!l,i^n9 ^"?eiskih^ ' Ä‘lf9«foften Müller #M p"'1 te|i 41 b,mM fllnitnt "fttl,n 5iuäuflV;enj " am 7.VC| ?8'L- * .:,”i 10. £j(l ° $r,nifll'a SubtoU ? ' unt| am 12 ?on ibitatr in dm -.ii-te lärmt. |a,er R 4» s« LÄW Jm Schule Schweine; iobinn m.- iti 240 große uni 115 1 nch seht Meitm lurtm in kürzet Zeit scht i Resultaten zu utitn, igtn hiestzin ZahtwbtÜt, nung der Eisenbahn wn n wetten wirb, eine sehr ■ Valb,agd ist tbtn bitt tation, welche btlmllii zevachlet hat. ueranstallü abstuge und dm hier to it mit Vergnügen gtün et, beiter tu diesen fe te ist geeignet, die großen imung zu versehen. B» >irsche gefallen; darunter tin Vrerzehnender. Der $nmt. Sä werden an- i nch vorsinden, flU in öiigliche» Zagdzebiet und tx greedenten, welche vor ker Polizei in Streit y- ilnbilig wideriehten, W it erhalimen Kapswunde | I hiesigen r-ndgerch st -restante Untersuchung ge- ihringig. $'**9 " ITw w-** ' r;r Marienborn w» sfffas x n. ^2ich de- Mnd- l°d nafflt,‘,6ö«n, fall« ^®"itUn unt- a,it bat nian - saatgnir. .Dgt ,,, A-iz-n, ' cnl letch' .den £ Eriragc ; nrr J“a ‘ ^lizeulorU" rttmnjj1 «-in-»'' >a .8enr halbv-^ rfl..L fflai)'"' , der nnst-Lrand * m ®«V o S«<’ ^wer ■* *>* | mlilih1' “if 3eit, 1 ■> -*4y s * Preis vierteljährlich 36 ti. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vterteljäbrlich 49 ft Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsölnit für den Kreis Kiefen. Nr. 127.__________________ Donnerstag den 28. Octobcr ~ 1869*. Amtliche Bekanntmachungen. Betreffend: Einquartierung Königlich Preußischer Truppen. Gießen, am 23. Klober 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an r die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises (mit Ausnahme von Gießen.) Diejenigen von Ihnen, deren Gemeinden im Zahr 1868 Preußische Einquartierung gehabt haben, werden aufgefordert, bis zum 10. November l. I. bei Vermeidung einer strafe von 3 fl. entweder die Servis-Liquidationen, oder die Erklärung des Gemeinderatbs daß auf die Servlsvergutung verzichtet wird, bei uns einzureichen. ' ' In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. Besondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Aufforderung 10014) Die gerichtsbekannten Gläubiger des überschuldeten Nachlasses des Schäfers Philipp Bellos dahier haben mit der Wittwe zur Abtoendung des förmlichen Con- cursverfahrens ein Arrangement dahier abgeschlossen, daß die Masse derselben auf ihre JUatenforderung unter der Verpflichtung der Befriedigung der bevorzugten Gläubiger überlassen werde. Es werden deshalb die unbekannten Gläubiger hiermit aufgefordert, unter Anmeldung ihrer Forderungen etwaige Einwendungen bei Meidung Ausschlusses gegen jenes Arrangement binnen 3 Wochen vorzubringen. Gießen, den 19. October 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. M u h l, Oppermann, Stadtrichter. Stadtgcr.-Assessor. Friedrich Lampus auf dem Seltersweg die Mobilien der verstorbenen Peter Schnei- der's Wittwe, bestehend in Möbeln, Bett-, werk u. s. ro-, versteigert werden. Gießen, den 26. October 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. ________________ K. Vog t-______________ Waaren - Versteigerung. 10022) Montag den 1. November und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 1 Uhr an, werden im Hause des M. Heß am Lindenplatz dahier die zu dessen Debitmasse gehörigen Waaren, bestehend in Damenmänteln, Jacken, Kaputzen, Stickmustern, Bändern und sonstigen Modeartikeln, öffentlich versteigert. Gießen, den 26. October 1869. Der Massccurator: __•__________________M. Pilger. 10017) Mein Lager in fertigen li e g r it f d) i r m e n ist auf das Reichhaltigste assortirt; die Preise sind billigst und für Güte und Haltbarkeit wird garantirt. Das Repariren und Ueberziehen von Schirmen in Seide, Zanella, Alvaca rc. wird prompt und billigst besorgt und liegen die Stoffe zur Auswahl vor. _____________________H. Hochstätter Wittwe, Schloßgasse. | lS69r Trauhenniost, Auslese aus guter Lage, empfehlen Giessen-______________Gebrüder Mayer. looiö) Holländische Käse, als: Gouda-, Edamer und Rahmkäse, letzterer in 1-Pfund-Paqueten, in Stanniol, pr. Pfund 24 fr. Um diese schmackhaften feinen Käse in hiesiger Gegend einzuführen, erlassen wir beide ersteren Sorten zu gleichem Preise, wie den Schweizerkäs und werden dieselben in jedem beliebigen Quantum abgegeben. I. 31- Busch Söhne. 10025) Hugo Nehrlich, Civilingenicur, wohnhaft zu Frankfurt a. M., und Earl Bölckner, Civilingenicur, zu Prag wohnend, Inhaber der unter der Firma Bölckner L Comp. zu Gießen bestandenen Handelsgesellschaft, haben dieselbe in Folge der Verlegung ihres Fabriketablissements nach Aschaffenburg im December 1868 aufgelöst, was heute im Firmen-Register unterzeichneten Gerichts eingetragen worden ist. Gießen, den 23. October 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter. Versteigerungen. 10026) Montag den 1. November 1869, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhause ein, Flur 33 Nr. 188 u. 189, 160 lUKlftr. haltender Garten am Nahrungsberg, den Erben der verstorbenen Peter Schneider Wittwe gehörig, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, versteigert werden. Gießen, den 26. October 1869. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. ________________K- Vogt.____________ 10034) Freitag den 29. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, sollen die zum Nachlasse der Christian Schäffer Wittwe gehörigen Mobilien, Hausund Küchengeräthschaften, Bettwerk, Weißzeug rc. im Hause des Herrn Schuhmacher Mooh in der Katharinengasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. October 1869. Zn Auftrag: ________(Sem ml er, Ortsgerichtsmann. Versteigerung von alten Oefen. 10042) Samstag den 30. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll im Hose des Militärlazareths eine Partie gut erhaltene Oefen gegen sofortige Zahlung versteigert werden. Gießen, am 27. Oetobcr 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. In Verh. des Kreisbaumeisters: _________Sä) äcker, Kreisbauaufieher. Mobilien - Versteigerung. 10027) Freitag den 29. October 1869, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Wohnung des Speisewirths Mühlen-Verkau f. 10023) Donnerstag den 18. November er. läßt der Gg. Krombach die sogenannte Seemühle bei Krofdorf, an der Hauptstraße nach Gießen gelegen, bestehend aus dem Mühlengcbäude mit zwei Mahlgängen und einer Schälmühle, nebst Backhaus und geräumigen Oeconomie - Gebäuden, in der Mühle selbst, Nachmittags um 1 Uhr freiwillig versteigern. Auf Verlangen können 5 bis 7 Morgen Land mit dazu versteigert werden. Auch kann -il raten-Austrägen und Gewährung der höchstmöglichlten Vortheile nichts zu wünsch übrig läßt. BörsennachrichltD. 25. October 1869. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 3431/2 Ludwigah.-Bexbach 1691/2 Wechsel. Amsterd. k. S. 997/e Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 1047/s Bremen k. S. 97 */2 Cöln k. S- 1047/g Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1195/8 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95*/g Wien k. 8. 963/g Disconto 4% G. . Preuss. 4l/z% Obi. 93 */b Frankf. 31/2°/o Obh 8O7/e Nass. 4V2°/o Obi. 93 */& l Kurh. 4% Obi. 84 ' Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 92'>/s i „ 31/2°/o do. do. 87«/» Bayer. 5% Obi. lOl'/z 1 „ 41/2°/0 1jährige 93V8 I „ 41/2% ‘/ziährige 92’/b Würtemb. 4'/j% Öbl. 92*'4 Baden 41/2% Obi. 0. E.L. 93»/4 1 Oestr. 5°,q b. R. 65*/g ! „ 50/o National — 1 „ 5% Metall. Obi. — ! „ M. steuerf. — Amer. 6^/0 1882r Bds. 87"/g 1 „ 60/0 1885r 8612 Maxbahn 105',4 Bayer. Ostbahn 1255/s Hess. Ludwigsbahn 137 30/0 östr. Stsb.-Prior. 563/& 3% östr. s. Lombard. 48 3% Liv-yneser 313/4 Toscaner 51 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 96 */2 5O/o Elisabeth-Prior. 743/8 do. II. Emiss. 721/2 Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 44^/g-45i/g Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58-59 ! Pistolen . • 9 48-50 „ doppelte 9 49-51 Holl. fl. 10 St. 9 55-56 Ducaten . . 5 371/2-38'/g 20 Frankenst. 9 291/2-30 */2 Engi. Souver. 11 55-57 Russ. Imper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 28-29 Anlehensioose. Kurh. 40 Thlr. Loose 57% Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess, fl- 50 b. R. 178 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 44‘/2 40 0 bayr. Präm. Anl. 104 40/0 badische Loose 103','4 Badische fl. 35 Loose 563/4 1858r Prioritätsloose 150 l-60t Loose 77 */4 1864r . 112 Actlen. r Frankf. Bank 1201/2 f Oder. Bank 687 1 „ Creditact. 234 || Darmst. Bankact. — _______ Fruchtmärkte. Octbr- Gießen Alsfeld G r ü n b e r g Lauterbach Mainz 23. 23. 23. 22. Frucht- und Mehlpreise in verstossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchlmärkten. Gerste. Korn. Auf dein Mit. Auf dem Mitt Markt Markt preis preis Markt fl. fl. fr. fr- rl. fl. fr- fi.tr. fr. fl. fl. fr- M. M- M. M. M- j M- M- M- M. I M. M-1 M- | M-1 M- 40 40 11 10 40 ! 40 - 12801 11'20 - |135 40 1135 j 36 41 61 11 (>1 11 42] - | 7 7 7 M- 8 53J 10- 111— 11.40 M. , M- 26 I 26 — 156J Auf dem Marft 20 10 2 M- 8 94? 18.| 56? 541 — 308 36J 38 8 10 8 20 924 8 33 2 6 Mit.- preis Linsen. Auf bcml.Uiit.- Marft I preis preis fL|fr. Walzen. Äufdem lMit-- Markt Ipreis t«l 1 4- 5|15. 1 ! . 5 5- 57 I 44- 5 20 61: - 37 5 29 - Kartoffeln. |&u[ Aüf^denilMit- Marft Ipreis Spelz. | Hafer. demlMW Marft Ipreis 2',20- 2 40|- Erbsen. Aus" demlMit.-! Marft Ipreis Wicken. Äuf'dem^Mss 14 2. Normalgewicht per Malter: Walzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln^OO, Mehl 140 Pfund. .Roggen | mehl. ene. 1 »axar 88 der in a* aA^4gS,e narlOSgr. Bedürfnisse im »Biene" und Um- üe Mode . ite und der e!t ßr selbst iC^e Frauen und O°tea bringt: lc.hau 1200 vor. ?er gesammten »arderobe, Leib- “'■'[ensten Hand- ipplementen die r mit fasslicher rch es auch den n möglich wird, :i8en und damit ^e zu erzielen, des neuen (V.) durch alle Buch- ostanstaiten zu en. hin). litzschlag und Ex nrur zu Großen- it Stephan I -x Moguntia. bekannt zu machen, vtimten und Lehr an- s Tlitttl, als bit i Einzelnen, der sich ib Kosten verbunden, bind) die Annvncen- t, welche ihm durch ikrvorgehoben zu wer- können wir die weit- i. M>, Stuttgart, Besorgung von,)Nie- > nichts zu wünschen 11 rchseb I rd. L S. 99b8 | k. S. 993,; k. 8. 104-/8 n k. S. 97Vt ■ S. 104V« arg k- S. f/< j A 8. 103. m t 8- "O'/> k. 8. 7 k. 8. 93'8 k. 8. 963,8 Dt0_41oj^._____- s&ss ' 66 ' n 49-51 a-äsTj . S’»’*1, 1 49-51 rartvi y l*1 Feuilleton. (Fortsetzung.) am grnen Tages. mehr zu Bette gehen," fügte sie, nach ter über dem .denn wie ich sehe, ist es bereits gerade Die Namenlose. Novelle von Theodor König. Ich begab mich bei meiner Ankunft unverzüglich in die Wohnung meines Vetters," berichtete sie, „der fast außer sich vor Freude war, mich zu sehen. Er erzählte mir, er habe am Tage vorher, als er jenen Brief an mich geschrieben, den Besuch eines fremden Militärs erhalten, der jedoch keine Uniform trug und dessen Nationalität er daher nicht zu bestimmen vermochte. Dieser Herr erklärte, auf den Capitän Berthold von Bergen zu ihm zu kommen, um nähere Erkundigungen nach einer jungen Dame Namens Hyaeintha Cini Min Vetter theilte ihm nun natürlich Alles mit, was er wußte. Der alte Herr sprach sich sehr dankbar hierfür aus und äußerte den Wunsch, mich persönlich zu sehen. Er erschien also gestern fast unverzüglich nach meiner Ankunft in meines Vetters Wohnung." Felieie zögerte und blickte etwas verlegen. „Brachte er Neues von Berthold?" fragte Hyaeintha und errothete wie CinC ^Ja' wohl, Fräulein, er sagte, Eapitan Berthold von Bergen befinde sich wohl und habe ihm einen Bries an Sie übergeben. Unglücklicher Weise sei m- Hessen seitdem aus der Reise sein Portemanteau verloren gegangen und mit diesem auch der Brief. Er hatte aber eine noch wichtigere Nachricht." Hyaeintha begann ungeduldig zu blicken. „Nun, Felieie?" Jener Herr, Fräulein, sagt, er sei Ihr Vater." Hyaeintha sprang mit einem leichten Ausschrei von ihrem Sitze empor. „Pst, Kind! Denken Sie an die langen Ohren der Frau Rusch! warnte ta6 Hy^ntha verschloß und verriegelte die Thür mit großer Sorgfalt und begab sich dann wieder auf ihren Wachposten am Gamin zurück. Daß Sie sich dessenungeachtet einer gewissen inneren Angst bewußt war, Ach', Fräulein, im ersten Augenblicke, wie ick ihn so sprechen horte, dachte ich ganz eben so wie Sie jetzt, aber es ist nur zu klar, daß die Sache sich m Wirklichkeit so verhält. Ich kenne die Handschrift unseres seligen Herrn Barons nur zu genau, um mich täuschen zu lassen. (Forts, folgt.) Unt* Vater, welcher genothigt gewesen war, die Reise nach seiner Militär- station in Ostindien noch vor der Entbindung Ihrer Mutter anzutre en, welche ibm nti Ihn n in einigen Monaten Nachfolgen sollte, verweilte sich seitdem un- SÄ*'« und b-ssud-. sich auch w --st f-i* -mig-u W-ch-u w.°b.r .u schaffen? , , „ Hyaeintha fühlte sich unaussprechlich elend. ... . Sie saß da und zählte die Stunden, die mit einer furchtbar quälenden ""°"Auch°Jh- ®otcr wurde durch di- Fürstin Dn-k-wna »°n diesem ueueu Arranaement sogleich in Kenntniß gesetzt." Wie aber kam -« denn nur, Mst mein Vater nie Mr an dachte .mich !m siaus-Va üi-1-r J-hr- °»ch nu, ein etnjifle« Ma, persönlich zu besuchen -der mich wenigsten- °°n seinem Dasein ,u unterrichten?" war! Hpu-iN.ha zwe.selnd wird man natürlich finden. „ t .. I Sv» Sie war sogleich auf den Argwohn verfallen, daß der Vogt und seine cine etrau auf ihre Leichtgläubigkeit spceulirten, durch das hervorgebrachte Geschrei - - te« Geistes nur ihren Aberglauben Nahrung zu geben und Angst vor Geistererscheinungen in ihr zu erwecken gedachten, um dadurch einen längeren Ausent- balt im Pachthause vielleicht lästig und beunruhigend für sie zu machen. S Diesem Argwohn zum Trotze wollte sich ihr fast die Ueberzeugung auf- drängen, daß der zuerst gehörte Auskrcisch ein wirklicher Hulferus gewesen war, — ein wahrhaft verzweifelter Schrei der höchsten Angst. War diese Frau Rusch denn vielleicht lediglich auf ihr Zimmer gekommen, um sie davon abzuhalten, jenes Hülsegeschrei zu beantworten ? Diese Möglichkeit versetzte sie in eine tief ärgerliche Stimmung. Wie aber hätte sie denn auch noch anders handeln sollen < Sie griff nachdenklich nach einer der Pistolen. Dies aebrauchen? „ . . Nein, nein, man würde ihr die Waffe ohne Weiteres entrissen, sie vielleicht, als die einzige Zeugin eines schweren Verbrechens, der eigenen Sicherheit toeaen, ebenfalls ermordet haben. Was aber, Gott im Himmel, konnte denn dies Alles nur eigentlich zu be- Duittunqen über die von ihm eingesandten Gelder vor. sHyacintha ank bleich wie der Tod auf einen Stuhl nieder. „Der Schreck wird sie tödten!" dachte Felieie bebend und eilte zur Toilette, um Eau de Cologne herbeizuholen. r fL ..... , Das junge Mädchen hatte sich indessen schon in demselben Augenblicke auch wieder erholt und bedurfte der Stärkungsmittel diesmal nicht. „Es ist nicht wahr, Felieie," hauchte sie mühsam hervor, mal« glauben, daß ein von Bergen zu einer unehrenhaften Handlung fah'g s«. Dieser Mann ist ein Betrüger — mein Vater, nein , mein Vater kann 6ie ^Abe^rnein Vater, Felieie! Wer, was ist er? Wo befindet er sich?" floß e« von Hvaeintha'S bebenden Lippen. Er jst ein alter Obrist, in Diensten der englisch.ostindischen Compagnie, ein geborener Hannoveraner, der so eben pensionirt worden ist."^antwortete Felieie, die ja stets daraus gerechnet hatte, ihren Liebling sich als Abkömmling irgend einer besonders großen Familie entpuppen zu sehen, ziemlich kleinlaut, „und er wird noch heute hierher kommen." Hyaeintha faltete in sprachloser Freude die Hande. Mein Vater! mein wirklicher, wahrer Vater!" murmelte sie vor sich hin. ''Der Herr sagt, Fräulein Mathilde habe der Dame, welche S.e ihr in Stockholm überbracht, das Versprechen gegeben, Sie nicht von sich zu lassen, bis ^br Vater selbst Sie zurückfordern würde. „ , ^bre Mutter starb in Paris im Wochenbette und es war ihr letzter Wunsch, e der beiden ihr am nächsten stehenden Freundinnen, entweder die Fürstin DaSkowna, eine Cousine von ihr, oder unser seliges Fraulein Mathilde, mit welcher sie zusammen in Paris in der Pension gewesen war, Ihre Erziehung übernehmen möchte, bis Ihr Vater sich vielleicht wieder verheirathen wurde^ । Ihre erste Pflege und Wartung erhielten Sie im Hause jener Russischen l' Fürstin, die jedoch nach etwa drei Jahren gezwungen war, ihren Gemahl nach p°'"Nach RÜbl°n°"°b-?."hütt- Ihr- s-'ig- Mutter, -b-nsulls -in- Russin, doch b von zurückgekommenem Adel, mehrfach geäußert. wünsche sie die Zukunft ihres Kindes keinenfallS verlegt zu sehen, und so beschloß die Fürstin, die Reift nach Petersburg über Stockholm zu machen, um Sie dort den Händen unseres guten ftligen Fräuleins Mathilde zu übergeben, denn daß diese sich eben an ftnem Orte befand, wußte sie, da Beide in ununterbrochener Correspondenz mit ein- Die Besorgniß um meine so vieljährige Dienerin hat mich daran ver- bindert Jetzt werde ich in dieser Nacht ober, richtiger gesagt, an diesem yinveri. u v . < . c- ... ca.iM «»i.om « füfi» haA rcr nhpr dem Morgen sicherlich gar nicht r , Gamin hängenden Uhr blickend, hinzu, auf ^^^!^Eh'"es!tzm' Sie, Fräulein, das muß man Ihnen lassen. Was I mich fast bis $um Tode erschreckte, hat Ihnen kaum einmal die altgewohnte Ge- ^^Hyaeincha"hatte inzwischen einen auf dem Tische stehenden Mahagonikasten aeöffnet und deutete nun auf ein Paar darin liegende Pistolen. 0 Dies ist das Geheimniß meiner Furchtlosigkeit, antwortete sie. „Herr Willert bat mich gelehrt, mich zu veitherdigen." . Gegen Geister nützen aber solche Waffen nichts, meinte die Frau , die Farbe ein wenig wechselnd und wiederum einen scheuen Blick umherwerfend. $ Da« weiß ich doch noch keineswegs so ganz gewiß," antwortete Hyaeintha. ^Sollte der Geist sich bis hierher in dieses Zimmer wagen, so werden wir ia sehen, ob er wirklich kugelfest ist." . 1 ' csj diesem Augenblicke wurde unten im Hause eine Thur zugeschlagen. g>un Fräulein, da Sie sich doch einmal nicht im Allergeringsten zu fürchten scheinen, so ist es Ihnen vielleicht eben so lieb, wenn ich mich wieder hinunter verfuge," sagte die Fran des Vogtes ziemlich piquirt, indem sie sich sogleich voNelihr^m gani „ach Ihrem Gutdünken," entgegnete Hyaeintha. "Es ist durchaus nicht mein Wunsch, Sie gänzlich von Ihrem Bette entfernt'zu halten. Ich sehe ja, bis jetzt haben Sie sich der Ruhe noch nicht uberlaisen gehabtulein, wie id) es Ihnen versprochen hatte." Frau Rusch verließ nach zahllosen Entschuldigungen ihrer Zudringlichkeit deuten haben ? , . Wo in aller Welt blieb Felieie nur? War iener Brief mit der Aufforderung, nach Stralsund zu kommen, Ende gar nichts weiter gewesen wie eine List, um Felieie aus dem Wege zu ^ng^z'^Ne7die Gardine zurück, begann sich schon etwas erleichtert I Rhei^zugefallen^so"'nahm S Abschied und bezieht Ä aiÄÄÄÄä*...... -* aamen Körper vor Erschöpfung, weil sie gar keinen Schlaf genossen hatte, keinen Die seltsamste Neuigkeit aber, welche ich Ihnen mitzutheilen habe, soll 1 tz -«»>. >» ••• .'S'»"»”’ », .. w. i«»- -» auf ihrem Bette in tiefen Schlummer. ben ß ta6 jst denn ja doch jedenfalls ganz unmog ich. Du weißt ........«- -..... '■a •” welchem sich die ängstlichste Zärtlichkeit toiberfpiedclte. cträufe;n v. r{ef sie Wir haben das allerdings stets geglaubt, Fraulem, aber der Herr Obrist s ÄeÄ sah.^„Dem Himmel sei Dank ^daß | legte mir ?on "Erze ch ^/m ebeVmaK 3d) habe Ihnen ja so Vieles und Wichtiges zu erzählen." ® Und ich Dir ebenfalls," antwortete Hyaeintha, sich matt von ihrem Lager ^bebend Ack, Felieie, ick habe eine entsetzliche Nacht verlebt. , Ich höre von Frau Rusch, daß Sie gestört worden sind, liebes Kind, sagte Fefteie, „aber Sie sind außerordentlich erschöpft. Reden Sie nicht, b,S SiE JJÄ'Ä Dum."s°d°un in einen Shawl und ,°g itnn Stuhl zum Feuer, welches sie inzwischen wieder angezundet hatte. Sie begab sich hierauf in den unteren Thetl des Hauses, um dort em »affendes, stärkendes Frühstück anzuordnen. V 11 Während Hyaeintha an ihrer Tasse Chocolade nippte, kniete die Französin, nachdem sie einen BUck den Corridor entlang geworfen und dann die Thur ver- schlossen hatte, an der Seite der jungen Dame nieder nut begann auf den Wunsch derselben Vie Erzählung ihrer Erlebnisse während des vorhergegan- Politische Rundschau 25. Ortober. Der Pariser Berichterstatter der „Times" knüpft an die Erwähnung ter Tvatsache, daß Marschall Dazoine den Oberbefehl über die Garde und General Ve Failly den über das dritte Armeekorps erhalten habe, die Bemerkung, Voß mehrere der von der Regierung beeinflußten Blätter wieder eine unfreundliche Haltung gegen Preußen annehmen. Heber« Haupt, erklärt er, sei gegenwärtig wieder eine leichte Brise zu Gunsten einer kriegerischen Wendung zu bemerken, die namentlich für Rouher, den Mann, der sich eben so leicht in eine kriegerische als in eine friedliche Politik hinein finde, günstig scheine. Man möge von vem Alter des Kaisers und der Unklug« heit eines derartigen Planes sagen, was man wolle, so viel steht fest, das Napoleon III. neuerdings durch Verschiedenes, das zu seiner Äenntniß gekommen, nicht wenig aufgestachelt worden sei. In Betreff der Annäherung zwischen Berlin und Wien weise sich aus, daß dieselbe bedeutungsvoller sei, als man anfänglich geglaubt. Wie andere von emer Krank- heit Genesende sei auch der Kaiser äußerst empfindlich darüber, daß man sich mit Vereinbarungen über fcte möglichen Ereignisse nach seinem Tode abgegeben habe, und er sei gegen mehrere seiner besten Freunde aufgebracht, weil sie sich auf Berechnungen und Verbündung rücksichilich einer sehr ernsten Krisis in Frankrsich eingelassen. In Comp vgne sei man vollständig von dem Bestehen einer sehr wichtigen „Entente“ überzeugt und glaube, daß Italien trotz aller von Frankreich genossenen Wohlthaten sich in dieser Angelegenheit auf tue Seile der deuischen Großmächte gestellt habe. Daher schreibe man sich denn auch ein sehr entschiedenes Mißbehagen gegen das Cabinet Menabrea, und Herr von Malaret habe wahrscheinlich bereit« Weisung erhalten, den italini- schen Premier über die Stimmung seines kaiserlichen Herrn aufzuklären. Der Aufstand in Dalmatien gewinnt täglich eine ernstere Gestaltung. Die letzten Nachrichten melden nichts von einer Unterwerfung ter bocchesischen Insurgenten. Am 19. haben - die Operationen gegen sie begonnen. Feldmarschall-Lieutenant von Wagner brach an der Spitze der gesammten unter ihm stehenden Truppenmacht (4 Regimenter Infanterie, 1 IägerbataiUon, 2 GebirgSbatlerien auf Kriegsfuß), natürlich die Besatzung ter festen Plätze auSgenom- men, gegen die Insurgenten ins Gebirg auf. Als Operationsbasis dienen die Berge von Dragali, dessen Entsetzung die nächste Aufgabe der kaiserlichen Truppen war. Zu diesem Behuse rückten die Truppen in zwei Abheilungen auf verschiedenen Wegen vor, während gleichzeitig eine kleine Truppenabthei- lung (ein Halb - Bataillon Jager, Gensd'armen, nebst vier von den Kriegsschiffen auSgeschifften Ka- nonen und einer Gebirgs-Halbbattene) die Bestim- mung halte, sich mitten in die Insurgenten einzu« schieben und deren Verbindung abzuschneiden. Die genannten Höhen wurden mit Geschützen beschossen und von den Insurgenten geräumt, n orauf die Trup- pen b.S Knezlac vortrangen. Am 20. wurde Fort Dragali entsetzt und mil Lebensmitteln versehen; am Abend desselben Tages bestand die Truppeneoloune des Obersten Fischer ein Gefecht mit den Insurgen- len, welche zurückgeworfen wurden. Wo dieses Gefecht staltfand, sagt der Telegraph nicht (wohl bei Eerkvice, Denn en Telegramm aus Cattaro vom 24. Oct. Abends meldet: Die von Der Entsetzung Ccrk- v ces zurückgekehrte Truppenabtheilung halte nur einen Verlust von tret Tonen unD zwei LeichtverwunDe- ten), aber er fügt hinzu, daß Das 48. Infanterieregiment (Erzherzog Ernst, Oberst Fischer) vom schlechten Wetter gezwungen tourte, Das Campiren im Freien aufzugebu, unD sich von L.denizze nach Risano zurückzuziehen. — Ein weiteres Telegramm aus Catlaio vom 23. Oct. Mittags berichtet, daß die Insurgenten das Fort Slan.övich, dessen Com- mantant und Mannschaft theilweise getöttet wurden, in der Nacht vom 21. auf Den 22. Oct. durch Verrath überfielen. Die Stadt Budua wird von den jnfurgenien bedroht. Een Telegramm desselben Tages Abends meldet: Die Insurgenten griffen heule Nachmittag die Forts Trinita und Gorazda an, tourten aber mit großem Verluste zurückgeschlag, n. Es scheint sich zu bestätigen, daß trotz der loyal-' sten Versickerungen des Fürsten von Montenegro hinter Den Bocchesen Montenegro und hinter Mon- ' tcnegro die panslavische Intrigue steht, Die Bocchesen । allo nur die Vorhut Der Montenegr ner sinD. Nach- rickten aus Tnbmje zufolge sollen sich 1300 Raja's aus Der Herzegowina mit Den Insurgenten vereinigt haben. Man besorgt bereits, Daß auch Der Herze- gowinacr Distrikt Baccia das Beispiel der Montenegriner nachahme. Weiter verlautet, daß Die Mon- tenegriner in Der Ebene von Bielopavlic ein Lager bezogen haben, und daß Fürst Nik.ta am 13. (1.) in demselben erwartet wurde. In Dem Lager soll sich auch Der russische Oberst Fürst DegorSczi bcfin- den. Die von Scutari eingetroffenen Meldungen lauten ziemlich ähnlich und fügen nur bei, daß die Montenegriner einen Handstreich gegen das türkische Gebiet im Schilde führen. Inwiefern bei alldem Nußland seine Hand im Spiele hat, muß Der Zu- funft aufzuklären überlassen bleiben. Tvatsache ist, daß Der russische Consul in Ragusa, Jounic, feil mehreren Wochen in Cettinje verweilt. Bekanntlich nihmen, von ausländischem Einfluß gehetzt, die Montenegriner Den Hafen von Spizza oder Scutari für sich in Anspruch, da sie den Zugang zum Meere haben müssen. Die Pforte hat dieses Ansinnen zu- rückgewiesen, diplomatisch und militärisch. Weßhalb? Weil an dem Tage, wo Scutari ein montenegrinischer Hafen wäre, eine russische Flottenstation daselbst errichtet würde. Nun streben die Montenegriner Den Besitz Der Bocche Di Cattaro an, nicht mehr unD nicht weniger. Wenn dieser unvergleichliche KriegS- Vafen montenegrinisch würde, gewänne Rußland eine Seestellung und einen Einfluß aus die südslavischen Bevölkerungen, welcher die orientalische Frage sofort in den raschesten Fluß brächte. Der Hafen von Cattaro wäre Der archimedische Punkt, wo Rußland seine Hebel ansetzen, Die Balkan-Halbinsel unD mit ihr den europäischen Frieden aus den Angeln heben würde. Das ist der wahre Hintergrund des Bocche« sen«AufstanbcS. 26. October. Das „Journal des Debats" läßt sich über die Aufnahme des Kronprinzen von Preußen in Wien eine Reihe interessanter Details mittheilen, welche nicht unglaubwürdig sind. Sie schildern Die Abneigung, die besonders im Kreise Der Erzherzoge gegen Preußen bei di.ser Gelegenheit hervorgetreten, als sehr deutlich, so daß es ausdrücklicher Befehle des Kaisers selbst für Die Art des äußerlichen Be« nehmen bedurft habe. Der Erzherzog Albert, der Sohn des Sieger von Custozza, wird unter Den Frondeurs zuerst genannt; es heißt: ... Der Erz- Herzog Albert hat keines dieser Gefühle vor dem Kronprinzen von Preußen verhehlt; es ist ihm mehr als einmal begegnet, Anspielungen auf die Bergan- genheit zu machen, Die Dem Prinzen nicht gefallen konnten unD Die Den Kaiser selbst in Verlegenheit figten. Daraus enlstanD eine gewlsse Verstimmung, Die noch zunahm, als man erfuhr, Der Prinz habe Der Erzherzogin Sophie, Der Mutter Des Kaisers, einen Besuch machen wollen, sei aber von ihr unter Dem Vorwande eines plötzlich eingetretenen Unwohlseins nicht empfangen worden. Der Prinz von Preußen ist am 8. Oct. von Wien abgereist, sehr befriedigt von Dem Kaiser unD voller Vertrauen in die Absichten desselben, auch sehr zufrieden mit Den Ministern des Kaisers, aber sehr wenig befrieDigt von Den Gesinnungen eines Theiss Der Mitglieder der kaiseil.chen Familie und Der großen WürDenträ- gcr Des Hofes. Vermischtes. Ober - Wöllstadt. _ Nach beendigter Reparatur wurde am 23. I. MtS. die hiesige Pfarrkirche durch Herrn Decan Brentano aus Heldenbergen wieder eröffnet und aufs Neue dem Gottesdienste ubergeb.ir. Ihre Restauration wurde in sehr befriedigender Weise bewerkstelligt, und es ist vor Allem die Arbeit des Hrn. Malers Hieronymus von Friedberg, der wir unsere Anerkennung nicht veisagen dürfen. Herr Hieronymus, der seine Kunst schon in verschiedenen anderen Kirchen, sowie in dem Palais Sr. Gr. Hoheit dcS Prinzen Ludwig zu Darmstadt und bei sonstigen Kunstbauten treu bewährt hat, verdient auf das Beste empfohlen zu werden. Darmstadt, 21. Oct. Die heute vor dem BezirkSstraf- gerichl veihanrelte Anklage war durch das am 10. 3uni l. I. bei Gustavsburg staltgehabte Eisenbahnunglück verursacht und gelichtet gegen den Brückenaufseher M. Spieß und den Weichenwärter L. Deboben. Dem Cisteren fällt zur Last, daß er eine ihm dienstlich zug.koinmene Depesche, in welcher ihm mit- getheilt worden war, daß die Kceujiing eines Güter- und eines Personenzugs der heff. LudwigSbahn verlegt worden fei, und von der.n Inhalt er dem Weichenwärter Deboben Ker.ntniß zu geben di.nstlich veipflichlet war, unterließ dem Weichenwärter mitziilheilen, auch sich «elbst, wozu er ebenfalls verpflichtet war, vor der Kreuzung d