X$retf> vierteljährlich 36 h. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljäbrltch 49 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei* * mal; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: (£aiuleiberfc Ltt. B. Nr. 1 Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 86. Samstag den 24. Juli Z86N. Brodpreife vom 24L bis 31. Juli 1869, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod I6V2 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 81/4 fr. 4 Pfund Noggenbrod 14 fr. 2 Pfund Roggenbrvo 7 fr. ............................................................................ ^rn—M Besondere Bekanntmachung. Oeffentliche Ladung. 6252) Heber den Nachlaß des am 13. Mürz I- I. verstorbenen Justin Eberhardt von Gießen ist der förinliche Con- cursprozeß erkannt worden. Es werden deshalb alle Diejenigen, welche Ansprüche an beit Nachlaß zu bilden haben, aufgesor- bert, solche nebst etwaigen Vorzugsrechten bei Meidung Ausschlusses von der Masse und Nichtberücksichtigung der Vorzugsrechte im Termin Montag den 26. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, dahier anzumelden und zu begründen. Im Termin soll zugleich die Güte versucht, erforderlichen Halls ein Gläubigerausschuß und Masseeurator bestellt, sowie überhaupt wegen weiterer Behandlung der Sache Beschluß gefaßt werden und wird in diesen Beziehungen von allen nicht erscheinenden Gläubigern Zustimmung zu den Beschlüssen der Mehrheit angenommen. Gießen, den 26. Mai 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. M u h l, O p p e r m ann, Stadtrichter. Stadtgcr.-Asscssor. Versteigerungen. 6229) Die Lieferung des diesjährigen Bedarfes an Braunkohlen für hiesiges Pro- vinzial-Arnsthaus soll Dienstag den 27. I. Mts., Vormittags 11 Uhr, im Vorderhause des fraglichen Arrestloeales an den Wenigstnehmenden vergeben weiden. Bei annehmbarem Gebote erfolgt sofort der Zuschlag. Gießen, den 16. Juli 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Dr. A. v. Grolman, Stadtrichter. Jnstizrath. Die Berge bung von Arbeiten und Lieferung von Rohrstrihlen bei der Stadt Gießen. 6267) Mittwoch den 28. Juli 1869, Vormittags 9 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden versteigert, beziehungsweise in Lieferung vergeben: Schreinerarbeit, veranschl. zu 108 st. 30 fr. Tapezierurbeit, „ „ 7 „ — „ Schlosserarbeit, „ „ 16 „ 24 „ Glaserarbeit, „ „ 28 „ 19 „ Weißbinderarbeit, „ „ 20 „ 1 „ Lieferung von Rohrstühlen, veranschlagt zu .... 31 „ 30 „ Gießen, den 23. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 6226) Samstag dcn 24. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll die den Andreas Plank Erben gehörige Erndte, bestehend in Korn, Gerste, Hafer und Kartoffeln, an Ort und Stelle versteigert werden. Die Zusammenkunft ist Nachmittags um halb 2 Uhr am Neuenweger Thor. Gießen, den 21. Juli 1869. K- Vogt, Ortsgerichtsmann. 6241) Dienstag den 27. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf Verlangen des Ludwig und der Elise Kohlermann dahier die denselben ge- meinschafilich zustehende: Flur Ar. □.Rtfir. Vd^G 24 Hofraithe in der Kathari- uengasse, gibt 42 fr. Rente, * 33? 5 Grabgarten daselbst, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, auf dahiesigem Ralhhaus meistbieiend versteigert werden. Gießen, den 16. Juli 1869. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann- Belieferung einer Hofraithe in der Provinziathanrtstadt Gießen. 6235) Die zum Nachlasse des Eigarren- Habrikanten I. G- Stork gehörige Hofraithe • Flur Nr. OJUftr. 58 Hofraithe in den Neuen bäuen, h^c 665 Grabgarten daselbst, soll Montag den 26. Juli d. I., Vormittags 11 Uhr, auf dahiesigem Ortsgerichts-Büreau öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Bei annehmbarem Gebot soll der Zuschlag ertheilt werden. Das fragliel e Anwesen besteht aus einem Wohnhause und einem als Fabrilloeal und Magazin bisher benutzten Neben- und Hinterhaus. Es gehört dazu ein längs der Straße bis zur Schoor sich hinziehender, mehrere hundert Schritte langer Grabgarten, welcher mit Leichtigkeit in 6 — 8 Bauplätze eingetheilt werden kann. Wegen Auskunft über die Vcrkaufsbe- bedingungen beliebe man sich an den Bevollmächtigten der Erben, Hofger.-Advoeaten Dr. Seibert in Darmstadt, zu wenden. Gießen, am 8. Juli 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K- Vogt, Ortsgerichtsmann. Die Bergebuilg von Fuhiarbeit bei der Stadt Gießen. 6268) Montag den 26. Juli 1869, Vormittags 9 Uhr, wird auf dem Ralhhause dahier die Weg- bringung zweier Kiesbänke, welche sich in der Lahn gebildet haben, und wofür die Vergütung zu 145 st. veranschlagt ist, an den Wenigstfordernden vergeben- Gießen, den 23. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen ______________ Vogt._____________ 6269) Montag den 26. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß des Abraham Vogel gehörigen Mobilien, sowie ein Schraubstock mit Werkbank, altes Eisen re. in dessen Wohnung meistbietend versteigert werden. Gießen, den 23. Juli 1869. In Auftrag: _____________Fr. Cemmler. Ärbeitöver steigernug zu H e u ch e l h e i m. 6271) Montag den 26. Juli, Nachmittags um 5 Uhr, sollen auf dem hiesigen Nathhauie nächste- stehende Banaibeiteu durch öffentliche Versteigerung in Aeeord gegeben werden, als: Brechen und Anfuhr zweier Eubik- Klafter Grauwacken, veranschlagt zu...........50 st. Brechen und Zurichten von 3 Euluk- Kläster Basaltsteinen, veranschl. zu...........120 „ Fuhrlohn, pr. Klafter 30 fr., veranschlagt zu.......90 „ 3 Cubik-Klotter Sandfahren und Messen desselben, veranschl. zu 36 „ 5 Eubik Klafter Steine aufzusetzen, veranschlagt zu......10 „ Pflaster- und Planirarbeit, veranschlagt zu ........ 200 „ Heuchelheim, den 22. Juli^ 1869. ______Körner, Bezirfsbanaufseher. Mobilien - PersteiMiinq. 6254) In Sachen des ConcurswesenS des Johannes Volk zur Wcißmühle bei Großen - Buseck soll nächsten Montag und Dienstag, den 26. u. 27. d. Vits., jedesmal von Morgens 9 Uhr an, die demselben gehörende Erndte, bestehend aus mehreren Aeckein mit Korn, Waizen, Gerste, Hafer u. s w ; ferner dessen Mobilien , bestehcild aus 2 Wagen mit Zuge- hör , 2 Pflügen, Eggen, mehreren Betten, 2 Kleiderschiäuken, Eommodeu, Tischen,! Stühlen und sonstigen Haus- und Küchen- geräthschaften, sowie 2 Kühen, 1 Rind, 1 Esel, 1 Jaghund, mehreren Hühnern,. I Haufen Mist u. s. w-, öffentlich meistbietend versteigert werden. Bemcikt wird, daß am ersten Tage die Erndte zum Ausgebot kommt. Großen-Buscck, den 22. Juli 1869. Der Masseeurator: Balth. Stephan I. 6253) Dienstag den 27. Juli, Morgens 9 Uhr, sollen in der Küchlei'schen Behausung auf bim Seltersweg folgende Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden: Treppen. Thür en, darunter eine doppelte Glastbüre, Henster, einige Oefen, eine Obstdörre re. rc. Feilgebotcues Dampf-Sreschmalchine. 6210) Eine fast neue englische 8pferdige Dampf-Dreschmaschine wird billig abgegeben oder vermiethet. Näheres bei- der Exped. d. Bltts. 6274) Feinsten weißen und rothen Wein-Essig empfiehlt Carl Hoffmann. Le ISordenui est H'aneni de i’liuiiiHte, elfter Kordenux, St. Jioiie», St. Lstephe, Cluitemi ]9iiirg;etHii; doch der Geist macht lebendig: Hochheimer und Rüdesheimer, Af-mannshanser nnd Niersteiner, sowie die beliebten Hahnheimer. (6255)____________________________Pitthan. 6233) «Havanna Ausschuss Cigarre«, pr. Sliirk 2 kr., in Originalkisten von je y2 Mille, pr. Mille 32 fl. Obige Cigarre erfreut sich eines ungelheilttn Beifalls und erlauben wir uns, sie Liebhabern einer ßu* ten feinen Cistarre hiermit bestens zu empfehlen. Aufträge nach Außen werden franco ausgesührt. I. A. Busch Söhne. 6257) Sechs Vi'ägdekisten (ä 1 ft. pr. Stück) zwei Sophagestelle, Bettung, neu und alt, und olle sonstigen Arten Möbel sind, um zu räumen, billig abzugeben bei Heinemann Hermann. 9i. F. Dailbitz'schor Krau ' terLlgllenr, fabricirt vom Apo t fbilvr R. F. Daubitz ine ! Berlin, dessen Gebrauch sich daS^ ! Publikum selbst gegenseitig so viel- f '■ fach empfiehlt, ist allein zu haben bei: 6 Julius Wallach in Gießen; Aron ff, ! Buch in Hungen; H. E. Bingmann t ! in Lich- (6261) fr LTU!)) Isene Frankfurter Kartoffeln, per Gescheid 4 fr., in vorzüglicher Güte, bei E. Spie r. 6216) Hcrbftrübenfaamen bei E- F ©eminler. 6171) Hansi nblase, Sck^lBatiaa«-, sowie Univeifalkläiungömittel nebst Ge brauchsanweiiung, bei Pittha n- | Düngemittel der Lhrmischrn /abrik Griesheim in Frankfurt a. M. Sanere phosphorfanereKalke (Superphosphate) zur Düngung dec, Getreides, für Rüben, Wiesen, Gemüse, Futter gewächse, Reps u. s- w. in drei Sorten. PhoSphorit-Phosphat, das rohe Knochenmehl ersetzend, Hülfsdünger. Gedämpftes Knochenmehl (guanisirt), in feinem und gröberem Pulver, für Getreide u. s. w. (zur Maschinen-und Handsaat).. Griesheimer Guano (Kali - Dünger), feines Pulver, für Getreide, Reps, Tabak, Kartoffeln, Hopfen u. s. w. Weinberg-Guano (Weinberg - Dünger). Wieseu-Dünger (Kali-Dünger). Peru - Guano - Phosphat (gesäuerter Peru-Guano). Peruanischer Guano. Baker-Guano. Mischungen von Superphosphaten mit Kalisalzen. Futterknochcnmchl. Sodagyps, fein gemahlen. Reichthnm an Gehalt. Vorzügliche Lös- lichteit. 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Herbstrüben-Samen, halblangen wie langen, in bester Oualitöt, empfiehlt die Samenbandll,ng Earl D eines, (6221) Mäusbnrg Vif. B. Nr. 15. 6273) 2 Pferde, fehlerfrei, 1 Wagen, Viehkrippen, l eiserner Sied kessel, Pflug, Eggen, Ketten, Ochsengeschirr, Futterbank, Fegeniühle u. s. w. sind zu verkaufen bei H. Becker (Neue Anlage.) 6273) Zwei eichene zweischläferige Bettladen, zwei kleine Schränkchen und einige Stühle sind zu verkaufen bei Emil Junker, Asterweg. Mein Lager ächt amerikanischer Nähmaschinen, in den neuesten und besten Systemen, empfehle zur geneigten Ansicht. Die Nähmaschinen sind mit allen Apparaten versehen und werden bei erleichterten Zahlungsbedingungen unter vollständiger Garantie und stets zu Fabrikpreisen verkauft. Zugleich mache auf eine Handmaschine eigenen Fabricats (System Wilcox & Gibs) aufmerksam, die ebenso wie die großen Maschinen mit verschiedenen Apparaten arbeitet, ganz geräuschlos geht und bei dem sehr billigen Preis von nur Thlr. 16 für Haushaltungen sehr zu empfehlen ist. (6248) I. Th. Haubach, Nähmafchinenfabrik. Phänomene-Pulver. Mineralisches Product. 6247) Dieses Pulver reinigt und polirt alle Sorten Metalle, gemalte und lackirte Holz-und Eisengegenstände; auch gebraucht man es zum schnellen Abreiben, Reinigen und Poliren obiger Gegenstände, ohne daß solche Schaden leiden. Es ist deßhalb Haushaltungen und besonders auch sämmtlicben Metallarbeitern auf's Beste zu empfehlen. Zu beziehen von Emil Fischbach, Seltersweg. 6275) In meinem Hause auf dem Seltersberg ist die mittlere Etage zu vermiethen und am 1. November zu beziehen. W. C- Ferber Wittwe. 6206) Ein Familienlogis von 4 großen ineinandergehenden Zimmern nebst Zugehör ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. H. M. JugHardt. 6207) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 ineinandergehenden Stuben, Küche und sämmtlichem Zugehör, ist zu vermiethen und pr. 1. October beziehbar Neustadt Lit. D- Nr. 86. _________________________________ 6246) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net ist vom 1. August an zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6291) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G- H- Balser, Seltersweg. 6290) Meine Parterre-Localitäten sind nebst Zubehör als Familienmohnung zu vermiethen. Pitthan. Liehig’s Fleisch-Extract aus Sud-Amerika (Fray •Bentos) der Liebig’s Fleisch-Extract Compagnie, London. Grosse Ersparniss für Haushaltungen. Augenblickliche Herstellung von kräftiger Fleischbrühe zu V3 des Preises derjenigen aus frischem Fleisch. Bereitung und Verbesserung von Suppen, Saucen, Gemüsen etc. Stärkung für Schwache und Kranke. Goldene Medaillen auf der Pariser Ausstellung 1861 und Havre Ausstellung 1868. Nur ächt, wenn jeder Topf mit Unterschrift der Herren Professoren Baron J. von Itiebig und I>r. M. von PettenRofer versehen. Detail-Preise für ganz Deutschland. 1 engl. Pfd. Topf ’/2 engl. Pfd. Topf l/\ engl. Pfd. Topf Vs enSL Pfd- ToPf ä fl. 5.33. ä fl. 2.54. ä fl. 1.36. ä 54 Krz. Zu haben In den meisten Handlungen und Apotheken. In Giessen bei Emil Flscllbacll, Seltersweg. (6231) Vermischte Anzeigen Lehrling gesucht. 6263) Es wird ein junger Mann mit den nöthigen Vorkenntnissen in ein Tabaksgeschäft in Frankfurt a. M. gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6294) Montag den 26. Juli, Abends 7 Uhr/ Generalversammlung der Vieh-Versicherungs-Gesellschaft im Locale des Herrn König. Tagesordnung: 1) Berathung über eine Kuh, dem Herrn Car! Weidig gehörig. 2) Anschluß des Vereins an die Viehversicherung für das Großherzogthum Hessen. Th. Wortmann. A n z e i g e. 6284) Den geehrten Damen hiesiger Stadt bringe ich hiermit zur Nachricht, daß ich jetzt im Besitze einer Coiffir - Maschine bin, eingerichtet für Kleider und Unterröcke, und ehe ich, indem ich wie seither die feinsten Arbeiten im Bügeln, so auch jetzt im Coiffiren übernehme, geneigten Aufträgen entgegen. Bestellungen können bei Frau Lehrer Römer (Wohnung hinter der ^-tadtkirche bei Herrn Kirchendiener Knoll) abgegeben werden. Dorothea Bauer. 6265) Die Rechnung des Kranken-Unter- stützungs-, Sterbekasse- und Wittwen-Unter- stützungs-Vereins von IS68^ liegt vom 24. Juli d. I. an acht Tage lang für die Mitglieder zur Einsicht bei dem Unterzeichneten offen. Gießen, den 23 Juli 1869. Für den Vorstand: Ehr. Schopbach. | Turiwcrrin. Generalversammlung Montag den 26. Juli, Abends 8 Uhr, im Darmstädter Haus. Tagesordnung: 1) Auslieferung eines Preises an den Gewinner. 2) Absendung von Preisturnern nach Wortns. 3) Anträge beim Turntag. 4) Wahl eines Vertreters beim Turntag. Der Vorstand. 6283) Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß mein Schuhgeschäft in der Sonnenstraße vom Heutigen an geschlossen ist und in den nächsten Tagen in dem Hause des Herrn Buchbinders Orth auf dem Kirchenplatz wieder eröffnet werden wird. Gießen, den 24. Juli 1869. K. Grünebaum. 6212) Seife tn allen Sorten, bestes Waschblau und Waschpulver, sowie feinste Waircnstärke, bei Carl Lony. 6282) Ein in schöner Lage der Stadt befindliches geräumiges Wohnhaus ist aus freier Hand zu verkaufen. Näheres bei Herrn Carl Lony zu erfragen. 6259) Bei Unterzeichnetem sind 130 Ohm 1867r »nd 1868t guter, reingehaltener Aepfelwein zu verknufen. Altenstadt, den 18. Juli 1869. Heinrich Holzapfel, Gastwirth zum Adler. w-NS" Für Kinder, welche die Muttermilch entbehren, sowie für Diejenigen, deren Verdauungs- Organe besonderer Schonung bedürfen, gibt es nichts besseres, als Friedrich Nöhrich'g rühmlichst bekannter Arrowroot - Zwieback, erfunden und mit dem besten Erfolge angewandt von der berühmten Geburtshelferin und promovirten Doctorin, Frau Prof. Heidcn- reich, geb. v. Siebold. Dieser Zwieback ist stets vorräthig in Paqueten ä 10 fr. bei Julius Wallach in Gießen, ■ (6250) Markt Lit. B. Nr. 34. I 6220) Feinstes Traubcn-Gelee wieder eingetroffen bei I. A. Busch Söhne. 6213) Sehr guter Weinessig, zum Einmachen vortrefflich, bei Carl Lony. 6249) In keiner Haushaltung soll fehlen: Universal - Magen - Liqueur, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz. Das einfachste und sicherste Mittel gegen Magenleiden aller Art. Zu haben in ganzen Flaschen ä 1 fl. 24 fr., „ halben „ ä — „ 45 „ „ Viertel- „ ä — „ 24 „ bei Eduard Lind, Conditor in Gießen. co PrcismcÄMe Paris 1867. Ausgezeichnete Cliocoladeii von Starker & Pobuda, Stuttgart, empfiehlt R. Sattler, Gießen. | Bermiethungen 6242) Zwei Logis, beide aus Stube und Cabinet bestehend, wovon das eine sogleich, das andere den 1. Octobcr d. I. bezogen werden kann, sind in dem Hause des verstorbenen Maler Bieler zu vermiethen. In Auftrag: Fr. Semmler. 6272) Eine kleine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Georg Becker, ______________Marktstraße Lit. D. Nr. 29. 6236) Das seither von Herrn Hauptmann Lannert bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen. Louis Noll, _____________________zur Pulvermühle. 6293) Ein kleines Zimmer ist mit oder ohne Möbel zu vermiethen Rcichensand Lit. C. Nr. 148.____________________________ 6262) Zwei möblirte Zimmer mit Cabi- netten, sowie ein Mansarden-Zimmer, sind zu vermiethen bei Wittwe Martin. 6277) Das bisher von Frau Pfarrer Dey en bewohnte Logis ist vom 1. October an anderweit zu vermiethen. Th. Geismar, Uhrmacher. 6281) Ein gut möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G. Vogt, Kupferschmied. 6228) Das seither von Herrn Hauptzollamts - Assistenten Süßbeck bewohnte Logis ist durch dessen Versetzung vacant und anderweitig zu vermiethen. Fabrikant Koch. 6201) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 4 ineinandergehenden Zimmern , Magd- und Bodenkammer, Küche, Keller, Holzstall rc., ist sofort zu vermiethen. Ehr. Löber, Neuenweger Thor. 6131) Zwei ineinandergehende Zimmer sind auf nächstes Semester zu vermiethen Neuenweg Lit. B- Nr. 194. 6225) In der früheren Post vor dem Wallthor ist ein geräumiger, guter Keller zu vermiethen durch Hofger.-Advocat Engelbach II. 6276) Ein Familienlogis, bestehend aus dem 2. und Mansarden-Stock, ist zu vermiethen und Mitte September beziehbar bei Georg Herbert. 6222) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei C. Kluge, Musikus, Neichcnsand. Wohnungs-Bet ändermtg 6245) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung in der Löwengasse verlassen und nunmehr in dem von mir erkauften Kaufmann'schen Hause in der Wallthorstraße wohne. Zugleich erlaube ich mir, mich im Anfertigen aller Arten Sieben, Trommeln, Jalousieen, Metall- gewebcn, Flechtereien rc. rc. bestens zu empfehlen. Wie seither, werde ich mein Lager in Holzwaaren und Haushaltungsgegenständen auf's Beste unterhalten und wird es mein eifrigstes Bestreben sein, meine verehrten Abnehmer auf's Beste und Billigste zu bedienen. Gießen, den 15. Juli 1869. Martin Weißbäcker. 6239) Anmeldungen Derer, welche ihre Stellvertretung im Militärdienst durch Herrn l)r. Bogel in Darmstadt besorgt haben wollen, nimmt entgegen Gießen, im Juli 1869, Kraft, Kreisamts-Gehülfe. Geübte Schuhmacher, besonders auf gute Mannarbcit, finden dauernde und lohnende Beschäftigung in der Schuhfabrik von Dreschreld & Wallerstem, (6227) in Offenbach a. M. 6258) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß von nächstem Montage an meine Dampf-Dreschmaschinen zur gefälligen Benutzung bereit stehen. Gleichzeitig bemerke ich, daß eine derselben von da an am Neustädter Thore an der Lahn aufgestellt sein wird. Gg. Nenzel. Hotel Houque. Peler Douque — Mederlahnstcln. Table d’hdte 1 Uhr. Restauration zu jeder Tageszeit. Durch Renovirung und comfortable Einrichtung bin ich im Stande, den Ansprüchen der mich mit ihrem Besuche beehrenden Fremden in jeder Hinsicht Genüge leisten (6279) zu können. 6224) Arbeiterinnen in und außer dem Hause gesucht von Koch & Patz. 6292) Drei Svarherde, der eine mit Bratofen, ein Kochofen mit 2 Löchern und Ring und ein Müller'scher Ofen find billig zu verkaufen in Lit. B. Nr. 77. 6203) Im ersten Stock des Darm- Orgclbaugehülsen städter Hauses ist ein freundliches Fa- milienlogis, auf die Straße gehend, zu vcr- können eintreten bei miethen. |(6202) H. Keller, in Darmstadt. Local gesucht. 6204) Für das Bureau der Gewerbebank werden 2—3 Zimmer gleicher Erde oder in der I. Etage — möglichst inmitten der Stadt gelegen — zu miethen gesucht. Bezügliche Offerten wolle man gefälligst — entweder an den Unterzeichneten in seiner Wohnung bei Herrn Kaufmann C. Münch von 12—2 Uhr Mittags oder an Herrn W. Balser in der Neustadt — gelangen lassen. Gießen, den 17. Juli 1869. Für den Vorstand der Gewerbebank: I. Han st ein, Vorsitzender. Generalversammlung des Kranken-Unterstützungs-, Sterbckasse- und Wittwen-Unterstützungs-Vereius Samstag den 31. Juli, Abends 8 Uhr, im Locale des Herrn Friedr. Führer. Tagesordnung: 1) Abhör der Rechnung von 1868/g9- 2) Ergänzungswahl des Vorstandes. 3) Besprechung des § 47. Der Präsident: (6266) Chr. Schopbach. Einladung. 6219) Alle Diejenigen, welche eine Forderung an den Müller Johannes Volk auf der Weißmühle bei Großen-Buseck zu bilden haben, werden zu einer Berathung auf Sonntag den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in den Schützcnhof zu Gießen eingeladen. Mehrere Gläubiger. Turnverein. 6217) Da die Quartierliste für bas Wormser Turnfest bis zum Freitag den 30. l. Vits, geschlossen wird, so werden die Theilnehmer gebeten, sich alsbald beim Turnwart anzumelden. Der Vorstand. | Commis gesucht, NN angehender, in ein Colonialwaaren- Geschäft. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. 6208) Ein Frauenzimmer, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann und gute Zeugnisse aufzuweisen hat, wird gegen hohen Lohn sofort in Dienst gesucht von Gg- Sch mehl, am Brand. 623Ö) Gesuch t ein solider junger Mann mit guter Handschrift, für Comptoir-Arbeiten und kleine Reisen. Offerten c. G. poste restante Wetzlar. Ziilßcr'scher Garten. 6256) Montag den 26. Juli: Großes Wil'itär-Honcert, ausgeführt vom ganzen Musik - Corps des Pommer'schen Füsilier-Regiments Nr. 34 in Frankfurt a. M., unter persönlicher Leitung seines Direktors, Herrn A. Parlow. Anfang 6 Uhr. — Entree ä Person 24 kr. (BilletS a 20 kr. sind bei den Herren Ph. Schlatter und C. Roloff zu haben.) Programm an der Kasse. G e w e r b e b a n k. Mitgliedern der Gewerbebank diene hiermit zur Nachricht, daß der neuen &fnh.faerJ ^U9 vo"V2' Mts. vermöge seiner ihm nach 8 33 pos. S des neuen Statuts verliehenen Befugmß den Zinsfuß (incl. Provision) auf 6 pCt. für alle ßleid)oie( von welcher Große — vom I. August L 'X an aus der EoNe der Gewerbebank entnommenen Vorschüsse bis auf Weiteres festgescht hat; der Vorstand der l?' daß - sollte sich im Laufe der Zeit'der Zinsfuß für d7e von ?b^beba,nk a u fgenommenen Kapitalien erhöhen, er auch den Zinsfuß für die an die D?ltglkeder zu bewilligenden Vorschüsse wieder anaemessen crböben aerhia"7te@m a Hnoch darauf aufmerksam gemacht, daß der hJs ^ouatllche Beitrag nach Bestimmung des 8- 52 pos. d von nun an $!? ^d„ der J^resbeltrag zum Reseroefond nach pos. o des erwähnten 8 künftig de- räge vom 1. August an zur Einnahme kommen. * ™ öiefeen, den 16. Juli 1869. Für den Vorstand: ■ _ _ I Haustein, Vorsitzender. (6285) Emil Gail, Hutmacher, in Gießen. G. Rahn, Lehrer, in Kirchgöns. I. Faatz in Friedberg. Lebensversichenings- und Ersparniss-Bauk in Stuttgart. Versicherungs-Capital: 30 Millionen si. erfreulicher Weise das Vertrauen des Publikums fortwährend zunimmt, der neue Zugang vom 1. Januar bis Ende Juni mit 3827 Anträgen und ff 1 Versicherungs- Capital, darunter im Monat Juni 597 Anträge mit linnoM r« r? ^^bchemngs-Capital. Fonds der Versicherungsbranche ca. 4>/2 Mil- darunter Ueberschüsse (Dividende) st. 890,272, welche in diesem und den nächsten 4 Jahren zur Vcrtheilung kommen. Statuten, Prospecte rc. unentgeldlich bei den Agenten: 6efcrrfdjafls=l)erein. 6270) Die auf Mittwoch den 28. d. Mts. anberaumte Tanzgesellschaft kann eingetretener Hindernisse halber erst Donnerstag den 29. d. Mts., Abends 6 Uhr, abgehaltcn werden. Gießen, den 22. Juli 1869. Der Vorstand des Gesellschafts-Vereins. Wohnungs-Anzeige. 6286) Mein seitheriges Logis auf dem Neichensand habe ich verlassen und wohne jetzt im früher Weißbäcker'schen Hause in der Löwengasse, was ich meinen geehrten Kunden hlermit ergebenst anzcige. August Dickor«, Büchsenmacher. H a n - e l S v e r e i n. Generalversammlung im Gasthaus zum Einhorn Samstag den 24. Zuli, Abends 8 Uhr. Tagesordnungr 1) Geschäftsbericht- 2) Mittheilung der königl. preuß. Bankcommaudite zu Siegen, betr. den directen Geschäftsverkehr mit diesigen Handlungshäusern. 3) Der am 15. Juli veränderte Fahrplan der Main-Weser-Bahn. Für den Vorstand des Handelsvereins: Earl Gail, Wilh. Balser, __Präsident. Secretär. in M am 2 5. u 11 b 2 6. August 18 69. Ausstellung von Vieh, Maschinen und Geräthen; Preisvertheiluna; Der- loosung von Vieh, landwirthschaftlichen Geräthen und sonstigen Gegenständen. Auszug aus dem Programm. A in 2 5. August: Morgens 8 Uhr Festzug durch die Stadt nach dem Festplatze. 2 Uhr Vertheiluna von Preisen für das beste im Kreise Biedenkopf gezüchtete Vieh, sowie für Dienstboten. u 5 ’ Halb 4 Uhr Festessen in der Festhalle. A m 2 6. August: Vormittags Probearbeiten mit Maschinen und Geräthen. 1 Uhr Verloosung der Gewinne; für diese Verloosung sollen Gewinne im Werthe von 800 Rthlr. angekauft werden; Loose ä 3 Sgr. sind durch das Verloosunas- Conutv zu beziehen. ' • 9ls!1 ^?ucert und Tanzmusik auf dem Festplatze, Restaura- lon in der Festhalle und den übrigen auf dem Festplatze befindlichen 2Birtbfd)aftö^ localen. — Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein DaS Fest Comit«. Im Pipp scheu Garte». ” 6289) Sonntag den 25. Zuli: Brillante Garlenbeleuchlunn. __Anfang 8 Uhr.__________ Auswanderer nach Amerika ^^Mbefördert wöchentlich vermittelst Dampf- aM'gOIimb Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhans. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. Le n^scher Felsenkeller. 6287) Sonntag b e n 25. Juli: C o n c e r t auSgeführt von einem Theil der hiesigen Negimentsmusik. Anfang 4 Uhr. — Entree ä Person 6 fr. In der Gartenwirthschaft von V. Busch Wittwe. 6288) Montag den 2 6. Juli: C o » c e r 19 auSgeführt von einem Theil der hiesigen Negunentsrnusik. Anfang 8 Uhr. Entrüe ä Person 6 fr. ' Denselben. Heinrich Balthasar Benner, Bürger und Schuhmacher, alt 45 I. 4 M- 19 T>, gestorben den 18. Juli. Den 20. Juli. Johann Heinrich Schäfer, Bürger und Fuhrmann, alt 67 I- 3 M. 17 T-, gestorben den 19. Juli- | Den 22. Juli. Wilhelm Philipp Martin Schmoll, Adoptiv-Sohn des Bürgers , und Arbeiters an der Eöln-Gietzener Bahn dahier, August Schmoll, alt 5 I. 7 M. 15 T-, gestorben den 20. Juli. Denselben. Johannette Marie Becker, geborne Möhl, des Bürgers und Wirths, Georg Becker, Ehefrau, alt 68 I. 1 M. 17 T-, gestorben den 20. Juli. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel. In Gemäßheit der $§. 22 und 23 der Statuten des Vereins zur Unterstützung und Beaufsichtigung der aus den Strafanstalten Entlassenen im Grohherzogthum Hessen werden die Mitglieder des Vereins zur fünfzehnten Generalversammlung auf daö Stadthaus in Mainz Donnentag den 29. Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr, hierdurch eingeladen. Darmstadt, den 1. Juli 1869. Grofthcrzogliche Eentralbchördc des Vereins. 6059) Die Vaterländische Feuer - Vcrslcherungs - Acticn- Gesklllchast ju Elberfeld, gegründet im Jahre 1 8 2 3' . (Warantic-Capital: fl )- übernimmt Versicherungen gegen Feucrsgcsohr auf Mobilien, Früchte, Vleh rc- zu i gen und festen Prämien. Die unterzeichneten Agenten erthcilen sicherungen entgegen. gern nähere Auskunft und nehmen Ver- Gießen: F- Hoffmann- Firma: Earl Hoffmann. Steinbach: NicoianS, Kreisbote. Soeben hat der König von Preussen im Namen des Norddeutschen Bundes der am 29. Mai vom Reichstage angenommenen Gewerbe - Ordnung die verfassungsmässig erforderliche Zustimmung erlheilt, und nach Ablauf von drei Monaten wird dies wichtige, tief in alle gewerblichen Verhältnisse eingreifende Gesetz in Wirksamkeit treten. Dasselbe zu kennen ist eine Nothwendigkeit für Jedermann, und wir können unsern Lesern in ihrem eigenen Interesse nur rathen, mit dem Inhalte dieses Gesetzes sich rechtzeitig vertraut zu machen. „Unkenntniss der Gesetze schützt nicht,“ so wenig vor gesetzlichen Strafen bei Uebcrtretungsfällen, wie vor pecun ihren Verlusten, die einer ungenügenden Kenntniss derjenigen Vorlhoile, welche das neue Gesetz in Bezug auf freieren Gewerbebetrieb bietet, zuzuschreiben sind. Unter den vielen verschiedenen Ausgaben des neuen Gesetzes, die bereits erschienen , heben wir heute die unmittelbar nach erfolgter Sanclion des Königs und mit dem Publieations-Patertt versehene neunte Auflage hervor, welche von der Verlagsbuchhandlung von Fr. Kortkampf in Berlin veröffentlicht wird. Dieselbe kostet 5 Sgr,, ist in gross Octav-/Format auf schönem Papier mit grosser deutscher Schrift gedruckt und enthält ein ausführliches Sachregister und Inhaltsverzeichniss. K ö n i g's Gartenwirthschast. 6299) Montag den 26. Inti, Abends 8 Uhr) C o n c c r t von dem Blech-Sertett der hiesigen Regimentsmusik. Entroe ü Person (> fr. 621)r5) Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Aachlaü des verftor- benen Fräuleins A n g u st e.K r e b S zu bilden haben, werden aufgefordcrt, solche bei dem Unterzeichneten, als dem Vertreter der Erben, binnen Tagen anzumeldcn, indem dieselben son bei Cibiiiihfl dcö 'd. ach lasses keine Vcrücksichtigltng finden können F. Kraft, Hofgerichts-Advocat. 6223) Eine Köchin, die etwa in 4 Wochen oder zu Michaeli cintreten kann, wird ge- gesncht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6298) Dem lieben Fräulein Chr...... S... auf dem Seltersweg zu seinem morgen stattsindenden 17jährigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! 6297) Ein junger Mann wünscht Elavier- unterricht zu geben. Näheres in der Fer- b c r'sch en Univ-Buchhandlung. (>170) Ein junger Lehrer (Israelit), aus dem Seminar zu Hannover gebildet, welcher in allen Realsächern unterrichtet, sucht in einer Universitätsstadt eine Stelle als Hauslehrer, wobei es ihm gestattet ist, die Universität zu besuchen. Auf großen Gehalt wird nicht refleetirt- Franco-Offerten unter G. Z. 115 besorgen die Herren Haa- sensrein Vogler in Frankfurt a. M. Agenten- Gesuch. 6157) Für das bestehende (^Zescliast einer i n l a n d i s cü e n Feuer - Versichernngs - OZeseU- febaft wird für vie Stadt (»iesren ein tucl)ti^er Agent gesucht. Gef. Offerten unter Lshiffrc ölv. besorgt die (Expedition d. BlttS. 161-5) D. Freuz, Annoncen - Expedition j in Mainz. 62)5) Bei der Universitäts - Kosse liegen Kapitalien von 606 fl. und WO fl gegen gerichtliche Sicherheit zum sosoitigen Ausleihen bereit- — Unter gleichen Bedingungen werden in der nächsten Zeit Kapitalien von 2000 fl., 1500 fl. und auch kleinere Summen ausgeliehen. Gietzen, im Juli 1869. Grofrh. Universitäts-Rentamt. .fiifdjßiidier zu fließen. Kirchliche Anzeigen Evangelische Gemeinde zu Hieszcn. G o t t e S d i e n st. Am 25. Juli. IRorgcns: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pfarrer Landmann. .ft o p u l i r t e. Den 28. Jnli. Georg Stohr, heimath- berechtigt und Arbeiter dahier, des verstorbenen Bürgers und Weißbinders, Daniel Stohr, ehelicher Sohn; und Elisabeth«.' Welker, des Bürgers und Zimmermanns, rndwig Welker, eheliche Tochter. Den s e! b en. Heinrich Georg Martin Rain, Bürger und Privatscribent dahier, des Ortsbürgers zu Dollar, Kaspar Rain, ehelicher Sohn; und Karoline Schaab, des verstorbenen Bürgers und Schneiders, Leopold Schaab, eheliche Tochter. (6 e t a n f t c. Den 18. Juli. Dem Ortsbürger in Hartenrod bei Gladenbach und Kutscher dahier, Johannes Plauin, eine Tochter, Katharine Wilhelmine Elisabeth, geboren den 25. Juni. Denselben. Dem Bürger und Schneider, Christian Eise, ein Sohn, Hermann Philipp, geboren den 29 Juni. Denselben- Dem Bürger und Dach decker, Peter Ruckstuhl, ein Sohn, Julius Martin, geboren den 13. Juni. D e n s elbe n. Dem Bürger und Schreiner, Heinrich Wagner, eine Tochter, Sophie, geboren den 3. Juni. Dcnselbe n. Dem Bürger und Bäcker, Ludwig Keil, ein Sohn, Ludwig Karl Georg Martin, geboren den 16. Juni- Denselben. Dem Bürger und Gast- wirth im Russischen Hof, Johann Georg Jung, eine Tochter, Wilhelmine Ernestine JJhuif, geboren den 27. Juni. Den 19. I u l i. Eine uneheliche Tochter, von hier, Georgine Marie, geb. den 9. Juni. Den 20- Juli. Dem Grosch. .Rcallehrer, Dr. Otto Bindewalo, eine Tochter, Emilie Luise Karoline Elisabeth, geb. den 4. Juli- Beerdigte. Den 18. Jul i- Justine Eleonore Bourgeois, geborne Schneider, des verstorbenen Bürgers und Kirchendieners, Johannes Bourgeois, Wittwe, alt 57 I. 9 9JL 19 T, gestorben den 17. Juli. Den 19. Juli. Ernst Rätzel ans Für then, Kreis Altenkirchen, alt 12 I-, gestorben den 17. Juli. Denselben. Johanna Kliffmüller, des Bürgers in Lindau ui Waldeck und Schul, machers dahier, Philipp Klissiuüller, eheliche Tochter, alt 2 I. 7 M- 26 T., geslmbcn den 18. Juli. iiaasenstein & Vogler, Zeitungs - Annoncen - Expedition (Itiirenu Stuttgart 2' Ä '= 5 Zeitungs-Annoncen-Expedition von 2 n 2-5'8 Dieselbe vermittelt ausschließlich Zeitung^, Zcitschristcn-, Kalender-, rc. Inserate in alle Fachbläkter unb Zeitungen der > fünf Welttheile, — berechnet ohne Aufschlag von Porto, Provision ?c. stets die Originalpreise, — gewährt bei größeren Auf- trägen angemessenen Rabatt, — liefert Belegblätter für jedes I ' Inserat, — beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Wclirib [ g kosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen -• in alle Sprachen gratis unb versendet auf Verlangen gratis und franco ein vollständiges Zeitnngs-Prciö-Berzeichniß. 1 Mit sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges Institut i | in täglich directem Verkehr. ! Frachtbriefe für fcte Dtain-Weser- unb Cöln-Mindener- Eismbahnsowie fän-mtliche zollamtlicher» Formn- lare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäuslmrg. Gehhorten 447/8-45i/8 I864r 118' Toscaner — Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 5% Elisabeth-Prior. 7 5 Hz do. II. Emiss. 73 Anklieiiwloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56^ Nassau fl. 25 b. Roth. 383/< Gr. Hess. 6. 50 b. R. 178 Gr. Hess. tl. 25 b. R. — 1% breyr. Prüm. Anl. 105'/. 4u/o badische Loose 103 Badische II. 35 Loose 56 l '58r Prioritätsloosc 158 1860r Loose 85*/r Borsfnnachriclileii. 22. Juli 1869. „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. 58-59 50 52 51-53 54-56 37 39 31'/r-32'/r 57-59 51-53 28-29 Action. Frankf. Bank 121^ Oester. Bank 723 n Creditaot. 284 Bannet. Bankact. 30 l1,'; Ameterd. k. 8. 993/4 Augsb. k. Ü. 99 $ 4 Berlin k. 8. 1O4’/h Bremen k. 8. 973/4 Cöln k. 8 105l/g Hamburg k. 8. 88:l/8 Leipzig k. 8. 1047/8 London k. 8. 120>/g Lyon k. S. — Paris k. 8. 95 V4 Wien k. 8. 95% Disconto 3l,2% G. Engi. Souver. 11 Ruse. Im per. 9 Doll, in Gold 2 Pi-iorliülrn. 5% üstr. F. St. E. B. 391 •/; l^udwigeh.-Bexbach — Maxbahn 106 ’/j Bayer. Ustbahn 124> 8 liess. Ludwigsbabn 134 3y/o östr. Stsb.-Prior. 56 3"/g östr. s. Lombard. 48/g Kurh. 41* o Obi. 85Vz I Hess. 4% Obi. b. Roths. 91 3,/2% . do. «io. 871/g Bayer. 5% Obi. 101 Vz | n 41/2% 1jährige — 1 n 4,/2% *,2.iährige 94*/4 Würtemb. 41/2°,q Öbl. 92a/s Baden 4'/2%Obl. c. E.L. 93'/. Oesir. 50/0 b. R, 58'/e । „ 5% National — „ 5% Metall. Obi. — | T M. stcuerf. — ji Amer. 6"/g 1882r Bds. 87' l „ 6i°/q 1885r 86 Pr. Gass. Sch. 1 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 Bist >len . • 9 S on ntag den 2 5. Inli. Earl Plank in der Wolkengasse. Daniel Rühl am Markt. Earl Walleusels l. in der Wallthorstratze. D e n s e I b cn. Ehristoph Atcsser, Bürger und Gürtlernnister dahier, alt 84 I. 10 9R- 4 T-, gestorben den 17. Juli. (Hierzu eine Beilage.) Aeitage zu Mr. 86 des Hießener Mnzeigers. Feuilleton. Der Darbone. (Darbone, im ital. Volksdialect: der Bärtige.) Novelle von Fr-Büchner- (Verfasser der Preisnovelle „Jugendverirrung en.") (Fortsetzung.) Wie mißmuthig, daß der Mönch in seiner Erwartung getäuscht, schüttelte er bei diesem Augenblick das Haupt; nichtsdestoweniger aber blieb sein schärfes, durchdringendes Auge unverwandt auf der sich allmählich nädernden Gestalt ruhen. Der Soldat begann nun, sich hinlänglich sicher wähnend, an den Torten herumzutasten und die Kleider derselben zu durchsuchen. Jetzt hatte er sich auf wenige Schritte dem Mönch genähert, und abermals beugte er sich über einen Leichnam nieder, um sein PlünderungSgeschäft von Neuem zu beginnen, — als der Mönch leise hinter ihn trat. Jetzt bob sich seine Hand, und mit dem Ausruf: „elender Räuber!" faßte er den Soldaten in dem Nacken. Als sich dieser erschrocken ausrichtete und sich dem Mönche zuwandte, schaute dieser in das todten- blciche Gesicht Donay's. „So ist er es doch," murmelte der Mönch, indem er Donay losließ, zu gleicher Zeit aber mit ter Linken den sicheren Stutzen in die Höhe hielt. Ein gellender Angstschrei entrang sich der Brust des Elenden, dann sank er in die Kniee, seine Arme umfaßten den Mönch, und mit Lauten, wie sie nur die Todesangst auszupreffen vermag, schrie er: „Noch einmal Erbarmen, Barbone, Gnade, Gnade!" Der Barbone neigte mit der Rechten langsam das Crucifix gegen den sich zu seinen Fußen Windenden und sagte mit ruhigem, kaltem Tone: „B.te und beichte, daß Du nicht ohne Absolution von hinnen fährst." „Vergebung," ächzte der Elende, „Vergebung um der heiligen Jungfrau willen." Der Mönch schüttelte verneinend das Haupt und ließ langsam das Crucifix vor Donay zur Erde gleiten, erhob dann den Stutzen und brachte die Mündung des Laufs nahe vor die Brust des Daliegenden. Indem dieser in der schrecklichsten Todesangst den Lauf des Gewehres umfaßt hielt und ihn nieder zur Erde zu drücken suchte, ächzte er wiederum: „Noch einmal Vergebung, Barbone, um des Andenkens Demer Mutter willen." Der Mönch verneinte abermals. Da schrie Donay mit einer Stimme, die selbst das Herz des Mönches erbeben machte: „Dann erbarme Dich meiner um Derer willen, die Du einst lieb haltest." Nach diesen Worten nahm das Antlitz des Mönches einen sonderbaren Ausdruck an; seine harten Züge wurden allmählich weich; — das Gewehr sank tief zur Erde nieder und nachdem er eine Zeitlang den vor ihm Liegenden betrachtet hatte, sagte er: „In ihrem Namen mich zu bitten, gab Gott Dir ein, um meine Hand rein vom Morde zu lassen. Um ihrer willen ist Dir noch einmal vergeben, aber," fuhr er mit schrecklicher Stimme fort, „nun hast Du keinen Namen mehr, in dem Du in der Zukunft noch einmal Vergebung findtn würdest." Rasch wandte sich der Mönch uach diesen Worten um und verschwand bald in dem nahen Felsen, Donay allein zurücklassend, der noch eine Zeitlang auf der Erve knieend verbrachte, bis er sich von der überstandenen Todesgefahr er- holt hatte und gewiß war, daß der schreckliche Kapuziner nicht mehr in seiner Nahe weilte; dann erhob auch er sich nnv verließ die grauenhafte Stätte, wo er Schrecklicheres erduldet hatte, als einer der Todten, die rings um ihn her zerstreut lagen. 4. Der Gefangene. Schon am frühen Morgen des folgenden Tages konnte man in dem Städtchen Scharnitz eine ungewöhnliche Aufregung wayrnehmen. Es halte sich nämlich die Nachricht verbreitet, daß die Tyrvlcr am Gürzich geschlagen worden wären, und daß an diesem Morgen eine große Anzahl gefangener Bauern ein- gebracht würden und darunter auch der Barbone, wie Manche wissen wollten, und ein anderer junger Führer sich befinden sollten. Doch erst gegen Mittag verkündete dumpfer Trommelschlag den Einzug der von dem Haupthecr zurück- gesaneten Truppenabtheilung. In ihrer Milte schritten paarweise die Gefangenen, alle das Haupt ungebeugt in aufrechter Haltung, wie sie dem Gefangenen nur das Bewußtsein, für eine heilige Sache zu le.den, zu geben vermag. Vor dem Hause, welches der Oberst mit seiner Familie bewohnte, wurden die Gefangenen aufgestellt. Es war ein langes, düsteres Gebäude, aus rauhen dunklen Steinen aufgeführt, das früher der Sitz eines Gerichts gewesen und dessen eine Hälfte lange Zeit als Gcfängniß für leichtere Verbrecher gedient hatte. Die gefangenen Bauern, die Freiheit ihrer Berge für ihr höchstes Gut achtend, sahen mit Grauen auf diese düstere Steinmaffe, von der sie wußten, daß sie bestimmt war, sie auf ungewisse Zeit ihrer Freiheit zu berauben und die sie vielleicht nur verlassen durften, um einen schimpflichen Tod von ter Hand des erbitterten Feindes zu erleiden. Auch Albrecht von Schauenstein richtete die Blicke dorthin und sie hafteten besonders auf den kleinen, meist mit starken Gittern velfehenen Fenstern, welche tief in die Mauer eingelassen, großen Schießscharten nicht unähnlich waren. Als er wieder ewporsah, wurde sein Blick von einem Fenster gefesselt, hinter dessen Scheiben eine weibliche Gestalt sichtbar wurde. Unverwandt schaute er dorthin, als sich das Fenster öffnete und sich ein jugendliches Mädchen w.it vorlehnte, um Vie Gefangenen besser Überschauen zu können. Ein Taschentuch, mit dem es einigemal über die Augen fuhr, ließ erkennen, wie sehr die armen Gefangenen ihr Mitleid erregten. Da erklang plötzlich ein lauter Schrei: „Johanna" aus der Mitte derselben und indem sie unwillkürlich den Blick der Stelle zuwendete, von woher der Ruf ertönt war, erkannte sie Albrecht von Schauenstein, der, gänzlich seine Umgebung vergessend, mit der Rechten zu ihr emporwinkte, als wenn er ihr Damit sein letztes Lebewohl sagen wollte. Johanna, ihrer Sinne nicht mehr mächtig bei diesem Anblick, erwiederte I ken Gruß, indem sie einigemal mit dem Taschentuch hinabwinkte; dann aber taumelte sie zurück und sank, das Antlitz mit Todtenbläffe überzogen, auf den Boden des Zimmers. Als sie aus dem Zustand der Ohnmacht, die ihr wohlthätig einen Augenblick das Schreckliche, was siegeseben, verhüllt hatte, wieder erwacht war. wankte sie noch einmal mit unsicheren Schritten dem Fenster zu. Aber der Platz war leer; nur hier und da noch einzelne Gruppen von Weibern und Kindern, die mit finsteren Mienen das Gebäude anstarrlen und in leisem Gespräch auf dasselbe hinwiesen, das bereits die Gefangenen in seine finsteren Mauern ausgenommen hatte. — Der Oberst von Holmor befand sich allein in seinem Zimmer, nachdem ihn kaum die Hauptleute verlassen hatten, welche ihm die Befehle des Obergenerals wegen der Gefangenen überbracht hatten. Er saß, in einen alten, groben Holz- seffel gelehnt, unverwandt auf das entfaltete Papier vor sich hinstarrend, welches das LooS der Gefangenen bestimmte. Da wurde er aus seinem Nachsinnen aufgeweckt, indem sich ein weißer Mädchenarm um seinen Nacken schlang und eine zitternde Stimme ihn mit dem Worte: „mein Vater!" begrüßte. Als er die Tochter erkannt hatte, faltete er, wie durch ihren Anbl'ck erschreckt, rasch die Papiere zusammen und legte sie auf den neben ihm bcfinelichen Tisch. Aber das Mädchen, dem der Ausdruck der Verwirrung auf dem Antlitz des Vaters nicht entging, fragte diesen mit tonloser Stimme: „Vater, es sind Gefangene eingc- bracht worden, gestehe mir, was wird ihr Loos sein?" Nach einiger Zögerung erwiederte der Oberst: „Man will den Weg der ' Milde versuchen, um das verblendete Volk nicht noch mehr zu erbittern; einstweilen bleiben sie hier gefangen bis auf weiteren Befehl." „Aber ist das auch das Loos Albrechts von Schauenstein?" fuhr das Mädchen bebend fort. Der Oberst senkte den Kopf und gab keine Antwort. „Was ist sein Loos? Ich will die Wahrheit wissen, täusche mich nicht," sagte das Mädchen heftig zitternd. „Ich darf es Dir nicht verkünden," antwortete der Oberst ernst. „O gestehe cs mir," schrie Johanna schluchz»nd, „ich will eS ruhig anhörcn, ganz ruhig, Vater;" und gleichsam um gefaßt zu erscheinen, auch das Schrecklichste zu vernehmen, stellte sie sich in aufrechter Haltung vor den Vater hin. Dieser sagte nach kurzem Nachdenken: „WaS würde es helfen, wenn ich cS verschwiege! Morgen würdest Du doch die Wahrheit erfahren. Schauenstein ist als Anführer zum Tode verurtheilt." „Und wann soll er sterben?" fragte Johanna, noch immer scheinbar gefaßt. „Morgen! Morgen frühe um 6 Uhr," erwiederte zögernd und ohne auszu- blicken der Oberst. „Und was wirst Du thun, Vat>r?" fuhr das Mädchen, den Arm um des Vaters Nacken schlingend, leise fort. „Dem Befehle gehorchen," sagte düster der Oberst. „Nein, nein," schrie bei diesen Worten Johanna laut auf, „Schauenstein Darf nicht steibcn, um Deines armen Kindes, Deiner Tochter willen." Der Oberst wehrte mit Mühe das Mädchen ab, das sich leidenschaftlich über ihn geworfen hatte und antwortete: „Ich kann den Befehl nicht ändern; er ist kurz und bestimmt abgesaßt und alle Hauptleute kennen ihn bereits. Ich bin Bürge auf meine Soldatenehre, daß der Befehl vollzogen wird." „Nein," rief das Mädchen schluchzend, „Du wirst Dein K-nd nicht der Verzweiflung preisgeben. Diese furchtbare Stunde muß es offenbar machen; Albrecht von Schauenstein ist mein Verlobter, erbarme Dich Dein-s unglücklichen Kindes, mache es nicht ganz elend, lasse ihm wenigstens Die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft noch." „Du hast mir vertraut, was ich längst ahnte," erwiederte der Oberst ernst, indem er Die Hand auf die heiße Stirn des flehenden Mädchens legte; abir," setzte er Dann zögernd hinzu, „ich kann ihn nicht retten." „Du kannst es, Vater," r ef Johanna in ergreifendem Schmerzenstone, „sende einen Boten um Begnadigung an dm Lbergmeral, entdecke ihm Alles; er wird nicht fühlloS sein." „Der Be ehl lautet bestimmt auf morgen und es gibt keine Aenderung," entgegnete Der Oberst. „Aber," fuhr er nachsinnend fort, „jede Bitte winde auch vergeblich sein; Schauenstein war als Kundschafter in der Hauptstadt, unD dieses Vergehen wird unerbittlich nut dem Tode bestraft." „So muß er sterben, sterben," rief Johanna entsetzt. „Nein, nein," fuhr sie mit zitternden, einschmeichelnden Tönen fort, „Du wirst ihn retten, Vater, Du wirst ihm einen Weg zur Flucht offnen." „Das kann ich nicht, auch wenn ich wollte," sagte der Oberst; „fein Ge- wahrsam ist Überall mit starken Wachen umstellt. Aber," fügte er, feine ganze männliche Festigkeit in seiner Stimme aussprechend, hinzu: „Ich kann ihn auch nicht retten ; es ist w'der den Eid, den ich geschworen habe." DaS Mädchen fühlte, daß nach diesem Worte jedes weitere Bitten bei Dem Vater vergeblich war. Es zuckte schmerzhaft zusammen unD kauerte neben Dem Vater auf Der Erde hin. Das Auge des Obersten ruhte theilnehmend auf Der ganz ihrem Schmerz überlassenen Tochter. Nach einer kleinen Weile erhob er sich und ergriff Die Hand des Mädchens, welches dadurch abermals zur Hoffnung erweckt zu ihm aufichaute — und sagte dann in mildem Tone: „Johanna, Gott gibt Dem Weibe oft wunderbare Stärke in Zeiten der Angst — und läßt oft Wege Der Rettung finden, wo der Mann verzweifelnd und rathlos dasteht. Ich kann und darf nicht helfen, aber ich werde heute diesem Hause fern (ei und erst spät in der Nacht mit Maximilian zurückkehren, der versprochen hat, heute mit seiner Truppe wieder einzutreffen." „Kannst Du ihn ritten, versuche es mit Gott, und," sagte er mit gedämpftem Tone, „er lasse es Dir gelingen !" Er ging, als könne er den Jammer Der verzweifelnden Tochter nicht länger mehr ansehen, mit raschen Schritten Der Thüre zu. (Fortsetzung folgt.) Politische Nun a u Berlin, 21. Juli. Die Commission für die norddeutsche Civil-Prozeßordnung Hal ihre Sitzungen vorläufig geschloffen. Der Entwurf ist, soweit er Vas gesammte erstinstanzliche Verfahren betrifft, in erster Lesung vollendet. Am 7. September tritt die Commission zur Fortsetzung ihrer Arbeiten wieder zusammen. — Ein Stückchen Mittelalter spielt sich gegenwärtig tn der Grafschaft Hohnstein am Harz ab. Das Rittcrgut Werna, schreibt man der „Harz- Zeitung", ein Lehen der Grafen Stolberg-Stolberg als Besitzer der Grafschaft Hohnstein, ist seit Jahr- hunderten im Besitz der Freiherr« v. Spiegel gewesen. In einem in diesem Frühjahre stattgefundenen Separationstermine läugnete der bevollmächtigte Vertreter des Freiherr» Domherrn v. Spiegel zum Dc- senberge die Lehnsqualität des Rittergutes Werna. Nach dem Lehnsrechte zieht aber die Lävgnung der Lehnsschast den Verlust des Lchngutes nach sich. Der Vertreter des Grafen von Stolberg-Stolberg berichtete dieses seinem Herrn, die Sache wurde verfolgt und dem Herrn v. Spiegel in zwei Instanzen die sofortige Herausgabe des Gutes aufgegcben, da die Lehnsqualität sehr leicht von Seilen Stoiberg's bewiesen werden konnte. Der Pächter des Ritter- gutes übergab nun dem gräflichen Bevollmächtigten die Schlüssel. Hinterher besann er sich jedoch eines Anderen und trat wieder auf die Seite des Herrn v. Spiegel. Da sich das Gerücht verbreitet hatte, der Graf von Stolberg-Stolberg werde binnen Kurzem das Rittergut einnehmen, nötigenfalls nut ge- waffneter Hand, so setzte sich auch der Pächter in Venheldigungszustand. Das Thor wurde veiram- melt, die Knechte unter Trommel>chlag im Exerzieren und im Schretzen geübt, Wachen werden aufgestellt und alle zwei Stunden abgelöst, der Schäfer hütet mit dem Kuhfuße auf dem Rucken die Schafe, kurz: man glaubt rns vierzehnte Jahrhundert versetzt worden zu fern. Ein großes Placat soll auch am Thore der Ritterburg kleben und die Aufschrift ha- den: „Verbotener Eingang für alle Raubritter!" Dte Bestürmung ter Burg ist noch nicht erfolgt, auch noch keine Schlacht geschlagen; aber man ist auf den Austrag Vieser Fehve sehr gespannt. Berlin, 21. Juli. Das war nicht nothig, daß Vie „Prov.-Corr." heule ausdrücklich erklärte, zwischen dem Minister v. Bismarck und seinen übrigen Collegen bestünden Melnungsverschledenheiten nicht. Wo ter Ministerpräsident dem Rewyorker „Herald- Reporter" gewissermaßen in die Feder dictirt hat, Wie er zu feinen AmtSgenoffen, wie zur liberalen Partei steht, da bedarf es osficiöfer Aufschlüsse über des Bundeskanzlers politische Ansichten nicht weiter. Es war ebenso überflüssig, meinen wir, der nächsten LandtagSsefsion Reformgesctze in Aussicht zu stellen. Zu Reformgesetzen gehören Reformminister. Wer im Ernst noch von einem Schulgesetze Notiz nehmen kann, das unter de« Auspicien des Hrn. v. Mühler entstanden ist, den beneiden wir nicht, und wer das Wort Kreisorvtlung in den Mund nimmt, um Betrachtungen darüber anzustellen, wie des Grafen zu Eulenburg Vorlage ausfaüen mochte, der muß viel Zelt übrig haben. Es bleibt trotz der officiösen Prophezeihungen Alles beim Alten. Wer verlangt, baß nur Einer von unfern Ministern den Forderungen der liberalen Partei gerecht wird, der verlangt Unmögliches. Ohne die allergründlichste Umgtstal- tung der ganzen Politik, die neue Minister nölhig machen würde, haben legislatorische Versuche auf dem Gebiete der Schule und der Gemeinvc wie der Kreise gar keine Bedeutung. Besser schon, wir behelfen uns mit dem Status quo nunc, alS daß halbe, durch unselige Compromlsse entstandene Gesetze in Kraft treten. Die Reformen liegen unter den jeweiligen Verhältnissen außer dem Bereich der Möglichkeit. Wien, 20. Juli. In Sachen des Bischofs Rutigicr meldet das katholische Linzer „Volksblatt": „Gtgenübcr den Notizen in verfchiedtnen Blättern, wonach der hochwürdigste Herr Bischof in seinem Processe den Gnadenact des Kaisers abgelehnt hätte, konnrn wir bestimmt versichern, daß derselbe Vie De- gnadigung angenommen habe, da damit nicht das Bckennlniß einer Schuld von seiner Seite ausge- drückt werd, und Voß er einstweilen schriftlich seinen Dank an Vie Stufen des Thrones nietergelegt habe. Heute hat der hochwürdige Herr Bischof eine Nichtigkeitsbeschwerde bezüglich des über denselben am 12. d. M. vom Gtschwornengcrichte gefällten Ur- theils an den obersten Gerichtshof eingereicht." Wien, 20. Juli. Von Rom wurde zur Anzeige gebracht, daß es eine Einladung zum Cencil an die katholischen Regierungen ergehen lassen werde. Paris, 20. Juli. Wenn die Regierung glaubt, die Bewegung, welche seit einigen Wochen durch ganz Frankreich geht, werde sich bis zur Wiedereinberufung des gesetzgebenden Körpers besänftigt haben, so dürfte sie sich in ihren Berechnungen bitter ge- täuscht sehen. Die Kunde von cem staatsmännischen Kniff, mit welchem man der öffentlichen Meinung bis auf Weiteres den Mund zuzubinden denkt, hat eine tiefgehende Erbitterung hervorgerufen. Es ist gewiß bezeichnend, daß man vorgestern gerade Demjenigen der Oppofltionsmanner, der gegen die 93er» tagung der Kammer am nachdrücklichsten und formellsten prottstirte, eine so außerordentliche Ovation bereitete. Und das Publikum, das Hrn. I. Favre auf diese Weise ein Vertrauensvotum zuerkannte, bestand keineswegs aus üdermüthigen Studenten und brodlofen Blousenmännern, wie gewisse officiöse Blätter zu unterstellen scheinen, sondern aus' dem Kern der Pariser Bevölkerung. Noch um 12 Uhr glaubte man gestern allgemein, der Kaiser werde sich durch das offen ausgesprochene Verlangen des Landes bestimmen lassen und die Fortsetzung der Session auf einen der nächsten Tage fixiren. Man war zu dieser Annahme um so mehr berechtigt, als mehrere der eingeweihtcn Journale Andeutungen in viesem Sinne machten, und selbst Hr. Schneider versicherte, länger als drei Wochen werde die parlamentarische Pause nicht dauern. Um 2 Uhr wurde jedoch den Deputaten statt aller Benachrichtigung mitgethcilt, sie konnten sich ihre Diäten auszahlen lassen. Die- ses seltsame Verfahren beweist von Neuem, daß in St. Cloud von einer Politik der Principien nicht mehr die Rede sein kann. Jeder Windhauch gibt dem Schiff des persönlichen Regimes eine andere Richtung. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß der Zeitraum bis zum Beginn der eigentlichen Session durch Ereignisse unterbrochen wird, die außer dem Bereich aller Berechnung liegen. Wiederdolt cursirt ein dunkles Gerücht von Ueberraschungen, die man sich für den 15. August Vorbehalte. Auch einzelne Vertrauensblätter ves Gouvernements spielen hierauf an. Paris, 21. Juli. Ein leeret des Kaisers ernennt laut dem heutigen „Journal offictel", Rouher zum Präsidenten des Senats für die Session 1869. — Eine gestern stattgefunvene Versammlung der Mitglieder der Mittelpartei, welche die Interpellation unterzeichnet hatten, nahm einstimmig folgende Resolution an: Die Unterzeichneten beharren in den Ideen und Prinzipien, die ihren Ausdruck in der vorberei- teten Interpellation gefunden hatten und vertagen sich bis zur nächsten Berufung des gesetzgebenden Körpers. Paris, 22. Juni, Morgens. Durch kaiserliche Dekrete vom 21. vatirt, werven Duruy und Vuitrp zu Senatoren, Lavalette zum Gesandten in London ernannt. — Nachrichten aus Spanien melden große Fortschritte der Carltstischen Partei. _ Der m i s ch t e v. Darmstadt, 21. Juli. Das gestern erschienene Regierungsblatt Rr. 32 enthält: 1. Verordnung, die Vollziehung des Gesetzes vom G. Juli 1868, die Versorgung der als Invaliden entlassenen Unteroffiziere und Soldaten betreffend. II. Verordnung, zur Vollziehung des Gesetzes vom 6 Juli 1868: 1) die Penfionöerhöhung für die un Kriege invalid geworbenen, sowie für die überhaupt durch den activen Militärdienst verstümmelten Offiziere der Linie und Landwehr und die oberen, beziehungsweise im Osfiziersrang stehenden Militär- beamten; 2) die Unterstützung der Wittwen und Kruder der im Kriege gebliebenen Mrlttärpersonur aller Rangklassen betr. 111. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 1. Juli der Margaretha Susann« Katharina Mahr zu Eberstadt zu gestatten, daß dieselbe künftig statt ihres bisherigen den Fami- Uennamen Metdinger — und am 6. Juli dem Ludwig Friedrich Feuchtmann zu Darmstadt zu gestatten, daß der. selbe für.ftig statt de» bisherigen den Familiennamen Gott- mann führe. IV. Ertheilung von Erfindungspatenten. V. Dienstnachrtchlen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 25. Juni den Sergeanten tnt 2. Jäger-Bataillon, Jakob Debs aus Heides- Henn, — den Sergeanten im 4. Infanterie-Regiment, Martin Jung aus Offenbach, — den Gendarm zu Pferd, Ludwig Fink aus Rödgen, — den Sergeant tm 2. Infanterie-Regiment, Johannes Georg Göckel ans Groß-Zimmern, — den Referve-Hornistgefreiten iui 1. Lanbwehr-Regrment Darmstadt 1., Peter Finger aus Ober-Ramstadt, — den Sergeanten im 2. Jäger Bataillo», Johannes F tn k aus Egelsbach, — den Feldwebel im 2. Jäger-Bataillon, Jakob Albert Hermann Stahl aus Nierstein, — den Sergeanten im 2. Jnsanterie- Regrment, Johannes Jakob Dittmar aus Groß Rohrheim, — den Gendarm zu Fuß, Joseph Dapper zu Wtes-Oppen- heim, — den Feldwebel in der Feldartillcrie, Friedrich Balthasar Küster aus Langen — und den Feldwebel in der Felb- artillerie, Heinrich Möser aus Klein-Umstadt, — zu Steueraufsehern zu ernenntn; — am 26. Juni den von dem Ltan- desherrn dem Herrn Grafen zu SvlmS Rödelheim auf die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Gonterskirchen und EinartS- hausen präsenttrten ersten evangelischen Schullehrer zu Rödelheim, Mitprediger Earl Fromm an n, für diese Stelle zu bestätigen; — am 1. Juli den Ministerial - Secretär 3. Elasse, Earl Rothe, bei Großherzoglichem Ministerium des Großherzoglichen Hause- und des Aeußern zum Ministerial- Secretär 2. Elasse, — den Salzsteueramts-Rendanten, Earl Freiherrn Gedult zu Jungenselv zu Wimpfen, zum Rendanten bet dem Nebenzollamt I. Elasse Bensheim und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der indirecten Abgaben, — den Niederlage-Verwalter bei dem Hauptzollamt Mainz, Ludwig Heinrich Wittich, zum Eontroleur bei dem Hauptzollamt WormS und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der indirecten Auflagen zu ernennen. — Am 3. Juli wurde der Assistent im Bischöflichen Seminar zu Mainz, Friedrich Schneider, von dem Bischöflichen Domcapitel zu Mainz zum Dompräben- daten gewählt. VI. Eoncurrcnzeröffnung. Von dem Gehalte der auf Seite 376 des Regierungsblatts zur Eoncurrcnz ausgeschriebenen ersten katholischen Schulstelle zu Ilbenstadt, im Kreise Friedberg, ist eine temporäre jährliche Abgabe von 120 fl. zu entrichten. VII. Gestorben: am 4. Juli der Großherzogliche KreiS- arzS Dr. Friedrich Do sch zu Gedern. Darmstadt. Bei der Eoncurrenz deö böhmischen Nationaltheaters in Prag, an der sich Sacre, Ehes-Maschinist der großen Oper in Paris, ein bedeutender englischer 'Luhnentech- nicher, Kerkhoyen Maschinist auö Braunschweig (Erbauer der Buhne des neuen Leipziger Theaters) und Earl Brand, Maschinist des hiesigen Großh. Hoftheaters, betheiligten, hat Letzterer den Sieg über seine fianzösischen, englischen und deutschen Eollegen davongetragen, indem seine Pläne, nach einem neuen System (nach welchem Brand in diesem Augenblick die Münchener Hosbuhne umbaut), als die besten erkannt und dem Darmstädter Maschinisten somit dte Arbeiten übertragen wurden. Worms, 15. Juli. In der gestern urter dem Vorsitze der Großh. KreiS-Schulcommission hier abgehaltenen, von ungefähr 1UÜ Lehrern befuchten Geneial-Eonferenz der Lehrer deS Kreises Worms hielt Hr. Kumpa, Professor der polytechnischen Schule zu Darmstadt, einen längeren, sehr belehrenden Vortrag über den Zeichenunterrtcht, indem er die Bedeutung diefeS wichtigen UnterrichtszweigeS nicht nur als Haupthebel zur Förderung der Kunstindustrie, sondern auch als allgemeine« Bil- duiigsmittel nachwieS und die Volksschule als die erste Pflanz- stätte bezelchnete, in der das Zeichnen mit Sorgfalt gepflegt werden müsse, bannt in den höheren Lehranstalten aus dem hter schon gelegten Fundamente stusenweise gebaut werden könne. Die Versammlung erkannte als zeitgemäß an, daß der Zeichenunterricht in der Volkschule obligatorisch werden muffe, und begrüßte mit Freuden die Mittheilung, daß daö Ministerium deö Innern zur Errichtung eines ZeichencurseS für die Volksschullehrer die Mittel bewilligt habe. — Dre hessischen Schulbehörden sind überhaupt von der Wichtigkeit und hohen Bedeutung diese- UnterrichtSzweigeS durchdrungen und haben angeordnet, daß in den Schullehrerseminarren dem Zeichenunterricht in einem dreijährigen EursuS die größtmöglichste Sorgfalt zujuwenden sei. Wenn die Sache so angegriffen wird, so muß sie gelingen, und e- darf dem Zeichenunterricht in Hessen schon nach einem Decenniurn ein herrlicher Aufschwung pro- gnosticirt werden, wenn auch die Volksschullehrer, woran wir nicht zweifeln, mit Lust und Begeisterung die Sache ergreifen. — Hrn. Kumpa ist die schöne Anerkennung geworden, von Großh. Oberstudien-Direction benachricht zu werden, daß der Zeichenunterricht auf alle öffentlichen Schulen deö Großherzog- thumS ausgedehnt und ferne Zeichenschule als Lehrmittel dabei benutzt werben solle. Dassel, den 20. Juli. Wir müssen noch einmal auf die ftattgehabte Aushebung der Administration-- und RechnungS- Eommission der Universität Marburg und die Uebertragung ihrer Befugnisse aus den vom Abgeordnetenhause Nicht genehmigten Eurator der Univeisität, Geh. RegierungSrath Rödenbeck, um deßwillen zuruckkommen, weil man im Publikum vielfach auf die Ansicht stößt, daß diese Maßiegel von untergeordneter Bedeutung sei. Dem ist aber nicht so. Die Universität Marburg ward von Landgraf Philipp dem Großmu- thigen im Jahre 15*27 gestiftet und aus den Gütern der auf- gehobeucn Klöster mit 13 Vogteien dotnt, von denen sie, bei der Theilung mit Gießen, die zu Lmglis, Homberg, Fritzlar und Nordhausen durch Vertrag von 1648 behielt. Durch Vergleich vom 11. Juni 1767 kamen jedoch die in den Hessen- Kassel scheu Landeötheilen gelegenen Gießener Universitätsguter und Gefälle, welche durch den angeführten Theilungsvertrag Gießen erhalten hatte, namentlich die Vogteien Eulbero, da« Prediger - und KugelhauS, das OeconomenhauS, Gärten, nebst allen damit verbundenen Rechten und Gerechtigkeiten, als dem Patronatrecht, der Jagd, Fischerei rc., weil darüber ein langjähriger Streit entstanden war, wieder zu Marburg, wofür die Hessen-Kassel scheu Landstanbe die Bezahlung von 80,000 fl. übernahmen. Zur Verwaltung dieses Universität-vermögers hatte Philipp der Großmuthige eine UniversitätS- RechnungS- unb AdmiuistrationS-Eommission vermittelst der ReformationS- orvnung vom 24. Januar 1564 eingesetzt, die, wie wir bereit- mttgetheilt, aus mehreren Professoren unter dem Vorsitze einet Regierungsbeamten bestehen sollte. Diese Einrichtung hat denn auch ununterbiochen svrtbestanden bis zur westphälischen Zwischenherrschast, wo dieselbe aufgehoben und die Administration emem Regierungödeamten, 1812 dem Präsidenten de« Erian- nalgerichtshofeS milubertragen ward, welcher in dieser seiner Eigenschaft unter dem Minister deS Innern stand. Daß in dieser Zwischenzeit daS UniversitätSvermögen vielfache Einbuße erbt!, ist bekannt. Nach der Rückkehr des Kurfürsten Wil- htlm I. trat die frühere Einrichtung wieder in Kraft und hat bestanden, bis sie auf Grund deS Erlasses vom 5. v. M. der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegen- heiten die Aufhebung und den Uebergang ihrer Geschäfte aus den Eurator der Universität verfügte, wa« derselbe selbst zur öffentlichen Kenntniß gebracht hat. Marburg, 15. Juli. Nach der „Oberh. Ztg." find in voriger Woche zwei Schäfer vom Amtsgericht zu 6 Wochen Gefängniß verurthellt, weit sie dem Hunde eines anderen Schä, fers, der sie angefallen, bei lebendigem Leibe das Fell abgr- zogen hätten. Es ist das die höchste Strafe, welche dapreußische Strafgesetzbuch für Thierquälerei androht. * Ein Witz des alten Thiers wird vom „Gauloi-" mit; getheilt. Thiers begegnete einem Gesinnungsgenossen. „Nun," sagte dieser, die Freiheit ist ja endlich zur Welt gefördert." „Ja, durch einen Kaiserschnitt!" erwiederte Thier-. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr. Pi et ich) in Gießen.