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Erscheint wichentltck viermal ; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — ExpeditionCanzlciberg ?it. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Ax. |2, Donnerstag den 28. Januar 18S»V Amtliche B e k jroö nahte, aber die ' enterte fidf bie Sache, cn. gruben mit metb nWt; fif wollten selbst rm, ftndern fegten; £ei n. 9li bet 0run) 30 1 out Gewalt zum (Sin« Die kam bas? Ein off hatte da« Wunder 1 gesunden worden unb n in alter Echrifl zu 5 degrawe, — unb wer der Armen." Wer aber >en hatte, daS wer der bl man der „Fr.Ztg.": im nordöstlichen Europa Abstießen des fibinschen ur, ohne daß bie Sft* n Meer her durchzudrnu del. Die „Mn. 3f|;N ,figer deutscher 3uwHkt feinen Gauner» fit* । für Mericaner aus - Soldstauß zum Lerkeus ,16 febr fein legt« »km GoldS»ude angeser- n Llwächtigung, bi< .imui.« '» * .rtn-iUil > sehr sein, und gab ” damit er vnt »em ti jablte er den 4,‘ (6 70,0U0 W benM' Äs «Ä* $'<“ «*• ’,bS7 -chtidewasser ' .Lwllch alle eine unb 1 gle.ch(e'l'g ' i «o uei «ufgebote . ■rf!*6il 8 Main - Weser - Bahn. 638) Am 1. Februar d. I. wird bis auf Weiteres der Berlin - Frankfurter Nacht- Schnellzug auf der Strecke Wolfenbüttel- Kreiensen eingestellt und können daher vom gedachten Tage an mit unserem in Frankfurt um 5-° Uhr Nachmittags abgehenden Schnellzug die Stationen Braunschweig, Oschersleben, Magdeburg, Potsdam, Berlin u. s. w. Über Cassel-Kreiensen, ohne Uebernachtung unterwegs, nicht mehr erreicht werden. Der Anschluß Über Guntershausen-Halle bleibt nach wie vor fortbestehen. Cassel, am 24. Januar 1869. Königliche Direction der Main-Weser-Bahn. Bersteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadlwalde. 621) Montag den 1. Februar d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Strangswiese und Ameisenkopf, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 1 Stecken Buchen-Prügelholz, 40 Wellen „ Reisholz, 3/< Stecken Nadel-Scheidholz, 93/4 „ „ Prügelholz, 16V, ,, „ Stockholz, 638 Wellen „ Neisholz, 195 Nadel-Stamme mit 5804 Cubikfuß, 138 „ Stangen „ 500 „ Die Zusammenkunft ist auf dem Lici- nalweg zwischen Steinbach «nd Annerod an der Ziegelhütte. Gegen oorschriftsmüßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist biS 1. Juni d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dieS in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Stammholz - Versteigerung. 623) Donnerstag den 4. Februar wird in den Domanialwald - Abtheilungen Rchhecke nnd Altengehegt nachverzeichnetes Stammholz versteigert: 337 Eichen-Stämme mit 12096 Cubikfuß, 64 Nadel- „ „ 2833 4 Buchen- „ „ 238 „ Zusammenkunft Morgens 10 Uhr in der Rehhecke am Gießener Feld. Freitag den 5. Februar werden in der Abteilung Altgehegt weiter versteigert: 364 Eichen-Stämme mit 10505 Cubikfuß, 5 Nadel- „ „ 341 23 Buchen- „ „ 1156 t. . Zusammenkunft Morgens 10 Uhr un Altgehegt. Credit für beide Versteigerungen bis 30. Juni. Gießen, am 26. Januar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. __________Dr. Dr and t___________ Holzversteiqenmg. 639) Im Sicher Stadtwalde, Disirict Nothebusch, kommen nachverzeichnete Holz- sortimente zur Versteigerung: Mittwoch den 3. Februar: 214 Eichen-Stämme von 5 bis 25 Zoll Durchmesser und bis zu 59 Fuß Länge, 316 Fichten-Stämme und Stangen, 43 Buchen- und Hainbuchen-Stämme und Stangen, 57 Linden-Stämme; Donnerstag den 4. Februar: 390 Stecken Buchen-Scheid- u. Prügclholz, 190 desgl. Stockholz, 8186 Buchen-, Eichen-, Weich- und Nadel- Holz-Wellen. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr am Erlesberg zu Anfang der Chaussee. Lich, den 26. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. ________Helm.__ 616) Dienstag den 9. Februar L I-, Vormittags 10 Uhr, wird dahier die Lieferung von: 80 Stecken Buchen-Scheidhol- in Ausgeboten von je 5 Stecken öffentlich versteigert. Marienschloß, den 18. Januar 1869. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction. ___________________Knispel.__ Holzversteiqeimist. 627) Nächsten Montag, den 1. Februar, von Morgens 9 Uhr an, läßt die Freiherrl- van der Hoop'sche Gutsverwaltung zur Schmitte bei Nodheim nachstehende Holzsorten öffentlich meistbietend versteigern: 10 Stecken Buchen-Prügelholz, 36 ,, Eichen- „ 50 „ „ Stockholz, 20 „ Nadel-Prügelholz (6 Fuß langes Spalierholz), 108 Haufen Eichen-Reisholz, 30 Kiesern-Stämme von 25 bis 70 Fuß Länge, 110 Kiefern-Stangen von 20 bis 35 Fuß Länge. Die Zusammenkunft ist im Ort. Schmitte, den 26. Januar 1869 _______________Die Verwaltung. Sattlerarbeit. 609) Dienstag den 2. Februar d. I., Vormittags um 11 Uhr, oll auf dem Bureau der Garnisonverwaltung dahier die Abänderung von circa 1350 Tornister durch Soumission in Accord gegeben werden. Bedingungen und Muster liegen auf gedachtem Bureau zur Einsicht offen. Gießen, den 24. Januar 1869. Die Bekleidungs-Commission des 2. Infanterie-Regiments. _____________________Kreute r._____________________ Versteigerung von Brauerei- Geräthen. 636) Dienstag den 2. Februar, des Vormittags 11 Uhr, soll im hiesigen Gemeinde-Brauhaus: 1 kupferner Kessel, 10 Ohm 4 Maas haltend, 1 Bütte, 10 Ohm haltend, 1 desgl., 15 Ohm haltend, und 1 ausgehauener Sandstein-Trog, 3 Ohm haltend, meistbietend versteigert werden. Hierbei wird bemerkt, daß noch Alles im besten Zustande ist. Garbenteich, am 26. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich. ____________Schwarz.____________ 622) Freitag den 29. d. Mts., des Vornnttags 9 Uhr, sollen im hiesigen Gemeindewalde, District „Wehrholz", folgende Holzsortimente an den Meistbietenden versteigert werden, als: 45 Stecken Buchen-, Eichen u. Erlen- Scheidholz, 55 Stecken Buchen-, Eichen- u. Erlen- Prügelholz, 316 Stecken Buchen-, Eichen- u. Erlen- Stockholz, 1175 Wellen Buchen-, Eichen- u. Er len- Reisholz, 41 Eichen-Stämme = 2440 Cubikfuß, 21 Buchen- und Hainbuchen - Stämme = 755 Cubikfuß, 7 Erlen-Stämme = 222 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach der Schwarzensteinkaute. Für das Brennholz wird gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft Zahlungsfrist bis 1. November d. I. gestattet. Lang-Göns, am 23. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lang-GönS. A. Henrich. Bauholz-Versleisterunp. 634) Montag den 8. Februar d.J. und den darauf folgenden Tag werden in dem Gemeindcwalde zu Römershausen, District Haus, folgende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert, als: 700 Fichteu-Stamm- und Stangenholz von 3 bis 13 Zoll mittlerem Durchmesser und 20 bis 90 Fuß Länge, 14277 Cubikfuß enthaltend. Bemerkt wird, daß diese? Holz sich zu Schnittholz, Dohnen und allerlei Streck- holz eignet. Der Anfang, sowie die Zusammenkunft, ist Morgens 9 Uhr im Holzschlag. Römershausen, am 25. Januar 1869. Die Bürgermeisterei Römershausen. Peutsch.' Holzversteigerung. 606) Samstag den 30. Januar d. I., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem Watzenborner und Steinberger Gemeindewalde, Diftricten Triesch, Goldkopf und Pohlheimer Wald, nachfolgende Holzsortimcnte, als: 2 Stecken Eichen-Scheidholz, 151/2 „ „ Prügelholz, 8 „ Stockholz, 1425 Wellen „ Reisholz, 51/2 Stecken Nadel-Prügelholz, 21 Vs „ „ Stockholz, 1475 Wellen „ Neisholz, 19 Eichen-Stämme, 183 Cbkf. enthaltmd, 33 „ Stangen, 87 „ 78 Nadel-Stämme, 1671 „ 137 „ Stangen, 552 „ Die Zusammenkunft ist am der Gruninger Straße. Watzenborn, am 23. Januar Großherzogliche Bürgermeisterei Wahenvlwn. Schäfer. Triesä) an 1869. Hoffverstciaerung. 605) Montag den 1. Februar, von Vormittags 9 Uht an, soll im Reiskirchener Gemeindewalde, Di- stricten Buchwald und Nonn, nachverzcich- netes Holz, als: 36 Stecken Buchen-Scheidholz, 4 „ Eichen- 2 „ Nadel- 44 „ Buchen-Prügelholz, 20 „ Eichen- „ 9 „ Nadel- 26 „ Buchen-Stockholz, 8Vr „ Eichen- „ 9 „ Nadel- „ 2900 Wellen Buchen-Reisholz, 1025 „ Eichen- „ 1050 „ Radel- 74 Eichen-Stämme von 5 bis 19 Zoll mittlerem Durchmesser und 15 bis 45 Fuß Länge, 848 Cubikfuß enthaltend, 78 Nadel - Stämme von 5 bis 10 Zoll mittlerem Durchmesser und 20 bis 65 Fuß Länge, 1144 Cubikfuß enthaltend, 7 Buchen-Stämme, 44 Ebkf. enthaltend, 218 Eichen-, Buchen- und Nadel-Stangen, 606 Cubikfuß enthaltend, versteigert werden. Der Anfang ist im District Buchwald, zunächst im Heegkopf. Reiskirchen, am 21. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen. Jünger. Feilgebotenes. 608) Flanellhemdcn von englischen und französischen Stoffen, Unterjacken, Unterhosen in Wolle und Baumwolle empfiehlt___________C» Wenzel. 604) Steinkohlen und Braunkohlen in ganzen und getheilten Waggons, sowie jm Einzelnen, empfiehlt Emil Pi stör. 599) Steinkohlen und Braunkohlen erster Qualität empfiehlt Dan. Wirth's Nachfolger ___________________(Th. Geilfus.)_________ 602) Neue Bickel und Hacken mit Stiel, pr. Stück 36 fr., bei ______________Aug. Schlessinger. 624) Coaks, reinlichster Ofenbrand, ä 28 fr. pr. Ctr., bei Emil Pistör. yntuerfal - Magen - Liqueur, genannt Victoria, von Franz von Metternich in^Mainz. empfiehlt in ganzen Flaschen ä 1 fl. 24 fr., „ halben „ ä — „ 45 „ „ Viertel- „ ä - „24 " Eduard Lind, Condit>r in Gießen. Nß- Leere Flaschen werden gegen Vergütung von 4, 3 und 2 fr. zurückgenommen. (617) M. Lejeune's Frostballensetfe, ä Stück 12 fr., Dr. Romershausen Augeneffenr, zur Erhaltung, Herstellung und Stärkung der Sehkraft, 1 fl. 45 fr. Practischcn Zahnkitt, das Beste zum Ausfüllen hohler Zähne, ä Paquet 18, 27 und 36 fr-, Mittel gegen Gicht, 9 und 18 fr„ Dresdener Malzsyrop, allen Hustenlei- leidenden sehr zu empfehlen, ä Flacon 12 fr., Glycerin-Seife, bei rauher und aufgesprungener Haut das Beste, 12, 15 und 18 fr., Macaffar-Oel, ä Flacon 18 fr., Aechtes Klettenwurzelöl, bekannt als das beste Mittel, den Haarwuchs zu be- befördern und das Ausfallen der Haare zu verhindern, ä Flacon 27 fr, Pomade Glycerin gelatineuse, diese Pomade befreit die Kopfhaut von der sogenannten Kleienflechte, ä Flacon 21 fr., (618) empfiehlt Carl Frech. 615) Consumenten und Kenner einer reinen Chocolade geben dem Fabrikate des Hoflieferanten Franz Stollwcrck -»Söhne in Köln wegen sorgfältiger Verarbeitung und vorzüglicher Qualität den unbedingten Vorzug. Ich empfehle mein Lager der beliebtesten Koch- und Eß-Chocoladen dieser bestrenom- mirten Fabrik zu Originalprcisen, und zwar Gewürz- von 11 Sgr., Gesundheits- von 12 Sgr. und Vanille-Chocoladen von 15 Sgr. pr. Zollpfund an. LouiS Frohnhäuser, in Gießen. 567) Getragene Hcrrenkleider sind zu verkaufen bei K. Grünebau.m. 619) Ans unserer Grube bei dem Hessenbruckenhammer werden von heute an die Braunkohlen zu den herabgesetzten Preisen: 1. Sorte ä 20 kr. ( 2 „ ä 16 „ pr. Ctr. 3. , ä 12 J abgegeben. Friedrichshütte, den 25. Januar 1869. I. W. Buderus Söhne. § Geschäfts-Empfehlung. Nachdem ich die Samenhandlung zum steinernen Haus in Frankfurt a. M., Markt Nr. 44 übernommen habe, empfehle bei herannahender Saison den geehrten Kunden obiger Handlung, sowie den Herren Oekonomen, Landwirthen und Gartenbesitzern alle Gattungen von: Gemüse-, Blumen-, Feld-, Gras-, Klee- und Waldsamcn en gros & en detail unter Zusicherung reellster und billigster Bedienung. Preis-Verzeichnisse stehen gratis zu Diensten. Georg Andreas. GROSSE PREIS-ERMÄSSIGUNG. LIEBIGS FLEISCH-EXTRACT DER LIEBIG’S FLEISCH-EXTRACT COMPAGNIE, LONDON. Nur ächt wenn jeder Topf mit Unterschrift der Herren Baron J. von LIEBIG und Dr. M. von PETTENKOFER versehen. DETAIL PREISE FUER GANZ DEUTSCHLAND 1 engl. Pfd.-Topf i/i engl. Pfd.-Topf i/4 engl. Pfd.-Topf */g engl. Pfd.-Topf a fl. 5.33. a fl. 154. s fl. 1.36. ä 54 Krz. Zu ha*ben in allen Handlungen und Apotheken. (613) 601) Wegen Aufgabe meines Detail-Geschäfts verkaufe ich mein sämmtliches Lager in Stiefeln, Damen- und Kinderschuhen zum Kostenpreis aus. K. Grünebaum. 614) Mein Haus nebst Nebenhans und vollständiger Ladeneinrichtung ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen und wenn gewünscht, bis zum 1. April d. I. zu übernehmen. M. Heß, dem Lindenvlatz gegenüber. Vermiethu ngen. 633) Zwei aneinanderstoßende Zimmer (neue Anlage) sind mit oder ohne Möbel zu vermiethen und alsbald zu beziehen. — Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.______ 629) Das von Herrn Heilgehilfe Flick bewohnte Logis von zwei Stuben, Cabinet nd Küche ist zu vermiethen und alsbald beziehbar. H. Kühn. 631) Ein kleines moblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G. Vogt, Marktstraße. 632) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei Elias Meier, Seltersweg. 630) Eine freundliche Stube mit Cabinet ist zu vermiethen und sofort beziehbar bei H. Kühn. 597) Zwei Zimmer mit Cabinet sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 603) Eine freundliche Familienwohnung, bestehend aus 5 Pieren nebst Küche, Boden, Keller und Holzstall, ist pr. 1. April oder auch schon früher, zu vermiethen bei Scharmann, im Schützenhof. 607) Vor dem Wallthor ist eine Mansarden-Wohnung, bestehend aus 5 bis 6 Zimmern nebst Zubehör, an eine stille Familie zu vermiethen und Mitte April zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 625) Eine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Jacob Dörr. 598) Ein Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, sowie das im Hinterbau befindliche Sälchen, ist ander- weit zu vermiethen; letzteres ließe sich auch leicht auf Wunsch in ein Familienlogis um- ändern. E- P i t t h a n- 600) Ein, auch zwei gut möblirte Zimmer sind sofort zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 573) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Küche, Kammer und sonstigem Zugehör, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen.H. M. Jughardt. Vermischte Anzeigen. 644) Auf der Straße von Gießen gegen Steinbach hin ist am 12. b. Mts. ein Päckchen mit Zeug gefunden worden. Der sich legitimirende Eigenthümer kann dasselbe gegen Erstattung der Jnseratgebühren auf der Bürgermeisterei Albach in Empfang nehmen. Albach, den 27. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. 628) Ein Mädchen, welches alle Hausarbeiten gründlich zu verrichten versteht und hierüber genügende Zeugnisse aufweisen kann, wird gegen guten Lohn alsbald in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 626) Ein Packer oder Ausläufer wird gegen guten Lohn gesucht. Näheres bei der Exped d. Bltts. _______________________ 642) Es wird ein braves Dienstmädchen, welches kochen und sofort eintreten kann, gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 643) Ein Laufmädchen wird gesucht. Zu erfragen im 4. Stock bei Herrn August Noll im Stern.______________________ 611) Zwei Pferdeknechte werden zu sofortigem Eintritt gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3 KoSmomcivbische Vorlesung. Samstag dcu 30. Januar, Abends präcis 7 Uhr, in der kleinen Aula der Universität. Unser Planetensystem. Data über die staunenswerthe Entdeckung des Neptun. Damen alt er auf den Planeten rc. Spec- s. Programm. Tableaux: 1) Mars und Jupiter- 2) Saturn mit seinen Ringen. — Billets zu einer Vorlesung ä Stück l>/2 fl. Abonnementspreis bekannt. &S* Jede der Vorlesungen behandelt ein für sich vollständig abgeschlossenes Thema, ist also Jedem leicht ohne besondere Vorkenntnisse verständlich, auch wenn er die früheren Vorlesungen nicht gehört hat. Carl von Heugel, (637) am Kreuz Nr. 6, bei Herrn Tapezier Reiber. Viertes Abonnements Goneert des Gießener Concert-Vereins Donnerstag den 28. d. Mts., Abends präcrs 6 Uhr, im Club-Saale, unter gefälliger Mitwirkung der Frau Wilma Norman -Neruda von Kopenhagen. Nachdem uns gelungen, diese ausgezeichnete und berühmte Virtuosin auf ihrer Durchreise für unser Concert zu gewinnen, bedarf es wohl nicht einer ausdrücklichen Hinweisung auf das ganz besondere Interesse, welches unsere diesmalige Aufführung bieten wird. (610) ______________________D i e Concertdirection. Lrbensverhcherungsbcnck f. D. in Gotha. 635) Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1868 waren überaus günstiger Art. Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (3085 Personen mit 5,885000 Thlr.), welcher größer war als in irgend einem der früheren Jahre, ist die Zahl der Versicherten auf 33100 Pers., die Versicherungssumme auf 60,450000 Thlr., der Bankfonds auf etwa 15,350000 Thlr. gestiegen. Bei einer Jahreseinnahme von 2,760000 Thlr. waren nur 1,217300 Thlr. für 694 gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurückbleibt und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende in Aussicht stellt. In diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Zwei und drei Viertel Millionen Lhaler vorhandene reine Ueberschüsse an die Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1869 eine Dividende von 3 9 Proceut ergicbt. Versicherungen werden vermittelt durch Buchhändler A. Ricker in Gießen. OrtSeinnehmer Louis Höhlcr in Büdingen. Lehrer H. K. Walz in Lich. OScar Ehrhardt in Marburg. 641) Hiermit beehre ich mich, die ergebene Anzeige zu machen, daß ich mit dem Heutigen dem Herrn Wilhelm Euler mein Schuhmachergeschäft übergeben habe. Indem ich für das mir seit 45 Jahre» geschenkte vertrauen bestens danke, bitte ich, dasselbe für die Folge auch auf meinen Nachfolger übergehen zu lassen. Gießen, den 28. Januar 1869. Wernhard Dietz. Unter Bezugnahme auf Obiges, bitte ich, das dem Herrn Wern- hard Dietz seither geschenkte Vertrauen ferner auch mir zu Theil werden zu lassen und werde ich mich bestreben, durch geschmackvolle und dauerhafte Arbeit dasselbe zu erhalten. Das Geschäftslocal befindet sich im Hause des Herrn W. Dietz. ______________________________ W. Eulcr. Geschüstv-Empfehltmg. 640) Der Unterzeichnete empfiehlt sich Verfertigern von Landauer Wagen in Anfertigung von Schloß mit Mechanik, Coupeschloß, Schnörkel, Schnepper und Verdeckschloß. — Bestellungen werden rasch und pünktlich ausgeführt von F. W. Söhngcn, Mechanikus, in Offenbach a. M. Z Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heil» der Specialarzl für Epilepsie l>r. O. Killisch in Berlin, jetzt Mittel- Strasse JVr. ß. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. Wu. Srs ich in r Qu 6NaHg 1869. SS* sK ^üfn^ )latetS bei dn ^Näb$7 ro^9th*X 6tm> A-Suft Näheres bei der leinen Aula 'S des Neptun. V-Mars und klung ä Stück R abgeschlos- ^Nlandlich, auch 1, iicr Rcidn. -nem rins > Ul)r, onenbagen. irtuofin auf ihrer !fr ausdrücklichen ligt AuMhrung (610) c t i o n. wiijdT rcn überaus gün- J85 Personen mit der srüheren 17300 Thlr. für t der recbnungs: t hohe Dividende das Jahr 1869 ießen. r in Büdingen- ifle zu machen, i^ukr mein für das mir ie icd, dasselbe i lassen. ird Dich- Herrn ) mir Su lt)i' ^marfcolle Mi G D'-tz. (^ulcr.___ agcn 'N frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Wicken Erbsen Hafer Spelz. Gerste. Korn Waizen Auf dem Auf demlMil.- Markt preis Markt Jan. Frnchtmärkte. flJ.fr. fl.Ikr. fr. fl.fr. ff. fr. ft. fr. ff. fr. ff. fr. ff. fr. ff.fr. 1 M. M- M. M- M. M. M. M. M- M. M. M. M. M. 10 30 1£ 5 28 13 43 7 16 8 40 381 45 11 23. 9|16 2 12 6 16 15 8 2 58 45 11 22. Auf dem Markt Auf dem Markt G i e ß e n Alsfeld Grüuberg Lauterbach Mainz sDfft^ preis Mit.- preis Auf dein Markt Auf dem Markt MS preis Mit.- preis Mt^ preis Mit7- preis Aus dem Markt Auf dem Markt s £ preis ffJlfr- M. M. - 43! — |185 Nmmalaewickt per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl^40Pfund. Linsen. Auf dem lMit.' Markt Ipreis I Kartoffeln. I Aus dem Mit.- Feuilleton. V e r s ch m i e g e n r Liebe. Erzählung von Hermann Semmig. (Fortsetzung.) „ Wilhelm ricth vom Uebersahren ab, auch Mane war ängstlich; aver ihre beiden Brüder, die durch das Krachen des Donners wie vom Taumel des Uebermuthes ergriffen wurden, drängten unter Neckereien und Ermuthigungen vie Zögernden in den Kahn zurück, und spotteten ihrer Besorgniß selbst durch so kühnes Schaukeln, daß bei den hohen Wellen das Wasser eindrang. Aber ein neuer, heftigerer Donnerschlag und der auf einmal mit Wuth ausbrechende Sturmwind bändigten ihren tollen Uebermuth, sie erblaßten und bereuten fast selbst ihr abenteuerliches Wogestück; mit Mühe arbeitete der Schiffer sich durch vie schäumenden Wellen, die der Sturmwind peitschte. Während dessen sah Marie todtenbleich und zitternd an Wilhelms Seite, der ruhig und beobachtend vasaß, bemüht, durch erkünstelten Gleichmut!) seine Freundin zu beruhigen. Schon war der Fluß weit über die Hälfte durchschnitten, da, im Angesicht des nahen UserS, kam den beiden Brüdern der Muth wieder; ja, als schämten sie sich der im ersten Schrecken gegebenen Blöße, suchten sie sich jetzt, das vorige Spiel von Neuem aufnehmend, im Uebermuth selbst zu überbieten. Vergebens warnte der Schiffer, ein Schiff kam eben stromabwärts, schneller als es geschienen hatte, und zugleich stürzte der Regen unter Sturmgeheul in Strömen herab ; da — auf einmal stieß Marie einen gellen durchbohrenden Schrei aus, die beiden nahrzeuge waren zusammengestoßen und die Wellen gingen brausend über den Kahn hinweg. Einen Augenblick war Alles vom Wnffer überfluthet. Wilhelm tauchte zuerst empor, er warf einen raschen forschenden Blick umher, dann sah man ihn mit kräftigem Armstoß nach einer Stelle rudern, untertauchen und, Marien im linken Arm umschlungen haltend, mühsam dem Ufer zuschwimmen. Schiffer, die von fern? das Unglück gesehen hatten, waren schon herbeigeeilt und halfen ihm das Land gewinnen; andere waren in Kähne gesprungen und retteten die Uebrigen; kein Menschenleben war verloren. Man brachte Marie in dem nächsten Hause unter, Wilhelm traf selbst die ersten Anstalten zur Pflege, deren die zwei Brüder nicht minder bedurften; dann eilte er, durchnäßt, wie er war, in die Stadt. Zu verheimlichen galt hier nichts; trotz ihrer Kränklichkeit eilte die Mutter sofort mit dem Vater hinaus. Es war unmöglich, Marien am selben Abend in die Stadt zurückzuschaffen; ein Fieber, das sie ergriffen, erlaubte dies erst nach mehreren Tage. Sie hatte von dem Augenblick an, wo der Kahn umschlug, das Bewußtsein verloren; die Schiffer, die am Ufer Zeuge gewesen, hatten ihr erzählt, wie Wilhelm sie gerettet hatte. Als Wilhelm Marien nach der Krankheit zum ersten Mal wieder vom Bett aufgestanden im Zimmer antraf, trat sie ihm mit einer feierlichen Schüchternheit entgegen, faßte zitternd seine Hand und sprach: „Sie haben mich mit Gefahr Ihres Lebens gerettet, ich danke Ihnen, lieber Wilhelm !" Diese Worte machten ihn beben, nicht bloS, weil sie mit einem seltsam zitternden Tone ausgesprochen waren, sondern namentlich, weil es das erste „Sie" war, mit dem Marie ihn anredete. Aber er erschrack fast, als er ihr in'S bleiche Antlitz sah, in dessen ernsten Zügen ein wunderbarer geistiger Ausdruck herrschte; das Mädchen war in der kurzen Zeit zur Jungfrau geworden. Die kindlich heitere Unbefangenheit schien jetzt von ihr gewichen; bei allem Scherz, bei aller Freude war sie ernst, sie warb selbst träumerisch. Zuweilen blieb sie lange vor einer Vlume stehen, sah sie an, und dann schien es, als wären plötzlich ihre Blicke nach innen gerichtet. Alles um sie her war wie vergessen für sie, man mußte sie rufen, um sie aus ihrer Träumerei zu erwecken, oder, was noch seltsamer war, sie erweckte sich selbst durch irgend ein lautge- sprocheneS Wort daraus, und dann sah sie die Umstehenden an und belächelte sich selbst; aber zuweilen war eS, als läge eine Thräne unter dem Lächeln verborgen. Der Vater sah sie besorgt an. „Es ist nichts," sagte die Mutter und lächelte auch. Es schien sich auch wirklich Alles wieder in's alte GeleiS fugen zu wollen; Marie fand die frühere Heiterkeit wieder, und namentlich an ihrem Geburtstage, der in die ersten schönen Herbsttage fiel, und an dem ihr Wilhelm mit einem prächtigen Strauß frischer Rosen gratulirte, war sie wie ausgelassen vor Freude und Glück. Abends war ein kleiner Zirkel eingeladen, Freunde und Freundinnen überraschten die Glückliche mit allerhand lieblichen Geschenken, die angenehmste Ueberraschung aber schien für sie ein Musikstück zu fein, das Wilhelm eben vor ihr aufschlug, als sie sich an das Piano setzen wollte. Sie hatte einmal den Wunsch geäußert, es zu besitzen, hatte es selbst in den Musikalienhandlungen gesucht, aber nicht gefunden. Wilhelm aber hatte eS heimlich kommen lassen, und nun lag es plötzlich unerwartet vor ihr. Sie stieß ein leises „Ah" aus, dann sagte sie: „Sie denken an mich, Wilhelm; das ist schön von Ihnen." Man verlangte sofort, daß sie es spielen sollte. Noch nie hatte sie so viel Kunst, so viel Gefühl im Vortrag gezeigt, alle Zuhörer brachen in lauten Beifall aus. Plötzlich unterbrach sie ihr Spiel, legte den Kopf in die Hand und saß wie nachsinnend da. Man sah sie verwundert an, und als sie zufällig die Augen aufschlug und Aller Blicke mit Erstaunen auf sich ruhen sah, fuhr sie zu- * sammen, als erwache sie plötzlich unter wildfremden Menschen am entferntesten Orte von der Welt; sie blieb den Rest des Abends über zerstreut. Die Gäste verabschiedeten sich bald; als Wilhelm sich empfahl, gab sie ihm die Hand und sagte sanft: „Gute Nacht, lieber Wilhelm!" und sah ihm lange nach. Sie blieb so noch einige Zeit stehen, dann rief sie leise wie im Traume: „Gute Nacht," fuhr auf und fing laut an zu weinen. Man fragte besorgt, was fic Denn habe? „Nichts, es ist nur eine Aufregung vom heutigen Tage, liebe El' tern," gab sie tröstend zur Antwort; sie mußte sich aber doch gleich zu Bette legen, denn es packte sie ein so heftiger Fieberschauer, daß sie sich nicht selbst entkleiden konnte. Einige Tage lang war sie leidend. Man glaubte jetzt den Rath des Arztes nicht verschmähen zu dürfen, und derselbe rieth zur Vorsicht. Die nächste Zeit ließ nicht entscheiden, ob ihr Zustand sich verbessere oder verschlimmere. Die Weinlese war ein sonniger Nachglanz des Sommers und das heitere Wetter, der Winzerjubel, die gesellige Freude bei den gemeinsamen Aus» flögen schienen von Mariens wieder röther blühenden Wangen zurückzustrahlen. Nur Wilhelm fragte sie einmal bei einem traulichen Spaziergänge: „Sie sind nicht wohl, Fräulein Marie? es glänzt in Ihren Augen Etwas, das nicht Ge» sundheit ist; sollte der Unfall im Sommer Sie so sehr angegriffen haben?" — „O nein, nein," erwiederte sie rasch, „Sie irren sich gewiß, mir ist ganz wohl;" dabei drückte sie ihm die Hand, zog aber gleich die ihre rasch und wie er|d)rocfen zurück. „Das freut mich unaussprechlich," fügte Wilhelm hinzu, „so kann ich wenigstens ohne Besorgniß um Sie von hier scheiden, ich werde Dresden nächstens verlassen." — „Sie gehen fort ?" fiel sie hastig ein; „das kommt mir unerwartet," setzte sie wehmüthig hinzu. „Es ist unvermeidlich," sagte Wilhelm; „indessen, wenn mich Ihre Eltern gerne sehen, -Werte ich um Erlaubmß bitten, einmal zu Besuch zu kommen." Marie antwortete nichts darauf, sie holten die Anderen ein und gingen unter fröhlichen Gesprächen mit ihnen nach Hause. Bald daraus nahm Wilhelm Abschied; die ganze Familie war voll inniger Herzlichkeit gegen ihn, Herr von N. küßte ihn und dankte ihm noch einmal für Die aufopfernde Freundschaft, die er seinen Kindern in Der Gefahr bewiesen hatte; „schreiben Sie uns zuweilen," sagte er noch. Marie bat ihn, eine kleine Börse, von ihr selbst in Perlen gestickt, zum freundlichen Andenken an sie mit- zunehmen, und freute sich innig, als Wilhelm seine unverstellte Freudigkeit darüber kund gab. In den ersten Tagen nach seiner Abreise unterhielt man sich noch oft von ihm; nur Marie, auffallender Weise, sprach fast nichts dabei, hörte aber mit innigem Vergnügen an, was man sagte. Die Zerstreuungen, Die jetzt mit Dem Winter fernen, waren schuld, daß man Den Entfernten nach und nach vergaß ' nur wenn Dann und wann ein Brief von ihm ankam, wurDe sein Name wieder genannt. Marie auch schien ganz für Die Gesellschaften zu leben, tn Denen man sich bewegte, und wo es nicht an Vergnügen fehlte; sonst lebte sie still für sich, und Die,e halb eingezogene halb gesellige Lebensweise trug dazu bet, Daß Niemand sonderlich auf ihre Gesundheit Achtung gab. Aus solche Weise war Der Winter ziemlich herumgegangen, Tbauwinde fun- Digten schon dann und wann Den nahen Frühling an, als Marie, die den Abend vorher etwas über Unwohlsein geklagt hatte, eines Morgens später als gewöhnlich zum Frühstück kam. Ihre Mutter schrie entsetzt auf, als sie sie eintreten sah. sie glaubte ein Gespenst vor sich zu sehen. Eine geisterhafte Blasse lag auf Mariens Antlitz, Die von Dem weißen Morgenanzuge und Den hohlen, fiebrisch schimmernden Augen noch mehr hervorgehoben wurde; auf Der Hand, Die sie ihrer Mutter zum Morgengruß bot, lag ein matter, feuchtkalter Schweiß. Der Frau von N. war es, als fiele es ihr wie Schuppen von Den Augen; ihre Tochter siechte an einer auszehrenden Krankheit. Sie fragte sich, wo sie bisher die Augen gehabt, Daß sie dies nicht schon lange bemerkt hätte; sie rief sich alle einzelnen Umstände zurück, bis zu jenem unseligen Spaziergange, feit roel- chem das Uebel begonnen hatte, und verfolgte im Gedächtniß Den ganzen Verlauf Der langsam anwachsenden Krankheit. Sie konnte ihre Aufregung nicht zurückhaltcn, schloß weinend und bewegt ihre Tochter in Die Arme unD rief mit schmerzlichem Tone: „O, meine# liebe Tochter, Du bist ernstlich krank." — „Ich glaube es selbst, gute Mutter," sagte Marie mit trauernDcr Stimme, „ich habe Dich nicht Durch Klagen beunruhigen wollen; jetzt fürchte ich, ist es zu spät. — Sag' das nicht,'geliebtes Kind," antwortete Die Mutter; „es kommt Der Frühling, und auch Du wirst wieder aufleben, wir werden Alles aufbieten, ich schicke sofort nach Dem Arzte." Der Arzt kam unD fand, wie die Mutter, die erste Ursache der Kranheit in Der Erkältung unD Aufregung an jenem Tage, Da Der Kahn bei Der Ueberfahrt über Die Elbe umgeschlagen hatte. Er rieth zum schleunigen Gebrauch eines böhmischen BaDeS. Bald darauf reiste Die Familie ab. Ihr Weg führte sie über'ihre Besitzungen im DoigtlanDe, wo sie einige Wochen verweilten. Marie hatte große Freude, Den Ort ihrer KinDerjahre wie- derzusehen; sie gedachte aller Plätze, wo sie mit Wilhelm, damals ihrem unzer- trennlichen Gefährten, gespielt batte. Mit besonderer Vorliebe suchte sie einen Apfelbaum auf, der am Ufer eines kleinen Teiches stand, und unter Dem sie oft mit Wilhelm gesessen, um seinen ersten glücklichen Versuchen auf Der Flöte zu lauschen. EnDlich kam man im Bade an. Der Arzt DeS Ortes, Den man befragte, sah Die Kranke lange prüfend an, schüttelte Dann mit dem Kopf und bat um einige Tage Bedenkzeit; er wollte, sagte er, erst nähere Bekanntschaft mit Der Kranken machen, ehe er ein bestimm- les Unheil fällen konnte. Marie war jetzt auffallend matter, und ihre Mutter Drang säst mit Verzweiflung in Den Arzt, zu rathen, zu helfen. EnDlich sagte Derselbe- GnäDige Frau, das liebel, an Dem Ihre Fräulein Tochter leiDet, liegt zu tief, als Daß ich es heilen könnte; eS ist ein Seelenlciden." Frau v. N. sah ihn starr an, sie begriff ihn nicht. „Es ist, wie ich Ihnen sage," fuhr Der Arzt fort, „wir BaDeärzte verstehen uns Darauf; in unfern Thalern sehen wir alljährlich eine Menge Romane beginnen, aber noch mehr enDen. (Fortsetzung folgt.) Berlin, 23. Jan. In den Gesetzentwurf, betreffend die Erwerbung und den Vertust des preußischen Jndlgenats, hat die Commission die Bestimmung ausgenommen: daß Untcrthanen, welche sich im Ausland aufhalten, diese- Recht- durch einen Beschluß der Lande-Polizeibehörde verlustig erklärt werden können, wenn sie im Fall de- Kriegs oder der Kriegsgefahr der Aufforderung zur Rückkehr binnen einer bestimmten Frist n cht Folge leisten. Vorgestern rourre in der betreffenden Commission mitgetbellt, daß zwischen Preußen, Baiern, Wür- temberg und Laden dahin Rec procität gefordert weiden soll, oder bereits erzielt ist: daß vor der Naturalisation der betreffenden Staatsangehörigen von diesen der Nachweis über erfüllte Militärpflicht oder Befreiung von derselben geführt werden muß. Berlin, 25. Jan. Das letzte Ordensfest veranlaßt veischledene Blätter, ein paar pikante Or- den-geschichtchen mitzutheilen. Anknüpfend an die Mittheilung des „Westph. Merk." aus Münster, wonach Jemand den rothen Aclerorden 4. Claffe doppelt erhalten hat, meleet die „Volkszeitung", wie in einer pommer'schcn Statt vor einigen Jahren der ter noch komischere Fall vorgekommen ist, daß Jemand mit diesem Orden gleichzeitig zweimal beglückt wurde. Es war dort ein patriotischer Stattrath, den der damalige patriotische Bürgermeister durch den tamaligen Oberpräsidenten Senff v. Pilsach zu dem Orden Vorschlägen ließ. Selbiger Stadrath war außerdem aber auch ältester Lieutenant in einem Landwchrbataillon und wurde gleichzeitig durch den Batalllon-commanteur rc. ebenfalls zu dem Orden empfohlen. So geschah es, daß die- selbe Liste verkündigte, den rothen Adlerorden 4. Claffe haben erhalten: 1) der Stadtrath F. zu 3c., 2) der Premierlieutenant F. tft dem und dem Land« wehrbataillon, ohne daß man an höherer Stelle wußte, daß diese beiden Ritter Eine Person waren. Es galt nun, diesen Conflict zu lösen. Man verwandelte den einen rothen Adler in ein Ritterkreuz vom hohenzollern'schen Hausorden, und der Patriot konnte beide Kreuze ins Knopfloch stecken. Kassel, 22. Jan. Der „Hess. Morgenzeitung wird ge,ch> «eben — und dann ist es gewiß wahr — : Dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel ist Vie Mit- thcilung zugegongen, daß der Flnanzminister den von der königl. Regierung dahier beantragten Ersatz der BundeSexecutivnötruppen aus Staatsmitteln abge- lehnt habe, und daß auch auf die diesen Gegenstand betreffende communalständische Befürwortung ein ungünstiger Bescheid erfolgt sei. Aschaffenburg, 22. Jan. Das dahier bestehende Counts zur Errichtung eines Denkmal- für die am 14. Juli 1866 im Kampfe bei Aschaffenburg gefallenen österreichischen Offiziere und Soldaten hat im hiesigen Friedhöfe auch die Erinnerung an die in der Nähe von hier gefallenen und auf dem Friedhöfe begrabenen Hessen durch einen colos- salen bronzenen Schild gefeiert. Mannheim, 22. Jan. Die für unsere Stadt wichtige uno als Beispiel auch für weitere Kreise des Landes bedeutungsvolle Frage, ob ConfessionS- schulcn oder nicht, wird nächsten Donnerstag .und Freitag durch Abstimmung der Bevölkerung nach den Btkcnnlnißgruppen zur Entscheidung kommen, lieber die Abstimmung der Israeliten und Protestanten im Sinne der gemischten Schulen herrscht kein Zweifel. Auf der katholischen Seite ist die Agitation auf das Gebiet der Flugschriften übergegangen. Eben ist eine aus den Kreisen des katholischen OberstiftungSraths hervorgegangen, welche in maßvoller Weise für die ConfessionSschule plaidirt; für die entgegengesetzte Ansicht ist ebenfalls eine von den namhaftesten Katholiken unterzeichnete Flugschrift zur Vertheilung im Drucke. Der Kampf wird schließlich kein leichter sein und folgenschwer, weil allem Anscheine nach von den Katholiken allein die Entscheidung abhängt. Die Errichtung eines confessionölosen Waisen- und Er- ziehungShauseg jenseits des Neckars ist durch rasche Zeichnung von Actien und Jahresbeiträgen gesichert. Stuttgart, 24. Jan. In Betreff der Be- waffnung und Ausrüstung der Cavallerie und Artillerie treten nachfolgende Bestimmungen ein. Bei t^r Cavallerie werden 32 Mann p.r Escadron mit Zündnadelcarabinern ausgerüstet; die übrige Mann- schäft führt die gezogene Pistole; der bisherige Pcr- cussionöcaiabiner kommt somit in Wegfall. Vier Reiter per Eecadron werden mit tragbaren Pionier- Werkzeugen Behufs des Herstellens oder Verderbens von Communicationen, ferner zu Bivouac- und La- gerarbciten ausgerüstet. An die Stelle des bisher in den EscadronSgepäckwägen mitgeführten großen MannschaflskochgefchirrS tritt ein in Lederfutteralen tragbares 2männiges Kochgeschirr. — Die Feldartillerie und die Unterofficiere des Armeetrains erhalten glatte Pistolen als Handfeuerwaffen, so lange der Vorrath an gezogenen Pistolen zur Ausrüstung de-' Kriegsstande- dieser Waffe nicht hergestellt ist. Ein weiterer Schritt zur Vereinbarung mit den im Norddeutschen Bunde geltenden Vorschriften besteht darin, daß nach den neuesten Bestimmungen nun auch die Lagerordnung, das Beziehen des Bivouacs und der Dienst im Bivouac für die Cavallerie, ferner das königlich preußische Sappeur-, Exercier- und Dienst-Reglement, sowie das Mineur- und Dienst-Reglement für das Pioniercorps maßgebend fein werden. Wien, 24 Jan. Der Vorsitzende der Pariser Contcrenz ■ hat die übrigen Bevollmächtigten ersucht, falls sich ihm nicht eine Veranlassung biete, sie früher einzuladen, sich am 1. Februar bei ihm versammeln zu wollen. — Eine Ministerialverordnung ver- fügt, daß künftig Sendungen von Waffen und Munition nach der Türkei und spccicll nach den Donausürstenthümern nur aus Grund eines Geleit- scheins, welchen das Ministerium selbst ausgestellt, aus- und durchgeführt werden. Paris, 22. Jan. Gestern, am Todestage Ludwigs XVI., fanden in der Sühnecapelle der Rue d'Anjou feierliche Todtenmeffen statt. Sie waren ziemlich zahlreich besucht. Einer, derselben wohnten auch Don Carlos von Bourbon und seine Gemahlin an. In der Tuilerirncapelle ließ die Kaiserin auch eine Tvdtcnmesse lesen. Die Capelle war schwarz au-geschlagen und der ganze Hof anwesend. Athen, 13. Jan. Endlich, als das letzte aller Länder Europa'-, kann auch Griechenland einen Schienenweg aufwcisen; einen kurzen zwar, indem er nur die Huuptstadt mit ihrem Hafenorte, dem Py- räeus, verbindet. Die erste Locomotive ist heute, am griechischen NeujahrStage, über diese, etwas mehr als j.rei stunden lange Strecke gefahren; sie gebrauchte Dazu 13y2 Minute. Es ist recht kalt; die Gipfel des Pentelitos und HymettoS sahen schneegekrönt auf das für sie neue Schauspiel hinab. Auf der Loco- motive flatterten d.e Fahnen Griechenlands und Englands, was nicht etwa eine politische Kundgebung fein sollte, sondern den Ulsprung dieses Fortschrittes des Verkehrs andeutct, wie Denn auch der englische Ingenieur, Capitän Tyler, an der Fahrt Thcil nahm. Dem Publikum soll die Eisenbahn in Kurzem eröffnet werden, und nur zu gern möchte man in diesem Ereignisse ein gutes Omen für Die Zukunft Grie- chenlanDS sehen. — lieber 10,000 Griechen aus der Türkei sind bereits in Griechenland angekommen. Madrid, 22. Jan. Die Wahlen sind vorüber und die liberale Presse kommt noch einmal mit vollster Anerkennung auf die Haltung der Bevölkerung zurück, die sich während Der vier stümifchen Tage Des ScrutiniumS auch nicht eines einzigen Er- cesseS schuldig gemacht und so bewiesen habe, „daß Spanien, um Die erste Nation Der Welt zu sein, nur einer Definitiven Regierung bedürfe, Die eines so maßvollen Volkes würdig wäre." Wir mögen über diese Ansprüche auf die erste Rolle im europäischen Drama lächeln, — soviel ist gewiß, Daß manche bei weitem civilisirtere Nationen, die mit Dem Wort „Spanien" unwillkührlich Die Begriffe einer verwahrlosten Geistesbildung verbinden, unter so schwierigen Verhältnissen kaum den gleichen Tact bewiesen haben würden. Mit der einzigen Ausnahme von Aranjuez, wo bekanntlich ein kleiner Tumult statt- hatle, ist Die Ordnung absolut nirgends gestört worden, und Die Bethciligung an Dem Wahlacte war, wenn wir alle Umstände gehörig in Erwägung ziehen, so rege und eifrig, als irgend zu erwarten stand. Die heutige „Iberia" widmet der Nation für ihren Patriotismus einen DankeShymnuS und ruft Dann der provisorischen Regierung ein dreifach donnerndes „Vorwärts" zu, — „vorwärts im Na- men der heiligen Revolution, auf Deren Banner Die drei Worte prangen: Freiheit" — Sie denken wohl „Gleichheit, Brüderlichkeit?" — o nein! Andere Zeiten, andere Sitten! Die Revolution-Devise Der „3b