*j6 ÄM* ■' <«ito u’LMfe ' tn'bmfn s"lt«n g,_ iU,l,fr< - r.f- h iogak . ' " »iien w" njbbÜ* : '.4i i« <'»e w< । *en ®eti4^ . .rf btimli-t"' .(,rigt, ■ .Vi dieses * ,A* • ...y a®iMi" **>»* ■ • Um.» VMt' Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierieliäbr'ick 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dr«- mal: Dienstags, Donner. stagS und SamstagS. — Expedition: Canzlelderg Lit. B. Nr. 1. Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 13Ä. Donnerstag den 25. November L8GW. AMtliehe BekanntmsKUirgen Betreffend: Liquidation der Vergütungen für Leistungen und Lieferungen an einquartirt gewesene Truppen. Das G r o h e r; u g i i ch e K r r i s a in t an die Großher^glichrn Bürgermeistereien des Kreises. Gicßen, am 17. November 1869. Gießen Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 8. v. Mts., welches wir dahin modificiren, daß eine Aufstellung von Servis-Liquidationen Seitens der einzelnen Gemeinden unterbleiben kann, vielmehr nur die vorliegenden Quartierbescheinigungen an uns einzusenden sind, bringen wir die unverzügliche Vorlage der Letzteren unter dem Anfügen in Erinnerung, daß, wenn diese nicht bis zum 10. k. M. für die Zeit vom 1. Januar bis Ende September d. I. erfolgt, die etwaigen desfallsigen Ansprüche keine.Berücksichtigung finden werden. Zugleich bestimmen wir, daß inskünftige diel gedachten Quartierbescheinigungen stets vierteljährig und zwar längstens bis zum 15. des darauf folgenden Monats an uns zu befördern sind, bannt die quartalweise Aufstellung der Hauptliquidation für die Krcisgcmeinden keine Verzögerung erleidet. Dr. G o l d m a n n. Bekanntmachun g. Es wird hierdurch zur Kenntuiß der Viehbesitzer gebracht, daß auch in der Stadt Gießen Erkrankungen von Rindvieh an Maul- und Klauenseuche vorgekominen sind und in der Gemeinde Heuchelheim vorgekommen waren. Gießen, den 23. November 1869. _ , Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldman n. «■IlhlMIII Besondere Beknnntmnch nngen 10834) Die verehelichen Mitglieder deö Spar- und Leihkasse-Vereins werden zu der, Freitag den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, im Rathhaus dahier stattfindendeu Haupt-Versammlung eingeladen. Gießen, am 15. November 1869. Die Direktion der Spar- und Leihkasse. Haberkorn. 10850) Nachdem der Ackermann Conrad Lingelbach von Wolferode seine Insolvenz dahier angezeigt hat, werden sämmtliche Chyrographar-Gläubiger desselben aufgefordert, ihre Forderungen unter Vorlage der darüber sprechenden Urkunden im Termine den 10. December er., Vormittags 9 Uhr, in welchem auch zur Abwendung des förmlichen Concurses die Güte versucht werden soll, dahier anzumelden. Zur Nachricht dient, daß die nicht erscheinenden Gläubiger dem Beschlüsse der Mehrheit als beitretend angesehen werden, und der Ortsoorstand Lingelbach zu Wolferode zum Curator bestellt worden ist. Rauschenberg, am 8. November 1869. Königliches Amts-Gericht. ______________________Hinkelbein._________ Die Besetzung der Octroierheber- und Waageumeistersielle am Neu- städter Thore. 10853) Für vorbemerkte, durch die anderweitige Beförderung des seitherigen Bediensteten in Erledigung gekommene Stellen wird hierdurch Concurrenz mit dem Bemerken eröffnet, daß Anmeldungen um solche bis einschließlich des 27. d. Mts. bei uns einzureichen sind. Gießen, den 24. November 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 10847) Nach einer Mittheilung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen sind drei, mit einein jährlichen Gehalt von 400 fl. verbundenen Zollauffeherstellen erledigt. Die Bewerber, welche die specielle Prüfung der zweiten Kategorie im Finanzfach bestanden haben müssen, haben ihre deßfallsigen Gesuche spätestens bis zum 29. Noveinber dem Bezirksfeldwebel in Gießen einzuhändigen. Gießen, den 23. November 1869. Großherzogl. Bezirks- Commando Gießen. I. A.: . Hoffmann, Oberlieutenant und Adjutant. Versteigerungen. 10825) Auf dem Main-Weser-Babnhvf, unweit der Wohnung des Herrn Bahnwärter Klein, sollen Donnerstag den 25. November, Nachmittags 2 Uhr, ausrangirte Schwellen und 20 Stecken Scheidholz an den Meistbietenden versteigert werden.__________________________________ Petroleum-Lieferung. 10842) Montag den 29. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung des Petroleums auf das erste Halbjahv-1870 für die Garnison-Verwaltung Gießen auf dem Büreau in der Kaserne mittelst Soumission vergeben und können daselbst die Bedingungen Nachmittags von 2 bis 5 Uhr eingesehen werden. Gießen, den 20. November 1869. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. ______________Kalbfleisch.__________ Hospital-Mühle und Hospital- Gut. 10837) Die dem hiesigen evangelischen Bürgerhospital—^zum heiligen Geist" gehörige Mahlmühle nebst Stallungen u. s. w. an der Lahn, mitten in der Stadt Wetzlar gelegen, welche sich auch zur Errichtung jedes anderen industriellen Etablissements eignet und mit einer nicht unbedeutenden Wasserkraft versehen ist, soll am 29. dieses Monats, Morgens 10 Uhr, im hiesigen Nathhause unter günstigen Bedingungen auf 25 Jahre nochmals öffentlich meistbietend verpachtet werden. Zugleich erfolgt auch die Verpachtung des hiesigen Hospital - Gutes, bestehend aus hinreichenden Wohn- und Oeconomie-Gebäuden, 28 Morgen Ackerland und 17 Morgen Wiesen. Wetzlar, den 9. November 1869. Die Verwaltung des evangelischen Bürgerhospitals „zum heiligen Geist." _______ Brettschneider._________ Brod-Lieferung. 10843) Montag den 29. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung des Brodes für das 2. Infanterie-Regiment rc. auf das 1. Quartal 1870 mittelst Soumission vergeben. Die Lieferungs-Bedingungen liegen Nachmittags von 2 bis 5 Ubr auf dem Büreau der Garnison-Verwaltung offen. Gießen, den 20. November 1869. > Großherzogliches 2. Infanterie-Regiment. Kraus. 10822) Donnerstag den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Haufe des Canzlisten Brauburger auf dem Canzleiberg verschiedene Möbeln, als: 3 Sophas, Bettladen, Waschtische, Nachttische und mehrere andere Gegenstände gegen gleich barre Zahlung versteigert. P. Feilgebotrnes. 16845) Leere Fudcrfaß verkaufen G e b r. Ebel. Kaffee-Niederlage von Friedrich Bender, Domplatz 2 in Frankfurt a. M. Haupt - Depüt der Braunschweiger Acticn - Cichorien - Fabrik. 8. Agenten werden gesucht! (10849) 3W Kaffee-Schrot, anerkannt das vorzüglichste aller bis fetzt existirenden Kaffee-Surrogate. Eine geringe Beimischung zum Kaffee giebt demselben eine schönere Farbe und einen überaus kräftigen, angenehmen und aromatischen Geschmack. 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Busch Söhne. 10848) Ein für jeden Geschäfts-1 mann rc. unentbehrliches Werkchen I ist soeben erschienen und in allen Buch-S Handlungen zu haben: Tabellen zur Verwandlung des Hessischen Maßes und Gewichtes in metrisches Maß und Gewicht, sowie umgekehrt und zur Umrechnung der Preise, von L. Würth. 136 kr. Das neue Maßsystem wird mit dem I 1. Januar 1872 in dem norddeutschen I Bunde und den süddeutschen Staaten" als gesetzliches Maß und Gewicht einge-1 führt. Die Anwendung desselben ist g aber schon vom 1. Januar 1870 an ge-1 stattet, insofern die Betheiligten hierü-I ber einig sind. muiiKni.ini i i ...... Zurückgesestte Seidenstoffe! Gestreifte Seidenstoffe, circa 350 bis 400 Kleider, in Folge des Abschlags: ä 18 und 20 fl. das Kleid, frühere Preise: ä 26 und 28 fl. das Kleid, ä 22 und 24 fl. das Kleid, frühere Preise: ä 30 und 32 fl. das Kleid, sowie eine große Auswahl von schwarzen und farbigen Seidenstoffen, Sammt für Paletots zu ungewöhnlich billigen Preisen, in der Sei- denwaarenhandlung von Theodor Beer (10833) Reuekräme 32, in Frankfurt a. M. jOoo-ooooo o-o-<>o<>-000-0 O/>O-OOO ^OOO O 0'0 t 10836) Vorräthig bei allen Buchhändlern und Buchbindern: ' £ ? Gitstav-Adolss-Kalcndcr | Hessischer Hausfreund $ ? 17. Ichrgsny. 18 7 0. 48. >l)rgang. « o Mit Marktverzeichniß und trefflichen Bildern. Preis nur 8 kr. o «Ci’ooooooooooooovoooooooooooooooooooo< o oooooooooooooO. Vermiethungea 10857) In meinem neu erbauten Hause vor dem Neuenweger Thor ist ein Familienlogis zu vermiethen und sogleich beziehbar. Ludwig Schmidt. 10856) Möblirtes Zimmer im dritten Stock zu vermiethen bei Uhrmacher Geiß mar. 10826) Das von Frau Kreisrath Goldmann bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 1. Januar 1870 zu beziehen. I. Mann berg er. 10827) Eine Familienwohnung von 6 Zimmern ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. L. Bersch. 10814) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 10820) Im Cafe Ebel ist ein kleines Familienlogis, pr. 1. Januar 1870 beziehbar, zu vermiethen. Vermischte Anzeigen. 10851) An meinem Mittagstische, pr. Portion 12 kr., können noch mehrere Herren Theil nehmen. ____________B. Oswald. 10829) Ein Dienstmädchen, welches kochen und alle Hausarbeiten verrichten kann, wird auf Weihnachten gesucht von Post-Director Lochmann. 10819) Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gegen guten Lohn auf Weihnachten in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 10858) Zwei moblirtc Zimmer werden von einem einzelnen Herrn sofort zu miethen gesucht. Offerten beliebe man bei der Exped. d. Bltts. cinzu- rcichen.__________________________________ 10828) Gefunden ein gelbes Halstuch. Abzuholen bei der Exped. d. Bltts.____________________________ Mr Damen! 10839) Vielseitigen Anfragen zu begegnen, zeige ich hierdurch an, daß ich den Unterricht im Fertigen von Damcnkleidern am 1. December wieder eröffne, und bitte diejenigen Damen, welche noch daran Theil nehmen wollen, sich recht bald über das Nähere mit mir zu besprechen. Sollte es, wie früher, gewünscht werden, so können auch Damen in der eigenen Wohnung unterrichtet werden. Frau Rothenberger, _________________________Lindenplatz.________ 10815) In eine Wirtschaft wird ein braves Mädchen für die Küche gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 10840) Ein junger Mann, welcher bei der letzten Loosziehung der Militärpflichtigen eine hohe Nummer gezogen, wünscht solche mit einer niedrigeren zu vertauschen und in den Militärdienst einzutreten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 10841) Ein gut empfohlener, zuverlässiger Scribent, cautious- fähig, sucht bei bescheidenen Ansprüchen Stellung. Offerten bittet man bei der Erped. d. Bltts. gefälligst abgeben zu wollen. Norddeutsche Packcl-Besiirdcrungs- (ikldlldjaft Wallette, Reinecke, Rändel & t’oinp., Commandit - Gesellschaft auf Actien. Grund-Kapital 500,000 Thaler. 10821) Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Herrn Heinrich Weißgerber in Gießen die General «Agentur für die Provinz Oberhessen übertragen worden ist. Berlin, den 25. October 1869. Die General-Direktion V allette« Randefl« Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich zur Beförderung von Packeten aller Art mit und ohne Werths-Declaration und Nachnahme nach allen Eisenbahn-Stationen Deutschlands und sämmtlichen überseeischen Plätzen. Die Portosätze für Packete ohne Werths-Declaration und ohne Nachnahme sind im internen Verkehr bis zum Gewichte von 50 Pfund durchschnittlich um 25 % und bei Gewichten über 50 Pfund um 50 % niedriger als diejenigen der Post. Für Sendungen mit Werths-Declaration und Nachnahme beträgt die Assecuranz-Prämie und resp. die Nachnahme-Provision nur die Hälfte der Postsätze. Die Gesellschaft gewährt in Verlustfällen dieselbe Entschädigung, wie die Post. Ueber jedes Packet, auch ohne Werths-Declaration, wird ein Einlieferungsschein verabfolgt. Zur Ertheilung näherer Auskunft bin ich bereit und werden Reglements, owie Portotarife in meinem Büreaü, wie auch im Annahme-Local, verabreicht. Gießen, den 20. November 1869. Heinrich Weißgerber, General-Agent der Norddeutschen Packet - Beförderungs - Gesellschaft, Büreau: Seltersberg Lit- E- 41 A. Annahme-Stelle bei Herrn Carl Fuhr, Kirchenplatz, Ecke der Schloßgafie. Butzbacher Katharinenmarkt-Ball. 10844) Donnerstag den 25. November findet von Nachmittags 5 Uhr an Ball in meinem Locale statt, wozu ich höflichst einlade. A. Joutz ____________________________________________________(Hessischer Hof.) Zinßer'scher Garten. 10852) Sonntag den 28. November d. I.: Großes Concert (ä la jStrdiiß), ausgeführt von den besten Kräften ber Parlow'schm Capelle, unter persönlicher Leitung ihres Direktors. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mtnbener- Eisenbahn, sowie fäiumtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. 10832) Ein braves Dienstmädchen wird zu sofortigem oder baldigem Eintritt gesucht. Wo? sagt gefälligst die Erped. d. Bl. 10824) Ein braves Dienstmädchen, das gut kochen kann, wird zu Weihnachten gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl- Höchst wichtig für Bruch- leidende! 10838) Bruchleidende, welche in richtig franfirten Briefen das Leiden gehörig beschreiben, erhalten von dem Unterzeichneten gratis und franco ein Schriftchen mit Belehrung und Zeugnissen, woraus der Bruchleidende ersieht, daß die Brüche noch gänzlich geheilt werden können. Krüst-Mtherr, in GaiS, Kt. Appenzell, Schweiz. Gefälligst ;u beachten! 10830) Das Repariren und Auf- lackiren von Körben und Korbmöbeln, sowie das Stuhlflechten besorgt schnell und billigst Eduard Klemm, Kunstkorbflechter, wohnhaft bei Herrn Schuhmachermeifter Georg Best in der Sandgasse. HAASENSTEIN&'VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Hamburg, Neuerwall, 50; Berlin, Leipzigerstrasse, 46 ; Basel, Steinenberg, 29; Wien, Stadt, Neuer Markt, 11 ; Leipzig, Markt, 17, Königshaus ; Stuttgart, Kronprinzstrasse, 1 B ; Zürich, Elsassergasse, 1 ; St. Gallen, Obere Grabenstrasse, 13 ; Genf, Place du Molard, 2. Der Kladderadatsch an den Lahrer Hinkenden Boten. Getrost! Wir lachen um so mehr, Je wüthiger sein Zorn ist! Ob er, wie Unsrer, in Breslau, ob er Wie Deiner, in Paderborn ist. Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Frachtmärkten. Wairen. Korn Gerste. Spelr. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln Aus demIMit.- Auf dem Mit.- Auf- dem Mit. Auf dem Mist- Auf dem Mit.- Auf dem MiN Auf dem Mit.- Auf^dem Mit.- Auf dem Mit.: Aruchtmärkte. Nov. Markt ! preis Markt preis Mc irft preis Markt preis Mo rkt preis Markt preis Markt preis Markt X. -.1 Preis Ma rtt preis ~l ' fl. Er. auf: gefi ft.fr. Q auf: gef- verk 's e « a »• fr. lauf: 1 gef- § fl. kr. auf- gef- a fl. kr. auf gef s1« c « ö fl. kr M. M. M. M. M- M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M- Gießen Alsfeld G r ü n b e r g 20. 31 18 10 50 52 44 8 — 24 14 7 35 — — — — 11 11 5 — — — — — — — — 20. 332 10 56 — 137; 8 u — 80] 6 49 — — — — — 144 5 1 — 1! 10 30 — 1 3 — — — — — — — — 40 Lauterbach 20. 18! 14! 11 20 37 26] 9 18 10! 6! 7 — — — — — 23 o; 5 19 2} 2; 11 50 4 2 15 30 17! 2 Mainz 19. 240 11 21 1 - 127 8 16 — — — — — — 26 5 25 — — — — — — — — — — 2 56 Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. lei <1- ,, »eilen. ' ^Kalkk, ■* Nudel. ■sVm^ Fich jur mJ!run^'4ein cer: teriS\?tana,B- lul- verabreicht. rber, ^^nmgs-Gesellschaft, suhr, «Wall. ^del von ÄLchmittags ;u dößM einlabe. Ä. Zoutz lW'cher Hof.) HttH. bet b. 3.: ncert ), »arlow'iibm Tabelle, Direüors. - und Köln Mindener- mtlickeu Zormu- Llec. MarftstrO. iaft !II bradittn! -* t'cpGriitn und Auf- .7 pir^n unb ftoxbmö-- '... 7. --/f/echten bW '»unstkorbstechler. ; 7 Z tubmacbemnster ba Landgasse- v® (L-VOGLER . V;I1 .nceß-E.xped'tW rakfurt am Main, .Lel.nBl.Swk- S.®L 11 .. Vuer Markt. 11, ■. i7 Königshaus; '‘^S^traase. 13; 7d0 Ward- 2. -2 cf <7 c,‘ S-S' Aus dem Leben einer Nonne. Novelle von I. H. einen Bewerber, wie so hatte er trotz der Wohnung, mit allem und den Schlüssel zu bei sich. Was würde sie ihn vorfinden. So setzte er sich denn in den Sessel nieder, den sie verlassen halte und wartete auf die Tante, eigentlich nicht, sondern nur auf Lizzi. Aber diese kam nicht, sondern bald trat Vie Gräfin Marion wieder in daö Gemach und war nicht wenig erstaunt, ihren Neffen vorzufinden. Sie konnte jedoch bei seinem Anblick ein spöttisches Lächeln nicht unterdrücken, und ihre Stimme hatte für Adolph den widerlichsten Ton, den er je vernommen. „Adolph, Du hier, zu dieser Stunde?" fragte sie. „Wie Sie sehen, verehrte Tante," entgegnete er, in dem Gedanken an Elisabeth ihre Härte vergessend, „es trieb mich nach Schloß Felseck, um meine einzigen Verwandten, die ich auf der Welt habe, einmal wieder zu sehen." (Fortsetzung.) Am Fuße des Abhanges, auf welchem das Schloß erbaut war, begegnete dem Wagen ein einsamer Reiter. Es war dies etwas sehr Ungewohntes. Es war ein junger Mann von vielleicht ein- dis zweiundzwanzig Jahren, mit einem fein geschnittenen, edlen Gesichte, dem der zierliche Schnurrbart etwas ungemein Herausforderndes verlieh. Als der Wagen an ihm vorbeirollte, konnte er nicht umhin, einen Blick in das- Innere desselben zu werfen, wohl weniger aus Neugierde, als aus Gewohnheit. , , Der Reiter stutzte einen Augenblick, doch setzte er gleich darauf mit einem Lächeln seinen Weg fort. „Thorheit," murmelte er für sich, „wie sollte Elisabeth von Felseck hierher kommen — Tante Marion läßt sie keine zehn Schritte allein gehen. Aber Aehnlichkeit könnte die Dame mit der kleinen rosigen Lizzi haben, wenn sie nur nicht so erschrecklich blaß gewesen wäre." Der Gedanke an Lizzi, bei deren Namen ein glückliches Lächeln über seine feinen Züge flog, schien ihn zur Eile anzutreiben. Er gab seinem stolzen Rosse die Sporen, daß es, trotz der Schwierigkeit des Bergsteigens, schnell mit ihm dahinflog, und kaum eine Minute später vor dem grauen Portale des Schlosses Felseck stand. ,, r, „Hm," murmelte der Reiter, als er keinen Diener erblickte, der ihm sein Roß ' abnehmen konnte, „das scheint hier noch ganz, wie vor drei Jahren *U ^Aber dies schien ihn keineswegs zu entmuthigen, vielmehr zog er selbst sein Pferd in eine Art Schuppen, der ehemals vielleicht zu einem solchen Zwecke erbaut war, nahm ihm Sattel und Reitzeug ab und warf ihm etwas Hafer vor, der, er wußte nicht wie, hierher gekommen war. Plötzlich fühlte er jedoch den Gedanken an den Wagen in sich auftauchen, und ein eigenes Gefühl der Beklommenheit trieb ihn zur Eile an. Er band sein Roß an und eilte bald darauf Vie breite Treppe zu Den Gemächern ver Gräfin Marion hinan. Einen Augenblick stanv er vor Ver hohen Thür des ihm bekannten Gemaches still und holte tief und schwer Athem, doch dann riß er sie rasch entschlossen auf mnd stand vor der Gräfin, die in einem mit schwerem Sammt überzogenen Sessel saß, Vie theilweise verlorne Nachtruhe nachholend. r Der Eingetretene schien die Gräfin kaum zu bemerken, suchend durchflogen seine Augen das Gemach und blieben erst dann auf Der Gräfin haften. Aber diese erhob sich noch immer nicht, und so setzte sich der junge Mann in eine Nische, wo früher Elisabeth stets gesessen hatte, um Die köstliche Aussicht, Die sich von hieraus bot, zu genießen. Die Nische war ein von Dem Gemache ganz durch schwere Vorhänge getrenntes Plätzchen, kaum so groß, daß der kleine Nähtisch und der Sessel darin Platz hatten. Mit beinahe kindischer Neugierve und doch auch wieder mit entzückten Blicken ließ der junge Mann alle die kleinen Röllchen Zwirn, Wolle und Seive durch seine Hände gleiten, betrachtete die angefangenen Arbeiten, Vie feinen Stickereien, überhaupt Alles, was vor ihm lag, als hatte Elisabeth eben erst ihren Lieblingsplatz verlassen. Es war hier Alles noch ganz so, wie Avolph von Felseck — Vieser war es ___ es vor drei Jahren verlassen hatte. Hier saß er, zu Den Füßen der kleinen Lizzi, und erzählte er, wie es draußen in der Welt aussehe und noch sah er ihre leuchtenden Augen, wenn sie ihm zuhörte, und noch hörte er, wie sik ihn bat, sie von dem finsteren unheimlichen Felseck fort zu nehmen und in die schöne, sonnige Welt zu bringen. Jetzt war tr nun gekommen, den Wunsch der kleinen Lizzi zu erfüllen — er wollte sic mit sich führen in die Welt, freilich mit dem Willen der Gräfin Marion, und zwar als fein geliebtes Weib. Elisabeth'- Bild hatte ihm stets vor Augen gestanden, seit er sie verließ, und nie war ihm nur eingefallen, daß ein anderer einst diesen Platz einnehmen könne, oder eine andere sein liebes Weib werden würde. Jetzt hatte er nun sein Osfiziersexamen bestanden und zwar so glanzend, wie keiner feiner Kameraven, und daran war wieder Lizzi Schuld, Denn sie war es gewesen, Die ihn zum Fleiße angespornt hatte, damit er ihr später zeigen könne, daß seine Liebe zu ihr ihn dazu angetrieben. Und noch mehr! Da er wohl mußte, daß die Gräfin Marion gegen er war, für Elisabeth nichts würde einwenden können, Neckereien seiner Kameraven schon eine schöne, stattliche Comfort für sich unv sein künftiges Weib eingerichtet dieser Wohnung trug er als seinen liebsten Schatz immer wohl Lizzi für Augen machen, wenn sie ihn sehe, und wie er ihr sagte, was dahinter verborgen wäre. In diesem Augenblicke weckte ihn vaS Erwachen der Gräfin Marion aus seinen süßen Betrachtungen; sie schritt mit großen schritten und, wie Adolph zwischen den Vorhängen hindurch sah, mit zusammengezogener, finsterer Stirn im Gemache aus und nieder. Die Tante Marion hatte er stets gefürchtet, aber in.diesem Augenblick wagte er kaum hervorzutreten, unb er bedauerte die arme Lizzi, die stets in ihrer Nähe leben mußte. Aber endlich konnte er doch nicht anders, als hervortreten, Die Tante hatte eben das Gemach verlassen unD bei ihrer Rückkehr mußte Die Gräfin lud ihn zum Sitzen ein und ließ das Frühstück auftragen. Adolph hatte der Tante gegenüber noch nicht den Muth gefunden, nach Elisa- beth zu fragen, aber als jetzt Die alte Dienerin Den Frühstückslisch nur für zwei Personen deckte, und er wieder dabei an den Wagen dachte, der ihm am Fuße des Abhanges begegnet war, da konnte er einer urplötzlich in ihm aufsteigenden Angst nicht Herr werden und ohne Einleitung fragte er: „Tante, wo ist Elisabeth — ich sehe sie nicht?!" Die Hellen Schweißtropfen waren ihm bei dieser Frage vor die Stirn getreten. Die Gräfin sah ihn einen Augenblick erschrocken über die Angst, die sich in seinen Zügen ausprägte, an, aber dann entgegnete sie mit einem schmerzlichen Lächeln: „Frage mich nicht mehr nach ihr, Adolph, wir werden Elisabeth nie wiedersehen." Adolph von Felseck sah sie zweifelhaft an, aber Der furchtbare Ernst, Der sich in Den Zügen Der Gräfin ausprägte, ließ keinen Gedanken zu, daß sie ihn belügen könne. „Tante," stammelte er wie vernichtet, „ist — ist —," daö Wort schien nicht über seine Lippen zu wollen — „ist Elisabeth — todt?" — Die Gräfin schüttelte langsam den Kopf und FelSeck's Farbe kehrte in die Wangen zurück, um gleich darauf einer noch tieferen Blässe Platz zu machen. „Für die Welt ist sie gestorben — Elisabeth hat Den Schleier genommen," entgegnete sie entschlossen, Denn ihr war es plötzlich klar geworden, was es sei, das Elisabeth davon zurückgehalten, in das Kloster zu gehen, und nur, wenn sie ihm die Ueberzeugung gab, daß Elisabeth für ihn verloren fei und er also nie wieder Nachforschungen nach ihr anstellte, nur Dann konnte sie hoffen, ihr Ziel zu erreichen. Adolph war leichenblaß geworden, aber er erwiderte nichts, indem er aufstand. • Er nahm seinen Hut, dann trat er vor die Gräfin Marion hin und seine Stimme klang ernst und feierlich. „Das vergebe Dir Gott, Tante Marion, und ich will ihn bitten, daß Dir Dieser Schritt keine Reue einbringt. Niemand anders als Du, und allein Du hast die arme Elisabeth in den Mauern des Klosters begraben — nimmermehr hätte sic ihr junges Dasein dahin gegeben. Und nun noch eins, Tante Marion, ich habe meine süße, kleine Lizzi gesehen. Am Abhange begegnete sie mir in einem Wagen, aber ich sage Dir, keine zwei Jahre vergehen, so wird ein andreres Grab sie aufnehmen, dann siehe Du zu, wie Du mit Deinem Gewissen fertig wirst. Ich kenne Deinen starren Sinn, der nur seinen Willen durchführt, und darum bitte ich Dich, mir nicht Das Kloster zu nennen, wohin sie gegangen ist — wenn ich Dich auf meinen Knieen anflehte, Du würdest es nicht thun. Lizzi hat noch das Gelübde nicht abgelegt — noch könnte ich sie retten, wenn ich auf meinem Rosse ihr nachjagte oder — cs wäre auch schon zu spät, Du wirst alles vorbereitet Haden, daß Dein Opfer nicht entrinnt. Leb' wohl, Tante Marion — wir sehen uns in Vieser Welt nicht wieder, aber dro- ben werve ich Rechenschaft von Dir fordern." Ehe sich noch Vie Gräfin zu einer Antwort besinnen konnte, hatte Adolph schon das Gemach verlassen und bald darauf sah sie ihn tn gestrecktem Galopp davon jagen. „Das war gut," murmelte die Gräfin^Marion für sich, „jetzt kann er sie nicht mehr einholen und wird es auch nicht versuchen. Bald wären alle meine Plane vernichtet und mein armes Kind der Welt zurückgegeben." Sie bekreuzigte sich bei Dem bloßen Gedanken. Die Gräfin Marion hatte sich nicht getäuscht. Adolph von Felseck machte keinen Versuch, Elisabeth einzuholen, er kannte seine Tante gut genug, daß sie ihres Opfers sicher war, und zudem fühlte er sich so gebrochen an Leid uno Seele, daß er im nächsten Städtchen sich einige Tage ausruhen mußte, ehe er in feine Garnisonstadt zurückkehren konnte. Elisabeth von FelSeck war jetzt im Kloster, ein schwarzes Kleid umschloß jetzt ihre schlanke Gestalt, und das goldige Haar war unter einer weißen Hande verborgen. Es war kein anmuthigeS Bild, wenn sie im Klostergarten so allein dahin wandelte, mit Den bleichen, eingefallenen Wangen und Den von Thränen verschleierten Augen unD manchmal ruhte mitleidig der Blick Der älteren Ordensschwestern auf ihr. Aber die Nonnen hatten schon manches traurige Gesicht gesehen und manches verweinte Auge. Allmählig, wenn auch erst nach langen Jahren des Kampfes, waren die Gesichter, wenn auch nicht heiter, Doch still geworden, und keine Thräne röthete mehr die Augenlider. So würde es auch mit Elisabeth von Felseck gehen, meinte die Aedtissin, eine stolze, starre Frau, mit einem Gesichte, das wie aus Erz gegossen schien. Aber Elisabeth klagte und jammerte nicht laut, wie es Viele vor ihr gethan hatten — Niemand sah sie jemals weinen, aber des Nachts in ihrer Zelle, dann lag sie händeringend vor dem Bilde ihres Erlösers und die Ordensschwestern in Den anstoßenden Zellen hörten ihr qualvolles Stöhnen, aber — sie hatten das schon früher gehört und nur Schwester Martha empfand Mitleid mit der sechszehnjährigen Novize. Schwester Martha aber war Der Liebling aller Ordensschwestern. Sie zählte erst achtundzwanzig Jahre, aber dennoch war ihr Haar so weiß wie Schnee, dennoch war Die hohe Stirn in tiefe Falten gezogen, unD man sah, daß dieses Gesicht gekämpft und gerungen hatte, bevor es diese ruhige Milde, Diese sanfte Freudigkeit, die es jetzt verklärte, angenommen; und die älteren Nonnen erinnerten sich noch recht gut Der verzweifelten Kämpfe, die sie mit Der Liebe zu der Welt gekämpft hatte, sie waren viel, viel härter gewesen, als Eli- sabeth's, und doch war Schwester Martha im Kloster geblieben und fühlte sich jetzt, wenigstens anscheinend, glücklich darin. Nur bisweilen noch zuckte cs über ihr Gesicht, wie tiefer, bitterer Schmerz, und das geschah jedesmal, wenn eine Novize ihr Gelübde ablegte. Niemand aber wußte etwas von Schwester Martha's Vergangenheit, wer sie sei und woher sie gekommen — nie war ein Wort davon über ihre bleichen Lippen gekommen. Man wußte nur, daß nicht ihr eigener Wille sie für daS Kloster bestimmt hatte. (Fortsetzung folgt) 22. November. Fürst Nikita von Montenegro bat der russischen Gesandtschaft in Wien in Folge erneuter Aufforderung, Alles auszubieten, um den übernommenen Verpflichtungen nachzukommen, angezeigt, daß er mit Rücksicht auf die Expedition nach Fort Dragali eine Anzahl seiner ergebensten und zuverlässigsten Leute nach Gra- hovo gesandt habe, um die Grenze zu schützen, mit dem gemessensten Auftrage, etwa herüber flüchtende Insurgenten zurückzuweisen. Der Fürst theilt also, wie es scheint, die Befürchtung, daß nur entwaffnete und aufgcnommene Insurgenten aus der CrivoScie unter den ihnen eng verbündeten Grahowanern bald neue Waffen und Gelegenheit, wieder an dem Aufstande theilzunehmen, finden würden. Mißlich ist die Schwierigkeit der Communication zwischen Cettinje und dem Bezirk Grahowo, der erst in Folge der neuesten Grenzberichtigung zu Montenegro gehört. In Paris spricht man von in cingeweihten Kreisen aus Petersburg e-ngelangten trüben Nachrichten über den Gesundheitszustand des Kaisers Alexander, welcher ihn veranlaßt, sich größtentheils in strengster Zu- rückgezogenheit zu halten. 23. November. Wie die „Lauenb. Ztg." hort, hat die seiner Zeit von Ritter- und Landschaft niedergcsctzte Commission zur Begutachtung der Frage wegen Einverleibung des HerzogthumS Lauenburg in den preußischen Staat ihre Arbeiten beendigt. Die „Berlinske Tidente" enthält eine öfficiöse Notiz, wonach keinerlei Weisung an die dänische Gesandtschaft in Berlin ergangen ist, die Nordschleswig sche Deputation nicht zu empfangen, es sei viel- mehr überhanpt keine die Nordschleswig'sche Deputation betreffende Weisung an die dänische Gesandtschaft in Berlin gegangen. Berliner Blätter schreiben: Bei der Annahme des Bundesgesetzes, betreffend die Gewährung der Rechts- hülfe, hatte der Reichstag den Bundeskanzler ersucht, die geeigneten Schritte zur Herbeiführung des Abschlusses von Jurisdictions-Verträgen mit den süddeutschen Staaten zu thun. Der Bundeskanzler hat diesem Beschlüsse entsprochen und an die Regierungen von Bayern, Württemberg, Baden und Hissen, an letztere rücksichtlich ihres Gebietes südlich vom Main, die Anfrage gerichtet, ob sie zum Abschlüsse eines solchen Vertrages geneigt seien. Baden hat sich nun zum Abschlüsse eines solchen Vertrages auf der vom Bundespräsidium entworfenen Grundlage bereit erklärt, und es ist daher an den Bundesrath vom Bundeskanzler der Antrag gerichtet worden, daß der Bundesrath sich mit dem Abschlüsse eines Juris- dictions-VertrageS zwischen derp Norddeutschen Bunde und Baden einverstanden erklären möge. Welche Bedeutnng den gegenwärtigen Wahlen in Bayern (bis jetzt haben nur die Urwahlen stattgefunden) beizumcssen ist, crgiebt sich aus der Behauptung eines Blattes, cs sei bereits die Rede davon, daß im Fall eines Sieges der Ultr'amontanen die klerikal gesinnten Prinzen des königlichen Hauses die Einsetzung eines gleichgesinnten Ministeriums nöthigenfallS durch die Androhung einer Kuratel über den König erzwingen würden. (?) —Die liberale „N. Würzb. Ztg." schreibt: Soeben trifft aus München d e Nachricht ein: Se. Maj. der König ist entschieden gewillt, die Selbstständigkeit Bayerns in ihrem ganzen Umfange zu erhalten, ober auch entschlossen, die Rechte der Krone und des Staates gegenüber den Bestrebungen der Ultramontanen zu wahren. Ein Ministerwechsel wird jedenfalls in die- fern Sinne ausfallen und soll Präsident Graf v. Luxburg an Stelle Hörmanns treten und dieser Präsident von Unterfranken wrrden. 24. November. Vom Kriegsschauplatz in Dalmatien sind folgende Nachrichten eingclaufcn: Cerkvice, iw. Nov., Vorm. Um die Aufmerksamkeit der Insurgenten von den Cvlonncn Fischer und Kaiffel abzulenkcn, die sich gestern in Ledcnice vereinigten und das äußerst beschwerliche Dcfilü von Levoglava zu passiren hatten, sowie, um sich in den Besitz des Defiles von Han zu setzen, wurden gestern und vorgestern demonstra- live Angriffe unternommen. Hicrb.i stieß nur der linke Flügel auf den hartnäckigsten Widerstand. Die Colonne dieses Flügels unter Oberst Vetter vom Infanterieregimente Erzherzog Albrecht, welche gestern mit außerordentlicher Bravour allen Hindernissrn Trotz bietend, nahe daran war, die entscheidende Höhe zu gewinnen, wurde von dem mörderischen Feuer und den Steinwürsen einiger Hundert Insur- gcnten empfangen und wußte nach sechsstündigem Gefechte der einbrechendcn Dunkelheik wegen den Versuch aufgeben, die außerordentlich feste Position ! von Velka Zagvozdak zu forciren. Die Verluste im gestrigen Gefechte sind bedeutend, wenngleich der An- , griff von zwei Geb!rgsbatterien und einer halben Raketenbatterie auf v?s Wirksamste unterstützt wurde. Vom 44. Infanterieregimente sind todt: Major Fritsch, Oberlieutcnant Eiberg, Oberlieutenant Re- gimentSadjutant Urbanovic, Lieutenant Gendre. Verwundet sind: Die Oberlieutenante Herdt, Rynek, Nagy, Farago und Lieutenant Pfleger. Von .der Mannschaft sind 7 Mann todt, 30 Mann verwundet und einige Mann vermißt. Das 8. Iägerba- taillon verlor im vorgestrigen Gefechte an Tobten 4 Mann und an Verwundeten 8 Mann; außerdem wurde ein Vormeister der Raketen-Batterie getödtct. Die mit Verlust verbundenen Gefechte hatten den erwarteten Erfolg, daß die Colonnen Fischer und Kaiffel ohne Widerstand auf ter Ebene von Dra- galj debouchiren können, was im Laufe des heutigen Morgens begann. Soeben marschiren von derselben Colonne Abtheilungen gegen das Defil6 von Han, welchem Generalmajor Graf Auersperg entgegenrückt, um die Verbindung vollkommen herzustellen. Oberst v. Schönfeld ist vorgestern in Braic angelangt, verfolgte die Insurgenten, welche bedeutende Verluste erlitten, bis an die Grenze und geht unter Zurück- lassung eines Bataillons Infanterie noch Budua zurück. Bcmerkenswerth ist die Rede des Abg. Ziegler im Abgeordnetenhaus bei der Berathung des Gesetzes über die Elementarlehrer-Wittwen- und Waisen-Kassen : Man hatte geglaubt, die Regierung sei bereit, einen Zuschuß von 60,000 Thlr. zu bewilligen. — Herr v. Mühler aber schwieg und sein neben ihm sitzender neuer College, Hr. Camphausen übernahm es, die Würde des preußischen Staates zu wahren und die Clementarlehrer - Wiitwen- und Waisen-Kassen um 60,000 Thlr. nicht in Noth zu bringen. Die ganze folgende Debatte gipfelte in der Rede Ziegler'S, welche zwar in starken Ausdrücken gehalten, aber doch von zündender Wirkung war. „Ich will", so ungefähr ließ derselbe sich vernehmrn, „die Wahrheit mit dürren Worten sagen. Der Minister des CultuS sagt: Ich habe keine Mittel! Ja, ich will ihm Helsen. Warum hebt er denn nicht die Universitäts- Curatoren auf? Das wären 12,000 Thlr. Fragen Sie doch im Linde, was man sich unter Ober» Kirchcnrath denkt? Das sind 25,000 Thlr. Das Domcapitel in Brandenburg, 1810 aufgehoben, jetzt wieder hcrgestellt, das sind 30,000 Thlr. Naumburg, Zeitz ic. sind auch gegen die Zeit. So, Herr Minister, da haben Sie mehr Geld, als Sie brauchen. Das nenne ich verwalten! Oder wollen Sie sagen, alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich, mit Ausnahme der Domcapitulare? Der Minister kömmt mit Generalacten, er will discutiren; ich nicht, dcß bin ich müde und satt. Nein! Aufraffen müssen wir uns, in allen Kreisen vereinigen zu einer Adresse an den König, mit dem Schlüsse: Der Minister v. Mühler muß fort von seinem Posten! Ich war der Erste der früher rief: An die Gränzen! Das Vaterland ist jetzt auch in Gefahr; Feinde lauern ringsum; sprechen wir: Wollen Sie das nicht, so mag das Land über uns richten!" Hessen. Darmstadt. Dem „Fr. I." wird von hier geschrieben: Vor einigen Tagen ist HofgerichtSrath Draudt zum LberappellationögerichtSrath ernannt worden, und sind so, nach die Wunsche der Militärverwaltung, welche einem qnieS- cirten KricgSrath diesen Poften zugedacht hatte, um den Pen- ftounfondS zu entlasten, an höchster Stelle nicht berücksichtigt worden. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat am 4. d. den Gerichtöaccesststen Alexander Hugo Struve von Mainz zunr Advocat-Anwalt bei den dortigen Gerichten; ani 8. d. den Substituten des StaatSprocurators bei dem Bezirksgerichte Main; Dn Carl Georg Bocken Heimer zum Be- zirkSgerichtSralh bei diesem Gerichte; am 9. d. den HofgerichtS- rath bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg Carl Draudt zum Oberappellations- und CaffationSgerichtörath; an demselben Tage den Hofgerichtsrath bei dem Hofgerichte der Pravin Oberbesten, Carl Freiherrn v. Lepel, zum Hof- gerichtsratb bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg, sodann den Landrichter des Landgerichts Altenstadt, Dr. Carl Stammler, und den Landgerichts. Assessor und Bezirkest, af- richter Julius Muth in Alsfeld zu Rathen bei dem Hofgericht der Provinz Oberhessen ; ferner am 13. d. die HofgerichtS- Astefforen bei d.m Hofgerichte der Provinz Starkenburg, Dr. Eugen Franck und August Weber zu Rathen bei diesem Gerichtshöfe ernannt. Frankreich. Paris, 19. Nov. Hier eingetroffenen Nachijchten ans Petersburg zufolge ist Fürst Gortschakoff ernst, hast erkrankt, und siebt man voraus, daß derselbe sehr bald genöthigt sein wird, sich von den Geschäften zurückzuziehen. Paris, 21. Nov. Die Wahlen haben begonnen. Die Stadt ist ruhig. Unter den Abstimmenden bemerkt man mehr Bürger als Arbeiter. Paris, 21. Nov. Der „Aigle" bat den ganzen Suez- canal ohne Hinderniß durchlaufen. Er hat gestern Morgen bei Suez Anker geworfen. — F. v. Leffeps hat daS Großkreuz der Ehrenlegion erhalten. Italien. Florenz, 19. Nov. Nach der „Oponione Nazionale" will der König am 27. d. in Brindisi sein; di Aerzte sind dagegen, weil der Kaiser ohnehin nach Floren kommen werde und der König sich die für ihn nicht ungefährliche Reise ersparen können. Florenz, 21. Nov. Lanza ist zum Könige gerufen uud wird vermutblich ein Ministerium, aus Mitgliedern des linken CentrumS bestehend, bilden. Der König wird hier erwartet. Rom, 18. Nov. ES wird entschieden in Abrede gestellt, daß der Papst, wie hier in vornehmen Kreisen gerüchtweise cvlportirt wird, dem Könige von Bayern von einer Heirath mit einer akatholischen russischen Prinzessin abgerathen. In der Umgebung der Königin von Württemberg wurde das HeirathS- project überhaupt bestritten. — Der Erzbischof von Paris soll na» dem Concil auf Wunsch deS Kaisers Napoleon den Car- dinalshut erhalten. Spanien. Madrid, 20. Nov. 3n der heutigen Sitzung der Cortes griff Venander die Negierung wegen der Hinrichtung von Carlisteu in Montalegre und wegen ihres Verfahrens gegen die Carlisten überhaupt, heftig an. Prim antwortete, die Negierung habe in Bezug auf die Carlisten großmüthig gehandelt, sie nehme allein die Verantwortlichkeit für die Handlungen der Subalternen auf sich, da diese durch die hohen Verpflichtungen zur Rettung der Gesellschaft hätten leiten lassen Prim fügte hinzu, er würde in ähnlichen Verhältnissen ähnlich handeln. Aegypten. Suez, 20. Nov. Der Kronprinz von Preußen hat gestern den Canal bis zu den Bitterseen befahren und ist heute in weiterer Fahrt bis an das rotbe Meer gelangt. Der Canal zeigt nirgends Schwierigkeiten für die Passage^ Der Kronprinz langte in Suez an und begiebt sich heute Abend auf dem Nil nach Ober-Aegypten. — Mittags 1 Uhr. Der Kaiser von Oesterreich, die Kaiserin der Franzosen und der Klvnprinz von Preußen haben gestern die Fahrt auf dem Canal fo-tgesetzt und find soeben hier eingctroffen. Eine zahlreiche Flottille ist von Jsmaila zugleich hier angelangt. Ö f t in i f * t H. Darmstadt, 20. Nov. Gestern Abend ?V2 Uhr wurde hür wieder ein leichter Erdstoß von 5—6 Secnnden Dauer, der sich durch Klirren der Fenster und unterirdisches Nollen bemerklich machte, beobachtet. — In Großgerau sind im Ganzen jetzt bereits an 2000 (?) Erschütterungen und Erdstöße beobachtet worden. Die steinernen Gebäude haben alle mehr oder weniger gelitten; Sprünge und Nisse kommen vielfältig zum Vorschein, und selbst die schöne ueuerdaute Kirche soll durch die vielen Erschütterungen bereits Schaden gelitten haben. Darmstadt, 22. Nov. Heute Morgen um 7 Uhr wurde hier ein neuer Erdstoß verspürt. Zahl und Intensität der Erschütterungen nehmen wieder zu. Groß-Gerau ist noch immer der FocilS des Erdbebens. Groß-Gerau, 19. Nov. Die Erdbeben dauern immer noch fort, wenn auch vereinzelter vorkommend. Gestern Morgen i,24 Uhr erfolgte ein starker Stoß, welcher hier und in Büttelborn wahrgenommen wurde. Es konnte derselbe zu der Zahl der drittstärksten Stöße, die überhaupt bis jetzt hier beobachtet wurden, gezählt werden. Leidere Stöße wurden gestern Mittag l/2l Uhr und V24 Uhr gespürt. Heftigere Stöße kamen heute Nacht gegen i/23 und V24 Uhr vor. Letzterer war mit länger anhaltendem, polterndem Getöse unter der Erde verbunden. Mainz, 18. Nov. Der Schiffknecht Job. tthrig von Nierstein rettete gestern Vormittag hier einen Knaben, der von einem Schleppkahn in den Rhein gefallen war, mit Gefahr seines eigenen Lebens, indem er sofort vom Schiffe in den Strom sprang und den ihn festanklammernden und dadurch an der freien Bewegung hindernden Knaben mit größter An- strengung aufs Trockene brachte. — Gestern Abend ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof ein Unglücksfall. Gin Aufseher der Locomotivreparaturwelkstätte wollte nämlich das Geleise überschreiten, wurde jedoch von einer herankommenden Rangir- maschine erfaßt und in der gräßlichsten Weise verstümmelt. Man brachte den Unglücklichen, der Familienvater ist, nach dem Spitale, auf dem Transport dahin verschied er jedoch. WormS, 21. Nov. Heute Vormittag halb 9 Uhr wurde in dem EiSbache dahier am Neff in der Nähe deS Schlachthauses die Leiche eines neugeborenen anSgetragenen Knaben auf- geflinden. Offenbar liegt hier daS Verbrechen des Mordes vor; von der Mutter deS KmdeS ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden. (W. Z.) Worms, 22. Nov. Eine grauenhafte That wurde heute Nacht dahier verübt. In der Nähe dec Landungsbrücke der Dampfboote fand man heute früh den 21 Jahre alten Johann Eberhard Schlegel, Schiffbauer von hier, erschlagen. Nicht weit von der Leiche entfernt lag ein Prügel von enormer Dicke, mit welchen, wahrscheinlich der Mord verübt wurde. Als Thäter ist der Taglöhner Jacob Hollerieth aus Speyer, welcher an einer im Rheine befindlichen Baggcrmaschiene arbeitet, verhaftet. Bei der heute Vormittag stattgehabten Besichtigung war der Zu- diang des neugierigen Publikums massenhaft und nur der guten Bewachung war es zu verdanken, daß dec Mörder von der erbitterten Menschenmenge nicht der Polizei aus den Händen gerissen wurde. Düsseldorf, 20. Nov. Heute Vormittag stürzte durch Anfahren eines mit etwa 4500 Centnern Eisensteine beladenen RuhrschiffeS gegen das Gerüste des einzigen unvollendeten eisernen Brückenbogens der von der Bergisch-Märkischen Bahn bei R-uß gebauten Hammer-Rhrinbrücke, derselbe zusammen; etwa 19 Personen sind todt oder vermißt, schwer verwundet sind 6, außerdem sind leichte Verwundungen zu constatiren. Von dem Unternehmer deS EisenbahnbaueS — Harkort in Haspe — lagen 5 Schiffe an der Unglücksstelle, die sämmtlich mit in den Grund geschlagen wurden. Der Bemannung derselben gelang es, sich im letzten Anger blicke auf Kähnen zu reiten. DaS Eisenwerk und die Trümmer der Rüstungen sind bis halbwegs Düsseldorf getrieben, wo sie auf einer Sandbank festgelegt wurden. Marburg, 17. Nov. DaS 13/4 Jahre alte Söhnchen eines hiesigen Bürgers fiel gestern in einen mit siedendem Wasser gefüllten Topf, der unvorsichtiger Weise in die Stube gestellt war, und ist heute Nachmittag nach saft 24stündiger Qual an den Brandwunden gestorben. — Der Knecht eines auswärtigen Oeconomen gerielh heute Vormittag, als er, in ziemlich angetrunkenem Zustande, mit einem mit Kartoffeln beladenen Wagen die Hofstadt herauffuhr, unter denselben und wurde ziemlich stark an den Beinen geschunden, so daß er in die Klinik gebracht werden mußte. Redaction, Druck und Verlag der Brübl'schcn Druckerei (Fr. Ehr. Vietlch) in Gießen.