PreiS vierteljährltck 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen Vierteljahr«» 49 kr. Gikßmcr Anzcigtr. Erscheint wöchentlich drei» mal : Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Mzeige- und Umtsötatt für den Areis Kießm. 1869. Donnerstag den 25. März Nr. 36 Amtliebe Bekanntmachungen. Einladung nun Abonnement -test SDlit dem 1. April beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den Giestener Anzerger. Deffelbe «sch-!», wM««id> Di-nsl»,-. ®™"'*9ärta Ä.t*'n»! Ä NW^-r W* ******* 4» «-'»--- XSfltfsfÄM.tswi.-Ä': heben lassen. kr. Transport . A. : Vereinsfonds: -fr. 100 1500 4; 40 2431 „24j 18) Betriebsfonds Summa • 3520 fl- — kr- 8557 fl- 41 fr. 400 100 500 200 160 16 Staatsfonds 3520 fl. - fr. -fl- 1220 " 800 „ -fl- 600 „ 2880 „ 4297 „ 180 „ 600 „ 2894 fl. — fr. 1400 „ - „ 355 „ „ 320 fl. - fr. 150 „ u 1000 „ - „ 200 „ - „ 884 „ ii 340 „ — „ a \ Qufdiuft aus Großh. Hauptstaatsfasse - - - - - 2) Beitrag der Aachen - Münchener - Feuerverstcherungs- Gesellschaft, voraussichtlich ' 9^ Mutbmaßliche Beiträge der Vereinsmitglieder . • g ueberfchüsseaus vorderen Jahren, baar und m Aus- 5) Nnsei? aus angelegten Capitalien (muthmaßlich) . 6 Beiträge der landw. Bezirksvernne zur Besoldung 1 des Wanderlehrers, voraussichtlich......_ Summa . B. Ausgabe. 7) Kosten der landw. Zeitschrift . ... • • • • • 8) Besoldung und Diäten des Wanderlehrers - _• • • 9) Subvention der Ackerbauschule zu Friedberg • • • 19) Reiseunterstützung an den Director derselben, Herrn Dr. Henfelmann • • • - - - - • • 1 . - 11) Unterstützung an Solche, die den landw. Lehrcursus in Darmstadt besuchen - - • • • • - - • 12) Zu Prämien an Lehrer, die landw. r5ortbildungsun- terricht ertheilen .... - •••••••* 13) Zur Unterstützung der Einführung guter landw- Maschinen und Geräthe - - - • • • • - - - 14) Zur Vermittelung des Anlaufes von Berner Vieh und Bergamasker Schafen . - - • • - - - • 15) Zur Unterstützung einer Provinzial-Obstausstcllung 16) Für^elwaige Mehrkosten beim Druck der landw. Zeitschrift........„ • • • • • * "n " 17) Für antheilige Reisefostenvergutung für Herrn Dr. Thiel in Darmstadt............ 1) Bureaufosten - ......... 4) Prämien für die schwersten Bullenfalber Vogelsber 5) ^ur Unterstützung der landw- Bezirfsvereine - - 6) 8ur Unterstützung des Unterrichts im Hufbeschlag } Zu übertragen »,6 tmidw. Ve,,m» »°» Oberheffe» IMS »-schloff,»-» S-ldvrrw-»»«»»-» b-tr. wird dasselbe hiermit zur öffentlichen Kenntlich gebracht- Einnahme. ft. _ kr- 2894 fl- - kr. — fl.-kr- Bemerkungen. A. zur Einnahme: genommen 1 "L'LtÄchuß kann sich um .was vermindern, menn stir die vermehrten Bedilrsniffe der Großh. G.ntra,stelle «u. demselben eine Beisteuer in Anspruch werden muß. ^„rs.mvklicker indem hinsichtlich der Größe desselben Seitens genannter Gesellschaft eine Verfügung noch nicht getrosten ist- t MLÄK sind «■«** w ™ 5. ausgenommen sind. z ,, Rnn „ po». z°Fie «h,"Schwund F°hlkn°uch°nZücht7°°?n Winen d " »in°7mKchm7d^r englischen Bastardrae.n ÄSrXXS ~ VDrein. b«°nd^dm D^tMen^ im Jahr-^wiMKw —L der, 4°d>ur Gelder ausgesiihrt sein müssen, welche den Kftaaseg neuere 7and7 Maschinen und Geräthe -usst-llen. Different ,u decken, di- entstehen kann, wenn das aus Kosten der V-r-inskass- an,ukausende und wiederum offent. lich Ä?5lÄ’ Ä”I. I. -n Gießen zu bewerkstelligen- den Obstausstellung zu decken. Vräfldent des landw. Vereins von Oberhessen. Laubach, am 28. Februar 1869. Otto, Graf von Solms-Laubach. Gießen, am 20. Mär) 186 9. in Versteigerungen 45 NB. (2487) nommen. Buchen- = 1987 Niederlage in Gießen bei 250 Das 2502) 39 18 gemischte Nadelholz- = 1110 = 146 Julius Wallach am Markt. Feilgebotenes. 2474) Dunggyps, Gras- und Kleesamen empfiehlt Emil Pi stör. 2486) Apfelsinen und Citronen, neuen Blumenkohl und Kopflattig empfehlen I. A. Busch Söhne. 2483) Frische Schellfische, Cabliauen, Stockfische und Laberdan, sowie Bückinge ZUM Backen und Rohessen, empfehlen ___________. I- A. Busch Söhne. 2509) Die so beliebten Hochheimer Mons seux, sowie Hochheimer iSSSr und die bekannten Hahnheimer empfiehlt E. Pitth.in. Mittwoch den 31. d. Mts./ Morgens 9 Uhr ebendaselbst: E^en- und sonstige Nutzholz-Stämme, zusammen 4247 Eubikfuß haltend, llVr Stecken Buchen-Scheidholz, „ Prügelholz oqo " " Stockholz, „286 „ „ Reiser öffentlich verkauft werden. Hungen, am 20. März 1869. Fürstliches Rentamt. Gothaer Schweinefett, ausgelassenes, empfehlen (2484) I. A. Busch Söhne. Letressend: Die Aufstellung gleichförmiger und ständiger Lectionspläne für die Volksschulen des Kreises Gießen. Die Versteigerung von Brauereigegenständen. 2498) Dienstag den 30. März d. I., des Nachmittags um 1 Uhr, sollen in dem hiesigen Gemeinde-Brauhaus: 1 Braubütte, 15 Ohm und 1 desgl., 10 Ohm haltend, beide noch in sehr gutem Zustande, 1 Sandsteintrog, 5 Ohm haltend, sowie noch sonstige Brauereigeräth- schaften, an den Meistbietenden versteigert werden. Garbenteich, am 23. März 1869. GroßherzoglicheBürgermeisterei Garbenteich. Schwarz. Besondere Bekanntmachung. Edictalladunq. 2505) Forderungen und Ansprüche jeder Art an das Vermögen des G g. S ch m e l z 11. von Großen-Linden, über welches am 15. d. Mts. der förmliche Concurs erkannt worden ist, sind bei Vermeidung stillschweigend eintretenden Ausschlusses von der Masse, nebst etwaigen sonst nicht zu berücksichtigenden Vorzugsrechten im Termin Montag den 24. Mai d. I., Vormittags 10 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen. Im Termin soll zugleich die Güte versucht und geeigneten Falls ein Curator und Gläubigerausschuß bestellt, sowie sonst über die Behandlung dieses Eoncurses beschlossen werden, und wird von allen nicht persönlich erscheinenden oder durch gehörig Bevollmächtigte vertretenen Gläubigern stillschweigender Beitritt zu den Beschlüssen der Mehrheit unterstellt. Zur Notiz wird bemerkt, daß die Activ- masse nur einen geringen Werth repräsen- tirt und die Frau mehr als diesen Werthbetrag für veräußerte Jllaten fordert. Gießen, den 20. März 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter. 2462) Saat-Wicken, Erbsen und Hafer bei N. «L M. Rosenthal. Herrenkleider - Magazin von S. Flörsheim ist für die Frühjahrssaison auf das Reichhaltigste in allen Neuheiten ausgestattet, und empfiehlt sich unter Zusicherung der reellsten Bedienung bei auffallend billigen Preisen. Eduard Lind, Eonditor in Gießen. Leere Flaschen werden gegen Vergütung von 4, 3 und 2 fr. zurückge- 2488) Conservirunq und Verschönerung der menschlichen Haut durch Verwendung von Hoff'schen Malz-Seifen, welche Knochen, Muskeln und Nerven stärken, die Augen nicht angreifen, überhaupt den vorzüglichsten Bade- und Toilettenzwecken entsprechen. Dank und Auerkeuuuugsjchreibeu. Stolp, 11. September 1867. Ich habe die Hoff'sche Malz-Kräuter-Bäder- seife bei gichtischen und rheumatischen Leiden in Hand- und Fußbädern angewendet und stets sehr gute Erfolge gesehen. Die Malz - Toilettenseife hat in ausgezeichneter Weise die Fehler der Haut (Mitesser re.) corrigirt und einen feinen Teint erzeugt. Der königliche Oberarzt des Jnvalidenhauses I>r. Weirrfchenk. Loslau, 6. September 1867. Die Johann Hoff'sche Malz-Kräuter-Bäder- seife ist eines der besten Fabricate der Neuzeit; sie wirkt ungemein kräftigend. Die Malz-Kräuter-Toilettenseife entfernt — längere Zeit angewandt — Flechten, Sommersprossen, Hautprickeln, macht spröde, aufgesprungene Haut wieder gut. 8>s*. Stark, königl. Stabsarzt, Medico Chirurg und Geburtshelfer. Aerztliches Gutachten, vom 1. September 1867, des königl. Stabsarztes Stark in Loslau: Allen Kranken, die einer Badekur bedürfen und es nichl möglich machen können, eine Reise zu den Heilquellen zu machen, ist die Hoff'sche Malz-Bäderseife angelegentlichst zu empfehlen, da dieselbe sehr stärkend wirkt. Berleburg, 10. November 1868. Ihre Malzseife ist mir unentbehrlich geworden und finde ich dieselbe namentlich bei Bädern vortrefflich.' Gräfin zu Sayn-Wittgenstein. Se. Excellenz der Finanzminister Freiherr von der Heydt, Berlin, 1. März 1868. Ihre Prima Sorte Malz-Kräuterseife ist ein Product von so vorzüglicher Qualität, wie ich bisher noch nicht gehabt habe, auch meine Schwiegertochter ist ganz entzückt davon. Se. Excellenz der Ministerpräsident Graf von Bismarck fand gleichfalls Gelegenheit, sich von der Trefflichkeit der Johann Hoff'schen Malzfabricate für Bade- und Toilettenzwecke zu überzeugen. P r e i s - B e r z e i ch n i ß . Hoff'sche Malz-Kräuter-Toilettenseife ä Stück 2'/2, 5, 7»/2 und 10 Sgr. „ Aromatische Malz-Kräuter-Bäderseife a Stück 5 und 10 Sgr. u „ „ Pomade in Flacon 10 und 15 Sgr. Johann Hoff s Filiale, Köln, Komödienstr. 2i». Großheyoglichk Kreis-Schul-Lmnmisston Gießen SN die evangelischen Schulvorstände des Kreisen. Das in obigem Betreff von uns vor längerer Zeit erlassene Ausschreiben konnte Ihnen seither nicht zugestellt werden, weil die demselben beiruleaenden Erlänterunaen" m einer neuen Auflage gedruckt werden mußten- Nachdem dies geschehen ist, wird Ihnen das Ausschreiben in diesen Tagen zugehen: die in demselben aes'ettte ftrift wird nunmehr auf den 1. Mai l. I. gestellt. 1 0,9 vll|t lult0 Dr. Goldman n. Cafe Ebel. 2480) Meinen Weinverkauf über die Straße in guten rothen und weißen Weinen von 24 fr. an pr. Flasche, sowie 1868r Hardt- und Moselwein, pr. Flasche 36 kr., den ich seit einigen Tagen in Zapf genommen habe, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. W. M o s ! c r. NB. Für eine geaichte '/.-Flasche bitte ich 9 fr-, für eine Vs-Flasche 6 fr. beim Holen des Weines hinterlegen zu wollen, die bei Rückgabe derselben wieder zurücker- stattet werden. Lohrinde-Versteigerung. 2499) Montag den 12. April er. Vormittags 11 Uhr, werden bei Gastwirth Ströhmann hier aus den Fürstlichen Waldungen der Oberförsterei Heisterberg, und zwar: 1) District „Wingerte" bei Heisterberg, circa 120 Ctr., und 2) District „Doberg", Gemarfung Bis- kirchen, circa 100 Ctr. Lohrinde öffentlich meistbietend versteigert. Proben fönnen vorher bei dem Herrn Oberförster Henn zuHeisterberg, sowie auch im Versteigerungstermine, eingesehen werden. Ehringshausen, am 21. März 1869. Fürstliches Rentamt Greifenstein. C l ö ß n e r. Hol^versteiqerunq. 2469) Dienstag den 30. d. Mts-, Morgens 9 Uhr, im Fürstlichen Thiergarten bei Hungen 360 Elchen-Stämme = 8876 Cubiffuß, 56 Buchen- „ = 1987 Universal - Magen - Ligueur, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz, empfiehlt ganzen Flaschen ä 1 st. 24 fr., halben „ ä — 45 „ Viertel- „ ä - „ 24 , 2466) Geschliffene Hanauer Plättchen, rauhe Sandstein - Platten, Treppen- Tritte, Schleifsteine, Lungstein-Krip- pcn und -Tröge empfiehlt Daniel Wirth's Nachfolger (Th. Geilfus.) 2501) Ein großes Familienlogis ist zu vermielhen bei Gebr. Wenzel. 2473) Eine große geräumige Scheuer ist zu vermiethen bei P e t e r V o g 11. Wittwe. 2476) Gur möblirte Zimmer, mit der Aussicht nach dem Lindenplatz, sind zu vermiethen bei E. Eichenberg. 2453) Eine Stube mit Cabinet wünscht man an eine einzelne Dame zu vermiethen. Näheres bet der Exped. d Bltts. 2468) In Vit. D. Nr. 3 ist ein Familienlogis zu vermiethen und sogleich zu beziehen. 2475) Bronce und Blattgold in allen Nuancen bei Emil Pi stör. 2503) Große und Heine Rosinen, Ro- stncn ohne Kerne, Eitronat, überzuckerte Pomeranzcnschaalen, Mandeln, ganz rein gestobener Ceylonziminct em- pstehlt Emil Fischbach, ____Seltersweg. 2457) Casseler und Hanauer fein gemahlenen Dunggyps empfiehlt Daniel Wirth's Nachfolger, lTH. Geilfusl. | Frische Hefe __________bei B. Oswald, im Adler. 2497) Zwei französische nußbaurnenc Bettladen, zwei uußbauinene Cornrnoden, zwei lackirte Bettladen und ein eintbüriger Kleiderschrank stehen zu verkaufen bei Andr. Bärrn, Schreinermeister, Mühlgasse Nr. 79. Z Louis Stslrr, Buchbinder und P.-rtefuille-Arbeiter, Schloßgasse, empfiehlt eine große Auswahl Portemonnaie und Cigarren Etuis in Juchten- und anderem Leder zu auffallend billigen Preisen. 2506) Feinstes Vlüthen- und Vorschusi- mchl, sowie vorzügliche trockene Hcse, bei Chr. Lampus, Seltersweg. 2507) Ein Haufen Mist ist zu verlaufen bei Dachdecker Ruckstuhl, Reichensand. 2490) Unterzeich.ieter hat mehrere Lager- bicr-Fäffer zu verlaufen. __L. Herbert. 2472) Ein guter Hofhund ist zu verlausen Seltersweg Lit. C. Nr. 61. 2512) Der den Kuntz'schen Erben gehörende Garten am Riegelpfad ist zu verpachten. Näheres bei Georg Lony auf deut Neuenweg.__________ 2464) Ein ganz nahe vor dein Neuenweger Thor gelegener, mit sehr schönen Ob st bä um en bepflanzter Garten, in bestem Zustande befindlich und sich zu einem Bauplätze eignend, ist zu verlausen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2465) Einem Steinhauer, welcher im Fertigen von Grabsteinen, Grabeinfassungen u. s. w. gewandt ist und Lust hat, sich in Gießen, wo dieses Geschäft wegen mangelnder Concurrenz ein reichliches Auskommen sichert, niedlrzulassen, kann eine gute und billige Gelegenheit zu dem benötigten Ge- schäfts-(Bau)-Platz in der Nähe des Kirchhofs nachgewiesen werden. Durch wen? sagt die Exped. d. Bltts. Veemiethu «gen. 2510) Der dritte Stock meines Hauses, sowie auch kleinere Wohnungen, sofort beziehbar, sind zu vermiethen bei _______________________E- Pitth an. 2454) Im Brühl'schen Hause (Canzlei- berg) ist eine Stube nebst Cabinet, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. 2463) Zwei Zimmer nebst Cabinet, mit ober ohne Möbel, sind zu vermiethen Neuen- bauen Lit. B. Nr. 79. ________ Demm e._______ Pferdeversteigerunq 2467) Dienstag den 30. März, Vormittags um 10 Uhr, werden in der Gensd'armerie - Caserne zu Gießen vier ausrangirte Dienstpferde gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert. Gießen, den 20. März 1869. Großherzogliches Gensd'armerie-Divisions- Commando Oberhessen. Supp, Rittmeister. 2504) Feinstes Haaröl, aus reinem Olivenöl bereitet, empfiehlt Emil Fischbach, _______________________ Seltersweg. 2492) Täglich frisch abgefochten Schinken verfauft Adolph Weidig, am Kreuz. heilt i strft Mr ti unt> bi Ufigt tt btrgldd jimmerti nüge le mein 3 M W 1 Hr 3 Hti meine Ä doch w Ä daß |ie Pslaiye; MB. W " Torfcmt 10 na' bewli fäidite werbe, in Ko Gifltn1 »aber i mal st nun, da 5lniiDOr 3hren ( ichwach! Abend tilgte । .. Ln ""Mikl »agenoi T in 2496) Anmeldungen zur Aufnahme in das hiesige Großherzogliche Gymnasium für das bevorstehende neue Schuljahr sind Donnerstag den 8- April, Morgens von q bis 12 Uhr, in dem Gymnasialgebäude unter Beibringung von Zeugnissen der bls- beriaen Lehrer bei der unlerzeichnelen Behörde zu machen, worauf am 9- und 10. April bie Aufnahmeprüfung Statt finden wird- Der Unterricht beginnt am 12. April. Gießen, am 23. März 1869. Grobherzogliche Direktion des Gymnasiums zu Gießen. __Dr. Geist.______________________________________ Einladung zum Küfer- und Bierbrauer - Ball. 2511) Zu bem am 2. Ofterfeiertage UN Saale des Cafe Leib Abends 8 Uhr stattfindenden Ball laden wir alle Freunde und Bekannte höflichst ein. Garten sind bei Herrn Moritz Enders oder Abends an der Kaffe zu haben.______________________ Das Zinß er scher Garten. 2495) Am drillen Osterfeiertage, den 30. März: Großes Kontert ä la Strauß, ausgeführt vom Musik-Corps des Pommer'schen Füsilierregiments Nr. 34, unter persönlicher Leitung seines Musikdirectors, Herrn A. Parlow. Anfang halb 5 Uhr. Entree ä Perfon 30 kr. Billets ä 24 kr. sind bei den Herren Ph. Schlatter und 2458) Eiu Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei __________H. Riibsamen, Mäusburg. 2459) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. 2461) Ein großes möblirtes Zimmer ist in der Neustadt Lit. D. Nr. 55 zu vermiethen._____________________________________ 2455) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist vom 1. Avril an zu vermiethen- Neue Anlage. Näheres bei der Exped- d. Bltts-____________________________ 2456) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Wern Hard Brück, Flügelsgasse. Vermischte Anzeigen. Geschäfts-Empfehlung. 2493) Einem geehrten Publikum hiermit zur Nachricht, daß ich mich dahier als Herrcnklcidcrmachcr etablirt habe und empfehle meine Arbeiten zu billigen Preisen bei reeller Bedienung. (English tailor.) Anton Frei, im Hause des Herrn Kirchendiener Knoll. 2491) Es empfiehlt sich Frau Heck, wohnhaft bei Herrn Andreas Euler, als Kochfrau zum Ausgehen. 2470) Wir machen hierdurch die öffentliche Anzeige, daß unser beabsichtigter Socie- täts-Vertrag nicht zur Ausführung gekommen ist, und daß ich, der niitunterfchriebene Friedrich Textor, das bisherige Brauereigeschäft an der Hardt für alleinige Rechnung fortführe. Gießen, den 20. März 1869. Friedrich Textor. F. W. Heinz. 2471) Unterzeichneter empfiehlt sich zur Uebernahme von Zimmerarbeit und verspricht billige und reelle Bedienung. Georg Ruckstuhl, Zimmermeister, _______________vor der Neustadt.___________ 2479) Für eine Fabrik in chirurgischen Instrumenten in Holland werden gesucht: 2 tüchtige Arbeiter und 1 Mechaniker, die später, wenn qualifizirt als Werkführer, sollen engagirt werden. Franco - Offerten unter R. E. 334. befördert das Annoncen - Büreau von Haasen- stcin Vogler in Frankfurt a. M. | Stroh-Hüte werden gewaschen, gefärbt und nach neuester Fa^on umgcarbeitet bti Gießen. Louis Schild, Hutmacher, ________________________am streu;._________ 2500) Ein junger Hund ist Eisenbahn- Arbeitern in der Nähe des Schießplatzes K. Roloff bis Mittags 12 Uhr zu haben. | Epileptische Krämpfe (Fallsucht) hiilt der Specialarzt für Epilepsie l>r. O. Källiscli in Berlin, jetzt Mittel- BtVHSSe JÜTr. ®. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheut. 2483) Nach den Analysen des berühmten Chemikers M. Aayen zählt dieCacao- Pffanze zu den nahrhaftesten Producten der Erde. Dreier Gelehrte sagt, daß eine gute Tasse^Bouillon von Rindfleisch 28 Gramm Nährstoff enthalte, wahrend sich> m. einer Tasse mit Milch zubereitcter reiner Chocolade 188 Gramm nährende Bestandtheile vorsänden^ S((ltlc 6ättc einc SrMche Untersuchung der Ch°-°l°d-n 70 verschiedener Fabriken von London und Paris eine Verfälschung der Waare m 3J derselben erwiesen, ein gewiß trauriges Resultat! Da auch® “en" w fäschte Chocolade zur Seltenheit geworden ist so verdient besonders, hcrvorgeh oben.zu werden, daß sämmtliche Cacao - Präparate des Hauses Frauz StoU vcrck LS Sohnc in Köln als durchaus frei von jeder Betnwchung garanttrt sind und wegen dieser Eigenschaft von den Aerzten vielseitig empfohlen werden. T . In den hauptsächlichsten Geschäften Deutschlands sind diese Chocoladen^vorrathig^ 91 u f f o r b e r u n q. 2482) Allenfallsige Gläubiger unseres verstorbenen Vaters, H. Elkan in Gießen, belieben ihre Ansprüche mit Belegen innerhalb der nächsten zwei Monate um so gewisser bei uns einzureichen, als später eingehende Reclamationen unbefriedigt bleiben würden. Frankfurt a. M-, den 17. März 1869. Gebrüder Elkan. 2460) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei M- Nagel, Schuhmacher- zugelaufen und kann derselbe im Schü tzen- h o f abgeholt werden. 2477) Ein goldenes Medaillon mit zwei Photographien ist verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine gute Belohnung an die Exped. d- Bl- abzugeben._______________________________ 2489) Dienstag den 30. März, als am dritten Ofterfeiertage: Tan)-Musik auf der Badenburg. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Union, am 6. März von Bremen abge- laanaen. ist am 20. März, Abends 7 Uhr, wohlbehalten in New-York angekommen. F e u i l Meiner Mutter Schicksale. Erzählung von Fanny Herbert. (Fortsetzung.) „Sie sind Freundin von Ceremonien. In Frankreich, Madame, kennen wir dergleichen nicht, ma fois ! Bei uns veranstalten die Damen in ihren Schlafzimmern sogar Spielparkhieen. Lassen Sie uns jedoch Ihrem Borurtheil Ge- nüge leisten, Madame. Ich begebe mich hinunter, um in meinen eigenen Zimmern Ihre Befehle zu erwarten." Mit diesen Worten verliest Mr. Roussel das Gemach, in welchem er mit großer Aufmerksamkeit umhergeblickt hatte, und stieg die Treppe hinab. Meine Mutter folgte ihm und sprach der guten Mrs. Terrin d.e Bitte aus, ihr Zimmer auf kurze Zeit benutzen zu dürfen, welches Gesuch D’efe mit der größten Bereitwilligkeit zugestand. * Ich wurde abgeschickt, Mr. Roussel hinabzunöthigen, und er begleitete mich, meine Hand in der seinizen haltend. Als er in's Zimmer trat, nahm er Platz neben meiner Mutter. „Bor Allem, Madame," sagte er, „möchte ich Sie bitten, sich keinenfalls durch Die Mittheilung, welche ich Ihnen zu machen wünsche, beleidigt zu fühlen, denn ich gebe Ihnen die Versicherung, Vast meine Absichten die besten sind." „Ich zweifle nicht im Geringsten daran," antwortete meine Mutter, als er schwieg. — „Bitte, reden Sie." „Gut denn, Madame. Sie führen mit Ihrer Mademoiselle Tochter em sehr einsames, trauriges Leben, entsagen jeder Zerstreuung und jedem Vergnügen, und das sollte nicht so sein. Ich werde mich glücklich schätzen, wenn Sie geneigt wären, mir am Altäre die Hanv zu reichen, und Ihre Tochter gewiß eben so sehr lieben, als wenn sie mein eigenes Kind wäre." Mr. Roussel hatte beim Beginn seiner Rede leise und langsam gesprochen, doch wurde sie allmälig lauter, bis sie endlich energisch klang. Meine Mutter war durch seinen Vorschlag so außerordentlich überrascht, daß sie nicht sogleich zu antworten vermochte. „Ich bin nicht reich, Madame," fuhr Mr. Roussel nach kurzer Pause fort, .aber" ich habe ein für uns genügendes Einkommen und Mademoiselle wird einmal sehr hübsch werden. Wir werden sie zur Künstlerin heranbilden. Run, nun, das findet sich mit der Zeit. Beeilen Sie sich indessen gar nicht mit Ihrer Antwort, Madame, — nehmen Sie sich Zeit, zu überlegen und theilen Sie mir Ihren Entschluß mit. Heute Abend vielleicht?" „Ich werde Ihr gütiges Anerhieten in Erwägung ziehen," antwortete mit schwacher, zitternder Stimme meine Mutter, „und Ihnen meinen Entschluß heute Abend mittheilen." Mr. Roussel erhob sich, küßte ihr die Hand, kniff mich in die Wange, ver- beugte sich noch einmal und verließ uns. Lange saß meine Mutter nun unbeweglich da und mir wurde zuletzt saft ängstlich zu Sinne, denn ihr Blick hatte einen ganz eigenthümlichen Ausdruck angenommen. Endlich sprach ich zu ihr. Sie erwachte aus ihrem Nachrenken und wir begaben uns Vie Treppe hinauf in unser Zimmer zurück. l e 1 o n. All uns Mrs. Terrin nach Tische ihren gewohnten Besuch machte, theilte meiner Mutter derselben Mr. Roussels Anerbieten mit, sowie auch, daß sie ge- sonnen sei, es anzunehmen. , n , c . , , . Mrs. Terrin war hoch erfreut über die Aussicht auf eine Hochzeit und wünschte ihr mit warmen Worten Glück. „Mein Mann sagt," fügte sie hinzu, „Mr. Roussel sei ein Mann von außerordentlicher Thätiakeit und höchst achtungswerthem Eharaeter, und ich sehe nicht ein weshalb Sie'ihn nicht einladen lassen wollen, heute Abend in meinem Wohn- zimmer den Thee mit Ihnen zu nehmen. Ich leihe Ihnen mit dem größten Vergnügen mein bestes Geschirr dazu." Meine Mutter sprach für Die große Gefälligkeit ihren verbindlichsten Dank aus und Mr. Roussel erhielt an diesem Abende das Jawort von ihr. — Die höchst einfache Hochzeit erforderte nur geringe Vorbereitungen. In Den Gewohnheiten unD der Lebensweise meines Stiefvaters trat jetzt jedoch eine außerordentliche Veränderung ein. Er traf mit meiner Mutter die Uebereinhmft, daß wir feine Zimmer im erilen Stockwerk des Hauses bewohnen wollten, und ich werde niemals das Er- staunen und Den Unmuth vergessen, womit meine Mutter Diese Räume in Augen- schein nahm, als Roussel sie Das erste Mal in Dieselben führte. Nicht nur alle Stühle waren mit Musikheften beladen, sondern dieselben lagen auch in allen Ecken und Winkeln hoch aufgestapelt umher; Doch war dies noch das Wenigste. . An den Wänden hingen ringsumher gewaltige Bauer zur Züchtigung von Kanarienvögeln unD mitten auf dem großen Sophatische stand ein solcher mit zwei japanischen Sperlingen. Der Staub lag allenthalben zollhoch und da in Dem ganzen Gemache kaum Raum blieb, sich darin bin und her zu bewegen, so hatte Der Bewobner bisher seine Schlafstube als Wohnstube benutzt, Deren Anblick fast Uebelkeit erregen konnte. Als meine Mutter ihrem künftigen Gatten über dies Alles sanfte Vorstellungen machte, schien er sehr erstaunt zu sein. „Ma fois! Ich rneinestheils sehe nichts von Alledem, was Ihnen hier Mißbehagen verursacht," sagte er, „verfahren Sie indessen in dieser Wohnung ganz nach Ihrem freien Ermessen, und wenn Sie es wünschen, so sollen auch alle diese Vögel entfernt werden." Meine Mutter antwortete ihm durch einen zärtlichen Blick des Dankes, worauf Roussel ihr die Hand küßte. „Es ist mein höchster Wunsch, Sie als meine Gattin durchaus zufrieden und glücklich zu sehen," rief er. Die Vogelbauer wurden also entfernt, die Zimmer mit größter Sorgfalt gereinigt und darauf wurde meine Mutter Roussel's Gattin. Einige Zeit lang fühlte sie sich zufriedener und glücklicher, wie sie es kaum zu hoffen gewagt hatte, Denn Roussel suchte ihr auch Den leisesten ihrer Wünsche aus Den Augen abzulesen und war mir der fürsorglichste unD liebevollste Stiefvater- Da er fast Den ganzen Tag über abwesend war, um Unterrichtöstirnden zu ertbeilen und Musikproben beizuwohnen, so konnte meine Mutter fast ihre ganze Zeit aus meine Unterweisung verwenden. (Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau Berlin, 22. März. Die GeburtSfeier des Königs hat in einem großartigen Militärexceß einen blutigen Abschluß gefunden. Bei der Rückkehr von den Tanzböden geriethcn Gardeschützen und Cüras- siere der 5. Schwadron in ein blutiges Handgemenge. Das Scantalöseste ist aber, daß, wie man erzählt, und wie auch die „StaatSb. Ztg." meldet, diese mörderische Rauferei unter den Augen und mit dem Beistand von Offizieren und Chargirter der Garbeschützen stattgefunden hat. Ein Trupp ebenfalls Heimkehrenter Grenadiere des Kaifer-Franz-RegimentS kam den Cürassieren zu Hülfe; gleichwohl mußten letztere den Rückzug antreten. Als sie jedoch bewerben, daß einige schwer Verwundete von ihnen in den Händen tes Feindes zurückgeblieben waren, kehrten sie um und erneuten den Angriff, um dieselben zu befreien, was ihnen auch gelang. Jetzt drangen die Gardeschützen jedoch unter dem Klange eines Signalhorns gegen das Tanzlocal der Cürassiere vor, stürmten dasselbe und richteten in demselben Verwüstungen an, wie sie nicht anders in Feindes Land Vorkommen können. So wogte der Kampf hin und her, bis endlich die Offiziere das Einstellen der Feindseligkeiten geboten und den Transport der schwer Verwundeten in das Lazareth anordneten. Der Nachtwächter des Reviers und die Schutzleute, welche den Frieden berzustellen suchten, haben ihren Diensteifer schwer büßen müssen. Auch sie wurden ange- gegriffen und verwundet, namentlich hat der Nachtwächter eine schwere Verletzung davongetragen, so daß er nach dem nächsten Krankenhause tranöportirt werden mußte. Bremen, 22. März. Die mit der letzten Post eingetroffenen amerikanischen Zeitungen, wie die Correspondenzen unserer Blätter beschäftigen sich fast ausschließlich mit dem feierlichen Einzüge Grant's in das weiße Haus und mit den von ihm geiroffe- nen (aber, wie wir durch den Telegraph wissen, fast fämmtlich wieder rückgängig gemachten) Ernennungen. lieber letztere ist gar Nichts, über erstere nur ein eigenthümliches Intermezzo nachzutragen. Durch ein Versehen war das Repräsentantenhaus bei seinem Eintritt in den Senat nicht angemeldek worden und der Sprecher Pvmeroy, welcher nebst General Schenk die Repräsentanten führte, schritt auf den Vorsitzenden zu und blieb verlegen stehen. Die in einer Reihe folgenden Mitglieder des Repräsentantenhauses drängten jedoch vorwärts, verlprengten die Thüre und riefen eine große Verwirrung hervor. Von dem Sprecher und General Schenk, dem Vorsitzenden des Comitv's, nahm man indessen noch immer keine Notiz, doch Ersterer wußte sich aus der Verlegenheit zu helfen, er leitete den geordneten Zug ter Repräsentanten auf die östliche Thüre zu. Das Musikcorps glaubte, dieß fei die im Programme vorgesehene Procession und stimmte „Hail to the Chief“ an, mußte aber bald wieder abbrechen, da die an den Thüren ausgestellte Polizei den Repräsentanten den Ausgang verwehrte und so der begangene Irrthum offen zu Tage trat. Glücklicher Weise war dieß die einzige Unordnung, welche den geregelten Gang der Feierlichkeit störte. — Präsident Grant erhielt folgende zwei Telegramme aus Berlin : „Berlin, 4. März. An den Präsidenten Ge- neral Grant, Weißes Haus, Washington D. G. Meine herzlichsten Glückwünsche zu diesem festlichen Tage. Bismarck." — Berlin, 4. März 1869. An den Präsidenten Grant, Washington. Zu Ehren des Mannes und des Tages; ein dreifaches Hoch für den Präsidenten. Mitglieder der Berliner Börse. Fritz Mayer." Paris, 23. März. Das „officielle Journal" meldet, daß nach den zwischen den Regierungen des Kaisers der Franzosen und des Königs der Belgier stattgefundenen Unterhandlungen die beiden Cabinette sich über die folgende Erklärung geeinigt hätten. Die Vorlage des Votums des Gesetzes vom 23. Fe- bruar über die Eessionen der Concessivnen der Eisenbahnen gibt Frankreich zu Würdigungen Veran- lassung. Der Gegenstand derselben macht es der Regierung des Königs der Belgier zur Pflicht, nach Paris loyale Erklärungen mit vollständiger Freimü- thigkcit zu senden, um ein wcchsclseit ges Zeugmß ihrer herzlichen und vertrauensvollen Dispositionen abzulegen. In dem Wunsche, die Interessen der beiden Länder zu versöhnen, sind die französische und die belgische Regierung übereingefommen, eine gewischte Eommifsion zu bestellen, welche den Auftrag hat, die verschiedenen öconomischen Fragen zu prüfen, wrlche theils aus bestehenden Bcziehungm ent- springen, theils auch aus neuen Eessivns- und Aus- beutungsprojecten, deren Lösung dazu angrthan wäre, Redaction, Drr die commerciellen und industriellen Beziehungen beider Länder immermehr zu entfalten. London, 18. März. Zwei Sclavenschiffe, welche von dem brittischen Kriegsschiffe „Peguin" bei Ma- dagascar gekapert worden waren, wurden gestern vom AdmiralitätSgericht condemnirt. An Bord eines der beiden Schiffe befanden sich an 115 Sclaven, darunter Frauen und Kinder, denen Allen die Freiheit wiedergegeben worden. London, 21. März. Die transatlantische Ka- belgescllfchaft hat beschlossen, ihren Gebührensatz abermals zu ermäßigen, um der drohenden Nebenbuhlerschaft des französisch - amerikanischen Drahtes die Spitze zu bieten. — Die liberale Majorität, welche sich Dienstag für die Bill Glatstone's (irische Kirchenfrage) erklären wird, schätzt man auf 106 «Stimmen. Man nimmt an, daß zur Zeit der Abstimmung etwa 620 Mitglieder anwesend sein werden, was ohne Beispiel ist. — Die Grundsteinlegung zum Bau einer neuen hauptstädtischen Synagoge ist durch Baron Lionel v. Rothschild vollzogen worden. Die Synagoge, deren Kosten auf 24,000 Lstr. veranschlagt sind, wird im maurischen Styl erbaut. — Im gegenwärtigen Parlament sitzen sieben Juden; sie sind die liberalen Vertreter der City von London, von Greenwich, Reading, Dover, Hythe, Aylesbury und Dewsbury. Da die jüdische Bevölkerung Englands 60,000 nicht übersteigt, hat die jüdische Religion eine verhältnißmäßig weit stärkere Vertretung im Parlamente, als irgend eine andere Glaubensgenossenschaft mit Ausnahme der St.'atskirche. Florenz, 22. März. Der Kaiser von Oester- reich hat den General Möring beauftragt, sich nach Florenz zu begeben, um dem Könige Victor Erna- nuel im Namen des Kaisers für die Begrüßung durch General Della Rocca zu danken. — Graf Usedom wurde gestern vom Könige in Abschiedsaudienz empfangen und erhielt von demselben sein Bild- niß in Diamanten gefaßt. Madrid, 22. März. Eine Anzahl von etwa 200 Frauen machte unter dem Zulauf einer großen Menge Neugieriger eine Manifestation gegen die Conscription. Ein republikanisches CorteSmitglied hatte die Volksmenge eingeladen, in den SitzungS- saal der Cortes einzudringen, da gab aber Prim mit lauter Stimme Befehl, die bewaffnete Macht herbeizurufen, damit sie die Freiheit der Cortesbe- rathungen schütze. Es herrschte im Sitzungssaal große Aufregung. Die Cortes-Mitglieder Garcia und Lopez sprachen sich im Namen der Republikaner mißbilligend über dergleichen tumultuöse Manifestationen aus. Vermischtes. Aus dem Reichstage. Am 17. März wurde über den Entwurf einer Gewerbeordnung verhandelt. Dr. von Schweitzer stieg auf die Rednerbühne und entwickelte die Lehren des SociaiiSmus, welche», viele Fabrikarbeiter anhingen. Er predigte den Krieg der Arbeit wider das Capital und wider die Einnahmequellen der heutigen Gesellschaft: 1) Arbeitslohn, 2) Capi algewinn, 3) Bodenrente. Er erklärt sie alle drei für mehr oder weniger unberechtigt, nur die Arbeit sei berechtigt, Capital und Rente besiehe nur durch Entziehung eines Theils der Arbeitskraft der Arbeiter, das „Capital fei „nichts als ein gesetzlicher Diebstahl des Besitzenden an den „Arbeitenden." Daher der Krieg zwischen Arbeitskraft und Capital. 3n demselben Augenblicke, in welchem die rothe Fahne auf den Tuilerien in Paris aufgepflanzt werde, würde sie in ganz Europa erhoben werden. Zur Abwendung empfiehlt er vollständige (Koalitionsfreiheit der Arbeiter, strenge Strafen wider SvnnlagSarbeit, Anstellung von Fabrikinfpectoren und Einführung eines NoruialarbeitStageS (von etwa zehn Stunden). — Dr. Braun antwortet und widerlegt ihn in allen Stucken. Schweitzer werde den Donnerkeil der Revolution nicht in der Tasche haben, Revolutionen seien Naturereignisse, die ein einzelner Mensch und eine einzige Partei nicht auf künstlichem Wege fabriziren könne. Die Fabrikarbeiter, von denen Schweitzer spreche, bilden nur einen kleinen Theil der Arbeiter, mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebe von der Lanbwirthsckaft, das Schuster- und Schneidcrgewcrbe ernähre viel mehr Menschen als die Eisenindustrie, und das Bauhandwerk mehr als die ganze Spinnerei und Weberei, die Maschinen hätten erst die Arbeit frei und die Arbeiter zu Menschen gemacht. ES gebe nur eine Einnahmequelle, die Arbeit; die Arbeit bringe das Capital und die Bodenrente hervor; wenn ein Boden nicht gesalbt werde mit dem menschlichen Lel der Arbeit, so werfe er keinen Ertrag ab. „Das Capital entsteht „nur dadurch, daß ein Arbeiter bad spart, was über die Be- „frjedigung der nächstliegenden Bedürfnisse hinauSgeht." Er thut dieß in Rücksicht auf feine Familie, aus höheren sittlichen Gründen, wie das ganze wirthfchaftliche Leben durch höhere sittliche Gedanken veredelt wird. Schaffen Sie das ab, so nehmen Sie den Menschen alle sittliche Anregung zum Sparen und erniedrigen ihn zum Vieh, das auf die Weide geht. Wenn Sie sagen, das Capital ist Arbeit, so müssen Sie eS auch Demjenigen gönnen, der eS aus der Arbeit feiner Vorfahren hat; denn die Vorfahren haben nur gespart, um den Nachlommen etwas zu hinterlassen, und wenn das heutige Geschlecht weiß, daß seine Nachkommen nichts von seiner Arbeit haben, so wird es nichts mehr arbeiten, sondern sich allen Gelüsten überlassen. — Wollen Sie dem FabrikationS-Capital den Krieg erklären? Wollen Sie dem, der das Capital in Unternehmungen steckt, den Gewinn daraus zu ziehen verwehren? ° und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fjr. Chr. Piet ihm? der immer dabei ein Rifico hat. Wollen Sie den Arbeiter daran Theil nehmen lassen, so müssen Sie ihn auch am Risico Theil nehmen lassen; denn wenn Jemand am Unter- nebmuiigsgewinn Theil nimmt, so muß er auch am Verlust Tbeil nehmen. Es würde aber, da die Arbeiter den Verlust zu decken nicht im Stande sind, bald alle Industrie aufhören müssen, also auch die Arbeit und der Lohn. — Die Fabrikarbeiter in den kultivirten Ländern, besonders die, welche sich durch Intelligenz und Sittlichkeit auSzeichnen. gehören bei Weitem nicht zu den fchlechtest bezahlten Klassen, und sie haben ein Recht da,u. Die kleinen Bauern und Tagelöhner können nickt die Bedürfnisse befriedigen, welchen die Fabrikarbeiter zu genügen im Stande sind. Wenn man für die kleine Zahl der Fabrikarbeiter, die höchstens 10 Procent der Bevölkerung bilden, eine Staats-Unterstützung von 100 -300 Millionen, wie Laialle will, in Anspruch nimmt, so wurden zu ihren Gunsten viel weniger gut gestellte Leute, Arbeiter und Handwerker k. 50 Procent mehr Steuern aufbringen müssen. Sie würden beraubt, um Andere zu beschenken. Das Beispiel Frankfurt s hat einen tragikomischen Erfolg gehabt: Die freie Stadt Bremen bestellt ihr Haus. .Auch dort hat man, wie das in einem Stadthauehalt unvermeidlich ist, das politische von dem communalen Vermögen nie gesondert. Man beeilt sich jetzt, bad Versäumte nachzuholen, um für einen Zeitpunkt, dem man nicht gern ins Ange sieht, gerüstet zu sein. ES kommt wohl vor. daß, wenn ein unartiger Junge von feinen Eltern abgestraft wird, die übrigen Kinder sich stillschweigend aus dem Zimmer schleichen. Fühlen sie sich auch nicht schuldbewußt, so trauen sie doch dem Frieden nicht. Diese Vorsicht Bremen's ist beschämender, als das Mißvergnügen Frankfurts. Kauel, 16. März. Zur dießjährigen tzauptprüfung am hiesigen Conservatorium der Musik bereiten die Schüler, Schülerinnen und Accesfisten auch eine Festaufführung einer neuen großen National-Oper: „Die Roßtrappe" ihres Directors, H. Sckulze. vor. Da eine Aufführung solch bedeutender Dimension überhaupt selten ist und die mehrfache Besetzung der Solo-Partien sogar mehrere Vorstellungen nothwendig macht, so dürften dieselben den Freunden der Tonkunst ein besonderes Interesse gewähren. Marburg. Der etwa neunjährige Sohn einer hiesigen Familie spielte kürzlich mit einer Gliederpuppe und verschluckte unvorsichtiger Weise ein Füßchen derselben das hierdurch in die Luftröhre und dann tiefer hindurch in die Lunge gelangte. Schnell herbeigerufener ärztlicher Hülfe, namentlich der des Geh. MedicinalrathS Roser, gelang es. nach mühevoller einstündiger Arbeit mit Hülfe eine« LuftröhrenfchnittS daS Füßchen zu Tage zu fördern. Augsburg, 17. März. Gestern begann babier eine Monstreverhanblung, wie eine solche fest dem Bestehen deS Schwurgerichts noch nickt ftatlfanb. Der Maurer A. Müller und 18 Genossen sind angeklagt, als wohlorganisirte Bande in einem Zeitraum von drei Jahren in 6 Kirchen, 9 Pfarr- höfen und 16 Privatwobnungen der Landgerichte Friedberg, Krumbach k. freche Diebstähle begangen zu haben; 12 Ver- theibiger stehen den Angeklagten zur Seite; nahezu 160 Zeugen sind geladen; zur Verlesung deS VerweisungSerkenntniffeS und der Anklageschrift war ein Zeitraum von 23/4 Stunden erforderlich. Regensburg, 3. März. Bei dem Abbruch eines wohl vier- bid fünfhundert Jahre alten HauseS fand man in dem oberen Stockwerk unter einer Wendeltreppe eine sorgsam versteckte Kiste, welcke eine größere Anzahl kostbarer Tafelgeräth- schaften von Silber und sehr reich vergoldet enthielt. Acht Pokale und sechs Kannen in getriebener Arbeit wetteifern mit einander um den Preis des Vorzugs, Tafelaufsätze verschiedenster Fa^on sind Repräsentanten einer hohen Kunstfertigkeit, eine große Anzahl von Löffeln, Messern und Gabeln, Frauen- laschen, Petschaften und sonstigen Utensilien, alles ächt von vergoldetem Silber, beseitigen allen Zweifel, daß wir die Kostbarkeiten einer wohlhabenden Familie so vollkommen vor uns sehen, wie eS nur noch feiten der Fall fein dürfte. Die sämmt- lichen Gegenstände sind Erzeugnisse der schönsten Renaissance, und von einigen steht eS fest, daß sie in Regensburg, von andern, daß sie in Augsburg gefertigt wurden. Viele derselben tragen Wappen an sich, andere sind mit Hausmarken versehen. einige zeigen auch Jahreszahlen, deren jüngste bad Jahr 1626 ist. Wegen ber Verschlebenheit ber Zeichen ist es noch unbestimmt, welcher Familie ber Schatz angehörte, buch wird sich dieß jedenfalls bestimmen lassen, zumal sich auch Urkunden in der Kiste fanden. Aller Wahrscheinlichkeit nach find die Kostbarkeiten zur Zeit des 30jährigen Krieges, von dessen Schrecken ja auch unsere Stabt (1634) nicht verschont blieb, in bad sichere Versteck gebracht worben, and welchem sie auf« beste erhalten erst nach beiläufig 230 bi« 240 Jahren hetvor- gezvgen würben. Wien. Einen eigentümlichen Unfall melbet bas „Ftem- benblatt", ber sich am Montag im Kloster ber barmherzigen Bruber zugetragen. Beim Genüsse des Kelche« sank plötzlich der consecrirende Prior mit einem Schmerzensschrei unter Con- vulsionen am Altäre zusammen. Die chemische Analyse de« Kelchinhaltes ergab daö Vorhandensein von Schwefelsäure statt deS Weins. Doch liegt fein Verbrechen, sondern nut eine Unvorsichtigkeit vor, indem eine Verweckselung der Flaschen stattgefunden. Man hofft da« Leben deS Priester« zu erhalten. Wien. Nach bet „Neuen fr. Presse" ist bie Erzählung de« „Ungarischen Lloyd" von einem Fluchtversuche bet Julie Ebergenyi gänzlich unbegründet. * WaS für Teufel in Menschengestalt gibt'S doch noch! In ber Nähe von Butcztyn bei Lemberg schleppten zwei Bauern nach Mitternacht kurz vor Ankunft beS Zuges große Steine unb Pflöcke auf das Bahngeleise unb bauten eine Barrikabe, bamit bet Zug entgleisen solle. Ein Bahnwärter griff sie an, trieb ben Einen in die Flucht, wurde aber von dem Andern gepackt und festgehalten, biS auf sein Hülfetufen Leute herbeieilten. ihn befreiten und den Kerl gefangen nahmen. Sie hatten kaum die Barrikade beseitigt, so brauste der Zug vorüber. Der brave und muthige Bahnwärter hat eine Belohnung erhalten. Unter den Wühlern erfreuen sich die Maulwürfe einet immer steigenden Popularität. Die Schwaben, die keine Maulwürfe haben, kaufen sie sich, um sie in Gärten, Wiesen unb Felber zu setzen, damit sie die Engerlinge unb anbere« Gezeug vertilgen. Es gilt auch von ben Maulwürfen, baß man nur Jeben auf ben rechten Platz stellen muß. ch) in Gießen.