in ber n>,. *!!•*» 5S?* ll,bl9t ^Ijotü-Ly M.000 ""kMCVär ^ntn, h,,.!* i ^Wt. '"' S'«u (Ä “WWB bt ^bllrg nid>t “n?eI,t nhaf. 2V.ani 9- April 'nen üUu Tage bflt; 4 10,Säaaln^Mr.l: i. ibt fl„/b a Imogen 7nle -y-nvov„." _ Z • JJ» gttbrlev Cchreibe«, ( 7*n uns >ch^ °d « kann nicht fehlen, 4 *"? x k. - UntmdtoJ bat etwas Äe! -- •< tandbe bald aeüört, da ;:r “nl ,.d)on am 27. Apnl • c« gt'Urn gefländig, wäh.- '/J; ,n t,r Untersuchung bit b3L.~ 5ag ®etid5t erkannte un 1 130 Thaler Geldbuße -kritung unter Polijeianf, ® dr'asgniß unb 50 Haler --^Wgrzwkig. S/o Mwr ' innd der feines «gmihm- i - iüchtiga TrwähEg rer , dies in mn Name, hu tu hiRftrhntn, dar n lmch rbren den Liierzehnlen u der I ■ der stets sorgfältig gdldtit, ’• ( •: rrnt^nea Mabljeiken M 1: ®i, Wit er wußte, »M ule an, ob man seiner bedürse, -er ncb man einen Lierjehatni a.'.ebnend. ftf entfernte er S4 "■ 1 wo Anabitltn an, fo ttt 1' machte eine grüßende Kopsds Ham« nabm Plaß bei Tisch !, liMt schlich er sich so an; j nb.u beim HerauSgehen ent- can e» manchmal auch zwei j 'ran uit der Bedeutung des ' d Hal Sialldb drese- Amt mit j .'.maß ;> jtlagcn gegeben. An I : c j'i ;wei' oder V.vM gr- tiifln Lonper Theil genom- - ctergmÜt'. er batte a°ge- der Näbe einet W«*- nwt: oder dreiml. om der etil dieser M »J'« ’rt, «ch ,M| n ,7Ä'i. L .1/»*^. fflidf) “nk J „1. Ich>»b""Ä r in ifV^ 4^ (f 1 '„ Kieab'S' L; Preis vierteljährlich 36 ft. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vlerteljäbrlicb 49 fr Ojtßentr Anzeiger. Ärichcmr ivöchenrUch dreu .na! . Dienstags, Donner- stagv und Samstags. — ^'.pedition - lkanzleidert', ?it. B. Nr. ! Anzeige- und Mmtsölatt für den Freis Kießen. Nr. 73. Dienstag Den 29. Juni 1S«9. uem Adonnemenl. tÄ- Dee auswärtigen Abonnenten mache» wir darauf attfmerkfam, daß nur dann vollzählige Nummern des Blattes geliefert werden können, wenn fie schon jetzt bei der Post ihr Abonnement erneuern. Den Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrncktiche ^!bbestel!r,ng erfolgt, das Blatt auch im in. Quartal 1^69 znfenden und den Abvnnementbetrag wie seither durch Quittung er- heben lasten. Die Expedition des Gießener Anzeigers. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den i c ft c n e r Anzeiger. Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei ir.'ß Haus geliefert. - Für auswärtige Abonnente. , welche nur bei der Post oder den Laudpostboten abvmuren können, beträgt der ststährige Sibonnementsvrcis L» Kreurer incl. Postaufschlags. ' 1 Betreffend: G Die Voranschläge der Gemeinden im Kreise Gießen für 1870. r 0 ß h e r 5 v g l i ch e Das K «in r r i 9 d iii t Gießen, am 26. Juni 1869. G ietze 11 die Großhcrzoglichen Bürgermeistereien. Einsendung der Die Stellung der rubricirten Voranschläge bei Ihnen in Erinnerung bringend, beauftragen wir Sie, die desfallsigen Einleitungen- xu treffen und die Voranschläge bis spätestens 30. August b. I. zu vollziehen. Wir bemerken hierbei, daß diesmal die Vermögensverzeichnisse nach,§. 34 der Voranschlags-Instruction wieder zergliedert aufzustellen und die etwa vorgekommenen Ab- und Zugänge rosp. Vercniderungen m der Benutzungswelse zu wahren smd, worüber m dem Berathungs-Protokoll zum Vermögensstande das Geeignete zu erläutern ist Indem wir sodann im Weiteren auf die bestehenden allgemeinen Vorschriften, welche in den §§. 469—497 von Küchler's Handbuch abaedruckt sind, Bezug nehmen und deren genaue Beachtung erwarten, empfehlen wir Ihnen noch, die seither gerügten Anstände möglichst fern zu halten und aus vollständige Begründung der einzelnen Büdaetsanmüe hinzuwlrken. Dr. Goldmann. 0 ' 9 Verft^igekungeu. Die Vergebung von Bauarbeiten bei der Stadt Gießen. 5563) Mittwoch den 7- Juli, des Morgens 9 Uhr, werden auf dem Rathhause dahier folgende Arbeiten an den Wenigstnehmenden versteigert, als: Zimmerarbeit, veranschl. zu 46 fL 54 fr. Maurerarbeit. „ „ 35 „ 56 „ Schreinerarbeit, „ „ 176 „ 55 „ Spenglerarbeit, „ „ 50 „ — „ Weißbinderarbeit, „ „ 40 „ — „ Schlosserarbeit, ,, „ 46 „ 30 „ Die Kostenüberschläge liegen offen Gießen, den 24. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________ Vogt-_____________ Leinwand-Lioftrunst. 5578) Freitag den 2. Juli d. I-, Vormittags 11 Ubr, soll die Lieferung von 300 Ellen 5/4 breiter dunkelblauer Futtcrleinwand auf unserem Büreau, Neuenbäuen Lit- B- Nr. 77, durch Soumission in Accord gegeben werden. — Muster und Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen Gießen, den 27. Juni 1869. Die Bekleidungs-Commission des 2. Infanterie-Regiments. ____________Kreuter, Major.__ 5580) Dienstag den 29. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, sollen in dem Pfandhause dahier 1 Rock, Hosen und Weste, 2 Hemden und 1 Koffer meistbietend versteigert werden. Gießen, den 26. Juni 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann? 5586) Feinstes Trauben - Gcl^e, pr. Pfund 18 fr., vorzügliches Acpfelkraut, pr. Pfund 7 fr-, in Partien und im Faß billiger, bei Carl Hoffmann. 5593) Alten Malaga, direct bezogen, Madeira, Portwein, Bordeaux, To- kcyer, Erlauer, sowie deutsche weiße und rothe BZcine; ferner deutsche, französische und holländische Liqueure in Genever, Double Anisctte de Hollande, Parfait d'amour; Cr«me de Citron, „ „ Mocca, „ » Nofe, „ „ Thee, „ „ Vanille, (in halben und ganzen Flaschen); Düsseldorfer Maitvein-, Eardinal- und Bischof-Effenze, in feinster Qualität, empfehlen I. A- Busch Söhne. 5598) Erinolinen und Corsetten, letztere von 54 fr. an, mit Mechanik, bei __.__________I- H- Fuh r. 5583) Eine frischmelkende Ziege ist zu verkaufen bei L. Appel, Flügelsgasse. 5591) Abgekochter westphälischer Schinken täglich bei I. A. Busch Söhne. 5556) Zwei weiße chinesische Tauben mit Korb sind zu verkaufen bei Heinr. Becker, Neue Anlage. 5544) Eine große Auswahl von Zwirn- Zöpfen, sowie Seiden-, Tüll- und Haar- Netzen, empfiehlt Gg. Petri, am Neuenweg. 5592) Neue Matjes-Häringe bei I. A. Busch Söhne. 5537) Feinster, saftiger Schweizerkäse bei __Carl L 0 ny. 5561) Mein an der Hardt gelegener Fel- senkeller ist zu verpachten. ____________________L. Busch Wittwe. 5564) Eine Witthschaft in der frequentellcn Vage der Studt Gießen ist zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres bei der Erped. d. Bltts. L'L yC M S»* &*• - - v1* AK Tm? >/- *}*' <$- ’<♦> •' /- vt*. FK». »v- ^»5* 5557) Eine reiche Auswahl der neneheii verfilbcr- W K ten Gegenstände, sowohl für öur-us-, als Haushallungg- D M gebrauch, empfiehlt Julius Noll. G 5566) Zahnschmerzen zu vertreiben, selbst wenn die Zähne hohl oder angesteckt sind, durch mein weltberühmtes Zahnmundwaffer von E. Hückstädt in Berlin, zu haben ä Flacon 18 fr. bei Carl Frech, in Gießen. Markt-Anzeige. 5568) Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend die ergebenste Anzeige, daß ich den bevorstehenden Gießener Jahrmarkt mit einem großen Lager von Bettzeug und Leinwand wieder besuchen werde, und zu nachstehend billigen Preisen verkaufe, als; Leinwand, die Elle von 12 bis i 5 fr., Halblem, , , zu 15 fr., % breit, Leinwand, , , von 16 bis 68 fr., % breit, Bettzeug, y r r 12 r U r 6/4 r ächtfarblg, Taschentücher, das Stück zu 6 fr. lSämmtliche Waaren, eigenes Fabricat, sind von guter Qualität.) Mein Stand befindet sich, wie immer . an der Firma kenntlich), auf dem Marktplatz und bitte ich um geneigten Zuspruch. Äldolph Hensel, aus Taubenheim bei Bautzen (Königreich Sochsen). Vermiet!)« uften 5562) Drei möblirte Zimmer sind zu vermiethcn bei_________L. B u s ch Wittwe. 5576) Dos von Fräulein Weiß seither bewohnte Logis mbft Laden ist zu vermie- then und kann sogleich bezogen werden. A. K. W o r m s. 5554) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 4 ineinandergehenden Zim- mern, Magd- und Bodenkammer, Küche, Keller, Holzstall re., ist sofort zu vermielhen. ______C h r. fiober, Neuenweger Thor. 5565) Ein Familienlogis ist zu vermie- then bei Christian Vogt, Kirchenplatz. Stunden. Das Helm Den Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden. Das Trinkwafser in der Stadt Gießen. wa Gewerbeban k. 's !- 5588) Mittwoch den 3 0. Juni: 5570) B. Oswal d bei Baltimore- - Rio de Janeiro. Havre „ Hamburg „ Antwerpen „ Bremen „ Hamburg „ nichts !' mtrjrau Delbecc dalb ti Dn mahle, fit Mtz sotten, zu enli ihn (tnl Ivar ße lchlssen, An umtmiö Erfolg i Eabinet, welche [ rem ans unv in nicht mt fit ihm V titti des 01 chin." - Mnbet frtr ifl M mina rrm fcke unv rvani u». ifl zog nitfl aus eine: rvch $ Tu zenVtSLv I sich ftl gestern Gesän. Nös/ i ßorgem" alle v Zur Nachricht. 5579) Donnerstag den 1. Juli schicke ich wieder Gegenstände zum Färben und Drucken an die Bloch'sche Hofschönfärberei in Darmstadt ab. _________I. Schlund, Schloßgasse. 5574) Alle Diejenigen, welche noch Forderungen an den Nachlaß der verstorbenen Louise Mergott zu bilden haben, werden ersucht, dieselben an den Unterzeichneten innerhalb 14 Tagen einzureichen. Gießen, den 28. Juni 1869. Emil Garl. M u und M der En verzeihe koinmer Nur d verlösch vor sich S-tzulo Höllens borg s r r >ie von reits u 3. Juli 6- ,, 6- „ 7- „ 10. „ 14- „ 15 „ Telegraphischer Schiffsbericht, mitgctheilt von Chr. Wallenfels jun. An gekommen in New-Bork r Bremer Pvstdampfschiff New-')lork, Reisedauer 12 Tage — „ „ Union, .. 10 „ — Hamburger „ Westphalia,^ „ 9 „ 15 ghnreichr^ ^elmina'' sie *n!"", suS W Dir." Sohn?"' Vermischte Anzeigen Concurrenz - E> öffi'.ung. 5573) Die Neustädter Schäferei-Gesellschaft sucht einen tüchtigen Schafhirten. — Lusttragende hierzu haben sich mit Zeugnissen über ihre Fähigkeit auszuwetten und längstens bis zum 5. Juli d. - bei dem Salzmeister Wilhelm Linde n st r u t h anzumelden. . Gießen, den 28. Ium 1869. Hecla ■ - • • Paraguay • • Holfatia Kity of Limerick Ohio Criterion. ten W x Hrrzog,r triM' r M ®tlt Slitkr grw Kirschenmark!. Tnn; Mmsik bei Th. Lony, (5596) im Promenadehaus. 5590) Ein goldenes Medaillon ist gefunden worden. Dasselbe kann gegen Entrichtung der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden. Näheres bei der Exped. dieses BlatteS.__ 5560) Ein braver und zuverlässiger Pferdeknecht (verheirathet) findet eine gute Stelle. Anmeldungen sind bei der Exped. d. Bltts. abzugeben. 5587) Ein Junge, der das Schneidergeschäft lernen will, kann in die Lehre treten bei Louis Pimper H. 5595) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei . Musikus Kluge, Rcichenfand. 5559) Ein freundliches Familienlogis ist im Schützenhof zu vermiethen und am 1. August zu beziehen 5594) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Mäusburg Lit. D- Nr. 14. Abgehend : Dampfer Weser .... von Bremen nach Ncw-Z)ork- ~ " Liverpool „ „ 5600) Es wird auf den 25. August ein braves Hausmädchin gesucht, welches gut zu bügeln und zu nähen versteht. Zu derselben Herrschaft wird auf Michaeli auch eine brave Köchin gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts. ______________ Höch» wichtig für Bruch- leidende! 5567) Bruchleidende, welche in richtig frankirten Briefen das Leiden gehörig beschreiben, erhalten von dem Unterzeichneten gratis und franco ein Schriftchen mit Belehrung und Zeugnissen, woraus der Bruchleidende ersieht, daß die Bruche noch gänzlich geheilt werden können. Krusi-Althcrr, in GaiS, Kt. Appenzell, Schweiz- Der Wertb eines guten, möglichst reinen Trinkwassers ifl allgemein bekannt. Weniger seines Geschmackes wegen, wie seiner Einwirkung auf die Gesundheit, .seiner Veranlassung zu hartnäckigen, —-- . .tiefeingreifenden Krankheiten, war das Trinkwasser, namentlich in der Neuzeit, Gegenstand crnst- 5555) Ein ordentlicher Junge kann m Erwägungen und Untersuchunaen des ärztlichen Personales. Vorzugsweise waren es größere, dic Lehre treten bei dichtbevölkerte Städte, in welchen die Aufmerksamkeit der Aerzte bei dem wiederholten Auftreten G- Trän kn er L, Schreinermeister. |pbihp,ni{rf,pr llnb endemischer Krankheiten auf dic Beschaffenheit des zum Trinken verwendeten ' 5589) Ein braves Dienstmädchen wird Wassers hingelenkt und verschiedene Maßregeln in s Leben gerufen wurden um dem großeni Publi- aeiiiclit Non wem? sagt die Exped. d- Bl. kurn ein gutes, von fremdartigen Bestandtheilen möglichst fieieö Trlnkwasser zu verfcl.affem C —-----——-r—'—TT.— »—t---------- würde zu weit führen, in nähere Details in dieser Hinsicht einzugehen, nur als naheliegend kann Packer-Gejuch. ch erörterten, mit großen Geldopfern verknüpften An- 5584) Ein kräftiger Manu findet dauernde strenqungeu Hinweisen, welche in letzterer Zeit die Stadt Frankfurt zu dem genannteu Zwecke ge- Beschäftigung bei macht hat. — Schon seit vielen Jahren ist das Trinkw.isser in der Stadt Gießen Gegenstand Müller & Kaufmann. vielseitiger Beschwerden gewesen und hin und wieder ist der Gedanke aufgetaucht ob eö Nicht mog- ""I—77.—; TV nnrnhid) sei, dieser Stadt den ÄenUß eines besseren Trinkwassers zu gewahren doch sind blS heute 5d8d) Em biapes .D^nstmadchen vom ^^rhalb keine ernstlichen Schritte geschehen, nicht einmal eingehende Untersuchungen und Pru- Lande st'U'd zum sofortigen Eintritt gesucht- - be6 t)ier ,um Trinken verwendeten Wassers unternommen worden Es durste dephalb ge-- Näheres bei der Exped- fr- Bltts. Lebern Wunsche des Publikums in der Stadt zur Erlangung eines besseren Tnukwassers sowohl, 5572) Eine perfecte Köchin, welche einem wie dem Interesse der Aerzte entsprechen, wenn man nach gedrängter Mittheiluug der in lungster Haushalte vorzustehen vermag, wird zum Zeit unternommenen Untersuchungen der Wasserverhältniffc der Stadt Gießen, diejenigen alsbaldigen Eintritt oder auf den 24. Juli regeln öffentlich zur Sprache bringt, welche die Erlangung e.nes guten Trinkwastcrs in re, L a gegen einen Lohn von 80 fl- gesucht- Gießen ermöglichen lassen. Nur Solche, welche gute Zeugnisse haben, Um in dieser Sache allgemein verständlich und ,edwelchem Urtheüe gerecht zu werden, wollen sich meld n. Näheres bei der Exped- muß man die Bodenverhältnisse der Stadt Gießen zunächst in das Auge fasten , hieran die in dieses Blattes. ___________________ letzter Zeit unternommenen, selbst chemischen Untersuchungen des Trinkwassers auö einer großen Will 4wei brave Hunnen fütben sogleich von Brunnen der Stadt Gießen anfnütfen, und s»lteßli» die ,nr Berbesserunq in Bor- 5o81) Z O fl l schlag gebrachten Maßregeln prüfen. . , . Unterkunft bet G- Schmehl, « bef(innt,' daß die Stadt Gießen zu Anfang des zwölften Jahrhunderts m einem Spezercihandlei u- Wirth am Brand, s w„9elt „„„ebenen sumpfigen $M«. durch welches ber Wieseckbnch >n seiner 5582) Einen braven Bierjungen zum so- Richtung von den sogenannten Gänsackern durch den jetzigen botanischen Garten nach dem Jtrenj fortigen Eintritt sucht Julius Roth- und der Mühlgasse nach der Lahn stoß, zu erbauen beaonnen und daß Wang M 16. Zayr, -------------f Hunderts die Wieseck abgeleitet, ihrem Laufe eine der gegenwärtigen entsprechende Richti'MZ gegeben, und dieselbe im Anfänge dieses Jahrhunderts in ihren Ufern regulirt und IN ihrem Bcttl tiefer 5599) In der Gemeindekasse zu BerSrod ^eleqf wurde. Es ist also ein Sumpf, höchstwahrscheinlich außer der Wieseck noch mit wetteren liegen fl. gegen gerichtliche Obligation Graben und Kanälen durchsetzter Sumpf, in welchem dic innere Stadt Giepen erbaut wurde - zum Ausleihen bereit- ' ein Sumpf, dessen schwarzlettichen, stellenweisewidrig riechenden Inhalt man an den meisten Steilen BerSrod, den 25- Juni 1869- ber inneren Stadt schon bei nickt tiefem Aufwurfe findet. Vorzugsweise wird diese morastige ■ Großherzogliche Bürgermeisterei BerSrod- Unterlage längs des rechten Ufers des Wieseckbaches in seinem frühsten Vellaufe , und zwar von Bö ch er- 5—10 und mehr Fuß Tiefe gefunden. Diese morastige Lettschicktc nimmt keine zufließende Flusstg- ' “5569) 13V fl. liegen in hiesiger Gemeinde- kcit auf, bildet vielmehr mit dem Zutritte der Luft eine halbfeste Masse, ^wrsihen we chn nn fasse gegen gerichtliche Sicherheit zum Aus- etwa aufgefuhrten Brunnen und Gebäuden, Mauern rc. die Flüssigkeit^ sei es . ff leiben bereit. stütz der Kucken, Aborte, Straßenrinnen ic. sich einen Weg in die Ti se, sei rö in die Meller, Oppenrod, den 19. Juni 1869. räume, sei es in die Brunnen, sucht. Wird bei nlage eines Brunnens,im Jnnem der Stadt [ Großbcrzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Gießen diese morastige Lettschicht durchdrungen, so stoßt man zunächst auf eine dum , Glvtzyerzogucye ^mge bem Lahnsande ganz gleich, und nach leichter Entfernung derselben ast eine m.t weißem Kese J___________________—--------------------- bedeckte feste Unterlage, und mit diesem Momente strömt eine reichliche Wassermenge zu, welche von da als Trinkwasser benutzt wird — Wie tief, wie mächtig diese KittelUnterlage ist, konnte bis heute nickt ermittelt werden, indem man niemals bei Anlage von Brunnen diese zu dur - .dringen versuchte, sondern sich stets mit dem erzielten Wasser in seiner Oualitat und Quantität 5577) Donnerstag den L Juli d. I., Abends 8 Uhr: | begnügle. Auf dem Terrain des linken Ufers des frühesten Wieseckbettes, z. B^der Neuen Anlage, Generalversammlung Im « e i bsch-n kleinen 2-ale. KALLNK “ÄmÄ ÄmuX« *******" kx5-Ät S«Ä = ÄÄ 2 Kastedeaillten. Tiefe vo» 15 —18 Fuß haben. Die in denselben int Frühjahre d. I. verschiedener Seils voige- Giefien, am 26. Juni 1869. Der Borstan d. nomrnene Messung des Wass.rstandes schwankte zwischen 6 und 8 Fuß.. - S)er b« m ____ __ diesen Brunnen gewonnenen Wassers erfolgte nach deßfallsigen Beobackttungen v f und östlicher Seite. Verschieden von den Brunnen im Inneren und im Thale der Stadt verhalten Stellvertretunq tm sich bezüglich ihres Aufbaues die Brunnen auf dem Seltersberge. Sie mußten bis zur Tiefe von 5571) Den Militärpflichtigen zur Truppen-Ergänzung für 1869 bietet sich ohne 28-62 Fuß und mehr in felsiger Unterlage ausgeführt werdem. bis «nfang g e, Vermittelung von Agenten die beste Gelegenheit hierzu durch mehrere nach 12)ähriger weise eine entsprechende Wassermenge erbohrt werden konnte. Diese hatten F i h Dicnstzcit vu^kdionlk Untevoffi.ieve. ttäftcrcs bei der gtpcb. b. Bltts. »on 24 Brunn.n, sowohl bem .Innern der '£1 dem Seltersberge und der Neuen Anlage, auf in ihrem Wasser enthaltene WNtsche Mateue», M M mrite 3^«« einer Lösung von 1 Gramm ubermongasaurem K'' 'N 000 Cub VIV'rlu "J .. Centimeter destillirtem Wasser zu 500 Cnbik Centimeter dieser Wasser, machte bei 4 Brunnen einen 5597) Hiermit mache ich einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hr ö 1-2 Eubik-Eentimeter — bei 7 Brunnen 2-4 Cubik-Centimeter — b" 7 Brunnen die ergebene Anzeige, daß ich unter dem Heutigen dahier eine Backerei errichtet habe, ^^und bei 6 Brunnen über 6 bis zu 15 Cubik-Centimeter Z"r nnnutenlangen rothlichen Far- Jndem ich für gute Waare und reelle Bedienung stets besorgt sein werde, bitte ich um l n^tbwetidig. Ein zum Trinken verwendetes Wasser darf, soll es .genießba gefällige Abnahme- c .. sein, nur höchstens 6 Cubik-Centimetcr dieser Flüssigkeit in der angegebenen Wieise verbraucheu. Gießen, den 28. Juni 1869. Es ist hervormheben, daß die vorstehenden Ergebnisse der chemischen Nnttrßlchung mit im °ut d-m Kr-uz.^ ^E,jn,,„ na» einem wasserreichen Winter geschöpften Wnffer er,ielt wnrden E- tsst moql.ch w J und selbst wahrscheinlich, daß die Resultate bei einer größeren Zahl der Biunnen noch ungünstige Z»nß er scher Garten. ausfallen, wenn das Wasser in der trockenen Jahreszeit aintersucht wird, welche Prü'ung zur ge- ■ fi A „ q ü Q it n i • eigneten Zeit nochmals vergleichend vorgenommen werden soll. . , - , Dienstag den 2!-. Ju»l. bem E-rwähnten dürfte wohl die Annahme gerechtfertigt sein, daß !>aS IN dir ^tad 5 Mannements- (fniircil P±rä äs «J. ♦WUiUllHlL UiV VvUilllll^ Thale, in welchem die Stadt Gießen liecd. ,»stießt. >">»;» welchem sich namenti ch mi Inne n ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Jnf.-Reg, -°- personlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn S. Reifert, urberschwemm»»««. wr «miiegenben mieten b.»unoes wiro um 4. für bie Stadt Gießen, welche im Vergleiche zu bem zu hoffenden Erfolge, durchaus Nickt m .IN Leihgestern gefeiert. Freunde des Gesanges werden yieizn freund-Ld5{aq Qebrd(^t werben kann. lichst eingeladen durch das Fest-Comitv. 1 5575) Eine bereits eingeführte deutsche Z Lebensversicherungs-Gesellschaft sucht für ^Gießen einen tüchtigen Vertreter. j Adressen sub R. >- Po ste restante t 'asset zu senden. ___________„ titbt Oberst, indem er sich der beiden Hände seiner Gattin bemächtigte, Unmöglich!" rief sie bebend. Ihrem Glücke ganz opfern. — Der alte Krieger verstand alles Zartgefühl, allen weib- Sie zu belästigen. Er drückte einen Kuß auf die lichen Takt in diesem freundlichen Verfahren. Die Händchen waren nach der Mutter Nein, sie . . hat fein glän- ist gewiß," sagte er zu (Fortsetzung folgt.) „ich will mich Bedenken Sie rg Den von welchem Eabuiette nie- er ruhen und Salon dieses die Allee mit alt ein Dein ,Ver- und abgenützt wie eine weggeworsene Kanone und bedarf nichts weiter, als wenig Tabak und den Constitutionnel." — den Park von Groslay. Langsam näherte er sich einem Kiosk, man die Straße nach Saint Leu übersah, und ließ sich in einem der, das unterhalb dem Ersteren angebracht war. Hier wollte ungestört seinen Gedanken nachha'ngen. Die Gräfin, welche im Gartenhauses saß, hörte die Fußtritte des Obersten nicht, weil jenem gelben Sande bestreut war, welcher den Flußkies ersetzt. Hand der Gräfin und bat: „lassen Sie die Kleinen doch kommen!" Das Mädchen sprang her, um über den Bruder zu klagen: „Mama! — Mama! @r doch, daß Sie dann sich selbst aufgeben müßten und auf authentische Art . . ." — „Wie, Rosine, mein Wort genügt Ihnen nicht?" — Das Wörtchen a u- thentisch fiel dem Greise schwer auf das Herz und erweckte wieder unfreiwillige Zweifel. Er warf seiner Frau einen Blick zu, der ihr Erröthen abzwang : sie senkte die Augen. Dem Obersten bangte, sie verachten zu müssen. Die Gräfin hingegen fürchtete, sein scheues Zartgefühl erschreckt zu haben, die strenge Rechtlichkeit eines Mannes, dessen großmüthigen Sinn und angestammte Tugenden sie kannte. Hatte auch diese kleine Störung einige Wolken auf die Stirnen gelockt, so stellte sich doch das beiderseitige gute Vernehmen bald wieder her. Ein Kinderschrei erscholl von ferne. „Julius, laß Deine Schwester in Ruhe!" rief die Gräfin, „was! Ihre Kinder hier?" der Oberst. — „Ja, aber ich verbot ihnen, Es entspann sich nun zwischen der Gräfin Ferraud und dem Oberst Cha- bert ein Großmuthstreit, in welchem der Krieger siegte. Eines Abends, da er die Mutter von ihren Kindern umringt sah, riß ihn die rührende Grazie dieses inländischen Stilllebens völlig hin: er faßte den Entschluß, tvdt zu bleiben und erkundigte sich, wie er es angrcifen müsse, um unwiderruflich das Glück der Familie zu sichern; denn ihn schreckte selbst die Authenticität eines ActenftückeS nicht mehr ab. „Handeln Sie nach Gutdünken," entgegnete die Gräfin„ich erkläre Ihnen, daß ich mich durchaus nicht in die Sache mische; ich kann und darf es nicht." — Delbeeq war indessen angelangt. Auf der nämlichen Gartenbank, in deren Nähe Robert das Gespräch zwischen dem Ehepaare belauscht hatte, schenkte die Gräfin ihrem Intendanten ein geheimes Gehör. Er übergab ihr die bewußten Doeumente. „Nicht die Eopien, gnädige Gräfin," wisperte er und Triumph, lächeln bereitete sich über das Actengesicht, welches gelb und verschrumpft war, wie altes Pergament; „die wahrhaften Originale stelle ich meiner hohen Gönnerin zu. Ihr Geist umschwebte mich schützend; es gelang meiner Gewandtheit, dem Anwälte aller Anwälte, dem überklugen Herrn Derville, eine Nase zu drehen. Er hat nichts gemerkt: die Protokolle gleichen sich wie eine Fliege der anderen." Angenehm überrascht steckte die Gräfin die Papiere zu sich und nickte bei- fällig. Plötzlich wandte sie sich erschreckt: „horte ich nicht einen Athemzug? Nein, es war nichts, nur der Wind in den Blättern." — Die huldreiche Ge- bieterin gab dem Intendanten noch manchen Wink, und empfahl jenem vor Allem, das Vertrauen des alten Helden zu gewinnen. Letzteres gelang dem Schleicher Delbeeq so gut, daß Oberst Ehabert sich schon am folgenden Morgen mit dem Exadvoeaten nach Sainl-Leu-Taverny begab, wo er beim Notar ein Protokoll hatte aufsetzen lassen, und zwar in so rohen Ausdrücken, daß der Oberst nach erfolgter Ablesung rasch die Amtsstube verließ. „Alle Wetter, das gäbe einen niedlichen Hahnrei! Man wird mich ober ja für einen Actenverfälseher halten?" rief er. „Mein Herr," sprach Derville, „ich rathe Ihnen, nicht so schnell zu unterschreiben. An Ihrer Stelle zöge ich aus dem Prozesse da wenigstens 30,000 Pfund Einkünfte; die Gräfin gäbe es ganz gewiß." Der graue Held donnerte den ausgelernten Schurken mit dem leuchtenden Zornblicke eines redlichen Mannes nieder und floh, von tausend widerstreitenden Empfindungen bestürmt. Das Mißtrauen kehrte zurück; bald ward er empört, bald mäßigte er sich wieder. Zuletzt trat er durch ein Loch in der Mauer, in Die Doppelehe. Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindorf. Drei Tage lang übte die Gräfin iyre Wunderkünste an dem ersten Ge- mahle. Durch zarte Sorge und Sanftmuth schien sie die Leiden, welche sie, wie sie vorgab, ihm schuldlos bereitet hatte, aus seinem Gedächtnisse verwischen zu Dollen. Sie gefiel sich darin, unter dem Schleier stiller Trauer allen Zauber zu entfalten, für welchen sie den Oberst empfänglich wußte. Sie wollte seine Theilnahme erregen, ihn so sehr rühren, daß sie sich seines Geistes bemächtigen, ihn lenken konnte. Zu allem fähig, wenn es galt, ihre Zwecke zu erreichen, war sie nur noch nicht darüber einig, was mit ihm beginnen, aber fest entschlossen, ihn für die Menschengesellschaft zu vernichten. Am Abende des dritten Tages fühlte sie sich, allen Bemühungen zum Trotze, unvermögend, die Unruhe zu verbergen, welche ihr des Unternehmens ungewisser Erfolg verursachte. Um sich einen Augenblick zu erholen, flüchtete sie in ihr Cabinet, setzte sich an ihren Schreibtisch und lüftete die Larve sorgloser Ruhe, welche sie dem Grafen Ehabert vorhielt Sie glich der Schauspielerin, die nach dem anstrengenden fünften Arte ermüdet in ihre Loge kommt, halbtodt hinsinkt und in der Erinnerung der Zuschauer ein Bild zurückläßt, dem das Original nicht mehr gleicht. Die Gräfin beendete einen Brief an Delbeeq, in welchem sie ihm befahl, zu Derville zu gehen; die Mittheilung der Oberst Ehabert be- treffenden Acten zu verlangen; diese zu copiren und augenblicklich nach Groölay zu eilen. Kaum hatte die Gräfin geendet, so hörte sie im Corridor die Schritte des Obersten, der sie unruhig suchte. „Ach!" sagte sie laut, „ich möchte todt sein. Meine Lage ist qualvoll." — „Nun, was haben Sie denn? ' — fragte der biedere Mann. „Nichts, nichts!" — Sie stand auf, verließ den Grafen und ging hinab, um ihre Kammerfrau ohne Zeugen zu sprechen, der sie gebot, nach Paris abzufahren, Herrn Delbeeq den bewußten Brief selbst zu übergeben, und diesen zurückzubringen, so „Mein Gatte . . ." sprach die Gräfin, stockte, fuhr zusammen, unterbrach sich selbst, indem sie erröthend fragte: „wie soll ich sagen, wenn ich von Graf Fer- raud rede?" — „Nenne ihn Deinen Mann, Du armes Kind," entgegnete der Oberst mit wahrer Himmelsgüte; „ist er doch Vater Deiner Kinder!" „Nun, wenn also Ferraud fragt, was ich hier that, wenn er erfährt, raß ich mich mit einem Unbekannten hier zurückzog, was soll ich sagen? Ich bitte Sie," setzte sie hinzu und nahm eine würdevolle Haltung an, „entscheiden Sie über mein Loos: ich bin auf alles gefaßt." — „Liebes Kindantwortete der Nur einmal noch diene nur, alte List! Armer Kain! Noch immer nicht ist es verlöscht von Deiner Stirne, Vas blutige Zeichen. Das Zeichen?" fragte er, vor sich selbst entsetzt, faßte sich an der Schulter und sah ängstlich umher, im verschwiegenen Parke. „O wie selig könnte ich sein, ruhen in ihrer Liebe, wenn der Fluch mich nicht umherjagte — das Gewissen! — Ihr Glücklichen, Schuldlosen, die ihr lieben dürft, denen die höchste Wonne nicht mit zehrenden Höllenflammen im Busen brennt" ! — Robert vernahm leichte Schritte und ver- barg sich eilend im Gebüsche. Die Gräfin war es. Nahe dem Lauscher, setzte sie sich auf eine Bank, wo sie von dem Obersten gesehen und gefunden werden konnte. Er suchte sie bereits und kam nun schnell herbei, sich an ihre Seite zu setzen. „Rosine," sprach fr, „was ist Ihnen?' — Sie antwortete nicht. Es war einer von den ruhe- glänzenden Iuniabenven, deren geheime Harmonie so süßen Schmelz über den Sonnenuntergang ausgießt. Rein war die Luft und so tief die Stille, daß man fern im Parke einige Kinverstimmen vernahm, Vie mit einer neuen Melovie in alle diese Naturreize einstimmten. „Sie antworten nicht?" fragte der Oberst. ausgestreckt, Vie zwei kindlichen Stimmen flössen in einander: ein lieblich flüchtiges Gemälde. „Arme Kinder!" flüsterte Vie Gräfin und wehrte ihren Thrä'nen nicht länger, „ich soll sie verlassen! Wem wird sie das Gericht zusprechen? Ein Mutterherz läßt sich nicht theilen, ich will sie, ich!" — „Bist Du Schuld, daß die Mama weint?" fragte Julius und sah den Obersten zornig an. „Still Julius!" befahl die Mutter . . . „Ach ja!" begann sie von Neuem, „wenn man mich von Ferraud trennt lasse man mir nur Vie Kinder, und ich will mich in alles fügen." Das war em entscheidendes Wort, dem der gehoffte Erfolg nicht entging: „Ja!" rief der Oberst, gleich, als endige er einen im Stillen begonnenen Satz, „ich muß zurück unter die Erde. Ich habe es mir ja schon selbst gesagt." „Darf ich ein solches Opfer annehmen?" entgegnete Vie Gräfin. „Gingen Männer auch schon freiwillig in den Tod, ihrer Geliebten Ehre zu retten, so gaben jene ihr Leben doch nur einmal hin: Sie aber würden es jeden Tag neu opfern. Nein, nein, unmöglich! Wenn es sich nur von Ihrem Dasein bandelte, wollte ich noch nichts sagen; aber unterschreiben, daß Sie nicht Oberst Ehabert sind, eingestehen, daß Sie betrogen, Ihre Ehre preisgegeben, zu jeder Stunde im Tage einer Lüge — nein! so weit kann menschliche Aufopferung nicht gehen. Bedenken Sie doch! Nein. Ohne diese armen Kleinen wäre ich schon längst mit Ihnen an der Welt Ende geflohen ..." — „Aber, kann tch nicht hier in Ihrem kleinen Gartenhause als Ihr Verwandter leben? Ich bin zcnves Loos . . ." „O, hat nicht die Mutter immer gesagt, Liebe, wahrinnige Liebe ist mehr werth, denn alles Gold der Welt? Du hast ja genug, Väterchen." — „Ja, süßer Engel; Deine Mutter, sie sagte mir ja auch auf dem Tovtenbette, ich müßte nun auch ein Mutterherz Dir ersetzen — siehst Du, daher ist der alte Vater so schwach und ..." — er wischte sich die Augen. Hel- mina drückte seine Hand an ihr Herz. „Und ich, Väterchen, ' sagte sie, „ich sollte Dich nun auch für sie lieben. O das thue ich redlich uns? . ." sie stockte und wandte das Köpfchen nach der Straße, in welcher schnelle Hufschläge ertönten. „Armand !" jubelte sie, „darf ich ihm ein Zeichen geben ?" — Der Herzog nickte. Helmina svrang an's Fenster und öffnete beide Flügel. Robert, der auf einem wilden Rappen vahersprengle, traute seinen Augen kaum, da ihm das weiße Batisttuch als zarte Liebevfahnc entgegenwehte. ” : ^nben. 8 * 15 • (Fortsetzung.) Helmina stand in ihrem Boudoir; auf Divan, Tisch uuD Stühlen war die ganze Pracht der Hauptstadt ausgelegt: Geschmeide, Shwals, Blumen, Spitzen, Bänder, kurz ein bunter Modekram, in dessen M'tte Helmina im schmucklos weißen Morgenkleide, wie eine jugendliche Gottheit blühte. Nichts von all dem Glanze fesselte ihr Auge. Die dunklen Sterne versenkten sich in einen Blumenstrauß, den die Jungfrau hoch in der Rechten hielt. Die Thüre öffnete sich, der greife Herzog trat ein, ohne vaß die Sinnende es bemerkte. Er stand vor ihr, betrachtete sie lächelnd. Plötzlich fuhr sie zusammen und hielt in anmuthiger Verwirrung dem Vater die Blüthen hin: „Rieche nur, wie herrlich!" — „Ei, Kind, welche liebe Hand hat denn viese Blumen gepflückt, daß sie allein Deine Blicke gewinnen, unt r all den hübschen Sachen hier umher?" — Hocherglühend stammelte Helmina: „Väterchen, wie hast Du mich überrascht mit den schätzen, die ich heute Morgen hier ausgebreitet fand! Wo nehme ich den Dank für so Überreiche Gaben? So beschenkt man eine Königin ..." — „Over eine Braut, Helmina." Sie sah ihn groß an. „Es ist voch nicht mein Namensfest heute, Väterchen!" — „Wenn ich Dir nun einen Bräutigam verschrieben hätte, vielleicht ans Amerika, nun Püppchen?" — „Du weißt, ich heirathe nicht, ich bleibe bei balD er gelesen sei. Indessen schlich Robert vurch Den Garten. „Es sich selbst, „sie will mich opfern, die Wortbrüchige. Ihr Intendant hat mich gestern mit einigen Schergen der Polizei bei Mutter Brelot gesucht! Das tiefste Gefängniß, vielleicht die Galeere, venkt mir meine Spielgefährtin zu, Die kleine Nös, Die ich oft auf Den Armen trug, wenn sie weinte; für die ich Näschereien stahl, um sie in ihr Rosenmünvchen zu stecken; die ich zuerst geliebt, als sie so groß uno schön heranwuchs; Der ich, o nur für einen Kuß, Briefchen bestellte und'zusteckte. — O! — Rache? Nein, die treibt mich nicht. Helmina ist mein, der Engel! ihre Hand soll mich entsündigen — ich kann auch Der JuDasschwester verzeihen; aber vernichten will ich ihre Schlingen; auf die Spur will ich ihr kommen. Darum treibt es mich rastlos in immer engeren Kreisen hier umher. Dir." — „Du sollst auch bei mir bleiben, aber mit meinem Sohne." Sohn?" — „Heißt Armand." — „Väterchen, guter, tbeurer Vater!" sieht sich darauf, Blumen zu pflegen und Mävchenherzen . . ." Sie verschloß Den MunD Des Vaters mit stürmischen Küssen. „Der Vicomte ist freilich ohne Vermögen, Helmina, bietet Dir t8 ■ - ___3 r> ju wenden. --- 'Sm, ■ eint mit weißem M t t §astermenge,u, wck sMtrllage ist, tot Bnlu-.cn diese zu buret- . - '.uahtät und Quantität ftenrt, g.B der Aenen Anlage, ■ •. d ** . - -lMm w T*1 ' ® fcli in M" 6* Meise verbrauche unurimbung ? ist rrr> no4 .5nlnntn nyu 11 ; wti*< - in ter ~,atl ■: -■ * 1 ?.tJJ?beh-n n* ü unt jn| y iernet t-' r‘i! Iflfw* W" ! r ■r.t'fff ubelbü"^ Ä ■ £iW«, Darmstadt, 24. Juni. Das heute erlassene Gesetz über die Einkommensteuer enthält folgende wesentliche Bestimmungen: Es sind der Steuer unterworfen die im Großherzogthum wohnenden Inländer; Inländer im Auslande wohnend, welche aus Lew Großherzogthum mindestens 300 sl. beziehen; im Lande wohnende Ausländer, die eine mit Erwerb verbundene Beschäftigung ausüben und seit Beginn des Steuerjahres zwei Jahre im Großherzogthum gewohnt; ferner Ausländer, welche im Lande Grund- eigcnthum oder gewerbliche oder Handelsanlagen be- sitzen, falls das Einkommen hieraus mindestens 300 fl. beträgt. Einkommen aus im Auslande bclegenen Immobilien bleiben, wenn dort schon von einer gleichartigen Steuer betreffen, steuerfrei. Ausgenommen von drr St-uer sind die Mitglieder des Groß- zegl. Hauses, jedoch ausschließlich etwaigrn dienstlichen Einkommens aus der Staatskasse, Personen unter 18 Jahren ohne selbstständiges Einkommen von mindestens 300 fl., auch solche höheren Alters, welche zu ihrer Ausbildung eine höhere Unterrichtsanstalt besuchen, bei tcm Heere oder der Landwehr in Reihe und Glied befindliche Unteroffiziere und Soldaten für das aus dem Militärdienst fliesier.de Einkommen, sowie für sonstiges, wenn unter 200 fl., Unteroffiziere und Soldaten der Landwehr bei Einkommen unter 1500 fl., Offiziere der Linie und Landwehr, dcßgleichcn Militärbeamten bei Mobilmachung, wenn das Gesammt-Einkommen 1500 fl. nicht erreicht; ferner Gewerbsgebulfen und Dienstboten, welche bet freier Wohnung und Kost ein Einkommen unter 300 fl. haben; Invaliden, deren Pension unter 200 fl., sowie Arme oder fortdauernd Unterstützung beziehende, lowte endlich Ausländer, welchen auf Grund von Bereinbarungcn die Befreiung von persönlichen Steuern zusteht. Für Einkommen bis zu 1500 fl., sowie sür höheres, bestehen zwei Abthei- lungen, in Folge dessen Personen, deren Einkommen unter l 500 p. beträgt, durchschnittlich jetzt kaum so hoch belastet sein werden, als solche es bei der bisherigen Perfonalsteuer waren. Ferner ist es ermöglicht, bei Einkorn men unter 200 fl. die Steuer auf die Hälfte zu ermäßigen. Die bisher erhobene Perfo- nalstcucr fällt selbstverständlich mit Einführung der Ein- kommcnstruer weg; das Mehrcinkommen der Staatskasse ist zwar nur auf 1,-00,000 fl. Iahriseinnahme veranschlagt, wird voraussichtlich aber ein bedeutend Höheres fein. Darmstadt, 25. Juni. Nach der „Main-Ztg." beabsichtigt die Regierung noch dem gegenwärtigen Landtag Vorlage wegen Erbauung eines auf mehr.re Hunderttausend Gulden veranschlagten Justizpalastes zu machen. Berlin, 25. Juni. Vorgestern ist d^r preußi- fchc Botschafter am französischen Hofe, Gras v. d. Goltz, dessen langwieri cs Leiden (Zungenkrebs) Gegenstand ostenr" Mitthcilungen in öffentlich.n Blättern war, in Charlottenburg mit Tode abgegangen Ucber die Wahl feines Nachfolgers cursiren einstweilen nur Gerüchte. Der hiesige Offiziöse der „Kölnischen" bezeichnet in erster Reihe auf der Ean- dldatenliste den Prinzen von Neuß (z. Z. Gesandter in Petersburg) und Baron v. Weither (in Wien). Die Ernennung des Letzteren wurde der preußischen Negierung Gelegenheit bieten, durch Entfernung dieser Persönlichkeit von ihrem bisherigen Posten^.einem dringenden Verlangen des Wiener EabinetS ndl^u»- geben, ohne den Anschein eer Nachgiebigkeit, den man ' hier vor ullen Dingen vermeiden will. — In der heutigen (27. i S tzung des Bundeöraths führte der Präsident des Belusdeekanzleramts, DUbruck, den Vorsitz. Die Mittheilungen des Präsidenten des Reichstags wurden vorgelegt, betreffend die Beschlüsse des Re chStagö über a) den Gesetzentwurf wegen Feststellung eines Nachtrages zum Hc.ushaltSetats für 1870; b) den Gesetzentwurf wegen der privatrecht- lichen Stellung von Vereinen; c) den Antrag wegen Eommunalauflagen Dcr Militärpersonen; dJ eine Petition wegen Aufhebung der Flössere.abgaben auf der schiffbaren Werra; e) eine Beschwerde wegen Verweigerung der Niederlassung in Berlin. Die Präsidialvorlagen, betreffend a) die Eredilfrist auf die zu entrichtende Maischsteuer; b) die Ermächtigung der britischen Receivers of wreck zur Feststellung von Thalsachcn in B-zug auf Strandung norddeutscher Schiffe; c) d,e Befugmß der Bundes- Eonsnln zu Eheswlictzungen und zur Beurkundung des Personenstandes; dj den Befähigungsnachweis der Seesch ffer und Seeleute; e) die anderweile Feststellung der Matucularbcitrage für das Jahr 1869; f) die Verair.dung mit der Schweiz wegen Anerkennung dcr Rechlösäh'gkeit dcr beicelseiiigen Aclien- gescllscr,asten; g) Ten Entwurf eines Strafgesetzbuchs für den norddeutschen Bund, wurden den betreffenden Ausschüssen überwiesen. Es folgten sodann Aus- schußbcrichte über 1) und 2) die Präsidialvorlagen, betreffend die Civllvcrsorgung der Militäranwärter und die Eautionen der Beamten der Post- und Te- legraphenverwaltung und des Aichungswesens; ferner über 3) den Antrag Anhalts wegen Abführung der Rübenzuckersteuer; 4) den vom Reichstag beschlossenen Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Art. 4 Nr. 9 der Bundesverfassung; 5) die Resolution des Reichstags, betreffend die Regelung rer Ausgaben von Staats-Eassenscheinen; 6j die Vorlage. betreffend die Austernzucht; 7) Den Antrag Sachsens, b.treffend die Beobachtung des Vorübergangs der Venus vor der Sonne int Jahre 1874; 8) die Vorlage, betreffend die Staatsangehörigkeit der nach Rußland ausgcwanderten, in den jenseitigen Unterthansverband nicht aufgenommenen Norddeutschen; 9) die Vorlage des Präsidiums, betreffend Die ten Straßenbauverwaltungen im Interesse ter Bundeö-Telegrapbenve>waltnng anfzucrlegenDen Verpflichtungen; 10) Petitionen. Berlin, 26. Juni. Dcr „Staatsanzeiger" mcl- Det Die in Der Armee staltgehabten Beförderungen. Darunter befinden sich 14 neue Generalmajors. Der Generalmajor v. 8cen, bisheriger E'ommandeur der 4. GarDc-Jnfanteriebrigade, ist zum Commandanten von Frankfurt a. M. ernannt worden. Paris, 24. Juni. Zur Ausweisung des Grafen Eheste bemerkt die officiöse „Public": „ tie Exilirung des Grafen Eheste gibt in Madrid zu lebhaften Diecussionen Veranlassung. Verschiedene Gerüchte sind darüber in Umlauf, allein cs ist schwer, Die Negierung wegen einer Maßregel zu rechtfertigen, Die willkürlich erscheint und mit Der vor wenig Tagen erst votirteu und beschworenen Verfassung in WiDerspruch steht. Es scheint, daß der Graf Eheste Bayonne verlassen hatte, um der Jnternirungsordre nach Boulgcs, die ihm von Den französischen Be- Hörden zugestellt worden war, nicht gehorchen zu müssen. Was seine Entfernung nach den Canari- schen Inseln anlangt, so wird behauptet, daß er schon früher von der spanischen Regierung zden Befehl erhalten hat, sich dahin zu verfügen. Allein di.ß ändert nichts an Charakter der gegen ihn ohne ten Urtheilsspruch getroffenen Maßregel. Im Princip hat Der Graf das Recht, Spanien zu bewohnen, eb.nsogut wie der Herzog von Montpeasier. ■ Mr- r- —. -V ■ _ J4U-) • n-« -i-> _T’-Tr,yT‘ ' J^Ot 1 - 1— » Vermischtes. Darmltadt, 21. 3uni. Das heute erschienene Regre- rungöblatt Dir. 24 enthalt: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums v.r Fi- nanzen, die Slenervergutung bei der Ausfuhr von irländischem Branntwein betreffend. Wir heben ans den vom 1. Juli d. I. ab in Kraft tretenden Bestimmungen folgende hervor: § 1. Bei der Ausfuhr des im Jnlanbe (§. 2.) erzeugten Branntweins nach Ländern und Laudestheilen, welche nicht zum Zollverein gehören, ferner nach Baiern, Würtemberg, Baden und den Hohenzollern'schen Landen wird, sofern der Branntwein eine Alkoholstärke von 35 Prozent nach Tralles oder la» über Hal und die auf einmal ausgefnhrte Menge mindestens 34 Großherzoglich Hessische Maas beträgt, eine Steuer- vergutung von 7 Dulden 8;Vio Kreuzer für jede Großherzogl. Hess. Ohm zu 50 Proc. Alkohol nach TralleS, oder, was dastelbe ist, von 11,2075 Kreuzer für jedes Einhundert der in dem Btanniwein überhaupt enthaltenen, durch Multiplication der Maaszahl mit dem Stärkegrad ermittelten Alkohol-Procente gewährt. Bei Berechnung der Bergutung nach dem zuletzt erwähnten Satze für deu auf eine Anmeldung auSgefuhrlen Brannt- - mein bleiben jedoch die Alkohol-Procente, welche nicht volle 100-betragen, außer Ansatz, so daß beispielsweise die Vergütung nicht für 243477, sondern nur für 243400 Procent Alkohol geleistet wird. Außerdem sind, bei dem in vorstehender Weise berechneten Betrag der für den auf eine Anmeldung auSgefuhrten Branntwein zu leistenden Vergütung die Kreuzer-Bruchtheile, wenn sie über 1/2 Kreuzer betragen, sür einen vollen Kreuzer zu rechnen, wenn sie '/r Kreuzer oder weniger betragen, außer Ansatz zu lasten. §. 2. Ein regelmäßiger Nachweis des Ursprungs des zur Ausfuhr angemeldeten Branntweins wird nicht verlangt, die Foiderung dieses Nachweises aber in einzelnen Fällen Vorbehalten; auch hat Zeder, der inländischen Branntwein unter Erfüllung der nachstehend vorgeschriebenen Bedingungen aus- suhrt, auf die in §. 1 bestimmte Sleuervergütung Anspruch. Die Vergütung wird aber nur gewahrt, nachdem die Revision des Branntwechns bei einer dazu befugten Steuerste!'- bew rkt, auch die wirklich erfolgte Ausfuhr, beziehungsweise der Eingang in die in tz. 1 namentlich genannten Zollvereinsstaa- ten nachgewiesen worden ist. Zn dieser Einsicht wirb bemerkt, daß znr Revision des ausgehenden Branntweins, sowie zur Ertheilnng der AusgangS- beslvelnigungen alle Haupt-Zoll- und Haupt-Steuer-Aemtec befugt sind, welche in den in Branntwein-Steuer-Gemeinschaft stehenden Staaten, also in Preußen, Sachsen, Großherzogthum Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg - Strelitz, Oldenburg, Braunschweig, dem Thüringischen Zoll - und Handels- verein und den» Gebiet der freien Stadt Lübeck an der Grenze gegen das Veieinsauslanv oder an der Binnengrcnze gegen die jm §. 1 genannten Zollvereinsstaaten liegen, oder welche im Innern der Branntwein-Lteuer-Gemernschafl befindlichen Staaten gelegen, zur Vornahme von Ausgangsabfertigungen beim Schiffs- und Eisenbahnverkehr ermächtigt sind. Werden andere Steuerstellen in den oben genannten Staaten zur Erthei lung der Abfertigungen beziehungsweise der AuSgangSbescheini- gungen gewählt, so müssen dieselben dieserhalb ausnahmsweise mit allgemeiner Ermächtigung versehen sein. Bei den Versendungen deS inländischen Branntweins nach den im §. 1 genannten Zollvereinsstaaten müssen außerdem die für den Verkehr mit übergangsabgabepflichtigen Gegenständen eröffneten Straßen innegehalten werden. §. 11. Eine erwiesene Defraudation der Fabrikationssteuer von Branntwein oder eine heimliche Wiedereinbringung deS gegen Vergütung auSgefuhrten Branntweins zieht außer der gesetzlichen Bestrafung den Verlust deS ferneren Anspruchs auf Steuervergütung bei der Ausfuhr nach sich, sowie auch bei jedem anderen Mißbrauche dieser Vergünstigung deren Entziehung stattfindet. II. Bekanntmachung desselben Betreffs. Dieselbe lautet: Mit Bezugnahme auf §. 2 der Bekanntmachung vom 16. d. M., die Steuervergutung bei der Ausfuhr von inländischem Branntwein betreffend, werden die nachstehenden Bestimmungen zur öffentlichen Kenutniß gebracht: 1. Zur Revision und Abfertigung von Branntwein, welcher mit dem Anspruch auf Steuververgutung ausgeführt werden soll, sind innerhalb des GroßherzogthumS ermächtigt: die Großherzoglichen Hauptzollämter, das Großherzogliche Nebenzollamt l. Elasse Bensheim, die Großherzoglichen OrtSeiunehmereien Michelstadt, Alzey und Monsheim und das Salzsteueramt Wimpfen. 2. Zur Ertheilung der AuSgangsbescheinigungen sind vor. erst und bis auf Weiteres nur die folgenden, für den Verkehr zwischen dem Großherzogthum einerseits und Baiern, Würtemberg und Baden andererseits errichteten Uebergangöstellen ermächtigt. a. zwischen dem Großherzogthum Hessen und Baiern; aa. links deS Rheins: Worms (Hauptzollamt), Alzey und Monsheim; bb. rechts des Rheins. Babenhausen und M i ch e l st a d t; b, zwischen dem Großherzogthum Hessen und Würtemberg : Wimpfen. c. zwischen dem Großherzogthum Hessen und Baden: Worms (Hauptzollamt, für die Ausfuhr auf dem Rhein), Heppenheim und Wimpfen. (Schluß folgt.) Berlin. Daß die Herren Schulzen selbst einem König befehlen, davon ein Beispiel. In Neuendorf an der Havel war Einquartirung angesagt und der Ortsschulze stellte die Quartierliste aus. Da Babelsberg, das Lustschloß des Königs von Preußen, zu dieser.Gemarkung gehört, so legte dec Schulze 1 Unteroffizier, 1 Trompeter und 7 Nhlanen nut Pferden dahin. Der Zufall wollte, daß der-Quartiermacher dem König selbst begegnete, ohne ihn zu kennen. Der König fragte ihn, wohin er wolle und der Uhlan gibt Antwort. So. auch der König bekommt Einquartierung? Za, entgegnet der Soldat, der Ortsschulze hat'S so befohlen. Am folgenden Tag wurden die Uhlaiien -wirklich in einem zum Schlosse gehörigen Hause und die Pfeide im Marstall des König- »ntergebracht. Der König bekümmerte sich selbst um seine Gäste und diese versicherten, die 18 Tage, die sie dort zugebracht hatten, blieben blieben ihnen unvergeßlich, so gut wären sie noch nie einquar- tirt gewesen. 8. P. Q. B. , diese vier Buchstaben prangtcn über dem Triumpfbogen, durch den König Wilhelm seinen Einzug in Bremen hielt. Die Senatoren glaubten ihre Sache recht gut und die Freude Uber den Besuch des Königs mit dem Stolz der Republik verbunden zu haben; denn die vier Buchstaben bedeuten: Senatus populusque Bremensis, zu de- tsch: Senat und Volk von Bremen. Die Bremer Humoristen aber verdolmetschten : Stempelsteuer,' Petroleumsteuer, Quittungssteiier, Branntweinsteuer. — Der Herr Senator, bei dem der König wohnte, hatte zwei Kutscher, den ältern, halb auSrangirten Friedrich und den jünger», rüstigen Johann. Beide erhoben Anspruch, den König zu fahren. Friedrich berief sich auf sein Alter, Johann auf seine geschickte Hand im Lenken. Der Hekr entschied sich für Johann, tröstete aber Friedrich mit den Worten: Du sollst nicht zu kurz kommen, suche Dir einen andern vornehmen Herrn zum Fahren aus, vielleicht den Großherzog von Mecklenburg. Friedrich aber erwiederte trotzig: Nee, wenn ick den König nid) schall fahren, dat andere — will ick nid)! — * Kindliche Logik. „Sag', Mama, warum hat denn mein Brüderchen sterben muffen?" „Sieh! er war ein so braves Kind, da hat der liebe Gott ihn zu fid; genommen; die bösen Kinder dagegen laßt er hier, die kann er nicht brauchen." — „Aber, Mama, bist Du denn ein böse- Kind gewesen, weil Did) der liebe Golt nicht geholt hat?" *#* Neber die neue Damenmode stngt der Frankfurtei Scholeliedcher-Dichter folgendes Liedchen, indem er vornherein bemerkt: „Betracht Euch nor dass scheene Geschlecht alleweil, ehr Leitcher!" Er singt: WaS trage doch für Röckercher Jetzt unser Modepöppercher, Mit Zwickelcher und Häckelcher Und ausgeschnitt'ue Zäckelcher. Und hinne hängt e Kisselche, Das wackelt stets e bisselche, Und rund herum Volantercher, Das macht's noch viel pikantercher. Die Oesercher, die Ludercher, Rtit ausgeschniit'ne Miedelcher, Sie trage falsche Zöppercker Und StraßenkehrungS-Schleppercher. Was eingesetzte Zähnercher! WaS ausgestopfte Beenercher! WaS himmelhohe Ncstercher! Was Schmink und Schönhettlpflästercher! Was tragen sie für Stiefelchee, So eng, 's werd einem übelcher, Mit Wade, wie Streichhölzercher, So geh n sie, wie auf Stelzercher. Wie trage Modepöppercher, Jetzt gar zu hod) die Köppercher, Und gar so steif die Händercher, In aller Herre Ländercher! Ncdaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.