Aufbewahrung während des kurzen Zeitraums unserer Amtsdauer anvertraut. In einer kurzen Zeit müssen wir, ein Jeder von uns, in die Rethen des Volkes, das uns unsere Ehren übertragen hat, zurückkchren und ihm über unsere Amts- Verwaltung Rechenschaft ablegcn. Ich wünsche ernstlich, daß weder Sie noch ich von einer freien und aufgeklärten Wählerschaft noch von unserem Gewissen verdammt werden mögen." 29. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." kommt in ihrer heutigen Nummer auf die angeblich vom Commissär des Eul- tusministeriums angeführten Aeußerungcn des Ministerpräsidenten Grafen Bismarck zu Gunsten der Je- suiten zurück. Das Blatt stellt in Abrede, daß der Ministerpräsident die Niederlassung d'er Jesuiten in Preußen gutgchcißen uccr deren Verhalten gebilligt habe und sagt: Die bezügliche Aeußerung des Mi- n>sterpläsidentcn, welche Durch den Ber'cht des Oberpräsidenten ter Provinz Posen über die Niederlassung der Jesuiten in Schr mm (im Jahre 1867) veranlaßt worden war, beschränkte sich auf die Erwägung l galer Formalitäten und auf die Bemerkung: der Ob-rpräsident habe aneikannt, daß sich die Jesuiten in der Provinz Posen in den Jahren 1863 u. 1864 von politischen Agitationen fern gehalten haben, was im Allgemrinen von tcr katholischen Psarrgeistlichkeit nicht gesagt werden konnte. tDcftcrvcid). Wien, 22 Dec. Heute wurden die Ver- anüaliec der unlänqft stallg« fanden en Arbeite! Versammlungen verhaftet. Der Reich-Kn anzministet v. Becke wurde gestern mtl den Sterbesacrament,« versehen. Rußland. Petersburg, >9. Dec Der Prinz Albrccht von Preußen, welcher zn dem .mbicknmefcst deö GcvrgS SrdcnS Redactian, Trurf und Verlag b>*r Brül;l'fchen Drucker,'^ : i;r > b > Cb? nach St. Petersburg gekommen war, hat an unserem Hose die freundschaftlichste Aufnahme gefunden unb besonders auch vor» Seiten der hohen Aristokratie vielfach Beweise der russischen Gastfreundschaft erhalten. Der Prinz kehrt dieser Tage nach Berlin zurück. — Am Montag den 20. dieses Monats verlaßt der Bruder bir Kaiserin, Prinz Alerander von Hessen, wieder' unsere Hauptstadt. Am 18. hat die bucharische Gesandtschaft die Rückreise in ihre Heimath an getreten. Alle Mitglieder derselben erhielten vom Kaiser reiche Geschenke. (KrlSr. Ztg- 913 a r f db a ii, 17. Dec. In vergangener Woche wurde hier ein ehemaliger Polnischer Major, Slawiarski, verhaftet, der durch wiederholte Reisen nach Krakau und Lemberg bei der Polizei den Verdacht erweckt haben soll, daß er mit den Führern der Galizischen Nationalpartei zu agitatorischem Zwecke in persönlicher Verbindung stehe. Er war eben von einer nach Krakau unternommenen Reise zmückgekehrt, als die Polizei in der darauf folginden Nacht in feine Wohnung «Indiang und dort eine Haussuchung vernahm. Es sollen eine Menge schwer gravirender Briefe und anderer Schriftstücke aufgefunden und in Beschlag genommen worden fein , welche die Verhaftung Stawiarski's und seine Abführung auf die Citadelle zur Folge hatten. (Osts. Ztg.) Belgien. Brüssel, 22. Dec. In der heutigen Sitzung der Repräsentantenkamvier wurde an das Ministerium die Anfrage gerichtet, ob dir Nachricht begründet sei, daß die französische Regierung bei fremden Mächten Entwaffnungsvorschläge gemacht habe. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten erwiedeite, daß die belaische Negierung von derartigen Vorschlägen durchaus keine Kenutniß habe. Vermischtes. Darmstadt. Am Weihnachtsabend wurde ein in der Krauichsteinerstraße w-hnender Schuhmachermeister unerwartet in die tiefste Betrübniß versetzt. Er bereitete für fein vierjähriges Töchterchen die Ebristbescherung vor, während dasselbe sich außerhalb dcS ZnrmcrS aufhielt. Als er das Kind herein- rnfen wollte, vermißte er es. Das Rufen und Suchen der Ellern blieb vergebend, man nach mehreren Stunden seinen Leichnam im Garten in ihrer in den Boden eingegrabenen Regentonne, in die eS kopfüber gefallen war, entdeckte. Lampertheim, 20. Dec. Der hiesige Landwirth Joh. Megerle, früher Pächter des SpitalgutS bei Heßloch, wurde gestern Abend von einem kaum 16 Jahre alten Schreimrlehr- linq, dem er nie e n Leid zugefügt hatte, auf offener Straße erschlagen. Der jugendliche Verbrecher, em Cohn braver Eltern, ist bereits verhaftet und der That geständig. (W. Z.) Eon stanz, 21. Dec. Ein schreckliches Unglück hat sich gestern Nachnrittag gegen 3 Uhr auf dem Untersee ereignet. Das Schweizerdampfbool „Rheinfall", welches um 1 Uhr von hier nach Schaffhausen ab fuhr, wollte gerade die Station Berlingen verlassen, als der Dampfkessel zersprang und das Schiff augenblicklich zu sinken anfing. Du man zum Glück noch nicht weck vom Lande entfernt war, so konnten die meisten Reisenden (etwa 30) noch gerettet werden. Mehrere aber verloren hierbei durch Verletzung oder Ertrinken ihr Leben, und zwar wird die Zahl der Opfer auf 6—8 angegeben, lieber die Ursache dieser Katastrophe ist noch nichts Näheres bekannt, das Schiff befindet sich unter Wasser. lieber die bereits kurz erwähnte Katastrophe von Ilia in Kleinasien schreibt man der „Pr." aus Konstantinopel vom 16. d. M. : Aus Smyrna wird eine herzerschütternde Katastrophe berichtet. Eine ganze. 2600 Einwohner zählende Stadt im Bezirke Menteschen ist durch vulkanische Eruptionen in der Erden , Tiefe versenkt worden. Die Versenkung geschah fojati# mählich, daß die Einwohner Zeugen des majestätisch-tragisl en Schauspiel- von den anliegenden Hohen sein konnten. Drei Erdstösse verkündeten die Katastrophe. Möbel und HauSthiere konnten nicht gerettet werden. Alles, was daö 2«ien von e-ner langen Reibe von (Generationen geschaffen und erworben, hat ein Moment in die Tiefe versenkt. Die Regierung beeilte sich, den Unglücklichen, hart Geprüft« rr mit Zelten, Mehl, K'.eiderw und Geld beizuspringen.