Gießener Anzeiger Donnerstag den 29. April 1869 1) zwei Pferde mit Geschirr, 2) vier K4rhe, Wellen 7 lUKlftr. (3833) 3809) Ein Stück Land im alten Feld ist zu verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. terhalten: in 4 47 12 5700 762 975 II. 47 in C. 19/4 ,9/4a 19/5 19/5a 19/g tigun tretr 3865) Ein Eckhaus an der Hauptstraße, im frequentesten Theile der Stadt gelegen, zu jedem Ladengeschäft sich vorzüglich eignend, ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. H Schma11, Lindenplatz. 3852) Dunggyps, künstliche Dünner, Klee- und Grassamen bei E m i l Pi st o r. 3863) Neue ein- und zweispännige Chais- chen, sowie auch Iagdwagen stehen zu verkaufen bei PH. Walther, __________ Lindenplatz. 3850) Ein gut erhaltener eichener, zwei- thunger Kleiderschrank ist billig zu verkaufen Kaplansgasse Lit. C. Nr. 231. „ Prügelholz, Aspen- „ Buchen-Stockholz, Eichen- „ Buchen-Reisholz, Eichen- ,, Nadel- rc. „ Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Erscheint wöchentlich tick mal; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibere Lit. B. Nr. 1. t oder am alten Schlag, ollen, da das bei der ersten Versteigerung eingelegte Gebot nicht genehmigt worden ist, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, Montag den 3. Mai, Nachmittags 3 Uhr, einer zweiten öffentlichen Versteigerung auf hiesigem Rathhause ausgesetzt werden. Der Massecurator: Krauskopf. Mendorf a. d. Lda., den 26. April 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lda. Wagner. i Neis-Stärke, auf der Weltausstellung 1867 in Paris mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, empfiehlt Emil Fischbach, _______________Seltersweg. Rechts und Rechts. 3813) Beinlängen für Kinder und Mäd- chen, Sockenlängen für Herren in Naturell, Weiß und m Ringelfarben empfingen in neuer Sendung I. A. Busch Söhne. 2'/4 63/4 Nadel-Bauholz-Stämme mit 120 Cu- bikfuß, 300 Nadel-Stangenholz mit 107 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist bei der Kleinmuhle. Aepfelwein vorzüglicher Güte bei Versteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 3825) Montag den 3. Mai d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Strangswiese, Bruderwinter und Ameisenkopf, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 2 Eichen-Stämme mit 81 Cubikfuß, 633 Fichten- und Kiefern-Stämme mit 14239 Cubikfuß, 1074 Fichten- und Kiefern-Stangen mit 3637 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist auf dem Wege von Annerod nach Steinbach an der Strangswiese. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Septbr d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 27. April 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 3828) Die zur Schreyvogel'schen Con- cursmasse gehörigen Grundstücke: Flur Nr. ^Klstr. 3845) Freitag den 30. April, von Morgens 9 Uhr an, sollen in der Wohnung der Daniel Rinn IV. Bau-, Werk- und Nutzholz: Eichen-Stämme, von 9 bis 20 Boll Durchmesser und 20 bi§ 65 Fuß Länge, lo^7 GubiffuB enthaltend, zus. 2369 Cubikfuß, 13 Buchen-Stämme, von 8 bis 19 Zoll Durchmesser und 10 bis 30 Fuß Länge, 6 bis 71 Cubikfuß enthaltend, zus. 285 Cubikfuß, „ 221/2, H. ,, - - - Nadelholz — 143 — 105 -lspen 14 331/4 — 517; B Bau-, Werk- und Nutzholz: 40 Buchen-Stämme von 14 bis 25 Zoll Durchmesser und 15 bis 50 Fuß Länge, , mit 2812 Cubikfuß, 1 Elsbeeren-Stamm mit 20 Cubikfuß, 5 Aspen-Stämme von 10 bis 20 Zoll Durchmesser, mit 171 Cubikfuß. üas Bau-, Werk- und Nutzholz kommt ytlich am ersten Tage, das meistens F. W. B o c k i u s’schen Kräuter - Brust - Syrup. ,3824) Ein sich stets am besten be- währendes, dabei angenehmes Hauö- । mittel gegen veralteten Husten, Hei- ferkelt, rheumatische und chronische | Catarrhe, Lun gen-Entzündungen, i Entzündungen der Luftröhren und des Kehlkopfes, überhaupt gegen alle Hals- und Brust-Affectionen. Dieser Kräuter-Syrup in Flaschen zu 1 fl. 10 kr-, 35 und 24 kr. ist zu haben in Gießen bei Ernst Hermes. Anzeige- und Mmtsölatt für den Areis Kielen K 30 " 1 biküge» Ccbwurgencht-- ■ der Pro;kß gtgtn vnhaüUlt. Wir mich iü, wurde im April .ijim in dem Elalle ihre- alle Anzeichen auf einen t Leiche sack vorgängiger eniianulos beerdigt. 3m chl rege, daß die Unglück- 6trn raziflet worden sei. m Magen derselben fanden er war zu jener Zeit be» gegen zogen die Behörden mein behauptet wurde, ße er begangene Verbrechen, arn'anende Geständnisse ab r Ltäser mitgetheilt, er ieine Öbefraa zu vergiften, tt unk sodann im Stqlle auf fRequmtion der heffi- . und hicrbergebracht. 3n umtt der Angettagte den niichiediN in Abrede, seine in al iu baden. W Zen- bereit- tmibnU Berbandlnng war die worenen bejahten VßW rersuchS, wie die » tr Gerichtshof »trutito >chür'er hörte das W • rn «bend starb h'«w •,t alt. n l- •ipril. Das jn Nr>109 | ch aus erwähnte Mrt"r April, 15 »Jj n näufern mitten m W c,6 man junaM 9>suM' > U-« *^«4 in». i Dn 6 über einer f 1 til schwarjen i . SÄ j r.i M fln‘ Auch t ,n Lalera. » « ■"#«' «* I N 11 Dlao*1- 3) zwei Rinder, 4) ein Wagen, 5) ein kleiner Wagen, 6) ein Pflug und rwei Eggen, 7) Heu, Stroh und Hausgeräthschaften. Heuchelheim, am 27. April 1869. Großherzogliches Ortsgericht Heuchelheim. Jung. Holzversteigerung in den Domanial- Waldungen der Oberförsterei Eichelsdorf. 3861) Mittwoch den 5. und Freitag den 7. Mai werden in den Districten Lindes, Eckhardsmahr und Rabentopfe nachstehende Holzsortimente versteigert. A. Brennholz: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish. Holzart. Stecken Stecken Stecken Stecken Buchen 392, 1.61. 74^ 12O‘/2 247 156 Acker zwischen dem Wetz- larer Weg und der Lahn, 152 Wiese daselbst, 132 Acker daselbst, 131 Wiese daselbst, 318 Acker daselbst, (sammtlich jetzt einen Garten bildend), 36/m 215V2 Garten auf der Sternwarte 3^62) Zwölf Stück Gartenbänke ohne Rucklehne, noch in gutem Zustande, sind billig zu verkaufen. I- Rothenberger, Lindenplatz. nete Mobilien, unter den bei der Verstei- terhalten: in <1 gerung bekannt gemacht werdenden Bedin- Häuser und aunaen. an hip WpifiktptynS#.. ■■______ Beraccordirung von Weitzbiuder- arbeit. 3836) Die Erneuerung des äußeren Verputzes und des Anstrichs der Rentamts- wohnung dahier, zu 159 fl. 50 kr. veranschlagt, soll im Submissionswege in Accord gegeben werden. Der Voranschlag und die Accordsbedin- aungen können sofort in unferm Geschäftslocale eingesehen und die Offerten bis zum 30. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, eingereicht werden. Dieselben müssen versiegelt und mit der Aufschrift: „Submission für die Weißbinderarbeit an der Rentamtswohnung", versehen sein. Später einlaufende Offerten finden keine Berücksichtigung. Gießen, am 26. April 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. bei _■ Der Amtliehe Bekanntmachungen. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 12, ausgegeben zu Berlin am 20. April 1869 enthält • Nr- 269. Verordnung 6etr. bie Einberufung be§ ^n^rotH be§ beutln 3^™^ Lm 17 2lPriI 1869 ' ” * fcS 8BSÄ3: tt £ $S5::: W» menau, Donna Franciska, Porto Alegre, Rio Grande do Sul, San Luiz, Petropolis Maroim V ^klem, Cear-., Bahia, Santos, Desterro, Blu- ääsä. - * _______________________________________________________________ Dr- G 0 l d Ni a n n. «ikh»ersich-r»»g»-Anst-II für d-> » « r ° ß h r r, ° q Ih u m Aksfrn ..... sssHÄ-es» wsaiM sst# ä shb b» W».«»’.«»$..... Pferde und Rindvieh desselben Besitzers können zugleich, es kann aber auä eine einidne^nthma für 0Tn aUe sonstigen Verluste zu versichern. «.ig£s$-Ä’tiss ass* *«— 4» »äs",.»»,,., ........ G-n-HMgung^r^ ®irCCti°n 3U rid,tm "Nb werden demnächst unsere Agenturen für das Gr°ßherz°gthum, nachdem solche die amtliche Darmstadt, den 20. April 1869. Die Direktion. > ---- --------C a r l Gaul«. Maiwein-Estenn $ das Fläschchen zu 6 und 12 kr., em- ptzehlt Robert Sattler, t (3853) Conditor. ch- r m»n 5ü« Wobt '■ ^euanifi tc dtil Klri» ^^lstisch fit ii)l( lonaltn f Dllt volin tn/' Sr Ib'". iß 1 n; Engi. Souver. 11 Kuss. Imper. 9 Doll, in Gold 2 (E ingefandt.) Den Verschönerungs-Verein betreffend. Ueberall hört man sich anerkennend aussprechen über das Unternehmen, durch freiwillige Beträge unserer Stadt und ihrer nächsten Umgebung manche Zierden und Annehmlichkeiten für deren Bewohner zu verschaffen. Um so auffallender muß es erscheinen, daß öfters in geselligen Kreisen constattrt rotrb, es sei Diesem oder Jenem, welcher auch gerne seinen Beitrag zeichnen würde, die Emzeichnungslffte noch nicht zu Gesicht gekommen. Bei einem Unternehmen, das Jedem zu Gute kommt und an dessen Erfolgen Jeder seine Freude hat, sollte auch Jedem die Möglichkeit gegeben sem, nach seinen Kräften bcizusteuern. Man soll hierbei in der Auswahl Derjenigen, welchen die Liste zuzuschicken wäre, nicht ängstlich sein, denn Diele kleine Beitrage sind besser al gar keine und einen Beitrag, mag er auch noch so klein sein, zeichnet gewiß em Jeder, welchem die Liste sufommt. Es soll hiermit dem Comito der Vorwurf der Lass.gkeit keineswegs gemacht werden, es gilt nur, darauf aufmerksam zu machen, daß Kemer vergessen wird, der einen Beitrag leisten kann. Diejenigen aber, welche Beitrage Ielften können, lassen sich aus dem Adreßbuch der Stadt Gießen und aus sonstige Weise leicht feststellen. K Freiburger @ | Staats-Prämien-Anleiiie. | « 3811) Der Verkauf der Prämien- % Ä Obligationen ist von allen Regie- ® g rungen des In- und Auslandes gestattet, g A Die Haupt-Gewinne betragen Francs -- & 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000, ® 32,000,30,000,25,000,20,000,18.000, & « 16,000, 15,000. 6000, 5000, 4000, g ® 3000, 2000, 1000, 350,000 a 250, 125, 8 @75, 50, 30, 20 Francs. A Die Verloosung geschieht unter Staats- Aufsicht. Beginn der Ziehung am 3. k. Mts. ® g Nur 4 Tlilr. oder *4 Tlilr. g oder 1 Tlilr. g g kostet ein wirkliches Original- 25 ® Staats - IjOOS (nicht von den ver- A botenen Promessen), und werden diese A | Original Staats Obligatio g & nen gegen frankirte Einsendung $ ® des Betrages oder gegen Post- g Vorschuss, selbst nach den ent- ferntesten Gegenden von mir & M versandt. ® ® Es werden nur Gewinne @ gezogen. 35 HS Gewinngelder und amtliche & g Ziehungslisten sende meinen In- teressenten nach Entscheidung prompt^ ® und verschwiegen. | Durch meine von besonde- I g rem Glück begünstigten Z s; Loose habe meinen Interessenten be- g reits allein In Oeutschland ® | die allerhöchsten Haupt- K Streifer von 300,000,995,000,3 ® 187,500, 159,500, 150,000, g Z 130,000 , mehrmals 195,000, A mehrmals 100,000, kürzlich $ Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Donau, am 10. April von Bremen abgegangen, ist am 25. April wohlbehalten in New-York angekommen. Das Dampfschiff des Nordd. Lloyd Baltimore, am 7. April von Bremen abgegangen, ist am 26. April wohlbehalten in Baltimore angekommen. Wohnungs-Verandernna. 3822) Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen habe und jetzt in dem von mir erkauften vormaligen Braun'- chen Hause auf dem Reichensand wohne. Bestellungen können nach wie vor bei meiner Mutter in der Neustadt abgegeben werden. Georg Möhl, Weißbinder und Lackirer. 3858) Der untere Stock in meinem Hinterhause, bestehend aus 4 Zimmern, Kllche rc., ist zu vermiethen und kann sogleich bezogen werden. Georg Lüdeking. 3808) Ein Familicnlogis wird pr. 1. Juli frei bei S- Weimersheim. Original-Staats-Prämien-Loose B sind überall gesetzlich zu spielen gestattet! g Allerneueste Capital - Verloosung, | garantitt und genehmigt von hoher E Staatsregierung, in der nur Gewinne» gezogen werden, nimmt am loten k. Mts. ihren Anfang. Der in obiger Staats- 1 verloosung zu entscheidende Betrag ist | ein Capital von Einer Million 390,000 Thaler, B und finden diese in folgenden größeren g Gewinnen ihre Ausloosung: 3l)h*. 100,000. 60,000. 40,000. 8 20,000. 12,000. 2 ä 10,000. M 2 ä 8,000. 2 ä 6,000. 2 ä 8 5,000. 4 ä 4,000. 3 ä 2,500. I 12 ä 2,000. 23 ä 1,500. 105 M ä 1000. 158 ä 400. 21 ä 300. g 271 ä 200. 350 ä 100 und 5 viele andere Gewinne ä 80 und | 60 Thlr. rc- und deckt der kleinste 8 Gewinn jedenfalls den Einsatz. B Die Gewinne sind bei jedem Bank- i Hause zu erheben. Originalloose (keine | Promessen) ä 4 Thlr., ä 2 Thlr., ä 1 Thlr. werden gegen Baarsendung, auf Wunsch auch gegen Postvorschuß, selbst nach den entferntesten Gegenden, prompt und verschwiegen von mir versandt. Gewinngelder und amt-liche Ziehungks- listen sende sofort nach Entscheidung jedem Betheiligten zu. In Allerneuester Zeit zahlte ich in hiesiger Gegend wiederum über B [200,000 Thaler aus, daher bei! mir der Zudrang zu Origiual- Staatsloosen so enorm groß ist, daß ich daraus ausmerksam mache, daß man werthe Aufträge unge- !säumt eiusenden wolle. J. Daminanii, Bank- u. Wcchsclgcschäft. (3821) Hamburg. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 328i/2 Lud wigsh.-Bexbach 163 ^4 Maxbahn 107V2 Bayer. Ostbahn 126Vs Hess. Ludwigsbahn 141V4 3O/o östr. Stsb.-Prior. 543/4 30/0 östr. s. Lombard. 45% 30/g Livorneser 34 Toscaner 54 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 74V< do. II. Emiss. 733/4 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 57 Vg Nassau fl. 25 b. Roth. 365/ö Gr. Hess. fl. 50 b. R. I651/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 42 4O/o bayr. Präm. Anl. — 4% badische Loose 1053/< Badische fl. 35 Loose 56 1858r Prioritätsloose 155 1860r Loose 812/4 Anno nee. 3817) In einem hiesigen Fabrikgeschäfte ist eine Lehrlingsstelle zu besetzen. Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________________ 3827) Eine einzelne Dame sucht ein Logis von 3 bis 4 Zimmern, womöglich Parterre oder im zweiten Stock, nebst Küche und Mansarde, auf dem Seltersberg oder in sonstiger freier Lage, am 1. Juli oder auch später zu miethen. Nähere Auskunft bei der Exped. d. Bltts. _______________________ 3843) Donnerstag den 29. April: 3819) Es wird ein Zimmer- mädcken in einen hiesigen Gasthof gesucht, das sogleich eintreten kann. Zn erfragen bei der Erped. b. 331- 3860) Ein braves Mädchen, welches gute Zeugnisse besitzt, wird alsbald für einen kleinen Haushalt gesucht. Näheres bei Frau Sauer, Neuenweg. 3806) Einen kräftigen Hausburschen sucht Fritz Fürst. | Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie Br. O, Klllisch in Berlin, jetzt Hlttel- strasse ÄTr. O. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. Bermiethung^n. 3856) Die Familienwohnung des Herrn Dr. Welker tn meinem Seitenbau wird durch dessen Wegzug frei. Gärtner Schaum, Seltersthor. 3810) Im Brühl'schen Hause am Canz- leiberg ist ein Familienlogis, bestehend aus drei Zimmern, drei Cabinetten rc., zu vermiet hem Arbeiter gesucht. 3838) In unserer Bleizuckerfabrik finden zwei Arbeiter und ein Heizer bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung. Eintritt sogleich Großen-Linden- Gebr. Gossi. 3837) Ein braves, reinliches Mädchen von gesetztem Alter, das mit allen Hausarbeiten umzugehen versteht, kann in einer kleinen stillen Familie sofort, oder auch zu Johanni, in hiesiger Stadt einen Dienst finden. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Wechsel. Amsterd. k. 8. 993/g Augsb. k. S. 100 Berlin k. 8. 105Vtz Bremen k. 8. 975/g Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88Vb Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 120Vs Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95'/g Wien k. 8. 97 Disconto 3V2% 0 Geldsorten. aus dem Len z'fchcu Felsenfester, ausgeführt von Mitgliedern des Großh. Hess. II. Jnfant.-Regiments. ______Anfang 6 Uhr- Entree 6 kr._______ 3812) Ein solider junger Mensch mit guten Vorkenntnissen kann unter günstigen Bedingungen in eine Apotheke auf dem Lande als Lehrling eintreten. Näheres bei der Exped. d. Bltts._________________________ 3862) Letzten Sonntag ivurde auf dem Wege vom Schiffenberg nach der Stadt ein schwarzer, baumwollener Regenschirm gefunden. Derselbe kann in der Peppler'- ischen Mühle gegen Entrichtung der Jnserat- gebühren in Empfang genommen werden. Börsennacbrichten. 27. April 1869. Preuss. 4y2% Obi. — Frankf. 31/2% Obi. 815/g Nass. 4V2o/o Obi. 93 Kurh. 4% Obi. 85 Hess. 4% Obi. b. Roths. — „ 31/2% do- do. 85V2 Bayer. 5% Obi. 10l5/g „ 41/2% 1jährige 94/g Würtemb. 4y2% Öbl. 93Vs Baden 4V2% Obi. c. E.L. 93 Vg Oestr. 50/0 b. R. 57 Vs „ 5% National 555/8 n 50/0 Metall. Obi. 64?/g „ M. steuerf. 51 Amer. 6®/q 1882r Bds. 87% „ 6% 1885r 85 V2___ Actlen. Frankf. Bank 122 Oester. Bank 695 r Creditact. 283 1 Darmst. Bankact. 272 3842) Eine Stube ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Chr. Hellmold Wtttwe, _________________Löwengasse.__________ 3834) Anfangs Juli ist ein kleines Logis ru vermiethen bei Wilh. Nagel, Brandgasse. 3805) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei „ Wernhard Brück, Flugelsgasse. 3807) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3804) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen. Neue Anlage. Näheres bei der Exped. d. Bltts. wl»r li* " «1» St Md W MjJ War ti fijiDfr auszus Lomz W a vMe, in1 tonnU 6. Slranmu' Der« suchte, seinen $ sollte, zu vergehen Slbtr ihm auffon Zu de Ml einen baiin|d mi bekannt uni Diese Ivog, ihn Hause zu v Das t Eindruck ai aussetzte un malige Sch über die T weise Dani1 Noch N hing( lichen Cha Mg zuzui Er er tziM wa weniger Te Utbn Trutze m Beiv in sich zu ihrem Be^ Gilt, mit gefahren n harrte, ihr die es um Dem -nutzte, f0 ->-ger auf Freul 3hm ,^rr i , iit! u-itteluno ^etn gleich Nen unander 1 ■f, * "chen N ""schki Er t d« ** 8 Denn W i01 |l 1111 „ * n ober Wr )er. ^'rettion. (Fallsucht) ^Mittel- feheilt. mt'»e to. Lackirer. Nndel Samstag lubgebaudes statt. •n ünd bis Xqq§ acken. ftitection. bas kochen und die achten kann, wird udt- Das Nähere iren und Ucber- n en t besorgt. Stoffe nt. starter Witttve. nee. Jlenid), welcher mit immgehen weiß, und ^onialwaarengeschäst auf einem Bureau, n Geschäft. Hierauf - gefälligst an die mernehmen, durch taucht Zierden unb wallender mut es 'i eiern oder jenem, äelifte noch nicht zu immt und mMn t gegeben M. noch Wenigen, welchendre rage sind besser °ltz ter gewiß em M, rwuri der LaiNgkell machen, bW Dcldie Beittage leistm sonstige Ms« ppelte 10 St- 9 5Tlr^'\ 9 4 ' 9 47-49 S 54-56 : ■ 53;S, 9 311?, j nf cf-11 19 i *;,r 9hi-#'2' jril'con SBtanm -b- *B von A-m-n °b- ien- jiveb*e*' k. 8- 993/8 k. 5. IO« L S. 10b'/d k. 8. 97s/g । rfl»5 ‘Vb.** *• teilt, Lpslr Vergeltung. Criminalnovelle von Fr. Wilibald Wulff. (Fortsetzung.) Anfangs bat sie ihn oft, ihr zu sagen, weshalb er häufig so finster und : schwermüthig sei, aber da sie nie eine Antwort erhielt, welche ihr einen freien , Blick in das Herz ihres Vaters gestattete, so schwieg sie und war zu jeder Zeit bemüht, alle die kleinen Unannehmlichkeiten ihm aus dem Wege zu räumen, welche seinem Kummer Nahrung geben konnten. Sie war darauf verfallen, zu glauben, daß es das Andenken an ihre Mutier sei, das ihn häufig so trübe und unzugänglich machte. HarmS vergalt diese Selbsttäuschung eines arglosen, unschuldigen Mävchen- berzens mit doppelter Liebe. Es schien ihm immer als ein unverdientes Glück, wenn er das blühende schone Mädchen vor sich sah und die Sprache ihres reinen, unverdorbenen Her- *Cl1* Wenn seine Blicke nach seinem Sohne schweiften, welcher seiner Schwester im Aeußern so ähnlich war, wenn er in den blauen, treuherzigen Augen des Jünglings denselben Ausdruck einer stolzen, aber ehrenhaften Gestnnungsart fand, welcher sich auf Elsen's Antlitz zeigte, so lastete die Erinnerung an seine Schuld mit doppelter Schwere auf ihm und er hatte Mühe, sich der Thränen zu ent» Dem Fatalismus ergeben, wie fast alle Bewohner der Inseln und die Mehrzahl aller Seeleute, vermochte er sich nicht von dem Gedanken loSzureißen, daß gerade in der Stunde des höchsten Glückes die Entdeckung seines Verbrechens erfolgen würde. , Neben der Furcht vor dem Augenblick der Enthüllung, welcher all fein GM ja mit einem Schlage zu zertrümmern geeignet war, erfüllte ihn die Sorge Am Else's Zukunft mit heftiger Unruhe. War die Entscheidung erfolgt, so bildete die Schuld ihres Vaters eine 'schwer auszufüllende Kluft zwischen ihr und einem ihr würdigen Manne. Lorenz konnte hinausziehen in die Welt und jenseits des Meeres seinen geschändeten Namen begraben. Else aber mußte, wenn sie das unsichere Loos ihres Bruders nicht theilen wollte, in der Heimath bleiben, und welcher aus Recht und Ehre haltende Mann konnte' es, nach Harms' Meinung, über sich gewinnen, um die Tochter eines Strandräubers zu freien? . Der Greis beging dadurch, daß er nach einem Manne für seine Tochter suchte, ohne diesem seine That eingestehen zu wollen und auf diese Weise die späteren Folgen einer Heirath, falls nämlich seine Schuld an den Tag kommen sollte, zu vermeiden, ein zweites, in Bezug auf seine Tragweite viel größeres Vergehen als das erste. Aber die Liebe zu Else machte ihn blind und ließ den Gedanken nicht in ihm aufkommen, daß er dadurch ihre Zukunft am meisten gefährdete. Zu derselben Zeit, als er eifrig damit umging, sich unter den Söhnen der Insel einen Eidam zu wählen, wurde Lorenz bei einem Besuche auf der Nachtzarinsel mit Rolf Jsenbrand, dem Obersteuermanne eines Flensburger Schiffes, bekannt und befreundet. Diese Freundschaft hatte zur Folge, daß Lorenz den jungen Seemann be- Wog, ihn mich Nordstrand zu begleiten und einige Tage in seinem väterlichen Hause zu verweilen. Das offene, ehrliche Gesicht seines jungen Gastes machte sogleich den besten «Eindruck auf Harms und eine genaue Prüfung, welcher der Greis den Jüngling aussetzte und die sich um das deutsche Seewesen drehte, mit welchem der ehe- malige Schlickläufer seit seiner Jugend vertraut war, vollendete Rolfs Sieg über die Vorurtheile, welche der greise Insulaner ihm, dem Sohne einer Vorzugs- weise dänischen Stadt, im Anfänge der Bekanntschaft entgegen getragen hatte. Noch mehr aber wie ihr Vater fühlte sich Else zu dem stattlichen Fremd- king hingezogen, dessen frische, gebräunte Gesichtszüge einen festen, ächt männlichen Charakter offenbarten, und eine nur kurze Zeit genügte, um ihm ihre Neigung zuzuwenden. Er erschien ihr liebenswürdiger als alle Jünglinge, denen sie vordem be- gegnet war, und das Lob ihres Vaters, welcher den jungen Mann während weniger Tage liebgewonnen hatte wie einen Sohn, machte sie stolz auf ihre Wahl. Ueber Rolfs Herz hatte schon der erste Anblick der blühenden, bei seinem Gruße erröthenden Else entschieden. Beide, gleich ehrliche, offene Naturen verstanden nicht, ihre Empfindungen in sich zu verschließen, und wenngleich auch der Mund schwieg, so prägte sich in ihrem Benehmen gegen einander, in den Blicken, welche sie wechselten, in der Eile, mit welcher Jsenband zurückkehrte, wenn er mit Lorenz aufs Meer hinausgefahren war, und in der Unruhe, mit welcher Else seiner Heimkehr entgegenharrte, ihre Gefühle so deutlich aus, daß Harms sehr bald im Klaren war, wie eS um das Herz seiner Tochter stand. Wenn auch der Jüngling nichts besaß und überdies seine Mutter ernähren mußte, so war er doch dem ehemaligen Schlickläufer, der, wie wir wissen, we- Niger auf Geld und Gut sah als auf ein braves Herz, als Eidam willkommen. Freudig erwartete Dirk Rolfs Werbung. Ihm durfte er getrost seinen höchsten Schatz, seine Else, anvertrauen. Der ehrenhafte Charakter des jungen Seemannes war die sicherste Bürg- schäft für ihr Glück. Die Verständigung der beiden Liebenden war inzwischen durch Lorenz Vermittelung, dem Rolf sein Herz erschlossen hatte und der mit ganzer Seele an dem gleichgesinnten Freunde hing, rasch erfolgt. Wenn die Gemüther und die Anschauungen zweier Menschen so genau zu einander passen, wie dies bei Jsenbrand und Else der Fall war, ist eine Vereinigung schnell erzielt, und als der Jüngling nach vierzehntägigem Aufenthalte Nordstrand verließ, um nach seiner Heimathstadt zurückzukehren, war Else seine ihm heimlich verlobte Braut. Gern wäre Rolf in der Stunde des Abschiedes mit seiner Werbung her- vorgetreten, aber eine seltsame Scheu, die, nach seiner Meinung, in seinen ärmlichen Verhältnissen gegenüber dem Reichthume des Vaters seiner Else wurzelte, verschloß ihm die Lippen. Er verschob die Werbung bis zu seiner Wiederkehr, denn Harms hatte ihn cingeladen, seinen Besuch zu wiederholen, sobald es seine Zeit gestattete. Jsenbrand schied von der Insel mit der sicheren Hoffnung, daß Else, wie sie es ihm versprochen, ihren Vater zu einer Einwilligung geneigt machen würde, und die Einladung des Greises erschien ihm als der beste Beweis dafür. Die Zeit seiner Abwesenheit benutzte Harms, um die Neigung seiner Tochter zu prüfen. Er fand seine Erwartung bestätigt und sah jetzt der Zukunft lange nicht mehr so ängstlich und trübe entgegen, wie er es noch vor ganz kurzer Zeit ge- than hatte. Um indessen ganz sicher zu gehen, unterließ er es nicht, Nachforschungen nach der Familie seines zukünftigen Eidams anzustellcn. Zu seiner Freude gewahrte er, daß sich Rolfs ehrlicher, gerader Sinn selbst im Kleinsten nicht verleugnet hatte. Alles, was der Jüngling über seine Verhältnisse geäußert, erwies sich als lauter Wahrheit. Sein Vater war Schiffscapitän gewesen und schon in Rolfs Kindheit auf eine dunkle, bisher noch nicht aufgeklärte Weise verschwunden. Er war zuletzt auf Pellworm gesehen worden, und zwar in dem Hause eines Freundes seiner Jugend, dessen Sohn auf demselben Schiffe Obersteuer, mann war, welches er führte. Hier war aber jede Spur verloren gegangen. Es sei wohl anzunehmen, daß er bei seiner Rückkehr nach der Küste des Festlandes eine Beute des Meeres geworden, da gerade zu jener Zeit heftige Stürme gewüthet hätten; so hatte sich Rolf zu verschiedenen Malen geäußert, wenn das Gespräch auf den Tod seines Vaters gebracht wurde. Er schien jedoch mehr zu wissen, als er es scheinen lassen wollte, und als eines Tages Harms, von dem furchtbaren Argwohn ergriffen, Rolfs Vater und der Todte auf der Watte könnten eine und dieselbe Person sein, da der Ort und die Zeit seines Todes so genau paßten, seine Erregung nur mühsam ver- bergend, in ihn drang, ihm Alles, was er wisse, anzuvertrauen, erzählte ihm der Jüngling mit sichtbarem Widerstreben, daß auf Pellworm die Meinung verbrei- tet sei: sein Vater habe sich mit einer jungen Insulanerin, die er, obgleich ver- heirathet, bcthört, nach der neuen Welt geflüchtet und das ihm angetraute Weib, seine Mutter, dem Elende preisgegeben. „Ich kann's nimmer glauben," setzte Rolf hinzu, „daß mein Vater so ehrlos gegen meine Mutter handeln konnte, wenngleich für die Behauptung, daß er entflohen sei, manche schwer in's Gewicht fallende Umstände sprechen. Der gewichtigste ist wohl der, daß zu derselben Zeit die hübsche Tochter des Strand, vogts Steffens von der Insel verschwand. Zudem trug mein Vater eine große Summe Geldes bei sich. Aber trotzdem will mir's nicht in den Kopf, daß er Weib und Kind verlassen konnte. Weit eher glaube ich, daß er ermordet wor- den ist, seines Geldes willen." Harms, dem die Erzählung des Jünglings den Verdacht benahm, der ihm Anfangs arg zu schaffen gemacht, 'fanb, als er auf Pellworm nach dem Der- schwundenen Kundschaft einzog, Alles bestätigt, was der junge Seemann ihm vertraut hatte. * „ Es gab auf der Insel noch Manche, die sich des schmucken Capitans ganz deutlich erinnerten, aber unter ihnen war auch nicht einer, der in Betreff seines Todes Rolfs Meinung theilte. Alle behaupteten fest und steif, der dazumal junge und stattliche Capitän sei mit des Strandvogts Tochter nach Amerika entwichen. Ein alter Matrose, der sich auf der Insel zur Ruhe gesetzt hatte, wollte ihn sogar vor 10 Jahren in Gesellschaft des entführten Mädchens in New-Or- leans angetroffen haben . Der Bericht des hochbetagten Seemannes, dessen Gedachtniß tm Laufe der Jahre merklich schwach geworden war, verbannte den letzten Rest von Argwohn, welcher in der Brust des ehemaligen Schlickläufers übrig geblieben war. Wenn auch der Matrose in früheren Jahren häufig ein Glas über den Durst getrunken hatte, so war doch keine Veranlassung vorhanden, über seine Aussage Zweifel zu erheben, und vollkommen beruhigt sah Harms die Wolken sich zerstreuen, welche ihn mit einem herannahenden Unwetter bedroht hatten. Daß Rolf seinen Vater verteidigte und an der Schuld desselben zweifelte, gab dem Greise den sichersten Beweis von dem inneren Werthe des Jünglings, und die aufopfernde Thätigkeit desselben für seine Mutter steigerte Harms' Ach- tung vor seinem Charakter zu einem so hohen Grade, daß er fest entschlossen war, falls jener mit seiner Werbung um Else zögern sollte, ihm selber die Hand seiner Tochter anzutragen. * Aber dazu kam es nicht, denn Rolf kehrte schneller nach Nordstrand zurück, als er es selbst gehofft hatte. Ein Brief von Elfe, worin sie ihm schrieb, daß ihr Vater mit Freuden einwilligen würde, bewog ihn zur schnellen Rückkehr nach der Insel. Er nahm sich kaum Zeit, seinem Freunde Lorenz den Tag seiner Ankunft anzuzeigen und folgte, von den Segenswünschen seiner Mutter begleitet, seinem Briefe auf dem Fuße. War es Zufall oder eine Fügung des Geschicks? Als er den Uferdamm der Insel betrat, stand er vor dem Vater seiner Else. Harms faßte seinen Arm und auf dem Wege nach dem Hause des Greises, vor welchem, wie wir früher erzählt haben, Lorenz seinen jungen Freund er* wartete, gestand ihm Rolf seine Neigung zu Else und erhielt von ihm das Jawort. Am Abende dieses Tages gingen drei frohe Menschen zur Ruhe. Else und Rolf waren glücklich, weil jetzt keine Schranke mehr zwischen ihnen stand, und HarmS zum ersten Male wieder heiter und zufrieden seit dem Tode seines WeibeS, denn er war ja fest überzeugt, daß er die Zukunft seiner Tochter den sichersten Händen anvertraut habe. ES war der erste Sonnenstrahl des Glückes nach langer Zeit, welcher das blasse, von Furchen des Grams und des Alters durchzogene Antlitz des Greises erhellte und seinen belebenden Schimmer in sein so lange von Unruhe und Ge- wiffenSqualen erfülltes Herz warf. Es war ein Sonnenblick, der einen schönen, rosigen Morgen zu verkünden schien, und das Herz des alten, tiefgebeugten Mannes öffnete sich ihm wie eine Botschaft aus einer anderen, besseren Welt. Aber der sehnsüchtig erwartete Morgen nahte sich, anstatt mit erquickender Frische und duftenden Frühlingsblumen, mit Hagelschauern und verheerenden Stürmen. (Fortsetzung folgt.) Berlin, 24. April. Die Sonntagsfeier ist ih- rem Ursprünge nach nicht bloß eine kirchliche Satzung, sie ist nachweislich ebenso und noch mehr eine sociale. Eine weise Gesetzgebung suchte von Alters her den Gedrückten und Beladenen wenigstens einen Tag der Woche frei zu geben, an dem sie ihres Lebens froh werden konnten. Aber auch von Alters her kam di eß sociale Gesetz, dem durch kirchliches Gebot ein größerer Nachdruck gegeben werden sollte, wiederholt in Vergessenheit und mußte von Zeit zu Zeit wieder aufgefrischt werden. Der Kampf der Interessen erwies sich mächtiger als die Satzung der Kirche und des Staates, zumal da die Uebertretung meist im Interesse der herrschenden Classen lag. So hat auch jetzt wieder die Frage der Sonntagsarbeit die Aufmerksamkeit der Gesetzgebung auf sich gezogen und beschäftigte am Freitag bei Berathung der Ge- Werbeordnung den Reichstag. Charakteristisch ist aber die Form, in welcher man der wiederholt laut ge- wordenen Forderung der arbeitenden Classen Genüge thun will. Die Berechtigung dieser Forderung er- kennt man an, sonst würde man es nicht für nöthig gehalten haben, ihr durch eine Gesetzesbestimmung Ausdruck zu geben. Andererseits aber fürchtet man, dem Interesse der Arbeiter zu nahe zu treten und so, zwischen Thür und Angeln stehend, fügt man der Gewerbeordnung eine Bestimmung ein, die sich den Schein gibt, das Interesse der arbeitenden Classen wahr zu nehmen, während dieselbe im Grunde genommen nur eine gutmüthige Phrase ist, die dem Gesetze höchstens den Stempel einer gewissen Ge- müthlichkeit aufdrückt. „Zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen ist, vorbehaltlich der anderweitigen Vereinbarung in Dringlichkeitsfällen, Niemand ver- pflichtet", heiß es im §. 107. Mit dieser Bestimmung aber sind die Arbeiter just so klug, wie sie eben waren. Ein Zwang herrschte auch bisher nicht. Die Sonntagsarbeit war „freie Vereinbarung". Aber man müßte eben nicht wissen, wie die Verhältnisse liegen, wenn man den Zwang abläugnen wollte, der diese „freie Vereinbarung" für den Arbeiter zur Nothwendigkeit macht. Entweder erkennt man die Forderung der Aushebung der Sonntagsarbeit als berechtigt an, und dann kann man ihr nicht anders als durch ein bestimmt ausgesprochenes Verbot abhelfen, ober man hält die industriellen Interessen durch ein solches Gebot für gefährdet, und dann hat man sich jeder gesetzgeberischen Einmischung zu enthalten. Gesetzesbestimmungen, die sich nur den Schein geben, solche zu sein, sind vom Nebel, weil sie die Unzufriedenheit der Betroffenen mehr nähren als beschwichtigen. Berlin, 26. April. In der heutigen Sitzung des norddeutschen Reichstages vertheidigte der Bun- des-Commiffär Vie Gesetzesvorlage über die Branntweinsteuer und machte Mittheilung über folgende neue Steuerprojecte: Petroleumsteuer, Gassteuer, Wechfelstcmpelsteuer, Börsenstcuer und mäßige Biersteuer (große Sensation). Der Abg. v. Kardorff bekämpfte die Branntweinsteuer. Graf Bismarck erklärte, er übernehme die volle Verantwortlichkeit für die Vorlage. Bonn, 23. April. Die beiden Söhne des Grafen Bismarck, Herbert und Wilhelm, haben seit einigen Tagen unsere Universität bezogen und werden wahrscheinlich ihren hiesigen Aufenthalt auf mehrere Semester ausdehnen. Die Notiz mehrerer Berliner Blätter, daß die jungen Herren in das Königs - Husaren - Regiment eintreten würden, ist dahin zu berichtigen, daß dieselben vor der Hand nur den Studien obliegen werden. Freiburg im Br., 26. April. Die bereits von einigen Blattern veröffentlichte Entscheidung des Mannheimer Oberhofgerichts gegen den BiSthums- verweser Dr. Kübel und den Pfarrverweser Berger in Konstanz wird durch die heute Seitens des hlcsi- gen Kreis- und Hofgerichts erfolgte Publicirung als richtig bestätigt. Das Urthetl erklärt, daß der Bisthumsverwefer Kübel und der Pfarrverweser Berger unter Aufhebung des Verweisungsbeschlusses der Raths - und Anklagekammer Freiburg von der Anschuldigung des Mißbrauchs des geistlichen Amts, resp. dee Theilnahme daran, anläßlich der Excom- munication des Bürgermeisters Stromeycr entbunden werden. Wien, 24. April. Im Abgeordnetenhause begann heute die Specialdebatte über das Volksschul- gesctz. Die Generaldebatte bot einige interessante Momente. Der ultramontane Professor Greuter donnerte gegen den consessionslosen Staat, der vermittelst des Schulzwangs den katholischen Müttern ihre Kinder entreißen wolle, und er berief sich gegen den vorliegenden Gesetzentwurf auf das sächsische Schulgesetz vom 3. Mai 1851, durch welches der Minister v. Beust in innigster Uebereinstimmung mit dem preußischen Minister v. Raumer dem positivem Glau» den wieder den gebührenden Rang in der Schule zugewiesen habe. Die meisten Bestimmungen des Hasner'schen Gesetzentwurfes seien aus dem badischen Gesetzentwurf abgeschrieben. Dem Reichskanzler v. Beust war die Erinnerung an seine reaktionäre Thä- tigkeit offenbar sehr unangenehm, und er wiederholte in seiner Replik die schon öfter gebrauchte Wendung, daß er bei seinem Eintritt in den österreichischen Staatsdienst weder Neigungen, noch Abneigungen herübergenommen habe. Der Abg. Dr. Schindler sagte, die Schulen müßten gegen die Propaganda des katholischen UltramontaniemuS und des prote- stantischen Muckerthums geschützt werden; das letztere fei in politischer Beziehung vielleicht noch gefähr- licher als der erstere. Diese Bemerkung veranlaßte den schlesischen Abgeordneten Schneider (evangelischer Superintendent) zu der Erwiederung: „Der wahre Protestantismus hält an dem Princip der Freiheit des Glaubens und Denkens fest, und die Giftpflanze des Mucketthums kann dort nicht aufkommen, wo man das Wesen des Protestantismus nicht verleug- net. Ein Lessing, ein A. v. Humboldt, das sind die Repräsentanten des ächten Protestantismus." Brüssel, 24. April. Hr. Fröre-Orban ist von Neuem in Paris zurückgehalten und zwar, wie es heißt, auf den speciellen Wunsch des Kaisers. Niemand aber weiß hier in den Regierungskreisen von den angeblichen Concessionen, welche der heutigen „Indep. beige" zufolge Hr. Frore-Orban gemacht haben soll. Belgien — wir können nur immer wieder darauf zurückkommen — kann und wird, weder direct noch indirekt, in der Eisenbahnconces- sionsfrage nachgeben, und man ist hier überzeugt, daß alle Großmächte in dieser Beziehung Belgiens striktes, neutrales Benehmen billigen. Eben darum würde Frankreich schwerlich in den Vorschlag eines internationalen schiedsrichterlichen Urtheils einwilligen, von welchem die „Etoile beige" heute spricht. Dagegen mag die „Patrie" immerhin behaupten, die Unterhandlungen in Paris würden nicht mehr wieder ausgenommen werden, sofern Hr. Fröre-Or- ban unverrichteter Sache nach Brüssel zurückkehrt. Vermischtes. Der oberste Gerichtshof für Handels- und Wechselrecht in Leipzig. Auf den Vorschlag Sachsens hat der BundeSrath dem Reichstag einen Gesetzesentwurf, die Errichtung eines obersten Gerichtshofes für den Norddeutschen Bund in Handels- und Wechselrecht vorgelegt, welcher bereits die erste Berathung pasfirt hat. — Das gemeinsame deutsche Recht, welches durch das Handelsgesetzbuch und die Wechselordnung für Gesammt-Deutschland geschaffen ist, unterliegt seither einer sehr vielgestaltigen Rechtsanwendung. Vier süddeutsche und sieben norddeutsche oberste Gerichtshöfe haben für die genieinsame Rechtöubvng die entscheidende Auslegung. Die Literatur ist bereits so angewachsen, daß wir außer verschiedenen Sprnchsammlungen und größeren Sammelwerken für das gemeinsame Recht überhaupt zwei Archive für Wechselrecht, acht Cvmmentare des Handelsgesetzbuchs, fünf bereits eingegangene und fünf noch bestehende Archive für Handelsrecht besitzen. Es ist begreiflich, daß hiernach die Mannichfaltigkeit der Entscheidung vor der Gleichförmigkeit derselben vorherrscht, und die Gemeinschaftlichkeit deS Handels- und Wechselrechts, wie der BnndeS-Commiffär Pape betonte, mehr eine formelle, als sachliche, mehr eine scheinbare, als wirkliche bleiben muß. Wenn der Gefahr, durch die Vielgestaltigkeit der Entscheidung auch die formelle Einheit zu durchbrechen und das gesammte Recht wieder in eine sogenannte parttculare Anwendung zu zersplittern, daS schätzbare Gut eines gemeinsamen Rechtes für den Handelsverkehr überhaupt zu verlieren, vorgebeugt werden soll, so kann dieß nur durch die Einsetzung eines obersten Gerichtshofes geschehen, welchem die endgültige Entscheidung in Handels- und WechselSsachen übertragen wird. — In der über den Gesetzentwurf im Reichstag stattgehabten Debatte hat nach der kurzen aber gründlichen Ausführung des Bundes-Commissär Pape eine sehr interessante Berathung stattgefunden, in welcher Lasker, Dr. Stephani, Dr. Endcmann, Miquel, Dr. Blum kür und v. Zehmen, Windth-rst, v. Baßewitz gegen den Entwurf das Wort ergriffen. Die Bedenken, welche zum Theil auch von den Abgeordneten Dr. Schwarze und Lasse berührt wurden, bezogen sich zunächst darauf, daß die große Menge und Verschiedenartigkeit der einzelnen noch bestehenden Gerichtsordnungen das Verfahren erschweren würde, der Begriff einer „Handelssache" ein sehr zweifelhafter und die Absonderung eines einzelnen Theilcs des allgemeinen RechtSgebieteS zur besonderen Entwicklung nicht rathsam sei. — Dem gegenüber wurde darauf hingewiesen, daß bei dem Verfahren in der dritten Instanz die eigentliche prozessuallsche Frage von geringerer Bedeutung sei, daß bereits bestehende oberste Gerichtshöfe schon eine Menge Prozeßordnungen ohne Nachtheil für die Sache anzuwenden hätten — Jena z. B. deren neun — und daß die norddeutsche Prozeßordnung, welche doch nicht lange mehr auf sich warten lasse, diesem Mangel ebenso abhelfen würde. — Zum Sitz dieses obersten Gerichtshofes ist Leipzig auserlesen. Von Seiten der Seestädte soll, namentlich wegen der Seerechtsfälle, und der bisher schon vorzugsweise bestandenen handelsrechtlichen Praris Lübeck gewünscht werden. Ganz richtig wurde hervorgehoben, wie gerade daraus, daß nicht eine preußische, sondern die Stadt eines kleinen Staates, welche nicht einmal eine Residenzstadt sei, gewählt worden, das Institut an eigentlich nationaler Bedeutung nur gewinnen müsse. Und allerdings wurde gerade Leipzig, die Stadt eines in der grüßten Han. dels - und Jndustrie-Blüthe stehenden Staates und Bundesge- brets schon darum, und weil gerade die sächsische Jurisprudenz die verhältnißmäßig reichhaltigste Literatur für das Handel«, recht geliefert hat, eine paffende Wahl sein. Der Entwurf fand im Reichstag sonst keinen Widerspruch, die Sezialbera. thung steht noch bevor, es ist aber nicht zu zweifeln daß d.eß erste größere nationale Institut binnen Kurzem in« Leben tritt. • Marburg, 25. April. Zu den durch den Dampf er, moglichten neuen Erscheinungen des Verkehrslebens gehören auch die jo rasch beliebt gewordenen gemeinsamen Veranü- gungSreisen nach näheren und entfernteren schönen Gegenden m d,e Schweiz, nach dem Orient, nach Aegypten, von Berlin. ?-UÖ J-n