7 bti und Ana-A ^°Ukm LrK *? **Ä ,’7"M wS(868 "7 u"ÄL Äs®“?9 Iritoi . 1* MI bei. ,n** b«t bie. 1 15 V ” ' Ktorben ’ue?tc Kapitalieu^Ei: './ -t ammann in UT«en hat, M lrtbum Hessen. '•Jri3 (leroficneStar ms ganze Großhtti n. gese«i 4tjM und Rindvieh, init dtusich/llß titln 1 ^micherungscapita/ le QUV’^te^i., l'rocent) festgych ii ebtrttn der etwa?.- 'hhaltern, welche : von 10 bis 50 $r.: Ja Anstalt keinesivG icbnanb gegen SnO i-^tmege mit dnA Zielen erhoben mir?, 7 der ctarfenburgti üiigen, waren am K ral, 1273 Stück Rind- Ä Capital. Die Pck tintiDich aus 2492 fl. ig das BersichmingS- :ttch 127,337 fl, p cwester ist für Pferde M il. 10 fr. Dfriin- Ibine mit ‘238,667 fl. ger ^udverscherungsi gegangen. ng Hai sich das landw. die Bedeutung dieses Bildungsgrade unterer ;iere eidmtbr nur bie inmögens anvertraM °3V^— & J o*t(t 9 5B-59 nt* 9 48.5o fD u, 9 49-51 1 Ff“ 9 54-56 ■ ", 5 5 37-39 » ... 9 31 Vi* ^»7 11 57'59 - g .«-il 1®|",. g 2*1LJ ir. ■ Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr Gießener Anzeiger. «Lrichemt wöchentlich brei* mal; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Vrpedition •. Canzleibera Ltt. B. Nr. 1 Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen. Irr. GO. Dienstag den 25. Mai 1869. AMtLreke Bekanntmachungen Gießen, den 19. Mai 1869. Nr. 277. Nr. 278. Nr. 279. Nr- 280. Nr. 281. auf dem Nathhaufe dahier Stakt. Gießen, den 21. Mai 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Zn Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreisassessor. Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Arica (Peru). Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Viceconsuls des Norddeutschen Bundes zu Licata. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 14, ausgegeben zu Berlin am 13. Mai 1869, enthält: Nr. 275. Allerhöchster Erlaß vom 24. April 1869, betr. die Aufhebung der Ober - Post - Direktion in Minden, die Ueberweisung der Postverwaltungsgeschäfte für den Regierungsbezirk Minden und die Fürstenthümer Schaumburg-Lippe und Lippe an die'Ober-Post-Direktion in Münster und Uebertragung der Postverwaltungsgeschäfte für die Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont an die Ober-Post-Direction in Kassel. Nr. 276. Allerhöchster Erlaß vom 26. April 1869, betr. die Versetzung der Festung Königstein, der Ortschaft Dom-Kietz bei Brandenburg und des Fleckens Wandsbeck B e k a u n tm a ch it n g. Die ordentliche Versammlung des Bezirksraths findet Montag den 31. d. Mts., Vormittags 10 Uhr Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Gold m a n n. in höhere Servisklasscn. " Bekanntmachung, betr. die Ernennung der Bevollmächtigten zum Bundcsrathe des Norddeutschen Bundes. Vom 8. Mai 1869. Bekanntmachung, betr. die Ernennung der Bevollmächtigten zum Bundesrathe des deutschen Zollvereins. Vom 8. Mai 1869. Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Wasa. Besondere Bekanntmachungen. Abladeorte für Bauschutt rc. 4655) Auf dem Platz hinter dem linksseitigen Wachthause an dem Neustädter Thor darf bei Strafe Schutt nicht mehr abgeladen werden. — Dagegen ist gestattet, ihn auf dem Schweinemarkt, hinter den dort befindlichen Steindamm, zu verbringen. Gießen, den 22. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei.Gießen. I. V. d. B.: Felsing, lr Beigeordneter. 4660) Die Holzversteigerung vom 20. und 21. Mai ist genehmigt- Die Abfuhrscheine sind vom 29. Mai bis 12. Juni bei Großh. Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueberweisung des Holzes findet am 3. Mai, Morgens 8 Uhr, vom Brauweiher anfan- fangend, statt. Gießen, am 22. Mai 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draud t. Versteigerungen. Die Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 4631) Donnerstag den 27. Mai d. I., des Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: die Fertigung und Lieferung von 1 Cubikklafter Pflastersteinen , veranschlagt zu . 90 fl. — fr. bie Ausbesserung des Stadtpflasters, veranschlagt zu 190 „ 24 „ die Räumung von Flnthgrä- ben, veranschlagt zu . . . 160 „ — „ Gießen, den 20. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Brodlieferu ng. 4663) Samstag den 29. d. Mts., Vormittags halb 11 Uhr, wird die Lieferung des Bedarfs an Brod für das 2. Infanterie-Regiment auf bas 3. Quartal b. I. mittelst Soumission vergeben. Die Lieferungsbebingungen liegen Nachmittags von 2 bis 5 Uhr auf bem Büreau der Garnisonverwaltung zur Einsicht offen. Gießen, den 23. Mai 1869. Großherzogliches 2. Infanterie - Regiment. _____Kraus.____________ Grausamen - Versteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 4658) Freitag den 11. k. Mts-, Nachmittags 4 Uhr, soll bie biesjährige Grassamenernbte in ber Wohnung bes Unterzeichneten öffentlich versteigert werden. — Der hiesige Fürstliche Forftschütze Därmer ist angewiesen, auf vorhergehende Benachrichtigung jederzeit die betreffenden Distrikte vorzuzeigen. Lich, am 24. Mai 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt- Lieferung von Petroleum. 4664) Samstag den 29. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung des Bedarfs an Petroleum für bie Garnisanverwaltung Gießen auf bas 2. Halbjahr 1869 mittelst Sonmis- sion vergBen- Die Lieferungsbebingungen liegen Nachmittags von 2 bis 5 Uhr auf bem Büreau ber unterzeichneten Verwaltung zur Einsicht offen. Großherzogliche Garnisonverwaltung. Kalbfleisch. 4632) Mittwoch ben 26. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werben in bem Hause bes Kaufmanns M. Heß an ber Wallthorstraße bahier verschiedene Mobilien, bestehend in Sopha, Bettstellen, Bettwerk, Tischen, Stühlen, Schränken, einem gut erhaltenen Flügel und sonstigem Hausrath, gegen gleich baare Zahlung versteigert. Gießen, den 20. Mai 1869. Der Massecurator: M. Pilger. 4662) Dienstag ben 1. Juni, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause bie Hof- raithe unb Güterstücke ber Wilhelm Rühl's Erben, wie solche in Nr. 37 b. Bltts. näher beschrieben finb, nochmals meistbietenb versteigert werben. u Gießen, am 22. Mai 1869. Gro" mögliches Ortsgericht Gießen. Se,.cmler, Ortsgerichtsmann. Arbeitsversteigerung zu Laug-Göns. 4635) Dienstag ben 25. Mai, Nachmittags um 3 Uhr, sollen auf dem Nathhaufe zu Lang-Gons nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, als: Zimmerarbeit, veranschlagt zu 24 fl. 36 fr. Steinhauerarbeit, „ „ 36 „ — „ Schlosserarbeit, „ „ 30 „ — „ Weibbinderarbeit, „ „ 40 „ — „ Spenglerarbeit „ „ 14 „ 10 „ Gießen, den 20. Mai 1869. I A.: Körner, Bezirksbauaufseher. Arbeitsversteigerunq. 4634) Mittwoch den 26. b- Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen auf ber Bürgermeisterei zu Daubrin- gen nachfolgenbe Arbeiten öffentlich an bie Wenigstnehmenbcn in Accorb gegeben werben, als: Das Graben und Ausmauern eines neuen Brunnens, veranschlagt zu.......160 fl. Das Fertigen einer Pumpe in diesen Brunnen, veransch. zu 40 „ Steinbrechen, Fahren, Aufsetzen und Zerschlagen der Steine zur Unterhaltung der Straßen im Ort, veranschlagt zu . . 50 „ desgl. zur Unterhaltung der Wege, veranschlagt zu.....50 „ Aufräumung ber Graben an ben Wegen, veranschlagt zu . . 30 „ Chaussirung einer Strecke Wegs nach Alten-Buseck, veranschl. zu 351 „ Steinbrechen zu bieser Chaussirung, veranschlagt zu - - . 104 „ Steinfahren, „ „ . . . 230 „ Steinsetzen, „ „ ... 34 „ Sanbdecken, „ „ ... 26 „ Daubringen, den 20. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Daubringen I- A-: _____L- Hahn, Bezirksbauaufseher.______ Holzverkauf iu der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 4648) Mittwoch ben 2. Juni er., um 9 Uhr Vormittags, werben zu Krofborf in ber Scyeere nach- stehenb bezeichnete Hölzer öffentlich meistbietenb versteigert: I. Aus bem Distrikt 30, Bäuerstebt (Holz- Nr. 149 bis 190), sowie H. Aus ber Totalität ber Schutzbezirke Wismar unb Salzböden, Distrikte 38, 42, 43, 49, 52, 55, 56b, 61, 63, 67a, 68, 69ac unb 52abc (Holz-Nr. 275 bis 315 unb Nr. 1 bis 13): Buchen, Weichholz und Nadelholz: circa 240 Klftr. Scheid, Knüppel, Stöcke und Reiser. Krofdorf, den 21. Mai 1869. Der Königliche Oberförster: ________________v. Meibom._______ Holzversteigerung in der Königlichen Oberförsterei Königsberg. 4649) Es werden versteigert: 1) Freitag den 28. d. Mts., Morgens 9 Uhr, aus dem Distrikt „Groß-Bleibenberg", Ab- theilung 3, 4a, 4b und 5: 60 Eichen-Stämme mit 1110 Cubikfuß, 60 Nadel- „ und 24 Nabel-Gerüst- stangen, zusammen Mit 925 Cubikfuß, 8’;2 Stecken Eichen-Prügelholz, 24 „ „ Reisig, 14 „ „ Stockholz, 11 „ Buchen-Scheidholz 5 „ „ Prügelholz, 35 „ „ Reisig, 9 „ „ Stockholz, 5 „ Weichholz-Reisig, 2 „ Nabel-Prügelholz, 42 „ „ Reisig, 21 „ „ Stockholz. Zusammenkunft in dem Distrikt „Groß- Bleibenberg", Abth. 3. 2) Samftag ben 29. b. Mts., Morgens 9 Uhr, aus ben Distrikten „Groß - Bleibenberg", Abth. 2a unb „Klein-Bleidenberg", Abth. „Lichteeiche, Fuchsschwanz u. Annenwalb": 8 Eichen-Stämme unb 1 Eichen-Gerüst- stange, zusammen mit 121 Cubikfuß, 2 Nabel-Stämme, 16 Nadel-Hopfenstangen u. 2800 Nadel-Bohnenstangen, zusammen mit 617 Cubikfuß, 1 Stecken Eichen-Prügelholz, 3 „ „ Reisig, 2 „ „ Stockholz, 22 „ Buchen-Scheidholz, 51 „ „ Prüyelholz, 538’/2 „ „ Reisig, 138’/2 „ „ Stockholz, 5 „ Weichholz-Reisig, 102 „ Nabel-Reisig, 2 „ „ Stockholz. Zusammenkunft in dem Distrikt „Groß- Bleidenberg", Abth. 2a. Heuchelheim, den 20. Mai 1869. Der Königliche Oberförster: Neuen Hagen. QlrbeitSverfteifleruiifl. 4657) Donnerstag ben 27. Mai, Vormittags 11 Uhr, sollen auf bem hiesigen Vürgermeisterei- Büreau folgenbe Arbeiten öffentlich an bie Wenigstnehmenben in Accorb gegeben werden , als: Maurerarbeit am H. Schul- Hause, veranschlagt zu . . 20 fl. — fr. Zimmerarbeit das., veranschl. Steindeckerarbeit das., veranschlagt zu......50 „ — „ Maurerarbeit an der Wasserleitung in ber Zahlgasse, veranschlagt zu .... 15 „ — „ Grubenarbeit bas., "veranschl. zu.........68 „ 48 „ Legen der Wasserleitungs- röhre bas., veranschlagt zu 114 „ 40 „ Pflasterarbeit bas., veranschl. zu.........75 „ — „ Chaussirarbeit bas., veranschl. zu.........36 „ — „ Maurerarbeit an ber Scheibemüllerbrücke , veranschl. zu.........46 „ — „ Zimmerarbeit bas., veranschl. zu.........39 „ „ Planirarbeit am alten Weg, veranschlagt zu .... 150 „ — „ Chaussirarbeit bas., veranschl. zu.........97 „ 12 „ Steinfahren, Steinsetzen das., veranschlagt zu .... 72 „ 12 „ Großen-Buseck, am 22. Mai 1869. Großherzoglicke Bürgermestierei Großen-Buseck. I. A.: L. Hahn, Bezirksbauaufseher. 4622) eilgebotenes. Aus der Mineral - Wasser- Anstalt Gewcrbcbaiik zu Stegen. 4636) Donnerstag den 27. d. Mts., Abends 8 Uhr' Generalversammlung im Leib'schen kleinen Saale. Tagesordnung'. Der Vorstand. Hamburg. (4627) Seltersweg. (4669) 2) 3) 4) 4614) Ein Familienlogis wird pr. 1. Juli frei bei S- Weimersheim. Rechuungsablage pr. 2868. Bestimmung der Dividende und des Reservefond. Ergänzungswahl des Vorstandes. Bestimmung des Zeitpunkts, von wann das neue Statut in 4615) Ein Stück Land im alten Feld, ist ru verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. 4621) Der obere Stock meines Hauses ist zu vermiethen. E- Pi 1 t b a n- 4625) In dem von mir erkauften Kauf- mann'schen Hause ist der mittlere Stock zu vermiethen und bis 1. Juli zu beziehen. M- Weißbäcker. L UH. .181818 = oüOO Gewinne, wobei fl. 150,000, II 20.000. 2 ä II 5,000, 10 ä 0. 1000 etc- abw. bis II. 3. werden bei der am 1. Juni 186» stattsindenden ersten Ziehung der Amsterdamer Indastrie-Palast-Anlehens-Loose gezogen. Die wetteren Ziehungen dieses aus 400,000 Obligationen bestehenden Anlehens finden innerhalb 61 Jahren Statt, und bieten Gewinne von fl. 100,000, 50,000, 20,000 u. s. w. Ein Obligations-Loos, von denen jedes unfehlbar mit mindestens fl. 3. — gezogen und zurückgezahlt werden muß, kostet fk. 3 — oder Rthlr. 1. 22 Sgr. Bei Abnahme von 100 Stück werden 100 verschiedene Serien zuge- theilt und tritt eine kleine Preisermäßigung ein. Die Geldbeträge können pr. Posteinzahlung remittirt werden. — Pläne und jede Auskunft gratis. Mom Stiebet Söhne, Bank- und Wechsel-Geschäft in Frankfurt a. M. S Reis Stärke, auf der Weltausstellung 1867 in Paris mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, empfiehlt , Emil Fis chbach, Seltersweg. Im Saale des Promknadchausks ist täglich geöffnet Platow’s großes naturhistorisches und ethnographisches M 8i se n m. Sämmtliche Gegenstände sind auch zum Verkauf, und werden Hirsch- und Rehgeweihe, Münzen, Antiquitäten, sowie seltene Naturalien gekauft und eingetauscht. Entree I. Platz 18 fr., Kinder die Hälfte. „ II. 9 .. Militairs 6 fr. Abonnementskarten für 1 Person auf die Dauer unseres Aufenthaltes 36 fr. Fami- lienbillet 1 fl. 45 fr. — Das Museum ist täglich von 8 Uhr Vormittags bis 8 Uhr- Abends geöffnet. — Um zahlreichen Besuch bittet E. A. Platow. Kraft treten soll. Gießen, am 21. Mai 1869, Capital - Vertooslmg, Igarantirt und genehmigt von hoher Staatsregierung, in der nur Gewinne gezogen werden, nimmt am lOteu Juni ihren Anfang. Der in obiger Staats- verloosung zu entscheidende Betrag ist s ein Capital von | Einer Million 390,000 Thaler, | und finden diese in folgenden größeren Gewinnen ihre Auslassung: | Mde- und Schwimmanstalt von L. C Rübsamen ist eröffnet und lade zu recht zahlreicher Benutzung ganz ergebenst ein. Die Abonncmentsliste liegt zur gefälligen Einzeichnung in der Anstalt offen. Die Bäder und Ausfleideräume sind vermehrt, sowie die Schwimmbassins vergrößert, vermehrt und verbessert. Die Einrichtungen in der Schwimmanstalt sind aus den früheren Jahren befannt. Die Unterrichtsstunden für die Schuljugend find an den Wochentagen nur Vormittags von 10 bis 12 Uhr und Nachmittags von 4 bis Abends 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen dagegen nur Vormittags von 7 bis 12 Uhr festgesetzt. Thlr. 100,000. 60,000. 40,000. 20,000. 12,000. 2 a 10,000. 2 ä 8,000. 2 ä 6,000. 2 ä 5,000. 4 a 4,060. 3 -> 2,-500. 12 a 2,000 23 ä 1,500. 105 a 1000. 138 a 400. 21 ä 300. 271 ä 200. 350 a 100 und viele andere Gewinne ä 80 und des Herrn Dr. A. Mettenheimer empfehlen wlr: Mousfirenden Maiwein in kleinen Flaschen, Moufsirende liimonade gazetise in kleinen Flaschen, en gros et en detail zu Fabrikpreisen. I. A. Busch Söhne. tränte finden einzig radicale Hülfe in dem gediegenen Büchelchen: l>r. Hoffmann's zuverlässiger Gichtarzt oder Belehrung über das einzige, sichere, leichte und schnelle Heilverfahren bei Gicht und Rheumatismus, durch einfache, wohlfeile und tu allen Fällen wirksame Mittel. Preis ' . Thlr. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. _______(4v43) 4667) Chocolade von den Herren Franz Stollwerk & Söhne in Cöln, Joh. Gottl. Hauswaldt in Magdeburg und der französischen Compagnie in Mainz, in den verschiedensten Sorten, empfehlen I. A. Busch Söhne. j 60 Thlr. ic und deckt der kleinste j Gewinn jedenfalls den Einsatz. 5 Die Gewinne sind bei jedem Bank-I Haufe zu erheben. Originalloose (keineI ä Promessen) ä 4 Thlr., ä 2 Thlr., ä k 1 Thlr. werden gegen Baarsendung, auf | Wunsch auch gegen Postvorschuß, selbst A nach den entferntesten Gegenden, prompt V und verschwiegen von mir versandt. Ge- | winngelder und amt-lichc Ziehungs- 8 listen sende sofort nach Entscheidung je- zdem Bctheiligten zu. $ In allerncucfter Zeit zahlte ich 4628) Frühpflanzen, als: Wirsing, Kohlrabi, Nothkraut, Dickwurzel und Salat sind zu haben bei Th. R a u t c n st rauch. Vermischte Ä »zeigen 4679) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die durch Verloosung rückzahlbar gewordenen älteren Obligationen des hiesigen Gesellschaftsvercins ä 100 fl. Nr. 176, 273, 274 jederzeit eingelöst werden können und daß deren Verzinsung mit dem 1- Juli d. I. aufhört. . Gießen, den 22. Mai 1869. Der Rechner: ___________ Bieler. 4638) Gründlicher Unterricht im Zitherspielen wird ertheilt von Joh. Lerch, Hautboist, Sonnenstraßc, bei Herrn Tapezier Bepler. 4682) Ein Foulardtnch ist auf dem Wege nach dem Gleiberg verloren worden. Der Finder wird gebeten, dasselbe an die Exped. d. Bltts. gegen Belohnung abzugeben. 4654) Ein wohlerzogener Junge, von guter Familie, wünscht Unterkunft in einem Kurzwaaren- oder Cigarrengeschaft. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Die Herren Lehrer auf dem Lande wer- L den höflichst ersucht, ihre Schüler auf das | Museum aufmerksam zu machen. (4633) | 4653) Ein zuverlässiges Mädchen wird g gegen guten Lohn auf Johanni in Dienst | gesucht. Neue Anlage Lit. C- 35, Ul. Etage- । Original-Staats-Prämien-Loose sind überall gesetzlich zu spielen gestattet! Allerneueste Iin hiesiger Gegend wiederum über 200,000 Thaler aus, daher bei mir der Zudrang zu Original- , Staatölooseu so enorm groß ist, L daß ich daraus aufmerksam mache, >idaß man werthe Aufträge nnge- 8säumt einsenden wolle. J. Dainiiiaiiii, Bank- u. Wechselgefchäft. 4675) Ein 10- bis 12öhmiges Lagerfaß von gesundem dickem Holz, mit eisernen Reifen, ist billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.____________________ 4637) Ein kleiner Kinderwagen ist zu verleihen bei Carl Schmidt, Schlosser, Neuenweg. 4671) Ich bin Willens, mein sämmt- liches Schuhmacherwerkzeng zu verkaufen. S- Bach, in der Katharinengasse. 4666) Bückinge zum Rohesten, pr. Stück 2 und 3 kr., bei I. A. Busch Söhne. 4651) Aecht gebrannte Feldbacksteine find zu haben bei Wirth K. Schupp, in Lollar am Bahnhof. 4678) Ein kleines, möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Georg Vogt, __Kupferschmied. 4624) Das seither von Herrn Professor Wetter bewohnte Logis ist.sogleich zu vermiethen. M- Weißbäcker. 4673) Der 3- und 4. Stock in meinem Hause ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. H- M- JugHardt. 4681) Zwei Familienlogis sind zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Christian Vogt, Kirchenplatz. Aepfelwein vorzüal.chcr Güte bei H. Schwall, (4616) __________Lindenplatz. 4668) Mein Lager in P i n se l n für Maler, Lackirer und Vergolder halte ich bestens -empfohlen. . Emil Fischbach, Seltersweg-______ 4665) Neue schöne fette Matjes-Häringe empfehlen I- A- Busch -^ohne. 4659) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 4 ineinandergehenden Zimmern, Magd- und Bodenkammer, Küche, Keller, Holzstall rc-, ist sofort zu vermiethen. Chr. Löber, Neucnwegerthor. 4644) Bei H. Steinberger (Wallthor) ist ein Familienlogis zu vermiethen- 4656) Kopf-Salat bei ________Gärtner Schau m- 4680) Alle Arten Gemüse - Pflanzen, schön und stark gewachsen, sowie 6 bis 7UUU Oberdörfer Dickwurzel- und gelbe und weitze Unterkohlrabi-Pflanzen, verkauft 4645) Bestes Brauer-Malz stets vor- räthig bei (£■ Pitth an. 4630) Weingrüne Stück- und Halbstück-, sowie Spritfässer, bei __E- Pitthan. in allen Sorten, trocken so- yUl VI ll rool)l, als auch mittelst Dampfkraft auf's Feinste in Oel abge- riebcn, Broncen, Blattgold, Maser- walren, alle Sorten Firnisse empfiehlt Emil Fischbach, Vermietl> unge ». 4674) Der 2. Stock in dem früher Lo os'- schen Haufe, bestehend aus 3 Zimmern, Kammer, Küche und Zugehör, ist zu vermiethen; ferner ist ein Familienlogis im Hinterbau, bestehend aus 4 Zimmern, nebst Kammer, Küche und Zugehör, zu vermiethen und alsbald zu beziehen. _____________________H. M. Iughardt. 4618) Der seither von Fräulein Weiß bewohnte Laden ist durch deren Wegzug am 1 October zu vermiethen; derselbe kann auch früher bezogen werden. A. K. Worms, Seltersweg. 4620) Messina-Apfelsinen und Eitro nen in frischer Sendung empfingen I. A. Busch Söhne. 4629) Russensteine können täglich bei mir gefahren werden. Chr. Haubach, Maurer. 4646) Bei der Leuner Brücke stehen drei Doppelspanner - Wagen mit breiten Reifen, wovon einer besonders schwer gebaut, zum Transport von schweren Stämmen rc. geeignet, die andern zwei Wagen nut weder n Rädern, zum Transport von schweren Stämmen und Maaren von und zur Bahn sehr geeignet, ferner ncht Erdwinden und drei Hafcrkasten zum Verkaufe. Leun, den 15. Mai 1869. Adolph Freitag- 4639) Alle Sorten Stroh verkauft Conrad Noll, in der Mühlgasfe 4642) Arbeiter von 14—18 Jahren werden gesucht von F. H a b e n i ch t (Lampenfabrik). 4524) Am Montag den 10. d. Mts. ist mir ein schwarzer Dachshund mit gelben Läufen in dem der Schmelze bei Salzboden benachbarten Forstdistricte „Lindenschied abhanden gekommen. Der Wiederbringer des Hundes erhält eine gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Krofdorf, den 13. Mai 1869. v. Meibom, König! Oberförster- Beachtenswerth! 4647) Unterzeichneter besitzt ein vortreff- | liches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, ; sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Specialarzt Dr. Kirchhoffcr, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.) 4626) Einen Zapfjungen sucht Georg S ch m e h l, am Brand. 4677) Ein braves Mädchen, welches die Küche und alle Hausarbeit versteht, wird auf Johanni in Dienst gesucht in Lit. C- Nr. 80. ________________' 4623) Ein zuverlässiges Dienstmädchen wird in der Nähe auf das Land sogleich oder auf Johanni gegen hohen Lohn gesucht- Näheres bei der Exped- d. Bltts. 4641) Ein gewandter Buchbinder kann dauernde imd gute. Condition nebst Rcise- vergütung erhalten bei Georg Volkmar, in Lauterbach. 4619) Ein Mädchen, welches in häuslichen Arbeiten gründlich erfahren ist, wird auf sogleich gesucht- Näheres bei der Exped- dieses Blattes______________________________ 4652) Ein Schweizer wird gegen guten Lohn sogleich in Dienst gesucht bei Fr. Textor, auf der Hardt- 4672) Jungen und Mädchen, die jetzt aus der Schule gekommen sind, können : Beschäftigung erhalten in der « Gail'schen Wollenspinnerei. 4617) Eine schöne große Hundshütte ist zu verkaufen- Bei wem? sagt die Exped- d. Bltts._______________ 4650) In der Nähe von Heuchelheim, an der Straße nach Gießen, sind Backsteine zu haben bei Daniel Neidel. 4676) Im Küchler'schen Hause auf dem Seltersweg ist eine gut erhaltene Obstdörre zu verkaufen. ________ ,(Di6e [ r jv. Tie ,jne Ttel^ NM n W*e 11 - »t M »iO M 5 6r iü "• urauf * «7 ii D’.t (•»- U4 l'l trritte Schreib Mt untr pttti Nrckng Zunge les i jh fonnen. itrr feine 6 scheu, ob er Die grfl \ \ RechtSverl meinigen lieh i. n in trjuteir Klaschen und g tüiioiüche Kan Schnee, meld ^ncivais cy! 81 Sdsmud W Lefchlc hinter vm s a iwitzen Men t ißubeninrert S trgendeitkn rtübc Tchcibt u Monate j üäft sch btgi w bhibt. ^estauble Am ^Niltburten wwidjuiißen «lk diese ^"^engesci Schalen vei Ser al, tm ■ÄÜ 'litt; *'n 2aale. )itb, ,,ue Staut» Erstund. ■dir'- n. offen, bw-mmbassins Per; bekannt. ' ? Wochentage» Pn 4 bl- 12 x^x a fl 5.000. lun9 der Amsler- beftebmben Am n fi.100,000,: inindefttns fL 3. der Kthlr. ]. 1f Serien zuge-. ragc können pr. f .qratis. itt a. M. I r - biümien-Lovsc \ m Wen Mattel! utfit erloosuiiq, von hoher der nur Gewinne imr am Juni in obiger Llaais- erbende betrag ist ibo^. hM'' •" 4i«’eS'n 7er 80,000 Haler, iolumbtn größeren io,000.40,000. 10. 2 a 10,000. ! a 6,000. 2 a 00. 3 a 2,300. 3 a 1, 500. 103 100. "21 a 300. stO a 100 Mb winnf a HO Md rechter fleinftc ,l!s den Einsatz. , bei jedem Wf itrina!!ooselkei«f Jl-., a 2 M.' i-iarfcnbung, JJ misworfchuy, ■ oieaenben, "Mgi ... versandt, ntdidif 8kW5 j(b ssinfcdeidung W tZck i*.’* -> wiener«® * au«, Ml?* “« LrW°t 9tnorm 0 * iuimetfi«® ®* Aufträge ««ü 1 wollt- Feuilleton. D i r Doppelehe. Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindorf. (Fortsetzung.) Sie sand endlich Athem, zu fragen: „Was willst Du von mir? Bedenke meine Stellung, wahnsinniger Mensch .... nein, lieber, guter Robert! Du wirst mich nicht unglücklich machen wollen; auch Du wärest verloren; Deine Rechnung mag seitdem nicht leichter geworden sein." — Sie bot ihm eine Börse, er steckte diese kaltblütig ein. „So leicht geht's nicht, Rös. Meinst Du Dich loszukaufen? Mich lüstctt'S jetzt mehr nach Ehre, als nach Gold. Das Bünv-- niß mit einer Gräfin kitzelt meine Eitelkeit, Ueberbrüssig bin ich des Abschaums, mag nicht mehr iii's Kehrig geworfen sein; an Dir will ich mich heben. Vertraue mir, ich diene Dir treu, auf Spitzbubenwort — und das ward nie gebrochen. Gieb mir auch das Deine — ich hoffe, Du hast's den glücklichen Leuten noch nicht abgelernt, daß nichts heilig ist gegen uns, die Ausgestoszenen. Sieh', Du kannst mich gewiß brauchen — eine vornehme Frau und keinen Spitz- buben !! — versuch's nur, soll Dich gar nicht reuen." — „Run denn!" flüsterte die Gräfin tiefaufathmend, und es war, als durchzucke sie plötzlich ein Gedanke. Ach will Dich wieder rufen lassen. Wie gelangt meine Botschaft zu Dir?" — Er riß ein Stückchen Papier hervor, kritzelte ein Paar Worte mit Bleistift darauf und gab es ihr. „Leb' wohl, Ma ! Du weißt, daß ich den Weg selbst zu Dir finde." — Und fort war er durch Vie Tapetenthüre. Die Gräfin bedeckte das Antlitz mit beiden Händen.--- „Da ist wieder unser alter Graumantel!" rief m des Anwalts Amtsstube ein kleiner Schreibzunge, der eben ziemlich gierig in ein Stück Brod biß, etwas Krumme ausbohrte und eine Kugel davon drehte. Diese warf er voll Muth- willen durch das Guckcrchen des Fensters, an welchem er lehnte. Die wohlgelenkte Kugel prallte beinahe wieder bis an den Kreuzsiock hinauf, nachdem sie zuvor den Hut eines fremden Herrn getroffen hatte. Dieser schritt durch den Hof eines Hauses in der Straße Btvienne, die Wohnung des Sachwalters Derville. „Simounin, wenn Du die Clienten beleidigst, werfe ich Dich zur Thüre hinaus. So arm ein Client auch sein mag, bleibt er doch beim Teufel! immer noch ein Mensch," sagte der Ober Schreiber, und unterbrach eine angefangene Kostenberechnung. Der Schreibjunge erwiederte stolz, wie ein Schüler, der seinen Meister sängt: „wenn er ein Mensch ist, warum heißen Sie ihn den alten Graumantel ?" — „Was für einen Streich könnten wir dem Gesellen spielen?" wisperte der dritte Schreiber, und hielt mitten in seiner schriftlichen Abhandlung inne. Diese sollte einer Bittschrift angehängt werden, die der vierte Schreiber aussetzte und zwei Neulinge aus der Provinz copirten. „Recht!" erwiederte dieser, mit seiner Zunge des Heftes Rücken netzend, um das dicke, gestempelte Blatt umwenden zu können. „Recht, Ihr wollt ihm einen Possen spielen? Wir sagen, daß der Herr seine Clienten nur zwischen 2 und 3 Uhr Morgens sprechen kann. Laßt sehen, ob er sich einfindet, der alte Schelm." — Die große Amtsstube entbehrte den klassischen Ofen nicht, Der jede Höhle der Rechtsverdrehung ziert. Die Röhren liegen schräg durch das Zimmer und meinigen sich mit einem zugemauerten Kamine. Auf seinem Marmorsimse prangten in trautem Vereine Käsrinden, Brodstücke, frische Schweinsrippchen, Gläser, Flaschen und die Chocolavetasse des Oberschrcibers. Zu Der Ausdünstung dieser Lebensmittel gesellten sich die Düfte des unmäßig erhitzten Ofens und Der eigen- tbümlichc Kanzlei- und Actengeruch. Den Fußboden bedeckten bereits Koth und Sci-'iiee, welchen die Schreiber herelngetragen hatten. Am Fenster stand des Princivals cylindersörmiger Schreibtisch. Es mochte 8 bis 9 Uhr Morgens sein. Al- Schmuck Dienten Den räucherigen WänDen die großen gelben Anschlagzettel, welche Beschlag auf unbewegliche Guter ankündigen, Verkauf, Versteigerungen ic. Hinter dem Oberschreiber erhob sich ein riesiger Schriftkasten, in jedem Fache Acienstücke aufgehäuft, von Denen unzählige Aufschriften herabhingen und jene rochen Fadcnendchen, Merkmal der Prozeßschrift; in Den untern Reihen vergelbte, tttiuberänderte Cartons mit den Namen der yauptclienten, deren ergiebige Anliegenheiten gerade ausgebrütet wurden. Spärlich drang das Tageslicht durch -trübe Scheiben. Ohnehin sind zu Paris nicht viele Amtsiluben, in denen man im Monate Februar vor zehn Uhr ohne Lampenhülfe schreiben könnte. Leicht Ht sich begreifen, daß jene sehr vernachlässigt sein müssen. Jeder kommt, Nie- nonD bleibt. Kein persönlicher Antheil knüpft sich an diese Alltäglichkeit. Die Hinutzige Einrichtung vererbt sich von Anwalt zu Anwalt. Vorliegende dunkle, liftoubte Amtsstube war demnach, wie alle ihre Schwestern, etwas zurückstvßend Pi - en Kläger, und reihte sich dadurch würdig unter der Hauptstadt gräuliche Mißgeburten. Ohne Die Trödlerbudcn voll flatternden Lumpen, vor Denen alle Laujchungen schwinden, weil wir zu deutlich sehen, wohin des Lebens Fest grenzt: chiie diese Kloaken unserer Dichterträume stünde unter allen Kramläden Der Minschengesellschaft Die Advocatenstube oben an. Mit Spiel-, Gerichts- unD Loltosälen verhält es sich ja eben so. Warum? Vielleicht macht an Diesen Orten da? Drama, Dessen 'Bühne Die Tiefe Der Menschenseele ist, ihn für alle Neben- dicorationen gleichgültig. Der alte Kläger trat eben in Die Thüre mit jener Demuth, welche die Beengungen eines Unglücklichen verzerrt. Er versuchte, zu lächeln; aber feine Ge- ftlttSinuskeln ließen wieder nach, als er in Den unerbittlich gleichmüthigen Schrei- bnzefichtern .vergebens nach einem Strahle von Wohlwollen gespäht hatte. Höf- sit wandte er sich an Simounin: „Ist Ihr Herr zu sprechen?" Statt aller Antwort tippte Der boshafte Junge mit Den Fingern auf Das Ohr, als wolle ci sagen : ich bin taub. „Was beliebt, mein Herr?" fragte Der vierte Schrei- dtt und schluckte Dabet einen Mundvoll Brod hinunter, womit man füglich einen SwrpfünDer hätte laden können, schwang fein Messer und kreuzte die Beine. „Ich bi| zum fünften Male hier," erwicdcrde Der Geduldvolle, „und wünschte, Herrn Tilville zu sprechen." — „In Geschäften?" — „Ja, aber ich kann nur ihm sW - •" — „der Herr schläft. Wenn Sie in einem bedenklichen Falle seinen Math begehren — nur um Mitternacht nimmt er ernste Arbeiten vor. Wollen Es uns aber Ihr Anliegen mittheilen, so könnten wir so gut wie er ..." — En Fremde ließ sich nicht irre machen. Er schaute so bescheiden umher, wie iin armer Hund, Dur in eine Küche schlüpfte und da Prügel fürchtet. Durch eine Vergünstigung ihres Standes ängstigen sich Schreiber niemals vor Dieben. Jene hegten also auch gegen den Graumantel keinen Verdacht, ließen ihn ungestört das schöne Local betrachten, in welchem er umsonst einen Sitz zum Ausruhen suchte: er war sichtlich ermüdet. Die Anwälte lassen aus Grundsatz wenig Stühle in der Amtsstube. Der gemeine Mann wird es bald müde, auf höchsteigenen Füßen zu warten, macht sich brummend davon und raubt keine Zeit, Die, nach eines alten Sachwalters Ausdruck, außer Taxe ist. „Herr," erwiederte der Alte auf jene Zudringlichkeit, „ich war schon so frei, Ihnen zu bemerken, daß ich meine Angelegenheit nur Herrn Derville eröffnen kann. Ich warte, bis er aufsteht." — Der Oberschreiber, welcher Die Rechnung beendet unD das Aroma seines Chocoladcs gerochen hatte, verließ Den Rohrstuhl, näherte sich dem Kamine, faßte Den alten Mann in’« Auge, betrachtete seinen Mantel und schnitt eine unnachahmliche Fratze dazu. Ersterer mochte vermuthlich denken, daß man diesen (Silenten in Die Citronenpresse legen könnte, ohne eine Centime zu gewinnen, und versuchte daher, mit Einem Worte in's Mittel zu treten, um Die Amtsstube von einem so schlechten Kunden zu reinigen : „Es ist wahr, mein Herr: Der Principal arbeitet nur Nachts. Sollte Ihr Geschäft von Wichtigkeit sein, so ratbe ich, um 1 Uhr wiederzukommen." — Der Kläger betrachtete Den ersten Schreiber starr und blieb einen Augenblick regungslos. Längst an allen Wechsel Der Züge gewöhnt, wie an Die seltsamen Launen, welche Unentschlossenheit und Nachsinnen, Merkmale Prozessiren- Der, hervorbringen: ließen sich Die Schreiber im Essen nicht stören, lärmten mit Den Kinnladen, wie Pferde an Der Raufe, unD bekümmerten sich nicht weiter um Den Alten. „Herr, ich will heute Abend wiederkommen," sagte er endlich. Mit einer Zähheit, Die dem Unglücke eigen ist, schien er die ganze Blöße Der Menschlichkeit aufdecken zu wollen. Es ist ja Daß einzige Epigramm, welches sich das Elend erlauben Darf: Gerechtigkeit und Wohlthätigkeit zu unbilligen Weigerungen zu zwingen. Haben Unglückliche Die Gesellschaft gleißnerischer Lüge Übermiefen, flüchten sie sich um so inniger an das große, warme Gottesherz. „Ob das nicht ein merkwürdiger Schädel ist!" sprach Simounin, ohne zu warten, bis der Greis Die Thüre zugemacht hatte. — „Er sieht au«, als wie ein Ausgegrabener," nahm Der letzte Schreiber Da« Wort. „Es ist irgend ein Oberst, Der Rückstände anspricht." — „Nein, ein alter Verwalter," meinte Der Dritte Schreiber. „Ich wette, er ist von Adel," schrie Der Erste, „ich wette, daß er Thürsteher mar," Der Dritte. „Nur Portiers sind mit solch schäbigen, ölgetränkten, ausgefranzten Mänteln begabt, wie Der des alten Ehrenmannes!" — „Ihr saht also weder seine ausgetretenen Stiefeln, noch seine.Cravatte, Die ihm statt des Hemdes Dient ? — Er lag sicher unter Den Brücken." — „Er könnte von Adel sein und doch Den Strang gezogen haben. Das ist schon vorgekommen," rief Der Vierte. „Nein," erwiederte Der Oberschreiber unter allge- meinem Gelächter; „ich behaupte, er war 1789 Brauer, unD unter Der Republik Oberst." — „O, ich wette freien Eintritt für uns alle in's Schauspiel, daß er nicht Militär war," sagte Der Dritte, und „das-läßt sich hören," Der Erste. „Herr, Herr!" schrie Simounin, und öffnete das Fenster. „Was thust Du, Junge?" frug Herr Boucard. „Ich rufe ihn, um zu fragen, ob er Oberst oder Thürsteher ist. Er muß es doch wahrlich am besten wissen!" — Alles lachte. Der Greis kam noch einmal herauf. , Was sagen wir?" rief der dritte Schreiber. „Laßt mich sorgen," antwortete der Erste. „Herr," sprach er zu Dem armen Alten, als dieser schüchtern, mit gesenkten Blicken eintrat, vielleicht um seinen Hunger nicht durch gieriges Ansehen der Eßwaaren zu verrathen. „Mein Herr, wollten Sie die Gefälligkeit haben, uns Ihren Namen zu sagen, Damit Der Principal weiß . . . — „Chabert." — „Der bei Eylau gebliebene Oberst?" frug GoDelchal, Der noch nichts gesagt hatte und auch fein Schärflein Witz bei» steuern wollte. „Derselbe, Herr," entgegnete Der Ehrenmann mit wirklich antiker Einfalt, und zog sich zurück. „Paff! Oh! Ah! Tralala!' „Herr Godeschal, Sie kommen umsonst in's Theater," sagte der vierte Schreiber zu Dem Neuangekommenen, und gab ihm einen so derben Schlag auf die Schulter, daß man ein Rhinoceros damit hätte fällen können. Es war ein Sturm von Gelächter, Geschrei und Ausrufungen, zu dessen Darstelluog man alle nur immer möglichen Sprachtöne hätte aufbrauchen müssen. „In welches Theater gehen wir?" — „In Die Oper!" rief der Erste. „Erlaubt mir," entgegnete der Dritte, „das Theater ward nicht bezeichnet. Ich kann, wenn es mir beliebt, Euch zu Madame Saqui führen." — „Madame Saqui ist fein Schauspiel." — „Was ist Schauspiel?" erwie- Derte Der Dritte. „Wir wollen uns an Die Thatsachen halten : Was wettete ich, meine Herren? Ein Schauspiel. Was ist Schauspiel? etwas, das man sieht" — Aber auf diese Art könnten Sie sich ja auch Ihrer Schuld entledigen, indem Sie uns auf den Pontneuf führten, das Wasser fließen zu sehen," unterbrach Simounin. „Für Geld," fuhr der Dritte fort. „Aber, man sicht für Geld viele Dinge, die kein Schauspiel sind; Die Begriffsbestimmung ist nicht genau," sprach Godeschal. „Aber hören Sie doch!" — „Unsinn, mein Lieber!" meinte Boucard. „Ist Curtius ein Schauspiel?" fragte Der Dritte. „Nein," erwiederte Der Erste, „es ist ein Figurencabinet." — „Ich wette hundert Franken gegen einen Sou," sagte Der Dritte, „daß das Cabinet Curtius ein Schauspiel bietet." — Die Schreiber zuckten Die Achsel. „Ueberdies ist es gar noch nicht unterschrieben, ob Der alte Pavian uns nicht zum Besten gehabt hat," ließ sich Der Dritte vernehmen, Der seine Abhandlung schloß. Bei Ehre unD Pflicht! Oberst Chabert ist maustodt und feine Frau wieder verheirathet mit Dem Staatsrathe Graf Ferraud; sie gehört ja zu unfern Clienten." — „Da nichts entschieden ist," nahm Der Erste Da« Wort, „so wollen wir uns dahin vergleichen, daß wir in Die ersten Logen des Theater frant-aid gehen und Talma im Nero bewundern. Simounin verfügt sich in's Parterre." Diese Scene malt eine von Den tausend Freuden, welche später, bei dem goldenen Rückblicke in Der Jugend Sonnenland, Den Seufzer entlocken: „Die gute alte Zeit!" — (Fortsetzung folgt). Darmstadt, 22. Mai. Der GefetzgebungSaus- schuß hat bezüglich der VerfassungS-Reform der evangelischen Kirche den Antrag gestellt, die bei der Kammer eingelaufenen Petitionen, sowie die von einzelnen Abgeordneten gestellten Anträge vorerst für er- ledigt zu erklären, da bekanntlich das Ministerium die Mittheilung machte, daß die Einleitungen zur Ausarbeitung einer neuen Kirchenverfassung bereits getroffen seien. Wie wir nun weiter hören, sollen Prälat Zimmermann und Ober-Consistorialrath Me- lior mit dieser Arbeit betraut worden sein. — lieber den von dem Abg. Goldmann und Genossen gestellten Antrag auf Vorlage eines Pensionsgesetzes für die VolkSschullchrer bat nunmehr der Gesetzgebungsausschuß zweiter Kammer Gericht erstattet. Derselbe beantragt, die Negierung zu ersuchen, noch auf diesem Landtage eine deßfallsige Vorlage zu machen. — In neuerer Zeit wird von Einwanderungsagenten fast aller nordamerikanischen Staaten, namentlich aber der früheren Sclavenstaaten, eine vermehrte Thätigkeit entwickelt, um teutsche Auswanderer durch das Versprechen der unentgeltlichen Überlassung von Ländereien, kostenfreie Ueberfahrt u. dgl. in Masse dorthin zu führen. Insbesondere wird ein gewisser Schuetze genannt, welcher als Agent der Texas - Liverpooler- Dampfschifffahrts-Compagnie auf 5 Jahre nach Deutschland gehen soll, um 50,000 Ansiedler nach Texas hinüberzusühren, dessen Pläne aber um so weniger Garantie für das Wohl der Einwanderer zu bieten scheinen, als selbst von Seiten angesehener Einwohner des Staates Texas gegen dessen Unter- nehmen Protest erhoben wird. Im Interesse der Auswanderer ist wiederholt und dringend vor Eingehung von Contracten mit derartigen Agenten zu warnen. Im Allgemeinen müssen die Einwanderer, welche auf Staatslosten oder durch Vermittelung von Einwanderungsagenten nach jenen Ländern geschafft werden, besorgen, daß sie vorzugsweise in Häfen ausgeschifft werden, wo ihnen kaum eine andere Wahl bleibt, als Ländereien zu übernehmen, welche wegen der klimatischen Verhältnisse oder anderer Nachtheile bisher vermieden oder doch nur unzureichend mit Ansiedlern besetzt worden sind. Sie werden in vielen Fällen die versprochenen Vorkehrungen für ihre Ausnahme nicht finden und nichtsdestoweniger aus Mangel an Reisemitteln ge- nothigt sein, mit dem Gebotenen vorlieb zu nehmen. Berlin, 22. Mai. Im Reichstag äußerte Herr v. Bennigsen: Die Frage in Betreff der Deckung des Deficits gehöre nicht in den Reichstag, sondern in den preußischen Landtag, welcher entscheiden müsse, ob ein dauerndes Mehrbedürfniß vorhanden sei. Graf Bismarck erwiedert: Ersparnisse am Militäretat, welcher auf einige Jahre seststeht, können nicht gemacht werden. Factisch besteht zweijährige Dienstzeit, weil sonst die Militärverwaltung mit 225 Thalern nicht auskommen kann, er stimme dem Vorschläge zu, den preußischen Landtag baldigst einzuberufen. Miquel führt an, daß das Deficit nicht ein dauerndes sein werde. Van der Heydt widerlegt den Vorredner. Löwe bezeichnet Ersparnisse an dem Militäretat als das einzige Hülfsmittel. Berlin, 22. Mai. Bei der heutigen Debatte im Reichstag über die Steuervorlagen hielt Graf Bismarck eine Rede, worin er sich namentlich gegen die Ausführungen der Abgeordneten Bennigsen und Becker (Dortmund) wandte. Die Befürchtung eines Conflicts zwischen dem Reichstage und dem Landtage sei unbegründet. Die Opposition scheine prin- cipiell zu fein, da man keine Amendements zu den Vorlagen eingebracht habe. Man fordere Ersparnisse, sage aber nicht, wo solche Eintreten sollten. Was die Forderung der zweijährigen Dienstzeit betreffe, so sei tu Wirklichkeit die L^lährige vorhanden. Eine weitere Reducirung derselben sei unmöglich. Das Ansehen der Staaten beruhe auf ihrer Macht und ihrer Selbstständigkeit; darüber seien alle einig. Der Redner sagte, er sei zu sofortiger Einberufung des Landtags bereit, wenn aber der Landtag wieder die erforderlichen Mittel versage, so werde man ihm schwerlich zumuthen wollen, seine Stellung fortzuführen. Berlin, 22. Mai. Wegen der am 7. Juni erfolgenden Ankunft des Vicekönigs von Aegypten wird der König die beabsichtigte Reise abkürzen. Der Besuch Kassels wird aus demselben Grunde aufgegeben. München, 21. Mai. Das Resultat der Wahlen zum Landtage ist folgendes: Von 150 Wahlen wurden 72 Mitglieder der patriotischen Partei, 58 Mitglieder der Fortschrittspartei, 14 Mitglieder der Mittelpartei und ein Mitglied der Volköpartei gewählt. Fünf Wahlen sind noch unbekannt. Frei- Herr v. d. Pfordten wurde nicht gewählt. Wien, 20. Mai. Der Berliner Nachricht von der beabsichtigten Entrevue zwischen dem Kaiser und dem Könige von Preußen wird jetzt auch in hiesigen Blättern wiedersprochen. Die „Bohemia" schreibt über dies Capttcl: „Es ist nicht anzunehmen, daß hier einem solchen Wunsche, wofern derselbe nur irgendwie angeregt würbe, ein anderes als bereitwilliges Entgegenkommen entgegengebracht würde, ob- wohl gerade in unseren Hofkreisen die Art und Weise, wie in der preußischen officiösen Presse die Discus- sion über die Generalstabsdepesche geführt wurde, auf's Empfindlichste verletzen mußte. Allein bisher ist eine Anregung in diesem Sinne von keiner Seite gegeben worden; im Gegenteile weiß man, daß König Wilhelm auf seinen Kurgebrauch in Gastein und Karlsbad, mit Hintansetzung aller Rücksichten für sein Wohlbefinden, lediglich deßhalb verzichtet, weil er es perhorrcszirt, österreichischen Boden zu betreten und die Begrüßung eines Mitgliedes des kaiserlichen Hofes entgegenzunehmen. Und doch weiß man, wie lieb dem König namentlich der Aufenthalt iu Karlsbad und nicht minder jener in Gastein geworden war, weiß aber auch, daß es dem Leibarzt des Königs förmlich verboten ist, seinem hohen Clienten den Besuch dieser Bäder zu empfehlen. Das klingt wohl nicht so, als wäre Aussicht vorhanden, jenes Project sich vorerst wenigstens realisiren zu sehen." Paris, 22. Mai. Die „Patrie" veröffentlicht an der Spitze ihrer Spalten Auszüge aus der am 30. April in Brüssel veröffentlichten Brochüre Ro- geard's, welche angeblich die Wähler zu revolutionärem Widerstand, zum Umsturz des Kaiserreichs und zur Ermordung des Kaisers ausreizt. Die „Patrie" versucht nachzuweisen, daß zwischen dieser Brochüre und der Veröffentlichung des Hugo - Rochefort'schen Journals „Rappel" in Paris, ein innerer Zusam- menbang bestehe. Paris, 22. Mai. Man glaubt hier in einigen Kreifen an die Möglichkeit, daß wirklich eine Umwandelung des jetzigen Regimes in ein constitu- tionelles Kaiserreich, mit dem Ministerium Ollivier an der Spitze, nach den Wahlen erfolgen könne. Madrid, 21. Mai. Die Cortes nahmen den Art 21 des Verfassungsentwurfs, welcher die monarchische Regierungsform festsetzt, mit 214 gegen 71 Stimmen an. — Der Colonialminister hat, wie man versichert, seine Entlassung genommen. Lissabon, 22. Mai. Das Journal „Com- mercrv" sagt, der Infant Augusto von Portugal (zweiter Sohn des Königs Fernando und Bruder des regierenden Königs) werde zum König von Spa- nien erwählt werden und eine Tochter des Herzogs von Montpensier heirathen. Vermischtes. Gießen, 21. Mai. Die Sitzungen des Schwurgerichts vom dritten Quartal 1869, für welches der Großherzoglichc Hofgerichts Rath, Herr Kempff, zum Präsidenten und der Grvßherzogliche HofgerichtSralh, Herr Freiherr von Lepel, zu dessen Stellvertreter ernannt worden ist, werden Montag den 5teil Juli a. c., Vormittage 9 Uhr, ihren Anfang nehmen, und es sind deoizufolge in der heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Lberbesseu die Namen der Haupt- und Ergän- zungS-Geschwornen in folgender Reihenfolge auögeloost worden. I ErgänzungS - Geschworene. 1) F. A. L. Ehr. Koch, Eommissionär, 2) Dr. Anton Rosenberg, Hofgerichts.Advokat, 3) Dr. Earl Wernher, Privat- dvcent, 4) Adolph Noll, Großhändler, 5) Heinrich Möser, Muller, 6) August Noll, Bäcker, 7) Johann Wilhelm Kurz, Kau'mann, 8) Friedrich Pietsch, Buchdrucker, 9) Wilhelm Lieblich, Eommissionär, 10) Dr. Ludwig Lange, Professor, 11) Friedrich Schwaab, Ellenwaarenhändler, 12) Anton Franz Ricker, Buchhändler, sämmtlich in Gießen. II. Haupt- Geschworene. 1) EaSpar Neeb, Müller in Nieder-Ohmen. 2) Christian Eonrad Alt, Schilbwitth in Rainrod. 3) Ludwig Hofmann, Pachter zu Hof Gill- 4) Wilhelm Frank, Ellenwaarenhändler in Schlitz. 5) Johannes Otterbein II., Landwirlh in Uetz. Hausen. 6) Adolph Stoppler, Fabrikant in Lauterbach. 7) Friedrich Jacob Berges I , gewesener Bürgermeister in Petterweil. 8) Georg Hartmann Kreicker, Bäcker in Laubach. 9) Moritz Heichelheim, Ellenwaarenhändler in Gießen. 10) Ludwig Grödel, Holzhändler in Friedberg. 11) Ludwig Hoffmann 11., Bäcker in Grünberg. 12)'Johannes Rodemer IV., Muller in Angersbach. 13) Georg Seip IV., Küfer in Ruppertsburg. 14) Georg Reitz, Bürgermeister in Södel. 15) Georg Weisensee, Müller und Landwirlh in Offenheim. 16) Heinrich Eichenauer, Landwirlh in Lißberg. 17) Heinrich Alles, Müller in Münzenberg. 18) Friedrich Clemm, Kanzleirath in Gießen. 19) Ludwig Bingei, Müller in Alten-Buseck. 20) Ludwig Kopp, Landwirlh in Ossenheim. 21) Easpar Hofmann II., Fruchlhändler in Fleschenbach. 22) Fr. Heinrich PothS, Müller in Echzell. 23) Jacob Kaufmann, Ellenwaarenhändler in Schotten. 24) Georg Heinrich Ebel, Weinhändler in Gießen. 25) Johannes Schäfer IV., Landwirlh in Pfordt. 26) Georg Hergert, Beigeordneter in Berstadt. 27) Jacob Köhler, Land- wirth in Langsdorf. 28) Heinrich Fauerbach, Gast- und Land- wirth in Nieder-Wüllstadt. 29) Heinrich Becker I., Müller iy Londorf. 30) Johannes Lang, Landwirth in Nieder-RoSbach. Darmstadt, 22. Mai. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 17 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium- des Groß- herzoglichen Hauses und des Aeußern, die Ausführung deS zwischen dem Großherzoglhum Hessen und Frankreich wegen gegenseitiger Auslieferung von Verbrechern unrerm 26. Januar 1853 abgeschlossenen Staatsvertrags betreffend. II. Zusammenstellung der Ergebmffe der Staat-schulden. Tilgungskasse-Rechnung für 1865. Die Actien betrugen zu Ende 1865 im Ganzen 14,078,216 fl. 16'2 fr., nämlich 1) Staats-Activcapitalien 2,292,336 fl. 493/4 fr.; 2) dergleichen, ausgeliehen behufs der Grundrenten^Ablösung nach Maßgabe der beiden Gesetze vom 27. Juni 1836, betreffend die Ablösung der Grundrenten : a) wegen siscalischer Renten 2,590,540 fl. 53% fr.; b) wegen nicht- fiscalischer Renten 7,794 053 fl. 51 fr.; 3) an liquidirten Zinsen von Activcapitalien 30 fl.; 4) ausstehende Zinsen Erhebungskosten und Stenern wegen siscalischer und nichtsiscalischer Grundrenten 163 st 2'/2 fr.; 5) Eassevorralh 1,401,091 fl. 39% kr. Die Passiven betrugen im Ganzen 16,653,926 fl. 7% kr. (darunter definitiv überwiesene Staatsschuld 16,464,253 fl. 3% fr.) . Verglichen ist Stand der Passiven oder eigentliche Staatsschuld zu Ende 1865 2,575,709 fl. 51% kr. III. Bekanntmachung der Großherzoglichen Brandversiche- rungS-Anstalt für 1868 betreffend. IV. —VII. Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden der Kreise Lindenfels, Gießen, Oppenheim und Bensheim. Herrieden. Die gemischte fruchtbare Witterung wird sich voraussichtlich in der nächsten Zeit nicht ändern. Die Fremden in Paris. (Schluß.) Sprechen wir nun auch ein Wort über die Polen, diese ewig Unglücklichen, diese Kinder eines schwer heimgesuchten Stammes, der nicht politisch leben konnte und doch nicht sterben kann und will. Die polnische Eolonie, etwa 4500 Seelen stark, ist im eigentlichen Smne des Wortes eine politische Emigration. Mit verhältnißmäßig schwachen Kräften trachten die Polen in in Paris, das sie vorzugsweise lieben, weil es ihnen die meiste Sympathie widmet, ihre Traditionen aufrecht zu halten. Sie besttzeu hier mehrere Wohlthätigkeits-Anstalten und in Batiguvlleö eine Schule, wo ihre Sprache und ihre Literatur gelehrt wird. Um dergleichen triviale Dinge kümmern sich die Russen wenig, die meist nur nach Paris kommen, um eines Ueberflusses von Rubeln auf feine Weise los zu werden. Uebri gens ist der Typus deS mit verschwenderischer Hand Gold aiiö- streueuden Russen bedeutend im Verblassen; der Brasilianer hat ihm den Rang abgelaufen. Besteht ja doch noch in Brasilien die Sclaverei, während die Leibeigenschaft in Rußland bereits aufgehoben worden! Die russischen Reichthümer werden nicht mehr so leicht, wie vordem, gewonnen, und zerrinnen daher weniger rasch. — Keine Nationalität ist in Pari- stärker, als die deutsche vertreten; gleichwohl hat dieselbe auf das Pariser Leben bis jetzt keinen nennenswerlhen Einfluß geübt. In der Nähe des Boulevard Strasbourg liest man unzählige Male auf den EingangSthüren der Boutiquen: iDian spricht deichch. Dort wird auch deutsche Küche gereicht, deutsche» Bier geschenkt. Die Deutschen, die nach Paris kommen, um sich dauernd anzesiedeln, sind meistens atme, kleine Leute, die sich einen bescheidenen Erwerb schaffen wollen. Jeder LuruS, materieller wie geistiger, liegt ihnen fern. Aus diesem Grunde ist jeder Versuch, ein stehendes deutsches Theater in Paris zu errichten, bisher mißlungen, und die deutsche Pariser Zeitung, die dort erstt eint, fristet nicht ohne Mühe ihr Dasein mit harmlosen Reclanien. — Die Zahl der deutschen Schneider und zum Theile auch die der Schuhmacher ist in Paris großartig. Vor dem Worte „Tailleur" steht zumeist ein deutscher Name. All die Deutschen, die nach Paris kommen, bringen den besten Willen mit, sich mit den Franzosen zu fufioniren; aber eö geht dieß nur langsam von Statten und man sagt, erst in der dritten Generation verschwinde jeglicher Unterschied. Im llebrigen halten die Deutschen auf ihre Familiensitte, und um dieselbe intact zu erhalten, bringen einwandernde Fauiilien oft auch Mägde aus der Heimath mit. In der Rue Lafayette besteht sogar ein Kloster, zum heiligen Joseph genannt, wo sich ein Depot deutscher Bonnen und Köchinnen besindet. Naiv, harmlos, ungelenk, unberührt von den Tücken des Pariser Lebens, fristet die deutsche Dienstmagd ihr Dasein, bis sie bei dem Bäcker, Fletscher und Weinhändler so manche Fl' neffe des geschäftlichen Kleinverkehrö fenmn lernt, bis der Geist dcö muthwilligen Cancan auch über sie kommt, bis sie der Atmosphäre der Stadt erliegt, wozu, wie die Sittlichkeits- Statistiker ausgerechnet haben, eine Zeit von drei Jahren erforderlich ist. — Eine Specialität des Deutschthums in Pans sind die Straßenkehrer, die auf der Eolline zwischen der Billette und Belleville, sowie in BatignolleS zwei gr^ße Eautone besitzen. Diese armen, aber ehrsamen Leute sind meistens Oberhessen. Pastor Bodelschwing hat auf der Eolline eine große Unterkunftsanstalt für diese Ausfeger des UnrathS von Paris geschaffen, dazu eine Kirche, Schulen und Kinderbewobr- Anstalten. Auch in besseren Lebensstellungen, als Eomptoinlt u. bergt wird der Deutsche sehr geschätzt. Man lobt seine Verläßlichkeit und die Stetigkeit seine- Fleißes. ES gibt fein einigermaßen reputirliches Hotel, wo nicht ein deutscher Garton plac'irt wäre. Aber nirgends vernimmt man mehr deutM Laute, als auf der Börse; denn namentlich dorthin schickt die kosmopolitische Speculation ihre Agenten. Elsässer, Frankfurter und Berliner lauschen den OScillationen der Rente mit gespitzten Ohren. Eine deutsche Buchhandlung findet sich a" rechten Ufer der Seine, die Firma Klangsteck, und in der > Castiglione gibt cS sogar eine deutsche Apotheke, wo n-L lateinischen Recepten gearbeitet wird, während die franzöM Aerzte ausschließend in ihrer Sprache ordiniren und vers«^ den. Sehr viele Deutsche sind nach Paris gezogen, weü ihren Vaterländern die Gewerbefreiheit noch nicht eingeburgt war. Das wird allmählig aufhören, sowie auch der Zug »e^ Fremden, die nach Paris kommen, um zu gemeßen, stw °. reit« namhaft verringert hat. Für diese Kategorie von To> - ften hat Italien neuerdings eine außerordentliche Anziehung^ kraft erlangt, weil das Leben dort auch sehr angenehm un jedenfalls sonniger und wohlfeiler ist, als auf dem Aspha Pflaster von Paris. Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Binderei (Fr. Chr. Pietsch) in Giiefien. Jettes Sie ivei ii Aussicht sie Gießen, Hindert Weor 4699) W Wgen Wach biirf Schutt l aden werden auf dem Sc Ltsindsschen1 Gießen, d Grobherz 4723) Die -tytn in den Qderförsterei Eit Mhrsch LÜ. Zum bei Wen einzul »ung des Hol; borgens um . uns a. d. Aoßhcrzoglic M3) Diel ms der Statt lerhaltrmtz vc «fordert, svV verduilf tver Entrepris Post-Direclii in Lollar ein Qualisicirt uebernahme • J4 lagen Drection sch »wohnlichen A Darmstadt Der Vc ^5) Frei, j S eine gr vom ( °tzem im totiaumdien «Mn, össer D!° Gns 'er uiulietm LdauL N'ge in i * Nijtrjo 4701) e’*1 ™»b di-T SkN 2. c brr J5 von; Ä